Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Der Ruf der Meere

#528001 von N-Friend
27.06.2009, 22:11
Eine neue Fanfiction hat ihren Weg in den FF Bereich gefunden. Ich darf euch eine neue Geschichte von mir präsentieren. Es handelt sich um eine Pokemon Geschichte, wobei diese nur eine Nebenrolle spielen werden. Vorweg kann ich auch sagen, die Story spielt in der Pokemonwelt.

So nun die Erlaubnis:
Der damals offizielle FanArt Bereichsassistent Mister Stolloss hat geschrieben:egal, mach soviele platzhalter, wie du willst, meine erlaubnis hast du ;-)


So dann kann ich euch nur noch viel Spaß bei der FF wünschen und ich hoffe auf hilfreiche Kommentare und Kritik ;-)


N-Friend presents: Der Ruf der Meere

Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel 1 - Nora
2. Kapitel 2 - Gewissensbisse
3. Kapitel 3 - Mysteriöses Verschwinden
4. Kapitel 4 - Ablenkungen
5. Kapitel 5 - Seltsame Vorahnungen
6. Kapitel 6 - Angst!
7. (Platzhalter)
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Kapitel 1: Nora


„Das war grade Betzi Knuff mit ihrem neuen Top Hit „Lass krachen“. 9:00 Uhr, hier kommen die Nachrichten. Baumhausen-City: Der Streit zwischen den Ibitak und den Schwalboss in den Wipfeln der Bäume geht weiter. Seit drei Tagen sind die verschiedenen Pokémon-Arten am Kämpfen um das Gebiet zwischen den Tannen für sich zu gewinnen. Die Bewohner der Stadt sind beunruhigt, bisher gab es drei verletzte Menschen die von Flügelschlägen versehentlich getroffen wurden. Die örtliche Polizei versucht so gut wie möglich, den Streit zu schlichten.
Vertania-City: Die Einwohner beklagen sich über zu hohe Temperaturen. Über 35°C, teils auch 40°C wurden über die Tage gemessen. Es ist die größte Sommerdürre seit 34 Jahren. Landwirte sind besorgt, „die Ernte wird so schlecht wie noch nie werden“, so der Chef-Unternehmer der DESKA-Marktkette.
Prismania-City: Das große Festival ist…“

Langsam öffnete Nora Kayne ihre müden, blauen Augen. Es war noch zu früh um aufzustehen, deswegen rollte sie sich auf die andere Seite und lauschte weiter den Nachrichten.
„…wurden bereits verlost.
Und das waren die Nachrichten. Wuuuhuuu, ich bin John Tessy und jetzt hören sie den fetten Beat von Groove n’Friends mit dem Sommerhit „Invincible Taker“.“

Der Song ging los und Nora fing an, das Lied mitzubrummen. Rhythmusgefühl besaß sie zwar nicht, so sagte man ihr schon seit Jahren in ihrem Freundeskreis nach, das war ihr aber hier und jetzt allein in ihrem Bett egal. Während des Liedes unterbrach das Radio jedoch:
„Und eine wichtige Durchsage, in Calme-City wurden innerhalb der letzten vier Stunden sechs Kinder im Alter von neun bis fünfzehn Jahren als vermisst gemeldet. Die Polizei kümmert sich darum, jedoch wird auf Vorsichtigkeit hingewiesen. Eltern sollten auf ihre Kinder besonders Acht geben, es sei nicht ausgeschlossen, dass es sich hierbei um ein Verbrechen handelt. Dieser Vorfall erinnert an das Unglück vor drei Jahren in Oklazooma, wo ein Kinderschänder vier Jungen und drei Mädchen in die Berge entführte. Mehr Informationen in einer halben Stunde, hier bei Prince-Music“
Nora schreckte hoch. Calme-City, das war die Stadt in der sie lebte. Eine ruhige Stadt, in der nie etwas Spannendes passierte. Sie lag direkt am Meer und wurde von Bergen förmlich eingeschlossen. Nur wenige Touristen reisten hier her, die meisten fuhren in die komfortablere Stadt Celtebry-City. Doch nun war auch in ihrer Stadt was geschehen. Sie versuchte gleich wieder zu verdrängen, dass ihren Freundinnen irgendwas zugestoßen sein könnte, aber sie schaffte es nicht. Kurz darauf schaltete sie den Radiowecker aus und ging ins Bad.
Sie machte sich frisch und ging erneut in ihr Zimmer. Es war sehr aufgeräumt, alles stand an seinem geordneten Platz und der Teppichboden war bis auf das letzte Staubkorn gesaugt. Die Sonne strahlte durch das frisch gewischte Fenster. Alle morgendlichen Sorgen, die Nora bis vor kurzem noch hatte verschwanden und sie fing an, den Tag zu genießen. Sie zog ihren Pyjama aus und kleidete sich ganz frisch ein. Von ihrer Unterwäsche bis zu ihrer Pullover-Jacke hatte sie alle Sachen ausgetauscht. Jeden zweiten Tag wechselte sie ihre kompletten Sachen, sodass die Waschmaschine im Keller immer am Laufen war.
Nun stand sie vor dem Spiegel, der an der Schranktür befestigt war und sah sich an. Neben ihren auffällig blau-leuchtenden Augen, für die sie schon das ein oder andere Kompliment erhalten hatte, stach auch ihr glattes, blondes Haar besonders hervor. Es war in etwa schulterlang und verdeckte ihre zierlichen Ohren vollkommen. Ihren schmalen Mund umspielte wie so häufig ein nettes, wohlwollendes Lächeln. Insgesamt war sie eine kleinere, zierliche Person, die aber gleichzeitig von vielen Jungen ihres Alters bewundert wird. Obwohl sie es nie richtig genoss, so populär bei den Herren der Schöpfung zu sein, war sie glücklich, dass viele auch scheinbar wegen ihres Charakters an sie glaubten. Sie dachte meistens immer an andere, demnach war ihr Motto auch, dass man sich selbst für andere in den Schatten stellen sollte. Allerdings hatte sie im Rampenlicht auch meist wenig Selbstbewusstsein, Referate in der Schule konnte sie nie ordentlich halten, da sie sich immer versprach oder unbeholfene Handbewegungen machte. Spätestens wenn zwei ihrer Freundinnen jedoch miteinander stritten, bekam sie als neutrale Person den ganzen Hass zu spüren. Eine Ungerechtigkeit, die sie in ihrer gutgläubigen Welt nie verstehen wollte und weswegen sie nicht selten über den Wert von Freundschaft nachdachte.
Und wie die meisten 14 jährigen Mädchen wie sie, gab es immer etwas, das sie unglücklich machte. In ihrem Fall war es der Schmerz, den andere spüren, weswegen sie sich wohl auch um die verschollenen Kinder so sorgte. Wenn jemand trauerte, fühlte sie mit und auch das Leid von Pokémon nahm sie wahr. Ihr Selbstwertgefühl senkte sich in diesen Fällen und sie versuchte mit aller Kraft die Personen wieder zum Lachen zu bringen. Spätestens wenn zwei ihrer Freundinnen jedoch miteinander stritten, bekam sie als neutrale Person den ganzen Hass zu spüren. Eine Ungerechtigkeit, die sie in ihrer gutgläubigen Welt nie verstehen wollte und weswegen sie nicht selten schlaflose Nächte damit verbrachte, über den Wert von Freundschaft nachzudenken.
Sie ist auch sehr nachtragend, wenn jemand einem ihrer Vertrauten etwas angetan hatte, dann ist sie selbst nach Entschuldigungen noch wütend. Auch den Tod ihrer Mutter vor acht Jahren betrauerte sie noch jeden Winter. Und obwohl sie manchmal zutiefst unglücklich war, so scheint ihre Lebenslust darunter nicht zu leiden. Nur wenige Personen in ihrem Alter waren so zufrieden mit ihrem Leben, wie Nora.
Sie legte sich noch ihre Lederuhr um den linken Arm, brachte zwei Ketten an ihrem Hals an, band ihr seidiges Haar mit einem Haarband zu einem Zopf und lief dann runter in die Küche.
Nora hatte Sommerferien, doch ihr Vater musste noch arbeiten, weswegen sie nun alleine zu Hause war. Doch wie jeden Morgen befand sich Backware auf dem Frühstückstisch, sowie Erdbeermarmelade, Nusscreme und Honig. Sie schmierte sich drei einfache Brötchen und aß sie mit Genuss. Die Liebe von ihrem Vater war für sie das Wichtigste, was es gab. Während andere Jugendliche oft Streit mit ihren "Alten" hatten, war die Beziehung zwischen Nora und ihrem Vater Markus so gut wie keine zweite. Er war der einzige, der immerzu für sie da war und nebenbei der einzige Mann, dem sie keine Skepsis gegenüberbrachte.
Nach dem Frühstück schaute sie auf die Uhr und merkte erst dann, dass es schon kurz vor zehn war. In einer Viertelstunde hatte sie eine Verabredung mit ihrer Freundin Janina auf dem Tennisplatz. Erschrocken sprang sie von ihrem Stuhl, sputete die Treppen nach oben, packte ihre Sachen und rannte aus dem Haus, welches sie vor lauter Aufregung vergaß, abzuschließen.
Sie joggte so schnell sie konnte am Strand vorbei. Normalerweise brauchte man 20 Minuten um von ihrem Haus zum Tennisplatz zu gelangen, doch in extrem zeitknappen Situationen schaffte Nora es auch in der Hälfte der Zeit. Es war keine Wolke am Himmel zu sehen, sodass die Sonne kräftig auf die Erde schien. Strahlend blauer Himmel und windstille machten diesen Morgen zu einem der heißtesten in diesem Jahr. Kräftige Palmen standen unmittelbar am Wegesrand und spendeten den Bänken dahinter Schatten. Die Häuser, die im Zentrum standen, waren aus feinstem Marmor gebaut und sind ebenfalls Sinnbild für die Idylle dieser Stadt. Nora liebte ihre Heimat, da sie auf eine gewisse Art und Weise wunderschön war.
Erst als sie die Hälfte des Weges hinter sich gebracht hatte bemerkte sie, dass ihr Pullover total überflüssig gewesen war. Sie schwitzte sehr, doch sie zog ihn nicht aus, da er sonst zu unhandlich gewesen wäre.
Auf der Hälfte der Strecke hielt Nora inne. Ihr wurde plötzlich trotz der Hitze extrem kalt. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, rieb sich an den Schultern und ging langsam weiter. Ein leichtes Schwindelgefühl machte sich in ihrem Kopf breit. Sie konzentrierte sich darauf, den plötzlichen Hitzeschlag abzuwehren und weiterzulaufen. Doch sie kam nicht weit, kurz vor einer Bank fiel sie auf die Knie. Ein Stich durchfuhr ihr Herz und sie bekam es mit der Angst zutun. Die Bank war noch etwa drei Schritte entfernt, doch sie kroch nur mit Mühe und ihrer letzten Kraft dahin. Als sie ankam setzte sie sich und hielt sich an den schmerzenden Kopf. Das Stechen im Herzen ließ nach und auch die Kälte verschwand. Das Schwindelgefühl wurde immer schwächer bis es ganz verschwand, sodass sie wieder klare Gedanken fassen konnte.
Nora richtete sich auf. Es war bereits nach zehn Uhr und sie kam wie sooft zu spät zu einer Verabredung. Doch nun hatte sie keine Selbstvorwürfe, diesmal hatte sie nur Furcht, dass so etwas nochmal passiert. So schnell der plötzliche Schwindelanfall kam, so schnell verging er auch, nur der Grund war ihr letztlich ungewiss. Nora fühlte sich wieder bereit loszulaufen doch irgendetwas bereitete ihr immer noch Unbehagen. Sie hörte ein Geräusch, ein Geräusch, welches sie nie wirklich wahr genommen hatte, doch nun in ihrem Kopf schwirrte. So vertraut, dass es dennoch anders zu sein schien. Es war das Rauschen der Wellen und der Ruf des Schmerzes. Sie schaute zum Meer – keine Wellen. Sie schaute zu den Leuten, die sich in ihrer Nähe befanden – keine Spur von Schmerz. Doch irgendwas da draußen rief sie aus den Wogen der Wellen. Mit wirren Gedanken lief sie weiter und erreichte letztendlich den Tennisplatz. Noch ahnte sie nichts von der Gefahr, die sich unmittelbar in ihrer Nähe befand, doch schon bald wird sie das Elend des Rufes erkennen.


Kapitel 2: Gewissensbisse


Alexander ging seelenruhig die Allee an der Schule entlang. Er musste Einkäufe für seine Mutter verrichten und war nun auf dem Weg zurück zu seinem zuhause. Er schaute auf die Uhr, die am Turm des bereits 86 Jahre bestehenden Gymnasiums täglich ihre Runden nahm. Es war bereits kurz vor zehn und die Luft war mittlerweile sehr schwül geworden. Alex war froh, dass er noch ein schlichtes, weißes T-Shirt sowie eine graue, kurze Hose im Schrank hatte, denn so war die Hitze um einiges leichter zu ertragen als mit schwarzer Kleidung.
Er verließ die Allee und kam dem Strand immer näher. Als er aus den Schatten der Bäume trat bildeten sich auf seinen Schläfen weitere Schweißtropfen und seine von der Sonne gebräunte Haut zeigte im Licht einen krassen Kontrast zu seinem weißen Shirt. Er stand nun unmittelbar in der Sonne und war direkt unter dem Einfluss der immer größer werdenden Hitze. Langsam trottete er weiter, das Kreischen der Wingull und das Lachen spielender Kinder im Ohr. Er erreichte die Strandpassage und sah auf einmal seine Klassenkameradin Nora am Palmenweg entlanglaufen.
Sofort erschien wieder das Flimmern von Liebe und Sehnsucht in seinen kastanienbraunen Augen. Sein Herz schmolz nicht aufgrund der Hitze wie ein Eisberg, sondern wegen des Anblicks der eleganten Schritte von seiner Angebeteten. Sein Herz pochte immer schneller und seine Ohrspitzen wurden brütend heiß. Seine Knie wurden weich, aber dennoch spürte er ein Gefühl von immenser Freude. Natürlich war er nicht der einzige, der auf Nora, ein Mädchen von unvergleichlicher Schönheit und starkem Charakter, stand, aber er war sich sicher, dass es nur bei ihm richtige Liebe war. Anders als seine Klassenkameraden nervte er sie nicht durch bloßes Anbaggern, sondern hielt sich immer zurückhaltend im Hintergrund auf. Er zweifelte schon daran, dass sie überhaupt etwas von seinen tiefgründigen Gefühlen, die er für sie hegte, wusste, aber so schien es für ihn besser, als bitter abgewiesen zu werden.
Grade als er den Blick von ihr abwenden und weitergehen wollte fiel Nora auf die Knie. Ihr Gesicht wurde ganz blass und sie schien zu zittern. Plötzlich verstummte das Kreischen der Wingull und es war nur noch das Läuten der Kirchturmglocke zu hören. Alex wollte zu ihr hinlaufen aber er konnte nicht. Seine Beine zeigten keine Regung, sie verkrampften bloß. Er sah einfach zu, wie sie zur Bank kroch, doch er konnte nichts machen. Gewissensbisse plagten ihn, was war, wenn sie einen Sonnenstich erlitt? Verzweifelt versuchte er sich zu Bewegen, doch die Angst abgewiesen zu werden war zu groß. Oder war es doch etwas anderes, was ihm den Antrieb nahm? Wie angewurzelt stand er nun da und beobachtete, wie sie sich langsam wieder aufrichtete und weiterlief. Wütend auf sich selbst sprintete er in die andere Richtung, er hasste sich dafür, dass er sie liebte. Er wollte doch nur Freundschaft mit ihr schließen, doch seine Gefühle waren eine feste Blockade. Er lief mit immenser Wut auf sich, seine Situation und generell die ganze Welt nach Hause, ohne zu wissen, dass seine Regungslosigkeit nicht seine eigene Schuld gewesen ist.

Müde legte sich Alexander auf sein frisch bezogenes Bett. Er hatte wenig gegessen, obwohl er die ganze Zeit hungrig war. Seine ganzen Gedanken galten nur Nora, noch nie hatte er so viele Anzeichen von Liebe gespürt und noch nie hat er sich selbst für Ignoranz so sehr gehasst. Immer wieder aufs Neue fragte er sich, warum er ihr nicht half. Sie klappte vor seinen Augen einfach zusammen, hätte er ihr geholfen, hätte sich ihre freundschaftliche Beziehung wahrscheinlich gestärkt.
Er drückte das Kissen in seinen Händen noch fester zusammen. Seine Augen kniff er zu, sodass sich eine tiefe Falte auf seiner Stirn bildete. Angespannt und flach auf dem Bauch legend dachte er nur an Nora und sein Unvermögen, ihr zu helfen.

„Nora, was ist denn los mit dir? Du bist heute so unkonzentriert, woran liegt das?“, fragte Janina ihre Freundin, als sie sich grade auf die Bank neben ihre Tennistasche setzte.
Nora trottete langsam mit gesenkten Schultern und baumelndem Schläger in der linken Hand zu ihrer Bank und sagte schließlich beim Hinsetzen: „Eigentlich nichts, ich bin nur etwas müde und so… keine Ahnung, ich bin einfach nicht gut drauf.“
Janina holte derweil eine Banane aus ihrer Tasche und aß. Als sie ein zweites Mal abgebissen hatte und den Speisebrei runterschluckte meinte sie: „Aber ich hab den ersten Satz 6:2 gewonnen und auch im zweiten führe ich jetzt 3:0. Auch sonst wenn es dir schlecht ging hast du mich geschlagen. Hey, irgendwas ist heute anders? Ist es vielleicht die Hitze?“
Nora schaute runter auf ihren Schläger und drehte in immer und immer wieder. Sie holte eine Wasserflasche aus ihrer Tasche und nahm einen großen Schluck.
Als sie erneut das Wort fasste schaute sie mit vorwurfsvollem Blick direkt in Janinas Augen: „Vielleicht hast du recht, es ist heute wirklich unwahrscheinlich heiß. Es liegt wohl daran, dass ich keine Kondition mehr habe. Naja, lass uns weiterspielen.“
Nach diesen Worten nahm Nora einen letzten Schluck aus ihrer Wasserflasche und stand auf. Janina tat es ihr gleich und ging zur anderen Seite. Als sich ihre Wege kreuzten spürte Nora etwas Warmes auf ihrer Stirn. Sie blieb stehen und merkte erst dann, dass Janina ihre Hand auf ihre Stirn gelegt hat.
Erschrocken rief sie aus: „Aber Nora, dein Kopf ist ja ganz heiß und deine Reaktionen sind auch nicht mehr die besten. Bist du krank, ist wirklich alles in Ordnung?“
Nora stieß daraufhin die Hand ihrer Freundin weg, bereute diese Geste jedoch kurz darauf wieder. Vorwurfsvoll sagte sie: „Danke, das du dir so um mich Sorgen machst, aber es ist wirklich alles in Ordnung. Lass uns weitermachen.“
Widerwillig stimmte Janina zu und ging auf ihre Position. Nora machte im gesamten weiteren Spielverlauf nur zwei Punkte. Ihre Reflexe und auch ihre Konzentration ließen mit der Zeit weiter nach. Nachdem auch der zweite Satz mit einem 6:0 zu Ende ging und Janina somit das Match gewann setzten sich die Freundinnen erneut auf die Bänke.
Liebevoll meinte Janina zu Nora: „Ruh du dich ruhig aus und setzt am besten eine Kappe auf, ich zieh derweil beide Plätze ab.“
Grade als Nora protestieren wollte brachte Janina sie mit einem Augenzwinkern zum Schweigen. Sie lehnte sich zurück und schütze ihr Gesicht mit ihrer weißen Kappe. Jedoch konnte kein Kleidungsstück sie derzeit vor den erschreckenden Gedanken schützen, die jede Sekunde durch ihren Kopf hämmern: Die ganze Zeit kamen die Erinnerungen an den plötzlichen Schwindelanfall und dem darauf folgendem Schrei in ihren Sinn. Sie dachte nur darüber nach, was geschehen war und konnte sich deswegen nicht auf ihr Spiel konzentrieren.
Während Janina den Platz abzog versuchte Nora verzweifelt, an irgendetwas Schönes zu denken. Erst kam ihr das Sommerturnier von vor einem Jahr in den Sinn, wo sie grandios den Pokal holte und sogar gegen ihre Rivalin Mary gewann. Doch auch dies fiel den Erinnerungen an den Schrei zum Opfer. Ging es Mary gut? Sie hatte keine Chance, diese Fragen abzuwenden, selbst als sie sich an die Klassenfahrt letzten Herbst zu erinnern versuchte, gewannen die bitteren Gedanken den Kampf um ihren Kopf.
Ohne dass sie es bemerkte, kam Janina wieder neben sie.
Mit unsicherer Stimme meinte sie: „Nora, du zitterst ja am ganzen Körper!“
Nora nahm ihre Mütze aus dem Gesicht und schaute ihre Freundin mit zugedrückten Augen an.
„Weißt du was Nora, wir ziehen uns jetzt um und ich begleite dich nach Hause. Auch wenn ich in der entgegengesetzten Richtung wohne, so ist es mir lieber, als das ich dich in diesem Zustand alleine lasse.“
Leise antwortete Nora: „Danke“
Sie war froh so eine hilfsbereite Freundin wie Janina zu haben. Sie war immer die, die Nora vor den nervenden Typen beschützte, wenn diese sie mal wieder grundlos anbaggern wollten. Solch einen Freundschaftsdienst zeigte Janina aber auch nur bei Nora, bei anderen Freundinnen wr sie immer hilflos, wenn diese einmal mehr Probleme hatten. Auch das ist ein Zeichen ihrer besonderen, fast geschwisterlichen Bindung.
Man könnte auch äußerlich fast sagen, dass die beiden vierzehn jährigen Mädchen Schwestern wären. Janina hat ebenfalls lange, blonde Haare, wobei ihre bis zur Taille gingen und nicht glatt, sondern lockig waren. Sie war etwa 1.78 Meter groß und hatte eine glatte Stirn. Sie besaß wasserblaue Augen und einen schmalen Mund. Meistens war sie gut gelaunt und Probleme bedrohten sie selten, jedoch wenn doch welche kamen, dann waren sie zumeist so verzwickt, dass sie am Boden zerstört war.
Die beiden Mädchen verließen nun den Tennisplatz und gingen in die Umkleidekabine. Dort zogen sie sich um und duschten. Still liefen sie beim Heimweg an dem Strandweg entlang. Die Mittagssonne knallte nun direkt auf die Stadt und das Meer. Es war bestimmt um die 35° heiß und Nora war nun so schlau und verstaute ihren Pullover in die letzten Winkel ihrer Tasche. Als sie an der Bank ankamen, an der sie bis vor kurzem noch dieses Schwindelgefühl hatte, hielt sie kurz inne. Sie schaute zum Meer und fragte sich, wer ihr aus den Wellen zugerufen hatte. Doch Janina brachte sie dazu, weiterzugehen, sodass Nora die Bank und das Meer hinter sich ließ. Nur die Erinnerungen an das Schwindelgefühl und den Ruf blieben zurück.


Kapitel 3: Mysteriöses Verschwinden


Der restliche Tag verlief für Nora eher ruhig. Bereits knapp zwei Wochen sind seit dem Ferienbeginn vergangen, sie hatte also noch ganze vier Wochen ruhe vor der Schule. Zum frühen Nachmittag war sie wieder zu Hause und machte sich selbst eine Pizza im Ofen heiß. Ihr Vater kam immer erst gegen Abend wieder, weswegen sie eine lange Zeit allein zuhause war. Nachdem sie gegessen hatte ging sie unter die Dusche und danach las sie an ihrem Kriminal-Roman „Kaycario – Die Gildenintrige“ weiter. Krimis waren das, was sie am Meisten an Literatur verschlang. Zwei ganze Regale hatte sie voll mit Werken von Sir André McHarden, davon die meisten aus der Inspektor Morisson Reihe, weitere von Wolfgang Petersen mit Büchern wie „Azteken Schock“ oder „Tod durch Verfall“ oder anderen Autoren wie Jon Hibert, Marianne Ritter und Jens Gutsdorf. Sie las aber generell viel, weswegen Bestseller-Romane aus anderen Genres nicht fehlen durften.
Nach einer knappen halben Stunde ließ ihre Kondition jedoch wieder nach und sie spielte zu Abwechslung an ihrer Playstation. Dort verzweifelte sie aber wie so häufig an dem letzten Endgegner im Spiel „Final Three“ und ging somit genervt an den PC.
So verlief ihr ganzer Tag, sie beendete häufig das, was sie grade machte nach kurzer Zeit und fing dann mit einer anderen Beschäftigung an.
Ferien konnten doch ganz schön langweilig sein, dachte sie sich. Zu ihrem Glück hatte eine ihrer Freundinnen am nächsten Tag Geburtstag, sodass der Nachmittag nicht ganz so langweilig verlaufen würde. Am Abend kam ihr Vater endlich wieder nach Hause. In ihm sah sie einen guten Gesprächspartner und zugleich einen geeigneten Zeitvertreib. Es kam ihr vor, als wenn sie stundenlang quatschen würden, obwohl es insgesamt nur 120 Minuten waren. Immer wieder fanden sie neue Gesprächsthemen, nur selten ließen sie voneinander ab. Dies waren immer die schönsten Momente für Nora, da sie ihren Vater aufgrund seiner langen Arbeitszeit seltener zu Gesicht bekam, als andere Mädchen ihres Alters. Und das, obwohl ihre Mutter starb, als sie erst sieben Jahre alt gewesen war. Ihr halbes Leben verbrachte sie ohne eine weibliche Person, die täglich an ihrer Seite war. Genau deswegen war es ihr auch so wichtig, dass sie nie völlig alleine war, sondern immer noch Freunde hatte, die bei ihr waren. Pokémon, die bei Familien zuhause lebten waren nicht Sitte in ihrer Region und Haustiere hatte sie aufgrund der Katzenhaar-Allergie ihres Vaters ebenfalls nicht.
Erst als Nora müde wurde hörten Vater und Tochter auf, mit einander zu reden. Soviel die beiden auch von ihrem Tag und Noras bisherigem Ferien erzählten, so behielt sie das Schwindelgefühl jedoch für sich. Sie wollte ihrem Vater zum einen keine unnötige Angst machen und zum anderen selbst alles vergessen. Sie wusste, dass sie sich viel zu viele Sorgen darum machte. Also ging sie rechtzeitig ins Bett, um den nächsten Morgen noch genießen zu können. Viel lag ihr nicht am lange aufbleiben, weshalb sie auch früh in einen friedlichen Schlaf geführt wurde.

„…auch diesen Weheg gehen wirst,
dann bleiben wir zusammen,
komm mit mir bis an den Horizont,
und alle werden sehen, dass wir auch lieben können.

Die bisherige Zeit war schweher,
doch dies ist jetzt überstanden,
ich fand dich…“


Der seelenruhige Schlaf von Nora wurde geweckt. Sie hatte den Wecker extra vier Minuten später als sonst immer klingeln lassen, um so die Nachrichten nicht hören zu müssen. Und anscheinend klappte es auch, denn als sie noch im Halbschlaf die leuchtend grüne Uhrzeit erblickte stellte sie fest, dass sie genau um 9:05 aufgewacht ist. Sie schloss jedoch wieder ihre vom Schlaf befallenen Augen um weiter dem schönen R’n’B Song vom Duett „Harleana“ und „James Thunder“ lauschen zu können.

„…doch es benötigt keine Zeit zum Abschied,
denn es ist noch lange nicht soweit.

Und wenn du auch diesen Wegheg gehen wirst,
dann bleiben wir zusahahamm,
komm mit mir BIS an den Horizont,
und alle werden sehen, dass wir auch lieben können.“


Mit einem Gitarrensolo wurde das Stück beendet und der geistreiche Moderator John Tessy erfasste wieder das Wort:

„John: Das war der neue und zugleich schöne Song von Harleana und James Thunder, hier bei Prince-Music. Die heutige Diskussion hier im Studio ist, ob man nach dem Klingeln sofort aufstehen, oder sich doch lieber noch einmal umdrehen sollte. Unsere Wetterfee Helena meint, dass man es sich doch noch einmal gemütlich machen sollte, während Martin und ich komplett dafür sind, direkt aufzustehen um das nervende Piepen des Weckers nicht mehr zu hören.“

Martin: Helena hat einfach keine Ahnung. Wenn man sich noch einmal umdreht, dann vergisst man zu schnell die Zeit und sowas.

John: Stimmt Martin!

Helena: Hallo? Ihr müsst nicht wieder einen auf Macho machen, nur weil ich es mir gerne noch einmal gemütlich mache.

John: Nun gut, deine Meinung ist sowieso immer seltsam Helena. Also liebe Zuhörer. Mailt uns eure Meinung oder ruft für 10 Cent ins Festnetzt an, mobil kostet es mehr. So, Anja Möller aus Haven-City hat uns zum Beispiel geschrieben: „Ich kann gar nicht verstehen, was ihr beiden Männer so toll am direkten Aufstehen findet. In der Nacht hat man es zwar gemütlich, aber dennoch merkt man davon wenig. Deswegen sollte man meiner Meinung nach den Tag gemütlich beginnen.“

Helena: Da siehst du, ich hab es doch gesagt, dass es gemütlicher einfach besser in den Tag geht.

John: Ach was, das ist doch alles nicht wahr. Siehst du nicht wie fit wir sind?“


Die Diskussion ging mit einem Anruf von einem 21-Jährigen Bauernknaben und weiterem Rumgezanke der Moderatoren weiter. Irgendwie mochte sie unter diesen nur den scheinbar netten Martin, der immer die Verkehrsmeldungen verkündete. Die anderen waren entweder zu eingebildet, oder auf irgendeine andere Weise nervig. Und obwohl Nora es kaum glauben mag, in den letzten zwei Jahren Radio Begleitung hat sie doch alle in ihr Herz eingeschlossen. Sie hatte sich auch schon überlegt, ob sie vielleicht bei dieser Diskussion anrufen sollte, warf den Gedanken jedoch sofort wieder weg, da sie ihrer Meinung nach sowieso nicht durchkommen würde.
Nachdem der Radiosender die Diskussion für kurze Zeit gestoppt hatte um mit ihrem zentrales Programm, bestehend aus den Verkehrsnachrichten und den Wetter-Infos, weiterzumachen, spielten sie einen Rock-Song und einen langweiligen Pop-Song. Da Nora auf beide Lieder keine Lust hatte, ging sie ins Bad, um sich fertig zu machen.
Sie machte sich für die Party an diesem Nachmittag frisch, schminkte sich etwas und kämmte sich ihre Haare. Sie kam heiter wieder zurück in ihr übertrieben aufgeräumtes Zimmer und schmiss sich genau in dem Moment, in dem die Nachrichten durchgesagt wurden, aufs Bett.

„9:30, hier kommen die Nachrichten aus aller Welt.
Erzelingen: Der neue Arenaleiter in der Stadt des Steins führt sein Amt seit heute morgen durch. Viele Trainer aus der Sinnoh-Region kommen nun, um einmal gegen Veits Nachfolger kämpfen zu können. ‚Ich bin glücklich, das ich nun Leiter einer Arena bin und somit tüchtigen Trainern Orden als Zeichen ihres Sieges geben kann. Die, die gegen mich gewinnen, haben es sich auf jeden Fall verdient‘, so der Arenaleiter namens Perl.
Calme-City: Auf mysteriöse Art und Weise sind weitere Kinder in der Stadt am Strand verschwunden. Die Polizei sucht immer noch nach Hinweisen. Detektive stehen vor einem Rätsel. Weder sind Spuren von einem Entführer erkennbar, noch soll ein Pokémon hinter all dem Stehen. Die Anzahl aller vermissten Kinder in der Stadt innerhalb der letzten zwei Tagen beträgt nun 11 Stück.“


Nora wurde wieder ganz mulmig zumute. Es machte ihr sichtlich Angst, dass dieses mysteriöse Verschwinden ausgerechnet in ihrer Stadt vonstatten ging. Sie erinnerte sich gleich wieder an den Schwindelanfahl und an den Ruf, bei dem sie starke Schmerzen empfand. Waren es vielleicht die Entführten Kinder, die nach ihr riefen? Sie versuchte wieder diesen Gedanken aus ihrem Gehirn zu verbannen, kam dann aber darauf, dass ihren Freundinnen etwas passiert sein konnte. Schnell schlug sie dieses schlimme Gefühl wieder weg, war aber immer noch geplagt von Angst und so seltsam es ihr auch vorkam, auch von ein bisschen Neugier.
Die restlichen Nachrichten wollte sie nicht mehr hören. Deshalb machte sie das Radio aus und zog sich schnell um. Sie musste feststellen, dass ihr Pullover vom gestrigen Tag noch ganz verschwitzt war und sie somit durch ihre vehemente Umziehlust, einen anderen anzog. Dieser passte ihrer Meinung nach auch zur Party, da er weder schlicht noch langweilig wirkte, sondern auffällig war. Den anderen legte sie vor ihr Bett, damit sie ihn am nächsten Tag mit all ihren anderen Sachen in die Waschmaschine stecken konnte.

Die Geburtstagsparty von Noras Freundin Melanie rückte immer näher. Nora schaute auf die Uhr und merkte, dass es bereits kurz nach drei Uhr war, in einer knappen Stunde begann die Party. Da sie nicht zu spät da sein wollte und sowieso nichts anderes mehr zutun hatte machte sie sich schon auf den Weg. Mit dem Fahrrad waren es nur 10 Minuten von Nora bis zu Melanie, zu Fuß ungefähr das Vierfache. Sie ging raus und schloss die Haustür hinter sich ab. Sofort fegte eine warme Sommerbrise über ihr Gesicht. Nora atmete mit Freude die frische Luft ein. Sonnenstrahlen funkelten durch ihre Haare, sodass sie hell im Tageslicht leuchteten.
Sie ging weiter zum dem Werkzeugschuppen hinter dem Haus, wo ihr Fahrrad stand. Als sie die Tür aufschloss und die alte, modrige Hüte betrat kam ihr gleich die stickige, qualheiße Luft in die Lungen. Sie sah ihr Fahrrad und erst in dem Moment erinnerte sie sich daran, dass dieses in der zweiten Ferienwoche von ihrem Vater repariert werden sollte. Die Räder waren zwar bereits abmontiert, der Rest war aber immer noch nicht dazu tauglich, dass sie sicher fuhr. Und ohne Räder lässt es sich auch bekanntlich schlecht fahren.
Deshalb schloss sie die Tür wieder hinter sich zu und marschierte zu Fuß zu Melanie. Es hatte schon was Gutes, dachte sie sich. So konnte sie friedlich das wunderschöne Sommerwetter genießen, ohne sich auf einem Fahrrad abzustrampeln. Und Zeit hatte sie sowieso noch genug.

Mit fröhlichem Gemüt ging Nora den Weg, der aus ihrer Straße führte. Sie bog zwei Straßen weiter und hörte schon gleich das Kreischen der Wingull. Um diese Tageszeit waren sogar schon Pelipper am Strand den sie nun erblickte. Das Wasser schien so friedlich wie nie. Keine großen Wellen schafften es zu den Sandburgen der kleinen Kinder und auch das liebliche Kuscheln von zwei Enton wurde nicht gestört. Es war so ziemlich der Ort, den Nora am meisten in ihrem Leben passierte, da er zum einen die direkte Verbindung zur Innenstadt und zum anderen ein schöner Platz zum Entspannen war. Und dennoch sah sie ihn selten so wunderschön, wie in diesem Moment. Sie ging den Weg an den Palmen entlang. Diese spendeten angenehm kühlen Schatten, obwohl die 30° Marke auch dort überschritten wurde.
Trotz all der Freude, die sie in diesem Moment spürte war ihr nach kurzer Zeit mulmig zumute. Am vorigen Tag hatte sie genau an diesem Ort einen Schwindelanfall bekommen und dies mag ihr nicht aus dem Kopf gehen. Sie schaute auf die Bank, auf der sie sich am gestrigen Tag ausgeruht hatte. Zwei Bänke müsste sie noch passieren um dort hinzukommen, jedoch war diese von einem kleinen, etwa sieben jährigen Jungen mit einer gelben Schirmmütze und einem Softeis in der rechten Hand besetzt.
Plötzlich hielt sie an. Sie wollte sich bewegen, war aber irgendwie verhindert, dies zu tun. Sie bekam es wieder einmal mit der Angst zu tun. Diesmal wurde ihr aber nicht schwindelig und sie hörte auch keine gespenstischen Rufe. Nur ihre Beine waren taub und unfähig, sich zu Bewegen. Sie schaute sich um, alles war normal: Kinder spielten am Strand, Eltern saßen glücklich daneben, Wingull kreisten über dem Meer und die Sonne lächelte auf die Stadt. Der einzige Unterschied war, dass Polizisten an jeder Ecke standen, was aber wohl mit dem mysteriösen Verschwinden der Kinder zu tun hatte.
Auf einmal löste sich der Druck von den Beinen und Nora konnte wieder gehen. Verwundert sah sie sich ihre Waden an. Sie lief ein paar Schritte und stellte fest, dass alles in Ordnung war. Verblüfft von ihrer vorigen Bewegungslosigkeit schaute sie skeptisch wieder nach vorne und ging ihren Weg fort. Irgendetwas war anders als zuvor, sie wusste aber nicht, was es war. Erst als sie zwei Bänke hinter sich ließ, fiel ihr auf, dass die dritte leer war. Vor weniger als zwei Minuten saß hier noch das kleine Kind mit der gelben Schirmmütze.
Sie schaute sich um. Es gab keine Spur von dem Jungen. Sie durchsuchte vorsichtshalber jeden Winkel vom Strand, fand jedoch nichts, was dem Kind ähnlich war. Auch in die anderen Richtungen suchte sie, letztendlich erfolglos. Soweit konnte es doch nicht gekommen sein, dachte sie. Doch sie lag falsch, das Kind war ganz weit von ihrem jetzigen Standpunkt entfernt, genauer gesagt, Welten davon entfernt. Ihre Gesichtszüge härteten sich und sie legte die Augenbrauen zu einer tiefen Falte zusammen, denn sie hegte keine Zweifel mehr: Das Kind mit der gelben Schirmmütze war verschwunden!


Kapitel 4: Ablenkungen


„Ey Melle, mach die Musik lauter.“, rief Patrick, ein Schulkollege von Nora zur Gastgeberin.
„Jaja, ich bin gleich soweit, chillt mal euer Leben“, antwortete Melanie gestresst darauf. Als sie erst mal die Getränke in den großen „5-Sterne-Kühlschrank“ gelegt hatte und die alten Flaschen in den Keller brachte, ging Klaas zum CD-Player und drehte am Volume Rad. Mit einer fast schon schmerzhaften Lautstärke dröhnte die Musik nun aus dem Lautsprecher. Dance hall- und Reggae-Musik, wie sie in jeder Disko vorzufinden ist, kam nun aus dem neuen, metallenen Apparat.
„Macht doch gleich so `nen Atzenshit an“, rief Dennis, der von seinen Freunden Kiwi genannt wurde, gelangweilt vom Sessel. Er selbst hört nur die härtesten Metal- und Rockbands aus den Vereinigten Staaten. Achmed, ein großgewachsener Junge tunesischer Abstammung rief darauf: „Ey Kiwi du Vollnuss, jetzt mach hier nicht ein auf Negativnase und feier mit. Willst ´n Bier?“ Daraufhin warf Achmed seinem Freund eine frisch gekühlte Flasche Bier aus der Kanto-Region zu. Kiwi nahm den Flaschenöffner vom Tisch und hob den Kronkorken. Mit einem kräftig gesprochenen ‚Prost‘ nahm er die Flasche an seine Lippen und nahm einen kräftigen Schluck.
Kurz darauf kam Janina mit einem Obstsalat in den Händen aus der Küche und bemerkte den Drang der Anwesenden, zu trinken: „Mensch Jungs, müsst ihr euch jetzt schon die Birne zu dröhnen. Wir sind nicht einmal vollzählig.“ Sie guckte einmal durch die ganze Wohnstube. Auf dem Sessel saß Kiwi, daneben auf dem Boden hockten Patrick und die Gastgeberin Melle, die sich bereits wieder in der Stube befand. Achmed und seine Freundin Jessica, die von allen nur Jey genannt wurde, saßen auf der anderen Seite des Eichenholztisches auf einer für zwei Leute platzspendenden Couch. Insgesamt waren sie sechs Personen, fehlten also noch zwei.
„Auf Nora und A-Check ist halt kein Verlass“, sagte Melle mit herunter gewinkelten Mundwinkeln, hochgestellten Augenbrauen und Achselzucken. Ein klares Zeichen für Desinteresse. „Na dann, Melle holst du bitte Schüsseln, ich weiß nicht wo die sind“, meinte Janina und stellte den Topf mit dem Salat auf den Tisch. Als für Schüsseln und Besteck gesorgt war und die Gastgeberin mit einem ‚Haut Rein‘ zum Essen anregte, bedienten sich die Gäste vergnügt am Obst und Bier.

Nora saß zusammengekrümmt auf der Parkbank an der Strandallee. Ihre Fäuste waren krampfhaft geballt und lagen auf ihrem Schoß. Schweißperlen rannen ihr über die Stirn und Sorgenfalten bildeten sich. Ihr Blick war leer, ihre Gedanken waren verschwommen.
Sie saß auf der Bank, da sie sich seit dem Vorfall um das Kind mit der gelben Schirmmütze nicht wohl fühlte. Bauchschmerzen plagten sie und immer wieder lief ihr ein kalter Schauer den Rücken runter. Sie konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, geschweige denn eine Erklärung für das Verschwinden finden.
Auf einmal setzte sich ein Mann mittleren Alters neben Nora auf die Bank. Er hatte einen müfligen Geruch, sie konnte ihn selbst bei der Entfernung einer halben Bank riechen. Neugierig und unauffällig schaute sie ihren Sitznachbarn an. Er trug einen Hut tief in sein Gesicht gezogen. Unter diesem ragten vereinzelte, braune Haarsträhnen hervor. In dem Schatten den der Hut warf befand sich sein Gesicht. Nora konnte weder seine Augenfarbe erkennen, noch überhaupt die Blickrichtung von diesen nachvollziehen. Jedoch war sie sich sicher, dass er auf seine Zeitung schaute, die auf seinem Schoß ausgebreitet war. Nebenbei rauchte er eine Zigarre, aus seinem Mund standen dabei seine gelben Zähne hervor. Ein Drei-Tage-Bart schmückte zudem noch sein Kinn und seine Wangen.
Seine Mode erinnerte Nora an einen typischen Landwirt. Er trug ein rotes, mit gelben Karos geziertes Hemd, über diesem war eine dunkelblaue Jeanslatzhose. Seine Schuhe waren braun und groß, vor allem die Absätze machten auf sich aufmerksam. Sie selbst hasste zwar Vorurteile, bei diesem Herrn glaubte sie aber definitiv, dass er auf einem Landwirtschaftlichen Betrieb tätig war.
Sie wandte sich wieder von dem Mann ab und schaute auf ihre Hände. Erst jetzt merkte sie, dass sie die Fäuste die ganze Zeit kräftig geballt hatte, weshalb sie den Druck etwas löste. Sie wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn und schaute in Richtung des Meeres. Eine gewisse Angst machte sich breit, eine Angst die sie nicht in Worte fassen konnte.
Plötzlich riss der fremde Mann Nora aus den Gedanken: „Wartest du auf deinen Freund, Mädel? Oder warum sitzt du hier so trüb rum?“
Nora drehte ihren Kopf in die Richtung des Mannes ohne ein Wort zu sagen. Er hatte seine Zeitung mittlerweile zur Seite gelegt und schaute sie nun mit großen, warmen Augen an. Seine Zigarre wechselte noch einmal den Mundwinkel bevor er sagte: „Ach, schüchtern bist du auch noch. Na dann! Weißt du, ich hab mich früher auch immer auf eine Parkbank gesetzt wenn ich nachdenken wollte. Das Meer, der Himmel, aber auch die herumtollenden Pokemon haben mich immer wieder fasziniert. Selbst in den schlimmsten Tagen, wenn sich meine Eltern wieder gestritten hatten, wurde ich an diesem Ort wieder glücklich. Ich bin der Meinung das Meer hat eine sanfte, beruhigende Atmosphäre. Es ist wie ein guter Freund, dem man alles sagen kann….“
Nora hörte dem Mann zu um sich abzulenken. Er redete weiter über seine Kindheit und diesen Strand. Er fand Worte, die sie einerseits entkrampften, sie andererseits aber auch interessierten. Erst als Nora aus der Ferne ihren Namen hörte, wandte sie ihre Ohren von den Geschichten des Mannes ab.
„Nora!“, schrie wieder jemand. Die Stimme war nun deutlich näher. Sie war wieder auf alles gefasst, jeden Muskel den sie kontrollieren konnte spannte sie an, von Kopf bis Fuß. Plötzlich spürte sie etwas auf ihrer Schulter und sie drehte sich ruckartig um. Ein Junge schaute ihr mit einem Lächeln direkt in die Augen. Nora erkannte ihn sofort und meinte: „Ach, du bist es A-Check.“
-„Was machst du denn hier auf der Parkbank, ich dachte du wolltest zu Melles Party? Komm lass uns keine Zeit verlieren, wir sind ohnehin schon spät dran.“, sagte der Junge aufgewühlt.
„Oh, dein Freund ist da“, sagte der Mann dazwischen und fügte mit einem freundlichen Lächeln hinzu: „Na dann viel Spaß! Und danke, dass du mir zugehört hast, Mädel.“
Nora verabschiedete sich mit einem kurzen ‚gerne‘ und machte sich mit A-Check auf den Weg in Richtung Melanies Haus.

Um zu Melanie zu kommen musste man vom Strand durch die Stadt gehen. A-Check, dessen richtiger Name André war, und Nora gingen direkt durch die rege besuchte Stadt. Die Einkaufsstraße war zwar nicht grade groß, bot aber alles was man an so einem Ort wie Calme-City alles brauchte: Ein kleines Einkaufscenter, eine Drogerie, ein Kleidungsgeschäft, zwei Schuhgeschäfte und eine Marktpassage. Genau durch diese Passage mussten Nora und André gehen um zu Melanie zu kommen.
Während der Junge das Fahrrad neben sich herschob versuchte er, ein Gespräch zu beginnen: „Und, wie liefen die Ferien so für dich bisher, Nora?“
Nach einer kurzen Zeit antwortete das Mädchen: „Naja, ganz in Ordnung. Endlich haben wir Freizeit von Frau ‚Fatzi‘. Und Tennis kann ich nun auch fast jeden Tag spielen.“
-„Stimmt, du spielst ja Tennis. So häufig wie du auf dem Tennisplatz bist, willst du da nicht mal Profi werden?“, fragte André neugierig.
„Ach was, Tennisprofi.“, lachte Nora. „Ich werde Ärztin, das war doch immer mein Traum. Und nebenbei vielleicht noch Buchautoren und Model, je nachdem wie viel ich schaffe.“
Die beiden Freunde lachten und Nora konnte sich bei diesem Gespräch gut ablenken. Sie schaute ihren Freund an. Er war 15 Jahre alt und hatte rot-braune, kurze Haare. Seine Augenbrauen lagen dicht an seinen mandelbraunen Augen und sein Mund deutete ein Grinsen an. Seine Kleidung war eher unauffällig. Er trug eine schwarze Pullover-Jacke mit hochgekrempelten Ärmeln. Diese war offen und zeigte darunter ein türkises T-Shirt. Wie alle seine Sachen waren auch seine weißen Schuhe Markenklamotten. Vom Charakter her war A-Check sehr wertvoll für Nora. Er hatte immer ein offenes Ohr war aber auch häufig für jeden Spaß zu haben und machte gerne mal bei Krawall mit. Dennoch war er ein wichtiger Freund im Leben von Nora und sie war froh, dass er zu ihrer Clique gehörte.
Das Gespräch verlief fröhlich weiter, sodass die beiden schnell bei Melanie ankamen. Sie waren zwar schon eine Dreiviertelstunde zu spät, dennoch war Melanie froh, als sie die beiden an der Tür begrüßen durfte. Nun waren sie vollzählig und die Party konnte losgehen. An diesem Tag dachte Nora kein einziges Mal mehr an den Jungen, da sie mit ihren Freunden viel Wichtigeres zu besprechen hatte.


Kapitel 5: Seltsame Vorahnungen


Der Nacht brach langsam ein. Die Sonne ließ seine letzten Strahlen auf die Stadt Calme-City scheinen und brachte den Mond am Abendhimmel nun zum Leuchten. Das frohe umherirren der Leute in der Einkaufstraße wurde bereits vor einiger Zeit eingestellt, alle Läden bis auf das Spielcasino hatten bereits zu und nur die eine oder andere Straßenlaterne brachte genügend Licht. Der Asphalt schien im Schatten anstatt des sonstigen warmen orange grau und die Fassaden der Gebäude sahen ebenfalls abschreckend aus. Vom Glanz des Tages war nur noch wenig zu sehen, wie in jeder Nacht.
Doch inmitten dieser kalten Einkaufstraße gingen zwei heitere Jugendliche und unterhielten sich. Nora und André gingen langsamen Schrittes durch die Stadt, der Junge stützte sich dabei auf sein Fahrrad während das Mädchen sich leicht an ihn anlehnte. Zusammen sprachen sie über die Geschehnisse auf Melanies Party und fanden immer wieder neue Themen. Auf der Feier gab es zwar nicht so viel Alkohol, dass einer von beiden betrunken wurde, aber immerhin so viel, dass sie offen über alles reden konnten, was sie sonst für sich behalten hätten.
Nora schaute auf ihre Uhr und stellte fest, dass sie bereits eine halbe Stunde gelaufen waren. Es war mittlerweile kurz nach halb elf und die Sonne verschwand nun fast ganz hinter dem Horizont. Zwar erlaubte Noras Vater sogar, dass sie bis Mitternacht da sein durfte und alleine nach Hause gehen konnte, aber dennoch war es für sie ein seltsames Gefühl so spät noch draußen zu sein. Laut der Gesetzgebung durften Jugendliche unter 16 Jahren nicht mehr ohne Begleitung einer Aufsichtsperson draußen rumlungern. Und auch A-Check war grade mal 15 Jahre alt. Da jener bemerkte, das Nora eine Zeit lang auf ihre Uhr schaute sagte er: „Machst du dir darüber sorgen, dass es schon so spät ist?“
Überrascht das er scheinbar ihre Gedanken gelesen hatte antwortete sie: „Nein… also Ja. Ich war noch nie so spät draußen und…“
-„Ach mach dir nichts draus, selbst wenn die Polizei kommen würde haben wir keine Probleme“, unterbrach A-Check sie prompt. „Die Bullen gehen doch sowieso jedem Problem aus dem Weg, vor allem abends haben sie besseres zu tun. Außerdem ist es doch schön in dieser Nacht, zwar nicht das Antlitz der Stadt aber immerhin das Gefühl mit dir hier zu sein“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.
Anscheinend gar nicht von der Offenheit ihres Freundes überrascht antwortete Nora mit einem Grinsen: „Ja, da hast du recht. Vor allem unter dem klaren Sternhimmel ein schönes Gefühl.“
Die beiden Freunde gingen weiter in Richtung des Meeres. Sie verließen die Einkaufsstraße, liefen über die leeren Wege der Stadt und erreichten letztendlich eine Parkbank am Meer wo sie sich am Mittag getroffen haben.
Vorsichtig fragte André seine Freundin als sie an einer Palme am Sandweg stehen blieben: „Soll ich dich noch nach Hause bringen oder kommst du nun alleine klar?“
Ohne lange zu Überlegen antwortete das Mädchen: „Nein, du brauchst dir keine Sorgen machen. Ich komme schon alleine zurecht.“ Sie schaute A-Check in die Augen und fügte mit einem fröhlichem Lächeln hinzu: „Wir sehen uns dann die nächsten Tage.“
-„Alles klar, dann bis dann. Wir sehen uns.“ Er drehte sich um, stieg auf sein Fahrrad und fuhr los. Ein letztes Mal schaute er zum Winken zu ihr zurück und radelte daraufhin fort. Nun stand Nora alleine am Sandweg, eine leichte Meeresbrise strich ihr durch die Haare. Sie nahm sofort den Geruch von Salz war und hörte das Rauschen der Palmenblätter. Am Horizont des Meeres erstarben auch die letzten Strahlen der Sonne.
Ohne weiter zu Zögern machte sie sich auf den Weg nach Hause. Unmittelbar nachdem sie einen Fuß vor den Nächsten setzte erklang eine ihr bekannte Stimme: „Du darfst um diese Zeit nicht mehr hier sein.“
Nora fuhr herum. Auf der im Mondlicht grün scheinenden Parkbank saß ein Mann mit einem Hut und einer Zigarre in seinem linken Mundwinkel. Neben ihm lag zusammengefaltet die Morgenzeitung von diesem Tag. Sie war sich sicher, dass sie diese Person heute schon mal auf genau jener Bank gesehen hatte. Sie wollte auf die Aussage des Mannes antworten doch er fiel ihr ins Wort: „Mädel, es ist gefährlich hier am Strand herumzutollen. Sie sind da, ich spüre sie. Lauf schnell nach Hause und bleib da die nächsten Tage. Du solltest ohnehin schon um diese Zeit zuhause sein.“
Nora, die anscheinend keine Scheu hatte mit fremden Leuten zu diskutieren, ging das alles viel zu schnell. „Warte, warte… was wollen sie von mir?“
Der Mann, der ihre Unwissenheit registrierte schaute zu ihr hoch. Unter seinem pompösen Hut leuchteten seine faltigen Augen. Er antwortete betont langsam: „Mädel, du musst dich in Acht nehmen. Sie sind schon in der Stadt angekommen und suchen nach Leuten wie dir. Verschwinde von hier und von diesem Meer wenn du weiterleben möchtest. Der Ruf ist unberechenbar!“
Nora war vorerst total perplex. Sie stand regungslos vor der Parkbank und dem sitzenden Mann, den sie entsetzt anschaute. Sie wusste nicht was es war, aber irgendein Gefühl sagte ihr, dass diese Person die Wahrheit sagte. Ihre Sinne waren nun geschärft, auf eine seltsame Art und Weise nahm sie alles in ihrer Gegend war, hielt ihre Konzentration aber dennoch auf dem Mann. Sie spürte einen leichten Druck im Magen und auch durch ihre Brust zog ein Schmerz. Tausende Fragen kamen ihr in den Sinn, keine einzige von ihnen fand jedoch in dem Gewimmel von Gedanken Platz. Nur eine hatte an Bedeutung gewonnen, sodass sie diese daraufhin mit zynischem Unterton aussprach: „Wer sind sie?“
Selbst überrascht durch diese Frage setzte Nora ihr gewohnt nettes Lächeln als Alibi auf. Sie wusste nicht wie er reagieren würde und ballte ihre linke Hand krampfhaft zur Faust.
Die Augen des Mannes schienen sie förmlich zu durchbohren. Mit neutraler, tiefer Stimme sagte er: „Wer ich bin hilft dir nicht weiter. Ganz im Gegenteil, es würde dich nur noch mehr beängstigen. Du bist die Person, die ihr Leben selbst in der Hand hat. Ich versuche dich bloß zu warnen. Wenn du die Schreie der Vergeltung hörst musst du einfach nur rennen.“
Ohne ein weiteres Wort zu sagen wandte sich Nora von dem Mann ab. Sie selbst konnte nicht erkennen, was sie dazu trieb. Sie hatte nur dieses heitere Gefühl, dass sie das richtige Tat. Und dennoch, vor Fragen die in ihrem Kopf wuselten konnte sie sich nicht schützen – sie konnte diese aber ebenfalls nicht selbst beantworten. Nur der Mann konnte ihr anscheinend helfen, aber wie ein gleichpoliger Magnet lief sie von ihm weg.
Mit schnellerem Schritt ging sie nach Hause, von einem seltsamen und zugleich mulmigen Gefühl umgeben.


Kapitel 6: Angst!


Es war wie ein Schlag in die Magengegend. Ein tiefer Blick der sich langsam in die Seele fraß, eine schwere Last die auf dem Brustkorb nahezu unbeschreiblich schwer lag und die Luft im Kehlkopf schmerzend zuschnürte. Es war die pure Angst, die ein Schäfchen in der Nähe von nach Blut lechzenden Wölfen verspürte.
Nora lag in ihrem Zimmer förmlich zusammengekrümmt und mit schweißnassem Top bekleidet. Nicht die unendliche Sommerhitze, sondern die kalte, bittere Realität war der Grund für ihr Unwohlsein.
Im Zimmer herrschte eine bedrückende, fast schon unheimliche Stille. Der Radiowecker lag mitsamt Kabeln auf dem Boden. Die digitale Uhranzeige blickte rasend auf und ab, als wollte sie schnell vor irgendeiner finsteren Kreatur fliehen und ein großer Riss zierte das Display. Wäsche, die seit Tagen nur noch auf einen Haufen in der schattigen Ecke des Raumes geschmissen wurde, befand sich nur noch verstreut im gesamten Zimmer. Schubladen hatten ihre Verankerung zum Schreibtisch verloren und lagen nun auch ohne ersichtliches Prinzip auf dem Teppich. Grob gesehen könnte in dem Zimmer eine Bombe eingeschlagen sein, damit es so aussah. Und genau in der Mitte jenes Raumes stand das große, mit Kissen förmlich überquirlende Bett, als beschreibe es die Tiefe und Verbundenheit zum gesamten Leben, das in diesem Zimmer seine Welt fand.
Das einzige, was in diesem regungslosen Raum der ohrenbetäubenden Stille entgegensetzt, war das Herzklopfen von Nora. Ihre Augen waren zugekniffen, als wolle sie sich vor dem Anblick ihrer Welt verstecken. Ihre blonden Haare waren total zerzaust und ihre Halsschlagader so deutlich zu sehen wie nie zuvor. Ihr ganzer Körper war angespannt und doch zitterte er unaufhörlich. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt, sodass ihr Daumen schon weiß anlief. Hätte sie nicht jeglichen Sinn für physische Schmerzen in diesem Moment verloren, hätte sie die Anspannung sofort gelöst, um Krämpfe und Überanspruchung zu vermeiden. Allerdings war dieses Warnsignal in diesem Moment unter ihrem nervlich anspannenden psychischen Druck fast vollkommen ausgeschaltet.
Nach ein paar regungslosen Minuten hob Nora den Kopf aus ihrem zusammengedrückten Kissen. Ihr Gesicht war blass, ein kühler, nach Hilfe rufender Blick zierte ihre staubtrockenen Augen. Auf ihrer Stirn waren Abdrücke von tiefen Denkfalten zu sehen, ihre Lippen waren zusammengepresst um den Schall ihres vor kurzem ausgebrochenen Schreis nicht noch länger vor ihrem Mund kreisen zu lassen.
Langsam löste sie die Anspannung, sodass ihre Muskeln und Knochen förmlich schwerelos neben ihr lagen. Sie schüttelte ihren Kopf, sodass die Haare wieder in einigermaßen glatten Strähnen auf ihren Schultern lagen. Auch die Halsschlagader zog sich zurück an ihren ruhigen Platz unter der Haut. Nachdem sie ihre Farbe im Gesicht wiederbekommen hatte stand der psychische Druck nur noch in ihren Augen, von denen er nicht loslassen konnte. Als sie ihren ganzen Körper erhob und auf das vor ihr liegende Chaos schaute musste sie abermals schlucken. Es war ein entsetzlicher Anblick angesichts der Tatsache, dass sie nichtsahnend einfach in ihr Zimmer ging um den bis dahin erfreulichen Tag noch mal Revue passieren zu lassen. Doch beim Öffnen der Tür kam ihr wieder das Gefühl, das ihr schon vor ein paar Tagen Kummer bereitete. Sie wusste es, sie ist das Ziel von irgendjemandem.. oder war sie doch nur das Ziel von irgendetwas?

So wie das Zimmer nun vor ihr ruhte, wusste sie: Jemand war hier eingebrochen. Sie konnte sich nicht an irgendetwas erinnern, was sie dort aufbewahrt hatte und für Fremde oder auch Bekannte ein Grund zum Einbrechen war. Da sie ihrem Vater so ein Chaos ohne ersichtlichen Anlass nicht zutraute, musste dieses Werk von jemandem sein, der es gezielt auf sie abgesehen hat, der aber keinerlei Möglichkeiten hatte legal in dieses Haus einzugehen. Sie fand so scharf sie auch nachdachte keinen Grund für diese Tat, obwohl sie wusste, dass sie diesen in ihrer rechten Hand hielt. Sie öffnete die Faust, die sie noch immer leicht geballt hatte. In ihr kam ein zerknitterter, Din-A 5 großer Zettel zum Vorschein. Sie öffnete ihn erneut und las wieder und wieder die gleichen Worte, die ihr bis vor kurzem so zugesetzt hatten: „Die Schreie… Vergeltung! Renn! Oder der Meeresgott… Trauer!“
Der Text war in einer buchschönen, geraden Schrift verfasst, was den Inhalt nur noch paradoxer erscheinen lässt. Nora wusste, dieser Zettel hatte etwas mit den Worten des alten Mannes zu tun, den sie schon fast vergessen hatte angesichts der letzten, unproblematischen Tage. Alles was ihr zu dem Text einfiel war: Hilfe!


Als ihr Vater nach Hause kam und ihr Zimmer betrat, saß Nora mit dem Rücken zur Tür gewandt vor ihrem Schreibtisch und spielte Spiele an ihrem Computer. Es war wieder alles aufgeräumt, es gab keine Anzeichen für den wenige Stunden zuvor entdeckten Einbruch. Nur ihre Augen versteckte sie, um weiterhin ihre Probleme zu vertuschen. Ihr Vater merkte selbst nach der Verneinung auf die Frage, ob sie noch etwas essen wollte, nichts und verließ wieder den Raum. Nora hatte lange überlegt ob sie ihrem Vater das erzählen sollte, allerdings wurde anscheinend nichts Wichtiges gestohlen, sodass sie ihn damit nicht Belasten wollte. Sie wollte einfach nur allein diesen Schlag verkraften und hoffen, dass der Alptraum bald vorbei war.

Vor dem Schlafengehen putzte sie sich wie gewohnt die Zähne. Dabei fixierte sie ihren Blick nur auf den Spiegel und stellte entsetzt fest, dass ihre Augen noch immer Trauer und Angst zeigten. Sie versuchte an etwas Schönes zu denken, an den Nachmittag den sie an diesem Tag mit A-Check verbrachte oder an das erfolgreiche Tennismatch vor kurzem gegen Janina. Aber obwohl sie aus tiefstem Herzen lachen musste, ihr gelang es nicht die Angst zu verbergen. Auf dem Weg zum Bett schlugen die Worte vom Zettel wie ein Schlag mit dem Eisenring in ihren Kopf. Im Bett konnte sie nur an die schlimmen Ereignisse dieses Tages denken. Fragen, auf die keine Erklärung gefunden wurde, häuften sich. Was ist der Meeresgott? Warum sollte jemand bei ihr einbrechen? Warum hatte sie solche Angst? In dieser ruhigen Stunde kamen die Qualen wieder. Sie hatte einen Kloß im Hals brachte aber keine einzige Träne aus ihrem Augenlid hervor. Es war so, als würde die Furcht ihre Tränen versiegen. Sie lag nun reglos auf ihrem Bett und konnte nicht einschlafen. Sie konnte nicht einmal ihre Augen schließen, um die Angst endlich aus ihrem Gesicht weichen zu lassen.




Fortsetzung folgt


Viel Spaß beim Lesen und danke an alle Kritiker und vor allem an blond angel für den himmlisch guten Banner =)
Zuletzt geändert von N-Friend am 11.07.2009, 21:32, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Der Ruf der Meere

#528003 von N-Friend
27.06.2009, 22:12
Platzhalter

viel spaß beim Lesen ;)
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Re: Der Ruf der Meere

#528009 von Tialgo
27.06.2009, 22:18
Oh, hoffentlich stör' ich jetzt nicht die Platzhalterkette...^^'

Also, den Namen "Nora" find' ich erstmal spitze. Ich liebe diesen Namen und hab's auch schon immer getan :3
Insgesamt find' ich den Anfang der FF ziemlich detailliert beschrieben und informativ. Alles in allem könnte man sagen, dass das hier eine ziemlich gute FF wird. Natürlich wird man sich jetzt fragen, was das für ein Schwindelanfall war, hö?^^

So, keep on writing!
~ Tialgo
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Re: Der Ruf der Meere

#528163 von Beta
28.06.2009, 11:16
Zweiter! :1:

Den Anfang mit dem Radio finde ich schon mal genial gemacht; insgesamt enthält die ganze Geschichte so etwas, was einen fast schon zwingt, weiterzulesen.
Wie schon Tialgo sagte, sehr informativ und detailiert, gute Beschreibungen:
ð Dein Schreibstil gefällt mir insgesamt recht gut.

Manchmal bist du nicht ganz im Präteritum geblieben, ich denke, dass es Absicht war; mir gefällt es aber noch nicht so ganz.

N-Friend hat geschrieben:Von ihrer Unterwäsche bis zu ihrer Pullover-Jacke hat sie alle Sachen ausgetauscht.

Ihr Selbstwertgefühl senkt sich und sie versucht mit aller Kraft die Personen wieder zum Lachen zu bringen. Dies ist auch ein Grund, warum sie sich so viele Sorgen um die verschwundenen Kinder machte. Sie ist auch sehr nachtragend, wenn jemand einem ihrer Freunde etwas angetan hat, dann ist sie selbst nach Entschuldigungen noch wütend.

Und obwohl sie manchmal unglücklich ist, so scheint ihr Lebenswille darunter nicht zu leiden. Nur wenige Personen sind so glücklich mit ihrem Leben, wie Nora.


Und auch ein paar Zeichensetzungsfehler sind mir aufgefallen:
N-Friend hat geschrieben:Wenn jemand trauerte fühlte sie mit und auch das Leid von Pokémon spürte sie.
Zwischen trauerte und fühlte kommt ein Komma. ;)

Calme-City, das war die Stadt wo sie lebte.
Zwischen Stadt und wo ;)

Nora hatte Sommerferien doch ihr Vater musste noch arbeiten, weswegen sie nun allein zu Hause war.
Zwischen Sommerferien und doch.


Dann habe ich noch ein paar inhaltliche Fragen bzw. Anmerkungen:
Gilt dieses Radio für Kanto, Johto, Hoenn und Sinnoh?
Und was sind Calme City und Celtebry City? Müssen ja wohl erfundene Städte sein, aber gehören sie auch zu einer selbst erfundenen Region?

Also:
Inhaltlich: 78%
Grammatisch: 66%
Stil: 84 %

ð Gesamteindruck: 7.7/ 10 Punkten
Zuletzt geändert von Beta am 29.06.2009, 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Ruf der Meere

#528296 von ShinyBlue
28.06.2009, 13:29
teddiursa1 hat geschrieben:Zweiter! :1:



Dritter! :1: =D

Und ich merke Mal wieder, was für eine Ehre es doch ist, mit dir die Feuerreiter schreiben zu dürfen. Du bist einfach nur ein Genie, schreibst auf ganz hohem Niveau - es gibt nicht viele, die dir in diesem Board das Wasser reichen können. Natürlich, es gibt sie, aber die kann man sicherlich an einer, maximal zwei Händen abzählen.
Jetzt aber zur Story. Der Einstieg mit dem Radio kam mir irgendwie bekannt vor. Ich hatte so etwas schon einmal gelesen, allerdings in einer Geschichte, die mehr grauen- als fabelhaft war. Und du hast das so circa 300 mal besser hinbekommen als der Typ, bei dem ich das gelesen hab o.O Das klingt nicht nur gut, sondern auch verdammt realistisch... Du hörst entweder viel Radio, oder du bist ein Naturtalent xD (btw. gibts bei uns in SH einen Radiosender namens Radio NORA... xD)
Der Name Nora will mir allerdings nicht so gefallen, ich mag den irgendwie nicht... Aber das ist Geschmackssache, an meinem Geschmack leider vorbei. Stört aber nicht weiter.
Der Name Markus als Vater gefällt mir aber umso besser xD Erinnert wie irgendwie an unseren rübenroten Autor mit der 95...
Rechtschreibfehler sowie Zeichensetzungsfehler sind vorhanden, stören aber kaum. Tempusfehler schon eher... Naja, daran musst du vllt. noch ein bisschen arbeiten. Aber das ist ja jetzt auch nichts weltbewegendes.
Die Story hast du bis hierhin sehr schön und anschaulich erzählt, man merkt, dass du ein ziemlich erfahrener FF-Schreiber bist. Ich bin ja Fan von deinem Schreibstil - das hat sich auch hiermit nicht geändert, im Gegenteil :)
Mir gefällt deine Geschichte wirklich sehr, und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Btw.: ð Gesamteindruck: 8.5/ 10 Punkten ;)

MfG
Blue
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Re: Der Ruf der Meere

#528740 von N-Friend
28.06.2009, 22:19
Vielen Dank für die zahlreichen kommentare und die hilfreiche Kritik. Wie ich es mir vornahm hab ich heute auch das zweite Kapitel geschafft also wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und Kommentare schreiben (ja, auch das macht sehr viel spaß :lol: )

@Teddiursa - ausgebessert

Und ja, es ist ein Radio für Kanto, Sinnoh, Hoenn, Johto und dieser eigenen Welt, in der Pokémonwelt gibt es nicht so viele störungen, weswegen die Signale weiter reichen, als bei uns. Außerdem ist die technologie bei ihnen weiter (zumindest in meiner FF ^.^)
Der Ort, wo meine FF spielt ist zwar in der Pokemon Welt, jedoch in einer fiktiven Region

Nein, nur die Nachrichten erzählen aus aller Welt, also auch über Sinnoh, Kanto etc. Der Empfang ist dagegen nur in der fiktiven Region enthalten.
Zuletzt geändert von N-Friend am 02.07.2009, 22:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Ruf der Meere

#528989 von ShinyBlue
29.06.2009, 15:07
o.O Mit den Namen hast dus irgendwie... xD Alexander passt auf seltsame Art und Weise zum Namen Nora, allerdings gefallen mir beide Namen nicht wirklich :lol:
So, ich werde diesmal einen kurzen Beitrag schreiben.
Und zwar aufgrund der Tatsache, dass ich nur die Kritikpunkte auflisten werde:
- Zwei (!) Tempusfehler, evtl. mehr, aber mir ist nur der Satz "Er möchte doch nur Freundschaft mit ihr schließen, doch seine Gefühle sind eine feste Blockade." aufgefallen.
- Zum Schluss hat deine Konzentration ein wenig gelitten. Es heißt "an den Ruf". Stört nicht weiter, ist mir nur grad aufgefallen.
- Ein paar Kommata zu viel...
- Eine hohe Stirn ist ein Zeichen für Haarausfall, nicht für Intelligenz.
- Lebenswille sinkt!? Eher Lebenslust... Ansonsten wärs nicht mehr weit zum Selbstmord.

Ansonsten ist das Kapitel mal wieder hervorragend, unser Tennis-Pro N-Friend hat wieder zugeschlagen =D Ich mag deine Story abgesehen von den Namen der Protagonisten (xD) wirklich sehr, ich freue mich schon auf die Fortsetung (der RSF war ein Hinweis ;) ).

MfG
Dein Fanclub-Vorsitzender
Blue
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Re: Der Ruf der Meere

#530852 von N-Friend
02.07.2009, 22:31
So danke Blue, für den Kommentar, aber ich hoffe auf noch mehr, sonst kann ich mich nicht verbessern ;-)

So, das dritte Kapitel ist nun fertig und die Anfangsoffensive beendet (keine Angst, ich schreibe natürlich weiter)
Dieses Kapitel ist mit 2000 Wörtern doch recht lang geworden und das, obwohl der Teil, den ich eigentlich dafür geplant hatte, noch nicht mal vor kam x_X (das passiert, wenn man in schreibekstase ist)

Doch dieses Kapiel beinhaltet eine verdammt sinnlose Diskussion, seltsame Namen (nicht solche wie Nora oder Alexander) von Musikern oder Autoren und auch wieder einem FF- Insider.
Auch ein Teil eines Liedes (was ich in 5 Minuten kurz erfunden habe) ist mit enthalten, also wünsche ich euch viel Spaß, beim lesen von kapitel drei ;-)
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Re: Der Ruf der Meere

#532373 von ShinyBlue
05.07.2009, 19:11
So, der Meisterautor und seine neue FF... Tjaja, das sieht ja aus, als ob da was Großes draus wird =)
Am Insider müsste ich btw. mal weiterschreiben xD
Jap, mir gefällt das neue Kapitel wirklich sehr gut. Vor allem der spannungsgeladene Schluss, natürlich wird an der spannendsten Stelle aufgehört - das mach ich eig. auch gerne mal, aber bei anderen Leuten hass ich das, weil ich da nicht weiß, wies weitergeht... Das will ich aber unbedingt wissen x_X
Vllt. ist deine FF ein wenig radiolastig xD Aber mich stört das nicht weiter, Story und Schreibstil sind ja schonmal tiptop.
Ich freu mich wirklich schon auf die Fortsetzung =D

MfG
Blue
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Re: Der Ruf der Meere

#534493 von Markus95
10.07.2009, 09:02
So denn :D *Viiel Senf bereitstell*

Die Idee gefällt mir erstmal, wobei auch hier wieder ein bekanntes Motiv verwendet wird, das Motiv eines Halbwaisen. Das ist in vielen Geschichten so, aber na ja -
An sich ist die Idee wohl aber (wie gesagt) ganz hübsch, auch wenn ich schon eine starke Ahnung hab, wer die Kinder entführt haben könnte ...
Was das Radio angeht, eigentlich eine hübsche Sache, auch wenn die Geschichte vielleicht - wie Blue schon sagte - etwas sehr radiolastig ist. Wenn das Radio aber in vielen Kapiteln wiederkehrt, sozusagen als Morgenroutine, ist das aber nicht schlecht (nochmehr Radio hebt paradoxerweise die Radiolastigkeit auf!). Die Diskussion über das Weiterschlafen nach dem Weckerklingeln ist ja sehr sinnvoll xD

So, was deine Charaktere angeht, imo hast du dir bei der Beschreibung viel Mühe gegeben - aber nun erstmal, was mir erstmal weniger gefällt
Sie war neben ihrer Schönheit auch intelligent, nett, selbstbewusst, aber auch immer da, wenn man sie brauchte. Zuerst sollten die anderen glücklich sein, dann sie, so hieß zumindest ihr Motto.

So viele positive Eigenschaften? Beschreib lieber auch noch mehr Schwächen und stell nicht einfach so in den Raum, das sie intelligent oder so ist. Umschreib es, werde detaillierter: "Sie dachte sehr viel nach, sie fand, dass sie manchmal sogar zu viel nachdachte. Weil sie so oft grübelte, machte sie sich ständig Sorgen und konnte nachts oft nicht einschlafen." (Random-Beispiel, wie sowas aussehen sollte.)
Und ihre Freundin ist anscheinend genauso toll wie sie =/
Was mir aber bei deinen Beschreibungen gefällt und was du auch weiterhin machen solltest, sind relativ einzigartige Eigenschaften (die du dann auch in der Richtung beschrieben hattest, wie ich oben vorgeschlagen habe).

Nun noch mein vielleicht größter Kritikpunkt: Der Ausdruck. Irgendwie gefällt der mir nicht so richtig. Im Gegensatz zu Blues Ausdrucksweise, beschreibst du irgendwie unzusammenhängend...


"Die restlichen Nachrichten wollte sie nicht mehr hören, sodass sie das Radio ausmachte und sich umzog. Sie musste feststellen, dass ihr Pullover vom gestrigen Tag noch ganz verschwitzt war und sie somit durch ihre vehemente Umziehlust, einen anderen anzog."

Das geht hier irgendwie auch zu schnell. Bau die Begründungen, irgendwie klingt das blöd so. "Und somit", vermeiden, das klingt imo immer blöd, so dass find ich an dieser Stelle ebenfalls nicht schön. Irgendwie klingt das so "leirig" (Dadada-dadada-taffateffe-taffateffe, wie bei einer Polka, oder so xD "Und dann machte sie das, weil das so war. Sie sah ein xy, weswegen sie sich einen Spiegel kaufte. Weil das so war, machte sie das so. Und dann machte sie das, aus diesem Grund"). Pack sowas lieber in mehrere Sätze und nutze ein "deswegen".
So, nun weiterhin, was den Ausdruck angeht. Hier fällt mir wieder das wort "abgedroschen" ein, was ich bei dieser Kritik erneut verwenden werde o_o
Diesmal ziehe ich auf deine Wendungen ab. Wendungen, Feststellungen und Wortspiele in einer Fanfiction - seitens des Erzählers (in Dialogen kann sowas verwendet werden)- sind mit Vorsicht zu nutzen, imo. Kann sein, dass das manche Leser anders sehen, aber ich sehs halt so.
Einige Beispiele:
Die Sonne strahlte ohne den Einfluss von Wolken auf die Erde.

Na ja, wenn das sachlich oder anspruchsvoll klingen soll - ne, es ist mir zu physikerphrasenhaft. Schreibe lieber, dass am Himmel keine einzige Wolke zu sehen ist. Schreibe aber nicht "Es war kein Wölkchen am Himmel" - das ist schon wieder so eine Phrase.
Sie erinnerte sich gleich wieder an den Schwindelanfahl und an den Ruf, der vor Schmerz nur so strotze.

Vor Schmerz strotzen? Ich kenne "vor Kraft strotzen", also, lieber eine andere Umschreibung; das ist so gekünstelt, imo.

Außerdem:
Immer wieder fanden sie neue Gesprächsthemen, ihnen blieb nur selten eine Verschnaufpause.

Dieser passte auch super zur Party, da er alles andere als schlicht war und eher das Bad-Girl in ihr zeigte.

Diese beiden Beispiele sollen dir sagen: Umgangssprachliche Wendungen sollten nicht rein (außer natürlich in Dialogen ;)). Beschränke dich als Erzähler auf sachliche Ausdrücke. Ersetze Feststellungen durch Beschreibungen.

dass es bereits 15:05 war. Um 16:00 begann die Party

Zu exakt. An dieser Stelle solltest du das ausnahmsweise mal umgangssprachlicher ausdrücken. Sag lieber "... dass es schon kurz nach um drei war. Sie hatte also nur noch eine dreiviertel Stunde bis zum Beginn der Party."

Dann hast du noch einige Zeitfehler und es fehlen etliche Kommas. Zeitfehler sind eigentlich immer störend ;)

Was den Ausdruck angeht - überarbeite das nochmal. Du solltest da nochmal ein bisschen dran feilen ;)
Übrigens ist beim Ausdruck meine Rübenrote FF wohl auch nicht 100%ig toll. Ich überarbeite ständig, wie man sehen kann :P

Nun ja, sehr pingelig und etliche Feinheiten erwähnt, tja :P
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Re: Der Ruf der Meere

#535107 von Haidjer
11.07.2009, 16:46
Abgesehen von diesen, von meinen Vorrednern schon mehr als nur präzise genannten und aus meiner Sicht eher unwichtigen Fehlern, gehört der Anfang dieser Fanfiction zu dem seit langer Zeit besten hier drin. Du baust Spannung auf, hast interessante und vor allem authentische Charaktere geschaffen und schaffst es spielend, weder zu wenig noch zu viel zu verraten.
Im Großen und Ganzen nicht das Werk eines Bestsellerautors, aber ich glaube, dass nur die Allerwenigsten in diesem Forum es, wenn überhaupt, überzeugender hinbekommen würden.
Gute Arbeit, ich freue mich auf die Fortsetzung^^
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Re: Der Ruf der Meere

#604401 von N-Friend
29.12.2009, 01:45
So, lange hat es zwar gedauert aber nun ist es endlich da: Kapitel 4!
Das Kapitel ist mit gut 1400 Wörter gut dabei, auch wenn nicht sehr viel passiert. Dennoch wünsche ich euch viel SPaß beim Lesen und danke für die bereits erhaltende Kritik ;D

Btw findet ihr nun ein Inhaltsverzeichnis, so verlauft ihr euch hoffentlich nicht in diesem Thema ;D

gl&hf N-Friend
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Re: Der Ruf der Meere

#604403 von Mister Stolloss
29.12.2009, 01:54
Nach einer kurzen Zeit antwortete das Mädchen:

Irgendwie klingt das unschön, aber da mir nichts besseres einfällt, mache ich dir mal keine Vorwürfe :D Das neue Kapitel ist interessant, auch wenn nicht viel passiert, aber mich stören ganz klar die Beschreibungen! Sie wirken mir ein wenig krampfhaft und aufgezwungen nur um über 1200 Wörter zu kommen. Kann aber auch sein, weil ich halt im Chat dabei war. Alles in allem: Gj



P.S: Ich bin leider nur noch ehemaliger Fanart Bereichsassistent ;)
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Re: Der Ruf der Meere

#604498 von ShinyBlue
29.12.2009, 14:18
So, Meister N-Friend, jetzt muss ich doch tatsächlich mal Kritiker spielen...
Versteh mich nicht falsch, das Kapitel ist wirklich ganz gut geworden, aber ich bin heute so diabolisch drauf. Also zähle ich Erbsen.
Der Anfang mit der Party kommt mir irgendwie gewollt prollig rüber (xD), was nicht unbedingt schlecht, aber nicht wirklich mein Fall ist. Alles in allem trotzdem k, nur:

Auf dem Sessel saß Kiwi, daneben auf dem Boden hockten Patrick und die Gastgeberin Melle, die bereits wieder in der Stube.


Satz nicht zuende gebracht, Flüchtigkeitsfehler ;)


...ging das Mahl mit Obst und Bier los.


Mahl klingt in dem Zusammenhang mit Obst und Bier irgendwie... Naja xD Ein wenig unpassend :P

Er hatte ein strenges Aroma


Wieder so ein Ausdruck, der mir nicht ganz gefällt, in dem Kontext. Ne Kuh von hinten hat ein strenges Aroma. Der Mann riecht vielleicht muffig, aber so schlimm - auch Landwirte waschen sich... x)
15-Jahre


Ohne Bindestrich. Das gibts nur bei einem 15-jährigen Jubiläum.

Dennoch war er ein wichtiger Freund im Leben von Nora und sie ist froh, dass er zu ihrer Clique gehörte.


Ins Präsens abgedriftet.

So, da habe ich ganz schön viele Korinthen gekackt. Also, ich hab mir Mühe gegeben, Fehler zu finden, hiaghiaghiag. Aber trotzdem hast du wieder ein sehr schönes Kapitel hingezaubert, bei dem man merkt, was für ein Könner du doch bist - grade zum Ende hin hast du dich nochmal gesteigert =) Ich denke, du weißt, wie klasse du schreiben kannst, ich erwähne es gerne noch ein paar Mal, aber ich denke, mit einem "Keep on writing!" ist es auch getan =D

Also, schreib weiter, pls.

MfG
dein sehr junger Padawan
Blue

P.S.: So ein Beitrag kommt einem viel länger vor, wenn man jede kleine Unstimmigkeit in ein Quote packt xD
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Re: Der Ruf der Meere

#607125 von Kirara
04.01.2010, 13:47
So, mein lieber N-Freund! Ich habe jetzt alle 4 kapitel in einem Zug duchgelesen und dafür...hmm, ja knapp 28 Minuten gebraucht (nein, ich stoppe nicht die Zeit). Also, wenn ich es lese will ich auch mal bewerten. Ich hab die Kommentare davor jetzt nicht auch noch gelesen, also, wenn was doppelt ist, stör dich nicht dran ;)

Der Anfang gefällt mir schon mal sehr gut. Die Radiosendung ist sehr einfallsreich und gut formuliert. Ich find es auch klassen, dass sie später ja nochmal aufgegriffen wird. Du beschreibst die "Aufwachphase" schön und realistisch und nicht nach dem Motto "Hurra, es ist Morgen, ich steh auf". Nora scheint ein richtiger Morgemuffel zu sein. x)
Den Namen Nora mag ich nicht besonders, das hat aber persöhnliche Gründe, davon lass ich mir deine FF nicht versauen...
Hmm, das mit den entführten Kinder zwischen 9 und 15..weil sie und ihre Klassenkamerden um die 14 sind schätz ich mal, dass später auch einer von denen verschleppt wird , ich darf ja mal vermuten, nicht ? :lol:
Die Hauptperson an sich beschreibst du gut, sie ist nicht nur perfekt, sondern hat auch ein paar Fehler und Schwächen. Man soll ja nicht übertreiben.

Sie zog ihren Pyjama aus und kleidete sich ganz frisch ein. Von ihrer Unterwäsche bis zu ihrer Pullover-Jacke hatte sie alle Sachen ausgetauscht. Jeden zweiten Tag wechselte sie ihre kompletten Sachen, sodass die Waschmaschine im Keller immer am Laufen war.


Ähhh....Ihh? Sie wechselt nur jeden 2. Tag ihre Sachen...? Das wird mit der Zeit doch ganz schön stinken, oder? Wenn sie Tennis spielt und am nächsten Tag die gleichen verschwitzten Socken anzieht...aber nun gut.

De Idee mit den Schreien und den Schwindelanfällen find ich gut, das Meer ruft....Titel passt ja dann gut. Wird sich wohl auf das bezogen haben. (ist klar, worauf auch sonst xd)


Noch ahnte sie nichts von der Gefahr, die sich unmittelbar in ihrer Nähe befand, doch schon bald wird sie das Elend des Rufes erkennen.


Das Elend des Rufes? Wohl eher den Ursprung, oder? So ein Schrei hört sich doch eigentlich nicht freudig an...aber egal, weiter im Text.

Das 2. Kapitel mit Alexander zu beginnen find ich eine gute Idee. Er wird wieder genau beschrieben, wie eigentlich alles bisher. Das mag ich an deinen FFs besonders.

Er lief mit der Wut auf sich selbst nach Hause, ohne zu wissen, dass seine Regungslosigkeit nicht seine eigene Schuld war.


Ich liebe solche indirekten Andeutungen, schön den Leser fesseln. Mag ich =) Wenn es nicht seine Schuld ist nehm ich mal an, dass es hier sowas wie übernatürliche Kräfte gibt, denn Megaklebstoff, der sich nach einer Zeit wieder löst, schließ ich mal einfach aus =P

Um zehn Uhr hatte sie eine Verabredung mit ihrer Freundin Janina auf dem Tennisplatz.

Ach, ja!Tennis, woher dass wohl kommt. Ok, es ist natürlich ein Vorteil, dass du schon selber Erfahrungen hast. Die besorgte Freundin Janina wird wieder sehr gut beschrieben, hab überhaupt nichts zu mäkeln.

Restlicher Tagesablauf gut geschildert. Eine Stelle..hmm Kondition ist doch Ausdauer oder? muss man beim lesen ausdauernd sein, ich weiß nicht so recht...Könnt auch richtig sein.

Nach einer knappen halben Stunde ließ ihre Kondition jedoch wieder nach und sie spielte zu Abwechslung an ihrer Playstation.


Eher Konzentration, oder? Kann aber auch richtig sein, fiel mir nur gerade so auf . :huh:
Die Koversation zwischen den Moderatoren beim radio ist auch lustig und die Musikstücke genau beschrieben, als ob du sie schonmal gehört hättest.

Mir fällt jetzt gerade eine Textstelle auf, die etwas komisch ist:

Nora atmete mit Freude die frische Luft ein. Sonnenstrahlen funkelten durch ihre Haare, sodass sie hell im Tageslicht leuchteten.


Sonnenstrahlen funkel durch etwas durch? Sie funkel doch eher auf die Haare herab, sodass si leuchten. MMn etwas unlogisch. Aber eigentlich auch nur eine Kleinigkeit, Ach, was bin ich heue wieder penibel :roll:

Dann wieder diese Bewegungslosigkeit. Danach wieder ein Zeichen dafür, dass es hier mysteriöse Kräfte gibt, weil der Junge ja einfach weg ist. Wieder so eine Andeutung, huuuh!

Mmmh, Party toll beschrieben (schon wieder!). Pubertierende Jugendliche, die sich besaufen x) Sehr realistisch.

Sprung zu zusammengekrümmter Nora auf Parkbank. Kommt richtig gut rüber, wie mies es ihr geht. Was dieser Landwirt soll weiß ich nicht wirklich. Und warum sie ihn so genau betrachtet, wenn es ihr eben noch schwer fiel sich zu konzentrieren...?
Naja, dann kommt A-Check (vllt mal erklären, warum er so genannt wird, oder hab ich das überlesen?) und die beiden gehen zur Party.

Noch mal ein bisschen was allgemeines:

Rechtschreibfehler find ich nur ne handvoll, die aber eigentlich nur flüchtigkeitsfehler seien können (zb. Schlug, aber im nächsten Satz wieder Schluck).
Tempusfehler sind dann schon mehr drin, da solltest du vllt mal drauf achten. Kommas fehlen auch ein paar,manchmal sind dann aber wieder ein paar zu viel. (Nein, dass gleicht sich dann nicht aus ! xD)
Du machst sehr viele genaue Zeitangaben. Vielleicht ein bisschen wager machen. Sie wird ja wohl nicht dauern d auf die Uhr schauen, oder?


Aber sonst...
Story find ich toll, mal was anderes! Es ist glaub ich die erste FanFiction, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Also, keep on writing :)
Freue mich auf die Fortsetzung.

*Lg, Kiri
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Re: Der Ruf der Meere

#620277 von N-Friend
03.02.2010, 22:21
Omg, unbelievable... ich habs wieder geschafft ein neues Kapitel zu schreiben =o Für menen Geschmack zwar zu kurz, aber dennoch wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen ;>
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Re: Der Ruf der Meere

#631565 von Kirara
07.03.2010, 21:50
Das nächst N-Freund Kapitel, bitte. Also, wie du schon gesagt hast ist es nicht das Längste. Aber wie sagt man so schön? In der Kürze liegt die Würze! Warum die Würze jetzt ausgerechnet in der Kürze liegt...ich hab keinen Schimmer, egal!
Viel passiert nicht grad im Kapitel ausser, dass dieser Typ da wieder ist. Und der redet dann auch noch wirres Zeug und das erhöht dann wieder die ganze Spannung. Und ich will jetzt weiterlesen :huh:
Das war so geplant, nicht?
Nein, ok im ernst (nimm das ernst nicht so ernst, ich kann nicht ernst sein :) ), du baust zum Schluss die Spannung schön auf und Noras Verwirrtheit kommt richtig gut rüber.
Ich mag diese Art, wie du beschreibst, die Gefühle, was in den Peronen vorgeht, das mag ich wirklich.
Aber wenn sie in der Stadt sind, wieso kommt der Ruf dann vom Meer? Das versteh ich nicht, aber wahrscheinlich soll das so sein, oder ich bin zu dumm....

Ich möchte jetzt weiterlesen, also keep on writing!

*LG, Kiri :winke:


Beifügung: Muhaha, ich kann Beiträge manipulieren. Bevor ich extra einen Post mache schreib ich es mal hierhin. In der Geschichte hab ich geschrieben "Die beiden Freunde gingen weiter in Richtung des Meeres. Sie verließen die Einkaufsstraße, liefen über die leeren Wege der Stadt und erreichten letztendlich eine Parkbank am Meer wo sie sich am Mittag getroffen haben.", das heißt sie sind dann am Meer. Und von da kommt ja immer der Ruf ;> Hoffe du verstehst und danke für den kommentar ~NF
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Re: Der Ruf der Meere

#632891 von ShinyBlue
12.03.2010, 21:09
NF, ich schulde dir ja noch einen Kommentar. Here we go. Wieder ein klasse Kapitel. Aber ich will mal Hülsenfrüchte zählen, da hab ich irgendwie grade total viel Lust drauf xD

Der Nacht brach langsam ein. Die Sonne ließ seine letzten Strahlen...


>>> Der Nacht und dem Sonne seine Strahlen? x) Zwei Genus-Fehler, seh ich sehr selten bei dir. Zudem rate ich anfangs zum "brach langsam herein", es ist zwar der Einbruch der Nacht, aber hereinbrechen hält mein Sprachgefühl für passender.

Das frohe umherirren der Leute in der Einkaufstraße wurde bereits vor einiger Zeit eingestellt.


>>> Umherirren gehört groß, das ist mir aber völlig wurscht, eigentlich. Mir missfällt ein wenig das "wurde eingestellt", das hört sich an, als ob die Leute gezwungen wurden, mit dem Umherirren aufzuhören =0

Und schließlich noch einige minimale Ausdrucksmängel (gleichpolige Magneten stoßen sich ab, laufen aber nicht voneinander weg, die Sonnenstrahlen, die ersterben, gehen so in Ordnung, allerdings leben die ja dann auch nicht wirklich, ich hätte sie eher verblassen lassen. Derartiges mehr habe ich auch noch gefunden, aber das ist dann wirklich belanglos und kommt zudem so negativ, schließlich bist du ein Guter und das ist alles Kritik auf sehr hohem Niveau.) gefunden.

Ich halte dich für selbstkritisch und selbstbewusst genug, um zu merken, dass die paar Unstimmigkeiten durchaus existent, aber recht unwichtig sind, sie machen einen Beitrag aber immer ganz toll länger und geben mir als Kritiker so ein seltsames Gefühl der Kompetenz, obwohl gar keine vorhanden ist!

Die Story scheint sich aber sehr spannend zu gestalten. Zumindest finde ich, dass du eine perfekte Grundlage geschaffen hast, um in den nächsten Kapiteln mit einer kreativen Handlung Akzente zu setzen.


Also los, keep on writing!

MfG
Blue
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Re: Der Ruf der Meere

#632936 von PokeBuoya
12.03.2010, 23:02
Hey hab mir grade die komplette FanFic durchgelesen und ich find sie richtig Klasse :)
Mein Liebling-Teil ist der Anfang des ersten Kapitels, das mit dem Radio ^^
Der Name Nora gefällt mir sehr, weil auch meine Cousine so heißt
Es gibt ein paar klitze kleine Flüchtigkeitsfehler wie z.B. das du an ein paar Stellen zwischen 2 Wörtern den Abstand vergessen hast aber das ist nicht so schlimm weil man ja weiß was gemeint ist
Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel und ich hoffe du schreibst was zu meiner Fanfic
Lg
PokeBuoya
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Re: Der Ruf der Meere

#726235 von N-Friend
15.10.2010, 01:51
Eigentlich könnte ich meinen letzten Update Post quoten, denn die Tatsache dass ich hier poste ist echt unbelieavable. Denn es ist wahr, ich habe ein neues Kapitel geschrieben. Ich weiß nicht, ob das nun zur gewohnheit wird, denn nachdem das letzte Kapitel im Februar erschienen ist dauerte es ja doch 8 Monate zum Nächsten. Dennoch würde ich mich über Kommentare eurerseits freuen.

Viel Spaß ;D
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Re: Der Ruf der Meere

#728295 von Tialgo
20.10.2010, 22:03
Wuhu, da schreibe ich dann mal einen gut gemeinten Kommentar. Doch ist gut gemeint = gut? oder etwas gut gemeint =/= gut?
Soweit der tiefgründige teil.

Ich finde, das deine Beschreibung von Nora's Gefühlen immer wieder die Oberhand gewinnen, will sagen einen mitreißen. Du kannst das irgendwie so gut, das ich manchmal vergesse, das du nicht nur Konstruktive Kritik geben kannst. Einerseits schön, andererseits nicht!

Ich freu mich auf Kapitöl 7. :'D

Keep on Writing
~ Tialgo
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