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Schreibblockaden - (K)ein Ausw...

#1242599 von Donnerstern
01.04.2016, 23:38
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Silvercharmed // Deviantart.net

Schreibblockaden - (K)ein Ausweg?

Fast jeder Autor dürfte im Laufe seines Lebens irgendwann einmal an einen Punkt gekommen sein, an dem es nicht mehr weiterging: Plötzlich war die Geschichte zu fade, der Stift zu schwer und im Kopf nur noch gähnende Leere; die Schreibblockade hat zugeschlagen.

Doch was ist überhaupt eine Schreibblockade?

Wikipedia bringt es beachtlich simpel auf den Punkt: "Eine Schreibblockade ist ein psychisches Phänomen, bei dessen Auftreten die Autoren dauerhaft oder vorübergehend nicht in der Lage sind zu schreiben."

Wie sich eine Schreibblockade auswirkt, kann aber trotz des vermeintlich offensichtlichen Bildes vielfältig sein: Teilweise stecken die Schwierigkeiten im Schreiben des Anfangs, aber es kann auch der bestehende Schreibprozess immer wieder unterbrochen werden oder es kommt gar nicht erst dazu - und wenn, dann nur unter großem Stressempfinden, teils sogar mit körperlichen Reaktionen wie Nervosität, Unwohlsein und Zittern.

Mindestens ebenso bunt verstreut, liegen die Ursachen. Von fehlenden Konzepten, über einen zu hohen Selbstanspruch bis hin zu den Auswirkungen psychicher Störungen wie Depressionen oder bipolaren Störungen ist alles möglich.

Was kann man dagegen tun?

Die gute Nachricht: Die meisten Schreibblockaden lassen sich in absehbarer Zeit überwinden. Schwerwiegende Fälle sind selten und in der Regel ist der Autor selbst in der Lage, seine eigenen Gegenstrategien zu entwickeln.

Hilfreich können Schreibspiele sein: Hierbei werden beispielsweise Kärtchen von Gegenständen gezogen und auf den ersten Assoziationen eine Geschichte aufgebaut, welche im Lieblings-Fandom spielt und genau das gegenteilige Genre dessen ist, was man üblicherweise schreibt. Andere behelfen sich im Gespräch mit anderen Autoren und tauschen Reizwörter und Challenges aus. Und wieder andere trinken Tee und warten ab.

Alles in allem sind Schreibblockaden aber nicht nur in der Freizeit, sondern auch bei Hausarbeiten extrem nervig, da Deadlines eingehalten werden müssen. Doch auch jeden (Hobby-)Autor bremsen sie in seiner Arbeit.

Deshalb wollen wir wissen, ob ihr schon einmal eine Schreibblockade hattet, wie ihr eure Schreibblockaden erlebt und was ihr dagegen tut, um diese Tipps anderen zur Verfügung zu stellen! :)
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Re: Schreibblockaden - (K)ein ...

#1245420 von Seraphi
23.04.2016, 14:44
Da Schreibblockaden ein Phänomen sind, das mich selbst in den letzten Jahren zahlreiche Male gequält hat, möchte ich nun endlich mal ein paar Worte dazu verlieren. Denn früher oder später wird jeder einmal irgendetwas schreiben wollen/müssen, seien es nun Geschichten, Artikel, Hausarbeiten oder Berichte, da kann es nicht schaden, ein paar Erfahrungsberichte dazu zu haben.

Hattest du schon einmal eine Schreibblockade?
Ja, sogar sehr zahlreich. Meine ersten Blockaden hatte ich mit ca. 11 oder 12 Jahren als ich eine eigene Geschichte schreiben wollte. Weitere folgten vor allem in Aufsätzen bei Schulaufgaben in Deutsch (Arbeit unter Zeitdruck). Den Zenit der Blockaden habe ich wohl im Studium erreicht, als es an diverse Hausarbeiten ging. Wenn ich meine bisherigen Arbeiten überfliege und die Seiten überschlage, so habe ich wohl allein für die prüfungsrelevanten Seminararbeiten rund 500-600 Seiten wissenschaftlichen Text produziert – da kann nicht immer alles flüssig laufen und man hängt schon auch mal fest.

Wie habt ihr eure Schreibblockade erlebt und was habt ihr dagegen getan?
Eine Blockade äußert sich zum Teil sehr unterschiedlich. Im Wesentlichen konnte ich bei mir ein paar verschiedene Erscheinungsformen feststellen, die ich mal kurz nennen möchte.

1) Mit dem Schreiben anfangen:
Zu Beginn einer Arbeit (sei es nun „Pflicht“ oder eine eigene Geschichte), habe ich oft das Problem gehabt, dass ich zwar viele Ideen hatte, aber einfach keine Ahnung, wo ich anfangen sollte. Dann sitze ich mit Stift/Tatstatur vor einem leeren Blatt und finde keinen geeigneten Anfangspunkt bzw. alles, was man sich im Kopf zusammenspinnt, scheint irgendwie wirr zu sein. In dem Fall hilft es mir, einfach ein Brainstorming zu machen in Form einer Mindmap: In die Mitte kommt ein großer Kreis mit dem zentralen Thema meines Werkes (Mainplot der Geschichte bzw. Thema einer Arbeit), darum herum schreibe ich erstmal ganz wild alle Ideen, die ich zu dem entsprechenden Thema habe. Das können Ideen für Charaktere, Story-Abschnitte, besondere Ereignisse, besonders wichtige Zitate und alles andere sein. Anschließend versuche ich, die gesammelten Ideen irgendwie zu verknüpfen und zu gruppieren. Meistens verbinde ich die Stichpunkte dann mit verschiedenfarbigen Stiften oder kreise sie in verschiedenen Farben ein. Anschließend werden alle Stichpunkte in der gleichen Farbe nochmal in „Reinform“ in eine neue Mindmap übertragen, damit alles übersichtlicher wird. Meistens kommen währenddessen weitere Ideen, oder die Gedanken sortieren sich in meinem Kopf schon so weit, dass ich ungefähr weiß, wo es mit dem Text losgehen soll. Den entsprechenden Bereich auf meiner Mindmap (z.B. alle rot markierten Aspekte) „vergrößere“ ich dann, und erstelle für den „neuen, roten Bereich“ eine zweite Mindmap. Wenn ich das mit allen farbigen Bereichen geschafft habe, habe ich normalerweise schon ein recht dichtes Netz aus Ideen und Vorstellungen, die ich in meinem Werk gerne verwirklichen würde, und das Schreiben kann losgehen.

2) Schlechter werdender Stil
Zweite Möglichkeit einer Blockade: die vermeintliche Blockade ist eigentlich keine Blockade an sich, sondern eher etwas, das ich einfach mal „Rotz-Schreibstil“ nenne. Damit meine ich den Moment, wenn man selbst merkt, dass man zunehmend an Qualität verliert weil beispielsweise immer wieder die gleichen Satzstrukturen verwendet werden, man sich unbewusst oft wiederholt oder sich zunehmend unklarer ausdrückt. Meistens liegt es daran, dass ich nach längerem Schreiben unkonzentriert werde und mich das Schreiben in dem Moment eher nervt, als dass es mir Freude bereitet. Während dem Schreibprozess an sich merke ich das manchmal gar nicht, wenn ich anschließend die entsprechenden Passagen aber lese, fällt es dafür umso stärker auf. Dann findet man eine Stelle, ab der es einfach nicht mehr „rund“ klingt, und dann macht es meiner Meinung nach nicht viel Sinn, das Weiterschreiben zu erzwingen. Das gleiche passiert mir auch, wenn ich mich beim Schreiben „von einer Idee zur nächsten hetze“, ich mich also so sehr darauf freue, eine bestimmte Stelle zu schreiben, dass ich alles vorherige möglichst schnell zu Papier bringen möchte um möglichst schnell dort hin zu kommen. Dann huschelt man, überspringt vieles, was man im Kopf vielleicht klar vor Augen hatte und dann doch nicht so genau beschreibt wie geplant, und das merkt man dem Schreibstil teilweise deutlich an. Beispiel: Wenn man sonst einen eher detaillierten, beschreibenden Erzählstil hat, und sich plötzlich wörtliche Reden überschlagen und kaum noch beschrieben und von einer Aktion zur nächsten gesprungen wird, kann das zwar auch ein stilistisches Mittel sein, es kann aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass man sich nicht ausreichend Zeit für diesen Abschnitt genommen hat. In dem Fall hilft es mir, wenn ich einfach eine Pause mache (wenn die Konzentration nachlässt), oder falls ich mich gerade zu sehr auf eine andere Stelle freue, ich diese schonmal „vorschreibe“, und sie später ordentlich mit dem vorherigen Teil der Geschichte verknüpfe. Wichtig ist es so oder so, dass man anschließend alles nochmal genau durchliest und kontrolliert, ob der Schreibstil den ganzen Text über einigermaßen konstant bleibt, damit nicht zu viele Brüche entstehen.

3) Fehlende Ausdruckskraft
Gerade wenn ein Text besonders wissenschaftlich und entsprechend „highbrow“ klingen soll oder man bestimmte Stilrichtungen (Lyric, sehr spannende Texte etc.) treffen möchte, kann es passieren, dass man zwar genau weiß, was man schreiben will, aber einfach nicht die richtigen Worte dafür findet. Aus Erfahrung hilft es mir dann am besten, wenn ich den Stift einfach mal hinlege, bewusst etwas komplett anderes mache und mich für ein paar Stunden (notfalls auch mal für ein paar Tage) überhaupt nicht mit dem Text befasse. Ich versuche dabei immer, mir für einen festgelegten Zeitraum eine Pause zu gönnen, und mich am Ende dieser Zeit wieder mit meiner Arbeit zu konfrontieren – das hilft gegen endloses Aufschieben, insbesondere wenn eine Deadline ansteht. Wenn in dieser „abstinenten“ Phase eine Eingebung mit einer guten Formulierung kommt und mich die Lust packt, setze ich mich entweder an meinen PC wenn ich die Zeit habe, oder ich schreibe sie mir kurz auf einen Zettel, damit ich sie nicht vergesse. Wenn man die Zeit, sich einfach mal abzuwenden, nicht hat (Deadline olé), dann hilft es auch mal, sich entweder mit Kollegen aus demselben Fachbereich (oder wenn es nur um Formulierungen geht auch mit fachfremden Menschen) zu unterhalten – gemeinsam geht vieles besser.

4) Blockaden nach längerem Nicht-Schreiben
Gerade wenn man lange Zeit nicht mehr an einem Text gearbeitet hat, kann es passieren, dass man nicht mehr genau weiß, was man schon geschrieben hat, an welcher Stelle man weitermachen muss, oder im schlimmsten Fall ist man komplett aus dem Konzept und hat seine Ideen vergessen. All das kann sehr ärgerlich und zeitraubend sein. Deshalb habe ich mir angewöhnt, einen Schreibplan zu machen, bevor ich überhaupt mit einem Text anfange. In diesem Plan steht stichpunktartig alles, was ich schreiben will. Er beinhaltet in der Regel Kapitelüberschriften, zentrale Kernaussagen oder Handlungsstränge, Aspekte, die ich unbedingt beim Schreiben bedenken muss und persönliche Anmerkungen. Ganz wichtig ist dabei, dass die Stichpunkte in der richtigen Reihenfolge stehen, also dass ich anhand der Stichpunkte den groben Aufbau meiner kompletten Geschichte/Arbeit nachvollziehen kann. Im Wesentlichen ist mein Schreibplan also eine chronologische Zusammenfassung meiner zuvor erstellten Mindmaps. Wenn ich nun an meinem Text arbeite, habe ich parallel immer diesen Schreibplan geöffnet und kann mich so genau orientieren, was als nächstes kommt und kann mir während dem Schreiben schon Gedanken über passende Überleitungen und so weiter machen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich meinen Schreibplan parallel bunt einfärben kann – wichtige Stellen werden rot, die Einführung eines neuen Charakters wird vielleicht blau markiert, bei wissenschaftlichen Quellen werden die Exzerpte von verschiedenen Autoren verschiedenfarbig markiert um sie nicht durcheinander zu bringen (Bsp.: Alle Aussagen von XX sind grün, alle Aussagen von YY gelb. So weiß ich immer, welchen Beleg ich nach welchem Satz einfügen muss). Sobald ich die Arbeit vorrübergehend beende, verschiebe ich meine dicke, rote Linie in meinem Schreibplan, damit ich nächstes Mal genau weiß, wo ich weiter machen muss.

Das waren nun die Situationen, in denen ich meistens meine Schreibblockaden hatte, und vielleicht helfen meine Vorgehensweisen ja dem ein oder anderen :) Meistens haben die Blockaden sich nach spätestens ein paar Tagen von selbst gelöst. Aber egal, welche Taktik man im Fall der Fälle verfolgt, am wichtigsten ist es glaube ich, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht zum „produktiv-sein“ zu zwingen. Natürlich sitzen Deadlines einem gerne mal im Nacken, aber man sollte sich nicht zu sehr unter Druck setzen lassen, denn letztendlich ist Schreiben unter Zeitdruck wirklich schwierig, wenn man dabei eine hohe Qualität beibehalten möchte.
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Re: Schreibblockaden - (K)ein ...

#1277673 von Ante3
15.12.2016, 11:09
Schreibblockaden hat doch jeder schon mal gehabt, der ernsthaft schreibt. Es ist nicht so ein großes Phänomen wie gedacht. Auch große Schriftsteller wie Kafka, Hemingway, London, Dostojewski und selbst der Horrormeister himself King hatte schon welche. Es gehört manchmal zum Schreibprozess solche Blockaden zu überwinden. Jeder der schon mal eine hatte, weiß das dies möglich ist. Wenn auch nicht ganz leicht. Manchmal hilft einfach auch nur den Kopf freizubekommen.
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