Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Re: Auf in die Welt

#1291522 von Donnerkralle
23.07.2017, 20:47
Kapitel 27: Vorbereitung
Leon saß still auf seinem von Eisgeformten Sitzplatz. Er schwelgte in Erinnerungen. Im Eisberg war es schön ruhig. Für eine Weile fühlte er, wie seine Seele baumelte. Der Trainer entspannte sich vollkommen. Gerade, als er dabei war einzuschlafen, tropfte etwas Kühles auf seine Nase und er sprang auf. „Alles in Ordnung?“, fragte Marco amüsiert. „Muss wohl von der Decke gefallen sein“, meinte Leon und wisch sich den Tropfen ab. Doch plötzlich tropfte es erneut, dieses Mal landete es in seinen schwarzen Haaren. Er fuhr mit der Hand einmal drüber und blickte dann skeptisch nach oben. „Weiß du Marco, ich glaube wir sollten langsam weitergehen. Ich kann zwar nicht so scharf sehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dort oben lange Eiszapfen hängen, die nur darauf warten, uns zu erschlagen“, hob Leon an und ließ die Zapfen nicht aus den Augen. Auch der blonde Trainer sah auf. „Du hast Recht, nichts wie weg hier“, sagte er plötzlich im raschen Ton. Geschwind stand er auf und ging wieder den Weg Richtung Holaska entlang. Leon ging ein paar Schritte rückwärts, drehte sich langsam um, dabei die Eiszapfen immer noch fest im Blick und lief dann schlussendlich zu seinem besten Freund. Gemeinsam marschierten sie sehr wachsam weiter. Auf einmal fiel hinter ihnen ein kleiner Eiszapfen. Er zerbrach in vielen kleinen Teilen. Nachdem Aufschlag rannten die beiden Trainer um ihr Leben.

„Verdammt! Wir werden aufgespießt! Von Eiszapfen!“, schrie Leon hysterisch. Auch Marco bekam es mit der Angst zu tun. Und sie wurde immer größer, als noch mehr Eiszapfen zu Boden fielen. „Die Sonne. Sie erwärmt den Berg. Dadurch schmilzt das Eis. Somit können sich. Die Eiszapfen nicht länger an. Der Decke festhalten“, stotterte Marco, der durch das Rennen und der ungewohnten Luft schwer atmen konnte. Augenblicklich wurde der Radius um ihnen dunkel. Ein Schatten, welcher immer größer wurde, tauchte auf. Plötzlich packte Marco Leon an seinem rechten Arm und zog in mit Gewalt nach hinten. Leon sichtlich überrascht, plumpste zu Boden. „Hey! Was sollte- “, Leon unterbrach sich selbst, als er sah wie ein riesiger Eiszapfen genau vor ihnen aufschlug. Es machte einen lauten Knall und zersplitterte. Die Splitter flogen in allen Richtungen. Schützend hielt sich Leon seine Arme vor das Gesicht. Marco nahm ebenfalls eine Schutzposition ein. Nach kurzer Zeit war alles wieder normal. Keine weiteren Eiszapfen fielen zu Boden. Zögernd stand Leon auf. „Danke Marco“, flüsterte er beschämend. Schon wieder rette sein Freund ihm das Leben. „Keine Ursache“, antwortete er freundlich. „Lass uns hier abhauen“, drängte Leon und lief weiter. Schnell folgte ihm der blonde Trainer. Nach einer Weile ging allmählich die Sonne unter und schließlich trat der Abend ein.

„Ich kann schon den Ausgang erkennen“, sagte Marco erleichtert. „Jawohl, Holaska, deine neuen Krieger kommen!“, rief Leon enthusiastisch. Endlich erreichten sie das Ende des gefährlichen Tunnels. Als sie hinaustraten, wurden sie sofort von einem heftigen Schneesturm überrascht. Das Wetter hat sich so stark verändert? Schien nicht vor kurzem noch die Sonne? Eisige Winde fegten über die weiße Landschaft. Doch in der Ferne konnte man ein leichtes Leuchten sehen. Das muss das Dorf sein. Dort müssen wir hin. Hoffentlich schaffen wir es rechtzeitig. Leon stapfte durch den tiefen Schnee. Auf der Stelle fühlten sich seine Füße taub und kalt an. Doch dies hielt ihm nicht davon ab, weiterzugehen. Marco gesellte sich zu ihm. Doch plötzlich brach der Boden unter ihnen ein und sie fielen. Das Herz von Leon machte einen gewaltigen Sprung. Ihr Fall wurde auf einmal von etwas Harten aufgefangen. Schmerz durchfuhr ihm. Mein Hintern! Verflucht nochmal. Haben wir denn nie Glück? Während sich die beiden Trainer über den Schmerz beklagten, rutschten sie langsam aber sicher nach vorne. Was geht denn jetzt ab? Wir rutschen? Dann ist der Boden also aus Eis? Nun nahmen die beiden an Geschwindigkeit zu. Erst jetzt bemerkte Marco, dass es sich um eine Eisrutsche handelte und schrie auf, als er als erster den steilen Abhang hinunter raste. Wow! Zu schnell für meinen Geschmack! Scheiße, gleich bin ich dran und ich kann nichts dagegen unternehmen! Ahhhh! Leon rutschte mit vollen Karacho den Abhang hinunter. Eiskalter Wind peitschte ihm ins Gesicht. Ungeheuerlich schnell nahm er mehr Tempo auf. Der Abhang wurde immer steiler und manchmal hob Leon kurz über den Boden ab und landete unsanft.

„AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!“, schrie der Trainer aus voller Lunge. Sein ganzer Körper ruckelte extrem. Plötzlich ging es leicht bergauf. Aufgrund seiner jetzigen Geschwindigkeit war das kein allzu großes Hindernis. Nein! Nein. Sag mir nicht, da vorne ist eine Rampe. Bitte lass dies nur eine Einbildung sein. Leon raste auf eine Rampe aus Eis zu. Er rutschte drüber und flog einen hohen Bogen Richtung der Lichtquelle von vorhin. Der Trainer befand sich mitten in der Luft und näherte sich den Lichtern rasant. Verdammt! Ich werde gegen das Dorf prallen. Ist das etwa eine Falle? War sie für uns gedacht? Wollte uns Siba kalt machen? Leon blieb jedoch keine Zeit zum Nachdenken. Er verlor stetig an Höhe. Sein Körper zog sich eng zusammen. Leon näherte sich den Lichtern und erkannte, dass es sich tatsächlich um ein Dorf handelte. Kurz bevor er aufprallte, schloss er die Augen. Abrupt blieb sein Körper stehen. Als würde er mitten in der Luft schweben. Vorsichtig öffnete er seine blauen Augen. Unvorstellbar für Leon, aber er schwebte tatsächlich unmittelbar über den Boden. Doch nun wurde er langsam zu Boden geschickt und er landete sicher auf beiden Beinen. Leon sah sich verwirrt um. Er entdeckte Marco lachend vor ihm stehen, daneben ein unbekanntes, schwarzes Wesen. Beim genaueren Betrachten, erkannte Leon das Morbitesse. Es hatte mithilfe seiner Psycho-Kräften Leons Fall gestoppt. Erst jetzt bemerkte der Trainer, die Menschenmasse die ihn und sein Freund umgab. Ein älterer, aber großer und muskulöser Mann trat hervor. Er hatte lange und graue Haare. Ebenfalls trug er einen langen, grauen Bart und ein weißes, dünnes Stirnband. Er trug eine graublaue Toga. In der rechten Hand hielt er einen langen Stab.

„Willkommen“, begrüßte er. Man konnte allerdings nicht an seiner Stimme erkennen, ob er freundlich oder bedrohlich klang. „Ähm, wir zwei sind die neuen Holaska-Krieger“, stotterte Leon. Auf einmal wurde es still. Habe ich was Falsches gesagt? Plötzlich brach Jubel aus. „Willkommen, Holaska-Krieger!“, riefen die Leute. Der alte Herr schlug mit seinem Stab auf den Boden. Alle erstarrten. „Bringt die beiden Krieger in einer warmen Hütte unter, wir wollen doch nicht, dass sie noch vor Erschöpfung umfallen“, hob der Mann mit einer festen Stimme an. Dankbar sahen die Trainer ihn an. Ein paar Krieger brachten sie zur einer großen Holzhütte, die die von Siba sehr ähnelte. „Hier könnt ihr schlafen. Bis morgen“, meinte einer der Krieger knapp und verschwand mit seinem Partner. „Echt gemütlich hier“, sagte Marco. Leon brauchte immer noch etwas, um sich von der wilden Fahrt zu erholen. „Verfluchte Eisrutsche. Nie wieder werde ich sie benutzen“, meinte Leon entschlossen. „Sag niemals nie“, erwiderte Marco lachend und legte sich schlafen. Auch Leon zog sich seinen Pyjama, den er im Rucksack verstaute, an und begab sich ebenfalls zu seinem gemütlichen Bett.

Am nächsten Morgen wurden Leon und Marco von einem Krieger eskortiert. Sie sollten mit dem alten Herrn von gestern Abend nochmals in Kontakt treten. Der Krieger führte sie eine lange Strecke durch das Dorf. Der Ort ähnelte stark der sogenannten Vorhut des Dorfes. Hier waren allerdings die Straßen viel breiter und die Häuser standen sich nicht so nahe. Die Holzhäuser waren alle gleich groß und übertrafen die in der Vorhut bei weitem. Da die beiden recht früh aufgestanden waren, trieben sich nicht viele Bewohner auf den Straßen. Ein ruhiger Morgen. Kein Schneien, kein Heulen des Windes und auch die Temperatur war angenehm erfrischend. Hin und wieder trafen sie auf eine Gruppe Holaska-Krieger. Ihr persönlicher Begleiter erklärte ihnen, dass diese Männer jeden Morgen, Mittag, Abend und Nacht patrouillierten. Sie sorgten für Recht und Ordnung in Holaska. Leon erinnerte sich an seine gestrige Rutschpartie. Er sah den schönen Ausblick auf das Dorf, als er sich mitten in der Luft befand. Zwar war es nur von kurzer Dauer, aber dennoch war es für Leon wieder einmal ein unglaubliches Erlebnis. Die Häuser in Holaska waren ungleichmäßig auf der Schneelandschaft verteilt. Die meisten Holzhütten befanden sich im Westen und Osten. Holaska selbst erstreckte sich über das gesamte Gebiet. Würde man weiter nach Norden ziehen, so würde man auf das Meer stoßen. Bis dorthin standen auch ein paar Hütten und einige Menschen lebten dort friedlich.

Der Krieger führte sie zu einer Luxus-Hütte und entließ die beiden Trainer schließlich. Leon und Marco besaßen die Erlaubnis, einzutreten. Anders als bei Siba, war es hier recht kühl und nicht annähernd so gemütlich wie bei dem Häuptling. Der Raum selber war merkwürdig konstruiert. Die Zimmer hatten keine Türen oder Vorhänge. Ein merkwürdiges Zimmer stand einfach mitten im Raum. Das kleine Zimmer sah wie ein Würfel aus und besaß an jeder Wand vier Eingänge, ohne Türen. „Das ist recht seltsam“, flüsterte Leon. Marco nickte. Mit einem mulmigen Gefühl gingen sie gerade aus. Sie weichten dabei dem Würfelzimmer aus. Doch ihre Neugier war zu stark. Hastig riskierten sie einen raschen Blick in das komische Zimmer. „Was?!“, schrie Leon plötzlich. „Oh, guten Morgen ihr zwei“, begrüßte der alte Mann, der auf einer Bodenmatte meditierte. „Kommt rein“, lud er freundlich ein. „Das wird immer merkwürdiger hier“, flüsterte Marco und die Freunde betraten das Zimmer. Außer ein paar Duftkerzen, der Bodenmatte und die drei Personen, befand sich im Würfelzimmer rein gar nichts. „Setzt euch“, befahl der alte Herr. Gehorsam befolgten sie seinem Befehl. Der Boden fühlte sich frostig an. Mir friert noch der Arsch ab. „Grüßt euch erneut, Holaska-Krieger“, begann der Mann.

„Guten Morgen“, sagten die Freunde gleichzeitig. „Darf ich mich euch vorstellen? Ich bin der Dorfälteste. Sicherlich habt ihr das schon erraten. Ich bin ziemlich sicher, dass euch Siba hierhergeschickt haben muss. Was führt euch zu uns?“, fragte der Dorfälteste. „Wir wollen als Trainer stärker werden. Deswegen möchten wir hier in Holaska trainieren!“, sagte Leon mit fester Stimme. Gerade als er seinen Satz zu ende gesprochen hatte, ertönte ein kurzes, aber lautes Piepen. Auf der Stelle reagierte Leon und blickte neugierig auf seinen Poketech. Eine Nachricht war angekommen. Auch Marco schaute auf seinen Poketech. Leon öffnete die Nachricht und las dann laut vor. „Achtung Trainer! Es ist wieder einmal soweit! Die alljährlichen Auswahlkämpfe für die Pokemon-Liga stehen vor der Tür! In genau drei Monaten werden sie in Empire City stattfinden! Lasset euch nicht diese Chance entgehen! Teilnahmebedingung ist: ab Rang 50! Weiter Information findet ihr in Empire City! Guten Erfolg Trainer!“, endete Leon. Stille trat im Raum ein. „Die Pokemon-Liga!“, rief Leon voller Begeisterung. Endlich war es soweit. Schon bald würde er seinen Traum erfüllen. „Leon, reg dich ab. Du hast doch selbst die Forderung gelesen. Rang 50. Ich weiß nicht wie es bei dir steht, aber ich bin auf Platz 430“, erinnerte Marco ihn an die bittere Wahrheit. „Ich weiß, ich weiß. Aber trotzdem! Wir werden es schaffen, Marco! Ganze drei Monate bleiben uns noch. Fangen wir sofort mit dem Training an!“, jaulte Leon voller Motivation. Marco seufzte nur und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Man Leon, du bist der einziger der bei hoffnungslosen Fällen motiviert bleibt. Ganz ehrlich, wie sollen wir von mal angenommen 430 auf 50 aufsteigen? Du bist schon verrück“, meinte Marco lachend. „Wir werden sehen, Marco“, sagte Leon angeberisch.

„Dann ist es wohl entschieden!“, schaltete sich der Dorfälteste wieder ein. Die Freunde sahen ihn fragend an. „Am besten fängt ihr gleich an zu trainieren. Kommt mit!“, brummte der Mann und sprang plötzlich auf. Augenblicklich verließ er das Zimmer. Hastig folgten ihn Leon und Marco. „Der alte Knacker kann ganz schön schnell laufen“, erwiderte Leon neckend. „Und gut hören auch!“, rief der Dorfälteste am Ausgang seiner Hütte. Ups, das ist jetzt peinlich. Der Älteste führte sie mit unglaublicher Laufgeschwindigkeit zum bekannten Trainingsplatz von Holaska. Er befand sich Nordwestlich vom Hause aus. Nach guten zwei Stunden Rennen, erreichten sie den Platz. Außer Puste setzten sie die beiden hin. „Was ist los, ist der alte Knacker etwa zu fit für euch?“, neckte der Älteste. Sofort sprang Leon auf. „Kein Problem für uns!“, erwiderte der Trainer. Der Trainingsplatz war zwar vom Schnee bedeckt, doch das störte niemanden. „Eure erste Lektion wird sein, dass ihr und eure Pokemon eure Initiative stark verbessern sollt. Ihr selber wisst ja bereits schon, wie anstrengend es ist, im tiefen Schnee sich schnell zu bewegen. Hier werdet ihr jeden Tag zwanzig Runden um den gesamten Platz mit voller Geschwindigkeit rennen. Los fangt an!“, befahl der Dorfälteste. Nach einer kurzen Pause riefen Leon und Marco ihre Pokemon.
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„Der Platz ist ja größer als ein Fußballfeld. Das wird anstrengend werden“, meinte Marco. „Es gibt keine Abkürzung zur Pokemon-Liga!“, schrie Leon und rannte los, gefolgt von seinem Team. Marco seufzte tief und fing ebenfalls an zu rennen. Zwanzig Runden werden ein Kinderspiel! Nach zehn Minuten war Leon komplett aus der Puste. Keuchend blieb er stehen. Lanturn, welches sich am schwersten tan, war schon vor fünf Minuten eingegangen. Lohgock hingegen konnte problemlos sprinten. Zorua fehlte es ebenfalls an Kraft und Ausdauer und brauchte auch eine Pause. Schon bald überholte Lucario Leons Team, gefolgt von dem motivierten Pikachu. Auch Marco lief problemlos an Leon vorbei. „Habt ihr das gesehen?! Sie werden uns besiegen! Los, aufholen! Das schaffen wir Leute!“, motivierte Leon seine Pokemon. Erneut liefen sie mit ganzer Kraft weiter. Der Schnee war wirklich tief an manchen Stellen, doch weder Leon, Zorua noch Lanturn gaben auf. Nach weiteren fünfundzwanzig Minuten schafften sie mit großer Mühe die erste Runde. Verflucht ist das anstrengend! Noch neunzehn Runden! Oh Arceus, erlöse mich bitte von meinem Leid. Obwohl Leon komplett fertig war, lief er blindlings weiter. Es gibt keine Abkürzung zur Pokemon-Liga! Es dauerte den ganzen Tag, bis alle die zwanzig Runden schafften. Der Dorfälteste hatte ihnen dabei die ganze Zeit beobachtet. „Das war für euer erstes Mal nicht schlecht, aber verglichen mit den anderen, die hier schon einmal trainierten, war das hier eine absolute Katastrophe!“, die letzten Worte sprach er langsam, aber kräftig aus. „Nicht. Gerade. Aufbauend“, keuchte Leon. „Ohohoh“, lachte der Älteste. „Das wird schon, keine Sorge. Nun lasst uns heimkehren. Morgen um sieben Uhr treffen wir uns wieder, den Weg kennt ihr ja jetzt. Adieu“, verabschiedete sich der Dorfälteste. Die Sonne ging gerade unter, als Leon und Marco ihre Pokemon zurückholten. „Wettrennen, wer als erstes bei der Hütte ist?“, forderte Marco ihn heraus. „Na klar! 3, 2, 1!!“, rief er und die beiden rannten los...


Danke für dein Feedback. Freut mich wahnsinnig, dass dir meine Geschichte gefällt. Ja der Anfang ist nicht das beste :tja:
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel
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Re: Auf in die Welt

#1291942 von Donnerkralle
31.07.2017, 20:56
Kapitel 28: Der Weg zur Liga!
Draußen tobte ein wilder Sturm. Regentropfen prasselten heftig zu Boden. Donnergeheul ließ den Boden erzittern. Blitze zuckten am schwarzen Himmel. Kalte Winde fegten über die Landschaft. Als erneut der Donner den Himmel zerriss, wachte Leon schweißgetrunken auf. Die Hütte, indem Leon und Marco übernachteten, wackelte wild umher. Mit halbgeschlossenen Augen schaute er auf seinen Poketech, welcher aufgrund des Bebens am Boden lag. Langsam hob er ihn auf und las die Uhrzeit. Es ist schon 6 Uhr 40. Ich sollte besser Marco wecken. Heute um sieben ist ja schon Trainingsbeginn. Aber das Unwetter bereitet mir große Sorgen. Ob der alte Mann auf uns schon wartet? Hastig verließ der Trainer sein Bett, zog sich seine Klamotten an und begab sich schließlich zu seinem besten Freund. „Aufstehen, Relaxo“, stupste Leon seinen Freund freundlich an. „Ich komm ja schon“, murmelte Marco schlafgetrunken. Jedoch rührte sich der blonde Trainer nicht mehr. Leon verlor die Geduld. Blitzartig zog er die Decke weg und Marco plumpste mit einem lauten Dumpfen zu Boden. „Hey! Ich habe doch gesagt, dass ich komme!“, fuhr Marco ihn an. „Hast du unser Training schon vergessen?! Du weißt doch, dass in drei Monaten das Auswahl-Turnier für die Liga ist und wir uns geschworen haben, hart an uns zu arbeiten, damit wir uns qualifizieren können. Es sei denn, du möchtest gar nicht zur Liga, dann kannst du weiterschlafen. Ich geh jetzt zum Trainingsplatz, koste es was es wolle!“, jaulte Leon. Eilig zog er sich den dicken Wintermantel an, den er genauso wie Marco, geschenkt bekommen hatte. Leon holte tief Luft und öffnete die Tür. Wie erwartet strömte eiskalte Luft herein, doch Leon zwang sich, weiterzugehen. Währenddessen zog sich Marco ebenfalls an. Hastig schloss er die Tür und gesellte sich zu Leon.

„Oh, bist du also doch motiviert genug“, erwiderte Leon barsch. „Jaja, man Leon, heute bist genauso nervig wie dieses Wetter!“, konterte Marco leicht genervt. „Tut mir leid, das Wetter nervt mich. Und auch die Wahrheit, dass es eigentlich sehr unwahrscheinlich ist, Rang 50 zu erreichen“, sagte der Trainer verbittert. Marco antwortete nicht. Leon blickte auf sein Poketech. „Verdammt, in fünf Minuten müssen wir dort sein!“, drängte Leon. Marco sah ihn an. „Das bedeutet wohl, dass wir laufen müssen, richtig?“, erwähnte der blonde Trainer. Leon hörte auf zu gehen. „Richtig. Und der letzte von uns muss Strafrunden laufen. Also, tschau!“, antwortete Leon und machte sich aus dem Staub. „Hey! Warte doch!“, rief Marco hinterher und begann auch zu rennen. Leon legte ein scharfes Tempo vor, doch Marco bewegte sich viel besser im Schnee und holte ihn langsam ein. Wie macht er das nur? Nun liefen sie Seite an Seite. Keiner gab nach, aber niemand konnte die Führung übernehmen. Der Regen machte das Rennen zu einer anstrengenden Partie und die Sicht wurde auch stark beeinträchtigt. Vor allem für Leon war es schwer, vor ihm etwas zu erkennen. Mit den dicken Mänteln lief es sich schwerer als ohne, dafür erfroren sie nicht. Plötzlich entfernte sich Marco von ihm. Der blonde Trainer lief nun abgezwickt nach links. Gibt er auf? Überlässt er mir den Sieg? Man Marco, manchmal bist du zu freundlich! Leon ignorierte den unerwarteten Zug von seinem Freund und raste weiterhin. Doch plötzlich spürte er keinen Boden unter den Füßen. Sein Herz machten einen riesigen Satz nach vorne. Ich falle! Leon stürzte einen ungefährlichen Abhang hinunter. Er fiel zu Boden und rollte weiter hinunter. Dreckiger Schnee vermischte sich mit Leons dicken Wintermantel und schon bald war er eine riesige, schlammige Schneekugel, die den Abhang hinunter raste. Unkontrolliert drehte sich die Kugel weiter. Um Leon drehte sich gerade die Welt. Bis auf seinen Kopf war sein Körper komplett in Schnee umhüllt.

Kurz bevor Leon dachte, er würde ohnmächtig werden, hob die Kugel ein gutes Stück ab und landete unsanft zu Boden. Die Schneemasse zerfiel sofort. Langsam kroch Leon heraus. Er war total durchnässt und mit Schlamm überdeckt. Er spuckte gerade Schnee und Schlamm aus seinem Mund. Auf einmal spürte er, wie jemand ihn aufhob. Irritiert blickte Leon drein. Der Dorfälteste half ihn beim Aufstehen. „Tolles Spektakel“, sagte er ungerührt. Neben ihm stand Marco da und lachte sich schief. „Tja Leon, deine Extrarunden warten schon auf dich“, sagte er grinsend. Leon zog sich seinen Mantel aus. So langsam kam er wieder zur Sinne. „Ältester, sollen wir das Training verschieben? Das Wetter ist nicht gerade optimal-“, er wurde vom Ältesten unterbrochen. „Das Wetter ist mehr als nur optimal! Der Regen und die starken Winde erhöhen den Schwierigkeitsgrad. Das wird euch abhärten. Euere Körper haben sich ja schon an der normalen Kälte gewöhnt. Und heute werden sie noch robuster. Das gleiche gilt für eure Pokemon. Ignoriert einfach die Blitze und den Donner, und ihr werdet eine Menge Spaß haben. Los, zwanzig Runden, wenn ich bitten darf. Und ach ja Leon, du wirst heute sogar dreißig laufen, dank Marco. Schätze dies sehr“, erklärte der Dorfälteste. Die Trainer holten ihre Pokemon heraus. Dieses Mal war Lanturn Feuer und Flamme, Lohgock hingegen gefiel das Wetter überhaupt nicht. „Hört zu Leute, da müssen wir durch, nicht wahr Lohgock?“, sagte Leon motivierend. Seine Pokemon jaulten zustimmend und fingen an zu laufen. Leon tat ihnen das nach. Marco sauste ebenfalls mit seinem Team.

Nach fünf Runden zerteilte sich die Gruppe automatisch. Jeder lief sein eigenes Tempo. Momentaner Spitzenreiter war Lucario, doch Lanturn war ihm dicht auf den Fersen, gefolgt von Lohgock. Leon, Zorua und Pikachu liefen gemeinsam hinter Marco, der ein gutes Stück vor ihnen lief. Es regnete immer noch. Hin und wieder rutschte Leon auf dem glatten Boden aus. Gerade hatte er die zwanzigste Runde beendet. Er kam als letzter an, weil er Kraft für die Extrarunden gespart hatte. Während Marco und die Pokemon sich alle ausrasteten, rannte Leon müde weiter. Seine Beine fühlten sich ungeheuerlich schwer an. Es fiel ihm nicht leicht, die Füße zu heben. Der Schmerz und die Erschöpfung zerrten sehr an seiner Willenskraft. Schon bald würde er umkippen. Noch acht Runden. Dann habe ich es geschafft! Weiter geht’s! Blitzartig schoss Leon davon. Er spürte neue Kraft in sich. Pah, die Liga werde ich sowas von gewinnen! Ich werde der neue Champion!

„Los Leon, du schaffst das locker!“, feuerte Marco ihn an, als er gerade die neunte Runde überstand. Die Pokemon brüllten ebenfalls motivierend mit. Gestärkt durch seine Freunde rannte er schneller als je zuvor. Dieses Mal gelang es ihm, sich besser zu Bewegen. Auch sein Körper gewöhnte sich an die Strapazen. Problemlos schaffte er schon die Hälfte der großen Runde. Der Regen nieselte. Die Sonne ging im grauen Himmel auf und lies endlich Licht in die Welt blicken. Ein hübscher Regenbogen entstand dabei. Leon staunte. Dies spornte ihn noch mehr an. Nun setzte er alles auf eine Karte und vollführte einen Wahnsinns Sprint. Leon machte gewaltige Sätze. Als würde ihm der Schnee nichts ausmachen. Schlussendlich erreichte er das Ende der Runde. Keuchend fiel er zu Boden. „Steh lieber auf, ansonsten wirst du dich verkühlen“, meinte Marco leicht besorgt. „Haha Marco, der war gut. Der Schnee macht mir nichts aus. Außerdem habe ich mich, seit wir das erste Mal die Umgebung betreten haben, kein einziges Mal erkältet. Also gibt es kein Grund zur Sorge, mir geht es soweit gut“, antwortete Leon nuschelnd. Trotzdem stand er wieder auf. „Du siehst schlimmer als ein Deponitox aus, mein Guter“, erwähnte der Älteste und zeigte mit seinem Stock auf Leon. „Jaja, ich muss mich umziehen“, antwortete der Trainer. „Ihr solltet duschen, und das ist kein Vorschlag, sondern ein Befehl. Ihr beide stinkt bis zum Himmel wie ein Skunkapuh!“, forderte der Dorfälteste auf. „Sag, Ältester, dürfen wir deinen Namen erfahren?“, fragte Marco plötzlich. „Ältester genügt vollkommen“, sagte der alte Mann. „Und noch etwas, wir treffen uns heute Abend, wenn die Sonne untergeht, bei meinem bescheidenen Hause“, sprach der Dorfälteste und machte sich auf die Heimreise.

Leon genoss das warme Wasser, welches abwärts von seinem Körper hinunterfloss. Die Dusche tat ihm Gutes. Erstaunlich, dass es warmes Wasser gibt, beziehungsweise überhaupt eine Dusche hier steht. Nachdem Leon fertig mit dem angenehmen Duschen war, drehte er das Wasser ab, zog sich einen gemütlichen und dicken, weißblauen Duschmantel an und ging in das Wohnzimmer, wo Marco bereits ihn erwartete. „Diese Bademäntel sind richtig bequem“, meinte Marco, der auf sein Bett saß. Leon nickte zustimmend. Es war gerade Nachmittag, doch die Sonne wurde erneut von den Wolken bedeckt. Somit wirkte Holaska düster. Der Regen hörte vor einer Stunde auf. Leon ging auf sein frischgemachtes Bett zu und legte sich darauf. Entspannt holte er tief Luft. „Unsere Kleider werden gerade von Holga gewaschen, unsere Nachbarin“, erwähnte Marco. „Sie hat auch die Betten gemacht, richtig?“, erkundigte sich Leon. „Genau, auch die Mäntel hat sie uns gestrickt. Sie ist unglaublich freundlich und hilfsbereit. Wir können auch bei ihr wieder Essen gehen. Ich habe sowieso Hunger. Am besten besuchen wir sie, bevor wir zum Ältesten gehen“, meinte Marco zufrieden. „Ja das klingt fantastisch“, gab Leon zurück.

„Sag mal, Leon, was denkst du über Team Alpha? Werden sie in Empire City auftauchen und das Turnier sabotieren, oder gleich einen Anschlag verüben?! Ist ja nicht so unwahrscheinlich. Dieser Mistkerl Omega wird sicherlich schon Wind von dem Auswahlkämpfen bekommen haben“, hob Marco plötzlich an. „Du hast Recht. Es könnte durch aus sein, dass sie sich blicken lassen. Aber werden sie wirklich Empire City, die Hauptstadt von Unorga tatsächlich zerstören? Ich meine, nach der ganzen Spagonia-Tragödie werden nun fast alle Team Alpha kennen. Die Polizei wird bestimmt eingreifen. Und auch der Champ und die Top Vier werden dort sein. Ist es wirklich so klug, die stärksten Trainer von der Region herauszufordern? Omega wird wahrscheinlich schon erkannt haben, dass es nicht ganz ungefährlich ist, sich dort als Verbrecher blicken zu lassen. Ihr Schiff ist ja riesig und auffällig. Sicherlich wird eine Luftwache den Himmel über Empire City bewachen, wäre ja gelacht wenn nicht“, meinte Leon ernsthaft. „Da gebe ich dir Recht, Leon, aber denk dran, nur wir beide kennen noch das Gesicht von Omega, der Rest der Leute, auch die Polizei, wissen fast nichts über ihn. Wahrscheinlich nicht einmal seinen Namen“, erwiderte Marco nachdenklich. „Ich frage mich, ob Indra noch bei ihnen ist. Vielleicht wird er ebenfalls am Turnier teilnehmen. Das war immerhin sein Ziel, bevor er Team Alpha beigetreten ist, zumindest glaube ich das“, erzählte der schwarzhaarige Trainer.

„Ob es den Dorfältesten von Mazuri gut geht? Er wurde ja von ihnen entführt, wegen wichtiger Informationen zu legendären Pokemon“, erwähnte Leon auf einmal. „Oh man, Mazuri, da kommen schlechte Erinnerungen wieder hoch. Ach, ich vermisse Theo zutiefst“, gab Marco zu. „Ja, ich auch. Er war ein toller Mensch und guter Trainer. Dieses schreckliche Unwetter und dann die wilden Geowaz, dass alles war einfach schrecklich. Wir beide sind auch noch gerade mal davongekommen. Der Blitz hätte uns auch treffen können“, meinte Leon trüb. „Ich glaube, ich habe es dir schon einmal erzählt, aber ich sage es nochmal: Das Unwetter mit den heftigen Blitzen kann und war auch kein Zufall. Da hatte Team Alpha seine dreckigen Finger im Spiel. Als dein Lohgock uns trug, während er Die Wilde Route zurücksprang, sah ich das schwarze Schiff über Mazuri fliegen. Sie müssten das Wetter manipuliert haben“, erzählte Marco mit ernster Miene. „D-dann hat also Team Alpha Theo auf den Gewissen?“, sprach Leon mit kalter Stimme. „Ich fürchte ja“, flüsterte Marco betrübt. Zorn blitzte in den blauen Augen von Leon. „Diese Mistkerle. Töten einfach weiter. Als ob Spagonia nicht schon schlimm genug war, gingen sie jetzt noch auf kleine Dörfer los? Was stimmt den nicht mit denen?!“, brüllte der Trainer wütend.

Langsam beruhigte sich Leon wieder. „Ich werde Team Alpha auslöschen! Das schwöre ich! Dafür muss ich viel stärker werden! Los Marco, lass uns jeden Tag hart trainieren! Tun wir das für Theo und all den anderen, die durch Team Alpha leiden mussten! Tun wir es!“, jaulte Leon entschlossen. Marco nickte beeindruckt. „Komm, gehen wir erstmal zu Holga essen und dann besuchen wir den Dorfältesten. In Ordnung?“, fragte Leon. „Klingt gut. Ziehen wir uns an und gehen dann“, sagte Marco und blickte hungrig drein. Wie erwartet, wurden sie freundlich von Holga aufgenommen und bestmöglich bekocht. "Ich bringe euch eure Kleider gleich morgen in der Früh", versprach Holga. Sie bedankten sich bei ihr und machten sich auf dem Weg zu dem Ältesten. Gerade ging auch die Sonne unter. Erneut betraten sie das merkwürdige Haus. „Ich komme mit diesem Gebäude einfach nicht klar“, meinte Marco. „Gehen wir einfach weiter“, antwortete sein Freund knapp. Die Trainer betraten wieder das Würfelzimmer. Das gleiche Bild wie beim letzten Male. Ein alter, meditierender Mann und ansonsten ein leer stehender Raum voller Duftkerzen. „Willkommen, es gibt viel zu bereden“, fing der Älteste an. „Dann schieß mal los“, entgegnete Leon leicht neugierig.

„Ich werde morgen nicht beim Training erscheinen-“, Marco unterbrach ihn auf der Stelle. „Wieso? Warum denn nicht?“, durchlöcherte der blonde Trainer den alten Mann mit den Fragen. „Lass ihn doch einfach aussprechen“, knurrte Leon leicht genervt. „Oh, tut mir leid“, entschuldigte sich Marco und kratzte sich am Kopf. Der Dorfälteste holte tief Luft. „Ich werde kurzzeitig Holaska verlassen und zur Vorhut zurückgehen. Ich möchte mich gerne mit dem Häuptling Siba unterhalten. Er könnte euch eine großartige Stütze in eurem Trainingsprogramm sein. Siba ist sozusagen der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte der alte Mann. „Inwiefern?“, wollte Leon wissen, seine Neugier wuchs stark. „Vielleicht wisst ihr es noch nicht, aber Siba war einmal einer der besten Trainer von Unorga. Damals vor ungefähr einem Jahr, befand er sich auf dem sagenhaften Rang 12“, erzählte der Älteste. „Rang 12?! Das ist unglaublich!“, riefen Leon und Marco erstaunt. „Richtig. Holaska war stolz auf ihn. Dabei wurde er damals erst vor kurzem zum Krieger ernannt und trotzdem war er schon stärker als der vorherige Häuptling. Sein Spitzenteam besiegte jedes andere Team. Er sammelte schnell Punkte für den Rangaufstieg bis schließlich das Auswahlturnier stattfand. Natürlich auch in Empire City. Doch leider herrschte in der Zeit großer Hungersnot in Holaska. Anstatt zur Hauptstadt zu marschieren, blieb Siba bei uns und half uns wo er konnte. Er jagte die wilden Pokemon, sammelte alles was essbar war, selbst bei den gefährlichsten Stürmen, Tag und Nacht war er auf Nahrungssuche. Nie selber gönnte er sich etwas. Schlussendlich war die Not trotz der ganzen Bemühungen, größer geworden. In dieser Zeit wurden wir auch von vielen Räubern und Verbrechern heimgesucht. Das erschwerte unser Leben ebenfalls. Doch Siba vertrieb die Eindringlinge mit seinem Team. Er war einfach unglaublich. Ein Wunderkind!“, schwärmte der Dorfälteste.

Leon und Marco lauschten angespannt mit. „Bitte erzähl mehr davon. Was ist danach geschehen?“, flehte Leon den Ältesten an. „Ja bitte, ich will es auch wissen“, meinte Marco neugierig. „Also schön. Nachdem wir alle Nichtgehörigen vertrieben haben, hatte Siba eine geniale Idee. Da unsere Vorräte immer noch knapp waren, meinte er, dass das Dorf sich aufteilen müsste. Alle schwachen Menschen, arme Familien und körperlich sowohl geistlich behinderte Menschen, sollten in Holaska bleiben. Die starken sollen mit ihn mitgehen, weiter nach Süden. Dort wollte Siba ein neues Lager errichten. Die heutige Vorhut. Er gründete die Vorhut und allmählich wurde die Situation immer besser. Da fast mehr als die Hälfte zur Vorhut gewandert war, blieb mehr Nahrung für die anderen. Somit rettete Siba das gesamte Dorf. In der Vorhut begann er dann, die Bewohner dort auszubilden, um sich vor Feinden zu schützen. Und auch dort hatte Siba seinen nächsten Geistesblitz. Ihr kennt doch bestimmt den Wegweiser vor dem Nord-Tor in Spagonia? Dort wo geschrieben steht, dass man den Kühlweg entlanggehen muss, um nach Holaska zu gelangen. Und natürlich auch die 422 Kilometer. Dieses Schild stammt ebenfalls von Siba. Er hat euch bestimmt schon von seiner Strategie erzählt. Und seither ist er der Häuptling von Holaska und der Vorhut. Ich bedaure es immer noch sehr, dass Siba damals nicht seine Chance, Champ zu werden, nicht nutzen konnte. Wäre ich nur damals ein besserer Dorfältester gewesen, hätte ich das Dorf besser geführt, so könnte Siba schon längst der neue Champ sein. Doch leider war es dem nicht so. Das Dorf und ich schulden ihm zu viel. Versteht ihr? Siba ist ein großartiger Mensch. Er hatte viel Talent, welches er für sein Dorf einsetzte ...“, erzählte der Dorfälteste mit ruhiger Stimme. Eine Träne floss aus seinem rechten Auge, als er zurück in die Vergangenheit blickte.

„Verstehe, darum ist Siba so beliebt“, flüsterte Leon. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie schlimm diese Hungersnot damals war, und auch will ich mir nicht vorstellen, wie sich Siba damals gefühlt haben muss. Sein Herz war hin- und hergerissen zwischen seinem Traum, Champ zu werden, und das Dorf zu beschützen und retten. Eine schwierige Entscheidung“, meinte Marco ernstvoll. Der Älteste sah zu ihm auf. „Du hast Recht, du hast es erfasst“, flüsterte der alte Mann deprimierend. „Auf jeden Fall werde ich jetzt zu ihm gehen. Bis dahin habt ihr schön brav weiter trainiert. Jeden Tag zwanzig Runden. Und macht am besten vorher wieder ein Wettrennen von eurer Hütte bis zum Trainingsplatz. Lasst den Verlierer und seine Pokemon wieder zehn Extrarunden laufen“, forderte der Mann auf. Er lächelte wieder. Die Stimmung kam langsam zurück. „Wird gemacht!“, riefen die Trainer gleichzeitig. „Es wird eine gute Weile dauern, bis ich zurück mit dem Häuptling komme, da der Weg zur Vorhut keine tolle Eisrutsche beinhaltet“, meinte der Älteste und fing an zu lachen. Leon und Marco seufzten. Die beiden Freunde verabschiedeten sich von dem alten Mann und versprachen ihm, dass sie weiter trainieren würden. „Gehen wir zur Hütte zurück. Morgen können wir dann bei Holga frühstücken“, schlug Marco vor. „Genau das wollte ich jetzt hören“, gab Leon zurück und die beiden fingen an zu lachen...
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Re: Auf in die Welt

#1292307 von Donnerkralle
06.08.2017, 22:28
Kapitel 29: Große Hürde
Geschafft! Die dreißigste Runde wieder einmal überstanden! Leon erreichte gerade das Ende der letzten Runde. Hinter ihm kam Marco angerannt. „Das wars dann“, keuchte Marco. Leon nickte. Es war Mittag. Die Sonne schien hoch am Himmel und erwärmte den schönen Tag. Der Schnee glitzerte beim Anblick der Sonne. Leon und Marco trainierten Tag für Tag, seit der Dorfälteste zur Vorhut marschiert war. Ein Monat verging wie in Fluge und die beiden Trainer hatten sich gut weiterentwickelt. Sie und ihre Pokemon sammelten wichtige Erfahrungen während der Trainingszeit. Leon und sein Freund beschlossten, als der Älteste aufbrach, neben den Runden auch Kampftraining durchzuführen. Die Pokemon bekämpften sie freundschaftlich, aber auch mit einem gewissen Ehrgeiz gingen sie in das Gefecht. Zorua entwickelte sich dabei zu Zoruark. Leon war überaus stolz und glücklich über dieses Ereignis. Auch Zoruark freute sich sehr. „Glaubst du, der Älteste kommt noch? Heute beginnt ja ein neuer Monat. Und uns bleiben nur noch zwei bis zum Turnier. Deshalb möchte gerne nach Empire City wandern, um meinen Rang nach oben zu katapultieren“, meinte Leon nachdenklich. „Ja, ich verstehe dich. Trotzdem sollten wir uns wenigstens von ihnen Verabschieden. Auch von Holga“, erinnerte Marco. Leon nickte. „Einverstanden. Dann war das heute unser letztes Training. Gehen wir am besten sofort zu Holga“, drängte Leon und marschierte los. Marco seufzte und begab sich zu seinem Freund. Doch mitten auf dem Weg trafen sie den Dorfältesten.

„Uh? Ältester?“, stotterte Leon. „Hallo ihr zwei, lange nicht gesehen, nicht wahr?“, grüßte der Älteste. „Leon und Marco. Ihr seht stärker aus“, begrüßte eine bekannte Stimme. Ein großer, stämmiger Mann trat hervor. „Häuptling Siba!“, grüßte Marco erfreut. „Ihr wolltet doch nicht einfach abhauen, ohne euch zu verabschieden?“, hob Siba an. Die Freunde schüttelten den Kopf. „Gut. Aber bevor ihr geht, möchte ich euch prüfen“, meinte Siba ernstvoll. Woher will er wissen, dass wir von hier gehen wollen? „Inwiefern?“, wollte Marco wissen. „Mit einem Pokemon Kampf natürlich!“, brummte Siba. Es dauerte nicht lange und schon standen alle vier wieder am Trainingsplatz. „Hört zu, bevor ihr mich nicht besiegen könnt, habt ihr in der Liga nichts verloren!“, rief Siba. Leon blickte den Häuptling herausfordern an. „Die Regeln dieses Kampfes sind ganz klar und deutlich. Ihr zwei werdet gegen mein Pokemon antreten. Wenn ihr es besiegt, dürft ihr zur Liga gehen, aber solltet ihr scheitern, so bleibt ihr die restlichen zwei Monate hier, bis das Auswahlturnier vorüber ist!“, erklärte Siba mit fester Stimme und holte sein Pokemon heraus. „Los, Siberio!“, schrie der Häuptling und das Eisbären-Pokemon trat in Erscheinung. Leon erstarrte. Mit weit aufgeschreckten Augen starrte er das Pokemon an. „S-sibero? Ist d-das etwa dieses Siberio ...“, flüsterte Leon. „Wir zwei sollen dein Siberio besiegen?“, schaltete sich Marco ein. „Richtig, dabei dürft ihr euer ganzes Team benutzen“, erklärte Siba.

„Ein Momentmal!“, rief Marco, „Was springt dabei für uns raus?“ „Viele Gewinnpunkte“, antwortete der Häuptling knapp. Leon sah auf. Er erholte sich langsam von seinem Schock. „Los, Lohgock!“, schrie Leon und holte sein Pokemon heraus. „Lucario, hilf ihm!“, brüllte Marco entschlossen. Lohgock und Lucario blickten Siberio hasserfüllt an. Auch sie vergaßen nicht, was an jenem Tag geschah. Siberio brüllte lautstark und ging in Kampfposition. Aus Lohgocks Armen schossen heiße Flammen hervor. Spannung lag in der Luft. Lohgock konnte sich kaum zurückhalten, am liebsten würde er Siberio den Kopf abschlagen. Leon spürte den Zorn von seinem Partner. „Lohgock, greif an mit Feuerfeger!“, jaulte Leon zornig. Schneller als beim letztem Male schoss das Feuer Pokemon vor, dabei fingen seine kraftvollen Füße Feuer. Diese ließen den Schnee schmelzen. Siba jedoch blieb genauso wie sein Pokemon seelenruhig. Lohgock sprang in die Höhe und verpasste Siberio einen harten Hieb gegen den Schädel. Siberio jaulte überrascht auf und wurde zu Boden geschmettert. „Oh, nicht schlecht. Hätte nicht erwarte, dass es solche Kräfte schon besitzen würde“, meinte Siba überrascht. Seine hellgrünen Augen blitzten voller Kampfsucht. „Siberio, kontere mit Wasserdüse!“, befahl Siba. Auf der Stelle rappelte sich das Eis Pokemon auf und umhüllte sich in eiskaltes Wasser.

Blitzartig schoss Siberio vor und rammte Lohgock. Doch dieser hielt die Wucht stand und bewegte sich keinen Millimeter. Das Wasser löste sich auf und Lohgock hielt Siberio fest. „Jetzt Doppelkick!“, jaulte Leon. Lohgock holte zuerst mit seinem linken Knie aus und boxte es gegen den großen Bauch von Siberio. Dieser schrie vor Schmerz auf. Jetzt schubste Lohgock seinen Gegner von sich weg und verpasste ihm einen kraftvollen Tritt in die Magengrube. Durch die Wucht wurde es zu Boden gehauen. „Aurasphäre!“, befahl Marco plötzlich. Augenblicklich formte Lucario seine bekannte blaue Kugel und feuerte sie ab. Die Aurasphäre zielte auf das am Boden liegende Pokemon. Es verursachte eine kleine Explosion. Der Häuptling stand weiterhin still. Prüfend blickte er zu den beiden Freunde. Diese erwiderten seinen Blick. Entschlossen starrten sie ihn an. Als die Staubwolke sich auflöste, lag Siberio immer noch am Boden und bewegte sich kaum. Doch plötzlich wurde der Ausdruck von Siba hart. „Siberio, es wird Zeit, dass wir ernst machen! Zeig ihnen deine volle Kraft!“, befahl der Häuptling mit fester Stimme. Auf der Stelle sprang das Eis Pokemon auf und brüllte wild entschlossen. „Das war also nicht seine ganze Kraft. Nun war ja irgendwie klar, jemand der mal so einen guten Rang hatte, wird sicherlich einiges noch zu bieten haben“, flüsterte Leon. Aber dennoch! Ich werde siegen! Niemand wird sich mir in den Weg stellen! „Lohgock, zeigen wir ihn, dass unser Training nicht umsonst war!“, brüllte Leon. Lohgock kochte vor Wut. Erneut raste es auf seinen Gegner hinzu. „Flammenblitz!“, rief sein Trainer.

Heißblaues Feuer umhüllte den Körper des aggressiven Pokemon. Lohgock wurde immer schneller und schneller. Wie ein brennender Pfeil schoss er nach vorn. „Kontere mit Wasserdüse!“, befahl Siba. Auf der Stelle griff Siberio an. Doch bevor die beiden kollidierten, sprang Lucario mitten in das Geschehen. „Was machst du da?!“, rief Leon überrascht und verärgert. „Kraftwelle!“, schrie Marco selbstsicher. Das Aura Pokemon streckte seine beiden Arme nach den angreifenden Pokemon. Es fing mit seiner linken Hand Lohgock, und mit seiner rechten Hand Siberio ab. Doch ihre Wucht drängte Lucario sehr und er drohte zerquetscht zu werden. Allerdings umhüllte sich eine blaue Aura um ihn und er gewann an Kraft. Lucario strich mit seinen Händen und verpasste je einen von ihnen eine starke Kraftwelle. Er absorbierte die Angriffe und schickte sie zurück. Eine gewaltige Explosion trat zur Folge. Alle drei Pokemon wurden von der Schockwelle erfasst und davongefegt. „Marco, was sollte das?!“, fuhr Leon ihn an. „Feuer gegen Wasser, man Leon, lernst du nie aus deinen Fehlern?!“, konterte der blonde Trainer verärgert. „Was?!“, knurrte Leon verärgert. „Lohgock hätte das Kräftemessen verloren und wäre besiegt worden!“, schrie Marco. Leon stockte der Atem.

Währenddessen stand schon Siberio auf. Lucario erwischte es am härtesten und lag noch am Boden, Lohgock rappelte sich derweil mühsam auf. „Gute Idee, Marco. Du hast gerade sowohl Siberio, auch als Lohgocks Angriff pariert. Gut gemacht“, erklärte Siba. „Ich hätte es beinahe schon wieder vermasselt. Tut mir leid Marco“, entschuldigte sich Leon. „Vergiss es“, meinte Marco und sah weg. „Es wird Zeit, dies zu beenden“, meinte der Häuptling. Nervös blickte Leon zu Siba. Was hat er vor? Welcher Angriff folgt demnächst? Er macht jetzt komplett ernst. Auch Marco sah den Häuptling verunsichert an. Siba griff mit seiner rechten Hand auf sein Armband und betätigte einen gelben Kristall. Leon weitete seine Augen vor Schreck. „Ist das etwa das, was ich denke?“, flüsterte er zu Marco. „Lucario, egal was passiert, weich dem Angriff aus!“, schrie Marco mit nervöser Stimme. Eine starke Aura umhüllte Siba. „Verdammt!“, jaulte Leon verzweifelt. Doch plötzlich verblasste die Aura um den Häuptling. Verwirrt schaute Leon zu Siba. „Hahaha, ihr seid noch nicht bereit dafür. Ich kämpfe weiter ohne Z-Attacken gegen euch. Es wäre nur fair, denn immerhin besitzt ihr selber noch keine weiteren Z-Kristallen. Aber egal, los Siberio, Eiszapfhagel!“, rief Siba motiviert. „Lohgock, ausweichen!“, befahl Leon. Siberio formte einen schweren Eisklumpen und war ihn in die Höhe. Auf einmal tauchten unzählige Eiszapfen auf und schmetterten zu Boden. Lohgock und Lucario weichten den Angriffen geschickt aus. Seite an Seite rannten sie auf Siberio zu. Durch die besondere Fähigkeit von Lohgock, und auch vom harten und effektiven Training, war das Feuer Pokemon so schnell wie der Wind.

„Feuerfeger! Lichtkanone!“, riefen die beiden Trainer gemeinsam. Lohgock erreichte als erster den Gegner und verpasste ihm zwei heiße und kraftvolle Tritte gegen seinen Bauch. Siberio wollte gerade mit seinen Klauen ausholen, doch das Feuer Pokemon machte einen gewaltigen Satz nach links und wich dem Angriff komplett aus. Blitzartig schoss ein silberner Lichtstrahl vor und zielte auf das Eis Pokemon. Dieser völlig unvorbereitet, wurde hart getroffen und nach hinten geschleudert. „Beende es, Flammenblitz!“, brüllte Leon entschlossen. Flammen schossen überall von Lohgock hervor. Die heißen, blauen Flammen umarmten das Feuer Pokemon regelrecht. Der gesamte Schnee vom Trainingsplatz schmolz dadurch. Augenblicklich wurde Leon kurzzeitig von einer Aura umhüllt. „Wow, diese Kraft, woher kommt die?“, fragte er sich selbst. „Wasserdüse!“, rief Siba plötzlich. Auf der Stelle umhüllte sich Siberio in eiskaltes Wasser und flog auf Lohgock hinzu. Bevor das Feuer Pokemon reagieren konnte, befand sich Siberio schon in unmittelbarer Nähe. „Turbotempo!“, schrie Marco und beteiligte sich wieder am Kampf. Eher Siberio die Chance hatte, Lohgock zu treffen, tauchte Lucario aus dem Nichts auf und schlug auf ihn ein. Somit blockte das Aura Pokemon die Wasserdüse. Dankbar sah Leon zu seinem Freund. Jetzt konnte Lohgock den Gegner direkt angreifen. Auf der Stelle sprang es auf das Eis Pokemon. Lohgock rammte Siberio mit seinem geladenen Körper und die Flammen verteilten sich überall bis schließlich eine heftige Explosion folgte.

Als dies vorüber war, lagen Siberio und Lohgock am Boden, während Lucario kniend danebenstand. „Siberio ist besiegt“, meldete der Dorfälteste auf einmal. Lohgock stieß ein kurzes Geheul aus und stand angeschlagen wieder auf. „Lohgock, du hast es geschafft, du hast ihn besiegt!“, lobte Leon seinen Partner. „Sauber Arbeit, Lucario!“, jubelte Marco erfreut. „Hey, Marco, und auch du Lucario, danke für eure tolle Unterstützung, ohne euch wären wir baden gegangen“, meinte Leon beschämt. „Schon in Ordnung“, gab der blonde Trainer zurück. Alle drei Trainer holten ihre Pokemon zurück. „Herzlichen Glückwunsch, ihr beide habt gemeinsam mit euren Pokemon tapfer gekämpft. Ihr solltet wirklich die Liga aufmischen. Wehe keiner von euch schafft es zu den Top Vier!“, meinte Siba freundlich. Dankbar sahen sie den Häuptling an. „Ach ja, das hätte ich fast schon wieder vergessen. Eigentlich wollte ich die euch schon das letztes Mal geben, hier die Eis-Z-Kristalle, auch genannt Glacium Z“, erzählte Siba und gaben jeden von ihnen ein Z-Kristall. „Danke“, sagten die Trainer gleichzeitig. „Denkt daran, eine Z-Attacke in der Liga zu verwenden. Ihr werdet diese Stärke von Nöten haben. Aber beachtet ebenfalls, dass eure Gegner sehr wahrscheinlich auch Z-Angriffe ausführen werden. Und übt bitte vorher, bevor ihr sie beim Turnier ausprobiert. Wir wollen doch nicht, dass ihr euch zum Griffel macht. Also na dann, viel Glück auf für eure Reise!“, sprach Siba mit freundlicher Stimmlage. „Auch von mir sollt ihr alles Gute gewünscht bekommen“, sagte der Dorfälteste. „Vielen Dank!“, riefen die Freunde zur gleichen Zeit. Allmählich ging die Sonne unter und Leon und Marco machten sie auf zu ihrer Hütte.

„Ah, ich werde diese Hütte vermissen. Dieser angenehme Duft von Holz“, schwärmte Marco nostalgisch. „Kann ich verstehen. Holaska hat mir viel beigebracht. Es war richtig, hier her zu kommen. Wird wohl etwas dauern, bis wir hier wieder zurückkommen“, meinte Leon und seufzte. Marco packte gerade seine frischen Klamotten in seinen Rucksack. „Gut, gehen wir uns schnell verabschieden und brechen dann nach Spagonia auf“, schlug Marco vor. Leon nickte zufrieden und die beiden marschierten zu ihrer Nachbarin. „Aber, aber, ihr zwei seid doch viel zu jung für die Liga!“, tändelte Holga und umarmte die beiden Trainer. „Schon in Ordnung, Holga“, krächzte Marco, der vor der festen Umarmung kaum Luft bekam. Schlussendlich ließ sie los. „Ich werde euch vermissen“, sagte Holga und blickte traurig. „Wir dich auch. Danke für alles Holga, aber wir müssen unser Traum noch erfüllen. Deswegen müssen wir gehen“, erklärte Leon mit einem heruntergekommenen Blick. Holga sah sie nur liebevoll an. Sie blieben noch den ganzen Abend bei ihr und aßen und tranken viel. Letztendliche verabschiedeten sie sich von ihr und machten sich auf den Weg.

Der Dorfälteste und der Häuptling erwarteten sie vor ihrer Holzhütte. „Häuptling Siba, Dorfältester!“, grüßte Marco selbstbewusst. „Brechen wir auf“, meinte Siba und begann zu marschieren. „Bring sie sicher zur Vorhut, Siba!“, rief der Ältester hinterher. Der große Mann hob seinen Arm als Zustimmung. Der Vollmond schien über das gesamte Dorf, kein Wind wehte. Der weiße Schnee leuchtete silber und die Straßenlaternen erleuchteten die Pfade und sorgten für ein romantisches Klima. Siba führte die Gruppe abseits des Zentrums. Nur noch wenige Häuser befanden sich auf dieser Landschaft. Die Nacht schickte Wolken und verdeckte den silbrigen Mond. Leon kniff die Augen zusammen. Mist, jetz sehe ich fast gar nichts mehr. Hoffentlich verirre ich mich nicht. Sie wanderten schon eine halbe Stunde und es gab immer noch kein Anzeichen von der Kulturstadt Spagonia. Langsam stieg Zweifel in Leon auf. „Wann sind wir ungefähr da?“, fragte er plötzlich. „Bald“, antwortete Siba. Der schwarzhaarige Trainer seufzte nur. Trotzdem keimte Hoffnung in Leons Brust auf. Bald also, eh? Nun gut. Hoffentlich schaffen wir es, bevor die Sonne aufgeht. Allerdings vergingen schon mehrere Stunden und die Zweifel wuchsen ständig. Auch Marcos Blick verriet, dass er sich sorgte. Um sie herum befand sich nur noch die weiße, hügelige Landschaft. Keine Häuser, Laternen oder Berge. „Wie soll man sich nur hier auskennen?“, flüsterte Leon zu sich selber. Allmählich spürte er die Erschöpfung. Seine Beine schmerzten und die Müdigkeit übernahm hin und wieder die Oberhand. Ständig gähnte er. Auch der blonde Trainer wirkte niedergeschlagen. Ein paar Male stolperte er sogar über seine eigenen Füße. Doch auf einmal blieb der Häuptling stehen.

„Sind wir angekommen?“, fragte Marco und brach die Schweigsamkeit. „Jawohl, wir sind da“, meinte Siba hocherfreut. Leon blickte sich um. Sie waren immer noch umgeben von der Schneelandschaft. „Äh, wo genau befinden wir uns gerade?“, hob er an. „Geduldet euch ein bisschen“, entgegnete Siba. Leon kratzte sich am Kopf. Plötzlich erschien ein kleines Leuchten in der Nähe. Am Anfang dachte Leon, dass das nur pure Einbildung wäre, doch die Lichter kamen immer näher. „Da sind sie, die guten alten Irrlichter“, sagte Siba und lachte dabei. „Irrlichter?!“, riefen die Freunde gleichzeitig. Sie hatten bis jetzt nur schlechte Erfahrung mit Irrlichtern gehabt und wirkten daher recht nervös. Doch dieses Mal erschien kein Pokemon, stattdessen teilte sich das Irrlicht auf und formte einen Wegweiser Richtung Norden, ausgehend von der Blickrichtung von der Gruppe. „Hier ist Endstation für mich“, sagte der Häuptling und blickte zu den zwei Trainern. „Wisst ihr, ihr erinnert mich ein bisschen an jemanden“, meinte Siba. Leon und Marco schwiegen. „Folgt den Irrlichtern, und ihr kommt sicher zum Nord-Tor. Viel Glück und sichere Reise!“, sprach Siba mit fester Stimme. „Danke für Alles!“, rief Marco. „Ja, vielen Dank, Siba“, meinte Leon. Die Freunde verabschiedeten sich von dem Häuptling und folgten letztendlich den Irrlichtern. Doch gleichdarauf drehten sie sich nochmals um, doch Siba war schon längst verschwunden. „Holaska lassen wir endlich hinter uns“, sagte dann Leon. „Ja, dennoch, ich muss sagen, dass ich Siba nie vergessen werde“, flüsterte Marco und ging langsam weiter. Leon nickte und sah zum dunklen Himmel. Die Wolkendecke zog weiter und der Mond erhellte wieder die Nacht...
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Re: Auf in die Welt

#1292530 von Donnerkralle
10.08.2017, 22:11
Kapitel 30: Weg zur Hauptstadt
Mühsam hinkten Leon und Marco den Irrlichtern hinterher. Mehrere Stunden vergingen, als sie das letzte Mal miteinander gesprochen hatten. Die Nacht verschwand bald, es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die Sonne den Tag erleuchten würde. Leon merkte, wie die Irrlichter allmählich schwächer wurden. Wenn wir uns nicht beeilen, lösen sich die Lichter auf und wir werden nie wieder hier rauskommen. Als gerade die Morgendämmerung eintrat, sah Marco von weitem schon das Nord-Tor. „Sieh mal, Leon, endlich, das Nord-Tor. Wir sind zurück!“, jubelte der blonde Trainer mit letzter Kraft. Leon kniff die Augen zusammen und versuchte etwas zu erkennen, doch vergebens. Plötzlich rutschte der Trainer aus. „Ah! Ah, man, wieso ist der Boden auf einmal so glatt?!“, fluchte er und stand wieder auf. „Alles klar, Leon?“, fragte Marco besorgt, konnte sich aber ein Kichern nicht verkneifen. Erst jetzt bemerkte Leon, dass sie sich wieder auf dem Kühlweg befanden. Aufgrund des Klimas befand sich hier nicht mehr so viel Schnee, allerdings war der Boden zugefroren. „Sieht so aus, als hätte es selbst hier schon heftig geschneit. Schnee in Spagonia, im Sommer!“, staunte Marco. „Hey, die Irrlichter sind weg“, erwähnte Leon plötzlich. Der blonde Trainer sah auf und blickte umher. „Du hast Recht, sie sin-“, er brach ab, als etwas vor ihm erschien. Die Irrlichter taten sich zusammen und ein Frosdedje trat ihn Erscheinung. Auf der Stelle erschraken die beiden Freunde. „Dann war es doch ein Pokemon!“, brummte Leon und griff nach seinem Pokeball.

„Warte Leon, ich glaub es möchte gar nicht kämpfen“, hob Marco vorsichtig an. Langsam holte der blonde Trainer einen Premierball aus seinem Rucksack. „Diesen Ball habe ich mir für ganz seltene Pokemon aufgehoben“, flüsterte er und sah das Frosdedje tief in die Augen. Es erwiderte seinen Blick. Vorsichtig bewegte er sich zu ihr und hielt den Premierball vor ihren Augen. Frosdedje drückte freiwillig auf den Knopf und wurde in den Ball befördert. Der Premierball ruckelte ein paar Male, bis er den Laut freigab, dass das Pokemon gefangen worden sei. „Du hast es gefangen?“, staunte Leon. „Ja, und nein. Sie wollte, dass ich sie fange. Super! Ein neues Teammitglied! Bühne frei für Frosdedje!“, freute sich Marco. Leon lächelte. Gerade ging auch schon die warme Sonne auf. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das das Frosdedje war, welches wir damals bekämpft haben, als das Siberio dich verletzte“, meinte Marco ernst. „Wollte es sich etwa entschuldigen?“, hob Leon an. Marco zuckte mit den Schultern. „Naja, gehen wir doch erstmal wieder in die Stadt“, schlug Leon vor und die beiden betraten das Nord-Tor. „Noch keiner hier, nicht einmal die Empfangsdame“, flüsterte Marco. Leon schaute auf sein Poketech. „Es ist ja auch erst 4:27 Uhr“, flüsterte Leon zurück. Still passierten sie das Tor.

Eine Hitzewelle kam ihnen entgegen. „Oh man, ich habe glatt vergessen, wie es sich anfühlt, wieder Sommertemperaturen zu spüren“, meinte Marco und zog sich seinen olivgrünen Schal aus. „Lang ist es her, dass wir Spagonia betreten haben. Bis jetzt hatten wir nicht viel Glück hier“, antwortete Leon und dachte an die Ereignisse. „Schauen wir uns mal die Lage im Stadtzentrum an“, schlug Marco vor. „Einverstanden“, antwortete sein Freund. Gemeinsam marschierten sie Richtung Zentrum, bis plötzlich Leon wieder etwas einfiel. „Momentmal, Marco, erinnerst du dich daran, was Siba gesagt hat, wenn wir ihn besiegen würden“, fragte Leon. „Äh, wir bekommen viele Gewinnpunkte?“, stotterte der Trainer. Leon zog ein schelmisches Grinsen. „Richtig, schauen wir doch mal nach, auf welchen Rang wir uns befinden“, sagte er und blickte aufgeregt auf sein Poketech. Leon stockte der Atem. „Rang 130“, flüsterte er. „Ich habe Rang 115“, sagte Marco. „Unglaublich. Einfach so 300 Plätze überflogen. Wie stark war dieser Siba wirklich? Sein Rang war wahrscheinlich noch besser, als uns der Dorfälteste das erzählt hat“, staunte Leon. „Hey Leon, wir könnten es schaffen. Zwei Monate haben wir noch! Wenn wir jetzt Gas geben, schaffen wir es unter den Top 50. Es könnte klappen“, erklärte Marco aufgeregt. „Oh ja, Siba hat uns erneut den Hintern gerettet! Fahren wir auf der Stelle nach Empire City! Dort wimmelt es sicherlich von starken Trainern!“, erzählte Leon euphorisch und rannte zum Zentrum.

Leon wählte als Weg eine breite Promenade. Viele Menschen kamen an ihnen vorbei. Nach der schrecklichen Zeit herrschte endlich wieder Alltag. Der orange Boden wurde restauriert, keine einzige Narbe, die an den Anschlag erinnerte, verblieb. Die hübschen Häuser mit den bekannten orangenen Dächern standen ebenfalls wieder. Der Bürgermeister bezahlte alle Kosten, ohne auch mit der Wimper zu zucken. „Die Bauarbeiten sind wohl schon fertig“, meinte Marco und sah sich fröhlich um. „Ja, scheint so. Sieh, der Kirchturm“, sagte Leon und deutete auf das große Uhrwerk. „Du meinst den Uhrturm? Ich kann mich nicht erinnern, ob er von der Explosion getroffen wurde oder nicht. Er sieht genauso aus wie beim letzten Mal“, gestand Marco und grübelte über den Turm. „Tja, ehrlich gesagt, ich weiß es selber nicht mehr. Aber egal. Gehen wir schnell zur Stadtmitte und dann ab nach Empire City“, feuerte Leon sich selbst an. Marco seufzte. Gemütlich spazierten sie zum Zentrum der Stadt. Auf dem Weg dorthin blieb Leon bei jeder kleinen Attraktion von verschieden Artisten stehen und begutachtete sie. „Und mir sagt er, ich soll mich beeilen“, murmelte der blonde Trainer und wartete etwas abseits von der besuchten Vorstellung. Ein Clown jonglierte mit sechs Meisterbällen, dabei stand er mit seinem linken Fuß auf einen Fußball während der rechte kerzengrad nach hinten gestreckt wurde. „Unglaublich!“, staunte Leon und ließ den Clown nicht aus den Augen. Auch die anderen, vor allem Touristen sahen zu. Schnell bildete sich eine Gruppierung. Plötzlich öffnete sich ein Meisterball und ein Pantimos trat in Erscheinung. Das Pokemon pantomirte die Bewegungen seines Trainers nach. Die Zuschauer gerieten ins Lachen. Danach stieß Pantimos den Clown vom Ball. Die Meisterbälle fing er jedoch flink auf und übernahm nun die Rolle seines Trainers. Auf einmal begann Pantimos sich mit dem Ball zu bewegen. Während er jonglierte, drehte er gleichzeitig kleine Runden um ein paar Kinder. Ihre strahlenden Augen verrieten, dass ihnen die Darstellung sehr gefiel. Nachdem der Clown schlussendlich sich gemeinsam mit Pantimos verbeugte, fingen alle an zu klatschen und jubeln. Pantimos schnappte sich die Clown-Mütze und drehte sie um. Auf der Stelle liefen die kleinen Kinder mit Geldmünzen und warfen es in den Hut. Der Artist und sein Pokemon bedankten sich.

„Fertig mit der Kindershow?“, höhnte Marco. „Ach, sei doch still. Bist wohl zu cool für sowas, nicht wahr?“, neckte Leon. „Weiß nicht, aber würde Indra dich sehen, hätte er sich schief gelacht“, konterte Marco selbstsicher. „Ah“, die Worte blieben in seinem Hals stecken. „Du, äh, gehen wir weiter“, stotterte Leon beschämt. Marco musste lachen. Zusammen erreichten sie die Stadtmitte. Sie war, im Gegensatz zum letzten Mal, extrem verschönert worden. Ein riesiger, kreisförmiger Boden erstreckte sich. Um den kreisförmigen, orangen Boden standen altmodische Häuser mit den typischen Dächern. Mitten im Kreis stand ein wunderschöner Springbrunnen. Rundherum wurden Blumen und kleine Bäume gepflanzt. Der orangene Boden war fast zur Hälfte von Pflanzen bewuchert. Diese verschönerten den gesamten Platz. „Wow, die haben wirklich ihr Bestes geben, sowas tolles habe ich lange nicht mehr gesehen“, staunte Leon und stand mit offenen Munde da. „Würde mir jemand sagen, dass vor zwei Monaten noch eine Bombe eingeschlagen hat, dem würde ich nicht Glauben schenken“, erwiderte Marco und lächelte. „Jetzt fühle ich mich viel besser“, meinte Leon. „Ja, das schlechte Gewissen ist nun verschwunden, zumindest das für Spagonia“, erzählte der blonde Trainer. „Wir müssen nur noch Theo und Mazuri rächen“, erinnerte Leon und blickte ernst. „Als du beim Clown standst, habe ich mit einem Passanten ausgetauscht. Anscheinend wurde ein neuer Friedhof, östlich von hier, errichtet. Zu Gedenken an den Opfern, die ihr Leben früher als geplant, aufgeben mussten“, erzählte Marco mit einer ruhigen Stimme. Sie hielten eine Schweigeminute. Obwohl sich hier viele Menschen und Pokemon befanden, war es angenehm ruhig. Der Wind blies eine willkommene Briese.

„Also, auf zur Hauptstadt!“, sagte Leon. „Jep, nehmen wir am besten den Schnellzug. Mit dem sind wir in nur zwei Stunden dort“, erklärte Marco. Leon schauderte. „Mit dem Zug?“, hob er zögernd an. „Ähm, alles in Ordnung?“, fragte sein Freund. „Nehmen wir doch einfach ein Taxi“, schlug Leon schnell vor. „Ein Taxi kostet uns zu viel. Außerdem dauert es dann viel länger. Du weißt doch, dass von hier zur Hauptstadt und zurück ein riesen Verkehr herrscht. Da kommt es leicht zu Staus. Für den Schnellzug spricht also nichts dagegen“, meinte Marco und sah seinem besten Freund verwirrt an. „Ja schon, es ist nur ...“, seine Stimme verstarb. Leon sah zu Boden und suchte nach den richtigen Worten. „Es ist nur was?“, wiederholte Marco. „Okay, okay, ich gebe es zu, ich habe Angst vor Zügen! Bitte schön!“, blaffte Leon beschämt. „Vor Zügen?“, wiederholte Marco und sah in verunsichert an. Leon blickte ihm in die Augen. „Ja“, antwortete er knapp. „Okay, und wieso?“, wollte sein Freund wissen. „Naja, erinnerst du dich damals, als wir gemeinsam in Evali, vor ungefähr acht Jahren, diesen einen Horrorfilm gesehen haben? Da war diese eine Szene im Zug, wo ein Waggon voller Menschen explodierte. Und danach der gesamte Zug entgleiste und ein anderer Zug ihn voll erwischte. Das hat mich damals richtig mitgenommen“, erzählte Leon und seufzte. „Okay, ja der Film war damals schon gruselig. Aber Leon, der Empire-Express hatte seit zehn Jahren keinen Unfall mehr. Es wurde als sicherste Zug-Linie der Welt eingestuft. Es gibt kein Grund zur Besorgnis“, versicherte sein Freund ihm. „Ich weiß nicht so Recht, was wenn plötzlich doch was schief geht, und wir alle draufgehen“, meinte Leon und sah weg. „Hörst du dir überhaupt selbst zu? Warum sollte ausgerechnet heute sowas passieren? Eher würdest du einem schillernden Pokemon begegnen, als aus dem Zug zu fliegen oder explodieren oder sonst noch was. Hast du schon vergessen, dass wir schlimmeres erlebt haben? Als und John Dom aus dem Luftschiff runterschmiss oder das heftige Gewitter in Mazuri oder dein Tod beim Kühlweg. Du hast den Tod überwunden. Normalerweise solltest du gar keine Angst mehr haben!“, sagte Marco aufmunternd. „Schon gut, schon gut, los bringen wir es hinter uns“, meinte Leon.

Die Freunde stolzierten zum Bahnhof. Dieser befand sich im Westen von Spagonia. Doch schon auf dem halben Weg mietete sich Marco ein Taxi. Die Trainer wurden in Windeseile zum Bahnhof befördert. Der blonde Trainer bezahlte für die Dienstleistung und die beiden gingen hinein. „Hier ist auch alles voller Leute. Es wird ewig dauern, ein Ticket zu kaufen. Fahren wir doch mit dem Taxi weiter“, meinte Leon. „Oh nein, mal im Ernst, willst du überhaupt noch zur Liga? Wir sind offiziell noch nicht qualifiziert. Deswegen sollten wir keine Zeit verschwenden und endlich nach Empire City aufbrechen!“, meinte Marco mit einer gewissen Schärfe. Leon antwortete nicht. Marco kaufte für beide je ein Ticket am Schalter und begab sich dann wieder zu seinem Freund. „Hier dein Ticket, in sieben Minuten kommt der Zug. Wir fahren mit der Empire-Line, los gehen wir“, sprach Marco. Die beiden marschierten hastig zur Haltestelle und warteten auf den Schnellzug, dabei wurde Leon von Minute zur Minute nervöser. „Krieg dich wieder ein!“, fuhr Marco ihn an. Leon atmete tief ein und aus. In einer Minute würde der Zug auftauchen. Nach einer halben Minute Verspätung blieb der Empire-Express stehen. Die Türen öffneten sich und eine wahnsinnige große Menschenmasse trat heraus. Eher sich Leon versah, wurde er von seinem Freund getrennt. „Marco! Marco!“, schrie er verzweifelt, doch er bekam keine Antwort. Mit der Masse wurde es noch schlimmer, als sich die ungeduldigen Passanten in den Zug quetschten. Unsicher ging Leon zum Eingang, doch wurde von der Masse auf der Stelle hineingestoßen. Leon bekam eine Panikattacke. „Ruhig, ruhig! Bleib ganz ruhig!“, rief er zu sich selbst. Eingequetscht zwischen zwei kräftigeren Personen saß Leon auf den halbbequemen, knallroten Sitzplatz. Der Zug war wieder einmal überfüllt. Als sich die Türen schlossen, stieg erneut Panik in ihm auf. „Es wird nichts passieren, Marco hat Recht. Ich muss mich zusammenreißen. Sonst schaffe ich die Liga nie!“, flüsterte er. Der Schnellzug nahm an Geschwindigkeit zu. Leon erwartete, dass der Zug heftig ruckeln würde, doch er war ganz still. Vielleicht ist es doch nicht so schlimm. Ich schaffe das. Ich werde diese Fahrt überleben! Empire City, ich komme! Der Schnellzug fuhr mit hoher Geschwindigkeit Richtung Bahnhof von der Hauptstadt Unorga...

Kapitel 31: Erscheinung noch diese Woche
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Re: Auf in die Welt

#1292712 von Donnerkralle
13.08.2017, 14:35
Kapitel 31: Empire City
„Nächster Halt, Empire City West Bahnhof!“, dröhnte es aus den Lautsprechern. Leon atmete erleichtert auf. Endlich habe ich diese nervige Zugfahrt hinter mir. Hoffentlich ist Marco in der Nähe. Als der Schnellzug langsamer wurde, bereiteten sich schon alle auf den Ausstieg vor. Ungeduldig drängten sie sich gegenseitig. Alle hatten es sehr eilig. Die Sitznachbarn von Leon standen ebenfalls schon auf. Leon ließ sich sagen, dass, wenn er etwas länger warten würde, könnte er entspannt aussteigen. Deshalb ließ er alle Passanten vor. Doch als sich die Türen öffneten, auf die sich schon alle sehnsüchtig freuten, strömte eine ganzer neuer Haufen von Touristen in den Express. In dem Augenblick erkannte Leon seinen fatalen Fehlern. Verschiedene Leute blockierten ihm den Weg nach draußen. Jetzt konnte er nicht raus. Wieso können die nicht einmal warten, bevor die Insassen ausgestiegen sind? Wut flammte in Leon auf. Er sprang von seinem Sitzplatz auf, stieß ein paar Touristen unbeholfen weg und marschierte dann schnurstracks hinaus. „Seht euch den an! Kann der nicht einfach fragen? Unhöflicher Rotzbengel!“, riefen die neuen Fahrgäste nach ihm, doch dies kümmerte ihn wenig. Endlich verließ der schwarzhaarige Trainer den Schnellzug. Auf der Haltestelle tummelten sich verschiedene Gruppierungen. Pokemon durften am Bahnhof nicht aus den Pokebällen heraus bleiben. Eine strenge Kontrolle durch Überwachungskamera sorgte dafür, das kein Unfug getrieben wurde. Auch Sicherheitsleute, bewaffnet mit starken Pokemon, patrouillierten Rund um die Uhr. Leon ging auf eine alte Sitzbank zu und setzte sich, dabei hielten seine Augen nach Marco Ausschau.

Nach weiteren vergangenen zehn Minuten saß Leon immer noch auf der knorrigen Bank. Kein Zeichen von Marco. Seufzend stand er auf und machte sich auf die Suche. Der Schnellzug war schon längst abgefahren. Innerlich hoffte Leon, dass sein Freund ihn entdecken würde. Nachdem noch mehr Zeit vegangen war, beschloss der schwarzhaarige Trainer draußen weiter zu suchen. Gerade als er hinaustrat, klingelte sein Poketech. Unerwartet schaute er darauf. Jemand versuchte ihn anzurufen. Skeptisch, aber doch sehr neugierig, klickte Leon auf das Anrufsymbol. Plötzlich tauchte ein Bild von seinem Freund auf. „Hey, Leon!“, begrüßte Marco. „Du kannst sprechen?“, staunte er. „Natürlich, jetzt sag mir nicht, du kennst die App Visio-Caster nicht. Damit kann man Videogespräche führen. Toll nicht wahr?“, erzählte Marco begeistert. „Doch natürlich weiß ich das! Naja, wo bist du? Ich habe überall nach dir gesucht, aber keine Spur von dir. Ich stehe draußen vor dem West Bahnhof“, erklärte Leon. „Dann hast du es also doch noch geschafft, in den Zug zu steigen“, dröhnte es aus dem Poketech. Leon hörte weiterhin zu. „Keine Sorge, ich war ebenfalls im gleichen Schnellzug, nur hat mir jemand während der Fahrt oder schon vorher mein Ticket gestohlen. Blöderweise bemerkte ich dies, als der Kontrolleur vorbeiging. Ich versuchte ihm meine Situation zu erklären, doch er schenkte mir kein Glauben, so lief ich davon. Doch ich wurde dann schnell geschnappt und zur Polizeiwache geschleppt, nachdem alle ausgestiegen sind. Ja, jetzt muss eine halbe Stunde warten, bevor ich erfahre, was als nächstes passiert. Wenn du willst, kannst du mich besuchen kommen, die Wache ist in der Nähe vom Bahnhof, ich schicke dir eine Karte mit der eingezeichneten Route per Pokeearth. Bis bald!“, erzählte Marco hastig. Leon blieb der Mund offen. Sein Freund beendete die Videonachricht und sendete ihm recht bald die versprochene Adresse. Leon seufzte laut. Er klickte auf die App Pokeearth und ging der Route nach.

Leon blieb vor dem riesigen Gebäude stehen. Da drinnen steckt der Kerl fest? Wie soll ich ihm da rausboxen? Der schwarzhaarige Trainer holte tief Luft und betrat die Polizeiwache. Ein ganzer Haufen von Polizisten, Büroangestellten und Donut- und Pizzalieferanten liefen herum. Großer Aufruhr herrschte im Raum. Leon entdeckte Marco sitzend auf einen Stuhl. Er saß mit Handschellen hinten in der Ecke, neben ihn befand sich eine Tür. Anscheinend wartete Marco, bis er hineintreten durfte. Leon gesellte sich zu ihm. „Wenn das deine Eltern erfahren würden, dann wärst du jetzt Garados-Futter“, sagte Leon und fuhr sich durch die Haare. „Keine Sorge, ich schaff das schon. Ich werde sie mit meinen tollen Überredungskünsten schon um den Finger wickeln“, gab Marco selbstbewusst zurück. „Momentan sieht es eher so aus, als hätten sie dich gewickelt, mit Handschellen“, konterte Leon. „Pah“, antwortete der blonde Trainer knapp. Auf einmal schwang die Tür und knallte gegen die Wand. „Marco Kern, in mein Büro!!“, brüllte ein kräftiger, behaarter Mann. Marco zwang sich, hinein zu gehen. Leon wollte mitgehen, doch die Tür wurde vor seine Nase zugeknallt. „Tja, sieht wohl so aus, als müsstest du da alleine wieder raus, am besten ohne Handschellen“, murmelte Leon und setzte sich auf einen Stuhl. Aus dem Büro ertönte jede vier Sekunden ein lautes Geschreie. Der schwarzhaarige Trainer vermutete stark, dass diese vom mürrischen Mann kommen würde. Zwanzig Minuten vergingen, bis die Tür aufgeschlagen wurde. Marco trat heraus, ohne Handschellen. „Und, wie lief es?“, wollte Leon wissen. „Bin frei“, sagte der blonde Trainer und zeigte seine Hände. „Ich will gar nicht wissen, wie du ihn überredet hast. Verschwinden wir einfach von hier“, meinte Leon und stand auf. Er streckte sich kurz und die beiden Freunde verließen die Polizeiwache.

„Da wären wir, Empire City!“, rief Leon, als er aus dem Taxi stieg. Der Taxifahrer brachte sie direkt ins Zentrum der Stadt. Viele riesige Wolkenkratzer standen sich gegenüber. Die Gehsteige waren weiß angestrichen und ungewöhnlich breit. Hier hatten viele Menschen Platz zu gehen. Die Straßen waren überfüllt mit den verschiedensten Fahrzeugen. Sie alle hatten auch zwei Fahrspuren und waren übersät mit differenten Straßenbemalungen. Ampeln blinkten jede Minute abwechselnd in Rot, kurzzeitig Orange, und Grün. Auf den Gehsteigen wurden ebenfalls auch hübsche Blumen, Sträucher und Busche gepflanzt. Hin und wieder waren auch kleine Bäume mit starken, grün übersäten Blättern. Trotzdem war es überhaupt nicht lautstark, wie man normalerweise gewohnt war, dank dem neuen Gesetz der Pokemon Liga. Autos, jegliche Fahrzeuge, mussten entweder mit einem Schalldämpfenden Motor fahren, oder man fuhr mit den umweltschonenden Elektrofahrzeugen. Gerade arbeitet man an eine neue Erfindung, indem das Plasma Pokemon, Rotom, in die Motoren schlüpfen soll. Es soll mit Hilfe seines Elektrotyps die Motoren zum Laufen bringen. Allerdings wusste man noch nicht, wie man sie davon überzeugen sollte. Momentan scheiterte es also daran, dass man noch keine akzeptable Gegenleistung der Rotom anbringen konnte. Außerdem fehlte es an Energie, die vielen Rotom damit wieder aufzufüllen. Empire City verbrauchte viel Strom und deswegen ließ man sich von Sonnewik, eine Solarstadt in Sinnoh, inspirieren. Fotovoltaikanlagen wurden an Hochhäusern und Wolkenkratzer montiert, um Solarenergie zu gewinnen. Nördlich vom Zentrum stand die Pokemon Liga. Als normaler Trainer hatte man keinen Zugang, nur die Top Vier und der Champ durften hineingehen. Es sei denn, ein Trainer bekam die Zulassung der Liga. Das Auswahlturnier selbst würde hier im Zentrum, Empire Global, stattfinden. Ein paar hundert Meter entfern vom riesigen Kaufhaus, Empire Queenshop, welches unübersehbar in der Nähe vom Zentrum stand, befand sich der Nationalpark. Der größte Park der Geschichte. Ihre Struktur ähnelte stark dem von Stratos City, von der Einall Region. Dort durften wilde Pokemon, aber auch die die kein Zuhause fanden, leben. Täglich bekamen sie Futter oder naschten von den Beeren, die auf den Bäumen wuchsen. Ein Paradies für jedes Pokemon. Leon und Marco waren mehr als nur überwältig von der Hauptstadt. Empire City bot jede Menge tolle Angebote und Freizeitbeschäftigungen an. Das Leben hier würde nie langweilig werden.

„Die Zukunftsstadt von Unorga. Wirklich beeindruckend. Hier ist alles modern, auf dem neuesten Stand der Dinge, sozusagen“, schwärmte Marco und seine braunorangenen Augen glitzerten beim Anblick der Umrisse der Metropole. „Gehen wir zum Nationalpark? Da wollte ich schon immer mal dorthin“, meinte der blonde Trainer und sah Leon verzweifelt an. Leon dachte ein paar Sekunden darüber nach. „Na schön, besuchen wir den tollen Park. Ist ja nichts verkehrt, wenn wir uns Sehenswürdigkeiten anschauen“, antwortete Leon und lächelte kurz. „Super!“, freute sich Marco. Der Trainer öffnete auf seinem Poketech die App Pokeearth, und tippte als Zielort „Nationalpark Empire City“ ein. „Und gefunden?“, wollte Leon wissen. „Natürlich, sowas findet man leicht. Okay, der Park ist eineinhalb Kilometer von unserem Standpunkt aus, entfernt. Am besten wir gehen durch die Empire Allee. Dort erreichen wir dann den absoluten Mittelpunkt der Stadt, Empire Global“, erklärte Marco schnell. Auf der Stelle begaben sich die Freunde zur besagten Promenade. Sie überquerten hastig die breiten Streifen mithilfe der Zebritzstreifen, doch einige ungeduldigen Autofahrer hupten wie verrückt, wenn sie zu langsam gingen. Kurz bevor sie das Ende der Straße erreichten, raste ein Rennwagen direkt vor ihrer Nase an ihnen vorbei. „Dieser Mistkerl! Er hätte uns über den Haufen gefahren! Kann er keine fünf Sekunden länger warten?!“, fluchte Leon, als die Freunde den kurzläufigen Schock überwunden hatten. Marco seufzte nur. Der blonde Trainer spazierte nach rechts und bog dann seitlich nach links. Leon folgte ihm hastig. Vor ihnen erstreckte sich die famose Empire Alle. Hier durften keine Fahrzeuge fahren. Der ganze Gehweg bestand aus hübschen Marmor. Dort waren sogenannte Empire King Stars eingraviert. Besondere Menschen mit besonderen Taten. Links und rechts befanden sich luxuriöse Café Ständen, aber auch teure Geschäfte wie Juweliere oder bekannte Modegeschäfte von der Kalos Region. Ebenfalls wurden auf der linken und rechten Spur kleine Kirschblütenbäume gepflanzt, um die Atmosphäre zu verdeutlichen. Manche von ihnen waren sogar in prächtigen goldenen, und auch in Regenbogen Farben, getunkt. Von der Ferne wirkten sie wie echte Bäume, aber beim genauen Hinsehen, konnte man nur ganz leicht die künstliche Eigenschaft ablesen. Der Wind ließ ein paar dieser hübschen Blüten herumtanzen, welches dann die Promenade märchenhafter erschienen ließ.

Leon und Marco standen mit offenen Munde da und bestaunten den seltenen Anblick einer so hübschen Allee. „Diese Straße ist hübscher als so manche Mädchen“, flüsterte Leon. „J-ja“, stotterte sein Freund als Antwort. Ein paar reiche Damen, die auf hübschen Klappstühlen saßen und ihren teuren Kaffee tranken, sahen kurzzeitig zu den beiden jungen Trainern. Sie flüsterten sich heimlich etwas zu und tauschten angewiderte Blicke. Anscheinend gefiel es ihnen nicht, wenn Leute eine Klasse drunter, hierher erschienen. Dennoch hatte jeder das Recht, entlang zu gehen. Somit stolzierten die Freunde mit hocherhoben Blick durch die traumhafte Promenade. Dennoch spürte Leon die hochnäsigen Blicke. Sie durchbohrten sein Gewissen. Als sie an einem Juweliergeschäft vorbei spazierten, sah er sich aufgrund der Glaswände wie in einem Spiegel. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die beiden überhaupt nicht hierher passten. Leon mit seinen halbschmutzigen weißen T-Shirt und einer schwarzen Jacke mit kleinen Rissen machte einen eher schlechten Eindruck. Dreckige Schuhe mit einer verdreckten schwarzen Hose halfen auch nicht viel. Marco, der mit seinem orangenen und weiß gestreiften T-Shirt und der befleckten braunen Hose aussah, als ob er gerade von einem Dorfe aus dem Walde kam, störte die arroganten Blicke absolut nicht. Als würden sie einfach an ihm abprallen. Eine Kirschblüte landete auf Leons Kopf. Beschämt nahm er sie hastig runter. „Gehen wir weiter“, drängte er. Peinlich berührt marschierte der schwarzhaarige Trainer weiter. Sein Freund sah in verdutzt an und folgte ihm schließlich. Leon ließ sein Blick am Boden schweifen. Er las fremde Namen, die als die Empire King Stars ernannt wurden. Eines Tages werde ich auch hier stehen! Dafür werde ich sorgen! Nach einer Weile erreichten sie auch schon das Ende der Allee. Einerseits war Leon froh, die durchbohrenden Blicke zu entkommen, andererseits hätte er sich gerne die Geschäfte angesehen. Doch das Gefühl, nicht dazuzugehören, hielt ihn davon ab.

„Bald sind wir da!“, rief Marco aufgeregt. Sie marschierten zur absoluten Zentrale der Metropole. Marco deutete mit dem Zeigerfinger auf ein rundes Objekt. „Siehst du dort diese Kugel? Das ist der sogenannte Empire Global, ein riesiger, goldener Globus. Daher hat das Zentrum den Namen Empire Global“, erklärte der blonde Trainer wie ein Reiseführer. „Und hinter dem Globus liegt der Nationalpark?“, fragte Leon. „Hinter dem liegt der Nationalpark“, bestätigte Marco. Sie wichen einer großen Gruppe von Touristen aus. Leon sah eine Fahne mit einer hübschen Aufschrift, konnte sie allerdings nicht lesen. „Kalos“, murmelte Marco, als er seinen Freund erwischte, wie er versuchte, angestrengt zu lesen. Leon seufzte. Seine Sehschwäche nervte ihn. Nachdem kleinen Zwischenfall bekam Leon eine schlechte Stimmung. Plötzlich verlor er die Lust, die Pokemon Liga herauszufordern. Er war kurz davor aufzugeben, doch dann erinnerte er sich an Theo. Der Vogelfänger war immer entschlossen gewesen. Er würde niemals einfach so aufgeben. Leon fasste sich auf die Brust und schloss seine Augen. „Im Namen von Theo, ich schwöre, dass ich Champ werde, ich werde nie aufgeben, koste es was es wolle!“, schwor er und öffnete seine blauen Augen. Marco sah ihn freundlich an. „Das ist die richtige Einstellung! Immer schön am Ball bleiben, und das Universum wird sich revanchieren!“, meinte der blonde Trainer. „Danke, Marco“, sagte Leon. Allmählich hellte sich seine Stimmung wieder auf. Gemütlich spazierten sie weiter. Der weiße Gehweg war an den Rändern mit sogenannten grünen Spuren verziert. Das herrliche hellgrüne Gras bewirkte, dass man das Gefühl hätte, als würde man sich schon im Park befinden. Leon blickte kurz nach links. Er sah viele Autos stehen. Das müsste dann der Parkplatz sein. Scheint, als wären heute viele Besucher hier. Je näher sie an ihr Ziel kamen, desto größer wurde der Globus. Ein paar Kinder fuhren mit ihren nagelneuen Fahrrädern um den goldenen Globus herum. Sie drehten ihre Runden und machten dann Platz für die Besucher. Leon bestaunte die riesige Kugel. „Die ist ja komplett aus Gold?!“, staunte er voller Bewunderung. „Ja, unglaublich was? Und gleich dahinter liegt der Nationalpark. Kaufen wir uns die Eintrittskarten“, erzählte Marco. „Wenn es komplett aus Gold ist, dann müsste es doch sehr wertvoll sein. Was wenn jemand versucht, es zu stehlen?“, hob Leon an und grübelte über seine Vermutung. „Naja, der Globus an sich ist ziemlich schwer. Wird schon einige Tonne zusammenkriegen. Glaub nicht, dass es so einfach ist, den zu stehlen“, antwortete sein Freund. Leon nickte.

„Zwei Karten bitte“, forderte Marco höflich. „Sehr gerne. Zwei Mal Jugendticket, bitte schön“, sagte die freundliche Dame am Eingangsschalter. Sie streckte Marco aus dem kleinen Schlitz am Fenster zwei kleine Tickets entgegen. Endlich konnten die Freunde den Nationalpark betreten. Die wunderhübsche Grüne Ebene ließ die Trainer erneut staunen. Völlig von der Schönheit überwältigt standen Leon und Marco hinter dem Eingang. „Das nenne ich mal einen Nationalpark“, hauchte Marco. Leon schüttelte den Kopf als Zustimmung. Gemütlich gingen sie weiter. Voller Bestaunen schauten sie in jede Richtung. Der Boden war mit hübschen, weißen Steinen gepflastert. Er erinnerte stark an den weißen Boden von Apotos. Dabei waren Grünflächen symmetrisch und rechteckig aufgelegt, die man zwar nicht betreten durfte, aber dennoch ließen sie einem das Herz höherschlagen. Auch hier waren sehr viele Besucher unterwegs. Am häufigsten waren Touristen und Familien anzutreffen. Leon und Marco marschierten geradeaus weiter. Sie gingen auf eine weiße Mauer hinzu, die sich der breite nach entlangstreckte. Davor standen große Bäume, die alle das gleiche Muster trugen, nämlich ein Pokeball. „Bäume dessen Blätter zu Pokebällen geformt wurden?“, murmelte Leon und starrte die hübschen Bäume an. Sie alle standen auf der gleichen Linie. Als sie sich ihnen näherten, konnte Marco schon einen Eingang ausfindig machen. „Ein hübsches Loch in der weißen Mauer“, schilderte Leon. „Sieh mal, auf diesem Schild steht, und ich zitiere: Vorsicht! Wilde Pokemon! Füttern und streicheln strengstens verboten!“, sprach der blonde Trainer. „Endlich wieder Pokemon!“, meinte Leon enthusiastisch und spazierte hinein. Sein Freund folgte ihm. Sie betraten einen kurzen Tunnel. Am Ende konnte man schon das Tageslicht erblicken. An den Mauern wurden Pokemon gemalt, die einer Höhlenmalerei erinnerten. Entspannt ließen sie den kurzen Tunnelmarsch hinter sich.

Sofern die Freunde hinaustraten, wurden sie erneut von der Schönheit des Parks geblendet. Dieses Mal waren noch mehr Grünflachen kreisförmig und symmetrisch aufgelegt. Die Gräser besaßen das Muster eines Meisterballs. Bäume standen hochragend an den Mauern. Die weißen Mauern standen in allen vier Himmelsrichtungen. Würde man von der Vogelperspektive aus diese Ansicht betrachten, so würde man sagen, dass es einer rechteckigen Schuhschachtel mit Grünzeug ähnelte. Die Ebene war außerdem viel größer als der vor dem Tunneleingang. Hier waren nur wenige Besucher unterwegs, vermutlich trauten sich nicht alle hierher. Ein sachter Teich voller Picolente konnte man an einem schattigen Plätzchen aus beobachten. Plötzlich machten die Wasser Pokemon Platz. Ein bildhübsches Swaroness schwamm ruhig auf dem Wasser. Neidisch blickten alle auf sie. Leon wollte noch mehr sehen. Er spazierte gemeinsam mit seinen Freund durch den Park. Ein Fassasnob, gefolgt von einem Scharr Duselgurr, flog über ihre Köpfe. Auf einmal hörte Leon ein Rauschen. „Hörst du das?“, fragte er. „Nein, was ist denn?“, antwortete Marco verwirrt. „Das klingt wie ein Rauschen. Komm mit, sehen wir es uns an“, meinte er und folgte dem Geräusch. Nach einer Weile meldete sich Marco zu Wort. „Ah, ja, jetzt höre ich es auch. Bald müssten wir da sein“, hob er an. „Sogar ein Wasserfall in einem Park. Nicht schlecht, Empire City, nicht schlecht“, murmelte Leon. Als sie dem Rauschen weiterhin folgten, kamen sie erneut zu einem Tunneleingang. „Sieht aus wie eine Höhle“, erklärte der blonde Trainer. Leon nickte. Schweigend betraten sie die Höhle. Das Rauschen wurde viel stärker. Die Höhle bekam kein Licht ab und daher war es ziemlich dunkel und erfrischend. Die einzige Lichtquelle ging von dem unerwarteten großen Wasserfall aus. Er leuchtete so hell wie ein Vollmond. Ein kleiner Schauplatz mit einer gesicherten Absperrung bot ihnen die beste Sicht an. Ansonsten konnte man nirgends hin. „Etwas eingeschränkt, aber die tolle Sicht ist es wert“, hauchte Marco. Leon folgte mit seinen hübschen blauen Augen den Wasserfall. Das klare Wasser endete in einem großen Teich. Hübsche Blüten erhellten ebenfalls die Höhle etwas. Im Wasser schwammen verschiedene Pokemon. Ein Bamelin unterhielt sich angerregt mit einem weiblichen Quabbel, welches mit ihrer pinken Haut glitzerte. Ein Morrabel kämpfte spielerisch gegen ein Walmer. Auf einmal brüllte etwas laut auf. Leon sah wieder nach oben. Ein Impergator schwamm in den starken Strömungen und bewegte sich auf den Wasserfall zu. Er wird doch nicht etwa? Die starken Wellen zerrten es zum Wasserfall. Das Pokemon flog hinunter, dabei wurde es vom Wasserfall verschluckt. Plötzlich hörte man ein lautes Platschen. Wasser spritzte überall umher und schließlich trat Impergator aus dem Wasser. Er wirkte zufrieden. Die Pokemon die dabei zugesehen hatte, staunten und jubelten Impergator zu. Leon lächelte beim diesem Anblick.

Die Freunde verließen die Höhle und spazierten gemütlich weiter. Sie trafen viele verschiedene Pokemon. An der westlichen Mauer befand sich dahinter ein kleiner Wald, während im Osten eher gebirgige Landschaften vorzufinden waren. Nach einer guten Weile ging auch schon langsam die Sonne unter. Die Dämmerung trat ein. „Es wird Zeit zu gehen“, meinte Marco. „Ja. Heute war ein wirklich toller Tag. Einer den schönsten Momente auf unserer Reise“, flüsterte Leon und genoss den restlichen Tag. Die beiden Trainer verabschiedeten sich vom Nationalpark und gingen wieder in die Stadt zurück. „Lass uns was essen“, schlug Marco vor. Der Magen von Leon knurrte. „Natürlich. Vielleicht kennt Pokeearth ein billiges, aber gutes Restaurant“, erwähnte der schwarzhaarige Trainer. Tatsächlich fand Marco ein Lokal. Es befand sich keine hundert Meter vom Park entfernt. Sie folgten entspannt der Route. Leon zählte gerade das Geld und schätze die Preise. Auf einmal blieb Marco angewurzelt stehen. „Was ist los?“, wollte Leon wissen. Der Gesichtsausdruck von seinem Freund verfinsterte sich. „Sieh mal, dort drüber. Das ist doch ...“, flüsterte er. „Indra? Was macht er denn schon hier?“, murmelte Leon überrascht. „Er ist wahrscheinlich wegen Team Alpha hier. Los folgen wir ihn“, drängte Marco. Leon nickte ernst. Gerade ging die Sonne unter und die Nacht brach ein. Hastig überquerten sie die Straße und folgten dem mysteriösen Trainer.
Indra bog in einer Seitengasse ein. „Was hat er vor?“, flüsterte Leon. Marco schüttelte den Kopf. Heimlich schlichen sie auf Zehenspitzen weiter. Erneut bog Indra ab. Dieses Mal war die Gasse noch enger. „Sind das etwa diese berüchtigten dunklen Gassen, wie man sie in den Filmen und Büchern kennt?“, sagte Leon leise. „Vermutlich“, antwortete der blonde Trainer. Nervös folgten sie den Trainer. Doch schon bald stießen sie auf eine Sackgasse. „Wo er ist er hin?“, wollte der schwarzhaarige Trainer unbedingt wissen. „Bestimmt gibt es hier irgendwo einen Geheimeingang“, erinnerte Marco ihn. Eifrig und leise suchten sie nach versteckten Eingängen. Sie durchwühlten Mülltonnen, untersuchten den Boden, fanden aber nichts Außergewöhnliches. „Fehlanzeige“, meldete Marco enttäuscht. „Gibt es hier irgendwo einen Kanaldeckel? Vielleicht ist es ja genauso wie in Spagonia damals. Nur was würde Indra in der Kanalisation zu suchen haben?“, erzählte Leon nachdenklich. Sein Freund antwortete nicht. Stattdessen schmiss er die Müllsäcke weg. „Gefunden. Du hattest Recht. Hier ist ein Kanaldeckel“, jubelte der Trainer leise. Vorsichtig schob er ihn beiseite. Pure Finsternis strömte heraus. „Da rein?“, flüsterte Marco und sah ihn fragend und verzweifelt an, obwohl er die Antwort schon kannte. „Da rein“, sagte Leon ernstvoll...


Viel Spaß!
Kurze Anmerkung:
Hier folgt ein versteckter Text. Fahre mit der Maus über den Text, um diesen anzuzeigen!
Die Idee mit dem Rotom und den Motoren ist nicht wirklich ganz von mir. Ich habe mich von der Geschichte "Trainer wider willen" (KleinKokuna) inspirieren lassen. :tja:
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Re: Auf in die Welt

#1292728 von KleinKokuna
13.08.2017, 19:27
Hey, ich denke mal nach fünf Kapiteln kann ich mal wieder ein Feedback dalassen :)!

In denen geht es verglichen mit den vorherigen Kapiteln etwas 'ruhiger' zu, wobei ich bewusst die Gänsefüßchen gesetzt haben, denn Leon und Marco machen bei ihrem harten Training ja schon einen enormen Schritt nach vorne, was man gut am Abschlusskampf gegen Siba sehen kann. -Den hast du übrigens mit seiner Geschichte, was er alles für sein Dorf getan hat, ziemlich gut als harten, aber gerechten Krieger dargestellt, der sich Respekt verdient hat. Die Tatsache, dass ihm das wortwörtlich bärenstarke^^ Siberio, welches die beiden auf ihrem Weg nach Holaska umbringen wollte bzw. umgebracht hat, gehört, fand ich einerseits schon etwas makaber, aber andererseits unterstreicht das auch gut seine konsequent verfolgte Abschottungspolitik.

Das aber Frosdedje im Gegenzug die beiden wieder sicher zurück führt und sich dann auch noch freiwillig fangen lässt hat dann für mich deswegen einen sehr versöhnlichen Charakter.

Tja und deine Hauptstadt hast du dann mit äußerst viel Liebe zum Detail sehr schön als moderne, lebenswerte Metropole dargestellt. Bei dem goldenen Globus und der Frage, ob der nicht gestohlen werden könnte, musste ich dann schon ein wenig schmunzeln, weil ich da an den Raub der 1-Million-Dollar Goldmünze, der sich vor einiger Zeit ereignet hatte, denken musste :D.

Und ich gebe offen zu, dass ich mich durchaus geschmeichelt fühlte, dass du dich von der Idee mit Rotom aus meiner FF inspirieren hast lassen^^. Aber du hast dir auch zu den damit verbundenen Problemen und Anforderungen ein paar gute eigene Gedanken gemacht, das gefällt mir sogar noch mehr :).

Und da jetzt am Schluss dieser Indra wieder auftaucht, der man ganz klar als 'Bösen Buben' sehen kann, macht mich schon auf die weiteren Kapitel deiner Story neugierig, denn offenbar führt dein Team Alpha wieder was im Schilde - ich freu mich drauf :)!
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Re: Auf in die Welt

#1292736 von Donnerkralle
13.08.2017, 20:55
Vielen Dank, dass du, KleinKokuna, dir die Mühe gemacht hast, einen weiteren tollen Kommentar abzugeben. Dadurch motivierst du mich sehr stark, weiter zu schreiben. :)
Dass mit Rotom fand ich einfach zu genial von dir, ich musste es einfach miteinbauen. Ich fühle mich ebenfalls geehrt, dass so gute Autoren wie dich meine Geschichte kommentieren.

Wegen Team Alpha: In den nächsten Kapiteln werden sie wieder auftauchen, das kann ich schon mal garantieren. Auch Indra wird eine sehr wichtige Rolle spielen. Aber dazu mehr in den Kapiteln. Ihr könnt schon gespannt sein!

Und natürlich bedanke ich mich auch, dass ihr mitlest, hoffentlich gefällt es euch weiterhin.
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Re: Auf in die Welt

#1293325 von Donnerkralle
21.08.2017, 13:40
Kapitel 32: Dunkle Seiten
Es herrschte absolute Stille. Der Mond erhellte die ruhige Nacht. Kein Wind blies, kein Geräusch war wahrzunehmen. Nervös kletterten Leon und Marco eine kleine Gitterleiter hinunter in die Kanalisation. „Mist. Bei der Dunkelheit wird es schwer werden, Indra zu finden“, flüsterte Leon. Vorsichtig setzte er ein Fuß nach dem anderen, als er am Ende der Leiter gelang. Hastig stieg er dann ab. Sein Freund gesellte sich zu ihm. Kein einzige Licht drang herein. Der Raum war komplett in Finsternis umhüllt. Nur das Tropfen einer alten und undichten Wasserleitung war zu hören. „Gehen wir nach links oder nach rechts?“, flüsterte der blonde Trainer fragend. „Naja, normalerweise würde man sich jetzt aufteilen, aber ich finde, dass das keine so gute Idee wäre“, meinte sein Freund mit zittriger Stimme. Leon erinnere sich an damals, als er gemeinsam mit seinen Freunden in Spgaonia ebenfalls in einer Kanalisation festhing, weil Team Alpha für Zerstörung sorgte. Das Beben, als die Bombe platzte, ließ ihn in der damaligen Situation verrückt werden. Und heute saß Leon aufgrund Team Alpha erneut in einer Entwässerungsanlage. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir gemeinsam nach rechts gehen sollen“, antwortete Marco und blickte sich nervös um, als würde gleich ein Haufen von wilden Pokemon auf sie stürzen. Leon schärfte seine Sinne. Allmählich gewöhnten sich seine Augen an der Dunkelheit. Viel konnte er trotzdem nicht erkennen. Gerade sah er nur seinen Freund. „Wie wäre es, wenn ihr einfach mich fragen würdet?“, meldete sich eine Stimme. Es kam von der linken Seite. Auf der Stelle folgten die Freunde der Stimme. Nur mühsam erkannte Leon die Umrisse einer Person.

Langsam und selbstsicher trat diese Silhouette nach vorn. „Indra“, flüsterte Leon und griff nach seinem Pokeball. Auch Marco ging in Kampfposition. „Hahaha, ruhig Blut. Wir wollen doch nichts überstürzen?“, sagte der mysteriöse Trainer mit einem Grinsen. „Was um alles in der Welt hast du hier verloren?“, fuhr Leon ihn an. Seine blauen Augen funkelten. Indras roten Augen blitzten kurzzeitig vor Zorn, entspannte sich aber gleich darauf. „Tz, das gleiche könnte ich euch ebenfalls fragen. Warum verfolgt ihr mich? Habt ihr nichts Besseres zu tun?“, hob er gelassen an. Die Gelassenheit des Trainers machte Leon wütend. „Wir haben schon einen guten Grund, warum wir einen von Team Alphas Handlangern verfolgen. Was plant ihr schon wieder? Wollt ihr etwa Empire City ebenfalls zerstören? Oder seid ihr einfach hier, um das Auswahlturnier zu sabotieren? Sag schon, du Mistkerl!“, brüllte Leon. Indra schwieg. Für einen kurzen Moment sagte niemand etwas. Wasser tropfte erneut zu Boden. „Handlanger? Im ernst? Ich bin schon viel besser dran. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Ich bin nicht wegen Team Alpha hier. Eigentlich wollte ich nur kurz etwas überprüfen. Doch dann bemerkte ich euch, und nun sind wir hier gelandet“, erklärte der Trainer.
„Was wolltest du unbedingt überprüfen? Die Wasserleitungen?“, spottete Marco. „Sei du ruhig, Schoßhund von deinem nervigen Freund!“, konterte Indra. „Wie bitte?!“, knurrte der blonde Trainer. Er war kurz davor, den Pokeball zu werfen. „Wieso seht es ihr euch nicht selber an. Geht einfach gerade aus, bis ihr an der Mauer eine kleine Öffnung entdeckt. Klettert da hinein und fertig. Der Rest wird sich von selbst erklären, falls es noch existiert natürlich. „Das ist Alles? Als ob du nicht wegen Team Alpha hier bist. Du willst uns doch nur loswerden. Das kauf ich dir nicht ab!“, fuhr Leon den Trainer an und hielt ihm ein Pokeball vor das Gesicht. Mit einer schnellen Handbewegung schlug Indra den Pokeball aus der Hand. „Gekämpft wird später. Beim Auswahlturnier mache ich dich persönlich fertig, damit du nie wieder ein Pokeball in die Hand nimmst, das garantiere ich dir“, flüsterte der mysteriöse Trainer. Langsam hob Leon seinen Pokeball auf. „Du nimmst also auch am Turnier teil. Ist es nicht etwas riskant, mitzukämpfen während Omega eine Bombe in die Stadt abwirft. Wäre es nicht besser für dich, neben deinem Boss zu stehen und ihm was zum Trinken holen?!“, höhnte Leon. „Große Worte für jemanden, der sich noch nicht einmal für das Turnier qualifiziert hat. In einem Monat wird das Punktesystem gesperrt. Dadurch können die Top 50 ihren Rang nicht mehr verbessern oder verschlechtern. Ihr solltet euch lieber beeilen, nicht das es euch was bringen würde. Selbst wenn ihr euch qualifiziert, werdet ihr von mir persönlich zerquetscht! Muhaha!“, knurrte Indra selbstischer. „Woher willst du wissen, dass wir nicht schon unter den Top 50 sind?“, warf Marco ihn vor. „Sagen wir so, erreicht man einen guten Rang, so erhält man einen Premiumstatus. Das erlaubt mir alle Trainer von Rang 6 bis Rang 100 auf meinem Poketech anzuschauen. Ich kann mir auch die Punkteanzahl des jeweiligen Trainers ansehen. Und ich musste feststellen, dass ihr zwei nicht einmal in der Nähe von Rang 50 seid. Daher“, erklärte Indra gelassen. Leon holte tief Luft. Es nervte ihn, dass der Trainer Recht hatte. „Wir haben noch ein Monat, Indra. Wir müssen weniger als 100 Plätze aufsteigen und schon sind wir beim Turnier dabei!“, konterte der schwarzhaarige Trainer energisch. „Fein, dann bemüht euch gefälligst!“, gab Indra zurück. Marco drängte sich zwischen seinem Freund und dem Trainer.

„Was führt Team Alpha wirklich im Schilde?!“, forderte der blonde Trainer auf. Er funkelte dem mysteriösen Trainer an. Indra schwieg eine Weile. Keine sagte mehr ein Wort. Stille übernahm die Diskussion. Kleine Tropfen platschten zu Boden. In der Kanalisation wurde es kälter. Das Herz von Leon schlug rasant. Wissbegierig wartete er ungeduldig auf die Antwort des Trainers. Langsam öffnete Indra seinen Mund, hielt aber dann dennoch inne. Schließlich gab er endlich eine Antwort. „Die Ideologie von Team Alpha ist mehr als nur Weltherrschaft und Zerstörung“, flüsterte Indra geheimnisvoll. Angespannt hörten Leon und Marco weiterhin zu. Indra hob seine rechte Hand und ballte es zur einer Faust. „Team Alpha wird die Welt verändern!“, sagte er energisch. „Verändern?“, wiederholten die Freunde unschlüssig. „Mehr braucht ihr noch gar nicht zu wissen. Allerdings ist unser Plan schon bald vollkommen“, meinte Indra und öffnete seine Hand. „Das bedeutet also, dass euer Plan noch nicht zu Ende ausgeführt wurde. Ihr seid nicht die ersten, die versucht haben, die Welt zu verändern. Wie wollt ihr das Anstellen? Und was für eine Welt soll das bitteschön werden? Klingt sehr erfunden. Erzähl das jemand anderen, aber uns kannst du nicht für dumm verkaufen! Und jetzt rück raus mit der Wahrheit, du Mistkerl!“, knurrte Marco und wollte sich auf ihn stürzen. Blitzartig hielt Leon seinen Freund zurück. „Überstürz nichts“, sagte er und sah seinen Freund ernstvoll an. Allmählich beruhigte sich der blonde Trainer und Leon ließ ihn los. „Na schön, wenn ihr wirklich so scharf auf die Wahrheit seids, dann werdet ihr sie am Auswahlturnier erfahren, das kann ich euch garantieren. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mich für das Turnier weiter vorbereiten“, sprach Indra mit einer arroganten Stimme. Er ging selbstbewusst an ihnen vorbei zur Leiter. Marco wollte schon hinterher, doch Leon hielt ihn davon ab. „Willst du ihn einfach so gehen lassen?!“, fuhr der blonde Trainer ihn an. „Was sollen wir sonst machen? Uns fehlen die Beweise, dass er für Team Alpha arbeitet. Außer uns kennt ihn fast niemand. Die Polizei würde uns nicht glauben, und ich kann das sogar gut nachvollziehen!“, brüllte Leon wütend.

Es nervte ihn unheimlich, dass er nichts gegen Indra ausrichten konnte. Beide Freunde glühten vor Zorn. Leicht keuchend blickten sie sich gegenseitig an. Was wird das hier? Sollten wir nicht zusammenhalten? Stattdessen bekämpfen wir uns gegenseitig! Leon atmete tief ein. „Hör zu Marco, ich weiß, dass es nicht ganz richtig ist, diesen Team Alpha Schergen laufen zu lassen, aber momentan können wir nichts ausrichten. In solchen Zeiten müssen wir einen kühlen Kopf bewahren“, erklärte der schwarzhaarige Trainer. Sein Herzschlag stabilisierte sich. Verständnisvoll blickte er seinen Freund an. „Fein. Und was machen wir jetzt?“, sagte Marco. Leon überlegte. Schweigend lehnte er sich an der schmutzigen Wand an. Ein Geistesblitz folgte. „Wir suchen nach diesem Eingang, den Indra uns erzählt hat. Wir müssen einfach nur gerade aus“, meinte Leon leicht erfreut. „Warum sollten wir das tun? Es ist doch öffentlich, dass er uns dort haben will. Das stinkt gewaltig nach einer Falle“, hob Marco verwirrt an. „Team Alpha weiß doch gar nicht, dass wir am Leben ...“, er brach ab. Marco sah in an. Erst jetzt realisierte Leon, wie Recht sein Freund hatte. „Indra weiß, dass wir am Leben sind. Und somit weiß es auch Omega“, beendete der blonde Trainer den Satz. Leon schlug mit der Faust gegen die Wand. „Verdammt!“, fluchte er. „Bewahre immer einen kühlen Kopf“, erinnerte sein Freund ihm. Leon drehte sich weg von der dreckigen Wand. „Ich weiß, dass das jetzt ein bisschen verrückt klingt, aber ich glaube, dass wir uns diesen Eingang trotzdem anschauen müssen. Mein Bauchgefühl sagt es mir“, murmelte Leon und blickte zu Boden. „Hm, komisch, mein Bauchgefühl verrät mir, wenn wir dorthin gehen, sterben wir“, antwortete Marco mit ausdrucksloser Miene. „Ja schon, mein Verstand rät mir auch davon ab, aber ich muss unbedingt nachsehen. Bitte Marco, kommst du mit?“, flehte Leon und ging auf die Knie. „Du bittest mich, gemeinsam mit dir in einer tödlichen Falle zu tappen? Alter Leon, bewahrst du auch wirklichen einen kühlen Kopf? Oder bist du schon lebensmüde?“, brummte Marco. „Dann kommst du also nicht mit?“, flüsterte Leon enttäuscht. „Natürlich komm ich mit du Mäusehirn!“, antwortete Marco mit einem leichten Lächeln. Erleichtert stand Leon wieder auf. „Vielen Dank, Marco“, flüsterte der schwarzhaarige Trainer. „Wenn man schon einmal gestorben ist, dann hat man keine Angst mehr vom zweiten Mal, nicht wahr?“, neckte der blonde Trainer. „Also so ist das jetzt auch nicht“, murmelte Leon. „Schon in Ordnung, war nur ein schlechter Witz“, gab Marco zurück. Gemeinsam marschierten sie unauffällig weiter.

Mit scharfen Sinnen suchten sie nach einem passenden Eingang, doch außer einem kleinen Loch, den sie vorher übersahen, als sie das erste Mal die Kanalisation betraten, fanden sie nichts Außergewöhnliches. „Dieses Tropfen von den Rohrleitungen nervt“, seufzte Leon. „Kaum zu glauben, dass solch eine Stadt keine gescheiten Rohre hat“, brummte Marco. Ihre Stimmen hallten durch den Raum. Auch ihm ging es sichtlich auf den Strich. Die Freunde marschierten schon gute zehn Minuten, aber es tauchte immer noch keine Öffnung auf. Der Weg selber schien endlos zu sein. Leon fühlte sich unwohl, in der Dunkelheit blindlings zu tappen. Plötzlich entdeckte Marco etwas Auffälliges. Überrascht blieb er stehen. Verwirrt sah Leon seinen Freund an. „Was ist los?“, wollte er wissen. „Naja, dieses eine Rohr sieht anders aus als die anderen“, hob der blonde Trainer nachdenklich an und deutete auf die Wasserleitungen, die einen Knotenpunkt darstellten. Mit zugeknifften Augen versuchte Leon die Rohre genaustens zu untersuchen. Doch in der Finsternis kombiniert mit seiner Sehschwäche war dies nur vergebens. „Für mich schauen die alle gleich aus“, brummte Leon genervt. Wieso hat Marco so scharfe Augen? Ich kann gerade noch meine Hände klarsehen. „Dieses Rohr wurde ziemlich unprofessionell gebaut, okay es sind zwar fast alle unprofessionell, aber dieses hier extrem auffällig im Gegensatz zu den anderen Rohren. Außerdem führt er das Wasser nach Oben. An der Decke wurde anscheinend ein kleines Loch gebohrt. Raffiniert um Wasser abzuzwicken“, erklärte Marco und musterte dabei die Wasserleitungen. Gebannt blickte Leon nach oben. Allerdings konnte er das beschriebene Rohr nicht ausfindig machen. Entsetzlich enttäuscht von sich selbst wandte er sich von den Leitungen ab und trabte geradeaus weiter. „Leon! Warte!“, rief sein bester Freund besorgt. „Wir haben keine Zeit, um nach Wasserdieben zu suchen!“, schrie er zornig. „Leon! Ich habe den Eingang gefunden! Falls es dich noch interessiert!“, blaffte Marco genervt.

Leon blieb schweren Herzens stehen. Er wollte keinen Streit verursachen. Doch leider hatte er seine Gefühle nicht ganz in Griff. Peinlich berührt ging er zu seinen besten Freund zurück. „Tut mir schrecklich leid“, seufzte Leon und sah zu Boden. „Deine Stimmungsschwankungen sind schlimmer als die einer Frau“, murmelte Marco leise. „Was?“, fragte Leon. Der blonde Trainer schüttelte den Kopf. „Wie schon gesagt, führt dieses halbherzig gebaute Rohr Wasser zur Oberfläche. Da habe ich mir gedacht, dass dort in der Nähe jemand wohnen muss. Also habe ich mich ein bisschen genauer umgesehen. Siehst du die Stelle mit dem kleinen schwarzen x gekennzeichnet? Ich habe es kurz abgetastet und habe schnell feststellen müssen, dass die Wand hier ziemlich locker ist. Also drückte ich dagegen und sie verschob sich um ein paar Zentimeter nach hinten. Ich glaube das ist der Eingang, nach dem wir suchen“, schilderte Marco seine Entdeckung. Leon war sprachlos. Innerlich freute sich sein Freund, dass er Leon stark beeindrucken konnte. Gemeinsam begabten sie sich zur besagten Stelle und schoben die Wand nach hinten. Kurz daraufhin flog sie ohne Klang um. Hinter der Wand verbargen sich kleine, knorrige Holzstufen, die nach oben führten. Kalte Luft strömte von der Oberfläche und ließ Leon und Marco erschaudern. „Ein Geheimeingang, eh? Sehr Interessant. Wollen wir dann?“, sagte der blonde Trainer und musterte die Stufen. „Ja, sehen wir nach, was sich dort oben verbirgt“, antwortete Leon unbeeindruckt und kroch in das Loch. Vorsichtig setzte er ein Fuß nach dem anderen, um seine Balance aufrichtig zu erhalten. Bei jeder Berührung knacksten die Holzstufen so laut, dass Leon schon befürchtete, sie würden einstürzen. „Und wie läuft es?“, fragte Marco, der sich noch in der Kanalisation befand. „Etwas eng hier!“, gab Leon zurück. Es war ihm unmöglich, unauffällig nach oben zu gelangen. Seine Hände stützte er an den rutschigen Wänden ab. Seine Beine schlotterten, je höher er gelang. Bleib ruhig. Ich werde nicht runterfallen. Ich kann schon die Sterne sehen. Einfach weiter. Er konnte schon die kalte Luft schmecken, doch als er die vorletzte Stufe erreichte, blieb ihm das Herz stehen. Das ist doch einfach nur ein schlechter Witz. Wie soll ich darauf kommen? Leon starrte auf die letzte Holzstufe, die fast schon zwei Meter von der vorletzten Stufe entfernt war. Wilde Gedanken flogen ihm durch den Kopf. Er stellte sich vor, wie er beim Absprung die Stufe eintrat und den ganzen Weg hinunterfallen würde. Seine Hände waren voller Schweiß. Gepaart mit den feuchten Wänden könnte er jeden Moment abrutschen und das Gleichgewicht verlieren. „Bist du schon oben?“, ertönte eine Stimme von unten. „G-gleich!“, rief er zurück. Ich kann doch nicht ewig hier stehen bleiben. Ich muss mich entscheiden. Wage ich es, oder wage ich es nicht. Mehr Optionen habe ich nicht, und mehr brauche ich nicht! Entschlossen fasste Leon einen Entschluss. Er würde springen. Er würde sicher landen. Angespannt tastete er sich meinen Händen. Der schwarzhaarige Trainer suchte nach einem guten Halt, um sich besser abstoßen zu können. Endlich fand er passende Stellen. Leon ging leicht in die Knie, spannte all seine Muskeln an und bereitete sich auf den törichten Sprung vor. Na dann, wir sehen uns auf der anderen Seite! Leon stieß sich von der Holzstufe und den Griffstellen ab. Beim Absprung hörte er das Knirschen der Stufe. Leider war Leon nicht hoch genug gesprungen. Mit enttäuschtem Gesicht flog er unter der gezielten Stufe. Doch blitzartig griff er mit seinen Händen nach der alten Holzstufe. Der Trainer hing nun baumelnd unter einer gebrechlichen Stufe.

Seine verschwitzten Hände verloren allmählich Halt und er drohte, abzustürzen. Mit letzter Kraft hievte er sich nach oben. Auf der Stelle knackste das Holz. Ängstlich stand er mit zitternden Beinen auf der letzten Stufe. Sein Herze raste wie verrückt. Fast wäre er in die Tiefe gefallen. Knapp entkam er einem weiteren Unglück. Langsam sah Leon hinauf. Er konnte frisches Gras riechen. Er streckte seine Arme nach oben und taste sich dort alles sorgfältig ab. Keine Bärenfallen oder des Weiteren. Nichts wie rauf. Der schwarzhaarige Trainer stützte sich am grünen Boden ab und hievte sich nach oben. Keuchend und erleichtert stand Leon wieder im Freien. Nach einer Weile kam Marco ebenfalls zur Oberfläche. „Wie bist du so schnell rauf geklettert?“, wollte Leon unbedingt wissen. „Naja, ein paar Schritte entfernt vom Loch befand sich noch eine Markierung, mit einem größeren X. Dort versuchte ich den gleichen Trick und tatsächlich befand sich dahinter eine stabile Leiter, die mich bis zur letzten Holzstufe brachte, von der Leiter aus sprang ich mit Leichtigkeit auf die Stufe und hievte mich dann hierher“, erklärte Marco mit einem Grinsen. Leon starrte ihn entgeistert an. „Das ist doch ein Witz oder? Du sagst also, hätte ich ein paar Minuten länger gewartet, wärst du auf die neue Stelle gestoßen und wir beide wären auf Anschlag hier oben und ich müsste keine Todesangst erleiden?“, sprach Leon, wobei er den letzten Teil mit leiser Stimme murmelte. „Irgendwie schon, ja stimmt“, gab Marco mit einem Lächeln zurück. „Okay, gut, wenn du mich kurz entschuldigst, ich gehe dann mal für die nächsten Minuten schreien, bis später“, meinte Leon und hielt sich die Hände vor das Gesicht. „Wo sind wir eigentlich?“, fragte der blonde Trainer und wechselte das Thema. Leon sah sich um. Aufgrund der schlechten Sicht in der Dunkelheit konnte er nicht viel erkennen. Sie standen auf einer kleinen Wiese. Doch plötzlich blieb sein Blick bei einem Leuchten Hängen. „Ein Lagerfeuer?“, murmelte er nachdenklich. Eher Marco antworteten konnte, schrie jemand entsetzlich laut auf. „Eindringlinge! Eindringlinge! Eindringlinge!“, schrie eine Person. Ein kleines Kind stand schreiend vor ihnen und bewarf die Freunde mit Steinen. „Hey! Lass das!“, zischte Leon verärgert, doch sein Mut sank, als noch mehr Menschen auftauchten. „Alles in Ordnung, das sind nur Kinder!“, rief ein junger Mann. Seine Freunde gehorchten ihm aufs Wort und entspannten sich langsam. Allmählich löste sich die Menge auf und nur mehr Leon und Marco verblieben gemeinsam mit dem angeblichen Anführer der Bande.

„Tut mir leid, dass ihr so angebrüllt worden seid. Und das auch mit den Steinen tut mir leid“, entschuldigte sich der junge Mann. Er hatte hübsche rot-orangene Haare, die kurz geschnitten waren. Auf der Vorderseite standen seine Haare leicht aufgestellt. Seine Augen funkelten selbst in der Nacht smaragdgrün. Dabei trug der junge Mann auffallend moderne Kleider. Passend zur seiner Haarfarbe hatte er ein bequemes, seidiges Hemd an, dazu noch eine tiefschwarze Hose und Schuhe. „Äh, j-ja, ist schon in Ordnung. Wo genau sind wir hier?“, hob Leon langsam an. „Dürfte ich mich vorstellen? Mein Name ist Ill, und ihr befindet euch gerade in unserem Hauptversteck. Dürfte ich euren Namen und euren Grund für euren Kommen erfahren?“, antwortete Ill gelassen. Dabei ließ er Leon und Marco nicht aus den Augen. Marco meldete sich als erster zu Wort. „Also ich heiße Marco, und das ist mein bester Freund Leon. Nun die Sache ist die, dass wir nicht absichtlich zu euch gestoßen sind“, fing der blonde Trainer an. „Interessant, erzählt mir bei meinem Unterschlupf mehr davon. Kommt, folgt mir“, forderte Ill auf und begab sich Richtung Lagerfeuer. Leon sah zu seinem Freund hinüber. Marco deutete an, ihn zu folgen. Gemeinsam marschierten sie hinter dem mysteriösen Ill. Ich fühle mich wie ein Gefangener. Wollte Indra etwa hierherkommen? Zu dieser Gruppe? Ob Ill Indra kennt? Sind sie verfeindet? Leon hatte viele Fragen im Kopf, aber keine passenden Antworten. Er musterte die Umgebung, sah nach links, nach rechts, nach oben, überall erhaschte er einen schnellen Blick. Oben war der Blick zu den Sternen frei. Der Mond allerdings wurde von Wolken bedeckt. Jeweils links und rechts waren nicht weit voneinander entfernt, große und schwarze, fensterlosen Hochhäuser und ließen den Ort so aussehen, als wäre man in einer Schuhschachtel gefangen. Man kann also nur durch diesen Geheimeingang rein- und rausgehen. Das Gras hörte beim Weitergehen auf zu wachsen. Nur noch aufgewühlte Erde erstreckte sich.

Je näher sie dem Lagerfeuer entgegenkamen, umso mehr konnte Leon erkennen. Etwas größere Steine steckten in der Erde und dienten als Weg-Spur. Um das Feuer selbst waren ebenfalls Steine gesteckt worden. Leon sah noch die letzten Überreste der Äste, bevor sie zur Asche verbrannten. Ein paar Funken fielen auf die schon schwarz geräucherten Steine. Viele kleine Zelte waren überall verteilt. Nur ein einziges Zelt stach sichtlich hervor. Es war im Gegensatz zu den anderen größer und moderner und hatte auch keine Schäden wie Rissspuren. Ein paar Jugendliche wärmten sich vor dem Feuer, während die kleinen Kinder schon in ihren Zelten schlafen gingen. Hier lebt jeder nach seinen eigenen Regeln. Gibt es hier keine Erwachsene? Jemand, der sich um die ganzen Kinder kümmert? Leon erschrak plötzlich. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die Kinder alle zerfetzte Kleidung trugen. Sie alle waren schmutzig und stanken schon. Sind das etwa Waisenkinder? Was geht den hier ab? Marco legte seine Hand auf die Schulter von Leon. „Bleib ganz ruhig, lass dir nichts anmerken. Tu einfach so, als wärst du selber arm, verstanden?“, flüsterte der blonde Trainer ihm ins Ohr. Leon nickte hastig. Sein Herz klopfte. Von all dem was er bisher von Empire City gesehen hatte, konnte er sich nicht einmal im Traum vorstellen, solche Kinder hier zu entdecken. Unfreiwillig betraten sie das moderne Zelt. Drinnen war es schon gemütlicher. Eine Öllampe hing an der Decke und erleuchtete den Raum. Das Zelt bot für sechs Personen einen Platz, doch momentan befanden sich nur die drei hier. Der Zeltboden war überraschenderweise sauber, es herrschte eine tolle Ordnung. Ill setzte sich auf ein Klappbett und bot den Trainern ein Platz auf zwei anderen Betten. Dankend setzten sie sich hin. Das Bett von Leon war eingerostet und hart. Ein leichtes Quietschen entwich, als er sich draufsetzte. Nervös schüttelte er seine Beine, als müsste er auf das Klo. „Also Marco, erzähl bitte weiter“, forderte Ill mit einem drohenden Blick. Unberührt von seiner Miene sprach der blonde Trainer weiter. „Wir folgten einer verdächtigen Person, die nichts Gutes im Schilde führte. Sein Ziel führte uns zur einer Sackgasse, dort befand sich aber ein Kanalisationsdeckel. Langsam gingen wir runter, um weiter zu suchen. Leider fand diese Person uns dann zuerst. Sie erwischte uns beim Spionieren und stellte uns zur Rede. Wir darauf fragten ihn, was er Alles in der Welt dort verloren hatte. Er meinte er wollte etwas nachsehen, doch wir glaubten ihn nicht. Doch dann gab er uns einen Tipp. Er meinte, dass es einen geheimen Eingang in der Kanalisation gebe. Danach verschwand er auch wieder nach oben. Wir hingegen wurden leicht neugierig und suchten nach einem passenden Eingang, den wir auch dann fanden. Und so gelangen wir zu euch. Das ist alles“, erzählte Marco ununterbrochen. Ill starrte sie mit seinen smaragdgrünen Augen wissgierig an. „Kennt ihr die Person zufällig?“, wollte er wissen. Der junge Mann wirkte aufgeregt. Marco blickte zu Leon. „Ja, sein Name ist Indra Hunter“, gab der schwarzhaarige Trainer von sich. Die Augen von Ill weiteten sich auf. Plötzlich fing er an zu lachen. Scheiße, er verliert den Verstand. Aber was ist daran so lustig? Es dauerte eine Weile bis Ill aufhörte zu lachen. „Oh das ist unglaublich. Er lebt noch, und er ist wieder hier. Er hat es also geschafft“, murmelte Ill und blickte auf einen weit entfernten Punkt.
„Du kennst also auch Indra?“, hob Marco vorsichtig an. „Ja, wahrscheinlich sogar besser als ihr. Er ist nämlich von hier“, antwortete Ill mit einem merkwürdigen Blick. Leon und Marco blieb der Mund offen. Wie bitte? Indra ist von hier? Meint er das ernst? Der rothaarige Jugendliche musterte sie fragend an. „Wisst ihr was von ihm? Wie geht es ihm so?“, fragte Ill neugierig. „Naja, ich glaube es geht im gut. Er ist ein ziemlich starker Trainer, doch leider hat er sich vor ein paar Monaten Team Alpha angeschlossen un-“, Leon wurde unterbrochen. „Team Alpha? Das würde er doch niemals tun? Warum hat er das getan? Unmöglich!“, sagte er. Ill klang nervös. „Es ist eine ziemlich lange Geschichte“, meinte Marco. „Er ist also nur wegen Team Alpha hier“, murmelte Ill und blickte zu Boden. „Und wegen dem Auswahlturnier“, fügte Leon hinzu. Ill sah ihn verzweifelt an. „Ihr kennt ihn, bitte, helft ihm Team Alpha zu verlassen. Sein Leben war schon schlimm genug. Indra muss das Team verlassen, ansonsten würde ich mir das nie verzeihen“, meinte Ill. „Warum setzt du sich so sehr für ihn ein?“, fragte Marco. Leichter Zorn drang aus seiner Stimme. „Hört mir jetzt genaustens zu. Indra Hunter war nicht immer Indra Hunter“, erzählte Ill. „Was meinst du damit?“, fragte Leon verwirrt.

Leichter Wind drang in das Zelt ein und ließ die Öllampe schwingen. Das Licht leuchtete für kurze Zeit in verschiedensten Winkeln. „Ihr befindet euch gerade in einem Versteck voller Waisenkinder. Hier sind alle elternlos, oder sind von Zuhause weggelaufen. Indra gehörte zu denen, die ihr Haus freiwillig verlassen haben. Er war unzufrieden. Seine Eltern waren bei einem Autounfall ums Leben gekommen, doch er selbst hatte Glück. Damals war er elf Jahre alt. Die Polizei steckte ihm ihn ein Waisenhaus, bis ihn schließlich jemand adoptierte. Ein junges Paar wollte unbedingt ein Kind adoptieren, doch als Indra endlich in sein neues Zuhause einzog, trennte sich seine Stiefmutter von ihrem Freund beziehungsweise verschwand sie eines Morgens. Sein Stiefvater war zornig. Er gab Indra die Schuld, dass sie ihm verlassen hatte. Der Stiefvater griff dann öfters zur Bierdose, später wurde es schlimmer. Irgendwann hielt Indra es nicht mehr aus und machte sich aus dem Staub. Damals lebte er in einer kleinen Stadt ihn Sinnoh. Heutzutage gibt es sie sowieso nicht mehr. Auf jeden Fall hat er sich in einer Fähre geschlichen, die in Fleetburg ablegte. Von dort aus gelang Indra nach Apotos. Er kämpfte sich durch bis nach Empire City. Eines Tages sah er mich, wie ich gerade ein paar Äpfel von einem Obststand stahl und folgte mir. Und so kam er hierher, zu uns“, erzählte Ill mir ruhiger Stimme. Leon traf diese Geschichte wie ein Blitz. Bisher hatte er Indra nur als zerstörerisch und egoistisch angesehen. Nie hätte er geglaubt, dass Indra solch schreckliche Sachen durchleben musste. „Er schloss sich uns dann an. Hal, der letztes Jahr leider gestorben ist, war damals unser Anführer. Er war mit siebzehn Jahren der Älteste. Damals war ich selber noch zwölf. Nachdem Indra vierzehn wurde, verstarben in der Zwischenzeit noch mehr Freunde. Das hat ihn damals ziemlich mitgenommen. Eine schlimme Seuche ging damals bei uns umher. Und ohne medizinische Unterstützung waren wir sie schutzlos ausgeliefert. Als wir dachten, wir alle würden umkommen, tauchte aus dem nichts ein hübsches Mädchen mit blonden Haaren und eisblauen Augen auf. Sie meinte, sie wäre Indra gefolgt, als er in der Stadt um Medikamente bettelte. Sie versprach uns Hilfe und brachte am nächsten Tag die nötigen Medikamente. Somit rettete sie uns praktisch das Leben. Indra verliebte sich sogar in sie, doch gab er seine Liebe nie offen zu. Sie besuchte uns jeden Tag und brachte jeden frisches Gebäck und Obst. Dadurch konnten wir seit langem wieder uns sattessen. Allerdings, nach ein paar Wochen tauchte sie nicht mehr auf. Indra und ich entdeckten sie im Nationalpark mit einem anderen Jungen. Und wie es kommen mussten küssten sich die beiden vor unseren Augen. Äußerlich ließ sich Indra nichts anmerken, doch ich wusste, innerlich war er am Boden zerstört. Wir machten kehrt und erzählten jeden von uns, dass das Mädchen nicht mehr hierherkommen wird. Später stellte sich heraus, dass sie eine reiche junge Dame war, die mit ihrer Familie erst vorkurzem in Empire City eingezogen war. An jenem Tag war Indra nicht mehr der gleiche“, erzählte Ill mit trauriger Miene.

„Und danach?“, fragte Leon mit deprimierendem Ausdruck. „Bevor ich weitererzähle, muss ich wissen, ob ich euch vertrauen kann. Versprecht ihr mir, dass ihr das Geheimnis für euch behaltet?“, wollte Ill unbedingt wissen. Leon und Marco nickten ernstvoll. Ill holte noch einmal tief Luft und sprach weiter. „Also wie schon gesagt war Indra Hunter nicht immer Indra Hunter. Vorher hieß er nämlich anders. Und zwar lautete sein wahrer Name Judal Guhl. Er änderte seinem Namen, als er beschlossen hatte, uns zu verlassen. Dabei entstand sein neuer Name unter folgenden Merkmal. Die Anfangsbuchstaben von seinen besten Freunden. Das I für Ill, meinen Namen also. Das N für Nadira, sie schläft momentan in diesem pinken Zelt. Das D für Dan, ein guter Kerl mit einem goldenen Herzen. Das R für Riccardo, unser Musikgenie. Das A für Anna, sie schläft ebenfalls im pinken Zelt. Beide Mädchen haben sich am Anfang gut um ihn gekümmert. Und nun sein Nachname, der aus Namen von Freunden besteht, die von uns gegangen sind. Das H für Hal, unser alter Anführer. Das U für Ugo, unser jüngster der aufgrund der Seuche sofort verstarb. Das N für Nathan, war ein guter Sportler mit großer Liebe zum Fußball. Das T für Tobi, der Witzbold unserer Familie. Das E für Emma, starb leider durch ein Unglück. Das R für Raphael, ein kluger Frechdachs. Leider starben sie alle vor Judals Augen. Nachdem Zwischenfall mit diesem Mädchen verließ uns Judal Guhl als Indra Hunter. Indra ist die Gegensätzliche Verkörperung von Judal. Keine Gefühle mehr zeigen. Nur noch an sich denken, das war sein neues Ziel. Es der Welt heimzuzahlen“, erzählte Ill. „Wieso hast du ihn damals nicht davon abgehalten?“, fragte Marco ruhig. „Ich konnte nicht. Es war seine Entscheidung. Ich war damals erst vor kurzem neuer Anführer, nachdem Hal an der Seuche verstarb. Danach fiel fast die gesamte Gruppe auseinander. Es waren schlimme Zeiten. Kein Essen, kein Trinken, kein Dach über den Kopf. Wir mussten alles dafür tun, um an ein bisschen Nahrung ran zu kommen. Damals war es einfach fürchterlich, aber wir überlebten. Es ist schon fast zwei Jahre her, als Indra uns verlassen hatte. In den letzten zwei Jahren kämpften wir uns durch. Jeden Tag mussten wir entweder betteln oder sterben. Emma wurde dabei erwischt und zu Tode geprügelt, weil sie nur ein Stück Kuchen probieren wollte. Sie rannte davon, doch die Menschen fingen sie und brachten sie zur einer engen Gasse zum Schweigen, für immer. Judal und ich fanden ihr Leichnam wenige Tag später. Widerliche Menschen bringen ein dreizehnjähriges Mädchen wegen ein Stück Kuchen um. Könnt ihr euch das vorstellen?! Unsere Wut! Es ist mehr als nur verständlich warum Judal nur Hass empfindet. Niemand hat uns geholfen. Wir mussten einfach mitansehen, wie unsere Freunde vor Hunger umfielen und starben!“, schrie Ill. Tränen flossen aus seinen Augen.

Leon schmerzte sein Herz. Er stellte sich vor wie Indra seine Freunde begraben musste, wie er jeden Tag an Hunger litt, sah wie seine Freunde starben. „Das tut mir schrecklich leid“, flüsterte Leon. „Dass es so schlimm war, habe ich nicht gewusst. Selbst Empire City hat seine dunklen Seiten“, meinte Marco. „Nach zwei Jahren taucht Indra wieder auf. Das ist unglaublich. Warum ist er nicht hierhergekommen? Er muss doch wissen, dass seine Familie ihn vermisst“, sagte Ill und wisch sich die Tränen von seinem Gesicht. „Ich bin sicher, dass er bald euch besuchen wird“, versicherte Leon. Plötzlich sprang Ill aus seinem Bett und kniete vor den Freunden. „Bitte, rettet ihn! Er muss sein Herz wieder öffnen. Er soll sein Leben nicht damit vergeudet, Rache auf die Menschen zu nehmen! Zeigt ihm den richtigen Weg. Ich weiß, dass er Pokemon Kämpfe liebt. Überzeugt ihm während des Kampfes, dass er frei sein darf! Erlöst Judal von Indra! Bitte!“, flehte Ill verzweifelt. Sprachlos blickte Leon zu seinem Freund. Marco sah ihn mit einem entschlossenen Blick an. „Keine Sorge, Ill. Wir werden Judal zurückholen! Komm bitte am Tag des Auswahlturnieres zuschauen. Dort werden wir gegeneinander kämpfen! Indra wird an dem Tag verlieren!“, schwor Leon und ballte die Hände zur Fäusten. „Danke“, flüsterte Ill. Langsam stand er wieder auf. „Wir schulden euch viel. Darum, lasst mich euch helfen. Trainiert eure Pokemon hier. Wir selber sind keine Trainer, aber das geht schon. Meine Freunde und ich können euch bestimmt helfen. Fangen wir gleich morgen mit dem Training an!“, meinte Ill motivierend. Er war festentschlossen, den Trainern zu helfen. Sie mussten unbedingt Indra von Judal trennen.

„Ihr könnt gerne heute bei mir übernachten. Leider gibt es kein Abendessen“, sagte Ill. „Vielen Dank“, meinten die Freunde. „Sag mal, Ill. Ihr zapft Wasser von der Kanalisation ab, richtig?“, hob Marco an. „Ja, das hat Riccardo angestellt. Er ist einfach ein Genie mit viel Talent“, gab der Anführer zurück. „Irgendwann wird Empire City Leute schicken, um die Leitungen zu überprüfen. Passt auf, dass sie euch nicht damit erwischen“, meinte Marco freundlich. „Ja, danke für deinen Rat“, bedankte sich Ill und setzte sich wieder auf sein Bett. „Was ich immer noch nicht ganz verstehe ist, wieso ihr euch keine Hilfe von der Polizei holt? So schlimm sind die Typen auch nicht, wie man sich so erzählt“, erwähnte Leon vorsichtig. „Ich weiß was du meinst, aber die Polizei würde dann sofort unser Versteck aufspüren und uns alle in einem Waisenhaus stecken. Vermutlich würden wir getrennt werden und ein paar würden wieder in ihr altes Zuhause verfrachtet. Das Risiko können wir nicht eingehen“, erklärte Ill mit freundlicher Stimme. Leon nickte verständnisvoll. Marco gähnte ausgiebig. „Wir sollten dann mal ins Bett. Mitternacht ist sicherlich schon vorbei. Morgen geht das Training wieder los, also rein ins Bett, Leon“, befahl Marco und zog sich langsam seinen Pyjama an. „Gute Nacht ihr zwei“, verabschiedete sich Ill und verließ das Zelt. Auch Leon musste gähnen. „Die ganze Sache hier wird immer verrückter. Unsere Reise ist einfach unglaublich“, meinte Leon und legte sich ins Bett. Marco grunzte als Antwort. Leon lachte kurz und schloss die Augen. Indra, ich werde dich besiegen und Judal zurückbringen. Es wird Zeit, dass du wieder du selbst wirst. Leon sah noch, wie Ill wieder das Zelt betrat und die Öllampe ausmachte. Die Augenlider wurden immer schwerer und Leon sank im Tiefschlaf...


Viel Spaß!
Kurze Ankündigung: Dies war vorerst das letzte Kapitel. Keine Sorge, ich höre nicht mit dem Schreiben auf. Ich plane nämlich eine Vorgeschichte für Indra zu schreiben. Da sowas länger als die normalen Kapiteln sein wird, könnte es etwas dauern, sie zu veröffentlichen. Also wundert euch nicht, wenn ihr eine gewisse Zeit nichts von mir hören werdet. Also genießt das Kapitel und bis später, treue Leser :)
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Re: Auf in die Welt

#1294502 von KleinKokuna
10.09.2017, 20:19
Okay, die Wendung bzw. Offenbarung in diesem Kapitel hat mich jetzt so positiv überrascht, dass ich einfach etwas dazu schreiben möchte^^.

Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass hinter Indra Hunter so viel mehr steckt als ein auf den ersten Blick eiskalter, machthungriger Psychopath! Sondern das diese dunkle Persönlichkeit quasi der 'Schutzschild' einer armen, verletzten Seele ist, die schon viel zu viel Leid miterleben musste :~ . Das hast du alles so richtig gut beschrieben, denn jetzt kann ich irgendwie schon verstehen, warum der Junge sich so gibt und sich so ohne Skrupel deinem Verbrecherteam angeschlossen hat - da kann man ja fast schon wieder Mitleid mit ihm kriegen :/.

Jetzt bin ich natürlich auf seine Vorgeschichte mehr als gespannt und natürlich auch darauf, wie deine Story an sich weitergeht, klingt jetzt vielleicht morbide, aber es geht doch nichts über ein Drama^^.

Und ganz nebenbei: Ich feiere ja den Namen deines Anführers von diesen Waisenkindern. Muss nämlich immer an 'Alfred Ill' aus Friedrich Dürrenmatts Theaterstück 'Der Besuch der alten Dame' denken xD! (Vielleicht kennst du das ja?)
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Re: Auf in die Welt

#1294561 von Donnerkralle
11.09.2017, 20:06
Freut mich, dass es dir gefallen hat :).
Indra Hunter ist selbst für mich ein interessanter Charakter. Es macht viel Spaß, über seine Vergangenheit zu schreiben. Ich denke, nachdem die Vorgeschichte dann fertig ist, kann man sich ein neues/besseres Bild über ihn machen.

Zur Vorgeschichte selbst: Sie ist schon in Bearbeitung, allerdings komm ich nicht mehr so oft wie früher zum Schreiben *hust Schule*
Aber keine Sorge, sie wird bald erscheinen. Ein genaues Datum kann ich zwar momentan nicht angeben, aber spätestens bis Ende Oktober sollte ich fertig werden und dann geht es natürlich mit der normalen Story weiter, für die auch schon einiges geplant ist.

Zum Namen von Ill:
Tatsächlich kenne ich das Stück. Vor 2 Jahren haben wir in der Schule das Buch davon gelesen. Dort haben wir dann Rollen vergeben, wie eben die Rolle von Alfred Ill. Den Namen Ill kannte ich allerdings schon viel früher. Als ich erstmals lesen gelernt habe, da habe ich irgendwo schon mal den Namen Ill gelesen. Damals dachte, dass wären drei große i. Ja, die Volkschullehrerin hatte natürlich was zu Lachen :]

Nachtrag 14.10.17
Die Vorgeschichte ist beinahe fertig (85%)
Mit anderen Worten: Am 31. Oktober wird sie veröffentlicht
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