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Die Chroniken einer Reise

#1295295 von Sanaito
25.09.2017, 16:30
Kapitel 1 : Der Auftrag

Was oder wer bin ich? Ein Mensch? Ein Tier? Wer kann mir das schon beantworten? Nein, beantworte sie mir nicht, es war eine rhetorische Frage - als ob ihre Beantwortung mich weiter bringt. Ich denke; ich gehöre zu keinem dieser Vorschläge, ich bin eine Gestalt, die umher reist und versucht zu leben. Das Schillern einer Münze, so klar, so rein, so schön - und doch gefährlich. Die Gier, die die Menschen nach diesem kleinen, runden Dingern suchen und jagen lässt, ist das Gift dieser Welt. Jeder mag zwar ein Herz und eine Seele haben, doch verkauft er dieser für eine Hand voller Gold und Silber, wie viel wohl so eine Seele wert ist? Fragen wir doch den Sensenmann, was er für eine zahlen würde? Ich durfte schon zu früh mit ansehen, wie diese Gier mich einholt und was sie aus einem macht. Und besonders, was sie aus denen macht, die du kennst, Erinnerungen, die ich gerne auslöschen würde, doch sind sie eingebrannt, wie eine Brandnarbe auf deinem Herz.

Ich habe gelernt, zu kämpfen, zu suchen, zu warten und letzten Endes meine Gefühle abzuschalten um zu überleben. Binde deine Gefühle nicht an Dinge oder Personen, du verlierst sie sowieso und Geld bringen tun sie dir auch nicht. Zu oft sehe ich diese Menschen, die versuchen, von Luft und Liebe zu leben. Und im nächsten Moment wird der Mann erstochen und die Frau vergewaltigt. Eingreifen tue ich nicht, ich riskiere nicht mein Leben für sie. Was nützt mir das Wohlergehen anderer, wenn ich mich dadurch in Gefahr bringe? Niemand ist vor den grausamen Taten der Menschen sicher, weder Erwachsene, Tiere, nicht einmal ein Kind. Schon zu früh müssen diese jungen Geschöpfe Gewalt, seelische Erniedrigung und körperliche Misshandlung erleben und dann werden sie wie ich, falls sie es überhaupt überleben. Denn die "Kindheit" zu überleben schaffen nur diejenigen, die das Glück haben, hinter massiven Mauern zu wohnen, in einer Stadt. Falls du in einem Dorf wohnst, musst du dich damit abfinden, dass jeder Tag, jede Stunde, oder auch jede Minute der letzte Moment in deinem Leben sein kann.

So kramte ich die Karte aus meinem Gürtel und warf erneut einen Blick auf sie. Ich sah, dass es wohl nicht mehr weit war. "Eisenbach", der Name eines Dorfes, der Name meines Ziels. Früher besaß das Dorf bessere Umstände, das Eisen, welches man in Hülle und Fülle fand, brachte den Bewohnern eine Menge Geld. Viele konnten das Landleben hinter sich lassen und die Stadt ziehen. Auch Personen auf Flößen und kleinen Booten, die das Dorf kreuzten, betrieben Handel mit den Menschen. Man könnte schon meinen, eine echte Goldgrube, nur leider hatte die Zeit andere Pläne. Grand Schwarzfels, der Anführer einer der bekanntesten Banditenbande, die "Wolfskrieger", schnappen sich Minen, Handelsrouten und ganze Dörfer um noch mehr Geld zu ergattern. Gott verdammt muss der Arsch viel Metall haben, sitzt wohl auf einem Pferd aus purem Gold und fallen wird er nicht, wie denn? Glaubt irgendwer daran, dass die bestraft werden? Lächerlich! Ich habe es doch schon einmal gesagt, jeder und alles ist käuflich. Die alten Herren auf ihren Burgen lassen sich bezahlen, damit die Schweine ihren schwarzen Geschäften nachgehen können. Verflucht ist diese Rasse zum Aussterben bedroht, alles nur noch Monster, würde man ihnen ihr Geld wegnehmen hätten sie nichts mehr, nicht einmal sich selbst, denn das ist ja schon verkauft. Aber was erzähle ich da eigentlich? Ich bin nicht besser. Wenn man mir das Geld nimmt bin ich auch ein Niemand. ich habe nur mein "Talent" um Geld zu verdienen und nichts anderes, weder Gott, noch Satan mögen mir beistehen bei meiner Reise. Ich alleine habe die Kraft meinen Weg zu lenken und nicht irgendeine Erscheinung, die aus den Mist der menschlichen Gedanken gewachsen ist.

Die Karte vorsichtig in den Gürtel geklemmt kramte ich die Notiz aus meinem Sack, den ich mir mit einem Seil auf den Rücken geschnallt hatte. " Begebe dich nach Eisenbach und finde Augustin Braunbein, er ist jetzt nun zu lange in Schulden. Dein Ziel ist seine sofortige Eliminierung, nimm alles Geld mit was du finden kannst und bring es her, was du mit dem Rest seines Besitzes anfängst ist dir überlassen, doch lass dich nicht erwischen. Ein Fehlschlag ist nicht gestattet, sonst setzen wir den nächsten Arbeiter auf dich an, gez. Elise". Was für ein Teufelsweib, die Anführerin einer Gruppe aus Assassinen. Ich weiß nicht einmal in wessen Namen ich töte, wahrscheinlich weiß nur sie das. Und somit kommen wir zu meinem "Talent". Seit Jahren verbringe ich mein Leben damit, Leute zu töten. Seitdem mich diese Mischung aus Frau und Dämon bei sich eingestellt hat, habe ich etwa 20-30 Menschen auf dem Gewissen. Einige hatten Schulden, andere waren Feinde des Königs und andere sogar bedeutende Männer des Militärs oder des benachbarten Königreichs. Es läuft ab wie immer, ein Kunde kommt mit einem Auftrag, ich nehme ihn an, führe ihn aus und kassiere meine Beute. Meistens kann ich davon einen Monat lang gut über die Runden kommen. Ich besitze kein Haus, ist doch zwecklos eine feste Wohnung zu haben, wenn ich sowieso immer an den Arsch der Welt reise. Meistens suche ich mir eine still gelegte Höhle und schlage mein Lager auf mit Zelt, Vorrat und allem anderen. Im Untergrund trainiere ich und schmiede Pläne, wie es weiter gehen soll, meistens führt das zu nichts. Doch selbst in solchen Zeiten habe ich einen kleinen Funken Hoffnung. Es gibt eine Sache, für die ich ein wenig Geld zurücklege, vielleicht erfüllt sich mein Traum irgendwann. Warum nenne ich es eigentlich einen Traum? Nennen wir es einfach die bestmögliche Weise für mich ohne Probleme zu leben. Ich töte und sammle, solange bis ich da angekommen bin, wo ich sein will.

Langsam, aber stetig wurde der grobe Weg aus Dreck und kleinen Steinen unter meinen Füßen zu einer fest gepflasterten Straße. Der Wald hatte schon vor Minuten aufgehört sich neben mich zu gesellen und der graue Himmel dieser Einöde ließ mich nicht einmal vermuten welche Tageszeit wir hatten. Leichter Wind und kühle Luft streiften mich, ich spürte weder Wärme, noch Kälte. Ich bin durch Schnee und Feuer gelaufen, habe eine Brandnarbe auf dem Rücken, viele Narben, die Geschichten erzählen. Würde ich eine reizende Dame finden, könnte ich ihr all die Geschichten erzählen, aber möglicherweise mache ich ihr mehr Angst als sie von mir zu begeistern, welch Ironie, meine eigene Geschichte steht mir im Weg. Vor mir befand sich ein Pfahl aus Holz, der in den Boden gerammt wurde. An ihm war ein Brett genagelt "Eisenbach" . Na endlich, die Erleichterung darüber, dass ich diesen langen Weg hinter mir hatte stimmte mich schon fast fröhlich, bis mir dann einfiel, dass ich den ganzen Weg noch einmal zurück latschen muss, oh welch Freude meine Damen und Herren. Es war eine Straße, etwas weiter konnte ich schon das Ende sehen, eine Brücke markierte das Ende und sonst ein paar Häuser, nicht wirklich im guten Zustand. Einige waren halb verbrannt, die Fenster eingeschlagen, oder brüchig, alles aus Holz, zum altern verdammt und zum zerfallen bestimmt. Für ein Steinhaus würden sich die Menschen prügeln, dann wäre hier wenigstens etwas los, es ist echt zu still. Wenn man mehr als einen Sinn schärfen muss um zu überleben, sollte man lieber früh anfangen so wie ich. Noch bevor ich meinen ersten Mord begann konnte ich gewisse Gerüche schon von Meilen riechen, vielleicht hilft mir das jetzt. Schon streckte ich die Nase in die Luft. Meine Güte, erst als ich darauf achtete, merkte ich, was für ein Gestank hier war. Ich folgte dem Geruch ein wenig, es war mir zwar war egal, was da vor sich hin vegetierte, aber vielleicht gab es etwas, was ich mitnehmen könnte. Der Geruch kam direkt aus dem ersten Haus auf der Straße. Die Tür war zur Hälfte geöffnet und eine gerade zu geisterhafte Stille kam aus dem Schuppen. Langsam und ruhig zog ich meinen Dolch aus meinem Gürtel.Vorsicht ist geboten, lieber läuft dir jemand aus Versehen in den Dolch, als selber aufgespießt zu werden. Wenigstens war das Haus nicht verdunkelt, wäre auch ziemlich merkwürdig, wenn es so wäre. Etwa die Hälfte der rechten Hauswand war eingerissen, keine Brandspuren, also eher ein Angriff von Rebellen oder den Banditen, dieser Krieg wird wohl nie enden. Ich musste nicht mal drei Schritte ins Haus machen um zu sehen, wo der Gestank her kam. Ein Pferd mit aufgerissenem Bauch lag regungslos am Boden und das Geräusch der Fliegen, die um die Leiche tanzten war laut und deutlich zu hören. Ich schaute mir die Wunde etwas genauer an und fand lauter Spuren von scharfen Klauen und Zähnen. Also gibt es hier in der Gegend Wölfe oder gar Riesenratten? Wenigstens wusste ich jetzt, dass ich doch jagen konnte, bevor ich mich auf den Heimweg mache, obwohl das Wort „Heim“ da nichts zu suchen hatte.

Dachte ich es mir doch, ich hatte tatsächlich was übersehen. Kurz hinter der Brücke, die etwa fünf Meter über dem Wasser schwebte, stand ein etwas größeres Haus. Vielleicht würde ich ja dort fündig werden. Mit forschenden Blick überquerte ich die Brücke am Ende der Straße, immer nach links und rechts blickend in die Häuser, sie waren alle leer. Keine Menschenseele lebte mehr hier, eher sind sie abgehauen oder sind gestorben. Und so wie ich die Banditen kenne stand, nur Option Nummer Zwei auf der Speisekarte mit extra viel Schmerz und einem saftigen Ausbluten zum Nachtisch. Ich blieb kurz auf der Mitte der Brücke stehen und schaute den Fluss hinunter. Von weitem, konnte ich wieder den Wald sehen, sehr dicht bewachsen. Ich konnte nicht mal erkennen was für Bäume da wachsen, das wissen die wenigsten. Als ob Bildung in diesem Land erwünscht ist, nur die reichen Gören der Machthaber können sich so etwas leisten. Das einzige, was ich kann ist lesen, obwohl das auch schon wieder ein Wunder ist. Hat wohl doch seinen Vorteil, für so eine Frau zu arbeiten. Lesen und Schreiben habe ich von ihr gelernt. Elise, oder wie man sie damals nannte, "Die Kriegsgöttin der Hölle" , so viel Blut klebt an ihren Händen, so viele Armeen hat sie in die Schlacht befohlen, so viele Kriege hat sie zu Gunsten ihrer Seite gedreht, ihr Sinn für Strategie und Kampf kann mit keiner Wissenschaft nachvollzogen werden, als ob sie mit dem Teufel im Bunde steht. Eines Tages wurde ihr Leben verändert, so drastisch, dass sie nie wieder dorthin zurückkehren kann. Vor etwa fünf Jahren fand eine bedeutende Schlacht statt, die Schlacht am Abgrund der Welt. Eine gerade zu unendlich tiefe Schlucht. Dort hatten die Soldaten der Kaiserlichen Armee des Nordens das Versteck einer Magiergilde gefunden, die illegal versucht hatte, eine Armee aus Untoten zu erschaffen, Nekromagie, der Kunst, tote Wesen wieder ins Leben zu rufen und sie zu kontrollieren. Eine schwarze Magie und gleichzeitig verboten. Es waren 50 bis zu den Zähnen bewaffnete Ritter gegen 200 Untote. Warum war der Kampf wohl so schwer, nun ja, die Magier waren weitaus fähiger, als das Kaiserreich es ihnen zutraute. Die Untoten besaßen übermenschliche Kräfte und so blieben von den 50 Menschen gerade mal schlappe 10 übrig. Elise war eine von ihnen. Alles ein Erfolg, doch es sollte ihr letzter sein. Als die Schlacht gewonnen war, musste sie etwas mit ansehen, was ich keinem wünsche. Unter den Soldaten befand sich ihr eigener Sohn. Tod mit aufgerissenen Brustkorb und zerfressenden Innereien lag er da, das hat sie so sehr fertig gemacht, dass sie nicht mehr in der Lage war ihrem Beruf nachzugehen, eines Tages verließ sie ihren Posten und verschwand ohne Spuren hinterlassen zu haben. Das klingt so verrückt, wenn man dieser Frau ins Auge blickt. Kaum einer würde darauf kommen, dass sie im Inneren mal Gefühle für einen anderen Menschen hatte. Sie ist genau wie ich, eiskalt. Und jetzt, jetzt ist sie die Anführerin der wohl erfolgreichsten Untergrundorganisation der Welt: Sie verdient ihr Geld und ist "glücklich". Die wohl größte Frage dahinter ist, wieso sie noch weitere Tode verursachen will, wenn es genau das ist, was ihren Verstand zerstörte. Nun, es wurden damals nicht alle getötet. Der Anführer der Gilde wurde nie geschnappt und nun versucht sie, über diverse Aufträge Informationen zu erhalten, die sie zu ihm führen. Was sie dann mit ihm anstellt, will ich mir nicht ausmalen. Alles in einem kann man ihr Verhalten als Rache gegen eine einzige Person sehen, welch Ehrgeiz sie hat und welch Grausamkeit sie besitzt, es durchzuführen.

Nun stand ich vor der Tür dieses Gebäudes und welch Wunder, es waren viele Stimmen zu hören und Musik. Ich überprüfte ein letztes Mal meine Sachen und drückte meine Handinnenfläche auf das flache Holz der Tür. Je weiter die Tür aufging, desto lauter wurde es. Als ich dann im Raum stand, wirkte alles auf mich ein. Etwa sechs Tische mit einigen Personen, die laut lachten und Met tranken. Natürlich waren es Banditen, wer würde sonst so ein hinterlistiges Lächeln aufsetzen und gestohlene Kleidung von Adeligen tragen. Es war wärmer als draußen, der Kamin links an der Wand brannte leidenschaftlich vor sich hin. Das Holz war fast wie neu. Eines muss man jedoch zugeben, Banditen sind zwar alles Schweine, aber wenn es darum geht, eine ordentliche Kneipe zu führen ist man dort richtig. Der Geruch von Alkohol und Brot kroch durch meine Nase und ließ mich fast gemütlich werden, aber ich sollte den Auftrag im Auge behalten. Ich ging auf den Besitzer der Kneipe zu oder zu jemanden der danach aussah, er stand gleich hinter der Theke. Ich schnappte mir einen Hocker und pflanzte mich hin, das leichte knarren über den Holzboden ignorierte ich. Eine echte Schönheit das Haus, feinste Steinwände, glatter Holzboden und Dach. Ich klopfte leicht auf den Tresen vor mir, ebenfalls aus Holz, um mich bemerkbar zu machen. Es dauerte ein wenig, aber dann drehte sich der Herr um und starrte mir ins Gesicht. Er war mindestens einen Kopf größer als ich, hatte einen kräftigen Bart und sein Körper schien gestählt zu sein. "Oh, ein Fremder", brummte seine Stimme, ein echtes Feuerwerk aus tiefen Bässen. "Ich hoffe mal, du suchst keinen Ärger, so wie die zwei Herren, die vor einigen Tagen hier waren. Die wollten uns festnehmen, kannst du dir das vorstellen? Na ja, jetzt hängen sie an irgendeinem Baum im Wald" , der Ton diese Mannes, eine Mischung aus ernst und einem fiesen Grinsen hat mir gefallen, so war ich mir sicher, bei Banditen gelandet zu sein. Obwohl mich das freute versuchte ich unbeeindruckt zu wirken und bestellte mir den "schärfsten Rum den du mir anbieten kannst", als er mir davon einen Trog einfüllen wollte, signalisierte ich ihm, dass dies nicht nötig sei, er solle die Flasche hier lassen, ich werde schon dafür zahlen. Ich griff mir die Flasche und kippte mir das flüssige Gold den Rachen runter. Diese Welt ist so verdorben, man braucht einfach ab und zu den Kick eines Giftes oder einer Droge um sich lebendig zu fühlen. Dieser Rum, war scharf, intensiv, und ließ mich lebendig fühlen. Noch während ich genüsslich trank hörte ich hinter meinem Rücken Schritte, die auf mich zukamen. Vielleicht sollte ich mich beeilen mit dem Trinken, denn es wurde auf einmal sehr still, aber ich nahm mir die Zeit und erfreute mich am Blick des großen Herren als er sah, dass ich den ganzen Rum verputzt hatte.

Ich nahm eine Hand voller Münzen und knallte sie dem Kerl auf den Tresen, es würde reichen. Dazu verspürte ich einen leichten Rausch vom Alkohol, aber er war nicht stark. Es lag wohl daran, dass ich mich öfter mit dem Zeug volllaufen ließ um abzuschalten. Ich drehte mich um und sah einen ebenso strammen Typen wie der hinter der Theke. Jedoch besaß er keinen Bart, dafür aber eine Glatze, die leicht das Licht aus dem Südfenster reflektierte. "So so, ein Fremder treibt sich also in meiner Taverne herum und hat nicht einmal die Gebühr für den Eintritt gezahlt, na wie finde ich denn das, ich denke es ist immer noch Zeit dafür, oder etwa nicht?“ Diese Stimme war rau und tief mit einem leicht gehässigen Unterton in seiner Aussage."Ach, weißt du, ich habe keinen Bock dazu, immerhin habe ich gerade genug Münzen prasseln lassen um euch den Rum zu vernichten und jetzt soll ich auch noch Geld dafür zahlen, hier sitzen zu dürfen? Träum weiter du Hund!", lächelte ich ihn an im leichten Rausch. Vielleicht wäre meine Wortwahl anders gewesen, wenn ich nüchtern gewesen wäre, aber das war mir im dem Moment komplett egal. Und wie ich es mir gedacht habe, ich sah Wut in den Augen dieses Rüpels, das unterscheidet sie von mir, ich bleibe kalt und lasse mich nicht so leicht provozieren. Ich provoziere nur andere gerne damit sie unvorsichtig werden. „Was erlaubst du dir, du Sohn einer Hure, ich glaube, ich muss dir wohl ein bisschen Verstand einprügeln in deine hohle Birne!"

Die Stimmung wurde immer besser. Nun setze ich zum Lachen an, es war nicht einmal gespielt. Ich erfreue mich, wenn ich die Chance bekomme, so einem Hund eins auszuwischen. Langsam griff ich in die linke Brusttasche meines Hemds aus Fell und legte mir meine Ringe an, keine gewöhnlichen versteht sich, angefertigt aus reinem Metall und etwa so schwer wie Steine. Ein gezielter Schlag mit diesen kleinen Schätzen und seine Knochen waren mal in einem Stück. Während ich sie mir an meine rechte Hand anlegte, legte ich das letzte Stück Zündschnur zu dem Hirn dieses Bastards „Ach ja, prügeln willst du dich mit mir? Du denkst doch nicht etwa ernsthaft, dass so ein Schwächling wie du mir auch nur ein Haar krümmen könntest!" Meine Aussage untermalte ich mit einem leichten Grinsen und einem überheblichen Lachen. Und nun begann es, der Tanz des Kampfes, den ich führte und auch beendete. Das Gesicht des Rüpels war kurz davor zu platzen, er setze sein linkes Bein nach vorne und holte mit dem rechten Arm aus, seine Faust flog auf mich zu. So wie ich seine Kraft eingeschätzt habe, hätte es wohl gereicht, mich mit einem Schlag in den Schlaf zu schicken, aber seine Geschwindigkeit und seine Genauigkeit waren unterste Schublade.Endlich war ich am Zug. Endlich konnte ich mal wieder Spaß haben. Ein Schritt nach vorne, die Rechte angewinkelt und ZACK! Meine mit Ringen geschmückte Faust schmetterte genau unter sein Kinn und mit jedem einzelnen Finger konnte ich spüren wie die Knochen seines Kiefers dem harten Metall nachgaben und sie knackten. Welche Melodie in meinen Ohren und zum großen Abschluss dieser Komposition, ein lauter Krach als der Kerl zu Boden fiel, tada!

Die Stille wurde wieder hergestellt und alle Blicke waren auf mich gerichtet, welch Triumph, ich stand im Mittelpunkt, das war ein größerer Genuss als jede Droge auf der Welt. Ich durchsuchte die Taschen von dem Kerl und fand ein paar Münzen, er konnte sich ja schlecht dagegen wären so wie der Typ am Boden lag, ich hatte ihn ziemlich schlimm erwischt, wenigstens gehe ich nicht leer aus diesem Kampf raus. "Was willst du hier eigentlich?", drang eine Stimme hinter mir zu meinen Ohren durch. Ich konnte nicht wissen wer es war, aber , dass sie von hinten links kam ist sicher. Ich drehte mich zum Tresen „Ich suche Augustin Braunbein, wo ist er?". Der Mann hinter der Theke hatte nicht vor es mir zu verheimlichen, er hatte ja gesehen was sonst mit ihm passieren würde, Gewalt ist ein tolles Mittel um an sein Ziel zu kommen. "Er ist in der Mine direkt hinter der Taverne.", sagte er mit gesenkten Kopf während er einen Trog mit einem Tuch säuberte. Ich bedankte mich aufrecht für die Information und verließ mit einem leichten Schwips die Taverne. Es wunderte mich, dass mir die Mine zuvor nicht aufgefallen war,
ein riesiger Holzrahmen aus Brettern, die an einem Berg angebracht wurden. Von weitem sah ich die ersten Fackeln, die den Weg ausleuchteten. Hier also sollte sich mein Zielobjekt befinden. Ich zog meinen Dolch, schnallte den Gurt noch etwas fester und machte mich auf den Weg. Armer Augustin, hatte er doch nur ein paar Schulden gemacht und schon muss er nun dem Tod ins Auge sehen, aber immerhin kriege ich Geld und das ist alles was zählt, leider. Dann mal auf zu einem erfolgreichen Job, was soll schon passieren?
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