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[FF-Diskussion] Warum schreibs...

#956927 von Rumo
08.03.2013, 23:05
Wir hatten bereits Diskussionsthemen zum Spriten, zum Mappen und zu Wettbewerben - jetzt endlich ist auch der FanFiction-Bereich an der Reihe. Und beginnen wollen wir dabei gleich mit der zentralen Frage überhaupt:
Warum schreibst/liest du?

Was bringt dich dazu eigene Geschichten zu verfassen? Oder von der anderen Seite betrachtet: Was bringt dich dazu eine Geschichte zu lesen. Was macht für dich eine gute Geschichte aus? Was ist für dich der Sinn von Prosa? Soll sie unterhalten? Belehren? Irritieren? Schockieren? Abstrahieren? Alles zugleich? Oder nichts davon?
Haltet also einen Moment Inne im Schreiben oder Lesen und fragt euch, warum ihr das eigentlich tut (und nein, eine einfache Zahl ist hier keine genügende Antwort - wir sind Autoren, uns geht es um mehr als nur das schnöde Leben (oder ist das überhaupt so?))!
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#957762 von ShinyBlue
12.03.2013, 17:41
Chapeau an die Bereichsleitung zunächst - Threads wie dieser waren ja durchaus Teil einer (an sich noch deutlich umfangreicheren und gar nicht mal so ausdrücklich auf die Plattform PF bezogenen) Beschwerde aus jenem Channel, dessen Name nicht genannt werden darf.
Dass man sich hier nun also darum bemüht, den FF-Bereich zumindest ansatzweise aufzuwerten, ist ein gutes Zeichen - es sollte nur nicht das Einzige bleiben, ansonsten werden sich die Idealos der besagten Chatplattform (zu denen ich mich zumindest in einigen Tendenzen zähle) wahrscheinlich auch weiterhin Alternativen durch den Kopf gehen lassen.

Nun zur eigentlichen Fragestellung, die so simpel daherkommt und unter dem Binokular des Banausen auch simpel bleibt - Warum schreibt überhaupt irgendwer? Klar, der Antwortreflex treibt zum Statement "Weil es mir Spaß macht".
Naja, keine Antwort ist auch eine Antwort - warum sollte man seine Freizeit schließlich mit Dingen zubringen, deren bloße Ausführung schon für Unwohlsein sorgt.
Natürlich macht Lesen aus diversen Gründen Spaß - und das nicht nur irgendwelchen Literaturfreaks, sondern jedem bis zu einem gewissen Grad. Mit dem Schreiben ist das ein wenig anders.

Ich lese beispielsweise aus demselben Grund, aus dem andere Leute Fernsehen schauen - wobei "Grund" im Singular hier deplatziert ist: Ein Buch ist wie das Fernsehen ein vielfältiges Medium. Je nachdem, ob man grade etwas zum Lachen braucht, sich eskapistische Glücksseligkeit in diesem oder jenem fantastischen Epos sucht oder vielleicht einfach nur aus persönlichem Interesse Informationen über einen beliebigen Sachverhalt nachschlagen oder vertiefen will - die Möglichkeit besteht, beim Buch sogar unabhängig von Sendezeit, in beliebiger Wiederholung inklusive Zurückspulen und in höchstem Maße personalisiert.
Dafür dann ohne bewegte Bilder und Ton - womit das Ganze sich natürlicher langwieriger gestaltet. Lesen ist anstrengender als "sich berieseln lassen". Trotzdem finde ich es einfach schöner, ein gutes Buch zu lesen, als bloß still dazusitzen und einen Film zu gucken. Fernsehen muss man meist mit irgendetwas Anderem verbinden, wenn der Film jetzt nicht so unglaublich fesselnd ist - ein Buch kann, finde ich zumindest, viel einfacher für sich stehen.
Und das ist auch gut so, denn die Wirkung geschriebener Worte entfaltet sich in Ruhe am besten. Und, mal am Rande: Ich bin auch der Ansicht, dass Bücher eigentlich auf Papier gehören. Eines der Probleme, die meiner Meinung nach im FF-Bereich auftreten, ist, dass man enorm schnell ermüdet, wenn man stets auf den Bildschirm fokussieren muss.

Hat man dann erstmal mit dem Lesen begonnen, liegt es am Schreibstil des Autors, was das Buch wirklich sein kann: Jeder Text sollte eine Art Film im Kopf erzeugen, den die gewählten Worte und die Fantasie des Lesers ausgestalten.
Schwache Bücher produzieren nichts als eine halbgare Diashow, da können die Idee und das Konzept hinter der Geschichte so gut sein, wie sie möchten. Die richtig tollen Texte erschaffen im Kopf eine ganze Scheinrealität, einem Alltag mal ähnlichere, mal weniger ähnliche Welt, in der man auf viele unterschiedliche Arten und Weisen Dinge nachfühlen kann, die oft nie geschehen sind, einfach, weil Wörter, Charaktere, Sätze eine solche Reaktion in uns provozieren.
Wäre dem Menschen nicht langweilig, gäbe es keine fiktionale Literatur. Denn zwischen den Zeilen tut sich oft eine interessantere, spektakulärere, weniger anonyme und unbedeutende Welt auf, in der Handlungen noch Konsequenzen haben.
In der man mitfiebert, mithofft, mitleidet, mitmacht, als stiller, faszinierter Beobachter. Je nach Intention des Autors bleibt man dann belustigt, nachdenklich oder verblüfft zurück. Oft zieht man aus Büchern auch geradezu revolutionäre Lebensweisheiten. Aus fast jeder Geschichte kann man Dinge lernen, da sich in ihr in jedem Fall die Gedankenwelt eines anderen Menschen, des Autors, reflektiert.
Je nach Zielgruppe kann und muss man diesen Aspekt entsprechend komplex betrachten. Abschließend kann man festhalten:
Lesen hat noch niemandem geschadet und ist in großen Teilen nichts als Überwindung des Schweinehundes.

Schreiben ist komplett anders und – wenngleich ich früher anderer Ansicht war – nicht von jedem gleichermaßen beherrschbar. Ich betrachte die Schriftstellerei im engstmöglichen Sinne als Wortkunst, als Symbiose von Sinn, Klang und Form, die weniger Handwerk ist, als heutzutage propagiert wird, als vielmehr die stärkste und klarste Form kreativen Ausdrucks. Wer schreibt, erzählt Geschichten.
Das heißt, wer schreiben will, muss eine Geschichte zu erzählen haben, dazu bedarf es einer gewissen Inspiration und Schaffenskraft, die jeder unterschiedlich betrachtet, erfährt und nutzt. Wie alles, was der Mensch erschafft, setzen sich auch diese Geschichten nur aus Bausteinen und Versatzstücken zusammen, die einem die reale Welt gelehrt hat.

Wer unaufmerksam durch seinen Alltag hetzt, der wird nicht inspiriert sein. Wem es an Empathie mangelt, der wird nie die facettenreichsten Charaktere abbilden können. Wer ein Bild vor dem Auge des Lesers zusammenfügen will, der muss sich der nötigen Mosaiksteine bewusst sein. Dabei gibt es keine Regeln, wer schreibt, schmeißt alles durcheinander und strukturiert es erst dann neu.
Auf inhaltlicher Ebene lassen sich eigene Wünsche, Träume und Hoffnungen genauso darstellen wie nüchtern Beobachtetes, desillusionierte und doch in Illusion verpackte Kritik, Erfahrungen jeglicher Couleur. Teilweise können sogar versförmige Fetzenbilder im Vorfeld konsumierter Literatur, verändert und erweitert, selbst gute Geschichten darstellen.
Alles kann, nichts muss.

Man sieht also: Die Möglichkeiten, die die Schreiberei als Ventil der Kreativität bietet, sind nahezu unbegrenzt. Manchmal treibt einen Neugier eines Was-wäre-wenn-Szenarios zum Texten, dann wieder schreibt man, weil man einen Gedanken kreativ vermitteln möchte, dann wiederum will man einfach nur seine Fähigkeiten als Wortillusionist testen. Das Motivationsdelta lässt jeden Flussarm dann in Fließtext münden.
Genau so wertvoll – vielleicht sogar noch kostbarer – ist allerdings gewiss auch die Meinung anderer, das Publikum. Selten schreibt man nur für sich selbst, jeder Literat abseits des Tagebuchschreibers ist auch in selbstgewähltem Rahmen Gedankenexhibitionist. Sei es der Stolz auf das, was man selbst erschaffen hat, oder die Hoffnung darauf, jemanden mit seinen Texten zu begeistern – unter Verschluss hält man seine Werke nur höchst selten.
Deswegen ist z.B. im FF-Bereich ein gewisser Altruismus genau der teils fehlende Tropfen Öl in der Motivationsmaschinerie – niemand, der schreibt, will irrelevant sein, und ist der produzierte Stoff auch noch so banal. Man möchte dem Adressaten vielleicht nicht nach der Nase schreiben, wenn man nicht grade sein täglich Brot dadurch verdient, aber ganz ohne Rückmeldung – nein, das ist nichts. Der Wert des Geschriebenen bemisst sich in seiner Wirkung – und auf irgendwen muss ja eingewirkt werden.
Und damit sind wir wieder bei den Gründen, die für das Lesen sprechen: Alleine schon, damit mehr geschrieben wird, sollte man mehr lesen ;>


P.S.: Ich schreibe am liebsten aus Launen heraus und im Affekt. Klar korrigiere ich Stilmängel in einer nüchternen Phase - aber während des eigentlichen Produktionsprozesses liegt mir Perfektionismus fern.
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#962959 von Rumo
25.03.2013, 01:16
Tja, irgendwie war deine Antwort wohl schon etwas zu umfassend/abschließend, sodass sich jetzt schon niemand mehr traut etwas eigenes beizutragen - seid ihr Geschichtenschreiber echt so schüchtern? ^^

Aber es geht mir ja selbst auch so - ich kann dir eigentlich fast überall nur zustimmen. Gerade zur Frage, warum man eigentlich liest, trifft das ziemlich genau das, was auch mich zum Lesen bringt.
Bei der entsprechenden Frage zum Schreiben finde ich es allerdings interessant, dass du hier hauptsächlich auf die notwendigen Voraussetzungen für das Schreiben eingehst, weniger aber auf die hinreichenden, also die, die einen dann auch tatsächlich dazu bringen eine Feder Tastatur in die Hand zu nehmen.
Wer schreiben will, muss also eine Geschichte erzählen wollen? Ja, wenn man den Begriff "Geschichte" nur weit genug fasst fasst, mag das seine Richtigkeit haben. Aber warum nutze ich dann nicht einfach eine langweilige Deutschstunde um sie meinem Nachbarn zu erzählen? Das wäre nicht nur wesentlich zeitsparender - es würde auch das Problem des fehlenden Publikums lösen. Der Banknachbar kann schließlich nicht weg - und spannender als Fünf Merkmale der Kurzgeschichte wird es allemal sein.
Was - zumindest für mich - das Schreiben aber besonders macht, ist die Möglichkeit Dinge zu ändern, auch Dinge, die man eigentlich bereits erzählt hat. Wenn ich merke, dass ich mich in eine Sackgasse geschrieben habe, kann ich einfach zurück zur letzten Abzweigung gehen und dort einen anderen Weg nehmen. Oder noch besser: Ich kann einfach eine neue Abzweigung erfinden, die es vorhin noch gar nicht gab. Ja, ich muss nichtmal am Anfang anfangen und mir mühsam einen Weg zum ziel suchen. Ich kann mir auch einfach ein grandioses Finale überlegen und dann den Rest meiner Zeit damit verbringen, mich zu fragen, was dazu geführt haben könnte. Wenn ich die Geschichte dagegen meinem Nachbarn erzähle, kann ich das zwar theoretisch auch - wenn mein Zuhörer aber nicht zufällig gerade ein glühender Tarentino-Verehrer ist, wird ihn das früher oder später in den Wahnsinn oder - noch schlimmer - in die Fänge des Deutschlehrers treiben. Und wenn er dem auch noch zuhört, wird er zum Schluss noch feststellen, dass meine Geschichte gar kein offenes Ende hat...
So ist schreiben für mich nicht nur ein einfaches "Was wäre wenn?" (was aber - gerade im FF-Bereich - immer ein guter Ausgangspunkt sein kann), sondern vielmehr ein ständiges, immer wieder neu gestelltes: "Aber was wäre eigentlich wenn...?"
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#964910 von HelloKitty
02.04.2013, 22:14
Wow, dass war ja ziemlich lang!
Da das meiste ja schon gesagt wurde sage ich jetzt mal meine Meinung, wel niemand anderes was schreibt.

Also erstmal lese ich viel lieber Geschichten. Zum schreiben: Es macht Spaß, aber ich hab nicht immer die Zeit.
Zum lesen: Ich lese weil es spaß macht und spannend/witzig ist. Kurz und knackig!
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#964913 von Loso
02.04.2013, 22:47
Zum Schreiben kann ich mich nicht wirklich äußern. Habe es noch nie wirklich gemacht, hatte zwar schon häufig Ideen zu Büchern, aber ich denke, dass mir da irgendwie die Stilmittel fehlen um den Text dann auch wirklich interessant und gut lesbar zu gestalten. Trotzdem habe ich vor irgendwann mal ein Buch oder zumindest eine Kurzgeschichte zu schreiben.

Das Lesen ist denke ich eine der Beschäfftigungsmöglichkeiten, die heutzutage viel zu wenig betrieben und geschätzt wird. Zumindest was meine Altersgruppe anbetrifft.
Ich liebe es zu lesen und das auch so, dass ich kurze Bücher schon fast wieder nicht leiden kann, da es mir einfach zu schnell vorbei geht. Minimum 700 Seiten ist da so meine Einstellung, ich lese aber eigentlich nur Bücher über 1000 Seiten. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass historische Bücher meine absoluten Lieblingsbücher sind und die meistens sehr lang gehalten sind.
Der Grund warum ich Bücher so liebe, ist, dass ich mir immer alles so gut im Kopf vorstellen kann. Ich würde sagen, dass liegt unter Anderem an meiner Kreativität und Vorstellungskraft. Wenn ich ein packendes Buch lese, kommt es mir manchmal so vor, als sei ich in einem Trance-Zustand. Teilweise kommt es einem schon fast so vor, als würde man die Sachen vor dem inneren Auge wirklich sehen:)). Deshalb mag ich auch Bücher mit besonders viel Informationen zur Landschaft oder allgemein dem Setting und der vorherrschenden Situation.

Prosa hat für mich neben der Unterhaltung aber auch die Aufgabe zu informieren. Da ich mich sehr für geschichtliche Themen (vor Allem Mittelalter) interessiere, sind historische Bücher für mich einfach das beste.

EDIT//
Sollte jemand meinen Geschmack von Büchern teilen, schickt mir doch bitte ne PM. Vielleicht kann man sich ja austauschen:).
Zuletzt geändert von Loso am 05.04.2013, 16:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#965456 von Dragongaga
05.04.2013, 12:08
So, zweiter Versuch. Diesmal antworte ich wirklich xD

Meine Mutter war immer streng, was digitale Medien betrifft, deshalb war früher Lesen meine einzige Freizeitbeschäftigung, wenn ich alleine war (abgesehen von meiner Leidenschaft, Geräte zu zerlegen).
Heute bin ich meistens zu abgelenkt vom PC, um zu lesen, aber wenn ich ein neues Buch bekomme...ich hasse es außerdem, ein Buch zuklappen und später weiterlesen zu müssen. Das ist wie bei Filmen, ich kann mir die Matrix-Trilogie auch nur im Ganzen ansehen.
Das heißt jetzt nicht, dass ich mir alle Bücher einer Reihe ohne Unterbrechung geben muss, aber das Buch "Ready, Player One" hab ich zum Beispiel in einer Nacht komplett gelesen. Es ist auch hier dieses "Was wäre, wenn", das mich so fasziniert. Deshalb mag ich auch keine Krimis, denn die sind mir zu "normal", wenn ich das so sagen darf.
Dasselbe gilt auch für meine eigenen Geschichten: Pokémon-Trainer? Anthrofizierte Pokémon-Charaktere? Neine danke, das machen doch eh schon so viele.
Aber was wäre, wenn (da haben wir es wieder) man Pokémon und Menschen auf eine Stufe stellt und sie nebeneinander leben lässt, wie Freunde und Nachbarn.
Das ist meine Welt, meine Idee. Was wäre, wenn man diesen Gedanken weiterspinnt? Was könnte daraus entstehen? Ein Szenario, gleich dem dritten Reich? Wie gehen beide Fraktionen miteinander um? Was passiert, wenn eine Gefahr von außen droht? Pure Kreativität, kann ich da nur sagen.
Als ich angefangen hab, meine erste Geschichte zu schreiben, da wollte einfach nur alles raus. Tag für Tag, drei Wochen lang hab ich einfach nur geschrieben, ohne wirklich drüber nachzudenken und was ist passiert? Ich habe ein Publikum gefunden, Fans und sogar Freunde. Dann hat man das ganze auf die nächste Stufe gehoben und mich in ein RS-Forum eingeladen. Wer von euch hat schon einmal an einem offenen, Text-RS teilgenommen? Wenn man die richtigen Leute dafür findet, sind der Geschichte keine Grenzen gesetzt und die Kreativität der anderen Teilnehmer erweitert denhandlungstechnischen Horizont um ein Vielfaches.
Aber ich schweife ab. Es schwirrt und wimmelt in meinem Kopf, wie auf der Computer- oder auf der Spielemesse. So viele Ideen...ich sehe perfekte Filmszenen in meinem Kopf, die alle darum betteln, zu Papier gebracht zu werden, aber momentan fehlt einfach der Zündfunke, die entscheidende Zeile zum Übergang, sozusagen der Musenkuss.
Ich schreibe, um mich zu befreien. Es ist ein endloser Irrgarten aus Handlungen und Reaktionen, ein reißender Strudel aus Bild und Sprache und darüber zu schreiben oder auch nur zu reden, es einfach weiterzugeben, befreit mich für einen Moment, bevor die nächste Kaskade von Ideen ausbricht und mir schlaflose Nächte bereitet.
Ganz ehrlich gesagt, ich will nie damit aufhören. Wenn es eines gibt, was mich zutiefst erschüttert, dann dass eine Geschichte endet und es keine Fortsetzung gibt. Ich weiß natürlich, wie jetzt einige Leser dieses Posts sich vor den Kopf hauen und auf viele schlechte Fortsetzungen von Filmen und Fernsehserien verweisen, aber ist das wirklich das einzig mögliche Ende einer anfangs tollen Idee?
Ich werde weitermachen, so lange ich kann. Nicht aufeinanderfolgend, aber in tieferen Schichten. Ich möchte meinen Lesern und auch mir selbst meine eigene, selbst erschaffene Welt vollkommen erschließen und erklären. In der Literatur steckt viel ungenutztes Potential. Viele Geschichten enden zu früh, weil der Autor an Grenzen stößt, ob selbst gesteckt oder von anderen Leuten, aber so muss es nicht enden. Wie schon gesagt, schreibe ich vor allem für mich selbst. In gewisser Weise geht es auch um Anerkennung. Ich behaupte jetzt einfach, ich leide an einem gewissen Minderwertigkeitskomplex, weil ich in vielen Spielen -ob digital oder nicht- eher weniger "reiße", wie man bei uns so schön sagt. Vielleicht will ich das mit Anerkennung für meine Geschichten kompensieren? Ob mir das gelingt, sei dahingestellt. Am Ende ist Anerkennung eh nur ein Nebeneffekt und der Weg das Ziel, nicht wahr?
Abschließend noch: In diesem Forum und vor allem im Channel-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf gibt es einige Leute, denen ich sprachlich nicht das Wasser reichen kann und die mich sehr inspirieren. Diejenigen werden vermutlich wissen, dass sie gemeint sind.

Schönen Tag noch
Dee
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#973648 von Lightmoon
15.05.2013, 00:37
Ich schreibe gerne Geschichten, einfach weil es Spaß macht seine Fantasie anzuregen. Lesen fördert die Fantasie und es macht Spaß sich im Kopf die Geschichte vorzustellen. Manche Geschichten sind so toll geschrieben, dass man vor Aufregung anfängt zu zittern und nicht aufhören kann bis man beim letzten Punkt angekommen ist. Ich versuche bei meinen Geschichten immer besser zu werden was den Schreibstil betrifft. Oft kommt einen einfach eine Idee, man schreibt sie auf und am Ende hat man eine schöne Geschichte, ein Gedicht oder ein Lied. Für mich müssen Geschichten spannend sein. Je spannender eine Geschichte umso besser. Aber ich mag auch traurige Geschichten. Da kommen einen selbst Ideen, bei denen man einfach nicht anders kann als sie aufzuschreiben.
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#974122 von Waldmensch
17.05.2013, 23:21
Ich schreibe, weil ich es kann.

Irgendwann im Laufe der Zeit ist das Schreiben für mich zu einer anstrengenden und frustrierenden Arbeit geworden, einer lästigen Pflicht. Als ich klein war, wollte ich immer Schriftstellerin werden und habe mir am laufenden Band irgendwelche Geschichten ausgedacht, in den seltensten Fällen aber wirklich aufgeschrieben. Vermutlich wurden dadurch meine Ansprüche immer höher und unerfüllbar, weil ich im Kopf schon einen Schritt weiter war, aber nie geübt habe, wirklich etwas zu schreiben und vor allem zu Ende zu bringen. Deshalb ist mir das, was ich zu Papier (bzw. zu Datei :>) bringe, nie gut genug. Mein Perfektionismus steht mir im Weg, das Schreiben an sich zu genießen.
Da ich aber doch den Eindruck habe, ein gewisses Talent zum Schreiben zu besitzen, fühle ich mich verpflichtet, es auch zu nutzen, und starte alle Jubeljahre mal wieder einen Versuch, eine meiner Ideen in Worte zu fassen. Ab und an kommt dann auch etwas dabei heraus, mit dem ich zufrieden bin. Das merke ich in der Regel schon während des Schreibens und dann macht es mir auch wieder Spaß. Außerdem finde ich es interessant, die Reaktionen anderer auch meine Texte zu sehen, wie sie empfunden und interpretiert werden.

Auch gelesen habe ich früher wesentlich mehr als heute. Damals war es einfach meine liebste Freizeitbeschäftigung, es hat mir Spaß gemacht und ich habe mir nicht viel dabei gedacht. Als ich dann älter wurde, glaubte ich eine zeitlang, auf historische und besonders künstlerische Bücher zu stehen und bildete mir unglaublich was darauf ein, sie zu lesen, obwohl ich sicher nicht mehr als die Hälfte davon verstand und sie eigentlich nicht einmal besonders spannend fand. Dadurch hatte ich plötzlich den Eindruck, dass mir kein Buch mehr so richtig gefällt, und dieser Eindruck hält leider bis heute an. Inzwischen weiß ich aber immerhin, dass ich beim Lesen einfach nur unterhalten werden will und keinem Interpretatonszwang irgendwelchen künstlerischen Geschwafels unterliegen möchte. Natürlich sollte ein kreatives Konzept und glaubwürdige und interessante Charaktere hinter der Geschichte stehen, aber Botschaft und Schreibstil können dahinter meinetwegen nur zu gerne zurückstehen.
...vielleicht pendelt sich das ja nach längerer Deutschunterricht- bzw. Gedichtanalysenabstinenz wieder ein. :tja:
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Re: [FF-Diskussion] Warum schr...

#976672 von gasi
01.06.2013, 02:04
Ich hab ehrlich gesagt die vorherigen Beiträge nur grob überflogen, da ich mich erstmal nicht von bereits gegebenen Antworten beeinflussen lassen möchte. Vielleicht geh ich zu nem späteren Zeitpunkt noch auf den ein oder anderen ein...

Zuerst möchte ich mit der Frage nach dem Lesen beginnen - warum lese ich? Ehrlich gesagt habe ich mir selten wirklich Gedanken darüber gemacht - warum lese ich? Weil ich es kann? Zeitvertreib? Spaß an der Sache? Erlangen von Bildung? Es gibt so viele verschiedene Gründe zu Zeitungen, Zeitschriften und Büchern zu greifen. Auf Webseiten wie PF zu schmöckern (haben ja nen tollen FF-Bereich). Hier wird ja explizit nach Geschichten gefragt, deshalb schränke ich auch meine Antwort eine wenig ein. Das ist vielleicht auch ganz gut, denn die komplette Analyse der eigenen Lesegewohnheiten würde hier wohl den Rahmen sprengen.

Grundsätzlich muss ich gestehen, dass ich Geschichten oftmals nur zum Zeitvertreib lese - zumindest vordergründig. Es gibt wenige Aktivitäten, die ich für das Lesen einschränken würde. Dafür gibt es viele Aktivitäten, für die ich ein Buch zur Seite legen würde. Fürs Lesen hab ich zumeist also nur Zeit, wenn eben gerade nichts Anderes ansteht. Dann jedoch mach ichs jedoch total gerne. Es ist faszinierend in die Phantasiewelt, in die Gedanken eines Autors einzutauchen. Ich finde, dass das geschriebene Wort in einem Buch viel intensiver in seinen Bann zieht als beispielsweise ein Film. Bei letzterem wird der Vorstellungskraft viel abgenommen, man ist nicht gezwungen gewisse Dinge selbst zu visualisieren. Das ist beim Lesen anders, man muss sich aus groben Vorgaben selbst ein Bild basteln, viel genauer Gedanken über Vorgänge machen. Das mag teilweise vielleicht anstrengender sein, natürlich. Trotzdem ziehe ich aus diesem Grund jedes gute Buch, jede gute Geschichte einem guten Film vor.

Zudem ist es, durch die intensive Beanspruchung der eigenen Denkfähigkeit, sehr einfach bei einer guten Geschichte abzuschalten. Sich zurückzulehnen, sich von den Worten lenken lassen und andere Gedanken verbannen. Das geht beim Lesen sehr gut, sofern das Gelesene eine gewisse Qualität besitzt. Das setze ich bei meinen Ausführungen jedoch grundsätzlich voraus. Obwohl ich auch sagen muss, dass die Beurteilung der Qualität natürlich auch schwierig ist - jeder hat seine Vorlieben. Und nur weil der Zugang zu gewissen Stilen schwierig ist, sind sie nicht gleich schlecht. Manchmal kann man sich sogar besser in Geschichten hineinversetzen, wenn man zu Beginn ein wenig Schwierigkeiten hatte einen Zugriff zu bekommen. Offenheit für Neues ist auch beim Lesen also durchaus wichtig.

Warum ich letztendlich also lese? Zeitvertreib, natürlich. Entspannung bei gleichzeitigem Erlebnis. Scheinbar unvereinbare Dinge bringt das Lesen zusammen. Deshalb lese ich.


Die zweite Frage, die sich auf das Schreiben bezieht, ist auch nicht einfach zu beantworten. Jedoch muss ich gestehen, dass ich mir hierüber schon öfter Gedanken gemacht habe, da ich auch gerne von meinem Umfeld dahingehend befragt werde. Warum das manche Menschen zum Teil so interessant finden, ist mir oft ein Rätsel. Scheinbar weil man Menschen mit starker Orientierung zur Technik nicht unbedingt das große Interesse an der Sprache nachsagt.

Doch genau damit kann ich schon einen Teil der Antwort geben. Ich schreibe, weil es sozusagen einen Ausgleich darstellt. Mit Zahlen oder technischen Zusammenhängen werde ich ständig konfrontiert. Das liegt am Beruf, das liegt momentan an der Schule, das liegt bald am Studienfach. Mit Geschichten, mit großartigem Schreiben hab ich im Alltag eigentlich sehr wenig zu tun. Genau darum ist es so spannend auch etwas komplett Anderes zu machen - sich hinzusetzen und Worte aufs Papier zu bringen. Worte, die bestenfalls andere Menschen in ihren Bann ziehen.

Das muss jedoch nichtmal sein. Es ist zwar immer wieder schön, wenn man für seinen Stil, für seine Ausdrucksweise, für seine Kreativität gelobt wird. Doch das Schreiben ist streng genommen eine Sache, die ich für mich selbst mache. Wie gesagt um einen Ausgleich zu schaffen, jedoch auch um Erlebtes zu verarbeiten. Vielleicht auch um manche Dinge auf eine Art auszudrücken, die mit gesprochenem Wort nicht möglich wären. Man schafft sich mit jeder Geschichte ja auch eine Parallelwelt, kann sich vielleicht sogar mit den Charakteren identifizieren. Das kann bewusst passieren, jedoch auch unterbewusst. Manchmal bin ich nach dem Schreiben selbst überrascht darüber, was ich da so aufs Papier bzw. den Bildschirm gebracht habe. Woher kommen denn diese Gedanken?

Was ich jedoch gestehen muss ist, dass ich nicht nur kreatives Schreiben, also das Erfinden von Geschichten, sehr spannend finde. Ich schreibe auch gerne sachliche Texte. Kritische Texte, Texte über das Tagesgeschehen. Manche werden veröffentlicht, manche nicht. Es macht mir persönlich jedoch viel Freude die eigenen Gedanken niederzuschreiben. Dabei setzt oft auch ein gewisser Denkprozess ein. Ich für meinen Teil kann behaupten, dass ich mich mit Themen viel intensiver auseinandersetze, wenn ich darüber schreibe. Gedanken, Meinungen in geschriebene Worte zu fassen ist oftmals nämlich gar nicht so einfach. Zu harrsche Ausdrücke oder auch logische Fehler bemerkt man beim Schreiben und Lesen viel einfacher. So ist es also wichtiger einen Sachverhalt genau zu durchdenken. Hier überschneiden sich dann auch das Sachliche und das Kreative schreiben. Eine Geschichte, die im Kopf reift, ist schön und gut. Doch sobald man sie niederschreibt, wird sie konkret und eventuelle Lücken oder Fehler werden gnadenlos sichtbar. Das mag manchmal frustrierend soll, die Herausforderung etwas komplett wasserdichtes, in sich logisch zu schaffen, ist jedoch sehr reizvoll. Egal ob es sich um eine Phantasiewelt oder eine Argumentation handelt.


Und zu guter Letzt die Frage, was für mich der Sinn von Prosa ist. Hier halte ich mich kurz, versprochen. Für mich hat Prosa keinen vorgegebenen, keinen zu definierenden Sinn. Prosa hat den Sinn, den ihr der Autor gibt. Den ihr der jeweilige Leser gibt. Vielleicht mag das für manchen hier auch eine unbefriedigende Antwort sein. Für diese Personen hat meine Antwort dann den Sinn unbefriedigend zu sein. Kann ich mit leben, mir gefällt sie - und somit ist der Sinn gegeben.
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