Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Our secret place

#1023238 von Storm_Nightmare
09.11.2013, 21:18
Our secret place

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Vorwort
Ich weiß nicht genau, was mich dazu geritten hat, diese Geschichte zu schreiben. Was schon mal gesagt werden muss ist, dass es eine etwas andere Pokémongeschichte ist. Die ersten Kapitel sind alle harmlos, aber etwas später könnte es für Leser die jünger als 16 Jahre alt sind etwas zu brutal oder naja... gruselig werden!xD Ich werde Pokémon nicht als Friede-Freude-Eierkuchen-Welt darstellen. Ich würde mich auch über ein Feedback freuen!
Ich hoffe ich finde ein paar Leser und ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!:)

PS: Vielen Dank für den Titel FanFiction des Jahres 2014, ich bin euch mehr als dankbar :'3


Steckbriefe der Charaktere

Kapitelübersicht
Kapitel 1 - Nebel
Kapitel 2 - Die Blume
Kapitel 3 - Frei
Kapitel 4 - Böse Vorahnungen
Kapitel 5 - VI The Lovers
Kapitel 6 - Unruhen
Kapitel 7 - Verletzende Erinnerungen
Kapitel 8 - Kettenmail



Kapitel 1 - Nebel
Bastians Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit in seinem Zimmer. Sein Wecker hatte ihn unsanft aus dem Schlaf gerissen und er wusste, dass er heute pünktlich zur Wache erscheinen musste. Bastian setzte sich auf und rieb sich die Augen. Er befand es als eine wahre Folter im Alter von 16 schon ganztags arbeiten zu müssen. Sein Kopf schmerzte und er hatte definitiv nicht genug geschlafen, denn erst am letzten Tag hatte er gefeiert und eventuell etwas viel getrunken. Bastian ging zu seinem Fenster und zog das Rollo hoch, welches sich mit einem lauten und schrillen Quietschen nach oben bewegte. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, dass die anderen Dorfbewohner noch nicht wach waren, nur im Nachbarhaus brannte auch schon Licht, welches durch den dicken Morgennebel hindurch schimmerte. Bastian seufzte. Wenigstens war er nicht der einzige, der so unmenschlich früh aufstehen musste.
Nachdem er in seine Hausschuhe geschlüpft war, schlurfte er zu seinem Schrank und suchte sich ein paar Anziehsachen zusammen, bevor er die Tür zum Flur des 2. Stockes des Hauses seiner Familie öffnete. Dieser lag still und in Dunkelheit gehüllt vor ihm, einzig und allein unter der Badezimmertür strahlte ein Lichtspalt hindurch. Genervt ging Bastian zu der, wie gewohnt, zugeschlossenen Tür und klopfte dagegen. „Mina! Du weißt doch, dass ich heute arbeiten muss, also zieh’n Finger!“ rief er laut, sodass seine kleine Schwester ihn ganz genau hören konnte. Von drinnen vernahm Bastian ein Klicken und kurz darauf erschien Mina im Türrahmen. Sie trug ihren pinken Bademantel, auf welchem ein Shiny Haspiror abgebildet war, und hielt eine Bürste in der Hand. Ihr Blick sagte eigentlich schon alles, doch Bastian wusste, dass sie noch irgendeinen Kommentar abgeben würde. „Im Gegensatz zu dir möchte ich hübsch aussehen und nicht wie der letzte Dorftrottel!“ entgegnete seine Schwester zickig, kurz bevor sie die Tür wieder zuknallte.
Da Bastian einem richtigen Streit aus dem Weg gehen wollte und sein Kopf bei jedem lauten Geräusch schmerzte, beschloss er erstmal nach unten zu gehen, um zu gucken, ob seine Mutter schon mit dem Frühstück fertig war. Falls nicht würde er sich auch selbst eins zubereiten, doch wenn er ehrlich sein sollte, war er froh über jede Minute ohne körperliche Anstrengungen. Also ging er in Richtung Treppe, wobei er beinahe über Kitty, das Eneco seiner Mutter, gestolpert wäre. Kitty hatte die dumme Angewohnheit, sich immer am Treppenabsatz zusammenzurollen und schließlich dort zu schlafen, weswegen Bastian schon oft über sie gestolpert und die Treppe hinunter gefallen war. Was Bastian allerdings am meisten daran störte war, dass es immer aus dem selben Grund geschah, nämlich weil er morgens oft vergaß seine Brille aufzusetzen und nicht ins Bad kam, wo seine Kontaktlinsen lagen. Dazu kam noch, dass er nie das Licht einschaltete und somit noch weniger erkennen konnte als ohnehin schon. Dieses Mal stieß er nur mit einem Fuß gegen das Fellknäul, welches, wie immer, kurz vor der Treppe lag. Dadurch wachte Kitty auf und streckte sich, während ein langes „Nyaaa!“ durch den Flur hallte. Da Bastian Kitty genau kannte, nahm er sie hoch. Hätte er es nicht getan, wäre sie ihm nur wieder ans Bein gesprungen und hätte ihn so lange genervt, bis er sie mit nach unten nahm und ihr eine Schüssel mit KuhMuh Milch hinstelle. Woran Bastian in diesem Moment nicht dachte war, dass seine Anziehsachen dadurch wieder voll mit rosa Enecohaaren sein würden.
Unten angekommen sah Bastian erleichtert, dass in der Küche schon Licht brannte. Kitty hüpfte von seinem Arm und verschwand im Wohnzimmer, in dem immer ihre Schüssel mit der Milch stand. Bastian hingegen ging in die Küche. Diese diente auch gleichzeitig als Esszimmer, das sie sehr groß war. Bastian entdeckte seine Mutter, welche an der anderen Seite des Raums am Herd stand. Nun fiel ihm auch der süße Geruch auf, welcher in der Luft lag und nur eines bedeuten konnte: es gab Pfannkuchen zum Frühstück. Bastians Mutter bemerkte ihren Sohn und winkte ihn lächelnd zu sich. „Guten Morgen.“. Bastian ging zu ihr und fuhr sich kurz durch sein blondes struppiges Haar. Er wusste, dass seine Mutter ihm mit diesem Frühstück die Arbeit ein wenig versüßen wollte, was er sehr zu schätzen wusste. „Bastian, du hast schon wieder vergessen deine Brille aufzusetzen.“ stellte sie fest und holte darauf Bastians Ersatzbrille aus der Schublade neben dem Geschirrspüler. „Du weißt doch, wie zerstreut ich nach kurzen Nächten bin.“ meinte Bastian und grinste, während er seine Brille aufsetzte.
„Ist Mina immer noch im Bad?“, wollte seine Mutter schließlich wissen, „Sie ist da jetzt schon eine halbe Stunde drin.“. „Ja, sie blockiert es regelrecht!“, antwortete Bastian genervt und verdrehte die Augen, „Und das, obwohl sie genau weiß, unter was für einem Zeitdruck ich immer stehe, wenn ich zur Arbeit muss!“. Seine Mutter lachte kurz auf. „Du kennst doch Mina.“. Mina war zwar erst zwölf Jahre alt, aber Bastian kam sie immer wie ein kleines bösartiges Genie vor, wenn es darum ging, ihn auch nur irgendwie zu behindern. „Naja, egal… Soll ich schon mal den Tisch decken?“ fragte er, um das Thema zu wechseln. „Das wäre lieb von dir. Ich sehe mal kurz nach Kitty.“ sagte die Mutter der Geschwister und verschwand im Wohnzimmer. Bastian holte drei Teller aus dem Schrank und stellte auch noch drei Gläser auf den Tisch. Währenddessen hörte er, wie oben die Badezimmertür geöffnet wurde und jemand sie Treppen herunter kam.
„Hier riecht es gut… Warte, sind das Pfannkuchen?!“ bemerkte Mina, welche nun im Türrahmen erschien und ein breites Lächeln auf den Lippen hatte. Schnell lief sie hinüber zum Herd und sah sich das an, was ihre Mutter schon zubereitet hatte. „Pass auf, dass du deine Schuluniform nicht vollkleckerst.“ stichelte Bastian sie. „Ich bin ja nicht du!“ blockte Mina ab und zupfte leicht nervös an ihrem Rock. „Bist du fertig im Bad?“ wollte Bastian anschließend noch wissen. „Ja, du kannst jetzt rein. Wenn du willst decke ich den Tisch fertig.“ meinte Mina zu Bastians Überraschung. Er nickte und rannte schnell nach oben, wo er erstmal seine Schuluniform von Kittys Haaren befreien musste. Dann duschte er und putzte Zähne, wobei tatsächlich beinahe Zahnpasta auf seine Uniform getropft wäre. Als letztes holte er noch die Pokébälle seiner zwei Pokemon aus der Kommode und erschien wieder unten am Essenstisch, wo seine Mutter und Mina gerade mit dem Essen anfangen wollten.

Nach dem Essen musste Bastian Mina noch zur Schule bringen. Mina fand das zwar ziemlich bescheuert, doch sie und ihr Bruder wussten warum. Da die Schule erst im nächst größeren Ort lag, musste man ein ganzes Stück dorthin laufen. Der Weg führte durch eine Art Sumpflandschaft, welche allerdings bei den Kindern des Dorfes sehr beliebt war. Der Grund hierfür war, dass es erstens wirklich abenteuerlich war alles zu erkunden und zweitens lebten in den kleineren Seen viele Azurill, welche sich von den Kindern streicheln und füttern ließen. Deswegen wurde die Landschaft, welche sich einen Kilometer um das Dorf herum erstreckte auch Azurillweg genannt. Den Kindern war es ausdrücklich verboten worden, ohne erwachsene Begleitung dorthin zu gehen und den Azurillweg durften sie selbst mit dieser nicht verlassen. Bastian war zwar nicht erwachsen, aber er hatte schließlich zwei mehr oder weniger starke Pokemon an seiner Seite, mit denen er sich und seine Schwester verteidigen konnte. Mina würde ihr erstes Pokemon erst gegen Ende dieses Schuljahres bekommen. Sie freute sich schon wie wild, endlich auch einen Begleiter an ihrer Seite zu haben und schwärmte Bastian immer vor, dass sie doch garantiert ein total süßes oder hübsches Pokemon bekommen würde.
Der Morgennebel hing immer noch dicht über dem Boden, als Bastian und Mina den Ausgang des Dorfes und somit den Anfang des Azurillweges erreichten. Die Laternen, welche den Weg beleuchteten, schafften es gerade so ein Dämmerlicht zu erschaffen, aber richtig hell wurde es dadurch auch nicht und der Nebel schien das Licht zu verschlucken. Wenigstens wusste man so wo der Weg war und wo einer der Seen oder die moorige Grasfläche anfing. Mina, welche in einer Hand ihre Schultasche trug, rückte ein Stück näher an Bastian heran und nahm seinen Arm. So dicht war der Nebel nur sehr selten, ab und zu an Wochenenden. Gemeinsam gingen die beiden ein kleines Stück. Sie waren noch nicht weit vom Dorf entfernt, doch als Bastian sich umdrehte, war es schon hinter einer dichten Nebelwand verschwunden. Er checkte noch einmal, ob sich seine beiden Pokébälle an seinem Gürtel befanden. Zum Glück waren beide da, wo sie sein sollten. Abseits des Weges plätscherte etwas im Wasser, doch da sie sich noch auf dem Azurillweg befanden, machte sich Bastian keine großen Gedanken darüber was es sein konnte. Er kannte alle Pokemon, welche sich hier in diesem Bereich der Sumpflandschaft herumtrieben. Im Wasser fand man hier nur Azurill, Loturzel und Goldini und wenn man Glück hatte, sah man auch mal ein Geweiher übers Wasser huschen.
Schon bald hatten sie jedoch das Ende des Azurillweges und somit die Gefahrenzone erreicht, denn hier lebten auch größere, vor allem Fleisch fressende Pokemon. Bastian war noch nie während eines so starken Nebels hier gewesen und wenn der Nebel doch mal etwas dichter war, dann immer nur mit einem Teampartner zusammen. Mina hatte kein Pokémon und konnte ihm also im Extremfall nicht helfen. >Aber man sollte den Teufel nicht an die Wand malen…< dachte sich Bastian, während er und seine kleine Schwester den Azurillweg endgültig hinter sich ließen.
Minas Griff verstärkte sich und Bastian wusste, dass sie Angst hatte. Er selbst versuchte diese Angst zu unterdrücken, doch er spührte, dass auch ihm nicht sehr wohl war. Wäre der Nebel nicht so dicht gewesen, dann wären die beiden nicht mal nebeneinander gelaufen. Bastian fragte sich sowieso, warum es nicht eine Art Flugeinheit gab, welche den Nebel mit der Attacke Auflockerer einfach verschwinden ließ, doch wahrscheinlich konnte sich das Dorf so etwas nicht leisten. Dieses war sowieso schon knapp bei Kasse, ganz zu Schweigen von den Kosten, die beim Import der Waren für den kleinen Laden anfielen, da man sonst wieder in eine größere Stadt gehen müsste um einzukaufen. Waren wie KuhMuh Milch und Honig wurden von sehr weit weg importiert, da es keine Imker und Farmer oder Bauernhöfe in der näheren Umgebung gab. Die Grundbedingungen für einen solchen Beruf waren in diesem sumpfigen Gebiet der Kimizu-Region einfach nicht vorhanden. So gab es weder Weideland für die Miltank und Voltilamm, noch richtige Blumen für die Wadribie.
„Basti, sieh nur!“. Mina riss Bastian aus seinen Gedanken. Sie ließ seinen Arm los und deutete auf eine gelbe Blume am Wegrand. „So eine habe ich ja noch nie gesehen. Sie ist wunderschön!“ meinte Mina aufgeregt und blickte ihren Bruder mit großen Augen an. „Wenn du willst, pflücke ich sie heute Nachmittag für dich, wenn sich der Nebel verzogen hat.“ entgegnete Bastian und ging ein Stückchen weiter. Mina blieb jedoch stehen und begutachtete die gelbe Blume. Obwohl Bastian maximal zehn Schritte weiter gelaufen war, sah er seine kleine Schwester plötzlich nicht mehr. Vor ihm war nur der Nebel. Gerade als Bastian Mina rufen wollte, hörte er einen lauten Schrei, welcher aus der Richtung kam, aus der sie gekommen waren. Es war ohne Zweifel Mina.


Kapitel 2 - Die Blume
Mina war von der gelben Blume so fasziniert, dass sie gar nicht merkte, wie ihr Bruder weiterging. Sie spielte mit dem Gedanken die Blume sofort zu pflücken. Ihre Freundinnen würden sicherlich vor Neid erstarren, wenn sie mit dieser Blume im Haar in die Schule kommen würde. Aber Bastian hatte ihr angeboten die Blume heute Nachmittag zu pflücken und außerdem hatte ihre Mutter sie oft genug ermahnt, nicht vom Weg abzukommen und immer nah bei ihrem großen Bruder zu bleiben. Nein, sie musste diese Blume jetzt haben, genau jetzt! Sie war einfach so hübsch und einzigartig, heute Nachmittag hatte sie bestimmt schon längst jemand anderes gepflückt.
Mina machte einen unentschlossenen Schritt auf die gelbe Blume zu, blieb jedoch wieder stehen. Sie überkam ein mulmiges Gefühl. Ihr Gehirn sagte nein, doch ihr Herz schrie förmlich nach der Blume. Mina atmete einmal tief ein und aus und ging anschließend hinüber zur Blume, um sie zu mitzunehmen. Gerade als sie in die Hocke ging, um das gelbe Wunder in ihren Besitz zu bringen, hörte sie ein leises Plätschern. Im Glauben, sie habe es sich nur eingebildet, schloss sie den Stiel zwischen Daumen und Zeigefinger ein und pflückte die Blume.
Mina richtete sich wieder auf und steckte sich die gelbe Schöhnheit ins Haar. Ein unglaubliches Gefühl der Freude und Erleichterung überkam sie, doch dann vernahmen ihre Ohren wieder das Plätschern. Sich plötzlich bewusst werdend, wo sie war und wie nah sie an einem der sumpfigen Seen stand, überkam Mina Panik. Nun fiel ihr auch auf, dass ihr Bruder verschwunden war und gerade als sie nach ihm rufen wollte, durchstachen zwei gelbe Punkte den Nebel. Sie waren keine fünf Meter von Mina entfernt und obwohl sie sich sicher war, dass dies unmöglich war, wisperte sie ängstlich: „Bastian, bist du das? Das ist echt nicht witzig…“.
Da sie keine Rückmeldung bekam und bemerkte, dass die Punkte immer näher kamen, konnte Mina einen lauten Schrei nicht mehr unterdrücken. Als Antwort erhielt das Mädchen einen unmenschlichen und lauten Ruf. Minas Haare wurden durch den stinkenden Atem nach hinten geweht, ihre Schuluniform mit unzähligen Blutflecken und Fleischfetzen übersät. Scheinbar hatte das Pokemon, welches vor ihr stand, erst vor kurzem ein anderes Pokemon oder einen besonders großen Fisch zerfleischt. Gelähmt vor Angst war Mina nicht in der Lage sich zu bewegen. Außerdem verspürte sie das dringende Bedürfnis, sich zu übergeben. In ihrem ganzen Leben war ihr noch nichts so schreckliches oder ekelerregendes passiert. Mina wusste, dass sie ihrem sicheren Tod gegenüberstand.
Das Pokémon, welches sich nun zu seiner vollen Größe vor ihr aufgebaut hatte, brüllte erneut. Durch den Nebel hindurch konnte Mina so gut wie nichts erkennen, doch ihr Gegenüber hatte blaue Schuppen und stand auf zwei Beinen. Dazu sah sie ganz deutlich die gelben Augen, welche heller aufglühten, als es die Laternen an einem solchen Tag jemals schaffen würden.
„Mina!“. Der Ruf ihres Bruders riss Mina aus ihrer Starre. Mit zitternden Knien wich sie erst langsam, dann immer schneller vor dem Ungetüm zurück, bis sie schließlich in die Richtung rannte, aus der die Stimme von Bastian gekommen war. Nach ein paar Schritten stieß sie auch schon mit ihrem Bruder zusammen. Das riesige Wesen hatte allerdings nicht von seiner Beute abgelassen, nur weil sie flüchtete.
Bastian packte Minas Hand und zog sie mit sich. Er hatte schon am ersten Ruf des Pokémon erkannt, um was es sich handelte und seine Pokemon hatten keine Chance gegen es. Mina sah zurück und musste zu ihrem Entsetzen feststellen, dass das Pokémon ihnen folgte, ihnen immer näher zu kommen schien. Unter den Füßen des Ungetüms knackten die Äste und Steine auf dem Boden und es war für seine Größe ziemlich schnell. Bastian lief schneller und zog seine kleine Schwester immer weiter hinter sich her, bis ihm langsam die Puste ausging. Das Pokemon hingegen schien eine riesige Ausdauer zu haben. So weit weg konnte diese bescheuerte Stelle doch gar nicht mehr sein! Endlich erreichte Bastian die gesuchte Baumformation und zog Mina in den angrenzenden Wald.
Durch den Nebel erkannte man zwar nicht viel, aber es gab nur einen Weg, welchem man folgen konnte. Bastian und Mina hatten sich, als sie noch kleiner waren, bei einer Familienwanderung einmal im Sumpf verlaufen und verbrachten die Nacht hier im Wald auf einer kleinen Lichtung. Seltsamer Weise wies diese keine Anzeichen für ein nah liegendes Moor auf, wirkte wie abgegrenzt. Niemand anderes hatte den Weg dorthin bis jetzt gefunden und deshalb nannten die Geschwister sie ihren geheimen Platz. Das Pokémon hatte die Verfolgung durch den Wald scheinbar aufgegeben, sich wieder in einen der großen Seen verzogen.
Mina fiel auf die Knie und fing an zu weinen. Bastian kniete sich zu ihr und umarmte sie, ignorierend, dass seine Schuluniform dadurch ebenfalls mit Blut beschmiert wurde. Normalerweise wäre er stinksauer auf seine kleine Schwester gewesen, doch der Schock lag beiden noch tief in den Knochen. „Es… es tut m… mir so leid!“ brachte Mina hervor, während ihr Tränen über die Wangen liefen. Ein leichter Wind kam auf und fuhr durch die Baumkronen und höheren Gräser. Die hier wachsenden blassgelben Blumen wippten hin und her. Die gelbe Blume steckte immer noch in Minas zerzaustem Haar. Sie hatte keinen Schaden genommen. „Versprich mir einfach, dass es nie wieder vorkommt.“ meinte Bastian und strich seiner Schwester sanft durchs Haar. „Ver… versprochen!“. Bastian löste seine Umarmung und stand auf. „Hör zu, sobald du dich beruhigt hast, machen wir uns auf den Weg zurück nach Mudvill. Dann melde ich dich für heute krank und versuche mal jemanden zu überreden, meine Wache heute zu übernehmen.“ meinte er und Mina nickte. Sie hatte nichtmehr die Nerven, heute noch in die Schule zu gehen, zumal sie eh schon zu spät war. Ihre Klassenkameraden würden sich sicherlich die Mäuler zerreißen, da sie heute eine Klausur in Geschichte schreiben sollten. Ihr Fehlen würde sicherlich eine riesige Welle an Gerüchten auslösen, darüber war Mina sich im Klaren.
Auch Bastian war leicht beunruhigt. Dass er nicht auf seinem Posten zur Dorfpatrouille erschienen war bedeutete Ärger. Dennoch schob er den Gedanken bei Seite, denn es war wichtiger, dass Mina nichts passiert war. Jan würde stinksauer sein, aber die Akademie schickte bestimmt jemanden zum Ersatz. Bastians Klasse hatte schließlich genug Schüler, um einen für die Patrouille opfern zu können. Der Nebel würde voraussichtlich noch bis Mittag bleiben und sich dann ganz langsam auflösen, nur um gegen 22:00 Uhr wieder aufzuziehen, so wie immer.
Bastians Blick fiel auf den Bereich hinter den Bäumen, welche die Lichtung eingrenzten. Dieser war komplett von Nebel und Baumstämmen mit nicht ausmachbaren Kronen verdeckt. Der Wald war so dicht, dass sich Bastian manchmal so vorkam, als wäre ihr geheimer Platz nicht auf natürlichem Wege entstanden. Während Mina immer noch versuchte, ihre Tränen zu stoppen, ging Bastian auf das Ende der Lichtung zu. Je näher er den Bäumen kam, umso mehr Blumen und Gräser säumten den Boden unter seinen Füßen. Am Rand angekommen legte Bastian eine Hand auf die Rinde eines Baumes. Sie fühlte sich rissig und krank, aber dennoch robust an. „Wieso existiert dieser Ort?“ fragte er sich selbst leise. Immer wenn sie hier waren, schien die Zeit für alles außerhalb der Lichtung stillzustehen. Ebenfalls war Bastian aufgefallen, dass Pokemon diesen Platz mieden. Ihm war in der ganzen Zeit, die er schon hier gewesen war, noch nie eines begegnet, was er für sehr merkwürdig hielt. Im Sumpf wimmelte es nur so von ihnen, doch der Wald und vor allem die Lichtung schienen unbewohnt. Nicht mal ein Flugpokémon wie ein Kramurx oder Wablu, welche man sonst überall fliegen sah, ließen sich hier nieder, um zu verschnaufen oder um im Boden nach Würmern zu picken. Dazu kamen dann noch diese blassgelben Blumen, welche nur hier zu wachsen schienen und immer wenn es Winter oder Herbst war, konnten Mina und Bastian den Eingang zu ihrem Versteck nicht finden, egal wie genau sie den Waldrand absuchten. Aber genau diese seltsamen Dinge machten diesen Platz zu etwas ganz besonderem.
Mina hatte nun aufgehört zu weinen und beruhigte sich langsam. Dieser Ort hatte eine beruhigende Wirkung. Sie erinnerte sich an den Abend zurück, als Bastian und sie sich verlaufen und schließlich diese Lichtung entdeckt hatten. Damals ging ebenfalls ein solcher Wind. Mina musste lächeln, als ihr wieder einfiel, dass sie damals gedacht hatte, dass dies ein geheimes Versteck der Feen sei, welche sie als Kind überall zu sehen geglaubt hatte. Mit großen Augen war sie auf der Lichtung umher gerannt und hatte sich gedreht, mit den Feen getanzt. Mittlerweile war Mina klar, dass es so etwas wie Feen im echten Leben nicht gab, aber ihre Mutter sagte, sie hätte schon immer eine blühende Fantasie gehabt. Hinter den Baumkronen ging langsam die Sonne auf und Mina kehrte in die Realität zurück. Sie stand mühselig, immer noch etwas wacklig auf den Beinen, auf und ging zu ihrem großen Bruder, welcher ganz in Gedanken versunken war. Vorsichtig tippte sie Bastian auf die Schulter, woraufhin dieser zusammenzuckte. „Ich bin‘s doch nur!“ meinte Mina und musste lachen, da sie ihren Bruder noch nie so schreckhaft erlebt hatte. „Können wir?“ wollte Bastian wissen, welcher sich innerlich ärgerte zusammengezuckt zu sein. Mina nickte und strich eine Haarsträhne hinter ihr rechtes Ohr, wobei ihr die Blume aus dem Haar fiel.
Bastian bückte sich, um die Blume aufzuheben, doch seine Schwester hielt ihn mit einem ihrer Füße davon ab. „Ich will dass sie hier bleibt.“, sagte Mina bestimmt, „Zum einen, weil sie uns in eine wirklich bescheuerte Situation gebracht hat, sie aber andererseits zu schön ist, um sie wegzuschmeißen.“. „Wie du meinst…“ grummelte Bastian und richtete sich wieder auf. „Lass uns gehen.“ meinte Mina und lächelte.


Kapitel 3 - Frei
Es dauerte nicht lange bis Mina und Bastian die ersten Häuser in der Ferne erkennen konnten. Der Nebel hing immer noch ziemlich dicht über dem Dorf und seiner Umgebung. Der Rückweg war ohne weitere Zwischenfälle verlaufen und Bastian hatte schon vergessen, dass er heute mit der Patrouille dran war, bis er zwei Silhouetten am Dorfeingang sehen stand. Er wusste sofort um wen es sich handelte. Die erste Person war definitiv Jan. Breites Kreuz, Musklen, wo man nur hinschaute und relativ groß. Die zweite Person, ein Stück kleiner und ziemlich dünn, ganz klar Aaron. Bastian bereitete sich mental darauf vor, von Aarons hasserfülltem Blick empfangen zu werden. Warum mussten sie auch ausgerechnet ihn heute als Vertretung einsetzen? Aaron war eigentlich ein sehr kontaktfreudiger Mensch und man konnte ihn mit fast jedem auf Patrouille schicken. Fast jedem. Nun erkannte auch Mina, dass es Ärger geben würde. „Du müsstest heute mit Jan auf Patrouille sein, stimmt‘s?“ fragte sie ihren Bruder, welcher als Antwort laut seufzte.
Als sie am Dorfeingang ankamen, wurden sie von einem Blick empfangen, der Mina einen Schauer den Rücken hinunter laufen lies. Sie kannte Aaron nur als netten und aufgeweckten Jungen, nicht schlecht gelaunt oder wütend. Jan hingegen schien ziemlich zufrieden mit seinem neuen Teampartner zu sein und grinste Mina und Bastian entgegen. Beide Blicke wichen allerdings, als Bastians Mitschüler das Blut auf den Schuluniformen der Geschwister entdeckten. „Ist euch was passiert?“ fragte Aaron sofort, wobei er zwar immer noch ein wenig zerknirscht wirkte, sein Zorn gegenüber Bastian allerdings gewichen war. „Nicht so schlimm, es ist keiner verletzt.“ entgegnete Bastian und lächelte. „Na dann! Und ich dachte schon, du würdest dich bloß vor der Arbeit drücken wollen.“ meinte Jan und man merkte, dass das Thema Unfall für ihn abgestempelt war. Aaron schien mit der Erklärung zwar nicht wirklich zufrieden zu sein, hakte aber nicht weiter nach und sah Mina an. „Mir geht’s wirklich gut!“ sagte diese und lächelte gequält.
„Wir gehen jetzt erstmal nach Hause.“ erklärte Bastian und ging ein Stück weiter ins Dorf hinein. „Eure Mutter ist mit Freundinnen nach Woodspring gefahren, habt ihr einen Schlüssel dabei?“ berichtete Aaron und kramte in seiner Schultasche schon nach den Ersatzschlüsseln, die das Patrouille-Team immer bekam, als Bastian antwortete: „Ja, ich nehme immer unsre Schlüssel mit. Das solltest du doch eigentlich am besten wissen.“.
Jan warf einen Blick auf seine Uhr. „Wir müssen jetzt sowieso weiter, bis später.“ meinte er, streckte sich, was er aber eigentlich nur tat um mit seinen Muskeln zu prahlen, und warf seinem Teampartner einen ungeduldigen Blick zu. Aaron verdrehte die Augen und als Jan schon ein paar Schritte ging blieb er noch kurz stehen, um Bastian etwas zuzuflüstern. „Dafür übernimmst du meine nächsten zwei Schichten…“. Da Jan nicht warten wollte, kam er zurück, nahm Aarons Handgelenk und schleifte ihn hinter sich her, wobei Aarons Blick nur „Hilf mir!“ schrie. In diesem Moment musste sich Bastian bemühen nicht zu lachen, da er es einfach zu göttlich fand, wie Jan Aaron in letzter Zeit in Anspruch nahm.
„Sag mal Basti, warum hatte Jan es denn jetzt so eilig?“ wollte Mina wissen, doch Bastian zuckte einfach nur mit den Schultern. Seine kleine Schwester sah nochmal in die Richtung, in die die Mitschüler ihres Bruders gegangen waren, doch die beiden waren schon verschwunden.
„Lass uns nach Hause gehen.“, sagte Bastian, „Ich muss dich noch krank melden, sonst denken die du schwänzt und das willst du doch nicht, oder?“. Mina zuckte zusammen und wandte sich zum gehen, da ihr der Gedanke, dass ihre Lehrer ein schlechtes Bild von ihr bekamen, gar nicht gefiel. Sie hatte noch nie in der Akademie gefehlt und um ehrlich zu sein, wollte sie sich den Ruf als Klassenbeste nicht versauen.
Zu Hause angekommen, verschwand Mina sofort im Bad, um ihre übel zugerichtete Schuluniform gegen ihre gemütlichen Hausklamotten auszutauschen. Bastian hingegen wurde sofort von Kitty abgefangen. Er war es zwar gewohnt, dass das Eneco gefräßig war, aber das Kitty nach anderthalb Stunden schonwieder Hunger hatte, war noch nie vorgekommen. Dennoch goss Bastian frische KuhMuh Milch in Kittys Trinkschüssel, füllte ihren Fressnapf mit Kapadorfilet auf. Dabei entdeckte er auf dem Wohnzimmertisch einen Brief seiner Mutter.


Hallo Bastian,
ich bin mit Gerda und Svenja nach Woodspring gefahren! Wir wollen uns einen schönen Tag im Wald machen und ein bisschen wandern. Hol bitte Mina wieder von der Schule ab und denk dran den Müll noch rauszubringen. Ich habe euch Pizza gekauft, sie ist im Tiefkühlfach. Wenn ihr Hunger bekommt, könnt ihr sie euch einfach in den Ofen schieben. Ich hoffe auf der Arbeit war es nicht allzu anstrengend!;)
Bis nachher, Mum


Bastian musste grinsen. Nein, auf der Arbeit war es nicht anstrengend gewesen. Allerdings beneidete er seine Mutter dafür, dass sie jetzt in Woodspring war. Woodspring war eine Kleinstadt inmitten eines riesigen Waldes und es führte ein beliebter Rundwanderweg von der Stadt durch den Wald. Doch Woodspring war auch für seine heißen Quellen bekannt, welche überall rund um die Stadt verteilt waren, und in Reiseführern sogar als Kurort verzeichnet, da dort viele Kräuter, Beeren und Wurzeln, wie zum Beispiel die Sinelbeeren, Kraftwurzel und Energiekraut, angebaut wurden. Die Luft in Woodspring war auch immer klar und das Beste an dieser Kleinstadt war, so fand es zumindest Bastian, dass es dort keinen Nebel und auch keine Sumpfgebiete gab. Um nach Woodspring zu kommen, musste man allerdings mit einem Zug fahren, welcher wiederum nur in Dullblock City hielt, einer Großstadt, welche noch weiter entfernt war, als die Akademie, die die Gecshwister besuchten.
Dabei fiel Bastian wieder ein, dass er dort noch anrufen und Mina krank melden musste. Also schnappte er sich das Telefon, welches wie gewohnt auf der Kommode neben dem Fernseher lag, und wählte die Nummer des Sekretariats der Akademie. „Hier bei der Shitchi Akademie, Moss am Apparat. Was kann ich für sie tun?“ kam es vom anderen Ende der Leitung. „Ja, hier ist Bastian Roth. Ich rufe an um meine Schwester Mina Roth für heute krank zu melden!“ erklärte Bastian und klemmte sich das Telefon zwischen Schulter und Ohr, um nebenbei den Müll rausbringen zu können. „Mina Roth… alles klar! Dürfte ich auch wissen was sie hat? Schließlich schreibt ihre Klasse heute eine Klausur und ich muss sicher gehen, dass sie nicht nur simuliert!“ meinte Ms. Moss, welche dafür bekannt war, immer alles ganz genau wissen zu wollen. „Wir wurden auf dem Weg zur Akademie von einem Impergator attackiert und Mina hat sich zwar nicht verletzt, muss sich aber noch von dem Schock erholen.“ berichtete Bastian. „Oh, da habt ihr ja noch mal Glück gehabt, dass niemand verletzt wurde! Dann wünsche ich deiner Schwester einen erholsamen freien Tag und hoffe, dass sie dann morgen wieder in der Schule ist. Aufwiederhörn!“ entgegnete die Sekretärin der Shitchi Akademie und beendete das Gespräch, indem sie einfach auflegte.
Nachdem Bastian den Müll weggebracht hatte, schaltete er den Fernseher ein. Es liefen gerade Nachrichten und Mina setzte ich zu ihrem großen Bruder, da sie unbedingt wissen wollte, was in der Kimizu-Region los war. Der Nachrichtensprecher berichtete gerade über einen Überfall auf ein Museum, aus welchem antike Schriftrollen geklaut wurden. Sie hätten zwar einen Wert in Höhe von mehreren Millionen Pokédollar, doch die Diebe haben noch kein Lösegeld verlangt und die Schriftrollen wären auch noch nirgendwo weiterverkauft worden, so erzählte der Sprecher.
Nach diesem Bericht, war von einem Unfall in Dullblock City die Rede. Ein Autofahrer habe einen Schüler auf der Straße übersehen und ihn angefahren, so hieß es. Jetzt liege der Schüler in der Dullblock City-Krankenstation, sei aber nicht lebensgefährlich verletzt worden. „Hoffentlich war das niemand den wir kennen…“ meinte Mina und knabberte besorgt an einem ihrer Fingernägel. Bastian musste sofort an Jan und Aaron denken, doch gleich darauf merkte er, wie schwachsinnig der Gedanke war. Was sollten die beiden denn in Dullblock City, wenn sie hier auf Patrouille waren? Die Wettervorhersage brachte schlechte Neuigkeiten: es sollte sie ganze Woche lang regnen. Bastian stöhnte genervt, denn seine Klasse hatte für diese Woche eigentlich einen Klassenausflug geplant. Schließlich verreiste man mit der Schule nicht allzu oft und das Wetter sah wirklich nicht rosig aus.
Nachdem Bastian noch eine Stunde lang ferngesehen hatte, ließ er Mina ihre Serien gucken und schob die Pizzen in den Ofen, wobei er noch eines der teuren Gläser, welche sie von der Mutter seiner Mutter bekommen hatten, herunter schmiss und es somit in etliche Scherben zersplitterte. Fluchend kehrte Bastian diese auf und brachte sie direkt raus zum Müll. Dort traf er ein bekanntes Gesicht. Seine Nachbarin Emilie, welche scheinbar ebenfalls nicht in der Schule war und die Post, die immer von Pelipper gebracht wurde, reinholen wollte. „Hi Basti! Müsstest du nicht heute auf Patrouille sein?“ begrüßte ihn Emilie mit einem Grinsen, welches eigentlich schon genau sagte, was sie in diesem Moment über ihn dachte. „Hi! Ja eigentlich schon, aber Mina und ich wurden auf dem Weg zur Schule von einem wilden Pokémon angegriffen und die Akademie hat anschließend Aaron als Ersatz hergeschickt.“ rechtfertigte sich Bastian. „Ist Mina verletzt?“. „Nein, es geht ihr gut. Sie ist nur noch ein bisschen geschockt…“. Emilie sah die Post durch und warf ungefähr die Hälfte, welche sich als Werbung entpuppte, sofort in die Mülltonne. „Sag mal, hättest du nicht auch gerade tierisch Lust auf einen Kampf?“ wollte sie plötzlich wissen, wobei man ihr ansah, dass ihr diese Frage schon die ganze Zeit auf der Zunge gelegen hatte. Bastian überlegte kurz und willigte schließlich ein. „Dann lass uns kämpfen!“ rief Emilie und zückte einen ihrer Pokébälle.

Kapitel 4 - Böse Vorahnungen
Elizabeth Groove saß im Lehrerzimmer der Shitchi Akademie und ließ ihre Fingernägel immer wieder auf die Tischplatte niedersausen. Heute waren zwei ihrer Schüler nicht zum Unterricht erschienen, doch nur Bastian Roth war krank gemeldet worden. Die andere Schülerin, Alice Dwyan, hätte eigentlich ganz normal erscheinen müssen. Da das Mädchen mit zu den besten Schülern der Klasse gehörte, ging Elizabeth nicht davon aus, dass es einfach schwänzte. Alices Verhalten hatte sich in letzter Zeit zwar ein wenig verändert, doch ihre Noten waren weiterhin gut gewesen und sie hatte wie gewohnt keinen einzigen Fehltag, bis auf heute. Elizabeth biss sich auf die Unterlippe. Warum fehlte eine solche Musterschülerin? Alice wohnte direkt um die Ecke der Akademie, nicht etwa in Mudvill oder Dullblock City, und musste nicht durch den Wald oder Sumpf, um zur Schule zu gelangen. Zugestoßen sein konnte ihr also eigentlich nichts, außer dass sie entführt worden wäre. „Ach, Quatsch! Ich lese zu viele Thriller in letzter Zeit…“. Da Elizabeth nicht nur Lehrerin, sondern auch die Leiterin der Shitchi Akademie war, trug sie ohnehin schon eine doppelte Last und hatte normalerweise keine Zeit, sich mit solchen Warnvorstellungen auseinanderzusetzen. Dennoch störte sie genau diese kleine Änderung in ihrem Tagesablauf so gewaltig, dass sie einfach nicht darüber fertig wurde. Seufzend ließ sich Elizabeth in den Stuhl sinken. Das tat sie, wie sie zerknirscht bemerkte, viel zu oft, da sie immer das Schlimmste befürchtete. Die Klimaanlage versuchte zwar ihr bestes, um den Raum zu kühlen, doch die Sonne knallte erbarmungslos vom Himmel und verwandelte den Raum in eine Sauna.

Aaron schleppte sich mittlerweile nur noch hinter seinem Teampartner hinterher. Es war definitiv zu warm und sie rannten jetzt schon seit zwei Stunden zwischen Mudvill, der Akademie und Dullblock City hin und her, da Jan aus der ganze Sache gleich wieder ein Ausdauertraining machte. Aaron blieb stehen und zog eine Limonade aus seinem Rucksack. Alleine durch das Berühren der Flasche wusste er, dass die Limo schon warm und nicht mehr erfrischend sein würde, doch er trank dennoch etwas davon. „Hey, wo bleibst du denn?“ wollte Jan wissen, welcher schon mindestens zwanzig Meter weiter gekommen war, als sein Klassenkamerad, und das, obwohl er im Joggingtempo lief. „Ich kann nicht mehr!“ kam es als Antwort zurück. „Ach, komm schon. Soll ich dich etwa tragen?“ meinte Jan und lachte. „Ja, klar…“ entgegnete Aaron mit einem ironischen Unterton und verdrehte die Augen, bevor er in Richtung Jan trottete. Die beiden befanden sich gerade im Wald, der zwischen der Shitchi Akademie und Dullblock City lag und wenn Aaron ehrlich sein sollte, dann musste er zugeben, dass er diesen Teil der Route, die sie ablaufen mussten, am meisten hasste. Das lag daran, dass er andauernd über irgendwelche Wurzeln stolperte und dadurch nicht selten in Brennnesseln fiel. Das einzige gute war, dass die Bäume hier kühlen Schatten spendeten.
Auf seinem Weg zu Jan stolperte Aaron erneut und schlug hart auf dem Boden auf. Fluchend richtete er sich auf, um nach der Wurzel zu gucken, über welche er dieses mal gefallen war. Als er sich jedoch umdrehte, um die vermeintliche Wurzel zu treten fuhr er zusammen. „Jan?“. „Ja, was ist?“. Aaron deutete auf die Stelle, wo eigentlich die besagte Wurzel hätte sein müssen, doch stattdessen ragte dort ein Arm aus dem Gebüsch. Jan joggte hinüber zu seinem Klassenkameraden und erkannte schnell, warum dieser so verstört war. „Ach du scheiße…“. Schnell schlüpfte Jan durch die Büsche, während Aaron immer noch geschockt auf dem Weg stand. Die Hand, welche am Ende des Arms anschloss, war ein wenig gekrümmt und die Haut des ganzen Arms war ziemlich blass, fast schneeweiß. Die Finger waren leicht mit Blut beschmiert und auch der Arm wies kleinere Blutflecke auf. Aaron schluckte. Er konnte kein Blut sehen und ihm wurde schon leicht schwindlig, als er entschied Jan zu folgen.
Hinter der Reihe von Sträuchern und Büschen befand sich der Rest des Körpers. Aaron erkannte sofort, um wen es sich handelte. Alice. Alice Dwyan aus seiner Klasse. Ihr linker Arm war vom Körper weggestreckt und der, über den Aaron gestolpert war. Mit dem anderen, welcher vor ihrer Brust verschränkt war, hielt Alice ihre Schulhefte, so wie sie es immer tat, wenn sie gerade die passenden Sachen aus ihrem Schließfach geholt hatte und sich auf den Weg zur nächsten Unterrichtsstunde machte. Sie trug ihre Schuluniform, welche ebenfalls von einigen Blutflecken gesäumt wurde, doch ihr Körper wies keine Wunden auf. Folglich konnte es also nicht ihr Blut sein. Alices hellblaue Augen waren geöffnet und ihre langen braunen Haare deckten einen Teil des Waldbodens ab. Sie würde ganz normal aussehen, wenn man sie in eine senkrechte Haltung bringen und das Blut abwaschen würde. Jan fühlte sofort den Puls seiner Mitschülerin, doch ihr Herz schlug nicht mehr. „Alice…“ Aaron schlug eine Hand vor den Mund und man merkte, dass er Mühe hatte, seine Tränen zu unterdrücken.
Jan stand auf und zückte sein Handy. Er wusste nicht, was Alice wiederfahren war und wieso sie überhaupt hier war. Eigentlich wohnte sie nur eine Straßenecke von der Shitchi Akademie entfernt und Jan fiel kein vernünftiger Grund ein, warum Alice in den Wald, welcher nach Dullblock City führte, gehen sollte, vor allem wenn sie eigentlich zur Schule müsste. Dennoch wählte er die Nummer der örtlichen Polizei und meldete, dass er und ein Mitschüler, im Wald nach Dullblock City, eine Leiche gefunden hatten. Der Beamte meinte, dass sie gleich einen Kollegen hinschicken würden, dann legte er auf. Es wunderte Jan, dass er nicht mal wissen wollte, ob die Leiche schon identifiziert wurde. Die Polizei war in letzter Zeit irgendwie nicht mehr richtig bei der Sache und es schien so, als würde sie so ziemlich alles kalt lassen. Da Alices Vater auch bei der Polizei arbeitete, hoffte Jan, dass sie nicht ausgerechnet ihn schicken würden, um sich den Fund anzusehen.
Aaron war währenddessen auf die Knie gesunken und versuchte sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren, doch sein Blick wanderte immer wieder zu seiner toten Mitschülerin. >Wenn das Blut nicht da wäre, dann sähe sie sogar friedlich aus…< dachte er. Ein leichter Wind kam auf und fuhr durch das Laubwerk, wodurch ein paar Blätter vom Boden aufgewirbelt wurden. „Aaron?“. Jan hockte sich zu seinem Klassenkameraden und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ist… ist schon Ok.“, meinte dieser und stand wieder auf, Jans Hand abschüttelnd. „Was auch immer hier vorgefallen ist, ich werde jetzt erstmal zur Akademie laufen und Fr. Groove hiervon in Kenntnis setzen…“. Jan wollte ihm wiedersprechen, doch er wusste, dass dies nichts bringen würde. Wenn Aaron sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann tat er das auch. „Pass aber auf dich auf! Wenn Alice nicht unglücklich gestürzt sein sollte, wonach es ja nun wirklich nicht aussieht, dann muss sie durch fremde Einwirkungen getötet worden sein. Und ich wette darauf, dass dieser Mensch oder dieses Wesen noch nicht allzu weit gekommen ist, da Alice nicht so aussieht als würde sie schon sehr lange hier liegen.“. „Mach ich…“ entgegnete Aaron, erschreckend müde wirkend, und verschwand durchs Gebüsch, um wieder auf den Weg und zurück zur Akademie zu gelangen.

Jan wartete noch ungefähr eine viertel Stunde, bis endlich ein Polizist seinen Weg kreuzte. Zum Glück war es nicht Alices Vater, aber er würde es sowieso früher oder später erfahren. Der Beamte sah sich die Leiche des Mädchens an und stellte Jan ein paar Fragen, von denen manche so klangen, als würde er verdächtigt werden, Alice umgebracht zu haben. „Du hast am Telefon gesagt, dass du und ein Klassenkamerad das Mädchen gefunden habt. Wo ist dein Freund denn jetzt?“ wollte der Polizist anschließend noch wissen. „Aaron hat sich auf den Weg zur Akademie gemacht, um der Schulleiterin von unserem unangenehmen Fund zu berichten.“ antwortete Jan und der Blick des Polizisten verschreckte ihn. „Was? Der Junge ist alleine losgelaufen? Wisst ihr überhaupt wie gefährlich das gerade jetzt ist?!?“, schrie sein Gegenüber ihn an und packte Jans Schultern, um ihn kräftig zu rütteln, „Ist er denn wenigstens so sportlich wie du?“. „Äh, nein, ist er nicht. Er ist ziemlich unsportlich, aber dafür nicht auf den Kopf gefallen… Ich meine… Er weiß schon was er tut.“ entgegnete Jan, während er den Blickkontakt zum Polizisten mied. „Was nützt ihm sein Verstand, wenn ihn jemand mit einer Waffe bedroht?“ fragte der Beamte hysterisch. „Alice wurde auch nicht verletzt, also würde ich hier eigentlich nicht von einer Waffe…“ weiter kam Jan nicht, da der Polizist ihn unterbrach: „Wer ist hier bei der Polizei, du oder ich?“. Seine Stimme klang scharf und Jan wurde jetzt erst bewusst, wie dumm er gewesen war. Wie hatte er jemanden wie Aaron alleine gehen lassen können, wenn sich der Mörder von Alice eventuell noch in der Nähe befand? Dennoch schenkte er dem Polizisten nur einen trotzigen Blick. >Arrogantes Arschloch…<.

Während zwischen Jan und dem Polizisten ein feindseeliges Schweigen eingetreten war, ging Aaron den Weg im Wald entlang. Er umging nun jede einzelne Wurzel, da er genau wusste, wo sich welche befanden, über die man leicht hätte stolpern können. Dass die Sonne kaum durch die Baumkronen hindurch schien, hatte Aaron zwar anfangs gefallen, da es dadurch nicht so warm war, doch nun wünschte er sich etwas mehr Licht. Obwohl es erst gegen Mittag war, erschien der Wald wie in der Abenddämmerung düster und unfreundlich. Aaron spürte, wie die Angst in ihm aufstieg und ging etwas schneller, doch desto schneller er lief, umso mehr Panik bekam er und dadurch lief er noch schneller, bis er schließlich rannte. Wie weit war es noch? Eigentlich hatten sie doch nur die Hälfte der Strecke ablaufen können, bevor… Aaron schluckte. Alice war eine nette und hilfsbereite Schülerin gewesen und Feinde hatte sie keine gehabt. Warum sollte sie jemand umbringen? Aaron übersah eine Wurzel und fiel hin, wobei er glaubte, aus den Augenwinkeln jemanden gesehen zu haben. Schnell raffte er sich wieder auf und ging weiter, wieder ein wenig langsamer. Doch schon bald fühlte er sich wieder beobachtet, verfolgt und kurbelte sein Tempo an, wobei er nur noch auf den Boden sah, um nicht erneut zu stolpern. In diesem Moment wünschte er sich mehr wie Jan zu sein, denn dann wäre er sicherlich schon längst bei der Akademie und außerdem würde er nicht so ängstlich umher rennen. In Gedanken verloren lief Aaron weiter und wurde vom dunklen Wald verschluckt.

Kapitel 5 - VI The Lovers
Als Bastian am nächsten Morgen erwachte, wusste er, dass es ihm nicht mehr erlaubt war, Mina in die Schule zu bringen. Der gestrige Tod seiner Mitschülerin hatte eine Panikwelle bei den Eltern der Schüler ausgelöst und nun wurden sie von mehreren Erwachsenen grüppchenweise zur Akademie gebracht. Bastian störte diese Tatsache ziemlich. Er war schließlich kein Kleinkind mehr und obwohl Emilie gemeint hatte, dass die neue Regel sicher nur für die jüngeren Schüler gelten würde, zweifelte er sehr daran, dass er alleine zur Schule gehen konnte.
Als er sein Rollo hochzog erkannte Bastian, dass der Nebel heute nur sehr dünn war und am Horizont schon die Sonne aufging. Schnell zog er sich an und lief zur Treppe, da er eine vertraute Stimme von unter vernahm. Er machte einen Satz über Kitty hinweg, welche wie gewohnt am Treppenabsatz schlief und bemerkte nicht einmal, dass heute im Bad kein Licht brannte. In der Küche angekommen bestätigte sich Bastians Vermutung. „Dad!“.
Bastians Vater blickte vom Küchentisch hoch und stand auf. „Bastian, schön dich zu sehen! Hör zu, ich möchte nicht lange um den heißen Brei herum reden. Würdest du bitte mit ins Wohnzimmer kommen?“ begrüßte Seth Roth seinen Sohn. Bastian war überrascht. Sein Vater war sonst nie so direkt oder ernst. Bestimmt ging es um den Tod von Alice.
Seth setzte sich auf die Couch und deutete Bastian sich neben ihn zu setzen. „Hast du gestern die Nachrichten geguckt?“ fragte er schließlich. Bastian nickte, verwirrt durch diese sinnlose Frage. „Gut, dann hast du sicherlich vom Diebstahl der antiken Schriftrollen gehört. Nun dabei handelt es sich nicht wirklich um Schriftrollen, denn das war nur die Verpackung für ziemlich alte Karten.“ erklärte Seth Roth. „Karten?“. „Ja, Karten. Die Diebe wurden heute Morgen gefasst, doch sie trugen die Karten nicht mehr bei sich. Beim Verhör gab einer der beiden Verbrecher an, dass sie die Karten verteilt hätten.“ fuhr Bastians Vater fort, woraufhin Bastian ihn unterbrach und ihn fragte, an wen sie diese Karten verteilt hätten. „Nun ja… sie haben die Karten irgendwelchen Personen untergejubelt, wie es scheint. Er faselte dann noch irgendetwas von der Kraft der Karten und einem Wunsch. So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört...“. „Und warum erzählst du mir das alles?“ wollte Bastian stirnrunzelnd wissen. „Weil ich möchte, dass du nachguckst, ob sich eine solche Karte in deinem Besitz befindet.“. Bastian versuchte seinem Vater zu erklären, dass dies unmöglich sei, da er und Mina den ganzen letzten Tag zu Hause gewesen waren, doch sein Vater meinte, dass die Täter Profis wären und man deshalb keine Möglichkeit ausschließen konnte.
Obwohl Bastian seinem Vater ausdrücklich gesagt hatte, dass er es für wirklich unwahrscheinlich hielt, eine antike Karte zu besitzen, durchwühlte er jetzt seine Schubladen. Bastians Vermutung bestätigte sich jedoch. Keine Karte in seinem Zimmer. Nur die alten YO-HU-GI Karten, mit denen er früher gegen die Nachbarskinder gespielt hatte. Erleichtert schloss er die Schublade seines Nachtschranks und wollte gerade wieder zur Tür hinaus, als es im Nachbarzimmer laut rumpelte.
Sekunden später kam Mina mit zerzausten Haaren und im Schlafanzug aus ihrem Zimmer gerannt. „Du Vollidiot! Warum hast du mich nicht geweckt? Wegen dir habe ich es volle Kanne verschlafen!“ schrie sie Bastian an und versuchte gleichzeitig ihre Haare einigermaßen in Ordnung zu bringen. Bastian gab ihr keine Antwort. Sie würde sowieso keine erwarten. Stattdessen sagte er ihr nur, dass ihr Vater zu Hause war. Minas Mund klappte augenblicklich zu und obwohl sie sich nochmal zu ihrem Bruder umdrehte, irgendetwas sagen wollte, verschwand sie schweigend im Bad.
Kaum war Mina weg, kam Bastian auf einmal die Idee, auch im Zimmer seiner kleinen Schwester nach einer Karte zu sehen. Er war sich zwar sicher, dass sein Vater auch Mina auf den Raub ansprechen würde, doch über ein Lob seines Vaters, falls er eine Karte fand, wollte er nicht verzichten. >Sie wird mich töten, wenn ich ihre Sachen durchwühle<. Dennoch lief er zurück und ging durch die offen stehende Tür in Minas Zimmer. An der Wand hingen Poster von allen möglichen Sängern und Schauspielern, sowie einige mit Pokémon drauf. Bastian war erstaunt wie viele der Personen auf den Postern er kannte. Den Gedanken beiseite schiebend sah er sich um. Auf dem Nachttisch? Der Kommode? Dem Schrank? Fehlanzeige. Doch dann erblickte Bastian etwas auf dem Fensterbrett, was dort definitiv nicht hingehörte. Als er sich dem Gegenstand näherte, wusste er schon, um was es sich handelte. Die Karte hatte eine braune, leicht Dreckige Rückseite und ziemlich abgenutzt. Bastian nahm sie auf und drehte sie um.
Die Vorderseite der Karte zeigte zwei geflügelte Wesen, welche ihre Köpfe aneinander drückten. Das kleinere der beiden war größtenteils rot, während das andere einen Blauton aufwies. Der Hintergrund hinter den beiden war hellbraun und ein dünner schwarzer Rahmen trennte das Bildnis vom ca. fünf Millimeter breiten, weißen Rand. Unten auf der Karte stand in großen, dicken und verschnörkelten Buchstaben „VI - The Lovers“ geschrieben. Auch die sonstigen Linien, welche die Umrisse der zwei Wesen darstellten, waren nicht akkurat und gerade, sondern geschwungen. Bastian wusste, dass es bei der Schrift um römische Ziffern und bei der Karte um eine Tarotkarte handelte. Die Wesen ähnelten zwei Sagengestalten, welche Bastians Geschichtslehrer als Äon-Pokémon bezeichnet hatte. Die Geschwister Latias und Latios. Grübelnd vernahm Bastian plötzlich, wie sich die Badezimmertür öffnete und er verließ, die Karte in der Hosentasche, rasch das Zimmer seiner Schwester.
„Und?“ fragte Seth Roth, als sein Sohn wieder die Treppen hinunter gestiegen kam. Bastian konnte sich nicht wirklich erklären, warum er gegen sein eigentliches Vorhaben verstieß, doch er sagte seinem Vater, dass er keine Karte gefunden hätte. Normalerweise fand sein Vater immer heraus, wenn er log, doch dieses Mal schien er es nicht bemerkt zu haben. „Gut. Danke das du dir die Zeit dafür genommen hast.“ meinte Seth und lächelte. Bastian überkam ein gewisses Unbehagen, doch er unterdrückte es sogut es ging.
„Basti, du solltest dich beeilen!“, kam Minas Stimme von oben, „In einer viertel Stunde musst du los.“. Sie hörte sich schadenfroh und triumphierend an, so als ob sie gerade eine Wette gewonnen hätte. Bastian zuckte zusammen und flitzte schnell hoch, um sich die Zähne zu putzen und seine Schultasche zu packen.

Bastian verließ das Haus heute sogar fünf Minuten früher als sonst. Er hatte sich beeilt. Mina musste schon zehn Minuten früher weg, ihre Begleitgruppe ging eher los, als Bastians. Der Treffpunkt war am Ende des Azurillweges.
Bastian verließ das Dorf und wollte schnell den Azurillweg hinter sich lassen, als er auf einem Hügel, nicht weit abseits des Pfades, jemanden erblickte. Im Glauben erkannt zu haben, wer dort saß, lief er hinauf, erkannte, dass er richtig gesehen hatte. Auf einem Hocker, mit einer Leinwand vor sich, die Farbpalette in der linken Hand und den Pinsel in der rechten, saß eine jüngere Mitschülerin - Lilly. Bastian sah es als seine Pflicht das Mädchen zu grüßen, sobald er es sah. Lilly war 14 Jahre alt und konnte unglaublich gut malen und zeichnen. Sie war streng religiös, trug stets eine Kette mit Kreuz um den Hals. Für ihr Alter war sie sehr vernünftig und verhielt sich erwachsener als der Rest ihrer Altersgruppe. Doch Lilly war ziemlich bemitleidenswert. Ihre Eltern waren, als sie gerade mal acht Jahre alt war, mit dem Auto verunglückt, seitdem lebte sie allein. Warum sich das Jugendamt nie eingeschaltet hatte wusste Bastian nicht.
„Hallo Lilly!“ begrüßte er sie. „Oh, hallo Bastian. Ich habe dich gar nicht bemerkt.“ meinte Lilly und lächelte, nachdem sie sich zu ihm umgedreht hatte. „Nicht schlimm… Gehst du heute nicht zur Schule?“ wollte er wissen, bemüht nicht zu aufdringlich zu wirken. Sie schüttelte den Kopf. „Meine Klasse hat heute frei, ich male gerade den Sonnenaufgang.“. Bastian blickte auf die Leinwand vor ihr und erkannte, dass sie fast fertig war.
Das Bild faszinierte ihn. Es war sehr genau und die Landschaft, bestehend aus Wasserflächen und Himmel in orangen Tönen, sowie den dunkel gehaltenen Bäumen, hatte Lilly gut eingefangen. „Sieht echt klasse aus.“ meinte Bastian, lächelte. Lilly bedankte sich und ihre langen blonden Haare, welche sie zu einem Pferdeschwanz gebunden hatten, wehten im aufgekommenen Wind. „Ich muss leider auch schon wieder weg, du weißt schon… die Kindergartengruppe wartet noch auf den kleinen Bastian.“ entschuldigte sich Bastian abwertend und verdrehte die Augen. Lilly kicherte leise und verabschiedete sich ebenfalls, wandte sich wieder der Leinwand vor ihr zu.
Als Bastian die Gruppe erreichte, wurde er von den üblichen Verdächtigen empfangen. Emilie, Jan und Aaron unterhielten sich und obwohl Ben bei ihnen stand, sagte er kein Wort. Dann waren da noch ein paar andere Schüler aus Bastians und seiner Parallelklasse. „Hi!“ keuchte Bastian, der außer Atem war. Er war den restlichen Weg gerannt, das Gespräch mit Lilly hatte ihn Zeit gekostet. Als Antwort erhielt er ein einheitliches Gemurmel, nicht wirklich als eine Begrüßung zu identifizierbar. Die beiden erwachsenen Begleiter kannte Bastian nicht. Anscheinend hatten alle nur noch auf ihn gewartet, denn keine Minute später setzte sich die Gruppe in Bewegung. Sofort teilte sich der mehr oder weniger große Haufen an Schülern in kleine Grüppchen auf, nur Bastian wusste nicht recht, wohin er gehen sollte. >Alleine laufen kommt aber auch nicht in Frage< überlegte er und gesellte sich zu den Vieren, die er am besten kannte.


Kapitel 6 - Unruhen
Langsam, ganz langsam. Es bestand kein Grund zur Eile. Das blutverschmierte Messer fiel zu Boden und er wischte sich die Hände an seiner Hose ab, kicherte leise. Es war leicht gewesen, leichter, als er gedacht hatte. >Und es ging wesentlich schneller…<. Sich fast schon zum gehen wendend merkte er, dass er das wichtigste vergessen hatte. >Die Karte!<. Seine Augen strahlten wie die eines Kindes an Weihnachten, wenn es sein Geschenk erhielt. Sorgfältig durchkramte er die Jacken- und Hosentaschen der Leiche. Dann den Rucksack. Nichts, keine Karte zu sehen. >Das kann nicht sein! Er hatte eine Karte, da bin ich mir sicher!<. Er wiederholte seine Durchsuchung, jedoch erneut ohne Erfolg. Wütend trat er gegen den Leichnam, dessen Blutlache immer größer wurde. Diese ignorierend, zog er seinem Opfer die Schuhe aus. Und dort war sie, fast unbeschädigt. Seiner Kehle entwich ein Lachen, ein irres verstörendes Lachen. „Nur einer kann gewinnen…“, murmelte er leise, „Und ich werde nicht verlieren… niemals!“.

Die ersten zwei Stunden vergingen wie im Flug. Nur Ben, Aaron und Jan sollten zum aufräumen in der Sporthalle bleiben. >Das ist gut<, dachte Ben, >Dann kann ich endlich mal in aller Ruhe mit Jan reden…<. Während Aaron immer noch schleppend nach den restlichen Federbällen suchte, tippte Ben Jan auf die Schulter. „Was?!“ wollte dieser genervt wissen. Ben ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Dieses Gespräch war schon viel zu lange fällig und obwohl Jan gerade besonders gestresst wirkte, wollte er es dennoch versuchen.
„Hör mal, ich glaube wir müssen reden. Du weißt schon… wegen… Emilie.“. Jan grinste. „Was gibt es da denn noch zu bereden?“. >Wieder dieses arrogante Grinsen<. „Als ob du das nicht wüsstest. Ich habe dir mein wohl größtes Geheimnis anvertraut, meine erste große Liebe, oder wie auch immer wir das jetzt nennen wollen, und du? Du schmeißt dich gleich an sie ran! So als ob… du nur darauf gewartet hättest mein Leben zu zerstören!“. Ben erschrak vor seiner eigenen Lautstärke. Diese Worte hatten lauter und vor allem wütender geklungen, als er es eigentlich wollte. Außerdem hatte er sich das nicht annähernd so zu Recht gelegt. Schnell sah er zu Aaron, welcher einen nervösen Blick zu ihnen herüber warf.
Jan lachte laut, überheblich. „Hast du ernsthaft gedacht, dass du jemals eine Chance bei ihr hättest? Du redest ja nicht mal mit ihr.“. Ben zuckte innerlich zusammen. Das stimmte auch noch! „Das… ist nicht wahr! Weißt du was? Alle denken, dass du eh nur fieberhaft nach einer Neuen suchst und das haben sie Emilie auch gesagt!“ versuchte Ben ungeschickt zu kontern.
Aaron kam vorsichtig zu seinen Klassenkameraden gelaufen, die restlichen Federbälle in der Hand. Das sah ganz und gar nicht gut aus. „Ist bei euch alles ok?“ fragte er, allerdings zu leise, als dass ihn seine Mitschüler hören konnten. Er hasste Streit. „Ah Aaron! Du kommstgenau richtig, schwing dich mal hier rüber!“ rief Jan und grinste. Aaron packte die Federbälle weg, schlurfte zu Ben und Jan, zwischen denen eine spührbare Anspannung herrschte. Schließlich stand er genau zwischen den beiden.
„Weißt du, Ben? Es ist nicht alleine mein durchtrainierter Körper oder mein Charme! Ich habe noch etwas anderes was du nicht hast…“, meinte Jan und machte einen Schritt auf Aaron zu, „Ich habe auch noch etwas in meinem Besitz, dass mir da besser hilft, als alles andere!“. Mit diesem Worten legte er einen Arm über Aarons Schulter und zog ihn näher zu sich heran. Ben erwartete, dass Aaron Jan wegstoßen würde, doch Aaron wich stattdessen Bens Blick aus und sah zu Boden. Diese Tatsache erschütterte Ben innerlich, da das Verhalten seines Mittschülers nicht annähernd normal war. Hatte Jan irgendein Druckmittel gegen ihn? Und was war Aaron überhaupt für ein „Hilfsmittel“? Alleine beim Gedanken von jemandem so genannt zu werden, widerstrebte Ben.
Jan unterbrach seine Gedanken. „Und damit sollte das auch geklärt sein. Du hattest nie den Hauch einer Chance gegen mich!“, meinte er und drehte sich zum Ausgang und ging, „Komm Aaron, wir ziehen Leine.“.
Aaron bewegte sich keinen Millimeter, immer noch Bens Augen meidend. Dessen Hände ballten sich zu Fäusten. „Dieses arrogante Arschloch! Warum lässt du dir sowas gefallen, dich als sein Besitz bezeichnen?! So bist du doch sonst nicht! Und was für ein Helferlein bist du denn für ihn, he?!?“. „Ich… es…“, Aaron versuchte, etwas zu sagen, aber er brachte die Worte nicht über die Lippen. Ben musste sich zusammenreißen, seinem Klassenkameraden keine zu scheuern. >Beruhige dich, deine Wut geht nicht gegen ihn…<. Er drehte sich von Aaron weg. „Los, hau ab, ich packe das beschissene Netz noch weg!“.
Aaron lief erst langsam, dann schneller in Richtung Umkleidekabine. Dabei stieß er mit Jan zusammen, der schon umgezogen zur nächsten Stunde gehen wollte. „Und, heult er jetzt?“ wollte er grinsend wissen. „Lass mich einfach in Ruhe…“ entgegnete Aaron knapp. „Hey, zick bloß nicht rum!“. Aaron ignorierte Jan, ließ ihn links liegen.
Die Umkleide war dunkel. >Wie nett von ihm, dass er das Licht angelassen hat…<. Aaron betätigte den Lichtschalter, doch das Licht flimmerte nur kurz auf, bevor es wieder erlosch. „Dann lass ich die Tür eben auf…“ flüsterte der Teenager, einen Monolog führend. Schnell zog er seine Schuluniform über und verließ die Umkleide. Kaum war er verschwunden, ging das Licht wieder an.

Aaron warf einen Blick auf seine Uhr. Die Pause war fast vorbei und wenn er noch etwas essen wollte, musste er sich in der Cafeteriaschlange vordrängeln, um sich vielleicht noch etwas zu Essen kaufen zu können. Auf dem Weg zum Klassenraum, in dem Aaron erstmal seine Schultasche abstellen wollte, kam ihm Bastian entgegen. „Hey! Warum habt ihr so lange gebraucht? Lass mich raten… Jan hat sich gedrückt? Das würde auch erklären, warum er vorhin schon hier war und…“ plapperte er sofort los, doch sein Klassenkamerad unterbrach ihn: „Nein… äh… ich brauch jetzt mal einen Moment für mich, ok?“. „Ok, kein Ding.“ meinte Bastian, verwundert über das Verhalten seines Mitschülers. „Ich muss jetzt sowieso mal nach Mina sehen, also bis später.“.
Minas Klassenraum lag eine Etage tiefer, zum Glück aber dennoch im Nordflügel der Akademie. Zu Bastians Überraschung begegnete er seiner Schwester auf halber Treppe. „Basti, ich wollte gerade zu dir.“ erklärte Mina, ebenfalls ein wenig verwundert. „Ich auch zu dir. Was gibt’s denn?“ wollte Bastian wissen. „Naja, heute Morgen… Dad war da, das ist dir sicherlich nicht entgangen.“, Mina schmunzelte, „Hat er dir auch diese ganzen Sachen über den Überfall erzählt und dann gefragt ob… du weißt schon, ob du so eine Karte hast?“. Bastian nickte und antwortete: „Ja, schon komisch von den Verbrechern, nicht? Ich meine, warum sollte man sein wertvolles gestohlenes Gut einfach an irgendwelche Leute verteilen?“. „Hm. Sag mal Bastian… hast du eine? Also eine Karte? Als ich heute Morgen aufgewacht bin, da habe ich etwas aus meinen Augenwinkeln gesehen und ich könnte schwören, dass es eine Karte war. Sie lag auf meinem Fensterbrett, aber als ich aus dem Bad gekommen bin, war sie weg und meine Zimmertür war angelehnt. Ah, versuch erst gar nicht zu lügen, ich weiß das du in meinem Zimmer warst!“ fuhr Mina fort und hielt Bastian ihren Zeigefinger direkt vor die Nase. Bastian war zuerst zu perplex um zu reagieren. Er war sich ganz sicher, dass er die Tür wieder geschlossen hatte. Schließlich entschied er sich lieber gleich die Wahrheit zu sagen. „Ja, ok, ich geb‘s zu: Ich war in deinem Zimmer und da war so eine Karte. Und ja, ich habe sie eingesteckt. Dad hat dann gefragt, ob ich eine gefunden hätte…“ erklärte er. „…und du hast ihm doch gesagt, dass du eine hattest, oder?“ fragte seine kleine Schwester und hob eine Augenbraue. „Um ehrlich zu sein, nein, ich habe die Karte noch. Ich weiß auch nicht so genau, warum ich Dad angelogen habe.“ brachte Bastian heraus, ohne nur einmal den Blick vom Finger seiner Schwester zu heben. „Was?!? Zeig mal her!“.
Bastian zog die Karte aus seiner Hosentasche und zeigte sie seiner Schwester, welche den Fund ganz genau begutachtete. „VI – The Lovers? Ist das nicht eine Tarotkarte, also so eine, wie Tante Emma benutzt, wenn sie wahrsagt? Hm… aber das Bild sieht anders aus. Sind das Pokemon?“ löcherte Mina ihren Bruder. „Ja, dass scheint so eine Art Tarotkarte zu sein und es sind auch zwei Pokemon drauf. Wenn mich nicht alles täuscht sind das die legendären Äon-Pokemon, Latias und Latios. Das hattet ihr wohl noch nicht in Geschichte? Die zwei sind Geschwister, eine jüngere Schwester, ein älterer Bruder, so wie wir zwei.“ berichtete Bastian. „Die Karte ist total schön… darf ich sie haben?“. „Oh Gott, nein! Du verschlampst sie nur wieder.“. Mina rümpfte beleidigt die Nase, widersprach aber nicht, also steckte Bastian die Karte wieder in seine Hosentasche. >Aber du steckst die Karte in deine Hosentasche? Wie sicher…<. Gerade als Mina ihre Gedanken laut aussprechen wollte, ging Ben an den beiden vorbei, sichtlich nicht in bester Laune. „Was ist denn mit dem los?“ wunderte sich Bastians kleine Schwester, als plötzlich die Pausenklingel ertönte und den Stundenbeginn ankündigte.


Kapitel 7 - Verletzende Erinnerungen
Aaron schloss die Haustür auf und trat in die Stille ein, welche im Inneren herrschte. Er atmete auf, als er entdeckte, dass sein Vater noch nicht zu Hause war. Zumindest standen seine Schuhe noch nicht in der dafür vorgesehenen Ablage. Aaron warf seinen Schlüsselbund auf die nahestehende Kommode, stellte seine Schultasche dahinter, steuerte durch den, trotz der Nachmittagszeit, dämmrigen Flur auf sein Zimmer zu.
Er war erschöpft von den Geschehnissen des Tages, von dem Konflikt in der Turnhalle. Es war nicht das erste mal, dass Jan und Ben sich gestritten hatten, aber es war das erste mal, dass Jan soweit gegangen war. Und sein Verhalten glich immer mehr dem von ihm, dieser einen Person, der er vertraut hatte, für die er alles getan hätte, nur um enttäuscht zu werden. Aaron bemerkte die aufkommenden Kopfschmerzen, die durch diese Erinnerungen hervorgerufen wurden und verschränkte die Arme vor seinem Bauch. Wenn er weiter darüber nachdenken würde, dann würde er zu diesem Punkt kommen an dem die Lage eskaliert war, an dem sich alles veränderte. Wenn du mich verletzt… Es flackerte nur kurz vor seinem inneren Auge auf, aber dennoch brannte es sich wieder tief in sein Gehirn ein und es tat weh, sehr weh. >Ich muss mich irgendwie ablenken< dachte er und kehrte um, damit er die Küche erreichen konnte.
Dort angekommen öffnete Aaron den Kühlschrank und stellte fest, dass dieser so gut wie leer war. Mit den Resten konnte er kein Essen zubereiten, also musste er nochmal rüber in den Convenience Store, einkaufen. Zusätzlich checkte er nochmal die Bierkästen seines Vaters. Wie gewohnt leer. Sein Vater würde wütend werden, wenn kein Alkohol mehr da war und dann… Aarons Blick senkte sich. Hastig durchkramte er seine Hosentaschen nach ein wenig Kleingeld. Danach schnappte er sich seine Schlüssel und verließ das Haus wieder, obwohl er gerade erst gekommen war.
Es hatte schon den ganzen Nachmittag nach einem starken Gewitter ausgesehen, doch jetzt begann es tatsächlich zu tröpfeln. Aaron setzte die Kapuze seines Sweatshirts auf, hoffte, dass es vorerst nicht stärker regnen würde und bog an der Kreuzung rechts ab, geradewegs auf die Abkürzung zu, welche durch ein paar kleinere Gassen direkt zum Parkplatz des Convenience Stores führte. Er mochte diesen Weg nicht besonders, aber wenn sein Vater vor ihm zu Hause wäre, dann gäbe es Ärger. Er erinnerte sich nur zu gut an das letzte Mal, als er vergessen hatte einzukaufen. Die blauen Flecken hatte man noch Tage später gesehen, sodass er gezwungen gewesen war im Sommer Sweatshirts zu tragen… wie jetzt.
Dullblock war keine sonderlich schöne Stadt, alles grau in grau. Obwohl er hier wohnte, ging Aaron jeden morgen nach Mudvill, um mit seinen Freunden zur Schule zulaufen und weil ihm das Dorf besser gefiel. Die Luft dort war reiner und der Nebel war natürlich, kein Smog. Die vielen verschiedenen Arten von Pokemon und Pflanzen, auch wenn die meisten davon giftig waren, faszinierte ihn ebenfalls. Er hätte einfach alles gegeben, um dort wohnen zu können.
Als Aaron den Eingang der kleinen Gasse erreichte, scheuchte er einen Schwarm Kramurx auf, welche mit lautem Gekrächze in den wolkenverhangenen Himmel verschwanden. Er sah ihnen noch kurz gedankenverloren nach, bevor er wieder realisierte, dass er sich beeilen sollte. In der Gasse war es noch schummriger, als ohnehin schon, da die hohen Wände der Häuser jeglichen Lichteinfall von den Seiten verhinderten. An jenen waren alle möglichen Arten von Graffiti, Werbepostern und Stickern angebracht, allerdings sah nichts davon annähernd schön aus, es war nur Geschmiere. Aaron ging die Gasse entlang, bog einmal links ab, kletterte anschließend auf einen Müllcontainer, um über den Drahtzaun zu gelangen, welcher auf halbem Wege das Weitergehen verhinderte. Anfangs war er dabei oft gestürzt und hatte sich verletzt, doch mittlerweile gelang es ihm meistens, ohne auch nur einmal ins Wanken zu kommen.
Im Convenience Store war nicht sonderlich viel los, was wohl am schlechten Wetter lag. Aaron suchte ein paar Zutaten für ein warmes Gericht zusammen und holte noch ein Sixpack Bier aus der Getränkeabteilung. Die Kassierer hier kannten ihn und seinen Vater schon, weshalb sie es nie hinterfragten, wenn er Alkohol kaufte. Sie sahen ihn dann immer mit diesem „Es tut mir so leid“-Blick an, den Aaron einfach nicht mehr ertragen konnte. Wenn sie es wussten, warum taten sie dann nichts? Weil sie es nicht konnten? Weil sie es nicht wollten? Weil sie sich nicht trauten? Im Endeffekt war es egal. Sie würden niemals etwas dagegen tun, genau wie die Leute vom Jugendamt, die einmal zu Besuch waren. Sie hätten es merken müssen. Sie hätten es sehen müssen, aber sie ignorierten es. Jeder ignorierte es oder sah es nicht. >Ich bin selbst Schuld…< dachte sich Aaron, während er dem Kassierer das Wechselgeld abnahm. Er tat alles, um es zu verstecken. Er versteckte die blauen Flecken, Blutergüsse und Kratzer. Er versteckte sich hinter einer lächelnden Maske.
Als Aaron den Convenience Store verließ hatte es sich draußen eingeregnet. Er wollte schnell wieder nach Hause zurück, obwohl er dort nicht wirklich gerne war. Vielleicht sollte er Emilie anrufen und fragen, ob sie Lust auf einen Kinobesuch hatte, denn so könnte er seinem Vater aus dem Weg gehen. Er seufzte, entschied sich dagegen. Es wäre nicht schlau ausgerechnet jetzt etwas mit der meist gefragten Person zu unternehmen.
Er machte sich wieder auf den Weg zurück zur Gasse und bemerkte einen seltsamen Geruch, welcher ihm auf dem Hinweg noch nicht aufgefallen war. Es roch stark nach Eisen. Aaron wandte den Kopf in die Richtung, aus der der Geruch kam und erkannte, dass er nur aus einer kleinen dunklen Abzweigung kommen konnte. >Vielleicht ein verletztes Pokemon?< überlegte er und war sich darüber im Klaren, dass er dem armen Ding helfen musste.
Der Schüler tastete sich vorsichtig an der Wand entlang, als er plötzlich über etwas stolperte und fast fiel. Verwundert blickte er nach unten. „Schuhe?“ fragte Aaron überrascht und begutachtete die zu seinen Füßen liegenden Sportschuhe. Sie waren weiß, wiesen an der Sohle dunkle Flecken auf, welche man auf Grund des fehlenden Lichteinfalls aber nur schwer ausmachen konnte. Durch den Fund etwas verunsichert ging er weiter und blieb geschätzte zwölf Meter vor der Hauswand stehen, welche die Abzweigung in eine Sackgasse verwandelte. Den Boden konnte man gar nicht mehr erkennen, während die Wand weiter oben ganz deutlich zu sehen war. Hier war der Eisengeruch am stärksten. „Ha… Hallo? Ist da wer?“. Die leisen Worte wurden von der Dunkelheit verschluckt und wieder kehrte Stille ein, sodass man nur noch den prasselnden Regen hören konnte. So langsam beschlich Aaron ein ungutes Gefühl. Wenn dort jemand oder etwas verletztes war, warum gab er keine Antwort oder reagierte es nicht? Gerade als er gehen wollte, krachte ein lauter Donner los, dicht gefolgt von einem Blitz, welcher die Sackgasse für den Bruchteil einer Sekunde erhellte.
Aaron lies die Einkaufstüte fallen. Seine Augen waren weit aufgerissen und obwohl es mittlerweile wieder komplett dunkel war, hatte er das eben gesehene immer noch genau vor sich. Und dann schrie er, lauter, als er es je zuvor in seinem Leben getan hatte. Der durchwühlte und ausgeräumte Rucksack und das nicht weit vom Körper entfernt liegende Messer. Die rote Lache um die Leiche des Mannes, welcher ein Stück vor der Hauswand lag. Das Blut, soviel Blut.

Besorgt blickte Mina aus dem Fenster ihres Zimmers. Wenn es weiter so regnen und stürmen würde, würden die Seen überlaufen und die Keller von Mudvill’s Einwohnern mit Wasser füllen. >Dann müssen wir wieder den Keller auspumpen… Bäh< dachte sie sich, verzog das Gesicht beim Gedanken an das dreckige Wasser. Seufzend hob sie Kitty von ihrem Schoß, die dort ihre Streicheleinheiten erhalten hatte. Minas Gedanken schweiften zur seltsamen Karte, welche ihr Bruder in ihrem Zimmer gefunden hatte. Warum ausgerechnet sie? Naja, wahrscheinlich würde Bastian die Karte eh früher oder später ihrem Vater geben oder selbst ins Museum oder zur Polizei bringen.
Mina stand auf und ging ins Badezimmer. Ihr Rücken war noch ganz verspannt vom Leichtathletikunterricht und sich wollte einfach nur ein Bad mit schön viel Schaum. Sie drehte das Wasser auf, gab Shampoo hinzu, bevor sie die Bänder aus ihrem Haar entfernte, die ihre Zöpfe über den Tag gehalten hatten. Im Spiegel betrachtete sie ihr Gesicht und fand, sehr zu ihrem Wohlbefinden, keinen einzigen Pickel. >Tja, Bastian< dachte sie sich und grinste schadenfreudig.
Als die Badewanne vollgelaufen war, zog Mina rasch ihre Schuluniform aus und legte sich in das warme, mit Schaum bedeckte Wasser, sodass nur noch ihr Kopf herausguckte. Entspannt hob sie ein Bein aus dem warmen Nass und ließ das Wasser daran herunterlaufen. Dann streckte sie sich nach vorne, dehnte ihre Arme ein wenig. Dabei fiel ihr Blick auf ihre rechte Schulter. Erschrocken setzte sich Mina in der Wanne auf, immer noch auf ihre Schulter blickend. Hastig rubbelte sie seitlich an ihr herum, doch das dort plötzlich erschienene Zeichen wollte einfach nicht verschwinden. Ein blaues Dreieck.


Kapitel 8 - Kettenmail
Mit voller Kraft hob Mina sich aus der Badewanne und rannte auf wackligen Beinen, nach einem Handtuch greifend, zur Badezimmertür. Panisch entriegelte sie das Schloss und warf sich das Handtuch um die Taille, bevor sie es über ihrer Brust zuknotete und mit einem großen Satz in den Flur hinaus sprang. Zielsicher steuerte sie das Zimmer ihres großen Bruders an, kolpfte drei mal und trat, ohne auf eine Rückmeldung zu warten, ein. „Bastian, wir haben ein Problem!“, brachte sie keuchend hervor, während sie den schockierten Blick ihres Bruders ignorierte und mit großen Schritten auf ihn zu kam.
„Was ist denn so wichtig, dass du halbnackt in mein Zimmer reinplatzen musst?“, fragte Bastian entgeistert und wich dem Blick seiner Schwester aus, welche nun vor ihm stand. Ohne auf seine Frage einzugehen, deutete diese auf ihre rechte Schulter. „Meinst du das ist ein Aussschlag? Vielleicht hat dieses Impergator irgendwelche Bakterien auf mich gespuckt, die beim Waschen nicht abgegangen sind und ich bin jetzt mit irgendeiner schlimmen Krankheit infiziert!“ Minas Mund klappte auf und zu, wobei sie zwischendurch energisch nach Luft schnappte.
Bastian deutete ihr mit einem Finger still zu sein und trat einen Schritt näher an das aufgelöste Mädchen heran, um die verfärbten Stellen genauer betrachten zu können. Die Haut an der betroffenen Stelle war glatt und wirkte nicht krank, sie hatte keine Pusteln und war auch nicht besonders warm. „Hm, also wie ein Aussschlag sieht das jetzt nicht wirklich aus, der wäre eher rot. Um ehrlich zu sein wirkt es eher wie eine Art Tattoo, das schon abgeheilt ist, aber ich bezweifle mal, dass du dir, ohne es mitzubekommen, eins stechen lassen hast.“, meinte er mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Mina starrte ihn verdutzt an. „Also werde ich nicht sterben?“ Bastian schüttelte den Kopf. „Wenn du willst können wir morgen aber noch mal in der Schule beim Krankenzimmer vorbei schauen, nur um sicher zu gehen.“, fügte er hinzu und schenkte seiner Schwester ein aufmunterndes Lächeln.
Erleichtert atmete Mina auf. „Und ich dachte schon, mein Arm muss amputiert werden, weil sich sonst die Krankheit auf meinen ganzen Körper ausbreitet.“, brachte sie hervor, „Wobei mich wirklich interessieren würde, was es dann ist. Ich habe mir definitiv kein Tattoo stechen lassen, Dad würde mich umbringen.“
Bastian runzelte die Stirn, da er selbst keine Erklärung für das blaue Symbol auf der Schulter seiner Schwester finden konnte. Er bezweifelte, dass Mina scherzte, da er den geschockten Ausdruck auf ihrem Gesicht selbst gesehen hatte. Eine solche Panik konnte sie nicht einfach so aufsetzen.
„Wir sollten morgen trotzdem noch mal die Schulschwester drüber gucken lassen. Ich bin schließlich kein ausgebildeter Mediziner.“, meinte Bastian. „Auf jeden Fall!“, entgegnete seine kleine Schwester, „Ich möchte wissen was das für ein komisches Ding ist und es vor allem so schnell wie möglich wieder los werden. Stell dir doch nur mal vor wie verstört meine Freunde wären, wenn ich so ins Schwimmbad gehe.“ Bastian musste ein Schmunzeln unterdrücken.
„Möchtest du jetzt nicht lieber wieder zurück in die Badewanne?“, fragte er, „Oder dir wenigstens etwas vernünftiges anziehen?“. Einen Moment lang sah Mina ihn verständnislos an, bevor ihr Blick an ihrem Körper hinab, auf das umgebundene Handtuch, wanderte. Augenblicklich begann ihr Gesicht rot anzulaufen.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren stolzierte sie in auffällig steifen Schritten zur Zimmertür ihres großen Bruders. Diesem noch einen letzten Blick zuwerfend, schloss sie die Tür hinter sich und begab sich wieder in Richtung Badezimmer.
Bastian schüttelte den Kopf. „Dieses Mädchen treibt mich noch in den Wahnsinn.“, murmelte er und wandte sich wieder seinem Computer zu, wobei er überrascht bemerkte, dass die Anzeige seines E-Mail Postfaches aufblinkte.
Bastian öffnete das Programm und begutachtete die gerade angekommene Mail, welche gerade mal aus ein paar wenigen Sätzen und einem angehängten Bild bestand.

Der zweite ist bereits gefallen.
Der Kreis wird kleiner.
Das Ziel rückt näher.
Wird dein Wunsch dich in dein Verderben stürzen?
Diese Augen – sie wachen über jeden von euch.


Bastian las sich die zusammenhangslos scheinenden Sätze noch ein weiteres Mal durch. Sie ergaben absolut keinen Sinn. „Ich dachte ich hätte den Spam-Filter gleich beim Einrichten des Postfaches angeschaltet.“ Seufzend lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. Mit einem Doppelklick öffnete er den Anhang.
Bastians Augen weiteten sich. Ihm lächelten die Gesichter seiner Klassenkameraden entgegen. Es handelte sich um das aktuellste Klassenfoto seiner Klasse. Ungläubig starrte Bastian auf seinen Bildschirm. War das ein schlechter Scherz?
Sein Blick fiel auf Alice, deren Gesicht mithilfe eines schwarzen Kreuzes unkenntlich gemacht wurde. Wer auch immer ihm diese Mail zukommen lassen hatte, machte sich offensichtlich über den Tod seiner Mitschülerin lustig. „So etwas unmenschliches!“, entfuhr es Bastian, „Wie kann man nur so gefühlskalt sein?“
Bei genauerem Betrachten bemerkte er, dass die Augen aller seiner Mitschüler rot eingefärbt wurden. Einzig und allein sein Gesicht war unverändert. Die Mail war also gezielt an ihn gerichtet worden.
Um zu überprüfen, ob es wirklich keine Veränderungen seines Aussehens gab, vergrößerte Bastian das Bild und entdeckte dabei einen kleinen Schriftzug am unteren Ende seines rechten Brillenglases.

Mörder.

Ohne noch eine weitere Sekunde zu zögern, beförderte Bastian die Mail in den Papierkorb. „Wenn ich herausfinde, wer mir diesen Scheiß geschickt hat, dann…“, murmelte er wütend. Die Lust auf’s Zocken war ihm vergangen, weswegen er seinen Computer herunter fuhr und sich auf sein Bett schmiss.
Alice’s Tod war gerade mal ein paar Tage her und schon gab es jemanden, der es für nötig befand, dieses äußerst sensible Thema in Form einer E-Mail aufzugreifen und kryptische Nachrichten zu verfassen. Ihre Todesursache war weiterhin ungeklärt.
Bastian hoffte, dass Jan oder Aaron keine ähnliche Mail erhalten hatten. Sie hatten den leblosen Körper ihrer Mitschülerin gefunden, während sie auf Patrouille waren. „Es wäre meine Schicht gewesen…“, murmelte Bastian. Er wusste wie sehr der Vorfall vor allem Aaron mitgenommen haben musste. Dieser gab zwar sein Bestes, sich nichts anmerken zu lassen, doch er war seit dem Vorfall deutlich stiller und schreckhafter geworden. Eine solche Mail würde ihn wahrscheinlich nur noch mehr verunsichern.
Der Regen prasselte gegen das Fenster neben Bastians Bett. Das Wetter passte perfekt zu seiner Stimmung. Im Nachbarhaus war es dunkel. Emilie schien noch nicht zu Hause zu sein. >Hoffentlich ist sie nicht alleine unterwegs…< dachte Bastian.
Ein Kratzen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. Er hob sich aus seinem Bett und schlurfte zur Zimmertür, vor welcher Kitty schon sehnsüchtig wartete.
„Hast du deine Streicheleinheiten nicht schon von Mina bekommen?“, fragte Bastian das Eneco, welches begann sich an sein Bein zu schmiegen. „Na dann komm mal her.“ Bastian nahm das Pokémon auf den Arm und setzte sich zurück auf sein Bett.
„Findest du nicht auch, dass hier irgendetwas Merkwürdiges vor sich geht?“, meinte er und begann Kitty hinter ihren Ohren zu kraulen.
Zuletzt geändert von Storm_Nightmare am 30.01.2017, 00:33, insgesamt 46-mal geändert.
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Re: Our secret place

#1024668 von Storm_Nightmare
12.11.2013, 23:28
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Kapitel 2 kommt veraussichtlich morgen!:)
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Re: Our secret place

#1024727 von sorarikukairi
13.11.2013, 08:11
Toll Storm!
Jetzt habe ich auch wieder Lust ne neue Pokémon-FF zu schreiben! xD
...Scherz.:D
Irgendwie hatte ich mir schon gedacht, dass du eine neue Pokémon-FF machst, wegen den Avatar den du beim Service bestellt hattest. Aber das du es echt machst... das hätte ich nun nicht gedacht.^^
Jedenfalls merkt man hier echt, dass sich dein Schreibstil geändert hat. Aber ich mochte schon immer deinen Schreibstil, und jetzt bist du sogar noch besser geworden. x)
Und ein Pluspunkt, dass du aus der 3.Person schreibst. Sowas kann ich z.B. nicht. Wenn ich jetzt aus der 3.Person schreiben würde, würde ziemlich alles verbuggen und nicht mehr gut formuliert sein, etc.. x3
Dazu muss ich aber auch sagen, du machst das hier echt gut. Schon allein wegen dem Schreibstil hat sie mir sofort gefallen und mich dazu angetrieben, sofort durchzulesen!
Bei der Blume hatte ich zuerst gedacht, es wäre ein Flabébé oder ein Floette, aber das ist es ja anscheinend nicht.^^"
Jedenfalls hoffe ich doch, dass du in den nächsten Tagen Kapitel 2 rausbringst. Denn ich würde wirklich gerne weiterlesen, wegen dem spannenden Kapitel-Stopp und dem Schreibstil. ;3

MfG Sora
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Re: Our secret place

#1025078 von victini-
14.11.2013, 15:39
Nice storm
Also ich finds cool und bin geschmeichelt weil da mein name ist lass mich raten darauf kamste wegen deinen avatar:D
MFG Basti(Victini-)
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Re: Our secret place

#1025079 von Storm_Nightmare
14.11.2013, 15:42
Richtig!:)
Aber ich habe mich, denke ich zumindest, nicht an dir orientiert, sorry!xD
Der Name ist etwas verfremdet, aber die Hauptperson basiert auf einem guten Freund von mir! (seBASTIAN)
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Re: Our secret place

#1025081 von sorarikukairi
14.11.2013, 15:44
Ich will ja nicht drängeln...
aber wann gehts weiter?!xD
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Re: Our secret place

#1025238 von Storm_Nightmare
14.11.2013, 20:43
Kapitel 2 ist on!
Ich sollte wohl noch erwähnen, dass meine FF vor Generation 6 und somit frei vom Feen Typ, Megaentwicklungen und XY Pokemon ist.
Ich hoffe Kapitel 2 gefällt euch!:)
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Re: Our secret place

#1025300 von Schutzengel
14.11.2013, 22:38
wird eigentlich mal erwähnt welches pokemon das war in kap. 2? fänd ich mal echt interessant :)
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Re: Our secret place

#1025301 von Storm_Nightmare
14.11.2013, 22:40
Nicht erkannt?
Dann sag ich es dir mal, Impergator.:)
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Re: Our secret place

#1028080 von Storm_Nightmare
23.11.2013, 16:35
Nach langer Zeit (wir hatten kein Internet, weswegen ich leider auch nicht am Einall-Quiz teilnehmen konnte) kommt Kapitel 4!
Damit beginnt eigentlich auch erst die richtige Story der FF. Ich wünsche den Lesern viel Spaß beim Lesen!;)
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Re: Our secret place

#1040088 von Beta
22.12.2013, 01:17
Ich habe zwar seit Jahren keine FF mehr kommentiert, aber ich hoffe, dennoch konstruktive Kritik geben zu können.

Erstmal muss ich sagen, dass die Idee hinter der Geschichte nicht schlecht ist. Auch mir ist eine Welt lieber, in der die Pokémon nicht zu niedlich dargestellt sein und eine gesunde Anlage zu Fantasy, Mystery oder Grusel gegeben ist.
Ich würde aber auch gerne genauere und detailliertere Kritik geben, also bitte nicht erschrecken!

Zum Inhalt: Der Einstieg in Kapitel eins ist relativ standardmäßig und ok. Generell finde ich aber, dass du zu ausführlich beschreibst. Dass zeigt sich zum einen in der wörtlichen Rede, du die mMn öfters mal durch indirekte Rede ersetzen könntest. Zum anderen könntest du dich teilweise viel kürzer fassen:

Da Bastian einem richtigen Streit aus dem Weg gehen wollte und sein Kopf bei jedem lauten Geräusch schmerzte, beschloss er erstmal nach unten zu gehen, um zu gucken, ob seine Mutter schon mit dem Frühstück fertig war. Falls nicht würde er sich auch selbst eins zubereiten, doch wenn er ehrlich sein sollte, war er froh über jede Minute ohne körperliche Anstrengungen

Das eine "Problemwort" ist beschließen. Besser wäre es zu sagen, dass er herunter geht, so wird der Satz unnötig in die Länge gezogen. Ob es außerdem so wichtig sein soll, ob seine Mutter schon mit dem Frühstück fertig ist? Meine Kritik klingt etwas komisch, aber solche Kleinigkeiten, die die Sätze mMn unnötig verlängern, tauchen bei dir sehr häufig auf - so auch der Ausdruck "wenn er ehrlich sein sollte". Denn in der Erzählperspektive, die relativ nahe an Bastian dran ist in diesem Fall, sind seine Gedanken normalerweise immer ehrlich.

Was mir außerdem auffällt: Du hast sehr viele formelle Wörter wie "da", "welche", "dennoch", "zum Beispiel" und andere drin - auch in der wörtlichen Rede drin. Es kommt mir so vor, als würde jeder Charakter jede seiner Handlungen und Gedanken ganz formal begründen müssen. Dadurch wirken alle Sätze sehr gleich, außerdem entsteht der Eindruck, dass du eher eine Analyse (so ähnlich wie ich jetzt) schreibst. Lösungsansatz: Einfach mal den Satzbau variieren! Die Sätze mal kurzer, mal länger machen, dass steigert dann z.B. auch die Spannung und gibt einen viel schöneren Lesefluss.

Inhaltlich kann ich den Fortgang der Geschichte aber nur begrüßen. Das Ende des ersten Kapitels ist zwar sehr offensichtlich, aber die Art, wie du Spannung aufbaust, ist schon einmal nicht schlecht.

Der Sprung zu Beginn von Kapitel 2 ist nicht schlecht gestaltet, könnte aber etwas genauer sein. Mit dem Plusquamperfekt (war gewesen) nimmst du einiges an Spannung wieder heraus, mMn besser die normale Vergangenheit benutzen. Die Beschreibung des geheimen Ortes ist zwar sehr sinnig, aber auch wieder zu ausführlich. Vielleicht könnte man die Natur noch ein bisschen beschreiben, denn irgendwo bei der Vorfolgungsjagd verliert man ein bisschen die Orientierung. Ist das noch Sumpfland oder reiner Wald?

Kapitel 3 finde ich inhaltlich dann wieder ganz gut - auch wenn die Reaktion von Jan und Aaron noch etwas heftiger ausfallen könnte. Zu Kapitel 3 aber später noch mehr.
Der Anfang von Kapitel 4 gefällt mir ganz gut, aber man hätte da noch mehr rausholen können. Stellt sich ein Lehrer wirklich solche Fragen? Und Entführungen so abzustempeln ("sich mit solchen Kleinigkeiten auseinanderzusetzen"); naja, dafür bräuchte es schon eine entweder karikativ oder wirklich arrogant dargstellte Lehrerin. Außerdem: Dadurch, dass du nur von Elizabeth sprichst, ist es schwer, sie von den Schülern zu "unterscheiden".
Die Beschreibung vom Fund der Leiche ist durchaus nicht schlecht gelungen, aber die Reaktionen der Schüler danach kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich möchte ich es mir wirklich nicht vorstellen, aber ich glaube, wenn ein Klassenkamerad sterben würde, würde ich anders reagieren.

Die gesamte Geschichte hört sich aber interessant, ich hoffe, dich auch mit diesem Kommentar zum Weiterschreiben ermutigen zu können.

Trotzdem möchte ich nochmal genauer auf Kapitel 3 eingehen, um konkret ein paar Verbesserungsvorschläge zu geben. Bitte nicht abschrecken lassen von der Masse.

wobei Ferne wohl eher das falsche Wort war, da der Nebel immer noch ziemlich dicht über dem Dorf und seiner Umgebung hing. Der Rückweg war ohne weitere Zwischenfälle verlaufen

"wohl eher" ist hier etwas sehr umgangssprachlich, und statt dem Plusquamperfekt könnte man eher Vergangenheit nehmen, um eine gewisse Nähe zu den beiden zu wahren.

Breites Kreuz, generell Muskeln und relativ groß. Die zweite Person, ein Stück kleiner und ziemlich dünn, ganz klar Aaron. Bastian bereitete sich schon mal mental darauf vor, von Aarons hasserfülltem Blick empfangen zu werden

"generell" ist sehr unglücklich formuliert. Man könnte entweder übertreiben und sagen Muskeln, wo man nur hinschaute oder das Wort einfach weglassen.
"schon mal" ist wieder umgangssprachlich.

Warum mussten sie auch ausgerechnet ihn heute als Ersatz einsetzen? Aaron war eigentlich ziemlich unkompliziert gestrickt und man konnte ihn mit fast jedem auf Patrouille schicken. Wie schon gesagt, fast jedem. Nun erkannte auch Mina die heran drohende Gefahr. „Du müsstest heute mit Jan auf Patrouille sein, stimmt's?“ fragte sie ihren Bruder, welcher als Antwort laut seufzte

Statt "als Ersatz einsetzen" könnte man Vertretung oder anderes schreiben.
Es wird nicht ganz klar, was dieses "umkompliziert gestrickt" (was auch unglücklich formuliert ist) in Bezug auf die Patrouille bedeutet, außerdem könnte man entweder eigentlich oder ziemlich weglassen.
Haben die beiden wirklich so große Angst vor Aaron, dass er eine "herandrohende Gefahr" ist? Mein Vorschlag: Nun erkannte auch Mina, dass es Ärger geben könnte.
"laut seufzte" nimmt wieder etwas Spannung, weil man sich das ja sowieso denken kann.

Als sie am Dorfeingang ankamen, wurde sie, wie vermutet, von einem Blick empfangen, welcher sie definitiv umgebracht hätte, wenn Blicke töten könnten. Mina zuckte sogar leicht zusammen

Wieder ein Beispiel dafür, wie sich die Erzählung hinzieht; dass das eine "interessante" Begegnung geben würde, konnte man sich ja schon relativ früh denken. Außerdem klingt das "welcher" hier besonders unpassend, weil ja sowieso nur ein Blick wirklich in Frage kommt, der genauer beschrieben werden könnte.

Beide Blicke wichen allerdings, als Bastians Mitschüler das Blut auf den Schuluniformen der Geschwister entdeckten. „Ist euch was passiert?“ fragte Aaron sofort, wobei er zwar immer noch ein wenig zerknirscht wirkte, sein Zorn gegenüber Bastian allerdings gewichen war. „Nicht so schlimm, es ist keiner verletzt!“ entgegnete Bastian und lächelte. „Na dann! Und ich dachte schon, du würdest dich bloß vor der Arbeit drücken wollen!“ meinte Jan und man merkte, dass das Thema Unfall für ihn abgestempelt war. Aaron schien mit der Erklärung zwar nicht wirklich zufrieden zu sein, hakte aber nicht weiter nach und sah Mina an. „Mir geht’s wirklich gut!“ sagte diese und versuchte dabei so überzeugend wie möglich zu klingen.

Diese Stelle gefällt mir stilistisch sogar ziemlich gut, dass du Erzählung und wörtliche Rede gut ausbalancierst. Der letzte Teilsatz ist aber wieder etwas überflüssig, vielleicht könnte man das wie folgt darstellen: "Mir geht's wirklich gut", sagte diese und lächelte gequält. Das rundet das ganze noch ein wenig ab.

doch Bastian zuckte einfach nur mit den Schultern, da er keine Lust auf eine Erklärung hatte.

Wieder dieses förmliche, alles begründende. Schulterzucken bedeutet ja eigentlich schon Unlust, da kann man den Teilsatz einfach weglassen.

Er war es zwar gewöhnt, dass das Eneco gefräßig war, aber das Kitty nach anderthalb Stunden schonwieder Hunger hatte, war noch nie vorgekommen. Dennoch goss Bastian frische KuhMuh Milch in Kittys Trinkschüssel und füllte auch ihren Fressnapf mit Kapadorfilet auf

Das gefällt mir einerseits nicht, weil mit diesen Sätzen so ein Fokus auf eher "nebensächliche" Dinge gelegt wird. Außerdem: Sollte er Kitty die Milch verweigern?

Ich hoffe an der Arbeit war es nicht allzu anstrengend!

Besser: auf der Arbeit oder bei der Arbeit.

und in Reiseführern sogar als Kurort verzeichnet, da dort viele Kräuter, Beeren und Wurzeln, wie zum Beispiel die Sinelbeeren, Kraftwurzel und Energiekraut, angebaut wurden

"wie" und "zum Beispiel" ist ja eigentlich das Gleiche. Außerdem würde ich die ganze Passage von Sinnelbeere bis Energiekraut weglassen, da es meiner Meinung nach reicht, die übergeordneten Begriffe zu nennen.

so befand es zumindest Bastian, dass es dort keinen Nebel und auch keine Sumpflandschaften gab. Um nach Mori zu kommen, musste man allerdings mit einem Zug fahren, welcher allerdings nur in Toshi hielt und Toshi lag noch weiter weg, als die Akademie, welche Bastian und Mina besuchten

Besser: so fand zumindest Bastian oder wenn es nach Bastian ging.
Mehrere "Sumpflandschaften" kann es doch an einem Ort gar nicht ging (Landschaft ist ein sehr übergeordneter Begriff), deshalb eher Sumpfgebiete.
"welcher allerdings" beinhaltet eine Dopplung des Wortes allerdings und das problematische welcher, das man mMn in den meisten Fällen durch der, die, das darstellen kann.
Der letzte Teilsatz mit "und" ist etwas zusammenhangslos angehängt, weil das Subjekt (erst Zug, dann Toshi) und die Satzstellung komplett unterschiedlich sind. Vielleicht machst du einfach zwei Sätze daraus.

und klemmte sich das Telefon zwischen Schulter und Ohr, um nebenbei den Müll rausbringe zu können.

Ich kann das schlecht begründen, aber, wenn du schreibst: und brachte nebenbei den Müll raus, kommst du eher mit der Handlung voran. Denn ansonsten läufst du Gefahr, dich zu wiederholen - im Sinne von: Danach bracht er den Müll raus usw. Das klingt übertrieben, aber ich denke, du weisst, was ich meine.

Wieso taten manche Menschen so etwas? Auch Mina schien nicht gerade verständnisvoll den Dieben gegenüber. Nach diesem Bericht, war von einem Unfall in Toshi die Rede.

Der erste Satz klingt ja schon etwas kindlich naiv, aber der folgende Satz passt noch weniger hinein. Ich glaube kaum, dass jemand Dieben wirklich verständnisvoll gegenüber ist. Ansonsten könnte man danach noch mehr Gedankengänge folgen lassen wie Warum mussten sie ausgerechnet wertvolle Kulturgüter stehlen?, anstatt mit dem nächsten Satz fortzufahren.

Emily, seine Nachbarin, war gerade ebenfalls außerhalb des Hauses, um die Post, welche immer von Pelipper gebracht wurde, reinzuholen.

mMn besser: Seine Nachbarin Emily
statt der offensichtlichen Tatsache, dass sie gerade draußen ist (muss sie ja wohl sein), könnte man vielleicht einen andeutenden Satz einfügen: die anscheinend ebenfalls nicht in der Schule war...

Ich könnte noch einige andere nennen, aber dazu habe ich jetzt um kurz nach Mitternacht nicht wirklichen Nerv. Ich hoffe trotzdem, dass dir diese Kleinkariertheit etwas gebracht hat und stehe weiterhin gerne zum Feedback bereit.
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Re: Our secret place

#1040094 von Storm_Nightmare
22.12.2013, 02:12
Das war... Wow.
Ich kann das gerade nicht wirklich in Worte fassen.^^'
Erstmal natürlich vielen Dank für diese mehr als ausführliche Kritik. Ich kann dank deiner Begründungen auch alles nachvollziehen und werde vielleicht einige Stellen (zu normalen Tageszeiten :D) in den schon erschienen Kapiteln ausbessern, vorallem aber in den Folgenden unnötige Füllwörter weglassen und auch mal kürzere/individuellere Sätze einbauen. Ich würde mich übrigens auch sehr über ein weiteres Feedback von dir freuen!:)
Danke nochmal!
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Re: Our secret place

#1041309 von Storm_Nightmare
25.12.2013, 22:43
Hallo ihr lieben Leserinnen und Leser dieser FF!:)
Ich freue mich erstmal über fast 400 Aufrufe.
Allerdings stehe ich jetzt vor einem Problem, dass ich aber nicht selber entscheiden will. Es geht darum, dass ich eine (in meinen Augen) relativ interessante Stroy für meine FF gefunden habe. Diese würde sich allerdings leichter OHNE Pokemon umsetzen lassen. Da diese noch keine wirklich wichtige Rolle gespielt haben und ich die entsprechenden Textstellen abändern kann (Impergator wird zum einfachen Aligator) dürfte dies auch nicht schwerliegend sein. Allerdings habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, wie ich die Story auch mit Pokemon umsetzen kann, dies wäre aber komplizierter und auf Dauer ziemlich anstrengend zu umschrieben. Deshalb lasse ich euch entscheiden: weiter mit Pokemon oder ohne welche.
Ich habe weder ein Problem mit der einen noch mit der anderen Variante und deshalb dachte ich mir, dass ich meine Leser entscheiden lasse...^^'
Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen,

MfG Storm
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Re: Our secret place

#1041324 von Beta
25.12.2013, 23:30
Prinzipiell ist mir auch egal, ob Pokémon vorkommen oder nicht. Mit oder ohne Pokémon zu schreiben kann manchmal einfacher, manchmal schwerer sein; es kommt also wirklich auf den konkreten Fall an. Wie du bereits gesagt hast, haben Pokémon noch keine große Rolle gespielt, ich glaube aber, dass du Potenzial hast, auch gut mit Pokémon zu schreiben. Der einzige Unterschied zu Tieren ist ja eigentlich die meistens enge Bindung an Menschen. Andererseits bietet deine Geschichte ja auch Anlagen, die Pokémon nicht zu harmlosen Kuscheltieren machen, was die ganze Sache meiner Meinung nach sehr interessant macht.
Und genau da liegt der Knackpunkt. Ich glaube, wenn du ein Beispiel für eine sehr enge Pokémon-Mensch- Beziehung darstellen würdest, könntest du durch den Kontrast zwischen wilden und domestizierten Pokémon eine große Anschaulichkeit erreichen. Ich würde es also interessanter finden, wenn du Pokémon drinließest, weil die Geschichte etwas facettenreicher werden kann.

Mfg
Beta
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Re: Our secret place

#1041794 von Ninetaails
27.12.2013, 00:17
Hey;)
Wir kennen und ja schon aus der Fanart-Galerie, und da sind mir deine Maps positiv aufgefallen^^
Da habe ich erfahren, dass du ein paar deiner Maps zu dieser Fanart gemacht hast, und da mir diese Maps sehr gut gefallen haben, musste ich einfach die Story lesen :P
Und generell muss ich sagen : Die ist dir aber echt super gelungen.
Es hat bei mir wirklich keine Stelle gegeben, an der ich dachte : " So naja...".
Mir hat echt jeder deiner Kapitel super gefallen.
Auch dass Pokemon in deiner Geschichte einen eher kleineren Anteil annehmen hat mich kaum bis gar nicht gestört.
Besonders loben muss ich deinen Schreibstil : Respekt.
Ebenfalls kommt hier sehr gut deine Kreativität zum Vorschein, mit welcher du mich ja bereits in deinen Maps beeindruckt hast;)
Allerdings habe ich vom Geschichten-Schreiben leider keine Ahnung ( auch wenn das bis zu meinem 8. Lebensjahr mein Traumberuf war^^ ),
daher kann ich leider wenig konstruktive Kritik bringen.
Mich zum Lesen einer Fanfiction zu bringen, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, und dass diese mir dann so gut gefällt, ist noch viel seltener.
Du hast es jedoch geschafft^^
Super Story, immer weiter so ;)

LG, Ninetaails
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Re: Our secret place

#1043204 von Storm_Nightmare
29.12.2013, 22:21
Kapitel 5 ist da!:)

Danke an Beta, dafür das du dir immer dir Mühe machst, mir solche ausführlichen und verständlichen Feedbacks/Meinungen/Kommentare zu schreiben! Dafür bin ich dir echt dankbar. Die "seltsamen" Reaktionen von Jan, Aaron und der Lehrerin werden später erklärt, genauso wird die Lücke zwischen dem 4. und 5. Kapitel noch gefüllt, was jetzt jedoch zu starken Spoilern führen würde. Durch dich habe ich auch bemerkt, dass ich die gute Emilie falsch geschrieben habe (wird aber immer noch Emily ausgesprochen). Ich habe die Pokemon drin gelassen, was man daran merkt, dass auf dem wichtigen Gegenstand dieses Kapitels welche abgebildet sind.;)

Und natürlich danke Ninetaails, für das Lob (sowol für die Maps, als auch für die FF) und ich freue mich einen neuen Leser gefunden zu haben. Lustig ist natürlich, dass eine meine Personen wie du heißt!xD Fühle dich damit aber bitte nicht angesprochen (vor allem nicht von der negativen Seite von Jan)!:D
Ich hoffe du liest weiter!

Ich würde mich auch über weiteres Feedback bei den neuen Kapiteln freuen (was natürlich nicht immer nur Beta machen muss/soll).
Viel Spaß beim weiteren Lesen!:)
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Re: Our secret place

#1050370 von Beta
19.01.2014, 00:02
Das letzte Kapitel ist zwar schn etwas her, hier aber trotzdem noch einige Bemerkungen.

Stilistisch hast du in einigen Teilen sehr ansprechend geschrieben. Inhaltlich gefällt mir das Kapitel aber nicht so sehr, weil nicht viel inhaltlich drankommt. Zwar wird in das Hauptthema eingeführt, das wohl auch viel Potenzial birgt, der Rest sind aber wieder eher nebensächliche Informationen.
Detailliert gibt es gleich noch mehr, eine Sache aber schonmal: Du sprichst oft von "Seth Snow". Eher ungewöhnlich, Vor- und Nachnamen zu nennen (am bestem immer nur am Anfang, außer wenn es ganz förmlich ist). Außerdem bin ich nicht so ein Fan von englischen Vor- und Nachnamen, zumal Bastian und Mina ja eindeutig deutsch sind. Seth hört sich für mich aber nach antik an, ist das absichtlich wegen den Schriftrollen/Karten gewählt?

So, ich muss aber auch nochmal ins Detail gehen, da es noch einiges gibt, was du noch nicht so ganz im Griff hast.

Der gestrige Tod seiner Mitschülerin hatte eine Panikwelle bei den Eltern der Schüler ausgelöst und nun wurden sie von mehreren Erwachsenen grüppchenweise zur Akademie gebracht. Bastian kotzte diese Tatsache ziemlich an. Er war schließlich kein Kleinkind mehr und obwohl Emily gemeint hatte, dass die neue Regel sicher nur für die jüngeren Schüler gelten würde, zweifelte er sehr daran, dass er alleine seinen Schulweg ablaufen konnte.

Hier solltest du deutlicher machen, dass die Schüler gemeint sind. Oder du ersetzt das Passiv durch den Aktiv und schreibst etwa: und nun brachten Erwachsene sie grüppchenweise zur Akademie.
"Ankotzen" ist deutlich zu umgansgprachlich, während "diese Tatsache" wieder sehr förmlich ist (besser: das).
Gibt es das Wort "ablaufen"? Mir fällt aber kein besseres Wort ein, vielleicht einfach: dass er alleine zur Schule gehen konnte.

Er machte einen Satz über Kitty hinweg, welche wie gewohnt am Treppenabsatz schlief

Irgendwie stört es ja schon etwas, zumindest ist einfach überflüssig, wenn Kitty und ihr Schlafort immer wieder erwähnt werden. Dazu kommt, dass du selbst "wie gewohnt" schreibst, also zugibst: <<Hey, was ich hier schreibe, ist überflüssig, aber irgendwas muss ich ja schreiben.>> Okay, das war etwas überspitzt und vielleicht auch gehässig, aber ich glaube, dass das auch andere Leser stören könnte.

Wir wollen deine Mutter nicht beim Frühstück herrichten stören.“ begrüßte Seth Snow seinen Sohn.

Zur ersten Markierung gleich zwei Anmerkungen. Einmal, richtet man ein Frühstück her (Formulierung)? Und außerdem fühlen sich wohl die wenigsten Mütter gestört, wenn ihr jemand beim Tischdecken o.ä. mithilft.
Zum einen ist die wörtliche Rede weniger eine Begrüßung, auch wenn du das später ja auch schreibst. Zum anderen passt der angehängte Nachsatz bei der wörtlichen Rede eher, wenn es nur ein Satz ist. Deshalb würde ich bei "stören" einfach einen Punkt und mit Bastians Reaktion weiter machen.

Nun ja… sie haben die Karten x-beliebigen Personen untergejubelt, wie es scheint. Er faselte dann noch irgendetwas von der Kraft der Karten und einem Wunsch. Jedoch wurde dies als wirres Gerede abgestempelt, da es keinen wirklichen Sinn ergab.“

"x-beliebige" ist etwas umgangssprachlich, trotz der wörtlichen Rede. Alternativen: irgendwelche
Das Passiv ist hier zu förmlich, zumal in wörtlicher Rede. Jedoch stempelten sie es als wirres Gerede ab,...

Bastians Vermutung bestätigte sich jedoch, da er absolut keine Karte in seinem gesamten Zimmer ausfindig machen konnte, außer die alten YO-HU-GI Karte, mit welchen er früher gegen die Nachbarskinder gespielt hatte. Erleichtert schloss er die Schublade seines Nachtschranks und wollte gerade wieder zur Tür hinaus, als es im Nachbarzimmer laut rumste.

"Gesamten" ist wieder so ein Wort, das mir überflüssig erscheint. Schließlich ist das Zimmer ja nur an einem Ort.
Wieder diese "welchen". Ich möchte nicht zu aufdringlich wirken, aber es ist meiner Meinung zu förmlich. Vielleicht kannst du ja in Zukunft versuchen, wenn du den Text nochmal durchsichtest, das Wort zu ersetzen.
"rumste" ist wieder etwas umgangssprachlich, außerdem unspezifisch. Alternativen: poltern, krachen, rumpeln

Kaum war Mina ins Bad gegangen, da kam Bastian auf einmal die Idee, auch im Zimmer seiner kleinen Schwester nach einer Karte zu sehen.

Die Idee ist natürlich verlockend und auch im Sinne der Spannung naheliegend, trotzdem würde ich mir da mehr Hintergrundinfos wünschen. Schließlich weiß Bastian ja, dass sie auch von ihrem Vater gefragt werden wird.

Bastian verließ das Haus fünf Minuten vor seiner Zeitplanung.

Hier liegt ein ziemlich klarer Ausdrucksfehler vor. So, wie du es formuliert hast, verlässt erst Bastian das Haus, fünf Minuten später dann "seine Zeitplanung" - falls du verstehst, was ich meine.

Hastig lief er hinauf und seine Vermutung bestätigte sich. Auf einem Hocker, mit einer Leinwand vor sich, die Farbpalette in der linken Hand und den Pinsel in der rechten, saß dort Lilly.

"Hastig" sagt eigentlich ziemlich wenig aus, ist also ein schwaches Adjektiv, zumal in diesem Fall nicht klar wird, warum er hastig läuft.
Ich hoffe wirklich, nicht zu sehr zu nerven, aber diese Floskel mit der Vermutung nutzt sich schon ziemlich ab. Entweder könntest du das anders formulieren (z.B. mit "wie er es sich gedacht hatte") oder einfach weglassen.
Das "dort" kannst du weglassen, da "auf einem Hocker" schon eine Ortsbeschreibung ist.

Sie war streng religiös, weshalb sie stets eine Kette mit einem Kreuz umhatte. Für ihr Alter war sie sehr vernünftig und verhielt sich, in Bastians Augen, erwachsener als so mancher in seiner Altersgruppe. Doch Lilly war eigentlich nur bemitleidenswert.

Hier möchte ich einmal zeigen, wie du stilistisch noch genauer und lebendiger schreiben kannst und damit sowohl das "Problem" mit dem Formalen und dem Satzbau löst. Die Sätze davor waren gut, nicht zu persönlich, nicht zu formell, mein Vorschlag wäre hier: Sie war streng religiös, trug stets eine Kette mit einem Kreuz um den Hals. Damit hältst du den Lesefluss aufrecht, schreibst lebendig! Versuch einfach mal, den Satzbau etwas zu variieren.
"eigentlich nur" klingt etwas abwertend, vielleicht besser ziemlich.

Das Bild faszinierte ihn. Es war sehr genau und die Landschaft hatte Lilly gut eingefangen.

Vielleicht etwas zu unspezifisch formuliert. Was genau ist denn so gut an dem Bild (eine bestimmte Atmosphäre), bzw. du kannst auch die Landschaft ein bisschen beschreiben.

So, das wars dann, ich hoffe, das sich die Arbeit trotzdem gelohnt hat, ich freue mich auf die weitere Geschichte!
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Re: Our secret place

#1050378 von Storm_Nightmare
19.01.2014, 00:54
Du nervst keines Falls und an den positiven Bewertungen des Beitrags sehe ich auch, dass andere Leser ähnliche "Probleme" am jetzigen Gesamtbild der Geschichte haben. Deshalb will ich jetzt auch genau auf deine Kritik eingehen.
Als erstes mal der Punkt mit den englischen Nachnamen, deutschen Vornamen und (auch wenn du das nicht genannt hast) den japanischen Stadt-/Dorfnamen. Sicherlich ist die ganze Namensgebung ziemlich unglücklich gewählt, ich weiß. Jetzt im Nachhinein möchte ich das aber nicht mehr umändern. Dennoch muss ich dir in diesem Punkt wirklich Recht geben.
Als nächstes die Sache mit den überflüssigen Wörtern bzW Wortgruppen und den unnötig formalen oder zu umgangssprachlichen Ausdrücken. Auch hier sehe ich deinen Punkt. Leider liegt das komplett an mir, da ich mir das 1. angewöhnt habe und 2. immer denke, dass der Satz ohne eine weitere Erklärung unvollständig aussieht. Ich werde mich wirklich bemühen, besser auf die Wichtigkeit der Dinge die ich schreibe zu achten. Die zu umgangssprachlichen/formalen Worte sehe ich (vorallem bei den formalen) nicht als solche an, aber da ich jünger bin und noch nicht viel Schreiberfahrung habe, werde ich mir deinen Rat zu Herzen nehmen und auch zu formale/umgangssprachliche Wörter weniger verwenden. Aber eine Sache muss ich noch klarstellen: ich bringe diese überflüssigen Informationen nicht böswillig ein! Das liegt einfach daran, dass ich selbst es begrüße, wenn der Autor ein länger zurück liegendes Ereignis noch mal erläutert (Kittys Angewohnheit würde schließlich seit dem 1. Kapitel nicht mehr erwähnt).
Das lebendigere Schreiben und vorallem Passivsätze passend mit einbinden werde ich ebenfalls versuchen umzusetzen.
Vielen Dank für deine mehr als ausführliche Kritik!:)
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Re: Our secret place

#1050384 von Beta
19.01.2014, 01:21
Aber eine Sache muss ich noch klarstellen: ich bringe diese überflüssigen Informationen nicht böswillig ein!

Wenn das in meinem Beitrag so rüberkam: Entschuldigung! Die Kritik war auf keinen Fall persönlich gemeint, ich merke selbst immer wieder, wie schwer es ist, sich von solchen Angewohnheiten zu lösen. Da bist du sicherlich nicht der einzige.
Ich habe wirklich nicht die Absicht, deinen jetzigen Stil "auszuradieren" (entschuldige das blöde Wort) und dir irgendwelche Formulierungen (schon gar nicht meinen eigenen Stil!) aufzuerlegen. Es ist ja auch nicht Sinn des FF-Boards, perfekte Geschichten herzustellen - von daher: fühl dich frei, meine Anmerkungen gelegentlich mal zu ignorieren.

Übrigens ist das Gesamtbild wirklich nicht schlecht. Da in der Handlung, glaube ich, sehr viel Potenzial steckt, freue ich mich auf die weitere Geschichte.
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Re: Our secret place

#1058809 von Spectral
19.02.2014, 00:15
So hier kommt endlich meine Kritik :D

Story: Was ich gut finde ist, dass du eigentlich kontinuierlich Spannung aufbaust, in K1 und K2 mit der Inpergatorattacke, in K4 natürlich mit dem Mord (?) an Alice Rose und in K5 dann mit der Karte, die Bastian in Minnas Zimmer findet. Die Handlung ist (zumindest im Moment) spannend, interessant und geht weder zu langsam noch zu schnell voran; mach einfach so weiter wie jetzt und alles ist okay. Mehr kann ich dir gerade leider nicht dazu sagen, weil die FanFiction eben noch sehr kurz ist.

Ausdrucksweise: Weil Beta schon so unglaublich viel dazu geschrieben hat will ich jetzt nicht auch noch jeden Ausdrucksfehler einzeln korrigieren; ich kann nur wiederholen was Beta gesagt hat: Achte darauf, nicht zu formelle oder umgangssprachliche Ausdrücke zu verwenden und versuche auf Füllwörter wie "eigentlich", "ein wenig" etc. zu verzichten, wenn sie nicht unbedingt gebraucht werden. Beim Lesen stört das alles zwar kaum, aber es fällt eben doch auf.

Schreibstil: Dafür, dass du in der 3. Person schreibst, bringst du überraschend viel innere Handlung ein, was echt schwer ist; außerdem baust du mit den Massen von Adjektiven, Adverbien und Relativsätzen unglaublich viel Spannung auf. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass du nicht immer nur stur aus Bastians Sichtweise schreibst, sondern in fast jedem Kapitel die Erzählperspektive wechselst, sodass man auch viel über die Nebenchararaktere erfährt.

Dann noch lauter so Kleinkram, der mir aufgefallen ist und den ich in Betas Kommentaren noch nicht gefunden habe/zu dumm war, ihn zu finden:
Bastian wusste nicht wieso, doch er sagte seinem Vater, dass er keine Karte gefunden habe.
Wenn er nicht weiß wieso, warum sagt er es dann nicht einfach? Hätte man vielleicht noch ein wenig besser erklären können.

Der Nachrichtensprecher berichtete gerade über einen Überfall auf ein Museum, aus welchem antike Schriftrollen geklaut wurden. Sie hätten zwar einen Wert in Höhe von mehreren Millionen Pokédollar, doch die Diebe haben noch kein Lösegeld verlangt
Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber sagt man "Lösegeld" nicht nur, wenn es um eine Person geht? Wobei mir jetzt auch kein besserer Begriff einfallen würde, vielleicht könnte man schreiben "... doch die Diebe haben noch kein Geld dafür/für die Rückgabe verlangt".

Ihr linker Arm war vom Körper weggestreckt und der, über den Aaron gestolpert war
Der letzte Teil des Satzes klingt etwas komisch, ich würde stattdessen schreiben "Ihr linker Arm, über den Aaron gestolpert war, war vom Körper weggestreckt".

Kurz gesagt: Die Handlung ist gut, Ausdrucksweise und Grammatik sind okay und der Schreibstil ist super -> tolle FF, schreib unbedingt weiter! :)

MfG smeagol6
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Re: Our secret place

#1059658 von Storm_Nightmare
21.02.2014, 23:21
Dafür, dass dein Kommentar so ausschlussreich, voller Kritik und dazu auch noch relativ lang ist, ist die Wartezeit echt nebensächlich!;)
Ich nehme deine Kritik an, freue mich über das Lob und kündige hiermit auch gleich mal Kapitel 6 für morgen (oder übermorgen) an. Tut mir leid wegen der riesigen Zeitabstände zwischen den Kapiteln! Ich schreibe die FF nochmal ohne Pokemon, parallel zu der mit ihnen.^^'
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Und da ist es: Kapitel 6
Viel Spaß beim lesen ;)
Ich freue mich wie immer auf Kritik und sonstiges Feedback!
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Re: Our secret place

#1060540 von Spectral
24.02.2014, 19:55
Den Abschnitt mit dem Verrückten da hab ich ja schon per PM kommentiert; ich kann nur wiederholen was ich da schon gesagt habe: Genial, die Textstelle könnte 1:1 aus einem Psychothriller stammen. Den 2. Teil, den ich ja noch nicht gelesen habe, finde ich aber mindestens genauso gut - irgendwie schaffst du es, sogar das Aufräumen nach dem Sportunterricht interessant darzustellen. Was Jans komisches Verhalten gegenüber Aaron betrifft habe ich absolut keine Ahnung, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass am Ende von K4, also wo Jan Aaron wegschickt um die Schulleiterin zu benachrichtigen, alles noch relativ normal ist. Naja, vielleicht bekommt man das ja in den nächsten Kapiteln noch raus:D Übrigens, was ist eigentlich mit "Frage des Kapitels" passiert?

Aaron brach beide Versuche, einen Satz zu bilden, ab.
"Abbrechen" klingt in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach etwas zu formell, ich würde vielleicht schreiben "Aaron versuchte, etwas zu sagen, aber er brachte die Worte nicht über die Lippen" oder sowas in der Art.

[...], um eventuell einen Bissen des Gekauften herunterschlucken zu können.
Zu dem Zeitpunkt hat er ja noch nichts gekauft, also klingt es etwas komisch, von dem "Gekauften" zu sprechen. "[...], um sich vielleicht noch etwas zu Essen kaufen zu können".

„Nein! Du verschlampst sie nur wieder!“. Mina rümpfte beleidigt die Nase, widersprach aber nicht, also steckte Bastian die Karte wieder in seine Hosentasche.
Bastian hat Angst, Mina könnte die Karte verlieren, bewahrt sie aber selber nur in der Hosentasche auf? Das scheint mir ziemlich nachlässig, zumal die Karte ja momentan überall in den Nachrichten ist und wohl sicher auch einen Haufen Geld wert wäre...

Noch etwas: Falls die Sachen, die ich oben verbessert habe, absichtlich so geschrieben waren, nimm meine Kritik daran auf keinen Fall ernst! Ich versuche keinesfalls, dir hier meine Art zu Schreiben aufzudrängen, schließlich hat jeder einen anderen Schreibstil und findet diese oder jene Formulierung besser als ein anderer und umgekehrt.

Dann noch viel Spaß beim Weiterschreiben, ich freu mich schon auf das nächste Kapitel :)
MfG smeagol6
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Re: Our secret place

#1060545 von Storm_Nightmare
24.02.2014, 20:05
Ich hab dich gern :*
Danke für die Kritik!:)
Nichts davon (außer vllt letzteres, über das man sich streiten könnte) war gewollt, also werde ich es ausbessern. Deine Varianten gefallen mir deutlich besser!^^
Jans Verhalten gegenüber Aaron wird noch geklärt, keine Sorge!;)
Und wegen den Fragen des Kapitels: Ich wusste ja nicht, dass das wer vermissen könnte. Wenn ihr wollt, kann ich das gerne wieder hinzufügen.^^
Ach, und danke für das Lob über den ersten (und natürlich auch zweiten) Teil des Kapitels!:)
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Re: Our secret place

#1063794 von Beta
07.03.2014, 16:59
Ich muss zugeben, als ich angefangen habe zu lesen, dachte ich: Das geht ja genauso weiter (inhaltlich und stilistisch). Im Nachhinein gefällt mir deine Art aber, Handlungsstränge aufzubauen; mit dem Jan-Ben-Emilie- Konflikt hast du eine interessante Nebenhandlung eingeführt, die du hoffentlich noch ausbaust (oder sogar mit in die Gesamthandlung einbaust?). Allerdings musste man mehrmals durchblicken, um im Gewirr von Aaron, Jan und Ben durchzublicken. Mehr dazu später noch.

Mir gefällt, dass du mit der ersten Beschreibung des Mörders eine neue Facette ins Spiel bringst. Allerdings finde ich, dass du das besser kannst.
Sich fast schon zum gehen wendend realisierte er, dass er das wichtigste vergessen hatte.

In dieser Situation ist das schon fast wieder zu förmlich. Außerdem passt realisieren, was ja einen gedanklichen Prozess andeutet imo nicht in die Thriller-Atmosphäre, deswegen würde ich einfach „merkte er“ schreiben.

Da er nicht fündig wurde, war nun der Rucksack an der Reihe.

Auch dies tut der Atmosphäre nicht so gut (vor allem nicht das „nun“). Zwar geht der Täter systematisch vor, aber doch nicht in der Systematik eines Schulaufsatzes (sry für den erneuten vergleich). Hier mal mein unverbindlicher Vorschlag: Sorgfältig durchkramte er die Jacken- und Hosentaschen der Leiche. Dann den Rucksack. Nichts, keine Karte zu sehen.

>Wenigstens muss ich das nicht sauber machen< dachte er, während er seinem Opfer die Schuhe auszog.

Es hat zwar etwas leicht komisches, ob das aber zum Thriller passt, finde ich mehr als fraglich. Abgesehen davon hätte es vielleicht noch besser gepasst, wenn der Täter nicht gesprochen hätte, also entweder ganz stumm oder mit dem klischeehaften „irren Lachen“ beschrieben worden wäre.

Die Aktion war ein voller Erfolg! Den Mord konnte ihm sowieso niemand nachweisen, also sollten von der gerichtlichen Seite keine Probleme kommen.

Das ist die hauptsächlich zweifelhafte Stelle. Entschuldigung, wenn ich wieder ausfallend werde, aber die Reaktion ist mir doch zu naiv und zerstört die Atmosphäre vollends. Dass sich ein Mörder, der scheinbar aus reinem Irrsinn, zumindest doch ohne das geringste Mitleid handelt, sich Gedanken darum macht, ob er davonkommt oder nicht, wirkt unglaubhaft. Gerade Psychotäter müssten ja eigentlich in ihrer eigenen Welt leben und sich nicht durch Gefühlsschwankungen wie „Die Aktion war ein voller Erfolg!“ oder „Eine Welle des Zorns durchfuhr ihn“ leiten lassen, die sie ein bisschen menschlich erscheinen lassen.
Außerdem ist der zweite Teil wieder sehr umständlich ausgedrückt, denn so spricht man nicht. Wenn du unbedingt erwähnen will, dass er keinen Prozess o.ä. fürchtet, dann sag doch einfach „ ,also hatte er nichts zu befürchten.“
Interessant finde ich aber gut, dass du mit der Sicherheit des Mörders, hinter der ja noch irgendetwas stecken muss, einen neuen Aspekt einbingst, der hoffentlich noch aufgelöst wird.

Zum Rest halte ich mich zurück, weil smeagol da schon einiges gesagt hat, ansonsten ist es schön, dass du neue Handlungsstränge aufbaust, auch wenn ich die Reaktionen noch nicht wirklich nachvollziehen kann.

Beim nächsten Kapitel gibt’s noch mehr Detailkritik.
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Re: Our secret place

#1063805 von Storm_Nightmare
07.03.2014, 17:31
Danke für die Kritik, habe das meiste jetzt ausgebessert!^^
Ja, die Jan-Emilie-Ben Sache wird noch in die Haupthandlung mit eingehen (so ist es zumindest geplant). Das die Reaktionen größtenteils noch unverständlich sind, liegt daran, dass ich sowohl die Beziehungen der Personen zueinander, als auch ihre Teilnahme am Geschehenen noch nicht wirklich erläutert habe. Das baut sich aber noch auf!:)
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Re: Our secret place

#1117276 von Pokekennerlt
16.08.2014, 18:15
Soo, dann wollen wir mal wie versprochen auch hier etwas schreiben :)

Zuerstmal - Um das gleich vorab zu erwähnen - muss ich sagen, dass mir dein Schreibstil unglaublich zusagt 8) Du schreibst sehr ausführlich (was ich normalerweise nicht so gut kann), und so bekommt man gleich zu Anfang der Geschichte einen guten Eindruck von Bastians Alltag.
Wenn man sich Destruction World zum Vergleich heranzieht, fällt einem erst auf, wie stark sich der Schreibstil verändert hat :roll:
Du musst auf jeden Fall weiterschreiben, man weiß jedenfalls noch nicht, worauf die Geschichte hinausläuft, aber die Sache mit den Karten und dem Zusammenhang mit dem Mord sind vielversprechend ;)

Jetzt kommt der kritische Teil, der (blöderweise) immer länger ausfällt, aber ich denke du willst auch, dass ich mal mecker :)

Was mir aufgefallen ist, ist die Sicht der Erzählung: In Kapitel Eins wird ausschließlich Bastians Sicht geschildert, im zweiten Kapitel wechselt die Sicht aber zwischendurch von Mina auf Bastian und wieder zurück - Manchmal kann man sich gar nicht sicher sein. Das hat mich etwas gestört, diese Allwissende Erzählweise kann nämlich auch verwirrend sein. Besser wäre es mMn, seltener die Perspektive zu wechseln, sodass man nicht überrascht ist, wenn dort auf einmal steht "...dachte sich Mina" und nicht Bastian :lol: Ein Absatz reicht da manchmal schon, um klar zu machen, dass wer anders gemeint ist.

Dann wundern die Namen und Bezeichnungen manchmal etwas: Bastian (Snow), Aaron, Jan und Zoey haben einen deutschen bzw. englischen Vornamen, während Mina (Snow) wohl asiatisch ist... Die Städte Mori und Doronuma, sowie die Region Kimizu und die Shitchi-Akademie klingen ebenfalls asiatisch - Mina und Bastian nennen ihre Mutter Mum, während die Frau am Telefon als Fr. Moss, also Frau Moss bezeichnet wird...
Du weißt denke ich, was ich damit meine - Einheitlich ist besser als Zweiheitlich :)

In Kapitel 4 wirkt die Reaktion des Polizisten auf mich ein wenig übertrieben, als er erfährt, dass Aaron alleine losgegangen ist. Er scheint ja schon einem Wutanfall nahe, was, angesichts der Lage, für einen Polizisten nicht gerade angebracht ist. Und das schließt er dann auch noch mit dem Satz Wer ist der Polizist, du oder ich? ab? Was ein A**** :D Aber es kann sich natürlich auch um einen sehr jähzornigen Polizisten handeln :evil:

Etwas verwirrend finde ich auch, dass die Eltern der Schüler nach dem Tod des Mädchens auf einmal Angst um ihre Schüler haben, obwohl die Begegnung mit dem Impergator, die Mina und Bastian am Morgen haben, ja schon deutlich macht, wie gefährlich der Schulweg sowieso schon für einige der Schüler ist :huh:

Und jetzt noch ein paar Verbesserungsvorschläge und Fehlerchen - die zwar nicht weiter schlimm sind, aber ein bisschen beim Lesen ins Auge stechen:
Er wusste, dass seine Mutter ihm mit diesem Frühstück die Arbeit ein wenig versüßen wollte, was er sehr zu schätzen wusste. „Bastian, du hast schon wieder vergessen deine Brille aufzusetzen!“ stellte seine Mutter fest

Bastian kam sie immer wie ein kleines bösartiges Genie vor, wenn es darum ging, ihn auch nur irgendwie zu behindern. „Naja, egal! Soll ich schon mal den Tisch decken?“ fragte Bastian, um das Thema zu wechseln

Ich denke, ständig "Bastian" oder "Seine Mutter" zu schreiben, kann den Lesefluss etwas stören und hört sich in manchmal auch nicht so schön an. Manchmal lässt sich das wohl ganz einfach durch "er" oder "sie" ersetzen, ohne das der Bezug verloren geht:

Er wusste, dass seine Mutter ihm mit diesem Frühstück die Arbeit ein wenig versüßen wollte, was er sehr zu schätzen wusste. „Bastian, du hast schon wieder vergessen deine Brille aufzusetzen!“ stellte sie fest

Bastian kam sie immer wie ein kleines bösartiges Genie vor, wenn es darum ging, ihn auch nur irgendwie zu behindern. „Naja, egal! Soll ich schon mal den Tisch decken?“ fragte er, um das Thema zu wechseln

..., doch wahrscheinlich konnte sich das Dorf so etwas nicht leisten. Sie waren eh schon knapp bei Kasse und es kostete ja schließlich auch etwas die Waren für den kleinen Laden zu importieren

mMn etwas unglücklich formuliert, "eh schon" passt nicht wirklich in deinen Schreibstil. Ich würde den Satz etwa so formulieren:

Dieses war sowieso schon knapp bei Kasse, ganz zu Schweigen von den Kosten, die beim Import der Waren für den kleinen Laden anfielen

In der Meinung, sie habe es sich nur eingebildet

Ich denke, es müsste heißen: Der Meinung, sie habe es sich nur eingebildet, aber mMn ist diese Formulierung hier so oder unpassend... In der Auffassung oder Im Glauben wäre denke ich treffender.

Desto näher er den Bäumen kam, umso mehr Blumen und Gräser säumten den Boden unter seinen Füßen

Je - desto oder Je - umso :D
Je näher er den Bäumen kam, umso mehr Blumen und Gräser säumten den Boden unter seinen Füßen

Zum einen, weil sie uns in eine wirklich bescheuerte Situation gebracht hat, sie aber dennoch zu schön ist, um sie wegzuschmeißen.

Da du zum einen schreibst, würde ich dennoch durch andererseits oder zum anderen ersetzen :)

Du müsstest heute mit Jan auf Patrouille sein, stimmt‘s?“ fragte sie ihren Bruder, welcher als Antwort laut seufzte. Das beantwortete Minas Frage schon gut genug, sodass sie sich wenigstens auf das kommende einstellen konnte.

Satz Nr. 2 würde ich streichen, da die Erklärung etwas unnötig erscheint - Zu ausführlich sollte man denke ich auch nicht werden

Seufzend ließ sich Elizabeth in den Stuhl sinken. Sie ertappte sich viel zu oft dabei, wenn sie immer das Schlimmste befürchtete

Ich denke mal du meinst, Sie ertappte sich viel zu oft dabei, wie sie immer das Schlimmste befürchetete, oder bezieht sich das auf das in den Stuhl senken? Wenn das so ist wäre es wohl besser, es etwa so zu formulieren:
Seufzend ließ sich Elizabeth in den Stuhl sinken. Das tat sie, wie sie zerknirscht bemerkte, viel zu oft, da sie immer das Schlimmste befürchtete
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Re: Our secret place

#1117385 von Storm_Nightmare
16.08.2014, 22:59
Sooo, das meiste ist ausgebessert. ^^
Anreden wurden aufs Englische gesetzt, Stellen umgeändert.
Das Problem mit den Namen ist nur:
Ich finde keine gut klingenden deutschen Stadtnamen oder Nachnamen (ich meine Bastian Müller? Ernsthaft xD). Wenn da jemand Vorschläge hätte, wäre ich sehr dankbar :)
Aber eine Frage hätte ich: Wer ist Zoey? :0

Es wird nach der 5 Monate langen Pause, die mir nicht annähernd so lange vorgekommen ist, nun auch endlich bald weitergehen. Danke für deine Kritik ^^
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Re: Our secret place

#1117443 von Pokekennerlt
17.08.2014, 01:34
Storm_Nightmare hat geschrieben:Eine Frage hätte ich: Wer ist Zoey? :0


:o :oops: :D :xxx: Ich glaube da habe ich was durcheinander gebracht :'DDD Mysterious Zoey ;)

Schön, dass es bald weitergeht :) Und wenn du nach deutschen Nachnamen suchst, dann bist du hier wohl an der richtigen Adresse :D

Die Städte können ja auch englische Namen haben, was mMn sehr gut klingen könnte... Für die Heimatstadt fällt mir jetzt spontan, passend zur Umgebung, z.B. Swampland Hills ein...
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Re: Our secret place

#1118681 von Storm_Nightmare
19.08.2014, 18:24
Sooo, Kapitel 7 ist da :)

Die Stadtnamen wurden ein wenig verändert:

Doronuma -> Mudvill
Toshi -> Dullblock (City)
Mori -> Woodspring

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen :)
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Re: Our secret place

#1118725 von Omega Saphir
19.08.2014, 20:35
WoW Respekt wo kann man das kaufen^^
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