Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Foren RPG III - Dark Age

#1234469 von Storm_Nightmare
02.02.2016, 22:57
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Regeln
Ja, es gibt auch ein paar Regeln, aber keine Sorge: Sie sind wirklich nichts Großes :)
1. Bitte mehr als nur 1-2 Sätze pro Post, so kann sich kein ordentlicher Handlungsstrang entwickeln. Allerdings auch keine Romane, dann nehmt ihr womöglich anderen zu viel vorweg. Versucht eine hübsche Mitte zu finden. :)
2. Übertreibt bitte nicht, was Pokemon und Items angeht. Niemand mag Leute die in jedem Post 3 Evolutionssteine und 2 neue Pokemon bekommen, vor allem Legendäre sind da ein sehr heikles Thema.
3. Versucht anderen Charakteren nicht allzu viel in den Mund zu legen. Ihr seid hauptsächlich für euren eigenen Charakter zuständig, was nicht heißt, dass ihr keine Dialoge oder Handlungen der anderen beschreiben dürft. Achtet aber bitte darauf, dass ihr nichts schreibt, was demjenigen unangenehm sein könnte.
4. Bleibt bitte höflich gegenüber den anderen und versucht vernünftig zu bleiben. Sollte euch einmal etwas stören, könnt ihr das im Diskussionsthema besprechen.
5. Bitte achtet einigermaßen auf eure Rechtschreibung.


Charaktere

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gespielt von Ramoth Fan


Sherlock
Alter: 17
Beruf: Detektiv
Aussehen: -
Kleidung: -
Eigenschaften:
Ein hochintelligenter Junge mit erstaunlicher Beobachtungsgabe. Er hat bereits in jungen Jahren
Verbrechen aufgeklärt und kann zuweilen die Lebensgeschichte einer Person durch bloße Beobachtung
wiedergeben. Zu seinem Pech fällt er sehr oft negativ auf, da er absolut keine soziale Kompetenz
besitzt und komisch sitzt. Dennoch steht er dank eines ausgeprägten Gerechtigkeitssinnes immerzu
auf der guten Seite. Außerdem ist er verrückt nach Süßigkeiten.

Herkunft:
Ein Stadtjunge, der mit seinem großen, ebenfalls hochbegabten Bruder in einem Waisenhaus in
Illumina City groß geworden ist. In einer solch großen Metropole war es ihm ein leichtes, viele
nützliche Kontakte zu knüpfen, auf die er ständig zurückgreifen kann.

Team:
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gespielt von Storm_Nightmare


Aym
Alter: 16
Beruf: Plague Doctor
Aussehen: weinrote Augen, ziemlich dürr, nicht gerade groß
Kleidung: Klick (ohne Stab & Vieh), wenn nötig Maske
Eigenschaften:
Ein umherstreifender Junge, der trotz seines jungen Alters schon ein perfekt ausgebildeter
Plague Doctor ist. Er taucht dort auf, wo die Pest ausgebrochen ist und er gebraucht wird.
Wenn er seine Arbeit getan hat, verschwindet er auf mysteriöse Weise wieder, weswegen
man in Dörfern munkelt er wäre ein Dämon, der die Pest mit sich bringt. Generell umgibt ihn
eine eher düstere Aura und er scheint nie zu lächeln oder positive Gefühle zu zeigen.

Herkunft:
Aym stammt aus einem kleinen Dorf, welches in den Schattenregionen der Welt angesiedelt
ist. Diese haben einen schlechten Ruf und werden vom gemeinen Volk der Teufelsverehrung und
Dämonenbeschwörung (zB. Geistpokemon & welche die als Ungeheuer fungieren könnten) bezichtigt.

Team:
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gespielt von 98765gui


Bill
Alter: 16
Tätigkeit: Jüngling der auszieht um sich Namen zu verdienen
Aussehen: -
Kleidung: mittelalterliche Kleidung, kleiner Dolch am Gürtel
Eigenschaften:
Ein mutiger und recht starker Junge, welcher sich vom Rest der Stammesmitglieder abhebt. Er ist
sehr zielsträbig und grübelt über Möglichkeiten, Pokémon besser transportieren zu können, ohne dass
sie die ganze Zeit der Gefahr eines Angriffs ausgesetzt sind. Außerdem ist er wegen seines Aussehens
beliebt bei den Mädchen.

Herkunft:
Bill ist Teil des Volkes der nomadischen Drachenbändiger, der "Lorbiden". Um bei diesen als
Erwachsener zu gelten, muss man zunächst einen Drachen gefangen haben.

Team:
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gespielt von Hydrofan


Ren
Alter: 14
Tätigkeit: Dieb
Aussehen: längere grüne Haare, recht groß für sein Alter
Kleidung: Strassenkleidung, dreckig
Eigenschaften:
Ein Junge, der sich oft dumm stellt, obwohl er in Wirklichkeit ziemlich schlau und gewieft ist. Er
betrügt Leute um den Preis, stiehlt und lügt recht oft um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern.
Dennoch hat er keinen festen Wohnort und hällt sich immer an anderen Orten auf, an denen er noch
nicht als Betrüger bekannt ist.

Herkunft:
Rens Eltern wurden umgebracht, als er gerade ein mal zehn Jahre alt war. Seitdem lebt er als Dieb.
Team:
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gespielt von Icognito-Player


Tristan
Alter: 19
Beruf: Deserteur
Aussehen: 1,80m, zerzauste Haare, athletischer Körperbau
Kleidung: Altes Lederwams, abgenutzte Stoffhose, Lederstiefel
Eigenschaften:
Tristan ist eigentlich ein aufgeschlossener, weltoffener Mensch, der jedoch aufgrund seiner
Vergangenheit einen verbitterten Hass auf seine Familie und das Regime in dem er aufwuchs hegt.
Er sucht einen Weg das Regime zu stürzen. Tristan schätzt Pokémon sehr und spielte während
seiner Kindheit heimlich mit streunenden Pokémon.

Herkunft:
Er wuchs in einer großen Stadt auf, die technisch zu den fortschrittlichsten der damaligen Zeit
gehörte. Jedoch erkannte Tristan im Jugendalter, wie verwerflich die Moral der Gesellschaft in der
er lebte war. Nachdem er widerwillig die Schule abgeschlossen hatte, wurde er mit 15 Jahren
zwangsrekrutiert. Ein einschneidendes Erlebnis brachte ihn zum desertieren. Unter einem großen
Verlust gelang ihm die Flucht.

Team:
-


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gespielt von Evali


Sayako
Alter: 15
Tätigkeit: lebt zuhause, bekommt Privatunterricht
Aussehen: Weiße Haare, lilafarbene Augen
Kleidung: trägt immer helle Kleidung und einen leichten Schal
Eigenschaften:
Ein etwas ängstliches und nachdenkliches, aber dennoch warmherziges Mädchen, das Pokémon liebt.
Auch wenn Sayako oft Probleme hat, sich zu entscheiden, ist sie wenn sie dies getan hat sehr
zielstrebig und ehrgeizig.

Herkunft:
Sayako wurde als Babyauf der Strasse gefunden und von einer reichen Familie, die in einem
Schloss lebt, adoptiert. Diese Familie ist im Volk der "genjū" beheimatet, das Pokemon hasst und
das Besitzen von Pokemon verbietet.

Team:
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gespielt von Dogadon


Ryou
Alter: 21
Tätigkeit: Nomade
Aussehen: Klick (ohne den Schwanz)
Kleidung: Umhang mit Kapuze, einfache Kleidung
Eigenschaften:
Ein mittelgroß gewachsener und sportlicher junger Mann, vielen Narben. So gehen drei Stück
über sein linkes Auge, das er kaum öffnen kann und rechts ist seine Wange gespalten. Auch sieht
es so aus, als hätte mal jemamd versucht, ihm die Kehle zu durchschneiden. Auch sehr auffällig
sind die Brandnarben in den Armbeugen und auf der Brust.
Er ist eher ruhig und vertraut nur wirklich seinen Pokemonfreunden.
Fremden gegenüber ist er sehr misstrauisch.

Herkunft:
Ryou stammt aus einem Normadenvolk. Er reist jedoch schon länger alleine rum,
nur mit seinen Pokemon.

Team:
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gespielt von Yggalag


Laurent
Alter: 24
Stand: Adliger
Aussehen: schlank, kurzes blondes Haar, grüne Augen
Kleidung: Lederrüstung & Reiseumhang, mit Degen bewaffnet
Eigenschaften:
Ein meistens gut gelaunter und optimistischer junger Mann mit einem ausgeprägten Sinn für
Gerechtigkeit und Ehre. Leider ist er etwas leicht abzulenken und auch ein wenig leichtgläubig.

Herkunft:
Laurent ist der jüngste Sohn eines Adelshauses im kleinen Königreich Craydon, in dem Ruhm und
Ehre das wichtigste für das gesellschaftliche Ansehen sind. Leider fiel besagtes Adelshauses vor
kurzem in Ungnade und Laurent wurde nach Abschluss seiner Ausbildung losgeschickt, um den Ruf
seines Hauses wiederherzustellen. Er weiß zwar selbst noch nicht recht, wie er das schaffen soll,
aber bleibt zuversichtlich und freut sich auch darauf, die Welt zu erkunden, die außerhalb der
Grenzen Craydons auf ihn wartet. Das Wappen seiner Familie, drei in einem dreieck angeordnete
Diamanten, verziert seine Ausrüstung.

Team:
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gespielt von lTheNightmarel


Anthony
Alter: 17
Stand: Prinz
Aussehen: schlank, schwarze kurze Haare, blaue Augen
Kleidung: gewöhnliche Adelskleidung
Eigenschaften:
Er hat sein Leben bis jetzt immer behütet verbringen können und wird deshalb oft, unter
anderem von seinem Vater, unterschätzt. Seine Mutter hat er nie kennengelernt, weil sie seinen
Vater sehr früh verlassen hat. Er will seinem Vater immer beweisen, dass er eigentlich das Zeug
zum König hätte.

Herkunft:
Er ist der Sohn des Königs, eines grausamen, erbarmungslosen und kaltherzigen Tyrannen und der
nächste in der Thronfolge. Sein Vater wird von seinem Volk regelrecht gehasst, da er es ausbeutet,
und da es im Moment öfter zu Chaos und Bränden im Königreich kommt, gibt es öfter Unruhen im
Volk, welches einen Sturz des Königs will.

Team:
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gespielt von Lucario17


Luis
Alter: 16
Tätigkeit: Ninja, möchte sein Dorf zurückgewinnen
Aussehen: schlank & stark, grüne Augen, dunkelblonde Haare
Kleidung: Schwarze Ninjakleidung, Samurai-Schwert (siehe Bild)
Eigenschaften:
Ein recht kräftiger und flinker Junge mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck, der immer
auf das schlimmste gefasst ist. Er ist sehr schlau und hat bei seinem Vater viel über taktische
Kriegsführung gelernt. Ausserdem kann er gut mit Pokemon umgehen und hat ein sehr grosses
Wissen über sie.

Herkunft:
Luis stammt aus einem kleinem Ninjadorf in der Nähe von Petrophia aufgewachsen. Sein Vater,
der Häuptling unterichtete ihn in allen möglichen Kampfsportarten- und Techniken und weihte ihn
in die Kunst ein sich mit Pokemon anzufreunden und sie zu trainieren. Luis sollte mal der Nachfolger
von seinem Vater werden, doch dazu ist es nie gekommen, denn seine Eltern wurden Opfer einer
Verschwörung. Sein Vater tötete 7 der 14 Angreifer, doch dann wurden er und seine Frau umgebracht.
Als Luis die Angriffsschreie seines Vaters hörte wollte er ihm helfen, doch sein Froxy schubste ihn in
einen Geheimgang durch den er entkommen konnte. Er schwor sich stärker zu werden bis er eines
Tages zurückzukehren und den Verrätern den Garaus zu machen. Ausserdem will er soviel über
Pokemon erfahren wie möglich um ihnen (vor allem seinen Pokemon) zu helfen, so wie das Froxy
ihm damals geholfen hatte und ihm so das Leben gerettet.

Team:
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gespielt von WhiteMirror


Flyx
Alter: 21
Tätigkeit: Umherziehender
Aussehen: orangene Augen, groß
Kleidung: siehe Bild + grauer/schwarzer Mantel
Eigenschaften:
Ein sehr ironischer, rebellischer und Gerechtigkeitsliebender junger Mann, hingeht, wohin
es ihn verschlägt. Streift durch die Welt, um alles zu sehen, dass es gibt. Er ist ein ruhiger
Typ, der einem mysteriösen hinterherjagt, was er allerdings niemandem erzählt. Generell
redet er nicht gerne über sich selbst. Er liebt Pokemon und versteht ihre Art und ihr Wesen,
meist besser als die Menschen.

Herkunft:
Er lebte in einem Haus in der Nähe von Tempera City. Ein Wesen, vermutlich ein Pokemon,
welches er trotz des Mondscheins nicht erkennen konnte, tauchte zusammen mit einer Menge
Nebel auf. Sein Onkel, bei welchem er lebte, da seine Eltern früh an einer Krankheit starben,
verschwand. Er rannte und rannte, viel ins Wasser und schlug sich den Kopf. Als er aufwachte
war weit und breit nichts. Nur ein paar Pokemon, welche ihm bei sich aufnahmen. Eines dieser
Pokemon, nämlich Pam Pam, was sich mittlerweile zu Pandagro weiter entwickelt hat. So hat
Flyx immer mehr Draht zu Pokemon gefunden.

Team:
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Zuletzt geändert von Storm_Nightmare am 22.03.2016, 23:40, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1235291 von 98765gui
07.02.2016, 18:13
Bill

Heute war der Tag. Heute sollte es sein. Heute abend würde ich endlich als Mann angesehen werden! Das dachte ich als ich aufwachte. Noch lebte ich in der Hütte meiner Eltern, aber bald würde ich endlich alleine leben können. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, ich mochte es nicht bei meinen Eltern! Es war bloß ein großer Schritt beim erwachsen werden.
Ich war Stammesmitglied der Lorbiden, der Drachenbändiger. Als solcher wurde ich erst als Mann angesehen, wenn ich einen Drachen gebändigt hätte. Die Verehrung der Drachen in unserem Stamm lag darin begründet, dass meine Vorfahren einmal als Nomaden aus der Einall Region hier nach Kalos ausgewandert waren. In Einall wurden Drachen aufgrund der Urgeschichte geschätzt, in der es um Drachen ging. Wie genau die Sage aber handelte, das war in Vergessenheit geraten. Man konnte sich nur noch an einen Schwarzen und einen weißen Drachen erinnern, und an ein Monster, welches mit den Drachen nach Einall kam.
Jedenfalls musste ich also einen Drachen fangen, um als erwachsen zu gelten. Wir Lorbiden wohnten in kleinen Hütten im Osten der Kalos Region. Und Weiter im Westen lag der Drachenhort. Dort lebten viele verschiedene Pokemon, aber hauptsächlich Drachen, die dort ihre Brutstätten hatten. Jeder Jüngling in meinem Alter musste sich dort ein Drachenei holen und den Drachen ausbrüten. Dann wurde man als Mann angesehen. Ich war grade sechzehn geworden und wollte heute losgehen um mir mein Ei zu holen. Als Kind hatte ich schon immer davon geträumt mir einen Drachen zu fangen. Zum Frühstück hatte meine Mutter mir einen halben Laib Brot hin gelegt. Meine Eltern durften mich nicht sehen, bis ich mit dem Ei in meinen Händen zurück gekehrt war, so war der Brauch. Also steckte ich das Brot ein und machte mich auf den Weg Richtung Osten. Von weiten konnte ich schon den riesigen Hort sehen. Es ging dauerhaft eine Rauchsäule von ihm empor, weil er über dem Krater eines Vulkans errichtet war...
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1235568 von Hydrofan
08.02.2016, 23:48
Ren

Mein Herz klopfte stark. Gerade bin ich noch ganz knapp davon gekommen. Jedoch gab es jetzt kein zurück, ich musste das jetzt beenden. Ich schlich weiter durch die Gänge, unbemerkt, darin hatte ich mittlerweile schon ziemlich viel Übung. Als ich ein rostiges Geklapper hörte versteckte ich mich Blitzschnell in einem Schrank. Man hörte wie der Wächter langsam vor dem Schrank weiter lief. Als man ihn aber nicht mehr hören konnte, wartete ich noch einige Sekunden bis ich wieder raus kam. Vorsichtig öffnete die Tür und guckte zwischen den Spalt - die Luft schien rein zu sein. Leise schloss ich die Tür und schlich weiter. Nach etlichen Wiederholungen die allesamt dem selben Muster glichen fand ich mich endlich in einem Schlafzimmer. Das Bett war riesig, mit allerlei Sachen dekoriert, Gemälde auf allen Wänden und einen hübschen Kronleuchter. Sofort durchsuchte ich den ganzen Raum, fand aber grösstenteils nur Schmuck und anderen nutzlosen Kram. Das meiste davon war nicht mal echt. Ich beginn mich zu ärgern und habe fast vergessen vorsichtig zu sein, denn gerade kam eine Wache in den Raum. Ich sprang in eine Nische hinter einem Schrank und kauerte mich auf den Boden. Schwitzend, die Luft anhaltend sass ich dort auf dem Boden und wartete. Die Wache blieb ziemlich lange im Zimmer, ging dann aber wieder ohne sich gross um zu schauen. Endlich konnte ich wieder Luft schnappen, und weiter ging die Suche. Ich schaute im Kleiderschrank hinter dem ich mich versteckte nach. Alles extravagante Kleidung die ich nicht gebrauchen konnte. Das eine oder andere Stück wäre wahrscheinlich wirklich etwas wert gewesen aber ich konnte es nicht riskieren mit so etwas grossem von hier zu verschwinden. Nachdem meine Familie starb habe ich mich sowieso daran gewöhnt mit dem nötigsten zu leben. Irgendwann gab ich es dann auf weiter zu suchen und schaute zur Sicherheit nochmal in den Gang, es war gerade keine Wache in Sichtweite. Ich öffnete das Fenster und schaute nach unten, ich war im ersten Stock, also nicht gerade sehr hoch. Zwar waren draussen am Tor noch 2 Wachen, jedoch war unter mir eine Hecke die sich um das ganze Gebiet streckte. Ich hangelte mich vom Fenster so weit nach unten wie es ging und sprang dann den Rest, es raschelte ein bisschen. Aber zum Glück war es nicht laut genug um die Aufmerksamkeit der Wachen auf mich zu ziehen. Langsam lief ich der Hecke entlang bis ich am Zaun ankam. Ich kletterte so schnell wie es ging über den Zaun und sprang runter, jetzt hiess es rennen! Schnell rannte ich durch einige Gassen und versteckte mich in Menschenmengen, die bin ich zum Glück ziemlich schnell los geworden.

Anschliessend begab ich mich in Richtung Marktplatz um dort das Diebesgut zu verkaufen. Wie erwartet war es wieder nicht viel, aber genug um ein paar Tage damit klar zu kommen. Eigentlich wollte ich ja nicht stehlen, aber ich musste es tun um zu überleben. Und ich wollte auf keinen Fall zurück ins Waisenhaus, denn wenn man dort ist kann man das meiner Meinung nach kein Leben nennen. Ich erinnere mich daran wie mir meine Mutter als ich klein war ein Buch vor lies, es handelte um einen Mann der von reichen klaute und es den armen gab. Tja, nun bin ich wohl der Mann, nur dass die armen in der Geschichte ich bin. Andere Kinder würden wahrscheinlich nicht damit klar kommen wenn ihre Eltern sterben, für mich war das nicht wirklich ein Problem. Das Leben geht weiter, man kann nicht einfach so mitten drin aufhören. Natürlich heisst das nicht das ich nichts für meine Familie empfand, ich vermisse sie, sogar sehr. Aber jetzt sind sie Tod und daran ändern kann man nichts. Nach einer Weile erreichte ich endlich meinen Bunker, wie ich ihn nenne. Auch wenn er eher eine extrem enge Höhle ist, aber man darf sich doch mindestens noch ein paar Namen überlegen. Der "Bunker" ist eigentlich ein altes Haus das zusammengestürzt ist. Durch einen kleinen Spalt kommt man in den unteren Teil des Hauses noch rein, und da wohne ich. Langsam stieg ich durch den Spalt in meinen Bunker: "Bruder, ich bin zurück".
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1235598 von Dogadon
09.02.2016, 11:54
Ryou
Der Morgen graute, als ich bereits mein Lager aufräumte und die Glut vergrub. Seit ein paar Tagen war ich nun unterwegs nach Süden, ein richtiges Ziel hatte ich eigentlich nicht. Ich wollte einfach die Welt sehen und meine Pokemon trainieren. Das war eine eher vage Aussicht auf die Zukunft, aber um Längen besser, als beim Stamm zu bleiben. Mein Vater hatte immer gewollt, dass ich seine Zebritz-Zucht weiter führe, ein sehr gefragtes Pokemon unter uns Nomaden. Aber ich mochte Elektropokemon nicht, als Kind hatte ich keine guten Erfahrungen mit ihnen gemacht.
Ich sah kurz zu dem braunen Fellball auf meiner Schulter. ,,Na Jenny, schon wach?" Es gähnte kurz und sah auch eher müde aus, aber es hielt sich fest.
Den Rest meiner Sachen packte ich ordentlich zusammen und schob dieses dann in eine Art Rucksack, den Nomaden zu tragen pflegten. Darin wurde alles Überlebenswichtige Verstaut: Feuersteine, Messer, ein Seil, Nadeln und ein wenig Garn. Manchmal auch Stoff oder Leder. Denn wenn das Zebritz, welches das schwere Gepäck trug, mal durchbrannte oder man die Gruppe verlor, konnte man damit gut ein paar Tage überleben. Den Rest konnte man sich damit auch herstellen, wenn es nötig war.
Bevor ich loswanderte, pfiff ich noch einmal kurz und ein weißes Pokémon kam angesprungen. Sankto hatte ich es genannt. Er war ein ruhiger und eher stummer Geselle, aber durchaus nützlich. Er wusste immer, wo ich Essen oder Wasser finden konnte und schien die Umgebung stets auszukundschaften. So ein Pokémon gab es bei meinem Stamm nicht. Aber ich glaube, wenn ich vielleicht mehr über es wusste, konnte ich eines Tages zurück kehren und eine Zucht aufmachen.
Aber zuerst wollte ich die Welt sehen.

Nach einer Weile hatte Sankto mich zu einem Fluss geführt. Jenny, benannt nach meiner Großmutter, sprang sogleich von meiner Schulter um zu trinken. Ich tat es ihr gleich und füllte noch etwas in meinen Wasserschlauch. In der Ferne konnte ich ein Dorf ausmachen, doch ich hatte mich noch nicht entschieden, ob ich dort hin ging.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1235912 von Icognito-Player
11.02.2016, 00:50
Tristan

Wie gewohnt marschierte ich während meiner Wache die vorgegebenen Routen entlang. Ich prüfte den Zustand der Zäune, kontrollierte ob in der Waffenschmiede alles in Ordnung war und grüßte einige hochrangige Offiziere, die sich auf dem Weg zum Büro des Kommandeurs befanden. Derartig zahlreicher hoher Besuch war in dieser Kaserne selten, da sie vorrangig der Waffenproduktion und Ausbildung junger Soldaten gewidmet war.
Am späten Nachmittag erreichte ich einen Ort in der Kaserne, den ich nur zu gut kannte. Hier fand ich Monat für Monat die Motivation mich nicht dem Regime zu beugen. Unauffällig zog ich den moosbewachsenen losen Stein in der Kasernenmauer heraus und tastete nach dem, was auch immer er mir hinterlassen hatte.

Tristan.

Eines Tages wird Gerechtigkeit walten. Du musst nur immer an das Gute glauben. Das hast du dein ganzes Leben lang getan und du wirst es weiterhin tun. Tun müssen! Denn wenn jemand wie du, jemand wie ich, die wenigen Leute wie wir beide es sind sich im Inneren beugen, hat die Menschheit verloren. Schau dir die unglaublichen Kräfte an, welche diesen Maschinen innewohnen. In den Händen dieser aller Scheusale ist es nur eine Frage der Zeit bis diese Technologien in der ganzen Welt für Angst, Schrecken und Zerstörung sorgen werden. Es muss einen Weg geben diese Zukunft zu vermeiden. Schon oft habe ich dir von den anderen Völkern erzählt, die außerhalb der Stadtmauern leben. Es gibt andere, menschliche Gesellschaften, die sogar im Einklang mit Pokémon leben. Nur von Außen kann man dem Volk hier die Augen öffnen und eine Rebellion anzetteln, das Regime stürzen, für Gerechtigkeit sorgen. Doch jemand muss hinaus gehen und den Stein ins Rollen bringen. Jemand, der ohne mit der Wimper zu zucken alles was er kennt hinter sich lassen würde. Jemand, der zum Wohl der Gesellschaft sein Leben riskieren würde. Jemand, der aus schlechten Erfahrungen seinen Mut bezieht. Jemand, der nichts zu verlieren hat. Jemand, der auch dann nicht aufgibt, wenn sein Körper es schon längst getan hat. Jemand, der leistet, was ich nur auszudenken vermochte.

Anbei findest du einen Schlüssel, der mich alles kosten, dir aber alle Türen öffnen wird. Wir werden uns wiedersehen. Wie, wann und wo hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem wie lange sie mich foltern werden. Doch das ist der Preis, den ich mit einem Lächeln bezahle, weil dafür auch über diesem Teil der Welt eines Tages die Sonne wieder aufgehen wird.

Warte auf den richtigen Moment.

Wolf


Auch nachdem ich den Brief dreimal gelesen hatte, konnte ich keinen klare Gedanken fassen. Überfordert wechselte mein Blick vom Pergament immer wieder zum Schlüssel in meiner linken Hand. Noch nie hatte mich einer seiner Briefe derartig aus der Fassung gebracht. Eine Träne, die aufs Pergament tropfte, stoppte meine innere Hektik. Wolf...einziger Freund meines Lebens...was hast du verrücktes Genie nur getan?

"SOLDAT!"

Vor Schreck zerknüllte ich blitzschnell den Brief mit der Hand in der ich ihn hielt und drehte mich in die Richtung aus der das Kommando kam. Nur um feststellen zu müssen, dass Torsten, einer meiner gleichgestellten Kameraden, mir einfach einen Streich spielen wollte. Mit meiner rechten ohnehin zur Faust geballten Hand gab ich ihm einen freundschaftlichen Hieb auf die Brust. Sein Grinsen verschwand für den Moment des Einschlags, aber sein anschließendes Lachen und der Klopfer auf meine Schulter zeigten, dass ihm der Schmerz sehr egal war, Hauptsache er hatte seinen Spaß gehabt. Auch wenn Torsten nicht einer der hellsten Kameraden hier war, so genoss er aufgrund seines Vaters, ein Offizier, einige Privilegien. Durch und durch darauf aus in dieser Streitmacht zu Ruhm zu gelangen, sog er alles an Unmenschlichkeit in sich auf. Gab es Hinrichtungen meldete er sich regelmäßig freiwillig als Scharfrichter. Doch mit dieser Einstellung war er in der Armee nur einer von vielen. Kein Wunder in dieser verkorksten Gesellschaft und insbesondere in dieser Speerspitze des menschlichen Abschaums.
Am Stand der Sonne erkannte ich, dass meine Schicht sich dem Ende näherte. Es wurde Zeit meinen Helm zu polieren um bei der Wachübergabe vor dem Kommandanten gut dazustehen.

Vom militärischen Alltag abgelenkt, bekam ich erst spät abends wieder die Möglichkeit mich dem Brief zuzuwenden. Da nahezu jeder vor der Nachtruhe Briefe von Bekannten und Familie lesen durfte, war es unbedenklich Wolfs letzten Brief heraus zu holen. Auf mein hartes Bett gelegt, las ich im Fackelschein den Text immer wieder. Obwohl mir vorhin unkontrolliert eine Träne gekommen war, schaffte ich es dieses Mal meine Emotionen im Zaun zu halten. Offensichtlich möchte Wolf, dass ich endlich desertiere. Wahrscheinlich fürchtete er, dass ich abgestumpft vom Alltag meinen Willen zur Änderung aufgab. Dass dem nicht so sei, hatte ich ihm sehr oft versichert. In unseren Gesprächen, während ich in seinem Labor Wache hielt, lehrte er mir wer die Führung darstellte und was alles falsch lief. Doch bei meiner Frage wer in der Lage wäre das Regime zu stürzen, kam auch er immer wieder ins Stocken. Bei allem guten Willen fehlte es uns schlicht die Idee, wie das von statten gehen sollte. Es machte einfach keinen Sinn einen Heldentod zu sterben, wenn die Bevölkerung davon wahrscheinlich sowieso nichts erfahren würde. Dazu kam, dass sich das Volk seit Jahrzehnten schon selbst im Käfig gefangen hielt. Der mit Abstand größte Teil der Bevölkerung hatte sich angepasst und genügte sich mit dem bescheidenen Leben, welches manch einer durch Augenverschließen eventuell sogar genießen konnte.
Nach etwa einer Stunde gab die Wache den Befehl zur Nachtruhe. Nachdem jeder gehorsamst seine Briefe verbrannt hatte, legte ich mich mit immer noch wirbelnden Gedanken schlafen.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1235955 von Evali
11.02.2016, 15:18
Sayako

Der Mond leuchtete hell und rund, beinahe penetrant. Als wolle der Mond in die Welt hinausschreien 'ich bin das hellste und schönste Schmuckstück des Nachthimmels'. Es war eigentlich eine angenehm laue Frühlingsnacht und die Blumen auf der grossen Wiese waren kurz davor zu blühen. Dieses Grundstück lag ein Stück hinter dem Schlossgarten. Allerdings blies mir ab und zu der noch eiskalter Wind um die Ohren, der mich erzittern lies, was mich jedoch kaum störte. Dies war einer der glücklichsten Momente meines ganzen Lebens. Denn ich traf mich regelmässig seit einigen Wochen mit Bloom, einem Puponcho. Zweimal in der Woche schlich ich mich Abends aus dem Schloss, durch einen Geheimtunnel, den ich einmal als Kind entdeckt hatte. Es hatte eben doch seine Vorteile x-mal das ganze Schloss zu durchzuwühlen, wenn man vor langeweile fast starb. Ausser mir schien noch niemand das verschiebare Schränkchen bemerkt zu haben, das sich ganz leicht bewegen liess und eine kleine Öffnung in der Wand zum Vorschein kommen ließ. Wobei man dazu sagen musste, dass sich der Raum, in dem sich das Schränkchen befand, nur in der verwinkelsten Ecke des schlosses aufzufinden war und er seit Jahren von niemandem, ausser mir betreten worden war.
Meine juckende Nase riss mich aus meinen Gedanken und hätte beinahe noch genossen, was meinen heimlichen Ausflug den Wachen verraten hätte. Ich wusste sofort woher das kam - das kleine Puderpokemon verstreute gern seinen Staub, wenn ich mal wieder in Gedanken Schwelkte und ich ihr keine Aufmerksamkeit schenkte. "Bloom" flüsterte ich "du weisst doch genau, dass das Gefährlich für uns ist!" Das Puponcho gurrte leise und senkte den Kopf. Dass Pokemon nicht mit Menschen kommunizieren können ist purer Blödsinn, wie der Rest meiner "Familie" denkt. Wie überhaupt alle in meiner Umgebung zu meinen schienen, dass Pokemon gefährlich für den Menschen und immer unberechenbar seien. Die haben doch alle gar nicht mal erst Versucht mit Pokemon klarzukommen, weil ihnen von Oben eingetrichtert wurde, dass sie Pokemon zu verabscheuen hätten...
Ich umarmte Bloom und machte mich schweren Herzens wieder auf den Rückweg ins Luxusgefängnis...

Jeden Morgen das selbe. Ich wurde von Dienern geweckt, ich zog die teuersten und aufwendigsten Kleider an, die Kalos nur zu bieten schien, Aß das Beste von Besten und bekam jeden Tag Privatunterricht. Mehr gab mein Leben nicht her... Seltsam.. wenn ich es mir recht überlegte sollte ich doch eigentlich das Glücklichste Mädchen auf der Welt sein und sagen "in meinem Leben könnte es nicht mehr geben". Das war ich jedoch nicht, im Gegenteil. Ich war einsam. Aus dem Schloss kam ich bis vor ein paar Wochen noch nie. Ich wusste nicht einmal wie Pokemon aussahen, da sie in dem Volk, in dem ich lebe gejagt und getötet werden. Doch bloom hatte es wohl geschafft sich versteckt zu halten und nicht erwischt zu werden. Wer weiss? Vielleicht ist es das letzte Pokemon in ganz Vanitea?

"Fräulein?"
Ich schreckte hoch und versuchte vergeblich meinen Schock zu verbergen. Ich musste mich erstmal wieder in der Realität zurückfinden "Ihr Bad ist fertig" sagte ein Dienstmädchen. Ich war im übergrossem Speisesaal "Äh a-achso ja n-natürlich" Ich stand auf und und mein Stuhl wurde vom Dienstmädchen zurückeschoben. Ich entfernte mich vom riesigen Essenstisch und und den unmengen an Speisen darauf. Ich habe mal wieder alleine dagesessen, doch keinen Bissen heruntergebracht.
Ich beobachtete den aufsteigenden Dampf und versuchte mich zu entspannen. Ich schaute mich in dem ebenfalls riesigem Bad um... Meine Augen erfassten die endlose Anzahl an Parfümen und Schmuckkästchen zwar, aber imein Geist schien sich wieder zu lösen. Dies passiert eigentlich immer, wenn ich eine besonders starke Leere verspürte. Mein Körper wurde immer mehr zu einem Hohlraum, der sich die Erziehung, zu einer gehorsamen und braven Adeligen, übergehen ließ. Sollte das so enden? Was passiert mit Bloom, wenn ich mich komplett verloren habe und das kleine Puderinsekt komplett aus den Augen verliere? Wenn das passierte, dann hatte ich gar keine Chance mehr glücklich zu werden, das steht fest. Dieser Gedanke lies mich in meinem heissen Bad erschaudern. 'Nein! Das werde ich nicht zulassen!' Dachte ich entschlossen und stand auf und trocknete mich hastig ab. Ich schlich mich durch die Gänge in mein Zimmer. Schnel und so leise wie moglich zog ich mir dad bequemste über, was ich finden konnte und packte Proviant und Goldmünzen ein. 'Das sollte ersteinmal reichen' dachte ich mir.

Ich wartete ungeduldig die Nacht ab und schlich mich zum Geheimtunnel. Obwohl ich dies schon öfters getan habe, war ich diesmal besonders aufgeregt und hätte mich fast erwischen lassen. Glücklicherweise konnte ich mich doch unbemerkt aus dem Garten schleichen. Ich suchte Bloom, konnte sie jedoch nicht finden. Ich suchte jeden Baum und jeden Stein ab, auf den ich das Puponcho schon gesehen hatte... stundenlang. Erfolglos. Ich kauerte mich hin und begann lautlos zu weinen. Ohne meine kleine Bloom würde die ganze Fluchtaktion doch überhaupt keinen Sinn machen! Sie war mein einziger Freund... Es gurrte leise, woraufhin ich aufschaute. Ein Stein fiel mir vom Herzen, als ich das kleine Pokemon vor mir sah.

Ich schaute Bloom überglicklich an und nahm sie auf den Arm: "Weisst du was?" flüsterte ich zu ihr "wir schauen uns jetzt gemeinsam die Welt an!"
Zuletzt geändert von Evali am 11.02.2016, 21:14, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1235972 von Ramoth Fan
11.02.2016, 17:24
Sherlock, Illumina

„Sherlock?“
„Sherlock, wachen Sie auf!“
Ich blieb noch ein paar Sekunden liegen, dann rollte ich mich auf den Bauch, streckte mich und drückte mich übertrieben stöhnend hoch.
Meine Vermieterin stand in der Tür und begann bereits wieder zu sprechen, während ich mich bemühte, wach zu werden und meine Augen ans Licht zu gewöhnen.
„Sie sind ein unverbesserlicher Langschläfer. Was soll nur aus Ihnen werden, wenn Sie mal eine eigene Wohnung haben? Dann ist keine nette Vermieterin mehr da, die dafür sorgt, dass Sie einen anständigen Tagesablauf haben.“
„Sind diese ständigen Predigten wirklich nötig?“, fragte ich, während ich meine Decke entwirrte und aus dem Bett stieg.
„Seien Sie lieber froh, dass ich Sie so lange habe schlafen lassen. Heute morgen musste ich bereits zwei Klienten wegschicken, weil Sie nicht aus den Federn kommen“, erwiderte sie schlagfertig.
„Ach, die hätten Sie ohnehin wegschicken müssen“, rief ich aus dem Schrank, den ich wild nach frischer Kleidung durchwühlte, „Ich habe schließlich einen Termin, haben Sie das etwa vergessen?“
Ohne eine Antwort abzuwarten lief ich an ihr vorbei ins Bad. Während ich mir Wasser einließ, erschien sie erneut in meinem Blickfeld. Als sie Luft holte, kam ich ihr zuvor.
„Was gibt es jetzt wieder zu nörgeln?“
Sie machte den Mund wieder zu, überrascht, dass ich wusste, was sie sagen wollte. Dann öffnete sie ihn jedoch wieder, um sich mir mitzuteilen.
„Sie sollen nicht immer so viel Wasser verschwenden“, sagte sie mit einem Blick auf das große Metallbecken, zu dem ein provisorisch zusammengeschraubtes Rohr führte, das aus einem großen Kessel kam, in dem man durch eine runde Glasscheibe sehen konnte, wie das Wasser aufgewärmt wurde.
„Wieso nicht?“, fragte ich sie. Insgeheim hatte ich Spaß an unseren kurzen Zwiegesprächen, die wir immerzu führten, weshalb ich die Konversation am Laufen hielt.
„Weil Illumina die einzige Stadt in Kalos ist, die fließendes Wasser in einem Röhrensystem hat. Da könnten Sie etwas dankbarer sein und die Konstruktion nicht so schamlos ausnutzen.“
„Ich denke nicht, dass das irgendwen stört“, erwiderte ich, während ich mir großzügig Wasser über den Kopf und ins Gesicht goss. „Und könnten Sie mir Handtücher bringen?“, fügte ich hinzu.
„Ich muss das Wasser bezahlen, also stört es mich“, gab sie zurück. Dann drehte sie sich um und ging den Flur zu ihrem eigenen Bad hinunter. „Und ich bin nicht Ihre Haushälterin!“
Tropfend und vornübergebeugt ging ich zurück in mein Zimmer, wo ich ein Handtuch unter meinem Bett hervorkramte, mich abtrocknete und anschließend meine Kleidung anzog. Dann weckte ich mein Absol, ging die Treppe zum Ausgang hinunter und trat vor die Tür. „Mal sehen, was der Tag heute so bringt“, sagte ich zu Absol, als ich mich zum Café Ami aufmachte, das vor Kurzem auf der Winterallee eröffnet hatte.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1236040 von Storm_Nightmare
11.02.2016, 22:44
Aym

Stille.
Meine Augen geschlossen, die Arme vor den Beinen verschränkt, schwebte ich ein gutes Stück unter der Wasseroberfläche, einzig und allein umhüllt vom tiefen, aber dennoch klaren Blau. Am liebsten wäre ich für immer so verharrt, doch mir war klar, dass ich bald auftauchen und nach Luft schnappen würde. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und suchte meine Umgebung nach Bewegungen ab, wurde dabei allerdings nicht fündig.
Der Drang nach Sauerstoff in meiner Lunge wurde immer stärker, weswegen ich meine Beine freigab und in Bewegung setzte.
Mein Kopf drang durch das Wasser hindurch an die kühle Luft, der Himmel lag grau über dem See. Ich atmete tief ein, bevor ich meinen Mund wieder unter Wasser rutschen ließ und mein eigenes Spiegelbild auf der Wasseroberfläche betrachtete.
Stumm starrte dieses zurück, emotionslos.
Ich hasse meine Augen.
Rasch blickte ich zum Ufer.
Melody, mein Ohrdoch, war neben meinen Sachen an einen Baum angelehnt eingeschlafen.

Die letzten paar Tage hatten wir in einem Dorf nicht weit von hier verbracht. Die Pest hatte auch dort ihren Schleier des Todes über viele Bewohner gelegt, vor allem aber über Kinder.
Ihre Eltern hatten mich um Hilfe angefleht. Es war schwer ihnen zu erklären, dass die Pest sich schnell verbreitete und sie sich deswegen von ihrem Nachwuchs fernhalten sollten.
Da meine Kleidung nicht jede hautzeigende Stelle an meinem Körper abdeckte, trug ich Bandagen um meinen Armen und Beinen. Das Gesicht verdeckte ich normalerweise mit einer für einen Pestarzt typischen Maske, zu der ich die Kapuze meines Umhangs aufzog. Die Maske verdeckte durch die angebrachten dunklen, aus Kristallen meines Heimatdorfes angefertigten, Gläser ebenfalls meine Augen.
Meine Augen...
Ich hatte nicht alle Kinder retten können, ganz im Gegenteil. Nur zwei Mädchen und ein Junge überstanden die Zeit der Behandlung, die durch Melodys Kräfte, von mir gesammelte Kräuter und mehrere Eingriffe gewirkt wurde.
Die Eltern der Verstorbenen waren am Boden zerstört, die der Überlebenden umso dankbarer. Ohne zu Überlegen entfernte ich meine Maske um den Trauernden mein tiefstes Beileid auszusprechen und mich bei ihnen zu entschuldigen, dass ich ihre Liebsten nicht hatte retten können.
In dem Moment, in dem sie meine Augen sahen, verwandelte sich ihre Trauer in Hass.
Sie bezeichneten mich als Dämon, gaben mir die Schuld am Tod ihrer Kinder, an der Pest. Der Priester des Dorfes bezichtigte mich, die Luft während meines Aufenthaltes verseucht und die Überlebenden verflucht zu haben.
Sie töteten ihre eigenen Kinder im Glauben, dass sie ebenfalls zu Dämonen geworden wären.
Diese Welt ist grausam...
Anschließend jagten sie mich aus dem Dorf, nicht ohne zu versuchen mich ebenfalls umzubringen.
Als Pestarzt war ich nicht nur dazu verpflichtet den erkrankten Menschen zu helfen, sondern auch die Leichen derer, die daran verstarben, unter die Erde zu bringen. Diese zweite Aufgabe hatte ich nicht ausführen können.
Es war nicht das erste Mal, dass ich aufgrund meiner roten Augen und meiner dadurch sofort bekannten Herkunft für einen Dämon gehalten wurde. Die Kirche verbreitete die schlimmsten Gerüchte über die Region, in der ich groß geworden war und das Volk glaubte ihr.

Ein starker Wind kam auf und das Schilf, welches das Ufer des Sees säumte, wurde hin und her gerissen.
Zügig schwamm ich zu meinem Pokémon zurück, trocknete mich ab und zog meine Kleidung wieder an, bevor ich Melody weckte und meine Maske aufzog.
Ich hasse meine Augen.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1236124 von lTheNightmarel
12.02.2016, 17:12
Anthony

Die Sonne war anscheinend gerade aufgegangen und die ersten Sonnenstrahlen fielen mir ins Gesicht. Ich war sehr verwirrt und mein Kopf schmerzte. Ich konnte mich zwar kaum erinnern, aber Tief im inneren wusste ich es, ich hatte einen, nein mehrere, Alpträum gehabt und war öfter diese Nacht aufgewacht. In letzer Zeit passierte mir sowas häufiger. Und ich erinnerte mich wie immer nicht an viel, aber an eines ganz genau: Feuer. Ich fragte mich ob es eine Erinnerung an damals war oder etwas anderes... dabei blickte ich auf meinen linken Arm und die flammenförmige Narbe, welche ich seid diesem Tag trage. Es war ein Wunder, dass ich damals nicht mehr verletzt wurde... zumindest physisch war ich praktisch unverletzt, aber sie und damit mein ganzes Leben...
Einige Sekunden saß ich da und dachte an damals, als ich von Ciara, meinem Vulpix aus den Gedanken gerießen wurde.
Sie war wirklich ein besonderes Pokemon. Ich wusste nicht von vielen pokemon die so ein vertrautes Verhalten mit Menschen an den Tag legten. Ich musste wieder an den Tag damals denken, als ich Ciara gefunden hatte... Allerdings wurde ich schnell wieder aus den Gedanken gerießen, da ich hörte wie in der Etage unter mir heftig Debattiert wurde. Ich wollte eigentlich noch baden, allerdings interessierte mich der Lärm gerade sehr viel mehr. Ich zog schnell ein Gewand an und machte mich auf den Weg in Richtung Speisesaal, wo ich meinte den Ursprung des Lärms wahrnehmen zu können. Ich öffnete die Tür und trat in den großen Saal ein in dem mein Vater saß und mit einem Minister redete. ,,Aber, Sir, das war schon das dritte Feuer diesen Monat!..'' Der Minister schien sehr verzweifelt und entsetzt über diese Vorkommnise zu sein. Gerade als er weiter reden wollte bemerkte er mich und flüsterte meinem Vater etwas ins Ohr. ,,Nein, wir reden später darüber weiter.'' Ich wiedersprach meinem Vater: ,,Nein, Vater, ich bin alt genug um auch etwas von dem Regieren mitzubekommen. Ich soll ja schließlich mal dein Tronfolger sein.'' Er schien zuerst sehr skeptisch zu sein, überlegte dann aber doch und war schließlich einverstanden. Ich nutze die Gelegenheit und setze mich an den reich gedeckten Tisch und begann zu Frühstücken, während sich mein Vater und der Minister unterhielten. Ich bekam einiges mit. Chaos, Feuer, Verwüstung, Tod. Es ging dem Königreich anscheinend doch nicht so gut wie ich immer dachte. Bügerrewollten, Pest und seid eben etwa zwei Monaten immer wieder Feuer.
Nachdem ich fertig gegessen hatte stand ich auch und holte einige Sachen sowie Ciara aus meinem Zimmer und machte mich auf den Weg die ereignisse von letzter Nacht aus nächster Nähe zu sehen.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1236184 von Ramoth Fan
12.02.2016, 22:16
Sherlock, Illumina, Café Ami


Das Café war sehr offen eingerichtet, man konnte sowohl draußen als auch drinnen sitzen.
Ohne nachzudenken setzte ich mich in die hinterste Ecke, ich hatte gern alles im Blick, und ließ den Blick durch den Raum schweifen, während ich auf den Mann wartete, mit dem ich ein Treffen vereinbart hatte.
Während der Außenbereich des Cafés eher exotisch wirkte, es waren Holzgitter aufgestellt, an denen Wein rankte, war es von innen klassisch nach Illuminer Art eingerichtet.
Der Boden, die Tische und die Bänke waren aus glänzend poliertem Holz, in das teilweise Muster aus vergoldetem Metall eingearbeitet waren. An der Decke und hinter dem Tresen an der Wand verliefen ebenfalls vergoldete Metallrohre unterschiedlichster Breiten, die sich wie ein riesiges Netzwerk durch den Raum spannten. Einige führten zur Tür hinaus auf das Dach, andere verschwanden im Boden oder endeten in großen Kesseln, die alarmierend dampften oder bedrohlich brodelten. In manche Rohre waren dicke Gläser eingelassen, sodass man sehen konnte, was innen vorging. Durch manche floss Wasser, andere enthielten farbige Flüssigkeiten, wieder andere waren leer, teilweise verstaubt.
In einer Ecke, an der ein großer Runder Tisch für Kinder stand, entdeckte ich ein Rohr, dass beinahe vollständig aus Glas bestand, nur teilweise wurde es von Metallteilen unterbrochen, die die Stabilität gewährleisteten. In diesem Rohr erkannte ich ein herumlaufendes Rattfratz, das auf dem Weg zu einem großen Glaskasten war, wo es zur Unterhaltung der Gäste gehalten wurde.
Ging man durch Illumina, konnte man überall solch kleine Details sehen, an denen sich das Auge erfreut. Viele entgingen den Menschen, doch entdeckten sie eines der vielen außergewöhnlichen Dinge, waren sie stets entzückt.
Seit vor einigen Jahrzehnten, damals war ich noch gar nicht geboren, die Dampfkraft Einzug in Illumina erhalten hatte, war sie die größte und modernste Stadt des Kontinents geworden. Wir waren die einzigen mit fließendem Wasser, die einzigen mit dampfbetriebenen Maschinen, die einzigen, die überhaupt Maschinen hatten. Und gleichzeitig waren wir zur Stadt der kleinen Dinge geworden. Wie gesagt, überall haben wir etwas zu entdecken, wie überall, wo alt mit neu verschmilzt.
Während ich auf meinem Platz saß, die Menschen im Café beobachtete und über die Stadt nachdachte, löste sich ein Mann aus dem Treiben vor der Tür und kam durch den Laden an meinen Tisch.
„Verzeihung,“ setzte er an, sich im Café umsehend, als sei er nicht sicher, mit dem Richtigen zu sprechen, „sind Sie Sherlock? Man hatte mir gesagt, ich solle nach einem Mann mit halblangen, hellgrünen Haaren Ausschau halten.“
Ich stand auf und hielt ihm die Hand hin, die er sogleich fest ergriff.
„In der Tat, der bin ich. Sie müssen dann wohl Johnson sein. Wir haben ein Treffen vereinbart.“
Mit aufhellender Miene setzte Johnson sich auf den Stuhl gegenüber. Er streifte seinen Mantel ab und legte ihn über die Lehne. Dann wandte er sich wieder mir zu.
„Nun, es geht um Ihre Wohnung. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie einen Mitbewohner suchen, der sie sich mit Ihnen teilt. Und da --“.
„Und da Ihre Familie nicht in Kalos lebt und Sie sonst keine Bekannten haben, haben Sie sich von einem alten Schulfreund beraten lassen und sind auf mein Gesuch nach einer Wohngemeinschaft gestoßen“, unterbrach ich ihn und beendete seinen Satz.
Zuerst bemerkte er kaum, was ich gesagt hatte und nickte nur. Dann jedoch machte sich Verwirrung auf seinem Gesicht breit. Als die Verwirrung Unverständnis wich, musste ich mir ein Grinsen verkneifen. Ich liebte es, das zu tun.
„Wie...“, begann er, doch dann zeigte sich plötzlich Verständnis auf seinem Gesicht.
„Ah, mein Freund Platan muss Sie bereits über die Umstände, die mich auf eine Wohngemeinschaft zurückgreifen lassen, informiert haben. Schließlich hat er ja auch unser Treffen organisiert.“ Damit schien die Sache für ihn gegessen zu sein und er wollte fortfahren, doch ich ließ ihn nicht. Wenn er sich eine Wohnung mit mir teilen wollte, musste er wissen, worauf er sich einließ.
„Keineswegs. Nicht eine Bemerkung hat Platan über ihre Umstände gemacht“, sagte ich.
Sofort blickte Johnson wieder verwirrt drein.
„Aber dann... wie haben Sie das gewusst?“, fragte er verdattert.
„Ich habe es nicht gewusst. Ich habe es bemerkt. Alles, was ich wissen muss, sagen mir Ihr rechtes Bein, Ihre Frisur und Ihre Uhr“, antwortete ich scheinbar beiläufig. Angeben gehört sich nicht, das wusste ich, aber ich konnte es mir nie verkneifen.
Ich wartete seine Reaktion ab.
„Tatsächlich? Und wie genau sagen Ihnen meine Uhr, meine Haare und mein Bein, dass ich weder bei meiner Familie, noch bei Bekannten unterkommen kann?“
„Nun, das ist recht offenkundig, finden Sie nicht? Ihre kurzen, glatten Haare und Ihre aufrechte Haltung sagen mir, dass Sie beim Militär gewesen sind. Beim Hereinkommen haben Sie einen Gehstock abgegeben und sind den Rest zu meinem Tisch gehumpelt. Sie haben also eine Kriegsverletzung erlitten, versuchen sie jedoch zu verdrängen; Sie wollen keinen schwächelnden Eindruck machen, auch eine Eigenschaft, die man häufig bei Leuten vom Militär findet.“
Seine Augen wurden langsam größer.
„In Ordnung, so weit kann ich Ihnen folgen. Aber wie gibt Ihnen dies Auskunft über meine Familie und meinen Bekanntenkreis?“, fragte er, immer noch recht erstaunt.
„Auch das ist ziemlich offensichtlich, wenn man denn weiß, worauf man schauen muss. Kriegsveteranen, die Verletzungen erlitten haben, tragen häufig Andenken an ihre Familien mit sich. Sie jedoch haben das nicht. Sie tragen kein Familienfoto, Ihr Geld tragen Sie offen in der Tasche, Ihre Uhr, die aus besagter Tasche baumelt, birgt kein Platz für ein Foto, an anderen Stellen bewahrt man Andenken üblicherweise nicht auf. Wäre Ihre Familie verstorben, hätten Sie ein Erinnerungsfoto bei sich. Dies haben Sie jedoch nicht, also sind sie noch am Leben. Die Uhr selbst verrät mir, dass Ihre Familie nicht in Kalos lebt. Sie ist neu und recht wertvoll; nichts, was sich ein Kriegsveteran auf Wohnungssuche kaufen würde. Also war sie ein Geschenk, dass Sie erst vor kurzer Zeit erhalten haben. Ebenfalls vor kurzer Zeit sind Sie in Sinnoh gewesen. Das sagen mir ihre braun gebrannte Haut und Ihre Schuhe. Es sind Salzspuren daran zu erkennen, was auf Meerwasser schließen lässt. Allerdings sehe ich auch Reste von Schleimspuren, die Sie nicht gut abwaschen konnten. Solcher Schleim wird nur von Gastrodon produziert. Gastrodon lebt nur am östlichen Strand von Sinnoh, dort waren Sie also Ihre Familie besuchen. Jetzt fragen Sie sich sicher, wie ich darauf komme, dass Sie dort Ihre Familie besucht haben. Nun, Ihre gebräunte Haut reicht nur bis zu ihren Handgelenken. Das spräche eigentlich für eine geschäftliche Reise, da Sie allerdings gerade erst vom Militärdienst entlassen worden sind, lässt sich das ausschließen. Sie waren also persönliche Kontakte besuchen, die Ihnen diese Uhr geschenkt haben. Hätten Sie Freunde besucht, wären Sie häufiger draußen gewesen und die Bräunung ginge über die Handgelenke hinaus. Bleibt nur die Familie übrig. Das Ergebnis: Ihre Familie lebt in Sinnoh, Sie haben sie besucht, haben von ihnen eine Uhr geschenkt bekommen und sind jetzt hier, weil Sie an den Ort Ihrer Jugend zurückkehren möchten. Hätten Sie hier Freunde, könnten Sie dort unterkommen, aber die haben Sie nicht, weshalb Sie sich bereits kurz nach der Rückkehr von Ihrem Familientreffen nach einer Wohnung umsehen.“
Einen Moment lang sagte Johnson gar nichts.
Dann machte er große Augen, öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder.
Schließlich brachte er etwas heraus.
„Das … war beeindruckend!“
„Eigentlich recht simpel“, erwiderte ich.
„Nein, wirklich. Das war wirklich eindrucksvoll. Ich bin ehrlich verblüfft.“
„Das sagen die Meisten, bis sie sich daran gewöhnen. Danach reicht es meist nur für ein 'Halt die Klappe, du Spinner'.“
Ein Lächeln glitt über Johnsons Gesicht.
„Nun, Sherlock, Sie können sich glücklich schätzen. Sie haben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ihren neuen Mitbewohner gefunden. Jetzt muss die Wohnung nur noch akzeptabel sein und ich werde einziehen.“
Zufrieden stand ich auf und hielt ihm die Hand hin.
„Vielen Dank für ihre Zeit. Wenn Sie einen Moment frei haben, können Sie gerne vorbeikommen und die Wohnung besichtigen. Ich werde da sein.“
Mit einem breiten Grinsen ergriff Johnson meine Hand und schüttelte sie noch fester als zuvor.
„Ich muss Ihnen danken. Ich werde versuchen, schnellstmöglich einen geeigneten Zeitpunkt für die Besichtigung der Wohnung zu finden. Wie war die Adresse noch gleich?“
Und während ich mit meinem Absol, das die ganze Zeit unter dem Tisch geschlafen hatte, ins Freie ging, rief ich Johnson über meine Schulter zu: „Die Adresse ist 221b Place Rouge.“
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1236277 von Hydrofan
13.02.2016, 15:05
Ren, "Bunker"

"Halloooo, bist du zuhause?" Nichts. Er ist immer noch nicht zurück gekehrt, schon seit drei Tagen habe ich ihn nicht mehr gesehen. Langsam machte ich mir sorgen, ob die Wachen ihn gefunden haben. Ich lächelte, das kann eigentlich gar nicht sein. Also hoffte ich einfach dass er bald zurück kommen würde, denn ich habe ehrlich gesagt keine Lust nach ihm zu suchen. Ich setzte mich also in eine Ecke und ass etwas von dem was mir meine Beute einbrachte. Nachdem ich fertig war warf ich den Müll einfach in eine Gasse, und setzte mich hin. Immer wieder überlegte ich mir was ich als nächstes machen sollte. Manchmal ging ich aus Langeweile einfach weg und suchte mir eine neue Unterkunft, und manchmal musste ich das auch tun, weil man mir sonst auf die Schliche kommen könnte. Ich habe meinen Wohnort schon einige male gewechselt, und teilweise auch zu meinen alten zurück gekehrt, so wie es auch bei diesem der Fall ist. Es ist schon zum dritten mal dass ich hierher zurück gekommen bin und zwar aus dem einfachen Grund, weil es ein super Versteck ist. Wenn man diese Höhle finden will, muss man schon genau danach suchen. Und auch wenn man sie gefunden hat, merkt man nicht dass hier irgendwer gelebt hat. Ausserdem ist diese Gegend hier rein von der Beute auch nicht schlecht, hier leben nämlich viele Adeligen die ein ganzes Haus voller Schmuck und so weiter haben.

Ich entschied mich raus zu gehen und ein bisschen die frische Luft zu geniessen. Vorhin musste ich mich stressen, weswegen man das nicht wirklich geniessen nennen konnte. Einen Teil meiner Kleider liess ich im Bunker liegen, weil ich nicht wollte dass man mich erkennt. Wahrscheinlich waren die immer noch auf der Suche nach mir. Ich ging nochmal beim Marktplatz vorbei, um zu schauen ob sich dort was interessantes zu finden liesse. Aber da war leider nichts. Alles nur Schmuck und andere Wertsachen, ich frage mich wieso alle Leute hier so verrückt danach sind. Als ich weiter lief sah ich einen Schmuckstand hinter dem gerade niemand stand. Wahrscheinlich hatte der Pause oder so, aber ich fragte mich schon wieso man alles einfach da liegen liess. Die Ware war auch extrem teuer, also wusste ich wirklich nicht was hier gespielt wird. Ich wollte es aber auch nicht riskieren das zu klauen, da zu viele Zeugen hier wären. Dann bekam ich eine Idee. Ich griff in meine Tasche, einige der Sachen die ich geklaut habe hatte ich noch, das waren solche welche ich nicht verkaufen konnte weil sie nichts Wert waren. Ich stand also ganz schnell hinter den Stand und rief in die Menge: "Seltene Schmuckstücke von feinster Qualität, die bekommen sie nur hier und heute!" Ein paar Wachen haben mich komisch angeschaut, aber dann nicht weiter beachtet. Dann nach einiger Zeit kam endlich ein Kunde an. Es sah so aus als ob es ein Butler von irgendeinem Adeligen oder so war. "Wie viel würde denn so ein Glanzstück kosten?", "Tja, mit Geld kann man das nicht wirklich genau sagen. Aber wie sie sehen habe ich hier eine Waage mit einem Goldbarren drauf. Wenn sie also so viele Münzen drauflegen bis die Waage gerade ist, gehört das ihnen." "Sie scherzen doch?! Das ist so viel Geld, nur für diese kleine Halskette?!", "Hrmpf, dann mach ich ihnen halt einen Sonderpreis. Man hat ihnen bestimmt Geld gegeben um etwas einzukaufen, dann geben sie mir einfach alles was man ihnen für Schmuck gegeben hat.", "Das ist aber immer noch ziemlich viel... Aber na gut, wenn sie das so wollen. Und falls sie ein Betrüger sind, ich habe mir ihr Gesicht gemerkt, also falls ihnen ihr Leben lieb ist dann werden sie sich in Zukunft lieber nicht hier blicken lassen!", "Ich kann ihnen sagen, meine Ware hält was sie verspricht." Mit einem Lächeln verabschiedete ich mich von ihm und wartete bis er in der Menge untergetaucht ist. Leider wurde ich in diesem Moment unachtsam und hinter mir kam der Besitzer angelaufen. "Hey, was machst du an meinem Stand?!" Ich rannte so schnell wie ich nur konnte weg, der Kerl blieb mir aber dicht an den Fersen. "Was hast du da gemacht? Keuch.. Komm zurück!" Ich achtete gar nicht auf das was er sagte und rannte einfach weiter. Irgendwann ging mir dann aber die puste aus und ich konnte nicht mehr klar denken, weswegen ich in eine Sackgasse rannte. "Hust.. Keine Bewegung! Keuch.. Jetzt erklär mir erstmal genau was du da gemacht hast! Ich musste erst mal Luft schnappen, und gerade als ich etwas sagen wollte, fiel der Mann auf den Boden. Ich dachte zuerst das Rennen hat ihm zugesetzt und ist deswegen umgefallen, aber ich habe mich geirrt. Aus dem nichts tauchte dann plötzlich Rotom auf, ich war noch nie so froh es zu sehen "Rootooom!", "Was machst du denn hier...? Hast du mich etwa die ganze Zeit schon gefolgt und auf so einen Moment gewartet. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht." Es flog ein paar Kreise durch die Luft, wahrscheinlich um mir zu zeigen dass ich mir um es gar keine Sorgen machen sollte. Es ist immerhin ein Geist Pokémon, das kann sich ganz einfach in Luft auflösen. Ich stand also wieder auf und untersuchte den Verkäufer. Es war nichts schlimmes, Rotom hat ihm nur einen kleinen Stromschlag verpasst und offenbar hat er daraufhin sein Bewusstsein verloren. Anschliessend lief ich langsam zurück nach Hause, für heute war das genug Action.

Ich sollte vielleicht noch erklären wie dieses Rotom und ich Freunde wurden. Ich hatte nämlich noch einen jüngeren Bruder, der aber leider auch verstorben ist. Er war wahrscheinlich sowieso noch viel zu jung um überhaupt etwas von der Welt zu realisieren, aber irgendwie habe ich das Gefühl das Rotom so etwas wie sein Geist ist. Denn damals hat ein Feuer unser Haus niedergebrannt, meine Familie und ich waren noch drinnen. Ich dachte schon ich müsste sterben, aber dann kam aus dem nichts Rotom und hat mich aus dem Haus geführt und gerettet. Nachdem sich das Feuer gelegt hatte, fand man nur die Leichen von meinen Eltern, mein Bruder war aber wie vom Erdboden verschluckt. Andere Leute dachten, das er verbrannt ist und jetzt soweiso nur noch Asche ist, aber ich glaubte fest daran dass Rotom irgendwie sein Geist war. Ich habe auch schon Geschichten gehört bei denen Menschen gestorben sind, und sozusagen als Geist Pokémon wiedergeboren sind. Wobei heute weiss ich dass ich damals wahrscheinlich einfach nur naiv gewesen bin und mit seinem Tod nicht klar gekommen bin. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, wunder können ja immer geschehen.
Zuletzt geändert von Hydrofan am 15.02.2016, 22:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1236327 von Yggalag
13.02.2016, 19:29
Laurent, nahe Illumina

Es war beinahe Mittag, die Sonne näherte sich dem höchsten Punkt am Himmel. Es war ein schöner Tag und in einer ruhigen und friedlichen Umgebung wie dieser Wiese am Flussufer, auf der ich gerade stand, könnte man sich theoretisch gut entspannen. Aber ich musste im Moment wachsam sein. Mir gegenüber stand Damokles, mein Begleiter, Freund, und Beschützer in einem. Das Galagladi sah mich an, und obwohl es als Pokemon natürlich nicht reden konnte, wusste ich genau was es in etwa gesagt hätte, nämlich: "Na komm, worauf wartest du noch.". Und damit hatte Damokles natürlich recht. Ich zückte meinen Degen und griff an, wobei Damokles natürlich sofort parierte und zum Gegenangriff ausholte. Übungskämpfe dieser Art waren für mich keine Seltenheit, mein Lehrer in Craydon hatte mich angewiesen, mit Damokles weiter zu üben, während ich unterwegs war, damit ich in Form bleibe. Und obwohl alle Gegenden, durch die ich bisher gewandert war, friedlich waren, musste das ja nicht so bleiben. Während mir diese Gedanken durch den Kopf schossen, hatte mich Damokles schon zurückgedrängt und gegen Ende der Übung geschlagen, wie immer. Ich steckte den Degen wieder weg und nahm die Tasche mit den wenigen Habseligkeiten, die ich hatte, wieder hoch. "Lass uns weitergehen.", sagte ich, "Illumina ist nicht mehr weit."

Und tatsächlich traf ich zusammen mit meinem Begleiter nach einem Fußmarsch von einer Stunde in der Stadt ein. Nach der langen Reise waren sowohl Damokles als auch ich sehr erschöpft, trotzdem sah ich mir staunend an, was die Stadt alles zu bieten hatte. Illumina war sehr viel moderner als alle Städte in Craydon, und ich machte einen Rundgang, um so viel wie möglich zu sehen, wobei ich nur kurz auf dem Markt verweilte, um ein paar neue Vorräte einzukaufen. Nach einer Weile machte ich dann Pause und setzte mich auf eine Bank. Ich musste einmal über die Situation nachdenken. Sicher, ich hatte Spaß auf dieser Reise, wer würde nicht gerne die Welt entdecken, zumal ich bei weitem genug Geld hatte, um die Reise problemlos noch eine Weile fortsetzen zu können. Doch es gab immernoch einen Haken. Meine Aufgabe. "Stelle unseren Ruf wieder her, egal wie du es anstellst.". Gut, sie hatten es nie so direkt gesagt sondern indirekter und sehr ausschweifend, aber darauf lief es hinaus. Erwarteten sie, das ich mir hier draußen in der Welt einen Namen machte und das den König in Craydon beeindrucken würde? Wenn ja, dann fühlte ich mich nicht so, als wäre ich der Sache gewachsen, und dabei tue ich das sonst immer. Ruhm und Ehre sind flüchtige Dinge, die schwer zu erreichen sind, und bisher hatte ich keine einzige Gelegenheit gesehen, sowas zu erreichen. Vielleicht wären sie auch beeindruckt, wenn ich ihnen ein wertvolles Artefakt oder sowas in der Art mitbringe. Aber das selbe Problem war wieder da, wie sollte ich an sowas seltenes herankommen. Ganz untypisch für mich saß ich etwas verunsichert tief in Gedanken da, während Damokles aufpasste, das keine Diebe oder sonstiges Gesindel, das es auf meine Habseligkeiten abgesehen hatte, mich belästigten.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1236369 von Evali
13.02.2016, 22:51
Ich betrachtete mich selbst.
Es handelte sich hierbei jedoch nicht um mein Spiegelbild, des Wassers, oder eines Spiegels. Mein zweites ich war schwarz-weiß. Was daran lag, dass es eine Kohlezeichnug war. „Vermisst“ stand in Großbuchstaben auf dem Plakat, dass gut halb so groß war, wie ich selbst. Dieses Gesicht. Es wurde immer befremdlicher, je länger ich es betrachtete. Diese Person. Das war nicht mehr ich. Das war mein altes ich. Verwöhnt und ahnungslos und schwach. Nun gut letzteres war ich noch immer. Es sind gerade mal zwei Tage seit meiner Flucht aus dem Schloss vergangen. Allerdings habe ich in diesen zwei Tagen mehr gesehen, als in meinem ganzen Leben zuvor…

Nun ich musste weiter… ich überprüfte, ob mein Schal auch meine Nase und den Mund verdeckte und, ob die Perücke, die ich meiner Mutter stibitzt und Zurechtgeschnitten hatte, richtig saß. Ich hatte natürlich gewusst, dass meine „Eltern“ unverzüglich nach mir suchen lassen würden. Ich schaute mir abermals das Plakat an. ..Tja da stand tatsächlich, dass eine hoher Finderlohn auf den Befund ihrer Tochter ausgelegt sei. Sie dachten immer noch ich wüsste es nicht. Sie hatten keine Ahnung, dass ich es schon vor fast zwei Jahren herausgefunden hatte. Wirklich interessant, was man alles findet, wenn man nur oft genug suchte. Viele Räume im Schloss waren unbenutzt und verstaubt und da ich sowieso nichts Besseres zu tun hatte… naja ich hatte eben keine Freunde, was auch nicht verwunderlich war.

Ich atmete tief ein. Endlich zwang ich mich zum Gehen, durch verrottete und verschmutzte Gassen. Die Gesellschaft in der ich lebte war abscheulich. Das hatte ich sofort begriffen. Es war fast keine Menschenseele auffindbar… Hier und da menschliche Abfallstoffe des Königshauses. Es nutzte sie aus, bis sie nicht mehr gebraucht wurden, wurden dann weggeworfen und wenn sie die Steuern hinterher nicht bezahlen konnten... ich schüttelte den Gedanken ab und konzentrierte mich darauf irgendwelche möglichen gebrauchsspuren von Pokémon zu finden, irgendwelche Anhaltspunkte, Informationen, alte Schriftrollen… irgendetwas, was Bloom helfen könnte. Sie war von Beginn an, als wir losgezogen sind, sehr schwach und konnte gerade mal genug Kraft aufbringen etwas zu fressen. Ich machte mir große Sorgen. Sie wollte heute Morgen einfach nicht aufwachen und schläft in meiner Tasche, die ich stets bei mir trug. Sie atmete noch, das geb mir zumindest etwas Hoffnung… aber.. ich wusste einfach nicht was ich tun sollte… ich konnte nicht mehr… das wurde mir alles zu viel. Ich rannte ohne nachzudenken los, achtete nicht, wohin ich lief, hetzte durch Stock und Stein, von dem ich aber einen übersah. Ich flog förmlich, bevor ich unsanft auf dem Boden landete, die Tasche verlor ich im Flug und Bloom Purzelte heraus und landete direkt vor den Füssen eines Jünglings. Ich musste mich bemühen nicht das Bewusstsein zu verlieren und krächzte mit aller letzter Kraft: „Bitte…bitte – nehmt sie mir nicht weg…“ weiter kam ich nicht. Mir wurde schwarz vor Augen und ich fiel in Ohnmacht….
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1237124 von Lucario17
19.02.2016, 23:43
Luis

Müde lief ich durch den Wald auf die altbekannte Hütte zu. Neptun, mein Quajutsu, lief neben mir her, während mein Fiaro über die Baumkronen glitt. Die kleine Holzhütte stand abseits aller Dörfer mutterseelenallein auf einer kleinen Lichtung. Ich fragte Neptun: Na, auch aufgeregt Kumpel? Er nickte kurz. Nach drei Jahren endlich mal wieder in der Nähe von zu Hause. Mein Fiaro gesellte sich nun auch zu uns. Ich klopfte an die Tür.

Quietschend wurde sie einen Spalt geöffnet und eine Stimme fragte: „Wer da?“ „Ich bin´s, Luis!“ Die Tür wurde ein bisschen mehr geöffnet und ich erblickte ein wohlbekanntes Gesicht. „Manu!“ Die Tür wurde nun ganz geöffnet und ich umarmte meinen alten Freund. Doch gleich wurde er wieder ernst. „Ist dir jemand gefolgt? Hast du irgendwen gesehen?“ „Neeee, nix. Du weisst doch, ich bin sehr vorsichtig und immer aufs schlimmste gefasst. Ich muss dir noch jemanden vorstellen: Das ist mein Fiaro. Ich habe es vor drei Jahren auf während meiner Abreise als Dartignis verletzt gefunden und es dann gesund gepflegt, seitdem folgt- und hilft es mir.“ „Cool cool, aber genug Smalltalk. Lass uns rein gehen und drinnen über wichtige Dinge reden, hier draussen könnte uns jemand hören.“ Ich und Neptun gingen mit Manuel rein, mein Fiaro blieb lieber draussen, da es keine geschlossenen Räume mag.

Drinnen erzählte mein alter Kumpel mir was in den letzten Jahren so passiert ist. Der der die Verschwörung angezettelt hat glaubt immer noch die Geschichte dass ich tot bin, die Steuern wurden mal wieder drastisch erhöht und viele Rebellen wurden ausgelöscht. Ausserdem werden immer mehr Krieger im Dienste der Verschwörer angeheuert, die sich überall herumtreiben und alles sehen und hören. Ich schluckte und musste es erst einmal verkraften. Es blieb eine kurze Zeit still, doch gefühlt war es eine halbe Ewigkeit.
Innerlich kochte ich vor Wut, doch ich versuchte ruhig zu bleiben. Schliesslich brach Manuel das Schweigen und sagte: „Komm, du bist sicher müde und willst dich ein wenig ausruhen. Unten in einem der Geheimgänge steht noch ein Bett, dort kannst du schlafen und wirst nicht entdeckt.“ Ich nickte dankend und ich und Neptun liessen uns von Manuel runterführen. Er zündete eine Fackel an, während ich meine wenigen Sachen aus meinem Reisebeutel packte. „Ich bring dir schnell was zu essen“ sagte er und wollte gerade die Leiter wieder hochsteigen, doch ich fragte ihn noch: „Wo sind eigentlich deine Eltern?“ „Die sind in der Stadt und wollen dort jemanden treffen, wen weiss ich nicht.“ Mit diesen Worten kletterte er die Leiter hoch und verschwand aus meinem Sichtfeld. Ich legte mich aufs Bett und dachte nach. Wie Glück ich doch gehabt habe als ich gerade hier aus dem Gewölbe von Gängen wieder aufgetaucht bin und Manu und seine Eltern mich hier gefunden und versteckt haben, bis ich flüchten konnte. Er war einfach ein guter Mensch. Ich ass noch etwas, doch dann war ich schon ziemlich müde und ruhte mich aus. „Morgen werden wir uns die Lage mal selbst näher anschauen“…
Zuletzt geändert von Lucario17 am 09.03.2016, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1237319 von 98765gui
21.02.2016, 23:05
Bill

Langsam glitt die Schweißperle an meinem Auge vorbei. Aber ich durfte sie nicht abwischen. Ein Dragoran hatte sich mir in den Weg gestellt, als ich in den Hort hinein gehen wollte. Jetzt traute ich mich nicht, mich zu bewegen. Im ganzen Hort war es dauerhaft äußerst schwül.
Nach gut zwei Minuten, die ich bewegungslos da stand schien der große Drache sein Interesse an mir verloren zu haben. Er drehte sich um und setzte zu einem gewaltigen Sprung an, mit dem er in eines der Nester, die in der ganzen Wand des Hortes verteilt waren, segelte.
Endlich konnte ich mir den Schweiß von der Stirn wischen.
Oben hörte ich ein merkwürdiges Qietschen und sah auf. Doch da war nichts. Doch! Da war etwas! Es sah aus wie eine Fledermaus, wie ein Golbat, aber irgendwie auch wieder nicht... naja, es konnte mir ja eigentlich egal sein, es war nur eine Fledermaus, wenn auch eine recht große.
Ich musste jedenfalls tiefer in den Drachenhort hinein, schließlich war ich ja erst am Eingang. Irgendwann ging ich um eine Ecke und sah, wonach ich gesucht hatte: in einer Höhle in der Wand, etwa 20 Meter über mir, war ein unbewachtes Nest mit 3 Eiern. Eines davon würde mir genügen. Also kletterte ich kurzerhand die Wand empor. Als ich oben ankam, waren meine Klamotten doppelt so schwer wie zuvor, so schweißgebadet war ich. Aber das war mir egal, ich hatte mein Ei zum greifen nahe! Mit einem breiten Grinsen griff ich eines der Eier und packte es in meinen Beutel. Meine Hände zitterten von Aufregung. Bis jetzt hatte alles gut geklappt, ich musste nur noch zum Ausgang. Also macht ich mich auf den Rückweg. Aber ich hatte noch nicht mal den Fuß zum losgehen gehoben, da ertönte ein markerschütterndes Brüllen und ich hörte schnelles Flügelschlagen. Irgendwie musste die Drachenmutter mitbekommen haben, dass ich eins ihrer Eier hatte! Ich fing an zu rennen. Am Abhang angekommen schaute ich die 20 Meter in die Tiefe. Um den Abstieg kam ich nicht rum, aber ich hatte nicht mehr viel Zeit, die Drachenmutter war jeden Augenblick da! Ich drehte mich noch einmal um und sah, wie ein Dragoran auf mich zugeschossen kam. Ich duckte mich schnell und presste mich dicht an den Boden. Die Krallen des Drachen griffen haarscharf über mir ins leere. Schnell rollte ich mich zu seite, die Klippe hinunter. Es wuchs irgendein langes Gewächs dort lang, an dem ich mich fest hielt. Dann ließ ich mich so schnell wie möglich daran runter. Unten angekommen fing ich an zu rennen. Ich wollte hier bloß raus!
Plötzlich wurde ich durch einen extrem starken Windstoß von den Füßen gerissen. Leicht benommen lag ich am Boden und konnte mich kurz nicht bewegen. Und schon stand das wütende Dragoran über mir und holte aus...
...und ich hörte dieses Quietschen...
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1237691 von Hydrofan
24.02.2016, 21:12
Ren, Vanitéa

Ich nahm einen kleinen Umweg durch den äusseren Teil der Stadt um wieder nach Hause zu kommen. Hier lebten noch alle armen und die Kriminalrate war ziemlich hoch, wobei ich mich manchmal ernsthaft fragte wieso. Wieso klauen arme Leuten von den Armen, das macht einfach keinen Sinn. Ich verbrang meine Freizeit oft damit mich zu langweilen und einfach über alles nachzudenken was mir so einfiel. Viel besseres hatte ich auch nicht zu tun. Nach etwa einer halben Stunde kam ich dann wieder in das Innere der Stadt, ich fühlte mich hier schon viel wohler. Zwar bin ich ja so gesehen auch ein Dieb, aber wenn mich mal jemand erwischen sollte dann kann ich nur noch hoffen dass man mir nichts antun wird, was hier selten der Fall ist. Jedoch habe ich das bisher souverän hinbekommen, ich bin schon so geübt darin dass ich sogar etwas stolz drauf bin.

Gerade als ich dabei war in die Gasse in der mein Bunker ist einzubiegen, sah ich direkt vor mir ein Mädchen welches auf mich zu rannte. Es stolperte aber ein paar Schritte vor mir und fiel auf den Boden, aus ihrer Tasche welche neben ihr hingefallen ist purzelte auch plötzlich ein Puponcho raus, was mich ziemlich überraschte da hier Pokemon verboten waren. "Bitte…bitte – nehmt sie mir nicht weg…" Und auf ein mal fiel sie in Ohnmacht. Ich bekam etwas Panik als ich hinter mir Stimmen hörte, wenn man mich sehen würde wie jemand neben mir Bewusstlos auf dem Boden liegt, würde das nichts gutes Bedeuten. Reflexartig packte ich das Puponcho also wieder in die Tasche, es war offenbar noch am schlafen, und dann versuchte ich das Mädchen aufzuheben und in meinen Bunker zu tragen. Ich hörte die Stimmen näher kommen, weswegen ich ziemlich im Stress war. Es war auch extrem schwer eine Bewusstlose Person durch den Spalt in mein Zuhause zu bringen, als ich die zwei Männer die ich hörte auch schon sah, wollte ich sofort wegrennen, aber sie fielen einfach auf den Boden. Rotom wurde wieder sichtbar und flog über ihnen her und machte lachähnliche Geräusche. "Du musst es auch immer so spannend machen..." Ich beruhigte mich und versuchte nochmal sie durch den Eingang zu tragen, nach einigen Versuchen schaffte ich es auch endlich. Als ich sie dann auf den Boden legte und überlegte was ich jetzt tun soll, fiel mir erst ein in was für einer Lage ich jetzt eigentlich war. Was ist wenn sie aufwacht, ihre Kleider sahen teuer aus, wird sie mich irgendwo anzeigen? Vielleicht glaubt sie mir ja nicht wenn ich sage dass ich nur helfen wollte, was aber auch leider irgendwie verständlich ist. Dann fiel mir aber ein das ich ja eigentlich eine Art Druckmittel hatte. Ich habe das Puponcho gesehen, ich habe zwar keine Ahnung ob dieses Pokemon in der Stadt eine Ausnahme ist oder so, aber ich bin mir sicher es würde kein gutes Licht auf sie werfen. Ich entschied mich also einfach mal zu warten, etwas besseres zu tun hatte ich sowieso nicht.

Nachdem ich jetzt schon ziemlich lange hier drin sass entschied ich mich doch noch mal kurz raus zu gehen. Also kroch ich nach draussen, der Mond schien in dieser Nacht hell, weswegen man noch ziemlich gut sehen konnte. Ich hatte sowieso nur vor einen kleinen Spaziergang zu machen und dann zurück zu kommen, denn ich bezweifle dass sie vor Morgen aufwacht. Als ich am laufen war fragte ich mich was dieses Mädchen hier wohl machte. Plötzlich einfach mal vor dem Versteck eines Diebs in Ohnmacht fallen und dann noch ein Pokemon dabei zu haben, das ist echt seltsam. Nachdem ich dann eine kleine Runde gedreht habe ging ich wieder rein und versuchte zu schlafen, was mir nach so einem anstrengendem Tag zum Glück auch leicht fiel.

Früh am Morgen wurde ich dann von der Sonne geweckt, die durch einen Spalt in der Decke auf mich herab schien. Ich stand auf und streckte mich erstmal, denn auch nach Dutzenden malen, man gewöhnt sich nicht einfach so auf hartem Steinboden zu schlafen. Ich schaute auf die Seite und das Mädchen lag immer noch dort, es hat sich kein bisschen vom Fleckt bewegt. Ich überprüfte mal den Puls, nur um sicher zu gehen, aber es schien alles in Ordnung. Betonung auf "schien", Das Puponcho war nämlich auch immer noch am schlafen und ich hatte immer noch keine Ahnung was ich machen sollte. Heute hatte ich eigentlich vor ein neues Haus zu besichtigen, diese Idioten bieten teilweise tatsächlich Führungen durch ihr Haus an, nur um mit allem zu prahlen. Tja, das einzige Problem dabei ist, dass wenn man mich einlädt man innerhalb der nächsten Woche das Prahlzeugs verloren hat. Aber daraus wird wohl leider nichts, denn jetzt muss ich hier bleiben. Ich will dieses Versteck nämlich auf gar keinen Fall verlieren, es hat mich schon so oft gerettet. Ich wartete also noch ein paar Minuten doch irgendwann gab ich es auf. Es bringt jetzt nicht Zeit zu verschwenden, also ging ich doch einfach mal los um zu schauen wohin mich mein Beutezug als nächstens führte. Ich bemerkte eine riesige Menge vor dem Chateau Liberté, so hiess eines der grössten Schlösser in der gesamten Stadt. Ich wurde neugierig und schaute nach was los war. Der Stimmung nach zu Urteilen würde heute Abend hier eine Party steigen, man konnte schon die Vorbereitungen sehen. Ich war ernsthaft am überlegen ob ich mich heute Abend in die Party einschleichen würde, um mich dann mal im Schloss um zu sehen. Aber es wäre auch extrem gefährlich, so etwas Grossem bin ich alleine nicht gewachsen. Aber ich wurde extrem neugierig, denn ich sah schon von hier dass viele der Fenster offen waren, da die Zimmer wahrscheinlich gelüftet wurden. Das wird bei der Party bestimmt auch so sein, vielleicht lässt sich dann das ein oder andere ja doch mitnehmen. Ich war mir noch unsicher, aber Lust dazu hätte ich ehrlich gesagt schon. Ich brauche mal mehr Abwechslung. Dann fiel mir aber wieder ein dass ich ja noch einen Gast bei mir zuhause hatte, weswegen ich mich dann langsam wieder zurück bewegte. Hoffentlich wird sie bald aufwachen, ich möchte gern einige Erklärungen haben...
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1239113 von WhiteMirror
05.03.2016, 19:17
Flyx , Nahe Relievera City

Nun. 20 Tage war ich jetzt schon unterwegs. Meine Pokemon gaben nicht den Geist auf. Stets gingen sie neben mir, obwohl wir seit knapp einer Woche keine Unterkunft gefunden haben. Sie wissen, ich habe mich verirrt, doch sie bleiben auf das Ziel fokussiert. Auf dem letzten Gasthof traf ich einen Mann. Ich hört, wie er von einer Schattengestalt in Relievera City sprach. Vielleicht war das die Gestalt, die mein Leben so drastisch veränderte? Ich überließ es stets meinem Schicksal, und suchte bisher weiter nicht mehr nach dem Wesen. Doch als dieser Mann von dem Pokemon, der Schattengestalt, sprach, musste ich dem einfach auf den Grund gehen.
Ich sah es meinem Golbit an. Es macht bald Schlapp.. Klar, Pandagro würde man es nie ansehen, dass es eine Auszeit braucht, aber ich wusste das es so ist. Und Duodino... Es verhungerte doch halb..
Hätte mich nie verlaufen dürfen..
Plötzlich lief Pandagro voraus, durch die vielen Blätter und das Gestrüpp des Waldes.
Hey Duodino, was machst du da?! Jetzt warte doch!!

Ich rannte schnell hinterher, Golbit und Duodino folgten mir. Das Gestrüpp war sehr dicht und voller Wurzeln. Als ich mit dem Kopf fast gegen einen dicken Ast rannte und mich duckte, stolperte ich über eine Wurzel, und rollte ein Stück weiter. Als ich meinen Kopf hob, sah ich es! Relievera City!! Wir waren da! Hatten es geschafft!
Nun stand als erstes Essen auf dem Plan. Wir mussten uns erstmal erholen, und immerhin liefen mir die Informationen nicht davon.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1239576 von Ramoth Fan
08.03.2016, 20:47
Sherlock, Illumina

Der Tag nahm seinen Lauf und als es langsam später Nachmittag wurde, fand ich mich auf der Sommerallee wieder, als ich aus dem Haus eines Klienten trat, dessen Fall ich soeben gelöst hatte.
Im Grunde war es recht simpel gewesen. Eine junge Dame war kurz nach meinem Treffen mit Johnson zu mir gekommen und hatte berichtet, dass ihr Coiffwaff seit einigen Tagen abends verletzt nach Hause kam. Die Wunden sahen nach ihrer Aussage nicht nach Unfällen oder anderen Pokémon aus.
Ich hatte mir ihr Coiffwaff kurz angesehen und stellte schnell fest, dass die Wunden größer waren, je frischer sie waren. Außerdem waren sie eindeutig von Klingen verursacht worden, jedoch jedes Mal von anderen. Was mir ebenfalls ins Auge sprang, war, dass dem Pokémon einige Haare am Schweif fehlten.
Zu dem Zeitpunkt war ich mir bereits ziemlich sicher, was die täglichen Wunden an Coiffwaff verursachte. Um sicher zu gehen, trug ich am darauffolgenden Morgen unabwaschbare Farbe in der Farbe von Coiffwaffs Fell auf seinen Schweif auf. Am Abend ging ich einkaufen und konnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem ich Recht behielt und den Pokémonschänder mit weißen Händen hinter der Theke seiner Metzgerei auffand.
Als ich ihn zur Rede stellte, stellte sich heraus, dass Coiffwaff jeden Tag herkam und Fleisch klaute, das der Metzger zum Trocknen in seinen Hinterhof hing. Auf meine Frage, weshalb er das Pokémon mit einem Messer attackiert habe, antwortete er, gedacht zu haben, dass Coiffwaffs Fell dicker sei und dass er ihm höchstens Angst habe einjagen wollen.
Wie auch immer; ich konnte herausschlagen, dass er ab sofort für ein Jahr lang das Futter für das Coiffwaff meiner Klientin finanziert und bereitstellt und sein Fleisch fortan an einem geeigneteren Ort trocknet.
Fall gelöst.
Und wie gesagt, nun war Nachmittag und mir war langweilig.
Doch während ich langsam und Leute beobachtend zum Place Rouge zurück schlenderte, fiel mir etwas sehr Interessantes ins Auge. Auf einer Bank, die im Schatten eines Marktstandes nicht weit von mir stand, saß eine Person, die absolut nicht ins Bild passte.
Der junge Mann saß aufrecht, aber offensichtlich in Gedanken vertieft dort und starrte ins Leere, während ein Galagladi, das wohl ihm gehörte, wachsam vor ihm stand. Er trug eine stabile Rüstung aus Leder und einen blauen Reiseumhang mit goldenen Verzierungen. Am deutlichsten Stach allerdings ein kunstvoller Degen hervor, den er an der rechten Seite trug.
Langsam nährte ich mich ihm, um mehr erkennen zu können, als sein Galagladi ihn auf mich aufmerksam machte. Er bemerkte mich und sah mich schief, aber verunsichert an. Er schien wohl nicht so richtig zu wissen, wohin. Als ich mich ihm noch etwas weiter genährt hatte, stand er auf und sprach mich an.
„Entschuldigen Sie. Ich möchte nicht unhöflich wirken, aber möchten Sie mir vielleicht verraten, weshalb Sie mich so merkwürdig ansehen?“, fragte er überraschend gefasst.
Ich trat ganz zu ihm.
„Sie sind nicht von hier...“, murmelte ich, während ich herauszufinden versuchte, warum mir diese Person so merkwürdig vorkam.
„Wie bitte?“, fragte er. Offensichtlich hatte er mit einer richtigen Antwort gerechnet.
„Kann es sein, dass Sie deshalb hier sind...?“, murmelte ich weiter, mit den Gedanken nur halb bei ihm.
„Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht folgen.“, sagte er mit verwirrtem Gesichtsausdruck.
Dann fand ich, was ich suchte. Jetzt konnte ich etwas Spaß mit ihm haben. Ich wandte mich ihm zu.
„Entschuldigung, ich habe mich nur kurz gefragt, weshalb Sie hier sind. Aber jetzt hat es sich erledigt. Also, wie war ihre Frage?“, lächelte ich ihn an.
Skeptisch trat er einen Schritt zurück.
„Ich … ähh … wollte wissen, weshalb Sie mich so anstarren“, antwortete er und fügte hastig hinzu: „Und wie war das eben? Sie behaupten, zu wissen, weshalb ich hier bin?“
„Ich habe Sie angestarrt, weil Sie nicht ins Bild gepasst haben und ich wissen wollte, weshalb. Da ich jetzt aber, wie Sie bereits festgestellt haben, im Bilde bin und weiß, was Sie hier machen und woher Sie kommen, hat sich das erledigt“, sagte ich und drehte mich um, um zu gehen.
Ich kam jedoch keine zwei Schritte weit, da sprach er mich erneut an.
„Warten Sie, wie kann es sein, dass Sie das alles jetzt einfach wissen? Und wie kommen Sie überhaupt dazu, so etwas zu behaupten?“, fragte er ein wenig verärgert.
Ich seufzte.
„Das ist bei Ihnen ja kaum zu übersehen. Ihre Kleider sagen mir alles, was ich über Ihre Herkunft wissen muss. Alles, was Sie tragen, ist maßgeschneidert, Sie sind also reich, kommen folglich auch nicht aus der Stadt. Außerdem haben Sie nicht viel Gepäck dabei und sind zu Fuß gekommen, was durch die noch frischen Gras- und Erdspuren an Ihrem Schuhwerk zu sehen ist. Die Wappen auf Ihren Kleidern sagen jedem, der nicht völlig ungebildet ist, dass Sie aus dem Adelshaus Grimton in Craydon stammen. Ihrer Ausstattung und ihrem Alter nach sind Sie wohl einer der drei Söhne des Hauses. Da Sie mit Ausnahme Ihres Galagladi ohne Begleitung hier sind, hat man Sie offensichtlich mit einem Auftrag losgeschickt. Ihrer Ziellosigkeit zufolge haben Sie jedoch keine sehr genauen Informationen erhalten, wie Sie den Auftrag ausführen sollen. Es handelt sich also um nichts offizielles oder organisatorisches. Wer viel plaudert, wird außerdem mitbekommen haben, dass Ihr Königreich vor kurzer Zeit beim König von Craydon in Ungnade gefallen ist. Es ist also nicht schwer zu erraten, dass Sie hier sind, um als Vertreter den Ruf des Hauses Grimton wieder herstellen sollen, denn welcher Ort würde sich dafür besser eignen als eine Metropole wie Illumina? Liege Ich damit falsch?“
Ihm klappte die Kinnlade herunter.
„N-nein...“, stammelte er, „Sie liegen völlig richtig.“
Ich legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Mein Freund, Sie können sich glücklich schätzen, mich getroffen zu haben.“
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1239642 von Icognito-Player
09.03.2016, 02:21
Tristan

"Hört zu Männer! Ihr poliert eure Rüstungen heute so lange, bis sich eure hässlichen Visagen darin spiegeln! Sollte ich nachher einen von euch erwischen, der auch nur einen Hauch von Schmutz an seiner Rüstung trägt, werde ich ihn eigenhändig verprügeln! Haben wir uns verstanden?!"

"JAWOHL HERR FELDWEBEL!"

"Der neue Kommandant wird sich euch heute Mittag vorstellen. Bis dahin werdet ihr die komplette Liegenschaft bis in die kleinste Ecke säubern. Für jeden Makel, den ich danach noch feststelle, gibt es in den nächsten Tagen eine Stunde weniger Schlaf! Haben wir uns verstanden!?"

"JAWOHL HERR FELDWEBEL!"

"Dann macht euch an die Arbeit! Wegtreten!"

Alle atmeten kurz durch. Wie bei fast jeder morgendlichen Ansprache drohte er uns Schläge, Schlafentzug oder andere Strafen an. Er genoss dabei die Rückendeckung der Offiziere, die ihn für seinen despotischen Stil schätzten. Zwar hielten wir nicht viel von ihm, vor allem weil er körperlich sogar den meisten Rekruten unterlegen war, aber im Endeffekt hatten wir keine Wahl als ihm zu gehorchen. Wir hofften nur im Ernstfall nicht auf diesen Stiefellecker vertrauen zu müssen.
Kopfschüttelnd füllte ich am Brunnen meinen Eimer mit Wasser und machte mich auf den Weg zur Treppe, die zum Wachturm führte. Neuerdings gehörte diese ebenfalls zu unserem Zuständigkeitsbereich.

In Gedanken versunken puhlte ich Moos aus der Mauer, entfernte herumliegendes Stroh und spülte Erde von der Treppe. Mir fiel ein, dass unser geschätzter Feldwebel heute morgen eine neuen Kommandanten erwähnte. Sein Vorgänger war bekanntlich ein guter Freund von Torstens Vater. Auch wenn ich mich ein wenig freute, dass Torsten nun weniger Freiheiten genießen würde, so wunderte ich mich dennoch über den Wechsel an der Spitze der Kaserne. Kommandant Baldur ist vor nicht allzu langer Zeit hierher versetzt worden und hatte bei namhaftem Besuch immer eine sehr souveräne Figur abgegeben. Außerdem waren die bisherigen beiden Führungswechsel, die ich miterlebt habe, bereits einige Zeit vorher bekannt, sodass der scheidende Kommandant noch einmal ein paar mehr oder weniger warme Worte an seine Soldaten richten konnte. Warum also sollte Kommandant Baldur so plötzlich ersetzt werden? Entweder wurde er irgendwo dringend gebraucht oder er hatte sich etwas zu schulden kommen lassen.

Gewissenhaft arbeitete ich weiter. Gerade als ich drinnen weiter putzen wollte, ließ mich eine durch das Tor donnernde Patrouille aufhorchen. Das Gebrüll der dressierten, aber dennoch enorm aggressiven Arkani, ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Einige räumten schleunigst die Straße, wohingegen manche Soldaten der Elite zujubelten. Für viele Menschen war es ein Traum ein Arkanireiter zu werden, doch für die meisten sollte es für immer einer bleiben. Es brauchte einiges an guten Kontakten, Talent oder Geld um eine Chance zu haben. Nur sehr selten wurde einem Soldaten die Ehre zu Teil in diese Eliteeinheit aufgenommen zu werden. Die enorm harte Ausbildung dauert Jahre und beginnt mit einem Soldaten und seinem frisch geschlüpften Fukano. Während der Ausbildung wird viel Wert auf die große Verbundenheit der beiden Partner gelegt. Außerdem müssen beide uneingeschränkten Gehorsam leisten. Gemeinsam mit anderen Elite-Staffeln bildeten sie die Leibgarde des Herrschers und seiner wichtigsten Untergebenen.
Ich stand vor der Eisentür und beobachtete regungslos, wie zwei Reiter am Tor stehen blieben und der Dritte das Kasernengelände durchstreifte. Offensichtlich waren sie auf der Suche nach jemandem. In den Gesichtern mehrerer Soldaten erkannte man Unsicherheit. Warum sollte eine solche Einheit hier auftauchen? Eventuell waren es ja Späher des neuen Kommandanten um für seine Ankunft alles zu regeln. Doch dann erkannte ich, dass der Reiter, der durch die Kaserne ritt, etwas in der Hand hielt. Als er wenig entfernt war, erkannte ich, dass er die angetroffenen Personen mit einem Steckbrief abglich. Auf einmal hatte ich das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Erst Wolfs seltsamer Brief, dann der neue Kommandant und jetzt eine Arkani-Einheit...Da ich nicht ausschließen konnte durch meine Bekanntschaft mit Wolf da hineingezogen worden zu sein, drehte ich mich weg und betrat das Wohnhaus. Als ich die Eisentür hinter mir zuziehen wollte, hörte ich, wie jemand mit kräftigem Griff diese fest hielt. Verwirrt drehte ich mich um und erkannte rot glitzernde Panzerhandschuhe, die die Tür umfassten. Durch die Sichtgitter durchbohrte mich einer der Arkanireiter mit seinem kalten Blick. Unfähig mich weiter zu bewegen glitt meine Hand vom Türgriff und der Reiter öffnete behutsam die Eisentür. Erst starrte er mich an und hob dann demonstrativ den Steckbrief mit der Aufschrift zu mir gerichtet. Die Beschreibung passte genau zu mir und die Skizze sah mir ebenfalls verblüffend ähnlich. Langsam ließ er den Steckbrief wieder sinken. Mit halb offenem Mund starrte ich ihn an. Ohne den Blick von mir abzuwenden ergriff der Reiter ein paar Handschellen und machte einen Schritt auf mich zu. Erschrocken wich ich zurück. Unbeeindruckt neigte er den Kopf etwas zur Seite. Ich verstand es als Angebot die Sache entweder auf die leichte oder schmerzhafte Tour anzugehen. Flüchten machte keinen Sinn. Vom Kasernengelände konnte ich nicht entkommen. Besonders nicht, wenn drei Arkanireiter hinter mir her waren.

Ich biss mir auf die Lippen, sah ihm ein letztes Mal in die Augen und drehte mich dann mit dem Rücken zu ihm. Er legte mir die Handschellen an und packte mich am Arm. Ich wurde aus der Tür geführt. Schnurgerade auf sein mit den Pranken scharrendes Arkani zu. Im Augenwinkel tauchten etliche Schaulustige auf, von denen einige mich wieder erkannten. Es war ein heilloses Gebrüll, welches mich umgab. Eigentlich war nie etwas von meinen Bestrebungen ans Tageslicht gekommen. Im Gegenteil, die meisten mit denen ich gearbeitet hatte und auch die meisten Ausbilder, sahen in mir einen loyalen Soldaten. Wenige Meter vor dem Arkani des Reiters ließ ich meinen Blick über die schaulustigen Soldaten schweifen. Die Aggression, Wut, Trauer und manchmal auch Freude sah man jedem einzelnen in seiner Mimik und Gestik an - außer einem. In der Menge ragte mein Schwertkampfausbilder mit verschränkten Armen hervor. Ich fragte mich kurz ob er vielleicht Bescheid wusste, was hier vor sich ging oder er einfach nur seine Emotionen verbarg. Mit einem Ruck richtete der Reiter meinen Blick wieder nach vorn. Auf ein Handzeichen von ihm legte sich sein Arkani auf den Bauch. Mit zittrigen Knien setzte ich mich auf den hinteren Teil des Reitgeschirrs. In aller Seelenruhe fesselte der Reiter meine Beine und verband die Handschellen mit dem Sattel. Als letztes stülpte er einen Sack über meinen Kopf.

Ich spürte, wie sich sein Arkani wieder erhob und es überraschend geschmeidig über das Kasernengelände rannte. In Gedanken versuchte ich einzuschätzen wo wir etwa auf dem Kasernengelände waren. Angekommen am Kasernentor hörte ich, wie die Arkanireiter sich kurz in einer mir unbekannten Sprache berieten. Gerade als wir wieder losritten, traf mich etwas am Schädel und meine Gedanken lösten sich schlagartig in ein Feuerwerk aus Farben auf.
Zuletzt geändert von Icognito-Player am 24.03.2016, 14:28, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1239772 von Yggalag
10.03.2016, 18:11
Laurent, Illumina City

Ich konnte es nicht fassen. Gut, insgeheim hatte ich mir zwar gewünscht, dass ich bald eine Lösung zu meinem Problem finden würde, aber dass die wirklich so plötzlich kam, hätte ich nicht gedacht. Zumindest, wenn dieser Junge vor mir tatsächlich hielt, was er versprach.
Da war ich mir trotz der erstaunlichen Begrüßung eben noch nicht ganz sicher. Also hakte ich direkt nach: „Das ist ja alles schön und gut, aber wie wollen sie mir denn helfen?“ „Ganz einfach. Selbst ihnen müsste ja inzwischen meine gute Beobachtungs- und Auffassungsgabe aufgefallen sein. Diese Fähigkeiten kann ich auch benutzen, um ihnen zu helfen, und ich denke, das würde ihre eher mickrigen Erfolgsaussichten stark erhöhen.“.
Ich stutze. Na das konnte ja mal heiter werden. Und er schien sich nicht einmal groß etwas bei seinen Worten zu denken. Na gut…man sagte ja das der Umgang mit Genies schwierig war...ich beschloss, wie immer optimistisch an die Sache heranzugehen. „Gut, ich werde ihre Dienste in Anspruch nehmen.“, sagte ich einfach und fügte gleich noch hinzu, „Meine Zeit ist nämlich auch begrenzt. Leider. Die Sache geht nämlich noch über bloßes Geplänkel von Adelshäusern hinaus. Das würde ich aber gern unter vier Augen mit ihnen besprechen.“ „Gehen wir doch ein Stück miteinander, dann kann kaum jemand alles mithören. Auch wenn sie wahrscheinlich ein wenig übertreiben.“, schlug mein Gegenüber vor. „Tue ich nicht!“, protestierte ich, folgte ihm aber und erklärte dabei: „Also ich fange am besten damit an, das die Sache, die unser Haus in Ungnade fallen ließ, mehr als seltsam ist. Mein Onkel wurde des Schmuggels und der Korruption bezichtigt. Er war Finanzminister und hat sich davor noch nie einen Fehltritt geleistet. Ich habe ihn nicht oft gesehen, aber die paar Male, die ich ihm begegnet bin, tja, was soll ich sagen…ich habe noch nie einen pedantischeren Menschen gesehen. Entweder ist er ein verdammt geschickter Lügner oder das ganze war eine Farce, was ich schon eher glaube. Aber anscheinend konnte niemand etwas gegen die „hieb- und stichfesten Beweise“ sagen, und ich konnte mich nicht mal näher informieren, da ich kurz darauf losgeschickt wurde.“. Ich machte eine kurze Pause bevor ich hinzufügte: „Nun ja, jetzt könnte man ja denken, ist doch egal, wars halt vielleicht eine Intrige, ihr bekommt schon irgendwann das Vertrauen des Königs zurück und werdet dann auch wieder Stimmen im Rat von Craydon haben. Das Problem ist, wir brauchen diese Stimmen schon in ein paar Wochen. Dann wird dort nämlich die Expansionspolitik von Craydon diskutiert. Einige der anderen Adelshäuser sind ziemlich sicher auf Krieg aus und werden versuchen ihn durchzusetzen.“ Ich holte tief Luft. „Craydons Armee ist nicht besonders groß, aber dafür sehr gut ausgebildet und diszipliniert. Egal, wie das ausgehen würde, es würde wahrscheinlich nur Zerstörung und Leid bedeuten für viele Menschen, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort wären. Zum Glück sind die anderen Adelshäuser auch der Meinung und sprechen sich dafür aus, den derzeit andauernden Frieden fortzusetzen. Leider sind sie ohne Grimtons Stimmen in der Unterzahl.“. Ich seufzte. „So viel dazu…waren das genug Details für sie?“
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1240352 von Evali
14.03.2016, 23:44
Sayako, Vanitéa

Nebel.

Zumindest glaubte ich, dass es Nebel war… genau sagen konnte ich es nicht. Mit Sicherheit wusste ich nur, dass meine Sicht sehr eingeschränkt war und ich nicht mal die Hand vor Augen sehen konnte. Als mir dieser Gedanke in den Kopf kam, merkte ich erst, dass ich meine Hand gar nicht bewegen konnte und nur schwer Luft bekam. Ich schaute an mir herunter und sah, dass ich von Kopf bis Fuß mit einem scheinbar klebrigen, sehr dünnen Seil gefesselt war. Waren das… Spinnenfäden? Zudem hatte ich komplett die Orientierung verloren, ich wusste weder wo oben, noch wo unten war. Irgendwie schien ich zu schweben, da ich mir, trotz der sehr beengenden Fäden, sehr leicht vorkam. Ein dumpfer Aufprall ließ mich hochschrecken. Ich sah ein kleines klumpiges Etwas vor mir schweben. Der Nebel lichtete sich langsam, so, dass ich erkennen konnte, was es war… Die Tasche! Die Tasche in der ich Bloom bei mir hatte. Ich versuchte angestrengt zu erkennen, ob Bloom in Dieser war. Als der Nebel sich soweit aufgelöst hatte, dass ich die Silhouette erkennen konnte, sah ich, dass die Tasche leer war. Erschrocken hetzte mein Blick in alle Richtungen, in der Hoffnung Bloom entdecken zu können. Vergeblich.

Ohne Vorwarnung schien die Schwerkraft einzusetzen und ich begann zu fallen. Der wind blies mir um die Ohren und dann bemerkte ich, dass ich mit dem Kopf voran in die Tiefe Stürzte. Ich versuchte die Panik, die langsam in mir hochkroch zu unterdrücken. Doch, als ich den Kopf nach unten streckte, sah ich den rasant näherkommenden Boden vor mir, der aus Beton zu sein schien. Ich wollte schreien, doch ich kam gar nicht erst dazu, da ich schon auf den Boden aufprallte. Schwärze. Aber keine Schmerzen… War ich tot? Ich wollte nachschauen, ob ich noch gefesselt war, doch, als ich an mir runterschaute sah ich – Nichts. Meine Körper schien nicht mehr vorhanden zu sein… seltsam. Ich hatte mich schon fast mit der Erklärung, dass ich wohl tatsächlich tot sei, abgefunden, als ich plötzlich ein leises Gurren hörte, überkam mich ein überwältigendes Gefühl der Freude, dass ich anfing zu weinen. Obwohl ich keinen Körper hatte fielen Tränen von meinem Sichtfeld herunter in die Schwärze. Ich sah mich abermals in allen Richtungen um und entdeckte Bloom, weit über mir. Diesmal fiel das kleine Puponcho. Ich wollte schreien, aber da ich keine Stimmbänder hatte, fand der Schrei keinen Weg von meinem Bewusstsein, in die Wirklichkeit… Wenn das hier die Wirklichkeit war. Bloom fiel immer schneller und immer näher an mich heran… Sie war genau über mir. Ich machte mich instinktiv bereit sie zu fangen, obwohl ich wusste, dass ich dazu wohl nicht in der Lage war. Das Gurren wurde immer lauter, immer schriller, immer schmerzvoller. Ich versuchte es zu ignorieren und konzentrierte mich auf das immer näherkommende Pokémon. Doch der schrille Ton war nicht mehr auszuhalten. Ich wandte meinen Blick ab und Bloom fiel durch mich hindurch. Entgegen meiner Erwartungen wurde die Schwärze um mich herum noch schwärzer.

Als ich schrie, fiel ich von meinem Bett. Als ich die Schmerzen spürte, wurde mir bewusst, dass ich nur geträumt hatte. Als ich meine Augen aufmachte, wurde mir klar, dass ich nicht zuhause war. Meine Erinnerungen an die Ereignisse der vergangenen Tage kehrten langsam zurück. Nur.. wie war ich hierhergekommen? Als ich mich umsah, erblickte ich eine vermoderte, alte Couch, von der ich wohl gefallen war. Ich schaute mich in dem Rest der Behausung um. Behausung war wohl nett ausgedrückt, denn sie war in dem gleichen Zustand, wie die Couch. Ich versuchte mich hoch zu hieven, doch ich schaffte es nicht. Ich fühlte mich sehr schwach und kraftlos. Wie lange ich wohl bewusstlos war? Schritte... ich hörte Schritte. Sie kamen immer näher und ich überlegte hastig, was ich tun sollte. Schließlich seufzte ich. Ich und in dem Zustand wegrennen? Sehr witzig. Plötzlich kam aus der kleinen Spalte kein Sonnenlicht mehr. Es quetschte sich eine Person in das Innere, des Unterschlupfs. Mein Puls erhöhte sich, als dieser Jemand nun vor mir stand. Ich konnte den Kopf nicht hoch genug heben, um das Gesicht zu erkennen. Das bemerkte der Fremde wohl und bückte sich. Es war ein Junge… ungefähr in meinem Alter und hatte grüne Haare. „Alles in Ordnung?“ fragte er mich. Ich wollte antworten, aber ich bekam nur ein Fiepsen aus mir heraus. Auf einmal bemerkte ich was für einen gewaltigen Durst ich hatte. Der Junge schien meine Gedanken lesen zu können und holte einen Trinkbeutel aus seiner Tasche und hielt sie mir hin. Ich schnappte sie mir und schlang den gesamten Inhalt in wenigen Schlucken herunter. „Hey, Moment! Meine Wasservorräte sind sehr begrenzt!“ fuhr er mich an und ich entschuldigte mich. „I-Ich hatte mich nicht unter Kontrolle“ stotterte ich. Gleich bemerkte ich, dass das Wasser mir gut tat und ich konnte mich aufsetzen. Auch er setzte sich hin. Er sah mich eine Weile lang an, bevor er mich fragte: „Wer in Arceus‘ Namen bist du? Und wie kommt es, dass du vor meinen Füssen umkippst und ein Puponcho aus deiner Tasche kullert?“ Ich schreckte auf, sah ihm in die Augen und schrie „Wo ist meine Bloom?“ „W-Was wer? Das Puponcho? Das liegt gleich da vorne.“ Er streckte seinen Arm aus und zeigte in die linke Richtung des Raumes, wo Bloom auf einem kleinen Pappkarton lag und ruhig schlief. „Ihr geht es soweit gut. Der Puls ist sehr schwach, aber er ist da.“ Er schaute mich nun erwartungsvoll an. Ich zögerte zuerst, doch ich hatte das Gefühl, dass ich ihm vertrauen konnte, also erzählte ich ihm alles…
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1240931 von lTheNightmarel
20.03.2016, 12:49
Anthony

Die Sonne stand schon fast im Zenit und brannte erbarmungslos auf die Erde hinab. Es war dementsprechend ziemlich warm. Ciara störte das nicht, sie war ja vom Typ Feuer und war wegen der Wärme aufgedrehter als sonst. Mir machte die Wärme allerdings schon zu schaffen, also holte ich noch einen Behälter mit Wasser und verstaute ihn bei den anderen Sachen in meinem Beutel und machte mich auf den Weg zum Stall der Burg. Mein Gallopa stand wie immer da und ich machte sie bereit für einen Ausritt. Ich wollte mir mal die Situation im gesamten Königreich ansehen und wäre ich zu Fuß viel zu lange unterwegs. Um keine weitere Zeit zu verlieren machte ich mich also rasch auf den Weg.
Nachdem ich die Mauer welche unsere Burg umgab verließ kam ich in den Wald, welcher die Burg von den anderen Städten abgrenzt. Ich kannte mich hier sehr gut aus und nahm einen sehr unbekannten Schleichweg, vorbei an einer kleinen Lichtung und einem großen Baum. Nach dem Wald konnte ich schon direkt Aquarellia sehen. Eine kleine Stadt an einem Fluss in der die etwas wohlhabenderen Bürger unseres Königreiches lebten, also vorwiegend Händler und sowas. Ich war zwar schon lange nicht mehr hier gewesen, aber es schien alles wie damals als ich das letzte mal hier war. Die Leute schienen zufrieden und glücklich und überall war einiges los. Es sah garnicht so aus wie ich es von meinem Vater und dem Minister gehört hatte. Allerdings hatte ich ja auch noch einen großen Teil des Königreichs vor mir. Ich bewegte mich also schnell weiter nach Süden in Richtung Escissia. Nach einiger Zeit kam ich dort an. Escissia war etwas ganz anderes als Aquarellia, das war schon immer so, da in Escissia eher der untere Teil der Bevölkerung lebte, hauptsächlich Bauern und Bergarbeiter und damals auch sie...
Ich dachte einige zeit zurück an damals, bis meine Aufmerksamkeit von von den Umständen hier wieder ergriffen wurde. Tote, Feuer und Pest. Es war schrecklich. Es sah wirklich so aus als seien hier schon seit einiger Zeit immer wieder Brändte. Abgebrandte Felder, ausgebrandte Häuser, eingestürzte Minen. Und dazu noch viele Tote, Kranke und Halbverhungerte. Es schien ein Kreislauf aus all dem zu sein. Ich kam damit emotional nicht klar und außerdem hatte ich jetzt gesehen was ich sehen wollte.
Ich machte mich also auf den Weg zurück "nachhause"...
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1241108 von Storm_Nightmare
21.03.2016, 21:31
Aym

Mit größtmöglichen Schritten bemühte ich mich dem Pfad zu folgen, der angeblich aus dem Wald herausführen sollte, in dem ich mich befand.
Der Wind war mittlerweile zu einen nicht zu unterschätzenden Sturm geworden, welcher die Bäume um mich herum bedrohlich hin und her schwanken ließ.
Es war wichtig, dass ich in den nächsten zwei Tagen wieder auf ein Dorf oder zumindest ein paar Reisende, im besten Falle Plünderer, traf.
Mein Herz fühlte sich schwer an, ich spürte wie der gewaltige Nagel, der seit meiner Geburt an mich gebunden war, sich ihm langsam näherte. Wenn nicht bald jemand auftauchen würde, dann...
Ich hielt inne, als eine pechschwarze Feder vor mir auf den Boden herabsank. Völlig unberührt durch die stürmischen Böen landete sie elegant und unheilverkündend im Gras.
Melody begutachtete sie sorgfältig, vermied aber sie zu berühren.
Behutsam entfernte ich die Maske von meinem Gesicht und versuchte den mir vertrauten Träger dieser Federn auf einem der naheliegenden Äste ausfindig zu machen.
Der Wind peitschte einige kleinere Äste und Blätter in mein Gesicht, doch ich wich nicht zurück. Aus dem Augenwinkel gelang es mir einen Blick auf den Schattenvogel zu erhaschen, doch als ich mich hastig umdrehte, war er nicht mehr zu sehen.
Die wie immer vergebliche Suche aufgebend, bückte ich mich und ergriff die Feder, welche immer noch genau vor meinen Füßen lag. Scheinbar hatte ich noch weniger Zeit als ich vermutet hatte, die erste Feder war bereits gefallen.
Nach einigen Sekunden löste sie sich auf meiner Handfläche auf und der schwarze Rauch wurde vom Wind mitgerissen.
Mit wehmütigen Augen sah ich ihm hinterher, in der Hoffnung mir würde sich etwas bisher verborgenes offenbaren, doch es passierte nichts.
Es hatte das unstillbare Verlangen nach Nahrung, doch ich wollte den Preis um diesen kurzzeitig verstummen zu lassen nicht mit meinem Körper zahlen.
Entschlossen setzte ich meine Maske wieder auf und wandte mich zum gehen.
Ich würde rechtzeitig jemanden finden. Es geht nicht anders...
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1243601 von Icognito-Player
09.04.2016, 12:17
Tristan

Undefinierbare Stimmen umgaben mich. Echos hallten in meinem langsam erwachenden Bewusstein. Ich war mir nicht sicher ob ich träumte und konzentrierte mich darauf zu verstehen was die Stimmen sagten. Ich schnappte einige Wortfetzen auf, denen ich allerdings keinen Sinn entnehmen konnte. Dann berührte mich etwas am Arm und ich schreckte hoch. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich in das freundliche Gesicht einer Medizinerin.
"Ganz ruhig. Legen Sie sich hin."
Verwirrt sah ich mich im Raum um. Er ähnelte von den Gerätschaften her einem Labor. Mir fiel ein weiterer Mediziner auf, der mich mit ausdruckslosem Blick musterte. Der Gedanke daran, dass ich mich wohl in einer Krankenstation befinden würde, beruhigte mich etwas. Dennoch war mir das ganze nicht geheuer.
"Wie fühlen Sie sich?"
Nachdem ich einen Moment gebraucht habe um zu begreifen, dass ich gemeint war, starrte ich sie eine Weile an. Noch kreisten zu viele ungeordnete Gedanken in meinem Kopf, sodass ich nicht in der Lage war zu sprechen. Nach einigen unbeholfenen Mundbewegungen blickte ich stattdessen an mir herab. Ich lag auf einer Liege und war nicht gefesselt. Meine Lederschoner und mein Lederwams wurde abgenommen. Ich trug noch meine robuste Stoffhose und mein Hemd. An den Handgelenken entdeckte ich nur leichte Spuren der Fesseln. Offensichtlich war ich nicht lange gefesselt gewesen. Stimmt, ich bin bewusstlos geworden, als man mich abführte. Erst jetzt bemerkte ich leichte Kopfschmerzen. Überrascht stellte ich fest, dass ich einen Kopfverband trug.
"Jemand hat Sie mit einem Ziegel am Schädel getroffen. Sie waren etwa einen Tag bewusstlos. Nach unserer Einschätzung sollten die Schmerzen in wenigen Tagen nachlassen. Sie erhalten dennoch täglich zwei Mal eine Medizin, die die Schmerzen noch erträglicher machen sollte."
Bisher ergab nichts von dem was ich seit dem Eintreffen der Arkanireiter erlebt habe einen Sinn. Dennoch halfen mir die warmen Worte etwas zu entspannen. Beim erleichterten Ausatmen brachte ich ein leises Danke über die Lippen.

Nach ein paar einfachen Untersuchungen meiner Atmung verließ die Medizinerin den Raum. Mit fragendem Blick wendete ich mich nun ihrem deutlich älteren Kollegen zu, der sich die ganze Zeit über Notizen gemacht hatte. Vorsichtig legte er seine Aufzeichnungen auf einen Tisch, der neben meiner Liege stand.
"Es ist...ungewöhnlich, wie Sie den Weg hier her gefunden haben." Scheinbar beiläufig machte er diese Bemerkung, während er aus dem Fenster schaute. "Soldat. Sehen Sie zu, dass Sie wieder auf die Beine kommen. In zwei Tagen leisten Sie Ihren Eid."
Was für ein Eid? Ich hatte nach meiner Festnahme sämtliche Arten von Gefängnissen erwartet, aber definitiv keine vorzügliche medizinische Behandlung und schon gar keinen Eid. Was hier wohl gespielt wird?
"Entschuldigung, aber wo bin ich hier überhaupt?"
Der Mediziner drehte sich mit verschränkten Armen zu mir. "So ist das also." Er griff in seine Brusttasche. Ich hörte ein klimperndes Geräusch und war geschockt als er den Schlüssel hervor holte, den Wolf mir hatte zukommen lassen.
"Glauben Sie mir Soldat. Auch ich habe einige Fragen an Sie. Wissen Sie zum Beispiel wozu dieser Schlüssel dient?"
Regungslos starrte ich ihn an. Nicht in der Lage zu antworten.
"Dachte ich mir schon. Ich weiß auch nicht, wieso ausgerechnet Sie diesen Schlüssel bei sich haben."
Ich fragte mich worauf er hinaus wollte und schwieg weiterhin. Der Mediziner räusperte sich kurz und sprach dann mit gedämpfter Stimme weiter.
"Sie stecken in größten Schwierigkeiten Soldat. Doch ich bin nicht derjenige, den Sie fürchten müssen. Offensichtlich steckt man in Sie große Hoffnungen."
Einerseits warf er mit seiner Aussage etliche neue Fragen auf, andererseits spürte ich, dass das Ganze langsam kein Zufall mehr sein konnte. Nach einem erneuten Räuspern sprach der Mediziner wieder laut und deutlich.
"Erholen Sie sich gut Soldat, aber gewöhnen Sie sich nicht an die Ruhe. Ihre Ausbildung zum Arkanireiter wird lang und beschwerlich. Ich werde morgen wieder nach Ihnen sehen."
Fassungslos starrte ich, auch eine Weile nachdem er verschwunden war, zum Türbogen. War das ein schlechter Witz? Ich ein Arkanireiter? Nachdem ich von diesen abgeführt worden bin? War das nur inszeniert worden? Eine Verschwörung? Eine Falle? Was genau hat Wolf vor mir verborgen? Was hat dieser Mediziner damit zu tun? Wie viel mehr als er bereit war mir zu sagen, weiß er? Und vor allem was sollte ich als nächstes tun?
Nach einigen Minuten hatten sich meine Gedanken etwas beruhigt. Sollte Wolf etwas ausgeheckt haben, dann würde ich mich darauf verlassen müssen. Er hat mir nur selten erzählt was genau für Tätigkeiten er früher ausgeübt hat, doch seinem Erfahrungsschatz - bestehend aus Wissenschaft und Kriegswesen - zur Folge war er früher bestimmt selbst Soldat gewesen und später in Beraterpositionen aufgestiegen. Das vermutete ich zumindest. Doch entscheidend war, dass in einem Plan neben seiner Intelligenz auch Kontakte eine Rolle spielen müssen. Vermutlich waren die beiden Arkanireiter nicht eingeweiht, wohl aber ihr Befehlshaber. Der Mediziner schien ebenfalls nicht eingeweiht zu sein, wusste dennoch vermutlich mehr über die Beudeutung meiner Ankunft als ich. Angenommen das Ganze wäre ein Plan, der dafür sorgen soll, dass ich aus dem Militär, der Stadt, vor der Regierung fliehen kann, dann hätte mich der Mediziner auf der Stelle zum Tode verurteilen lassen können. Entweder war er tatsächlich auf meiner Seite oder er spielte mit mir...
Ich spielte verschiedene Konstellationen in meinem Kopf durch, die einen möglichen Plan darstellen konnten. Obwohl die meisten wohl kaum möglich wären, machte mir jede Möglichkeit neue Hoffnung. Ich hoffte einfach, dass ich das Ganze nur noch nicht verstand. Etwas überrascht wurde ich aus meinen Gedanken gerissen als die Medizinerin von vorhin den Raum betrat.
"Bitte nehmen Sie diesen Trank zu sich. Ansonsten werden sich Ihre Kopfschmerzen innerhalb der nächsten Stunde enorm steigern."
Ich hielt nicht viel von Tränken. Gegen die Verarztung von Verletzungen hatte ich nichts einzuwenden, aber normalerweise kam ich nach kurzer Zeit von allein wieder auf die Beine. Meist gezwungenermaßen, weil Medizin zu wertvoll und begehrt war um sie für normale Soldaten zu verschwenden. Erwartungsvoll hielt sie mir die Phiole hin, doch ich blickte nur ablehnend drein. Sie unternahm einige Überzeugungsversuche, doch als ich mich nach mehreren Minuten immer noch weigerte und ihr versicherte keine Kopfschmerzen zu haben, lenkte sie ein und legte mir vorsichtshalber das Fläschen auf den Tisch. "Falls Sie sich doch noch dazu entschließen sollten."
Begleitet von einem enttäuschten Seufzen verließ sie den Raum. Nach ein paar Minuten merkte ich tatsächlich, wie die Kopfschmerzen wieder kamen. Als ich mit dem Gedanken spielte doch einfach die Medizin zu nehmen, stieg in mir Misstrauen auf. Warum sollte ich so gut behandelt werden? Nichts in meinem Leben hätte dazu führen können, dass ich zu den Arkanireitern stoßen würde. Trotzdem soll das wahr sein?

Am nächsten Morgen folgten weitere Untersuchungen. Nachdem ich am Vortag erst aufgrund der prophezeiten starken Kopfschmerzen die Medizin genommen hatte, trank ich sie dieses Mal ohne zu zögern. Außerdem wollte ich die Untersuchungen nicht länger hinauszögern als nötig. Der ominöse Mediziner war erneut anwesend und würde wohl nur auf einen ruhigen Moment warten um mit mir zu sprechen. Als die Ärztin fertig schien und den Raum verließ, blickte ich erwartungsvoll zu ihm herüber. Doch er stand auf und verließ mit ausdrucksloser Mine den Raum. Enttäuscht seufzte ich und sackte in meiner Liege zusammen. Ungeduldig wartete ich auf Informationen, die mir erklären konnten was das ganze hier bedeutet und wie ich von hier weg komme. Plötzlich betrat der Mediziner doch wieder den Raum. Er beugte sich zu mir herunter und flüsterte eindringlich los.
"Ich habe beunruhigende Dinge in Erfahrung gebracht. Diese werden bei einem Misserfolg des Plans uns unsere Köpfe kosten. Wir haben einen gemeinsamen Freund, der einen letzten Versuch unternimmt das System zu stürzen. Es fehlt die Zeit um dir die Einzelheiten zu erklären, doch er und ich waren Teil einer Organisation aus...Saboteuren, die hochrangige Personen zu "manipulieren" versuchten. Bevor wir allerdings entscheidend in das Regierungsgefüge eingreifen konnten, wurden unsere Machenschaften aufgedeckt. Jeder der identifiziert wurde, wurde getötet. Wolf und ich waren zwei von einer Hand voll Agenten, die glücklicherweise nicht überführt worden sind. Das ist so viel wie du wissen musst. Mehr kann ich dir vielleicht später erklären. Sobald ich meine letzten Nachforschungen abgeschlossen habe, werde ich dich über unsere weitere Vorgehensweise in Kenntnis setzen."

Er drückte mir Wolfs Schlüssel in die Hand und stürmte hinaus. Allein von den vielen aufgeworfenen Fragen bekam ich Kopfschmerzen. Zwar hatte er mir ein paar Informationen gegeben, doch wieder warfen diese nur noch mehr Fragen auf...
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1246454 von Hydrofan
30.04.2016, 21:19
Ren, Vanitéa

Das Mädchen, welche sich als Sayako vorstellte erklärte mir ihre Lage. Sie erzählte irgendetwas von dass sie von Zuhause geflohen ist, weil man dort keine Pokémon haben durfte. Das würde auch dieses Pupponcho erklären, denn ich dachte sie wüsste zuerst nicht dass Pokémon auch hier verboten sind. "Also mein Name ist Ren. Du scheinst ja in einer ziemlich schlimmen Lage zu sein." Ich grinste etwas und schaute sie an. Offenbar war sie im Moment nicht für einen Spass zumute. "Also, ich habe ja nichts dagegen dass du dich gerade hier Versteckst, oder was auch immer dich noch hier hält. Aber eins will ich sofort klar stellen: Ich bin ein Dieb und stehle um zu überleben. Das hier ist mein momentanes Versteck, und ich würde mich sehr verbunden fühlen wenn du niemandem verrätst das es hier ist.", "Ein Dieb? Du siehst aber nicht gerade böse aus." Ich seufzte leise. "Ist ja auch nicht so als ob alle Diebe böse wären. Du hast davon wahrscheinlich sowieso wenig Ahnung, wenn man so aufwächst wie du... Hörst du mir überhaupt zu?" Sie nahm das Pupponcho in die Arme und schien gar nicht auf mich zu achten. "Was ist los mit ihr? Sie bewegt sich ja fast gar nicht...", "Es ist wahrscheinlich einfach nur ermüdet. Hattest du etwa noch nie ein Pokémon? Ach ja, Moment, habs vergessen. Also um ehrlich zu sein, ich habe auch ein Pokémon. Es zeigt sich nur ungern. Ich kenne da so einen Markt bei dem Heilkräuter für Pokémon angebietet werden-" Sie unterbrach mich direkt. "Ehrlich? Wo ist er? Bitte zeig mir wo man die kaufen kann!", "Ist ja gut! Es ist eigentlich gleich um die Ecke. Aber wie gesagt, rein offiziell ist es ein Schwarzmarkt, oder zumindest wäre er es wenn man ihn kennen würde. Folge mir, aber stell dein Pupponcho zurück in deine Tasche und sei ganz unauffällig!" Sie nickte.

Ich blickte aus dem Spalt währenddem sie ihr Pupponcho langsam in die Tasche legte. Als die Luft rein war schlüpfte ich langsam durch den Spalt, gefolgt von ihr. Ich wusste nicht ganz ob man sie hier in der Umgebung kannte, mein Gesicht war ja soweit unbekannt, aber bei ihr war ich unsicher. Deswegen nahm ich aus Sicherheit einige Umwege, die Umgebung hier kenne ich auch ziemlich gut. Nach einigen dunklen Gassen und verzwickten Abkürzungen kamen wir endlich am Markt an. Man sah schon die Stände mit den Kräutern drauf. Die Stadtwachen kennen diesen Markt zwar, die denken aber dass das irgendwelche zwielichtige Händler sind, die die Leute abzocken indem sie ihnen Kräuter verkaufen die gar nichts bringen. Dabei sind die ja auch für Pokémon gedacht. Meiner Meinung nach eine perfekte Tarnung. Ich ging zu einem Stand den ich gut kannte.

"Hallo Tom. Ich bins mal wieder.", "Ren, lange nicht gesehen. Wen hast du denn da mitgebracht?" Man konnte irgendwie spüren wie Sayako etwas Angst hatte. Kein Wunder, Tom sieht von aussen auch einfach nur abschreckend aus. Dabei ist er nur ein einfacher Mann der versucht gegen das Pokémonverbot vorzudringen. Ich kenne ihn nicht sehr gut, aber wir treffen uns ab und zu mal und dann kommt es schon zu Gesprächen. "Das ist Sayako. Sie lag auf einmal einfach so bewusstlos vor meinem Versteck. Ich wollte nicht dass sie da auf der Strasse liegen bleibt, deswegen habe ich sie einfach mal rein genommen.", "Hallo Sayoko, ich bin Tom. Du musst schon keine Angst vor mir haben." Er lachte ziemlich laut und es schien so als ob sich die Spannung etwas löste. "Also... Ich habe hier ein Pokémon welches Verletzt ist. Und Ren hat mir erzählt dass ihr hier Kräuter dafür verkauft. lässt sich da irgendetwas machen?", "Zeig mir mal das Pokémon, aber pass auf dass dich niemand sieht." Sie zögerte zuerst etwas, aber öffnete dann ihre Tasche. "Ein Käfer also. Dafür wäre dieses Kraut ziemlich gut." Er bückte sich unter seinen Tisch und nahm eine pulverartige Medizin hervor. "Und wie viel kostet-", "Hier für dich, Ich hoffe du bist zufrieden." Ich legte sofort einige Schmuckstücke die ich von Beutezügen geholt habe vor ihn hin. Er nahm sie an, bedankte sich bei uns und wir verabschiedeten uns dann.

"Was hast du ihm da denn gegeben?", "Ich kauf öfters bei ihm, er kennt meine Arbeit gut. Also bin ich für ihn sozusagen einfach sehr vertrauenswürdig. Ausserdem weiss er wo ich mich verstecke, und so jemandem will ich nicht wirklich als Feind haben." Ich setzte wieder mein selbstsicheres Lächeln auf und dann gingen wir zurück in den Bunker. Im Bunker zeigte ich ihr dann wie man diese Kräuter im Pokémon geben muss. Man sollte noch etwas Wasser dazugeben, sonst ist es für die meisten Pokémon zu trocken. Da ich dieses Pupponcho nicht kannte wusste ich nicht was es gern hat. Als ich ihr die Medizin vergeben habe, setzte ich mich hin und wartete, da ich sowieso nichts besseres zu tun habe. Währenddessen wartete sie aufgeregt vor dem Pokémon um zu sehen ob irgendetwas passierte.
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Re: Foren RPG III - Dark Age

#1247787 von Icognito-Player
08.05.2016, 13:25
Tristan, Kaserne der Arkanireiter

Wir standen still. Zwanzig Rekruten nebeneinander aufgereiht, bereit einen Eid zu schwören, der sie ihr Leben lang binden würde. Niemand machte einen Mucks. Vor uns stand unser leitender Ausbilder in einer prächtigen silber-bronzenen Rüstung und starrte uns eindringlich an. Noch war niemand sonst in der riesigen prunkvoll verzierten Halle anwesend.
Vergeblich hatte ich im Vorfeld versucht mit ein paar Rekruten zu erzählen. Doch irgendwie schien jeder nur auf sich fixiert zu sein. Mag sein, dass es nur eine Frage der Anspannung war, aber ich hatte auch das Gefühl, dass manch einer an Überheblichkeit kaum zu überbieten war. Teilweise sah man den Leuten an, dass sie bisher höherrangige Soldaten waren als ich. Soweit ich es von Hörensagen kannte, begann man hier allerdings wieder ganz von vorn in der eigenen Hirarchie der Arkanireiter. Zumindest offiziell spielte es dann keine Rolle mehr, wer man vorher war.
Aufgrund meiner Haltung merkte man es mir wohl nicht an, doch ich fühlte mich hilflos. Während die meisten Rekruten jahrelang hierauf vorbereitet wurden, hatte man mich ohne Vorwarnung aus dem relativ entspannten Alltag gerissen. Doch bald würde das hier sowieso ein Ende nehmen, schwor ich mir. Einer Truppe von Auftragsmördern und herzlosen Kriegsmaschinen anzugehören war wahrlich nicht mein Ziel im Leben. Früher oder später würde mein Gewissen Überhand nehmen und dazu führen hier gehörig anzuecken. Mit anderen Worten konnte mich eine Befehlsverweigerung hier ganz schnell den Kopf kosten oder zumindest einiges an Folter nach sich ziehen. Deshalb hatte ich keine andere Wahl als zu fliehen.

Nach einer Weile fragte ich mich wie lang wir wohl noch warten müssten. Irgendwann jedoch drehte sich unser Ausbilder in Richtung Eingang und salutierte. Noch konnten wir Rekruten nicht sehen, wer die Halle betreten hatte. Wir hörten nur wie langsame, schwere Schritte widerhallten. Außerdem schien man die Vibrationen im Boden durch unsere Stiefel hindurch zu spüren. Dann tauchte in meinem Sichtfeld ein gefühlt übermenschlich großer Ritter auf. Sein Helm überragte unseren Ausbilder, der mindestens einen Kopf größer als ich war, um mindestens zwei weitere Köpfe. Man spürte, wie seine Anwesenheit jedem einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Etwas hinter ihm folgten mehrere Priester, die etwas in ein Tuch gewickeltes in der Hand hielten. Der riesige Ritter positionierte sich neben unseren Ausbilder, mittig der Reihe von uns Rekruten. Die Priester liefen hinter den beiden lang, sodass am Ende jeder Rekrut einem Priester gegenüber stand.
Ohne erkennbares Zeichen begannen die Priester zu summen. Das Summen wurde lauter und wurde zusätzlich durch das Echo verstärkt. Dann öffneten die Priester gleichzeitig ihre Münder und stimmten in einen Gesang ein. Die Sprache erinnerte mich an die, die die Arkanireiter bei meiner Verhaftung gesprochen hatten. Im Saal entstand eine furchteinflößende Atmosphäre. Nach einigen Strophen ging der laute Gesang in ein gemurmeltes Gebet über. Als der riesige Ritter das Wort ergriff, untermalte das Gemurmel seine Ansprache.

"Rekruten. Ihr seid auserwählt zu der nobelsten, brutalsten, ehrenvollsten und tödlichsten Einheit zu gehören, die unsere Armee zu bieten hat. Von euch wird nichts weiter gefordert als Gehorsam bis über den Tod hinaus und das Verschmelzen mit eurem Partner zu einer tödlichen Waffe. Hört auf Dinge zu hinterfragen, da es euch ablenkt. Hört nicht auf euer Herz, da es leicht zu töten ist. Sondern hört auf euren Willen zu überleben, da dies das Einzige ist, was mit zunehmender Erschöpfung stärker wird.

Ihr werdet eine neue Dimension der Partnerschaft kennen lernen. An eurer Seite wird bis zu eurem oder ihrem Tod eine gezähmte Bestie kämpfen. Lernt von ihr und sie wird von euch lernen. Profitiert voneinander und seid gemeinsam stärker als ihr es allein jemals sein könntet. Tragt euren Teil dazu bei, dass die Arkanireiter von sämtlichen Heeren dieser Welt gefürchtet werden.

In wenigen Augenblicken werdet ihr die Eier eurer Partner erhalten. Danach findet ihr euch am Westtor der Kaserne ein. Dort werdet ihr euren ersten Auftrag erhalten. Doch eine Sache möchte ich euch noch vermitteln. Ihr werdet alles aus eurem bisherigen Leben opfern müssen. Doch das ist der Preis, den ihr mit einem Lächeln bezahlt, weil ihr dafür Zutritt zu einem Leben erhaltet, das jedem normalen Sterblichen verwehrt ist. Ihr seid kein Mensch mehr, auch kein einfacher Soldat, sondern Arkanireiter."


Ich ließ das patriotische Gelaber über mich ergehen, doch am Ende horchte ich auf. Irgendetwas kam mir bekannt vor. Nur hatte ich keine Zeit weiter darüber nachzudenken, weil einer der Priester auf mich zugeschritten kam. Er hielt das noch umwickelte Ei vor mich. "Du darfst das Tuch nun entfernen" sagten die Priester im Chor. Behutsam ergriff ich die oberste Stoffschicht. Zum Vorschein kam ein orange, rot und schwarz gemustertes Ei. Der Anblick war überwältigend, noch nie hatte ich ein Pokémon-Ei gesehen. Mit leicht zittrigen Händen griff ich nach dem Ei, doch aus dem Augenwinkel sah ich, wie der Priester mich schlagartig mit großen Augen ansah. Verwirrt ließ ich meine Hände vom Ei. Kurz darauf ertönte ein "Du darfst das Ei nun an dich nehmen.". Um mir ein Grinsen zu verkneifen biss ich mir auf die Lippen und nahm es nun doch in die Hand. Noch einmal Glück gehabt.

Die Rekruten wurden voneinander getrennt und jeder begleitete einen fertig ausgebildeten Arkanireiter in die Tiefen des Waldes, der sich an die Kaserne anschloss. Uns wurde gesagt, dass wir diese Nacht auf uns allein gestellt sein würden. Wir sollten jeder ein Feuer entfachen an welchem man entweder sich oder sein Ei wärmen durfte. Nach eigenem Ermessen durfte man mit dem Ei die Plätze tauschen. Es wurde erklärt, dass unser noch zu schlüpfender Partner stirbt, wenn das Ei auskühlt. Außerdem würde es unauffällige Patrouillen geben. Sollte jemand dabei erwischt werden, wie er sich gleichzeitig mit dem Ei am Feuer wärmte, so würde derjenige schlimme Folterungen über sich ergehen lassen müssen und für Jahre in ein Arbeitslager gesteckt werden. Die Karriere als Arkanireiter konnte also vorbei sein bevor sie begonnen hatte.
Während ich dem Arkanireiter, der vor mir her ritt, folgte, machte ich mir Gedanken über den Auftrag. Es war zwar eine extrem unangenehme Situation, aber hier konnte man beweisen wie viel man bereit war für seinen Partner einzustecken. Ich wollte den Arkanireiter fragen, was er davon hielt, aber traute mich nicht ihn anzusprechen. Er machte auch keine Anstalten mit mir über das Bevorstehende zu sprechen. Nachdem wir uns etwa eine Stunde lang unseren Weg durch den Wald gebahnt hatten, blieb das Arkani stehen. Der Reiter sah sich kurz um und blickte dann zu mir herab. Ohne ein Wort zu sagen, gab er seinem Arkani einen sanften Tritt und machte sich aus dem Staub. In unglaublichem Tempo rannte und sprang sein Arkani durch den Wald. Nach wenigen Sekunden konnte ich die beiden nicht mehr erblicken. Nun gut, scheint so als wäre das hier mein Lager für heute Nacht.

Bis zum endgültigen Sonnenuntergang hatte ich einen Haufen an Brennholz gesammelt und das Feuer brannte auch schon. Zufrieden legte ich das Ei ganz dicht ans Feuer. Ein Feuer-Pokémon konnte es sicherlich kaum warm genug haben. Für einen Moment ließ ich die unglaubliche Schönheit des Eies auf mich wirken. Dann fiel mir allerdings auf, dass ich mich gerade gleichzeitig mit dem Ei am Feuer aufhielt. Sofort löste ich meinen Blick und machte ein paar Schritte weg vom Feuer. Vorsichtig tastete ich mich zu der Stelle an der ich etwas Moos und Blätter platziert hatte. Von hier hatte ich einen guten Blick auf das Ei und eine bequeme Position zum Schlafen gefunden. Noch fror ich nicht, allerdings war es mit der Zeit merklich kühler geworden.

Ich schreckte hoch. War da gerade ein Geräusch? Oder hatte ich es mir nur eingebildet? Der Mond erhellte den Wald nur spärlich, weshalb ich kaum etwas erkennen konnte. Es blieb still. Als mir auffiel, dass das Feuer nur noch glimmte, vergaß ich meine Anspannung von eben, sprang auf und warf ein paar trockene Zweige in die Glut. Behutsam baute ich das Feuer in ein paar Minuten wieder auf. Als ich fertig war, hockte ich mich hin und betrachtete durch das Feuer das mir anvertraute Ei. Mir wurde langsam bewusst, dass allen Fluchtplänen zum trotz ich hier ein Leben eines Pokémon zu verantworten hatte. Mein Kontakt mit Pokémon war in den letzten Jahren stark eingeschränkt worden. Als Kind hatte ich öfters heimlich mit streunenden Pokémon gespielt. Doch seit ich bei der Armee war, hatte ich keinen persönlichen Kontakt mehr zu diesen Wesen. Vereinzelt konnte ich aber wilde oder für das Militär gezähmte Pokémon beobachten. Wolf war so freundlich mich am momentanen Wissensstand über Pokémon teilhaben zu lassen. Je länger ich darüber nachdachte ein eigenes Pokémon zu besitzen, desto größer wurde meine Vorfreude darauf. Ich nahm mir vor über Pokémon im Allgemeinen zu lernen um später nicht nur menschliche Verbündete um mich scharen zu können. Die Macht der Pokémon würde ein entscheidender Faktor sein. Doch ich versuchte mich zu beruhigen. Noch bin ich hier, mit einem schutzlosen Ei gefangen in der gefährlichsten Einheit der Armee meines Volkes. Noch musste ich kleinschrittig denken. Noch hatte ich nichts erreicht. Noch steht mein Leben und das meines Partners auf Messers Schneide. Bedrückt schaute ich zu dem Ei. War ich egoistisch, wenn ich das Leben in diesem Ei durch meine Flucht aufs Spiel setzte? Für einen kurzen Moment überlegte ich meinen Partner, egal ob geschlüpft oder als Ei zurückzulassen, wenn ich flüchte. So würde ich keine Unschuldigen durch mein Handeln gefährden. Doch dann kam mir ein anderer Gedanke. Noch war dieses Leben unschuldig. Es hatte im Gegensatz zu seinen Brüdern und Schwestern und zu allen Menschen die Chance hieraus zu entkommen beziehungsweise gar nicht erst Opfer dieses Regimes oder dieser Armee zu werden. In Pokémon und Menschen stecke mehr als nur gefühlskalte Wesen. Sie hätten von Geburt an Intelligenz und Nächstenliebe inne, doch ihr Umfeld ließe sie dies vergessen. So hatte es mir Wolf immer erklärt. Es lag also an mir das Pokémon aus dem Ei zu prägen. Entweder konnte ich es hier in Gefangenschaft sein elendes Dasein fristen lassen oder ihm ein Leben in Freiheit und Freundschaft ermöglichen. Die Welt brauchte keine weitere Bestie. Ich musste bereit sein mein Leben zu geben um diesem wieder einen Sinn zu geben. Genauso werde ich meinen Partner zwingen müssen dieses Risiko einzugehen. Entschlossen erhob ich mich aus meiner Hocke. "Ich kann es nicht verantworten ein weiteres Leben an dieses Regime zu verschwenden..." flüsterte ich mit einer Hand zur Faust geballt.

"Gut gebrüllt Löwe." flüsterte jemand.

Ich zuckte zusammen. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich derartig erschrocken. Vor mir stand jemand. Ich hatte seine Silhouette im Schein des Feuers für einen Baumstamm gehalten. Doch nun wurde mir bewusst, dass ich seitdem ich mit dem Feuer fertig war Gesellschaft hatte. Wie angewurzelt starrte ich in Richtung der Umrisse, die sich immer deutlicher vom Rest des Waldes abgrenzten. Offensichtlich hatte diese Person keine metallene Rüstung an. Diese hätte geschimmert. Es musste eine Art dunkles Gewand sein. Langsam versuchte ich wieder meinen Mut zusammen zu nehmen. Ich spannte meinen Körper an und flüsterte so selbstsicher wie möglich:"Wer ist da?"
Einige Sekunden blieb es still. Dann machte er einen Schritt an das Feuer heran. Vor mir stand der Mediziner in einer finsteren und aufwendig verzierten Lederrüstung. Ich verstand wieder einmal die Welt nicht mehr. "Diesen Fummel hatte ich schon seit etlichen Jahren nicht mehr an. Aber er passt immer noch perfekt, meinst du nicht auch?"
Etwas verblüfft über seine lockere Ausdrucksweise schaute ich ihn mit leicht geneigtem Kopf an und wusste nicht was ich sagen sollte. Etwas albern sah er aufgrund seines Alters in dieser Rüstung allerdings aus.
"Komm, lass uns keine Zeit verlieren!"
Er nahm das Ei und warf es zu mir herüber. Als ich hektisch das Ei fing, meinte er nur, dass Pokémon-Eier deutlich robuster sind als es den Eindruck mache. Die Wildnis sei nicht ansatzweise so bequem, wie die Welt innerhalb unserer Mauern. Kurz darauf lief er ohne eine Fackel oder ähnliches los in die Finsternis. "Bleib dicht hinter mir."
Auf meine Frage wie er bei dieser Dunkelheit etwas sehen konnte, antwortete er nur "Alles eine Frage der Übung."

Völlig außer Atem schleppte ich mich dem Arzt hinterher. Wie ein junges Ponita bahnte er sich seinen Weg durch den Wald. Wir hetzten nun schon seit mindestens einer halben Stunde durch die Finsternis. Kurz bevor ich mich bemerkbar machen und nach einer Pause fragen wollte blieb er stehen. Mit einem Lächeln drehte er sich zu mir um und zeigte nach links. Mittlerweile hatten sich meine Augen so stark wie möglich an die Dunkelheit gewöhnt, sodass ich sofort erkannte worauf er mich aufmerksam machen wollte. Dieser Wald grenzte an eine Felswand, die steil emporragte. Und wir standen direkt vor einem Höhleneingang. "Diesen Ort finde ich so gut, als wäre das letzte Zusammentreffen unseres Ordens gestern gewesen."
Mit einer seltsamen sich selbst entzündenden Flüssigkeit hat er uns zwei Fackeln angezündet, die uns den Weg durch die verzweigten Höhlengänge erleuchteten.
"Dies hier war vor vielen Jahren ein Bergwerk in dem Zwangsarbeiter, meist politische Gefangene beschäftigt waren. Manche haben hier bis zu ihrem Tod gearbeitet. Doch dann gab es plötzlich....mysteriöse Todesfälle unter den Wächtern und die Insassen wurden krank. Einige Zeit wurde gerätselt, was die Ursache dafür war. Bis ein Heiler gerufen wurde, der feststellte, dass die Luft von einem Gift durchströmt wird, welches aus den Tiefen des Erdbodens seinen Weg an die Oberfläche sucht. Unter diesen Umständen konnte man hier nicht weiter graben. Also gab man dieses Bergwerk auf. Mitsamt den Zellentrakten, in denen die Zwangsarbeiter schliefen. Eine schöne Geschichte nicht wahr?"
"Worauf willst du hinaus?"
"Nun es ist nicht alles so wie es scheint. Zufälligerweise war besagte Heiler mein Vater. Und die Gifte kamen keinesfalls aus dem Boden. Im Spiel waren einfach zu mischende Tränke, die sich schnell in Luft auflösten. Unauffällig verschütteten die zum Putzen abgestellten Arbeiter etwas davon in den Unterkünften der Wächter. Innerhalb kürzester Zeit hatten so die Vorgänger von Wolf, mir und unseren Kameraden also eine Stätte geschaffen wo man sich vollends den Blicken der Obrigkeit entziehen konnte. Gleich sind wir übrigens am Ziel. Du erinnerst dich an den besonderen Schlüssel, dessen Bedeutung du nicht kanntest?"

Ich klopfte demonstrativ auf meine Brusttasche in welcher ich ihn verstaut hatte.
"Es ist einer der Schlüssel zu einer besonderen Zelle. Von dort aus haben wir einen Tunnel gegraben, der hinaus in die Freiheit führt. Wir haben hier reihenweise Leute rein -und rausgeschleust, aber seit unsere Machenschaften beinahe aufgedeckt wurden, sind wir viel vorsichtiger geworden. Nur noch die engsten Mitglieder unseres Ordens erhielten einen Schlüssel zu dieser Zelle. Wir einigten uns darauf, dass diese nur in größten Notfällen...geöffnet...werden...darf..."
Der Mediziner blieb stehen. Sein Blick richtete sich verdächtig starr auf eine offene Zellentür. Langsam senkte sich sein Kopf.
Hinter uns ertönte eine Stimme.

"HAHAHAHAHA!
Es tut mir furchtbar Leid, dass ich euch doch noch enttäuschen muss. Riecht ihr nicht schon den Duft der Freiheit? Los! Los! Nehmt einen tiefen Atemzug! Ahhhh wie frisch! Schon fast tragisch, dass wir uns nicht ewig hier unten aufhalten können um die tolle Luft zu genießen. Deshalb komme ich am besten zum Punkt. Ihr zwei seid so gut wie Tod oder was sagst du Partner?"


Mittlerweile hatten sich der Mediziner und ich umgedreht. Uns stand ein Arkanireiter gegenüber, dessen Arkani neben ihm schon das Maul voller Flammen hatte. Verzweifelt blickte ich zur Seite. Der Mediziner hatte unverständlicherweise sein Lächeln wieder gefunden. Er schloss die Augen und atmete tief ein, so wie es der Arkanireiter eben noch höhnisch empfahl. Mit voll gefüllten Lungen öffnete er wieder seine Augen, sah mich entschlossen an und brüllte plötzlich: "LAUF!"
Ich dachte nicht weiter nach und rannte los zur offenen Zellentür. Kurz darauf brüllte das Arkani los und eine Explosion hinter mir erschütterte den Tunnel. Die Druckwelle warf mich zu Boden. Geradeso schaffte ich es mich unter das Ei zu werfen und nicht anders herum. Dichter Rauch umgab die Stelle an der bisher noch alle standen. Ich rappelte mich auf und hetzte zur Zelle. Drinnen war das Loch in der Wand nicht zu übersehen. Ohne nachzudenken rollte ich das Ei voran in den engen Tunnel. Komplett blind schob ich es vor mir her und kroch so schnell ich konnte. Plötzlich hörte ich wie das Arkani erneut brüllte. Die Flammen waren so hell, dass sie sogar mein Sichtfeld erhellten, sie waren so kraftvoll, dass sie die Zellentür mit einem Ohren betäubenden Knall zuschlugen und so heiß, dass ich tatsächlich Angst hatte Verbrennungen davon zu tragen. Außerdem bebte der Boden bedrohlich. Auch einige Zeit nachdem die Flammen abbrachen hörte das Beben nicht auf. Scheinbar stürzte der Zellentrakt gerade ein. Ich kroch in Todesangst weiter und hoffte nicht jetzt noch zu scheitern.

Fassungslos lehnte ich mich an die Wand aus der ich gerade heraus gefallen war. Meine Kleidung war blutverschmiert. Beim Kriechen durch den Tunnel hatte ich mir Hände, Arme, Beine und Gesicht aufgerissen. Die Sonne ging gerade über dem Ozean auf und tauchte das Tal vor mir in einen orangenen Schimmer. Wie in Trance ließ ich dieses Bild auf mich wirken.
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