Familienbild

#1293391 von DerSpieler
22.08.2017, 13:50
FAMILIENBILD
Papa, Mama, Kind?


Ich dachte mir es wäre mal wieder Zeit die Plauderecke etwas wieder zu beleben.
Das Thema das mich momentan interessiert ist das aktuelle Familienbild bzw. dein Familienbild oder etwas weiter gefasst, das Familienbild der Community. Ich habe kurz die Suche befragt und festgestellt, dass wir (scheinbar) noch kein entsprechendes Thema haben, ergo dieser Startpost.
Überschneidungen gibt es nach meiner Ansicht mit dem Thema Gleichberechtigung von ScriptDrache und zu Teilen natürlich auch zum relativ bekannten Thema Sexulität von Furanty. Logischerweise gilt, dass man abwägen sollte ob der eigene Beitrag eher eines der beiden verlinkten Themen trifft aber ich denke die Verwechslungsgefahr ist relativ gering.


Einleitung
Was verstehe ich unter Familienbild? Ich glaube die zweite Überschrift macht es relativ gut klar. Es geht darum wie man sich eine Familie vorstellt. Beispielweise, aus welchen Mitgliedern besteht eine Familie? Vater, Mutter, Kind? Braucht es mehr als ein Kind für eine "richtige" Familie, zählt ihr Großeltern, Onkel und Tanten auch zur Familie, vielleicht Haustiere oder Bekannte? Wie unterscheiden sich diese Personen von denen die ihr nicht zu einer Familie zählt und vielleicht wichtiger welche dieser Personen ist für eine Familie zwingend notwendig oder auf welche Person kann man verzichten (z.B. im Bezug auf Alleinerziehende).
Außerdem ist natürlich interessant welche Rollen diese Personen einnehmen sollten. Muss ein Vater der klassische Ernährer sein, muss sich die Mutter um den Nachwuchs und Haushalt kümmern oder wie ist es mit der Gleichberechtigung?
Sind diese Rollen an Geschlechter gebunden? Also kann eine Mutter ein Mann sein oder ein Vater eine Frau (dies kann, muss aber nicht bezogen auf homosexuelle Beziehungen verstanden werden).

Daneben interessiert es mich wie es bei euch zuhause aussieht. Habt ihr Erfahrungen mit besondere Konstellationen, welche Folgen kann eine ungewöhnliche Familienzusammensetzung haben?

Zuletzt würde ich um eine Bewertung bitten. Gibt es vielleicht Familienzusammensetzungen die ihr besser findet als andere? Also was ist z.B. euer Ideal? Ich will darauf hinaus, dass man z.B. homosexuelle Paare tolerieren kann aber dennoch eine konservativere Familie für in irgendeiner Weise besser (oder schlechter) einordnet.
Im Bezug dazu steht auch die Frage welche Art von Familie ihr euch für die Zukunft wünscht, oder für die Älteren gegebenenfalls für die Familien eurer Kinder.


Denkt daran, besonders bei der Meinung gibt es keine falschen Antworten!
Es geht hier nicht darum die Antwort zu geben, die der Lehrer hören will ;D

~DerSpieler

PS.: Wie meistens bei meinen Beiträgen habe ich natürlich eine Meinung aber werde diese nicht direkt im Startpost äußern.
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Re: Familienbild

#1293399 von zaya
22.08.2017, 14:38
Hey!
Ich finde, das ist ein sehr schönes Thema.
Zur Familie zählen für mich Mutter, Vater, Geschwister, und von mir aus auch Haustiere, darauf werde ich aber noch zurück kommen.
Oma, Opa, Tante, Onkel usw. sind für mich verwandte.
Ein Kind reicht mMn, um eine Familie zu sein, allerdings finde ich es dann nicht mehr so lebhaft, aber als Einzelkind gewöhnt man sich bestimmt daran.

Zu einer Familie gehört für mich aufjedenfall die Mutter , ich finde es zwar schade wenn kein Vater mehr da ist, aber man kann eher auf den Vater, als auf die Mutter verzichten. So sehe ich das. Kann aber auch bei jedem anders sein.

Dieses typische "Frau bleibt zuhause, Mann arbeitet" kennen wir alle. Ich finde das Wort "Gleichberechtigung" passt hier gar nicht rein. Man sollte selber entscheiden können, die Frau muss nicht zwingend zuhause bleiben. Bei mir arbeiten z.b. beide Teile, meine Mutter allerdings nicht solange, und wir sind 2. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, eine Frau zu bekommen, welche nicht nur für das Haus gut ist, sondern auch arbeitet, aber auch Zuhause bleiben kann, wenn sie möchte.
Ein Mann kann übrigens auch mal gerne Hausarbeiten erledigen, es gleicht ja eher einem Klischee, dass Frauen die Hausarbeit erledigen, und dass noch "besser". Ich finde da sollte man keinen Unterschied machen.
Mit 4 Kindern sieht das alles natürlich etwas anders aus. Ich wünsche mir für meine Zukunft 4 Kinder, wenn ich Glück habe, 2 Mädchen und 2 Jungs. Aber können dann wirklich beide Elternteile arbeiten? Jain, ich finde es kommt drauf an, was man für einen Job hat. Wenn man Lehrer ist, hat man es einfacher, als wenn man morgens aufstehen, und die Bäckerei aufmachen muss.

Zu den Haustieren nochmal, ich zähle sie gerne zur Familie, egal ob Papagei oder Hund. Auch wenn es eher so vorkommt als würde man zu einem Freund "Bruder" sagen, weil man sich gut versteht. Ich finde, manchmal kann man von der Blutsverwandtschaft wegsehen, und auch Haustiere, die manchmal viel näher als Blutverwandte sind, als Familienmitglied bezeichnen.

So, das wars von mir. Ich hoffe, dass ich niemanden angegriffen habe, und das meine Meinung weningstens etwas verständlich ist.
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Re: Familienbild

#1293406 von Tristan Jo
22.08.2017, 15:06
Für mich besteht die (enge) Familie aus mindestens einem/einer Erziehungsberechtigten und einem ihm/ihr (rechtlich) unterstellten Kind. Dabei ist für mich nicht ausschlaggebend, ob es sich bei dem Erziehungsberechtigten um die leibliche Mutter, den leiblichen Vater, eine Zieh-/Adoptionsmutter, einen Zieh-/Adoptionsvater oder eine beliebige, auch gleichgeschlechtliche, Konstellation aus diesen Möglichkeiten handelt. Wichtig ist für mich, dass die Essenz einer Familie, nämlich ein besonders enges Zusammengehörigkeitsgefühl, sowie ein besonderes Verantwortungsgefühl füreinander, gegeben ist.

Ich selbst lebe in einer ziemlich klassischen Familie mit Frau und 2 leiblichen Kindern. Nichtdestotrotz kenne ich viele Familien, die alles andere als klassisch sind und trotzdem sehr gut, und besser als manch klassisches Beispiel, funktionieren und das Gefühl, welches "Familie" für mich persönlich widerspiegeln sollte, abolut repräsentieren können.

Der erweiterte Familienbegriff schließt für mich dann die Großeltern, Tanten/Onkel und Cousins/Cousinen ein. Hier ist meiner Meinung nach aber auch viel mehr das subjektive Empfinden entscheidend. Ich kenne das von mir selbst ganz gut. Auf der Seite meiner Mutter zählen alle aufgezählten Verwandeten für mich sogar zur engeren Familie. Auf der Seite meines Vaters eher weniger bis gar nicht, sie bezeichne ich als "Verwandte". Bei meiner Frau ist es exakt das gleiche (wobei ihre Eltern/meine Schwiegereltern getrennt leben, meine eigenen nicht).

Was Haustiere angeht, bin ich zwiegespalten. Wir haben auch 2 Kater, die wir über alles Lieben, aber ob ich sie zur Familie zähle? Ich denke eher nicht, obwohl sie ebenfalls eine besondere Stellung einnehmen (Gehe ich von meiner Definition weiter oben aus, fehlt mir hier, das Verantwortungsgefühl des Katers mir gegenüber. Wobei man da sicherlich auch Beispiele finden würde, wo es sich zumindest exemplarisch andeuten lässt.).

Wie eine Familie dann ihren Alltag bestreitet, halte ich für eine absolut persönliche Sache. Wenn es mit "Frau am Herd und der Mann geht arbeiten" funktioniert und alle damit zufrienden sind, warum denn nicht? Andersherum kann es genau so gut funktionieren. Ich selbst bin kein großer Fan von zwei arbeitenden Elternteilen, solange die Kinder noch sehr jung sind (ich sage mal bis Ende Vorschulalter), weil ich es selbst als Kind anders erlebt habe (ich weiß aber, dass das besonders heutzutage ein kaum mehr vorzufindender Luxus ist).
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Re: Familienbild

#1293449 von Cyber_Trevenant
23.08.2017, 11:36
Für mich ist Familie eigentlich alles, wo mind. ein Kind und ein Erwachsener dabei sind und wo eine enge Bindung zwischen allen herrscht (vor allem die Mutter/Vater-Kind-Bindung ist sehr wichtig). Im Endeffekt ist das ja auch das Einzige, was wirklich alle Familienformen, die es gibt, gemeinsam haben.

Haustiere sind für mich keine Familienmitglieder. Klingt jetzt etwas hart für die, die ihre Haustiere lieben, aber Haustiere sind keine Menschen! Sie haben zwar die gleichen Rechte, aber...

Ein verheiratetes Paar mit ner Katze würde ich z.B. nicht als Familie zählen, weil für mich zu ner Familie immer ein Kind gehört. Das Paar mit Katze ist für mich einfach ein Paar mit Katze. Wenn das Paar ein Kind kriegen oder adoptieren und es auch lieben würde, wäre es aber eine Familie (mit Katze).

Man kann es nicht wirklich als gute Familie werten, wenn sich die Verwandten immer nur streiten. Dann ist zwar die genetische Verbindung da, aber letztendlich ist ja die emotionale Bindung für das "Familiengefühl" entscheidend.

Und z.B. einen alleinerziehenden Vater mit Kind kann man ja schlecht nicht als Familie zählen, nur weil da keine Mutter, Tante, Onkel, Bruder oder sonst was bei ist. Dann hat man halt nur eine Person als Familie. Na und? Es ist nicht besser oder schlechter, wenn eine Familie jetzt ein, drei oder dreißig Mitglieder hat (obwohl letzteres ziemlich unübersichtlich wird).

Und wenn der alleinerziehende Vater sich in einen Mann verliebt und die zusammenziehen, wird der Neue auch Teil der Familie. Das zeigt auch, dass Familien veränderlich sind. Familienmitglieder können kommen und gehen und das Geschlecht spielt absolut keine Rolle. Alles, was zählt, ist das Familiengefühl - das Vertrauen, die Liebe, die Sorge, das Zusammensein. Z.B. ist ein homosexuelles Frauenpaar mit einem Adoptivkind, die alle aus unterschiedlichen Teilen der Welt kommen (z.B. eine Nigerianerin und eine US-Amerikanerin mit einem chinesischen Adoptivkind) und eine starke Bindung zueinander haben, mehr Familie als Mutter+Vater+Kind, die kaum was füreinander empfinden und sich nahezu egal sind.

Und wenn jetzt keine Eltern mehr da sind, aus was für Gründen auch immer, und das Kind bei seiner Oma oder Tante wohnt, ist es auch eine Familie, wenn sie einander vertrauen können.


Und was die Familie jetzt macht und wie das mit der Arbeitsteilung ist, ist vollkommen egal - Familie ist Familie.
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Re: Familienbild

#1294101 von achtbitmusik
05.09.2017, 12:34
Als "Mitglied" der Homo-Fraktion ist bei mir die Familiendeutung natürlich etwas anders, nichtsdestotrotz will ich mir nicht die Option nehmen lassen, mal etwas zum Thema zu sagen.

Von klein auf gibt es dieses geprägte Bild: "Mutter, Vater, Kind", in der es die typisierten Bilder und Rollenklischees gibt.

Ich war schon damals immer recht unzufrieden damit, wie Familien zu sein haben, zumal mein Freundeskreis sehr oft aus Kindern bestand, dessen Eltern getrennt waren, alleinerziehend (nur Mutter / Vater) oder aus Patchwork-Familien stammten.
Ich war durch meine eigene Familie (Mutter, Vater, insg. vier Kinder) nicht unbedingt schlecht geprägt, aber ich habe diesen Zustand nie als normal empfunden, weil es nun mal diese große Vielfalt gab, dass eine Familie kein notwendiger Standard sein muss.

Heutzutage sehe ich diese ganze Lage noch viel viel kritischer. Eine Familie muss nicht zwangsweise durch Zuwachs begründet sein. Eine Ehe muss auch nicht grundlegend das Fundament für eine Familie sein.
Es reicht grundsätzlich die unabdingbare Gemeinschaft zweier Personen, die eine Gemeinsamkeit ausstrahlen.

Ich z.B. möchte niemals Vater werden, somit weder Kinder adoptieren oder via künstlicher Befruchtung über eine Leihmutter ein eigenes Kind großziehen.
Außerdem sehe ich das Thema Ehe als großen Diskussionspunkt an. Toll, wir haben jetzt die "Ehe für alle", aber hier ecke ich aus mehreren Richtungen an.
Zum einen ist die Gesellschaft nicht dafür bereit, außerdem ist sich die "gay community" zu großen Teilen der Verpflichtung einer Ehe nicht bewusst (heiraten als Statement ist eh kompletter bullshit).
Ich persönlich möchte niemanden heiraten, weil ich das Bedürfnis nach Familie habe. Für mich reicht eine solide Beziehung aus. Ich muss niemandes Nachnamen annehmen, um eine enge Verbindung aka Familie zu signalisieren.
Desweiteren trägt eine Ehe einen wichtigen steuerlichen Faktor mit sich.

Familie ist mehr oder weniger ein Klischee geworden, wenn nicht sogar weiter geblieben.
Natürlich wirkt meine Ausformulierung sehr "neumodern" und ein wenig laissez-faire, aber ich muss keine Manifestation oder Ritualisierung betreiben, um zu sagen, dass ich mit meinem Partner / Freund / Verlobten / whatever in einer Familie lebe.
Fast schon humoristisch und irgendwo sarkastisch wäre meine Familiendarstellung ein Zusammenleben mit meinem Partner und unseren Haustieren. Ob da der Punkt Ehe ins Gewicht fällt, hängt immer von der Chemie unter einander ab.
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Re: Familienbild

#1294613 von SunaKi10
12.09.2017, 18:25
Als Familie betrachte ich zwei, oder mehr Menschen die mit einander verwandt sind, oder auf emotionale Art miteinander verbunden.
Ich habe nie direkt bemerkt das ein Pärchen ohne Kind nicht als Familie betrachtet wird.
Genau so ist mir egal welche Geschlechter zusammen interagieren.
Und eine Familie, oder Menschen die einem etwas bedeuten sehe ich als gleichwertig an. Ich sehe keinen Grund der Familie gegenüber loyaler zu sein als jemanden den ich mag. Insbesondere da ich nicht in Kontakt mit meiner Familie kommen würde, wären wir nicht verwandt. Denn es gibt nicht wirklich irgendwas was mich an den meisten von ihnen auf privater Ebene interessiert. Leute mit gleichen Interessen und moralischen Auffassungen liegen mir mehr, weshalb ich die Familie eher trivialisiere.
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Re: Familienbild

#1294659 von DeusRex
13.09.2017, 16:27
Ich bin überrascht, dass einige hier gar nicht so viel Wert auf die eigene Familie legen.
Bei mir sieht es genau anders herum aus. Familie geht bei mir über Freunde und Bekannte, komme was wolle. Denn man ist letztendlich nur auf der Welt weil die eigenen Eltern einen gezeugt haben. Und ein eigenes Kind ist so gesehen auch ein Teil von einem selbst. Auch wenn man sich mit Eltern oder Geschwistern mal streitet, finde ich mich trotzdem total verbunden mit ihnen. Eine Familie besteht für mich aus mindestens Mutter, Vater und einem Kind. Enge Verwandte gehören nicht direkt zur Familie aber sind schon recht nah dran. Wer in der Familie den Haushalt schmeißt oder die Kinder aufzieht ist nicht so wichtig. Mir ist nur wichtig, dass es überhaupt jemand vernünftig macht und idealerweise alle mithelfen, so fern sie die Zeit dazu haben. So kann auch mal die Oma einspringen, wenn beide Elternteile weg sind. Gleichgeschlechtliche Eltern akzeptiere ich zwar aber ich finde es besser wenn Kinder sowohl bestimmte Dinge von der Mutter als auch vom Vater beigebracht bekommen. Denn beide bringen einem bestimmte Dinge auf unterschiedliche Weise bei, was für die Erziehung wichtig sein kann.
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