Staatstheorie für Blöde

#252133 von fac3l3ss
17.03.2008, 21:58
Staatstheorie für Blöde


  • 1.0 Vorwort
  • 2.0 Was sind Staaten?
  • 3.0 Welchem Zweck dienen Staaten?
  • 4.0 Weshalb bildet der Mensch Staaten?
  • 5.0 Wie sind Staaten aufgebaut?
    • 5.1 Staatsform
    • 5.2 Herrschaftsform
    • 5.3 Regierungsform
    • 5.4 Regierungssystem
  • 6.0 Welche sind die bekanntesten Staatsformen?
    • 6.1 Anarchie
    • 6.2 Demokratie
    • 6.3 Diktatur
    • 6.4 Monarchie
    • 6.5 Republik
  • 7.0 Was macht einen guten Staat aus?
  • 8.0 Welche Staatsform erachtet ihr als die beste?
  • 9.0 Quellen
  • 10.0 Schlusswort


1.0 Vorwort

So, die Langeweile, die ich eigentlich nicht haben sollte, treibt mich und so schreib ich zur Abwechslung auch mal ein Topic.
Wie aus dem Titel ersichtlich seien sollte beschäftigt sich dieses Topic mit einer "grandiosen" Fähigkeit des Menschen, der Staatenbildung. Im Vordergrund soll der Staat im Allgemeinen stehen, sowie die bekanntesten und/oder verbreitetsten Staatsformen.
Ebenfalls wichtig ist zu erwähnen, dass ich weiterhin die Begriffe Staats- und Herrschaftsform synonym gebrauchen werde, da sie, außer in einer ausführlichen philosophischen Abhandlung, nicht klar zu trennend sind; dementsprechend möchte ich mir Klugscheißerei verbitten. Desweiteren versuche ich mich in relativ kurzen Worten klar auszudrücken, zum einen um dem Leser nicht die Lust am Lesen zu nehmen, wer sich also nach Ausführlicherem sehnt sollte sich selbst um angemessene Lektüre bemühen.


2.0 Was sind Staaten?

Eine sehr gute Frage wie ich finde. Allein die Tatsache dass es für das Wort "Staat" verschiedene Definitionen gibt verwirrt sicherlich. Begnügen wir uns also einfach mit der meiner Meinung nach treffendsten Definition:
„Der Staat ist eine politisch-rechtliche Ordnung, die eine Personengemeinschaft auf der Grundlage eines Staatsvolkes innerhalb eines räumlich abgegrenzten Gebietes zur Sicherstellung bestimmter Zwecke auf Dauer bindet und einer souveränen Herrschaftsgewalt unterwirft“

Der Staat verfügt also über drei klare Merkmale, ein Staatsvolk, ein Staatsgebiet und eine Staatsgewalt.
Als Staat bezeichnet man also eine Personengruppe die auf einem bestimmten Gebiet zur Erfüllung bestimmter Zwecke einer Herrschaft unterworfen ist. Dies will sagen dass der Staat als solcher eine Zweckgemeinschaft ist, womit wir beim dritten Punkt wären.


3.0 Welchem Zweck dienen Staaten?

Ursprünglich diente der Staat offensichtlich dem Wohl der Allgemeinheit, einem kollektiven, schwarm-ähnlichen Überleben, doch wie es uns die menschliche Natur gebietet gibt es immer den ein oder anderen der nach mehr strebt. Somit kommt es auch vor, dass der Staat ebenso auch dem Wohl einer einzigen Person, dem oder der Herrschenden dienen kann. Unnötig die vielen Gesellschaften zu erwähnen, in denen das Staatsoberhaupt das Volk unterdrückte und ausnutzte. Mit kollektivem Überleben hat dies nicht viel gemein.


4.0 Weshalb bildet der Mensch Staaten?

Die Frage weshalb der Mensch Staaten bildet wäre nunmehr wohl auch geklärt, um zu Überleben. Ob ein Staat für das Überleben des Menschens notwendig ist, ist jedoch ungeklärt. Tatsache ist jedoch, dass es immer die gibt die Lenken und die welche gesteuert werden. Während so der Intelligente und Lenkende sein überleben durch das beherrschen der minder-intelligenten Masse sichert, kann die Masse davon ausgehen dass sie vom Herrscher die Anweisungen erhält, die ihr Überleben sichern.


5.0 Wie sind Staaten aufgebaut?

Staaten lassen sich Grundlegend in vier Formen unterteilen, nach denen sie beschrieben werden können.

  • 5.1 Staatsform
    Die Staatsform bezeichnet im Allgemeinen wer das Staatsoberhaupt ist, nicht jedoch wer die Macht inne hat.

  • 5.2 Herrschaftsform
    Die Herrschaftsform bezeichnet wer die Macht im Staat hat, also in wessen Interesse das Staatsoberhaupt handelt.

  • 5.3 Regierungsform
    Die Regierungsform bezeichnet von wem die Macht im Staat direkt ausgeübt wird.

  • 5.4 Regierungssystem
    Das Regierungssystem bezeichnet wie die Macht innerhalb der Herrschenden aufgeteilt ist.


6.0 Welche sind die bekanntesten Staatsformen?

Kommen wir nun zum mehr oder minder wichtigstem Aspekt, den eigentlichen Staatsformen um die es hier gehen soll. Sämtliche Staatsformen aufzuzählen wäre etwas viel für ein simples Topic, weshalb ich mich nun auf die wichtigsten/verbreitetsten/beliebtesten/bekanntesten/etc. beschränke. Alle sollten bekannt sein und somit schreibe ich keine größeren Ausführlichkeiten.

  • 6.1 Anarchie
    Die Anarchie oder Herschafftslosigkeit, ist als solche im engeren Sinne keine Staatsform da sie über keinen Staat und keine Herrschaft verfügt. Wichtig zu erwähnen ist wohl einzig dass die Anarchie, beruhend auf der Natur des Menschen, gleichermaßen Utopisch wie Selbstzerstörerisch erscheint.

  • 6.2 Demokratie
    Die Demokratie im allgemeineren Sinne ist eine Volksherrschaft. Das Volk hat die Macht im Staate inne und wählt diese, welche die Macht am Ende ausüben.

  • 6.3 Diktatur
    In der Diktatur hat eine einzige Person, ohne Einschränkungen, die absolute Macht inne. Der Diktator kontrolliert Alles und kann nur durch eine Revolution gestürzt werden. Somit ist die Diktatur eine Form der Monarchie, der Alleinherrschaft.

  • 6.4 Monarchie
    Die Monarchie, oder auch Alleinherrschaft ist praktisch das Gegenstück zur Republik. Je nach Form der Monarchie hat der Alleinherrscher jedoch nahezu keine bis hin zur absoluten Macht. Der Alleinherrscher wird entweder gewählt oder bekommt sein Amt vererbt.

  • 6.5 Republik
    Die Republik, als Gegenstück zur Monarchie, orientiert sich am Wohl der Allgemeinheit, heißt alle Individuen, statt eines Alleinherrschers, stehen im Vordergrund. In der Regel wird in der Republik das Staatsoberhaupt auf eine bestimmte Zeit gewählt und hat dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen. Je nach dem ob es sich bewährt hat kann das Staatsoberhaupt nach Ablauf seiner Amtszeit nun wiedergewählt werden oder nicht.


7.0 Was macht einen guten Staat aus?

Eine relativ komplizierte Frage. Unterscheiden muss man hier nun zwischen seinem eigenen Wohl und dem Wohl der Allgemeinheit, welches Gut man als höheres erachtet. Wie die Biologie uns vorschreibt hat der Erhalt der Art im Vordergrund zu stehen, jedoch auf Basis dessen, dass der Stärkste überlebt. Jeder sollte somit für sich selbst entscheiden was für ihn einen guten Staat ausmacht.


8.0 Welche Staatsform erachtet ihr als die beste?

Ja, nun kommt der eigentliche Zweck des Themas zum Vorschein. Ich hätte gerne eure Meinung zu den verschiedenen Staatsformen gehört, welche findet ihr am besten und warum? Was sollte im Vordergrund stehen, das allgemeine Wohl oder euer eigenes? Sollte es überhaupt einen Staat geben oder ist er Überflüssig?


9.0 Quellen
Mein Gedächtnis und Wikipedia.


10.0 Schlusswort

Eigentlich wollte ich viel mehr schreiben aber nun kam es halt so... Qualität ist auch nicht die Beste, aber ich denk mal es hätt eh niemand Lust nen Roman zu lesen. Konstruktive Verbesserungsvorschläge per PM sind ausdrücklich erwünscht. Eine Erlaubnis habe ich nicht eingeholt, wenn Chari ein Problem mit dem Topic hat hindere ich Ihn nicht es zu löschen. Ansonsten möchte ich Ansonsten erkläre ich die Diskussion für eröffnet. (Abstimmen bitte nur mit begründender Antwort.)
Zuletzt geändert von fac3l3ss am 17.03.2008, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252149 von Mr_X
17.03.2008, 22:12
Ich hab für die Anarchie gestimmt, weil eine herrschaftslose Welt doch am besten wär...
Das ist leider aufgrund der Natur den Menschen unmöglich...
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252161 von venz
17.03.2008, 22:26
Yah blah
Monarchie ftw...

warum? Ganz einfach: Alles andere will eben nicht funktionieren.
Demokratie ist ein Witz, bzw ein leeres Wort. In der Theorie schön und gut, in der Praxis jedoch nicht mal umgesetzt worden (auch wenns gern immer wieder behauptet wird)
Anarchie endet wie man am Beispiel Somalia sieht mit Mord und Totschlag. Da darf man nichtmal unbewaffnet auf die Terasse gehn oô
Diktatur ist zwar schön und gut, ist letztlich fast wie die Monarchie, aber auch eben nur fast. Diktaturen sind grundsätzlich negativer Natur. Irgend son Vollspacken hat sich die Macht gekrallt und läuft politisch amok.....ganz nyce....
Republik -> Siehe Demokratie

Wer jetzt sagt: "aber ein König/Kaiser kann doch auch einen Staat wie eine Diktatur führen, das Volke unterdrücken etc" mag rehct haben, doch haben gerade die antiken Könige immer wieder hervorragende Beispiele abgegeben, dass es auch anders geht. Auch einige gar nicht mal so lang entfernte Königreiche waren teilweise doch recht weit entfernt von dem, was bspw Napoleon, Hitler, Bush oder Hussein so fabrizierten.
Sehr schön auch ist das Beispiel Attilas. Und auch einige Deutsche Könige waren druchaus gerecht.

Natürlich, einige Bevölkerungsteile haben IMMER zu leiden. Allerding in jeder Staatsform. Ändert sich also nix.

Desweiteren setzt ein Monarch seine eigenen Interessen durch, und nicht die eines Wirtschaftskonzernes^^
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252192 von Balko
17.03.2008, 23:03
Nunja, manche Dinge, die im Einleitungspost stehen, sehe ich doch ein wenig anders. Der Staat ist meiner Meinung nach nicht dazu da, das Überleben der Bevölkerung zu sichern/erleichtern, denn dann bräcuhte man ihn nicht. Früher diente er sicherlich zum Großteil Schutzzwecken, aber heute ist die wirtschaftliche Bedeutung mit Sicherheit die größte. Innerhalb eines Staates wird die Arbeit aufgeteilt und die meisten machen das, was sie am besten können, gleichzeitig wird aber auch dafür gesorgt, dass keine notwendige Arbeit vernachlässigt wird. Hauptziel der Staatenbildung ist es demnach, einen größtmöglichen Wohlstand herzustellen.
Dies ist in manchen sogenannten Staaten nicht der Fall. Hier ist der Zweck des Staates nicht ein anderer, sondern er ist nicht erfüllt. Daher spricht man ja auch von so Dingen, wie Staatsterrorismus.

Meiner Ansicht nach erfüllt die Demokratie den Zweck des Staates am ehesten. Zumindest dann, wenn sie in ihrer reinsten Form praktiziert wird. Zwar gibt es das nicht, aber einige Staaten sind näher dran, als andere und die Staaten, die einer "echten Demokratie" näher kommen, sind zumeist auch die wohlhabenderen. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Demokratie den Menschen auch die höchsten Sicherheiten garantieren kann. Kein Mensch kann voraussehen, was ihm künftig zustoßen wird und daher gibt es in allen Demokratien je nach Wohlstand und Tradition soziale Sicherungssysteme. Diese Stellen sicher, dass der Wohlstand nicht nur einigen wenigen zuteil wird und der Rest von Brot und Wasser leben muss.
Die Demokratie hat sicher auch Probleme, denn da die Macht so gut verteilt ist, was an für sich ein großer Pluspunkt der Demokratie ist, kann es auch mal vorkommen, dass jemand Macht hat, der diese nicht verdient. Dafür kann er aber mit dieser nicht so viel schlimmes anrichten. Doch das dadurch entstehende Problem ist halt das der Handlungsfähigkeit. Einzelne können beeinflusst werden oder haben sich ganz anderen Interessen verpflichtet, als sie vorgeben und im Endeffekt können wichtige und sinnvolle Dinge nicht so durchgesetzt werden, wie es eigentlich nötig wäre. Im Endeffekt hat man dann ein Riesengesetzbuch und einen Haufen unnötiger Bürokratie.
Darüber kann man aber meiner Ansicht nach hinwegsehen. Vor allem für zwischenstaatliche Beziehungen hat es sich bisher immer als Vorteil erwiesen, wenn in den Staaten nicht zu viel Macht in einer Person vereinigt ist, denn das sorgt für ein freundliches Auftreten und eine freundschaftlichere Atmosphäre, da die Verhandlungspartner sich ja ohnehin kein Haar krümmen können.
Für den Frieden zwischen den Völkern ist die Demokratie also auch am besten geeignet. Dieser ist auch eine sehr wichtige Errungenschaft, speziell in Zeiten moderner Kriegstechnologie.
Also übertrifft die Demokratie die anderen Staatsformen in ihrer Zweckerfüllung.

Natürlich wird die Demokratie nicht immer so umgesetzt, wie sie gedacht ist und ist in der Theorie besser, als in der Praxis. Doch bei den anderen Staatsformen ist das genauso. Mit dem Unterschied, dass dies in einer Demokratie meist weniger Schaden anrichtet, als in einer anderen Staatsform. In einer Demokratie sind grundlegende Strukturen vorhanden, die verhindern, dass der Staat zweckentfremdet wird. Diese müssen erst abgeschafft werden, damit der Staat missbraucht werden kann. In den anderen Herrschaftsformen (bis auf die Anarchie, da gehts sowieso drunter und drüber) ist es leicht möglich, die große Macht, die man als Herrscher hat, zu missbrauchen. Es ist ziemlich naiv, zu glauben, dass man immer nur Glück mit den Herrschern haben könnte. Es gab und gibt immer irgendwelche skrupellosen Tyrannen, denen die Macht als absoluter Herrscher zu Kopfe steigt.
Da ist es mir im Endeffekt lieber, wenn die Wirtschaft ein wenig mehr Macht hat, als ihr gebührt.

Zuguterletzt möchte ich noch betonen, dass die USA in diesem Zusammenhang eine kleine Ausnahme darstellen: Die USA kann man nicht unbedingt als Demokratie bezeichnen, der President ist viel zu mächtig. Zwar ist der Wohlstand recht hoch, doch das Bedürfnis der USA sich in fremde Angelegenheiten einzumischen ist des öfteren ein wenig zu hoch. Dadurch kommt es, dass die USA einige der Zwecke einer Demokratie nicht erfüllen, und das, obwohl sie sich offiziell dem Ziel verschrieben haben, der ganzen Welt die Demokratie zu bringen. Als Supermacht Nr.1 scheinen die Presidenten oft ein wenig größenwahnsinnig und sollten lieber erstmal vor ihrer eigenen Tür kehren. Aber auch hier sieht man wieder sehr gut, dass zu viel Macht in einer Hand nicht guttut.
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252199 von eidos
17.03.2008, 23:10
der einzige vorteil der demokratie liegt darin, dass das volk selbst bestimmt wer schaltet und sich so nicht aus der affäre ziehen kann.
denn vom logischen aufbau und einen idealisierten menschenbild nach (müssen eigentlich alle echten herrschaftsformen bis zu einem gewissen grad) gibt es nichts ineffizienteres.
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252211 von Furanty
17.03.2008, 23:25
Es gibt natürlich pessimistische User die sagen Demokratie funktioniert nicht, ich aber sage das Demokratie und Republik die einzigen sind, die der Allgemeinheit dienen. Natürlich muss man Kompromisse finden um es allen Recht zu machen. Un Demokratie muss auch mal gegen ihren Willen handeln um sich am Leben zu erhalten.
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252356 von Rumo
18.03.2008, 10:47
Anarchie
Naja, wie fac3l3ss bereits beschrieben hat, zeichnet sich die Anarchie vor allem durch das Fehlen jeglicher Herrschaft aus und kann damit im Grunde auch keine Form eines Staates, sondern maximal die mMn primitivste Form des Zusammenlebens innerhalb einer Gemeinschaft sein.

Diktatur
Für einen mündigen Bürger eigentlich absolut inakzeptabel - ich möchte doch nicht, dass alles von einem Mann an der Spitze bestimmt wird, und ich nur noch Befehlsempfänger bin. Außerdem endet die Diktatur eigentlich immer früher oder später in einer Katastrophe...

Monarchie
Hier gilt natürlich im Prinzip das gleiche wie bei der Diktatur. Wobei das Bild der Monarchie meistens etwas positiver geprägt ist als das der Diktatur.
Wenn der Monarch gewählt würde, hätte diese Staatsform zumindest ein paar Vorteile. Denn dann könnte man den Besten zum König wählen und dieser kann dann ohne auf irgendwelche Einzelinteressen Rücksicht nehmen zu müssen zum Wohle aller den Staat lenken. Wohlgemerkt: kann - muss aber nicht, und dass unbedingt der beste zum König würde ist ja auch eher zweifelhaft.
Aber wo wir bei Königswahl sind: Gibt/Gab es dieses Modell eigentlich irgendwo? Außer dem Hl. röm. Reich dt. Nation ist mir eigentlich nichts dergleichen bekannt und auch hier wurde der Königstitel im Normalfall einfach weitervererbt.

Republik
Wo ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Republik und Demokratie? - viele heutige Staaten sind ja beides (Bundesrepublik Deutschland).

Demokratie
Eigentlich ist hier den Ausführungen von Balko nichts mehr hinzuzufügen...

Im Grunde ist es mit der Demokratie ähnlich wie mit dem Karmasystem (was für ein Vergleich :D ) - Das System ist gut nur das Volk bzw. die Benutzer sind zu "dumm" es richtig zu verwenden.
Aber nichts desto trotz hat die Demokratie den Vorteil, dass jede Instanz von einer anderen kontrolliert wird und so ein einzelner, wie es Balko schon beschrieben hat, nicht zu viel Dummheiten anstellen kann.
Das Volk hat die Macht im Staate inne und wählt diese, welche die Macht am Ende ausüben
Muss das eigentlich unbedingt so sein? Wäre es rein theoretisch nicht auch möglich, in einer direkten Demokratie zu leben? Dass also alle Entscheidungen direkt vom Volk und nicht von dessen Vertretern getroffen werden. In einem großen Staat wie Deutschland natürlich völlig unmöglich, aber gibt's das nicht in einigen Kantonen der Schweiz?
Wobei mir hier ehrlich gesagt die repräsentative Demokratie lieber ist, da ich z:B. nicht wollen würde, dass die paar Millionen B**D-Zeitungsleser direkt Einfluss auf die Politik nehmen könnten. Außerdem kann ich mir auch nur schwer Vorstellen, wie in einem solchen Staat Reformen wie die von Gerhard Schröder durchgesetzt werden könnten.
Also alles in allem ist unser derzeitig System der Demokratie zwar nicht perfekt, aber das halt das Beste aller Möglichen.

~ ~ ~

venz hat geschrieben:Diktaturen sind grundsätzlich negativer Natur
Außer vielleicht bei den antiken Griechen, da war der Tyrann ein ziemlich neutral besetzter Begriff und "Diktatioren" wie Perikles waren ja durchaus bei vielen beliebt.
venz hat geschrieben:Und auch einige Deutsche Könige waren durchaus gerecht.
Und andere waren dagegen komplett unfähig und haben dann zum kompletten Untergang geführt (Willhelm II.)...
Vielleicht ist es mit Monarchie und Demokratie ähnlich wie mit Aktien und Sparbuch (Schon wieder so ein seltsamer Vergleich :roll: ). Bei ersterem hat man zwar die Chance auf höhere Gewinne, dafür aber auch das Risiko alles zu verlieren; bei letzterem sind zwar die Gewinnspannen geringer, aber dafür ist auch das Verlustrisiko überschaubar (bzw. ändern sich im schlimmsten Fall einfach gar nichts)

Balko hat geschrieben:...daher gibt es in allen Demokratien je nach Wohlstand und Tradition soziale Sicherungssysteme.
Wobei soziale Sicherungssysteme nicht unbedingt an die Herrschaftsform der Demokratie gebunden sind. Schließlich gab es die ersten Sicherungssysteme bereits unter Bismark im Kaiserreich, das ja noch eher zur Monarchie, als zur Demokratie tendierte.

eidos hat geschrieben:der einzige vorteil der Demokratie liegt darin, dass das Volk selbst bestimmt wer schaltet und sich so nicht aus der Affäre ziehen kann.
Ich denke, zwar nicht, dass das der einzige Vorteil ist, aber ein wichtiger ist es auf jeden Fall. Denn wenn etwas schief läuft kann man nicht einfach alles auf den Herrscher schieben sondern muss sich auch an der eigenen Nase fassen. So ist in der Demokratie vielleicht auch jeder einzelne mehr darum bemüht seinen Teil zum allgemeinen Wohlergehen beizutragen, da er sieht, dass ein Teil der Verantwortung für die Gemeinschaft hat.
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Re: Staatstheorie für Blöde

#252411 von sold as freedom
18.03.2008, 11:46
anarchie wäre ja schön und gut, ist aber in der heutigen zivilisation unmöglich, da es dann mord und totschlag geben würde.
monarchie wäre auch möglich, dennoch kann der alleinherrscher auch sachen bestimmen die der allgemeinheit nicht so gefallen würden.
in sachen demokratie/republik bin ich mit venz eig einer meinung
ja und diktatur ist sowieso ein blödsinn rofl...

trotzdem, schönes thema...
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Re: Staatstheorie für Blöde

#253115 von Hideki
18.03.2008, 21:36
Da fehlt eine, wenn nich DIE, entscheidende Regelung eines Volkes, nämlich die:
Konstitutive Monarchie (UK und Japan z.B.)
Für mich das bis dato einzig Wahre. Den Fehler den die Amis bei uns machten nach dem WKII (eben die Monarchie abzuschaffen und somit das Volk "gefühl" Führungslos zu hinterlassen) haben sie in Japan erkannt und nicht wiederholt. Sprich sie haben ihnen den kaiser und das Kaiserhaus gelassen, dieses eben nur "entpolitisiert". Somitt hatte das Volk weiter den aus Kultur, Tradition und im Geiste engebetteten "Führer", welcher jedoch nur noch repräsentative Aufgaben und Rechte hatte. Die eigentlich Führung wurde in die Hand der aus dem Volke gewählten Mitglieder des Unterhauses überlassen welche durch das von "Klerus" und Größen aus der Wirtschaft etc gestellten Oberhaus unterstützt und beraten wurden/werden. Die Mitglieder werden in unterschiedlichen perioden neu gewählt, so wird Missständen vorgebeugt und neue Ideen können angesprochen werden. Soviel dazu ... für MICH das geschichtlich und menschlich fairste und "beste" Grundgerüst eines Völkerbundes in Staatengröße.

Die Ideen/Ideologien der Anarchie und Monarchie sind versuche und sollten auch als diese in den Annalen der Menschheitsgeschichte verschwinden. Die Monarchie (sowie dessen abgeschwächte Form; der Diktatur) lastet der Gutglaube in die Menschlichkeit an bzw. man muss als "Pöbel" darauf vertrauen das der der das Zepter schwingen darf mir wohlgesonnen ist. Nicht zu vergessen bleibt das Zepter, und damit die Macht, in einer Zunft namens Bluterbe sprich Familienbund und somit suppt die Suppe immer weiter bis sie überkocht und eine Monarchie duch Gewalt oder Verschwörungen reformiert oder neu geformt werden muss (Frankreich 1789+ und Spanien im anfangende 20. Jahrhundert als Beispiele hier erwähnt). Soviel dazu von mir.

Anarchie könnte man in der reinen Theorie als die vollends gelebte Freiheit bezeichnen in dessen Umgebung, wie von dem Naturtrieb gewollt, nur der stärkste, härteste und gewissenloseste eine Chance auf's Überleben und Fprtpflanzen hat. Da der Mensch an sich nach Selbsbestimmung für sich und nach Macht zur Fremdbestimmung über Andere verlangt, führt es unweigerlich zur Selbstzerstörung am Ende und davor zum Wegwurf der Privilegien die das Wesen "Homo Sapiens" sich über Jahrtausende angeeignet hat. Sprich: Anarchisten schmeißen Vertsand, Zivilisierung und jedwede Regung über den Haufen, die sie zum Menschen und damit zum weitentwickeltesten Lebewesen auf diesem runden Ball machen. Die Grundmauern und (natürlichen) Regeln die sich jede Art, jedes Wesen auf diesem Planeten unterwerfen müssen werden zerbrochen und aufgegeben nur um den dummen Drang nachzugehen sich und seine Rasse selbst zu zerstören um ein gewisses Herrschaftsgefühl zu haben. Keine andere Art von Leben auf dieser Erde spürt einen so ausgeprägten Drang zur Selbstzerstörung wie der Mensch. Zum Beispiel achten in der Wildnis lebende Tiere darauf, dass ihre Population nicht soweit steigt, dass das Nahrungsaufgebot nicht mehr reicht (deshalb das Fressen der Jungen und das 'fressen und gefressen werden') nur der Mensch, der macht ohne Unterlass mit allem weiter was in die eigene Sackgasse führt.

Womit wir zum Punkt kommen:
Der Demokratischen Republik (und oder eines von beidem). Diese beruht auf der uralten Idee der Volksführung und der Führung durch das Volk (bei uns geschichtlich das erstemal im großen Stil als 'Revolution von Oben' angedacht). Das Volk wählt Mächte die die NOTWENDIGE Führung in die Hand nehmen damit das Unternehmen Menschehit nicht an die Wand fährt. Jedoch ist der Mensch von grundauf egoistisch und machthaberisch eingestellt und so versuchen die Führenden ihre Macht mit allen (uns bekannten Mitteln) zu erhalten. Dafür guckt die Nachrichten.

Naja ich mach schluss .. ich denke es kam rüber und damit vielen Dank für die Aufmerksamkeit xD
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Re: Staatstheorie für Blöde

#253138 von Balko
18.03.2008, 21:57
Hideki hat geschrieben:Jedoch ist der Mensch von grundauf egoistisch und machthaberisch eingestellt und so versuchen die Führenden ihre Macht mit allen (uns bekannten Mitteln) zu erhalten. Dafür guckt die Nachrichten.


Das ist in der konstitutionellen Monarchie nicht anders, aus GB konnte man in der Richtung ja auch schon einige Skandale hören. Somit ist die Demokratie in der Hinsicht mindestens gleichauf. Was mich persönlich stört ist, dass das Unterhaus zu viel Macht hat und nicht ausreichend kontrolliert wird. Wenn also eine Partei eine große Mehrheit erlangt, kann das schlechte Folgen haben.

Das ist in der unserer Demokratie mit 2 sich gegenseitig kontrollierenden Parlamenten auf Staatsebene imo besser gelöst.

Im Übrigen war das deutsche Volk nach WK2 nicht führungslos, es gab sogar schon 4 Jahre nach Kriegsende die ersten Wahlen, die mit fast 80% Wahlbeteiligung allemal davon zeugten, dass die BRD reif für die Demokratie war. Davor gab es den Parlamentarischen Rat, der die Regierungsgeschäfte übernahm und dieser wurde danach fast komplett als neue Bundesregierung von den deutschen Wählern als Regieung legitimiert.

Wirklich problematisch war dagegen die Weimarer Republik: Nach dem Kaiserreich wussten die Menschen nichts mit ihrer Freiheit anzufangen und zugleich war die gesamte Macht im Staate auf Kanzler und Rechspräsident vereinigt, was dann im Endeffekt auch zum 3. Reich führte.
Aus diesem Fehler haben die Alliierten gelernt und dals Folge daraus die Demokratie in Deutschland eingeführt. Des Kaisers hatte man sich nämlich schon 1918 entledigt und die deutschen Könige/Kaiser können weißgott nicht auf eine lange Tradition zurückblicken, denn das deutsche Kaiserreich bestand gerade mal seit 1871. Davor gab es über 40 deutsche Kleinstaaten, sowie Österreich-Ungarn und Preußen, die sich auf oft genug selbst in den Haaren lagen.

Daher wäre eine konstitutionelle Monarchie in Deutschland mangels Tradition und Akzeptanz ziemlich ungeeignet. In Japan und GB scheint das System dagegen ziemlich genauso zu funktionieren, wie die Demokratie, anstatt eines Monarchen haben wir in Deutschland als Staatsoberhaupt halt einen Bundespräsidenten.
Zuletzt geändert von Balko am 18.03.2008, 23:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Staatstheorie für Blöde

#253276 von Hideki
19.03.2008, 08:24
Du hast recht, nur waren die Deutschen schon IMMER (solang es denn schon so lange die "Deutschen" gibt ^^) einen oberen Feldherren, Lehnsherren, Kaiser, König etc gewohnt und somit immer unter Adlesfittichen.
Nachdem man den allgeimeinen "deutschen" Kaiser abschaffte fühlte sich das Volk führungslos (deshalb wählte man alte Kaiservertraute wie Hindenbrug etc) da man da halt wusste das im groben die alte Richtung beibehalten werden würde.
Und allein diesen Missstand nutzte Hitler ja aus. Er hetzte gegen den Versailler Vertrag, pochte auf Tradition und Kaiserführung bis er sich selbst zum Alleinherrscher machte (und damit die konservativ eingestellte Mehrheit) hinter sich hatte. Durch andere Organe und Machtausübung hatte er das gedankengut nach seinem Willen geformt. Deshalb ja 3. Reich.
Aber na ja egal ... darum geht's hier ja nicht xD
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