Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Rumos gesammelte Kurzgeschicht...

#731122 von Rumo
31.10.2010, 17:52
Nachdem sich mein eigentliches FF-Projekt leider doch noch etwas länger hinzieht als eigentlich geplant, habe ich beschlossen einmal die kürzlich erfolgte Regeländerung zu nutzen und meine Kurzgeschichtensammlung passend zu Halloween mit einer kleinen Geistergeschichte zu beginnen.
Sie mag formal nicht unbedingt allen Kriterien einer Kurzgeschichte entsprechen, aber zumindest ist sie kurz - und das ist ja wohl die Hauptsache ^^




Inhaltsverzeichnis:




Der Lebenstraum


Dass mir diese Geschichte niemand glauben wird, ist mir selbstverständlich bewusst. Dennoch schreibe - ich nenne es der Einfachheit halber „schreiben“, auch wenn es mit eigentlichem „Schreiben“ natürlich nicht wirklich etwas zu tun hat; aber ich weiß bis heute keine besseres Wort für diese seltsame Form des In-Worte-Fassens und Abspeicherns von Texten – schreibe ich sie also hier nieder, denn sie wird sowieso nur von einer einzigen Person gelesen werden – von mir! Und ich weiß, dass es sich alles genauso zugetragen hat, damals – wenn Zeit noch irgendeine Bedeutung für mich hätte, würde ich wohl sagen, vor vielen Jahrzehnten.
Alles begann mit dem Ende meines kurzen und gleichzeitig viel zu langen, völlig ereignislosen und uninteressanten Lebens, meinem – wie ich in eben diesem Moment, in dem diese Geschichte ihren Ausgang nahm, glaubte - Tod:


Ich war, kurz nachdem ich aufgewacht war, noch vollauf damit beschäftigt meine gepanzerten Glieder in der warmen Morgensonne aufzutauen und der glitzernde Raureif perlte vom hohen Gras herab auf meinen Körper, als sich plötzlich ein dunkler Schatten vor die Sonne schob. So schnell wie möglich richtete ich meine von der Kälte der Nacht noch steifen Fühler aus und legte den Kopf ein wenig schief um dieses gewaltige grüne Etwas, das sich da zwischen mich und meine Sonne gestellt hatte, genauer wahrnehmen zu können. Doch bevor ich noch mehr erkennen konnte, sah ich plötzlich eine Faust auf mich zu rasen, die mich aber, wie mein eigentlich perfekter und vor allem selbst am frühen morgen blitzschnell arbeitender Insektensinn sofort erkannte, knapp verfehlen würde. Und genau in dem Moment, in dem diese Erkenntnis mein Bewusstsein erreichte, traf mich ein Schlag mit unglaublicher Wucht genau zwischen meine Augen. Ich hörte meinen Chitinpanzer knacken, flog ein Stück zurück und landete hilflos auf dem Rücken. Genau auf der Schwelle zwischen Bewusstsein und Ohnmacht, spürte ich noch wie mein Lebensgeist kurz davor war durch den Riss in meinem Schädel zu entweichen, dann sah ich auf einmal nur noch ein helles Licht.
Ich spürte mit einem Mal keinerlei Schmerz mehr, eine wohlige Wärme breitete sich in meinem ganzen Körper aus, gefolgt von einer angenehmen Müdigkeit und dem Gefühl allen Mühsal und Elend dieser Welt endgültig entkommen zu sein. Von Ferne hörte ich noch eine ziemlich wütend klingende Stimme, die mich jedoch nicht im Mindesten berührte: „Verflucht! Das sieht ja doch wieder genauso aus, wie alle anderen. Dabei hat da vorhin eindeutig etwas geglitzert, als es aufgetaucht ist. So ein Mist, so ein Verfluchter! Schon wieder ein Ball verschwendet, für so ein verdammtes...“ Dann hörte, sah und fühlte ich nichts mehr und glitt hinüber in einen langen, tiefen und mit den schönsten nur denkbaren Träumen angefüllten Schlaf.

Ich habe keine Ahnung wie lange ich so schlafend verbrachte, aber obwohl es der tiefste und angenehmste Schlaf meines Lebens war, fühlte ich mich müde und schwach als ich zum ersten Mal erwachte. Zuerst konnte ich weder etwas sehen, noch etwas hören, noch etwas fühlen - erst langsam und nacheinander erwachten im Folgenden meine Sinnesorgane. Zu sehen gab es nicht viel, denn aus allen Richtungen strahlte mir nur helles, weißes und seltsam kaltes Licht entgegen. Ebenso ohne erkennbare Herkunft vernahm ich ein schwaches, absolut gleichförmiges Summen, das genauso leblos und unnatürlich wirkte wie das Licht. Schließlich kehrte allmählich auch wieder das Gefühl in meine Glieder zurück. Vorsichtig versuchte ich meine Beine zu bewegen, doch keines schien darauf zu reagieren. Auch meine Fühler, meine kurzen Flügel, selbst mein Kopf bewegte sich keinen Millimeter. Ich kannte diesen Zustand bereits aus dem Winter, den ich in der Mitte meines Lebens völlig regungslos in eisiger Kälte erstarrt in einem kleinen Erdloch verbracht hatte. Aber im Gegensatz zu damals spürte ich jetzt aus dem Inneren meines Körpers immer noch jene höchst angenehme Wärme, die sich darin bereits vor dem Einschlafen ausgebreitet hatte. Trotzdem konnte ich mich noch immer kein Stück bewegen.
Zumindest schienen sich meine Augen mittlerweile an das ungewohnte Licht zu gewöhnen und ich konnte meine Umgebung etwas genauer wahrnehmen. Ich befand mich offenbar in einem perfekt runden und in sich vollkommen geschlossenen Raum, an dessen Wand sich in regelmäßigen Abständen sechseckige, weiß leuchtende Flächen befanden, die den Raum mit ihrem kalten Licht fluteten. Dazwischen konnte ich kleine teils permanent leuchtende, teils in verschiedenen Zeitintervallen blinkende Lichter, Hervorhebungen in den allen Formen und Farben sowie schwarze, grashalmförmige Schläuche sehen, die kreuz und quer durch den gesamten Raum verliefen und von denen einige sogar direkt mit meinem Körper verbunden zu sein schienen.
Dann verschwammen die Konturen und klaren Formen wieder vor meinen Augen, bildeten an der Wand ineinander verschlungene Ringe verschiedenster Größe, die sich langsam um mich zu drehen begannen. Und obwohl mir mein Gleichgewichtssinn meldete, dass ich noch immer vollkommen regungslos auf dem Rücken lag, fühlte ich, wie auch mein Körper anfing sich mit den Ringen mitzudrehen – und zwar jeder Teil meines Körpers mit einem anderen Ring, in einer anderen Geschwindigkeit und in eine anderen Richtung. Mir wurde schlecht und mein Magen zog sich immer mehr zusammen um sich zu entleeren. Doch was da meine Speiseröhre hinauf und meinem Mund entgegen stieg, war nur warme, trockene Luft, die schließlich mit einem schwachen Geräusch aus meinem Körper entwich. Dann wurde wieder alles schwarz um mich und ich verlor erneut das Bewusstsein.
Dieses Mal war es eine unruhiger, traumloser Schlaf, immer wieder unterbrochen von kurzen Phasen, die ich in diesem Zustand noch für kurze zusammenhangslose Traumfetzen hielt und in denen ich hinter einem wabernden lila Schleier immer wieder weiße Punkte aufblitzen, dunkle schwebende Kugeln auftauchen und verschwinden und Schatten an mir vorbeihuschen sah. Als ich zum zweiten Mal aus dieser Ohnmacht erwachte, geschah das auf eine deutlich unsanftere Weise als beim ersten Mal. Ich wurde in regelmäßigen Abständen leichter und schwerer, wobei jedes Mal mein Kopf auf dem Boden aufschlug. Außerdem schien sich einmal wieder alles um mich zu drehen, diesmal aber zumindest alles in die gleiche Richtung und mein Gleichgewichtssinn war damit einverstanden. Dennoch wurde mir wiederum schlecht und mein Magen krampfte sich erneut zusammen. Diesmal jedoch konnte er nicht einmal mehr trockene Luft aus sich herauspressen – er war bereits vollkommen leer.
Meine Augen hatten deutlich weniger Schwierigkeiten sich an die Helligkeit zu gewöhnen als beim letzten Mal, denn inzwischen war ein Großteil der sechseckigen Flächen dunkel, einige weiteren flackerten nur noch schwach vor sich hin und lediglich vereinzelte Flächen leuchteten noch immer ununterbrochen. Es waren auch kaum noch grüne Lichter zu sehen, dafür blinken nun einige rote, die ich beim letzten Mal gar nicht wahrgenommen hatte. Auch viele der Schläuche waren inzwischen abgerissen, baumelten sinnlos von der Decke herab oder hatten sich in anderen Schläuchen verfangen. Die größte Veränderung aber war, dass ich mich, obgleich ich mich schwächer fühlte als je zuvor, plötzlich wieder bewegen konnte. Meine Beine, meine Fühler, meine Flügel und auch mein Kopf reagierten wieder auf meine Befehle. Ich überlegt, ob ich den Versuch wagen sollte, mich umzudrehen und auf die Beine zu stellen. Aber dazu fühlte ich mich doch zu schwach und irgendwie hatte ich auch gar keine Lust dazu. Überhaupt hatte ich zu gar nichts mehr Lust. Ich fühlte mich vollkommen leer. Das letzte bisschen Wärme war längst aus meinem Körper entwichen. Ich spürte wie mein Geist ebenso wie es mein Körper längst getan hatte, langsam aber sicher austrocknete.
Dann tat es plötzlich einen gewaltigen Schlag, der die gesamte Kugel erschütterte. Schnell hintereinander fielen sämtliche Lichter, die weißen sechseckigen, die kleinen grünen und die blinkenden roten aus und es wurde vollkommen dunkel um mich herum. Das Gefühl ständig zu- und abnehmender Schwere verstärkte sich und oben und unten begannen in immer kürzer werdenden Intervallen ihre Plätze zu tauschen. Da schlug mein Kopf erneut und härter als zuvor auf dem Boden auf. Ich hörte ein knirschendes Geräusch, dann zerbröselte der Chitinpanzer meines Schädels und ich verlor ein letztes Mal das Bewusstsein.
Im nächsten Moment aber wurde mir bewusst, dass das so nicht ganz richtig war. Zwar hatte mein Körper tatsächlich sein Bewusstsein und damit den letzten Rest an Leben, der noch in ihm gewesen war, verloren. Dieses „Bewusstsein“ war aber nicht einfach verschwunden, als es durch die Öffnung in der Schädeldecke aus dem Körper entwichen war, sondern schwebte nun ein ganzes Stück über diesem und schaute auf ihn hinab. Obwohl es doch eigentlich vollkommen dunkel war, sah ich ihn deutlich unter mir liegen: Völlig vertrocknet und im Zerfall begriffen, eine nutzlos gewordene Hülle. Und während ich so auf sie herabblickte und mich fragte, ob es nicht angemessen wäre zumindest ein kleines bisschen Wehmut zu verspüren, dehnte sich mein Volumen immer mehr aus, wuchs ich der Kugelwand entgegen. Doch als ich sie schließlich erreichte, hörte dieses Wachstum nicht etwa auf, sondern ich verschmolz mit der Kugel und dehnte mich einfach immer weiter aus.
Und da geschah etwas, was ich mit Worten nicht beschreiben kann, nicht einmal mit denen, die ich seit diesem Zeitpunkt neu gelernt habe: Die Kugel und mit ihr auch ich stülpte sich einfach um, kehrte ihr Inneres nach außen. Links und rechts, oben und unten, hinten und vorne – meine gesamte Welt kehrte sich einfach in sich selbst um.
Mit einem Mal war ich wieder frei und fand mich genau an dem Ort wieder, an dem ich schon in meinen Träumen immer wieder kurze Zeit verbracht hatte.

Langsam zog ein lila Nebel vor meinen Augen vorbei, steig von unten auf und schwebte über mich hin weg, einzelne Nebelschwaden waberte von links nach rechts und umgekehrt. Der Nebel war dicht und ich konnte nicht durch ihn hindurch sehen, doch fühlte ich mich in ihm keinesfalls gefangen, sondern vielmehr geborgen als wäre der Nebel selbst ein Teil von mir. Dann tauchte vor mir plötzlich ein paar weißer Punkte auf. Ein Lufthauch folgte, der den Nebel sachte zur Seite blies, bis er fast völlig aus meinem Gesichtsfeld verschwunden war, gleichzeitig aber - wie ich zwar nicht sehen, dafür jedoch umso deutlicher spüren konnte – immer noch dicht bei mir blieb. Direkt vor mir zeichnete sich nun gegen eine nur undeutlich zu erkennende Felswand eine gewaltige violette Gestalt ab, die zwei große, weiße Augen sowie einen seltsamerweise zugleich furchteinflößend und freundlich wirkenden Mund besaß, aus dem auch der Luftzug entstammte, der den Nebel davon abhielt wieder meine Sicht zu verdecken. Direkt vor ihm schwebten zwei ebenfalls violette Hände, die zwar keinerlei Verbindung zu der restlichen Gestalt zu haben schienen, trotzdem aber eindeutig zu ihr gehörten.
Die Hände bewegten sich ein Stück nach vorne, dann drehte sich die rechte ein wenig nach rechts, die linke ein wenig nach links und beide nahmen eine Art Abwehrhaltung ein, wie um den mich umwabernden Nebel dort zu halten, wo er gerade war. Die Gestalt schloss ihren Mund und fing an zu sprechen. _Der Mund blieb dabei vollständig geschlossen und doch hörte ich sie laut und deutlich reden:
„Willkommen im wirklichen Leben – ich hoffe dein Erwachen war nicht zu schmerzhaft. Nun haben Traum und Leben endgültig die ihnen zustehenden Plätze eingenommen und du kannst endlich dein Leben mit uns beginnen...“


Dies ist sie also, die Geschichte meiner Geburt. Seit ihr verlief mein Leben genau wie das eines jeden Seiendens, doch was mich vermutlich von allen anderen unterscheidet und was diese Geschichte so unglaublich macht, ist das, was geschah, bevor ich zum Leben erwachte. Dieser Traum von einem anderen Leben – so kurz und arm an Ereignissen es auch gewesen sein mag – schien mir so real wie einem etwas nur erscheinen kann.
Ja, manchmal denke ich sogar, dass es realer schien als mein wirkliches Leben...


Anmerkung hat geschrieben:Fortsetzung folgt (irgendwann)...

Zu dieser - absichtlich - etwas verwirrenden Geschichte hätte ich noch ein paar Fragen zum Textverständnis und in zusammenarbeit mit einigen aufmerksamen Lesern auch die Antworten (1, 2)


Ode an Mogli
frei nach Schillers Lied von der Glocke

Eingesetzet in die Erden
steht ein Pflänzchen, zart und klein.
Möcht ein stolzer Baum einst werden,
mächt'ger Waldeskönig sein.
An Erfahrung fehlt's ihm noch
unverdrossen kämpft es doch:

    Trainer:
    Training brauchst du, kleiner Zwerg,
    Auf mein Bonsai, frisch ans Werk!
    Über deine Borke heiß,
    rinnen muss der Schweiß
    soll ich dich des Abends loben,
    doch der Schrecken kommt von oben:

Regen, grauen Himmels Tränen,
schuldlos sie sich fallend wähnen,
sind dir doch die einz'ge Schrecken
dich aus tiefstem Schlummer wecken.
Und trotz deines Pflanzenwesens
dich zum Rückzug treiben, eilends.

    Trainer:
    Weiter kämpfe, werde stärker
    doch nicht blind wie ein Berserker.
    Denn wo rohe Kräfte sinnlos walten,
    musst du endlich inne halten.
    Musst im Kampfe deinem Feinde gleichen,
    denn nur so kannst du dein Ziel erreichen:

Fest verwurzelt in der Erden
steht ein Baum aus Fels und Stein,
stark und mächtig wollt' er werden
wird nun Waldes König sein.
Stolz trägt er die Blätterkrone,
freut sich an der Mühen Lohne.

Anmerkung hat geschrieben:Entstand für den Gedichte-Wettbewerb aus dem Adventskalender 2010 - Vorgabe dabei war es ein Gedicht zu verfassen, in dem auf irgendeine Weise ein Baum vorkommt. Übrigens, auch in diesem Gedicht tauchen selbstverständlich Pokémon auf - ich hoffe das erkennt man... :)



Missing Data (Director's Cut)

Alles begann ... Nein, alles endete damit, dass ich mit stolz stolzgeschwellter Brust die Arena von Vertania City verließ. Der Arenaleiter – ein ziemlich zwielichtiger Geselle namens Giovanni – war kein echter Gegner für mich gewesen. Mein Turtok hatte dessen Team im Alleingang versenkt – und zwar im wörtlichen Sinne.
So stand ich nun wieder vor den Toren der Arena und wandte mich gerade zum Gehen, als ich es plötzlich direkt vor mir sah: Die letzte große Herausforderung, die es hier in Kanto noch für mich gab: Die Pokémon-Liga, die dort hoch oben auf dem Indigo-Plateau thronte, dessen blau-schimmernde Felswände sich dank des warmen Fönwindes scheinbar nur einen Mauzisprung entfernt über die Dächer Vertanias erhoben.
Davon aber ließ ich mich nicht täuschen, lag doch in Wirklichkeit noch der lange und beschwerliche Weg durch die Siegesstraße zwischen mir und meinem letzten Ziel – eine Passage zu der nicht ohne Grund nur den stärksten und erfahrensten Trainern Zugang gewährt wurde. Eine Ehre, die mein Team und ich uns soeben verdient hatten, verdient hatten wir uns zunächst jedoch auch noch etwas ganz anderes: Ein paar Tage Erholungsurlaub auf einer warmen Südseeinsel nämlich...

Doch ausgerechnet in dem Moment, in dem ich mein Tauboss rufen wollte um auf dessen starken Schwingen gen Süden aufzubrechen, da stand plötzlich ein alter, gebückter Mann vor mir und hielt mir eine dampfende Kaffeetasse unter die Nase.
„Kann ich dir eine kleine Stärkung anbieten?“
„Wie? Oh, danke nein...“
„Das trifft sich gut – ich kann sie nämlich gut gebrauchen.“, erwiderte der Alte und trank die Tasse ohne eine Miene zu verziehen in einem Zug leer und sprach dann, fast ohne eine Pause, weiter:
„Ah, das hat gut getan. Jetzt fühle ich mich wieder munter und genau in der richtigen Stimmung einem jungen Trainer etwas über die elementaren Dinge im Leben eines Pokemon-Trainers zu erzählen.“
Dass ich dagegen ganz und gar nicht in einer solchen Stimmung war, interessierte ihn baei ebenso wenig wie die Tatsache, dass ich soeben nicht gerade geknickt die letzte der acht Arenen Kantos verlassen hatte, und so musste ich mir schließlich ein komplettes Fangtraining ansehen (in dessen Verlauf es der alte Mann gerade so schaffte ein Hornliu zu fangen), bevor ich endlich – und nur nach der ausdrücklichen Versicherung meinerseits baldmöglichst wieder zu kommen – doch noch meine wohlverdiente Urlaubsreise antreten konnte.

Und so kam ich schließlich erst gegen Mittag am schwarzen Strand der Zinnoberinsel an, wo ich meine Pokemon freiließ, mein Turtok mit einem 24h Topschutz einsprühte um mich dann endlich auf dessen Rücken über die sanft ans Ufer plätschernden Wellen der Sagami-Bucht treiben zu lassen.
„TURTOK“, riss mich – scheinbar nur wenige Sekunden später – der unüberhörbare Warnruf meines Pokemons aus dem Schlummer. Der Warnruf, den es eigentlich nur ausstieß, wenn es von einem wilden Pokemon angegriffen wurde. Das aber war ganz eindeutig unmöglich – ein wildes Pokemon mit einem höheren Level als mein Turtok gab es auf Route 20 mit Sicherheit nicht.
Als ich aber meine Augen endlich geöffnet hatte, erkannte ich, dass das noch bei weitem das möglichste an der ganzen Situation war. Wirklich unmöglich war das, was da nur wenige Meter vor uns über dem Meerwasser schwebte: Eine Wolke aus unzähligen kunterbunten Quadraten hing bewegungslos und vollkommen unbeeindruckt von den immer wieder erstarkenden Windböen in der Luft. Dann begannen sich die einzelnen Quadrate langsam sich um ihre eigene Achse zu drehen, sich gegeneinander zu verschieben und auf und ab zu wandern. Was zum Darkrai konnte das nur sein?
„Missing Data – keine passenden Daten gefunden!“, meldete sich mein Pokedex, den ich in der Zwischenzeit offenbar ganz automatisch aus der Tasche gezogen und auf mein gegenüber gerichtet hatte, nicht eben hilfreich zu Wort.
„Hydropumpe vorbereiten“, rief ich meinem momentan einzigen Pokemon zu. Denn im Gegensatz zu meinem Pokedex, war sich Turtok offenbar sicher, dass es sich bei dieser Erscheinugn durchaus um ein Pokemon handelte – und auf seinen Instinkt, das hatte ich in den letzten Wochen meiner Reise durch Kanto gelernt, konnte ich mich uneingeschränkt verlassen.
Gehorsam begann es umgehend seine Tanks mit dem im Überfluss vorhandenen Wasser zu füllen, doch zugleich kam auch in die seltsame Wolke vor mir Bewegung: Die einzelnen Quadrate fingen erst an sich langsam um die eigene Achse zu drehen, dann begannen sie sich immer schneller werden um das Zentrum der Wolke zu bewegen. Und obwohl ich eigentlich keine Ahnung hatte, was das zu bedeuten hatte, war ich mir doch instinktiv absolut sicher, dass auch dieses Pixelwolken-Pokemon eine eigene Attacke vorbereitete. Und in dem Moment ertönte erneut die Stimme meines Pokedex:
    Unbekannte Pokemon-Spezies erkannt...
    Name: unbekannt!
    Geschlecht: unbekannt!
    Level: 181...
Level 181? So etwas war doch vollkommen un... - andererseits hatte das Wort „unmöglich“ inzwischen sowieso schon stark an Bedeutung verloren. Ich musste also damit rechnen, dass diese Information stimmte – und ich damit nur noch eine letzte Möglichkeit hatte einer sicheren Niederlage zu entkommen...
Hastig kramte ich in meinem Rucksack. Irgendwo musste er doch sein, irgendwo... und da entdeckte ich ihn, ganz unten auf dem Boden der Tasche: Meine Rettung! Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung nahm ich den kleinen violetten Ball mit dem großen roten „M“ auf seiner Frontseite heraus, wog ihn kurz prüfend in meiner rechten Hand und warf ihn dann mit Schwung genau in die Mitte der Wolke.
Zuerst schien es, als hätte ich soeben meinen wertvollsten Pokeball vollkommen umsonst geopfert. Der Ball fiel einfach durch die kleinen Quadrate hindurch, die er dabei durchdrang als wären sie gar nicht wirklich da. Dann aber, genau in der Mitte der Wolke blieb er plötzlich inmitten der Luft hängen, klappte auf und tauchte mit einem Mal alles in ein helles blaues Licht.
Ganz langsam begannen sich all die vielen bunten Quadrate auf den geöffneten Meisterball zu zu bewegen. Sie wurden allmählich schneller, rasten schließlich auf die Mitte des Balles zu als wäre dieser ein Staubsauger und verschwanden schließlich in der unteren Halbkugel. Der Ball klappte zu, hing noch für einen Moment regungslos in der Luft und flog dann zurück genau in meine noch immer geöffnete Hand hinein. Ich konnte es kaum glauben – ich hatte es tatsächlich geschafft: Zu Überleben und ein bislang vollkommen unbekanntes Pokémon zu gefangen!

Ich wies Turtok an zurück zur Zinnoberinsel zu schwimmen und sah mich dann nach meinem Rucksack um. Da stand er, gleich rechts von mir – aber irgendwas stimmte hier nicht. Obwohl ich in meinen Rucksack immer nur das Allernötigste packte, war er jetzt prall gefüllt, die Nähte zum Zerreißen gespannt.
Vorsichtig öffnete ich einer der Schnallen, als plötzlich mit einem lauten Knall auch die zweite aufsprang und eine Flut kleiner blauer Bonbons aus dem Rucksack heraussprudelte. Hunderte Sonderbonbons kullerten kreuz und quer über Turtoks Rückenpanzer. Zusammen mussten sie ein Vermögen wert sein – aber wie sie in meinen Rucksack gelangt waren, das war mir ein absolutes Rätsel.
Vollkommen verwirrt schüttelte ich meinen Kopf und legte ihn dann in den Nacken um wieder einen paar klaren Gedanken zu fassen – was ich jedoch dabei sah, machte das klare Denken endgültig unmöglich: Denn dort oben - mitten am strahlend blauen Himmel - stand, obgleich es helllichter Tag war, nicht die Sonne, sondern der Mond!
Ich blinzelte und schaute noch einmal nach oben – eindeutig, das war der Mond, vor dem gerade ein Schwarm aus lauter Büschen und Bäumen vorüber zog. Mir wurde schwindlig, alles begann sich um mich zu drehen und nur mit Mühe schaffte ich es nicht von Turtoks glattem Rückenpanzer zu rutschen. Ich wagte einen kurzen Blich zur Seite, sah wie weit entfernt der Horizont senkrecht aus dem Meer emporragte und musste mich übergeben. Direkt hinein in das kaminrote Meer aus Dachziegeln, auf dem wir dahin trieben.
Moment, Dachziegel? Ja tatsächlich, es waren Dachziegel! Wir befanden uns auf einem Dach! Auf dem Dach eines Hauses, das wiederum inmitten einen großen Stadt stand. Eine Stadt deren Häuser selbstverständlich nicht aussahen wie normale Häuser, sondern deren Wände ausschließlich aus Fenstern und Türen bestanden – lediglich an den Stellen, wo normale Häuser Türen und Fenster hatten – dort befanden sich hier kleine gemauerte Rechtecke. In den Straßen dazwischen schwebten kleine Schwärme aus Bäume munter auf und ab, hin und wieder flog ein Berggipfel vorbei und statt Menschen liefen lauter bunte Quadrate durch die Stadt.
Dann verstummten plötzlich alle Geräusche, wurden ersetzt durch einen einzigen hohen, alles durchdringenden Pfeifton. Ich wollte mir die Ohren zuhalten, aber ich konnte mich plötzlich nicht mehr bewegen. Auch die „Stadt“ vor mir war wie eingefroren: die fliegenden Bäume, die schwebenden Gipfel, die laufenden Quadrate - nichts bewegte sich mehr. Die Zeit schien still zu stehen.
Doch noch bevor ich mir über diesen neuen Wahnsinn den Kopf zerbrechen konnte, tauchte auf einmal am Horizont ein schmaler schwarzer Streifen auf, der jedoch rasch größer wurde. Immer schneller wuchs er, gewann an Höhe und Breite, verschlang den grünen Himmel, die blauen Häuser und die roten Bäume.
Schließlich war die gesamte Welt um mich herum in tiefes undurchdringliches schwarz getaucht,
dann verschwand auch der Pfeifton...

...und ich hörte auf zu existieren.

Das nächste was ich – immer noch umgeben von vollkommener Dunkelheit – hörte war ein neuer, durchdringender Ton, diesmal aber bestehend nicht aus einem einzigen langgezogenen Ton, sondern aus vielen kurzen, dicht hintereinander. Als ich meine Augen schließlich öffnete, erkannte ich auch endlich, was diesen Ton verursachte: Mein Wecker!
Einen Moment noch war ich verwirrt, unsicher wo ich war und wann – und wer und warum; dann wurde mir langsam wieder alles klar: Ich war zu Hause in meinem Bett, es war früher Morgen, meine Name war Endvy und heute war mein Großer Tag: Ich sollte heute mein erstes eigenes Pokémon bekommen (ich werde natürlich Schiggy nehmen) und würde aufbrechen zu einer Reise quer durch Kanto um schließlich, eines fernen Tages, hoch oben auf dem Indigo Plateau der neue Champ zu werden.
So also endete … nein, so beginnt mein großes Abenteuer...

Anmerkung hat geschrieben:Diese Geschichte entstand für den ersten FF-Eliminationswettbewerb, wo sie aber aufgrund der Wortbegrenzung nur in gekürzter Form zu lesen war. Für mein Sammelthema habe ich sie jetzt aber noch einmal in der etwas ausführlicheren Form fertig ausformuliert, wodurch sie nun auf gute 1600 statt auf knapp 1200 Wörter kommt.
Bei dieser Geschichte muss ich mich auch noch ganz herzlich bei den Autoren der bulbapedia bedanken, dank deren ausführlichem Artikel zu dem hier beschriebenen Ereignis (Achtung, Spoiler!) ich die Geschichte erst schreiben konnte. :)



Die Quelle

Wasser...

Eine Quelle, hat er gesagt...


Nie hätte ich mich darauf eingelassen, wenn er das nicht gesagt hätte. Mein Herrchen, der Schulmeister von Saho Re, er hat es gesagt. Wenn er es nicht …
Nein! Das stimmt nicht! Es ist nicht seine Schuld. Er konnte es schließlich nicht wissen...
Nein! Schuld ist dieser dumme alte Streit: Dieser uralte Streit, wer das bessere Haustier, das bessere Pokémon wäre. Der Hund oder die Katze, Fukano oder Eneco, er oder ich...
Seit unser Herrchen vom Trainer zum Lehrer geworden war. Seit er sich ein eigenes kleines Häuschen gekauft hatte. Seit wir nicht mehr nur zum Kämpfen aus unseren Pokébällen gelassen wurden, sondern den ganzen Tag frei in Haus und Dorf herumlaufen konnten. Seitdem stritten wir um jede Pfotenbreite unseres Reviers, um jeden noch so kleinen Gegenstand, den unser Herrchen einem von uns beiden gab, vor allem aber darum, wer von uns beiden der bessere wäre, der stärkere, der klügere, derjenige, der unserem Herrchen am meisten wert wäre.
Seit er uns die Freiheit geschenkt hatte, stritten wir...

Unerschöpflich sei sie, hat er gesagt…

Eine unerschöpfliche Quelle…

Wasser…


Aber es ist nicht seine Schuld! Wir waren es, die kein Ende finden konnten, die den Streit immer weiterführen mussten. Ständig darauf wartend, dass irgendwann der andere gezwungen wäre ihn zu beenden. So hielten wir ihn immer am Leben, machten den Streit zu unserem Lebenszweck. Wir Stellten uns gegenseitig Aufgaben, stellten uns Fallen und stellten uns selbst immer neuen Herausforderungen. Nur um einmal etwas zu finden, woran der andere scheitern würde.
Vielleicht hätten wir irgendwann gemerkt, dass dieser Streit zu nichts führen konnte – zu nichts als einem sich nur immer wieder bestätigenden Unentschieden. Vielleicht hätten wir das irgendwann erkannt, hätte nicht unser Herrchen uns eines Tages auf eine kleine Reise zur nächsten Oase mitgenommen...

Ihren Durst, hat er gesagt…

Ihren Durst könnten sie damit stillen…

Wasser…


Aber er konnte es nicht wissen! Nein, seine Schuld ist es nicht!
Fukano war es, der nach unserer Rückkehr auf die Idee kam. Die Idee, wie unser Streit endlich würde entschieden werden können: Wer diese Reise auf eigene Faust bewältigen könnte, der wäre selbst unserem Herrchen ebenbürtig – und dem anderen wäre er so mit Sicherheit überlegen.
Ich hätte dem niemals zugestimmt, hätte mich nie darauf eingelassen, hätte gesagt, dass ein Zweitagesmarsch durch die Wüste kein fairer Wettstreit wäre. Schließlich muss er nur eine Flamme in sich nähren – und Hitze gibt es in der Wüste mehr als genug. Ich aber benötige etwas, was es dort nicht gibt:

Wasser…


Wasser! So viel wie ich es selbst nicht tragen kann. Ich hätte sicherlich abgelehnt, hätte gute Gründe gehabt, hätte ich mich nicht in dem Moment daran erinnert, was unser Herrchen immer sagte:

Eine unerschöpfliche Quelle…

an der sie ihren Durst stillen könnten…


Das hatte er schon oft gesagt – nicht zu mir, nicht zu uns. Das war nicht seine Absicht! Zu seinen Schülern sagte er es.
Aber nun glaubte ich meine Rettung zu kennen, ein Trick wie ich meinen Rivalen überlisten, den Streit endlich und endgültig für mich entscheiden konnte.
So also stimmte ich zu, machte mich am nächsten Tag auf den Weg, mit nichts dabei als der Quelle...

Quelle…

unerschöpflich…

Wasser…


Aber das gibt es hier nicht. Nur Sand! Sand und Hitze!
Und die Quelle? Leer! Kein Wasser, nur weißes, trockenes Papier.

Und doch stelle ich sie noch einmal vor mir auf. Weiter tragen kann ich sie sowieso nicht mehr. Stelle sie vor mich hin und starre auf die trockenen, weißen Blätter mit den schwarzen Symbolen darauf. Spüre wie ein leichter Luftzug über mein Fell streicht, höre wie die Seiten im Wind rauschen.

Rauschen…

Rauschen wie eine Quelle…

Eine Quelle, aus der frisches Wasser sprudelt…



Plötzlich sehe ich es vor mir: Aus den Seiten heraus sprudelt es: Frisches, klares Wasser ergießt sich daraus, strömt hinab auf den heißen Wüstenboden, sammelt sich dort in einer kleinen Pfütze, direkt vor meinen Pfoten.

Wasser…!


Mit letzten Kräften stemme ich mich hoch, springe mit offenem Maul hinein in das kalte, blaue Nass.
Ein schmerzhaftes Kratzen im Hals führt zu einem röchelnden Husten. Kantiger, heißer Sand kommt aus meinem Maul. Ich selbst liege auf dem trockenen Wüstenboden, sehe direkt vor mir ein letztes Mal das weiße Papier der Quelle. Aus irgendeinem Grund fällt mir genau in dem Moment ein wie mein Herrchen sie genannt hat:

Bücher, hat er gesagt…

Bücher sind eine unerschöpfliche Quelle…

an der ihr euren Wissensdurst stillen könnt…


Dann wird mir schwarz vor Augen und ich weiß, dass ich verloren habe...

Anmerkung hat geschrieben:Diese Geschichte entstand für einen Wettbewerb im Bisaboard, in dem sie immerhin für einen dritten Platz reichte. :)
Die Aufgabe war dabei eine Reizwortgeschichte zu den Wörtern: Eneco, Wasser, Streit und Buch zu schreiben.



Bei Kerzenschein


Liebes Tagebuch,
erinnerst du dich noch an Tante Lucy? Eine entfernte Verwandte von mir – glücklicherweise sehr weit entfernt, – wie meine Mutter immer sagt. Sie lebt nämlich in einer ganz anderen Region.
Oder besser gesagt, sie lebte dort, denn vor fast einer Woche brachte uns ein graues, gurrendes Vogelpokémon, wie ich noch nie eines gesehen habe, einen Brief: Und in dem stand, dass „Miss Lucia Brooke am 20.4. verstorben“ sei oder, wie mein Vater hinzufügte, der Teufel sie endlich wieder nach Hause geholt hat. Darüber haben wir alle sehr gelacht – wofür ich mich nun, im Nachhinein, doch ein wenig schäme...
Nicht nur, weil sich das nicht gehört, sondern auch weil heute ein kleines Paket angekommen ist - von Tante Lucy (oder genauer gesagt: von ihrem Anwalt); Sie hatte uns offenbar trotz unserer durchaus auf Gegenseitigkeit beruhenden Abneigung in ihr Testament aufgenommen und jedem von uns etwas von ihrem Besitz vererbt: Meinem Vater drei wertvolle alte Münzen (einen bronze-farbenen Heller, einen silbernen Taler und einen goldenen Dukaten), meiner Mutter eine nicht weniger kostbare aussehende Perlenkette und mir eine hellblau schimmernde, prachtvolle Feder sowie eine wundervolle alte Kerze.
Ob sie wusste, wie gerne ich spätabends bei Kerzenschein Geschichten oder meine Tagebucheinträge schreibe – und das am liebsten mit Tinte und Feder? Aber woher nur? Ob ich sie vielleicht völlig falsch eingeschätzt habe? Was meinst du, mein liebes Tagebuch?


Liebes Tagebuch,
heute gibt es nur einen kurzen Eintrag. Ich habe mir nämlich eine Erkältung oder sowas eingefangen – jedenfalls war mir heute schon gleich nach dem Aufwachen total kalt und ich habe mich den ganzen Tag über so schwach gefühlt, dass ich kaum das Bett verlassen habe. Trotzdem muss ich dir heute unbedingt noch schreiben – ich möchte dir nämlich von einem überaus seltsamen Traum erzählen, den ich heute Nacht hatte:
Mitten in der Nacht wurde ich von einem grellen, das ganze Zimmer erfüllenden Lichtschein geweckt – oder zumindest dachte ich das in diesem Moment. Nur eine Handbreit von meinen Augen entfernt thronte direkt auf meiner Bettdecke eine Kerze. Nicht irgendeine Kerze, nein, es war genau die Kerze, die mir meine Tante am Tag zuvor vererbt hatte. Diese Kerze also stand nun vor meinen Augen und flackerte munter vor sich hin. Und nicht genug damit, noch irgendetwas anderes war seltsam. Doch daran kann ich mich nicht mehr erinnern. In meinem Traum störte mich das auch nicht im Mindesten, vielmehr lag ich vollkommen regungslos in meinem Bett, starrte fasziniert in die vor mir leuchtende Flamme und erst als allmählich das geschmolzene Wachs begann herunter zu tropfen, wurde mir endlich bewusst wie gefährlich das war. Ich blies die Kerze aus, es wurde wieder dunkel in meinem Zimmer und ich glitt hinüber in einen ruhigeren, traumlosen Schlaf.
Schon seltsam, was man manchmal so träumt, nicht war? Ob es vielleicht das schlechte Gewissen wegen Tante Lucy ist, dass mich sogar im Schlaf noch an ihr Erbe denken lässt? Und so brennt auch jetzt, während ich ihre Feder in der Hand halte, ihre Kerze vor mir auf dem Tisch und spendet Licht und Wärme...


Liebes Tagebuch,
entschuldige bitte die Flecken auf dieser Seite – es fällt mir nur so unendlich schwer meine Tränen zurück zu halten ... fast so schwer wie es mir fällt einen verständlich Eintrag zu verfassen ... aber Mutter hat gesagt, dass ich das tun soll. Dass du, mein liebes Tagebuch, mir dabei helfen wirst wieder klarer denken zu können, denn du bist der beste Zuhörer, den ich kenne.

Als ich heute morgen von Mias aufgeregtem Maunzen geweckt wurde, da – wenn ich schreibe klingt es irgendwie komisch, aber genau so war es! - da wusste ich sofort, dass irgendetwas nicht stimmte: Ohne recht zu wissen warum, beugte ich mich hinunter zu dem kleinen Steinbettchen, das direkt neben dem meinen steht. Und da lag er: Glufeus kleiner, oranger Körper – eingerollt wie ein kleines Kind und vollkommen regungslos! Erst verstand ich gar nicht, warum mich das so schockierte – schließlich konnte er doch auch einfach nur ruhig schlafen. Da erst wurde mir bewusst, was ich da eigentlich sah, was es war, dass mir die traurige Gewissheit gab: Die Flamme an seinem Schwanzende, sie war vollständig erloschen!
Langsam löste ich mich aus meiner Erstarrung und wollte meinen Freund hochheben, ihn an meine Brust drücken, aber als meine Fingerspitzen ihn berührten, da zuckte ich vor Schreck zurück: Sein Körper war bereits eiskalt, kein bisschen Wärme war mehr in ihm.
Auch Professor Eich, der extra bis aus Alabastia zu uns kam, konnte nur noch – wie es in den Nachrichten immer so emotionslos heißt – seinen Tod feststellen. Warum er aber so plötzlich gestorben ist, das konnte er sich auch nicht erklären. Es sei, als wäre Glumandas inneres Feuer einfach verloschen, meinte er. Und dass es ihm leid täte, dass er nichts genaueres sagen könne, und natürlich dass ich sein aufrichtiges Beileid hätte, sagte er noch, bevor er wieder ging und wir Glufeu in das kleine Erdloch legte, das Vater in unserem Vorgarten gegraben hatte.

Und ich kann es immer noch nicht glauben – selbst jetzt, nachdem ich es hier vor mir geschrieben sehe. Aber ich muss jetzt Schluss machen, mich fröstelt und ich bin müde, Mia hat sich auch schon unter meine warme Bettdecke gekuschelt und nur Tante Lucys Kerze flackert noch munter vor sich hin.


Liebes Tagebuch,
ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht. So viel ist heute passiert und so wenig habe ich verstanden. Fast den ganzen Tag habe ich verschlafen und doch bin ich todmüde. Aber vielleicht hilft es mir auch heute wieder, wenn ich es dir einfach erzähle:

Wieder wurde ich früh morgens äußerst unsanft geweckt. Aber diesmal war es kein aufgeregtes Miauen, sondern ein langgezogener Schmerzensschrei, der mich aus dem Schlaf riss. Ich schaute nach links: Keine Mia! Ich schaute nach rechts: Da war sie! Sie stand auf meinem Schreibtisch – und in Flammen! Ich sprang auf, da begann sich plötzlich alles um mich zu drehen. Dann wurde mir schwarz vor Augen und ich kippte nach hinten in mein Bett...
Als ich – Stunden später, wie ich nachher erfuhr – wieder zu mir kam, lag ich in einem mir unbekannten Bett, in einem mir unbekannten Zimmer und eine mir unbekanntes Person beugte sich über mich. Sie stellte sich als Dr. Meier vor und erklärte mir, dass ich im Safronia-City-Hospital lag. Ich war mit einem Krankenwagen hierher gebracht worden, den meine Mutter gerufen hatte, nachdem sie mich ohnmächtig in meinem Bett liegend gefunden hatte – und Mia schreiend durchs Zimmer rennend.
Mia hat mein Vater zu Professor Eich gebracht, sie hat sich schwere Verbrennungen zugezogen als sie, warum auch immer, die Kerze auf meinem Schreibtisch angesprungen hat. Wie eine kleine Kerzenflamme derart schlimme Verletzungen hervorrufen kann, das kann sich niemand erklären – ebensowenig wie ich mir erklären kann, wie ich gestern Nacht vergessen konnte sie zu löschen. Ich hoffe nur, dass Mia diesen Unfall genauso unbeschadet überstehen wird wie Tanty Lucys Kerze. Seltsamerweise scheint sie, obwohl sie die ganze Nacht gebrannt haben muss, nicht einmal kleiner geworden zu sein...
Ich selbst hätte mir, erklärte Doktor Meier noch, wohl eine recht starke Grippe eingefangen – sie sei aber zuversichtlich, dass es mir schon in ein paar Tagen wieder besser gehen wird.

Jetzt bin ich also wieder allein in diesem Zimmer. Das heißt, nicht ganz – du bist schließlich noch hier und Tante Luys Kerze, die in diesem kalten, fremden Raum ein wenig Wärme und Geborgenheit spendet. Nun aber muss ich sie ausblasen und dich zur Seite legen, bevor mir die Augen endgültig zufallen.


Liebes Tagebuch,
Vielleicht ist das gerade wieder nur ein Traum, vielleicht werde ich morgen früh aufwachen und nichts von all dem hier ist passiert. Vielleicht aber ist das auch kein Traum – und dann werde ich morgen früh gar nicht mehr aufwachen.
Ich weiß nicht, warum ich das schreibe, aber ich spüre, dass es so ist. Ich spüre wie die Wärme aus meinem Körper entweicht, spüre wie das Leben aus meinem Herzen gesaugt wird und sehe wie Tante Lucys Kerze umso kräftiger brennt, je schwächer ich werde.
Ja, sie brennt wieder – aber nicht mehr angenehm und wärmend. Nein, es ist ein kaltes, blendend grelles Licht, das ihre Flamme ausstrahlt. Eine Flamme, die nicht genährt wird vom Wachs der Kerze, sondern von der Lebensenergie in seiner Umgebung.
Ich weiß nicht, woher ich das plötzlich weiß, aber ich spüre, dass sie das so wollte, dass ich es verstehe, genau in diesem Moment. Dass ich alles verstehe, das Jetzt und die vergangenen Tage. Und dass ich es niederschreibe, während vor mir ihre Kerze bedrohlich flackert und das ganze Zimmer in ihren giftig violetten Schein taucht.

Natürlich habe ich versucht die Kerze auszublasen, aber anstatt zu verlöschen, wurde sie dadurch nur noch weiter entfacht. Ich habe versucht zu schreien, aber meine Stimme ist schon so schwach, dass der Schrei nur noch als heiseres Krächzen aus meiner Kehle entwich. Ich versuche aufzustehen, aber meine Beine gehorchen mir nicht mehr. Kälte steigt in mir auf. Es wird immer schwerer die Feder in meiner Hand zu halten – die Feder, die sie mir geschickt hat, damit ich das hier niederschreiben ka


Anmerkung hat geschrieben:Entstand für den KOBBPFFFKGWB - und ich hatte mir diesmal eigentlich fest vorgenommen, nicht wieder in Konflikt mit der Wörterbegrenzung zu kommen...
Für besonders gründliche Leser ist mal wieder ein kleines Suchspiel mit eingebaut: Einen der in dieser Geschichte auftauchenden Charaktere gibt es wirklich (also im Pokemon-Universum) - welcher ist es?



Schatten


Schatten an der Wand: Ein Sonnenschirm, ein Tisch, ein Stuhl daneben, eine junge Frau sitzt darauf. Ein Mann erscheint, er hält die Hände hinter dem Rücken, spricht mit ihr, überreicht ihr etwas und beugt sich hinab zu ihr. Sie küsst ihn. Die Schatten verblassen und die Szene beginnt erneut...
„Sag mir: Was sehe ich hier? Sehe ich, was sein wird? Was sein kann? Was sein soll? Was zeigst du mir da? Vorbestimmungen? Ahnungen? Wünsche? Sag es mir!“ Aber Celebi schweigt, während die Szene wieder und wieder neu beginnt.
Schließlich nehme ich den Ring und trete heraus aus dem Schatten...


Anmerkung hat geschrieben:Entstand für den Themendrabble-Wettbewerb auf bisafans - ein Drabble wollte ich schon lange mal versuchen (weil kurzfassen ist ja eh etwas, was ich hin und wieder üben sollte ^^) und da kam mir dieser Wettbewerb gerade recht. Die gestellte Aufgabe war es sich ein Wort zu nehmen, und dazu ein Drabble (ein Text aus exakt 100 Wörtern) zu schreiben, bei dem das gewählte Wort sowohl die Überschrift darstellt als auch genau dreimal im Text selbst vorkommen muss.
Ist jedenfalls ziemlich schwierig so eine Geschichte auf genau 100 Wörter zu bekommen (aber wen wundert's, wenn ich schon Schwierigkeiten habe meine Kurzgeschichten unter die übliche 1500 Wörtergrenze zu bringen...)




Der erste Kontakt


„Die Geschichte, die du nun hören wirst, ist eine ganz besondere Geschichte. Noch keinem anderen Menschen habe ich sie bisher erzählt, meine Geschichte, die doch nur der Anfang ist einer viel größeren Geschichte – der gemeinsamen Geschichte von Pokémon und Menschen:


Vor langer Zeit, als Menschen und Pokémon noch in verschiedenen Welten lebten ohne voneinander zu wissen, da war diese Welt, in der wir lebten eine ganz andere. Keine bessere und keine schlechtere, aber eben eine andere, denn sie gehörte uns allein. Nicht, weil wir sie erobert hätten oder erworben, sondern einzig aus dem Grund, dass es niemanden gab, der sie uns hätte streitig machen oder mit dem wir sie hätten teilen können. Wir waren darüber nicht traurig, aber auch nicht froh – denn seit wir denken konnten, lebten wir alleine in dieser Welt. Weder wussten wir, wie es ist, mit Feinden um seinen Lebensraum kämpfen zu müssen, noch was es bedeutet ihn mit Freunden teilen zu können.
So war es auch an jenem Tag, wie es schon alle Zeit gewesen war, als an das Ufer unserer Welt ein Wesen gespült wurde, wie wir es noch nie zuvor gesehen hatten.

Die Kunde von diesem außergewöhnlichen Fund verbreitete sich schnell und immer mehr von uns kamen, um das Wesen mit eigenen Augen zu sehen, denn um es zu beschreiben hatten wir noch nicht einmal die notwendigen Worte. Wir wussten nicht, ob es tot war oder ob es noch lebte, ja noch nicht einmal, ob es jemals gelebt hatte. Dennoch beschlossen wir es in eine nahegelegene Höhle zu bringen, um es genauer zu untersuchen. Denn obgleich es nur regungslos am Boden lag, übte das Wesen bereits eine unbegreifliche Faszination auf uns aus.
Wie groß wurde da erst unsere Begeisterung, als es sich mit einem Mal zu bewegen begann: Es streckte seine Glieder, betastete seinen Körper und setzte sich endlich vorsichtig auf. Schließlich öffnete es seine Augen und blickte das erste Mal in die Augen eines der unseren. Eine ganze Weile saßen sich die beiden gegenüber und versuchten durch die Pupillen des jeweils anderen dessen Gedanken zu lesen.
Wir anderen beobachteten stumm die Szene und warteten darauf, was passieren würde. Aber da war nichts. Niemand bewege sich, niemand tat irgendetwas, bis einer von uns etwas zu seinem Nachbarn flüsterte. Da wandte das Wesen in unserer Mitte plötzlich seinen Kopf um, dem Sprecher zu und starrte ihn fasziniert an. Jemand anders fragte etwas, erneut bewegte das Wesen seinen Kopf in dessen Richtung und wieder, als jemand antwortete. Dann schwiegen wir wieder und mit einem Mal begann das Wesen zu sprechen...

Es waren uns vollkommen unbekannte, sinnlose Laute, die wir ebenso wenig verstanden, wie das Wesen unsere Worte. Der Anfang aber war gemacht, wir wussten nun, dass es möglich sein musste, durch Worten miteinander in Kontakt zu treten – auch wenn wir noch nicht wussten, welche Worte das waren. So verbrachten wir die nächsten Tage mit dem Versuch, die Sprache des anderen zu lernen, was uns erstaunlich schnell gelang. Da unser Findling noch zu schwach war um selbst aufzustehen oder gar die Höhle zu verlassen, brachten wir ihm die verschiedensten Dinge an sein Lager, auf die es dann deutete und uns ihren Namen nannte. Nur weniges war darunter, was es nicht wiedererkannte – so verschiedene Lebewesen unsere beiden Welten auch hervorgebracht hatten, schienen sie sich doch ansonsten überaus ähnlich zu sein.
Ein regelrechter Wettbewerb entbrannte unter uns, wer unserem Findling die meisten neuen Worte würde entlocken können, und immer besser verstanden wir so diese andere Lebensform, die, je mehr wir sie kennen lernten, uns umso weniger unähnlich erschien. Nur in einem konnten wir keinen Sinn erkennen: Warum es uns jeden Morgen, wenn wir die Höhle betraten, als erstes darum bat, nach draußen auf Meer zu sehen und ihm zu berichten, was wir dort sahen. Denn dort gab es nichts zu sehen als das immer gleiche endlos weite, blaue Wasser. Erst an jenem Tag verstanden wir es, als wir ihm zu unserer großen Freude endlich etwas anderes berichten konnten:

Ein hölzernes, schwimmendes Gefährt kam langsam auf die Küste zu, mit Wesen darin, die, obgleich sie alle von unterschiedlicher Größe und Statur waren, verschiedenste Fellfarben und Stimmen hatten, doch offensichtlich der selben Art angehörten, wie das Wesen in unserer Höhle.
Dieses jedoch reagierte zu unserem Erstaunen nicht im Mindesten erfreut, sondern vielmehr entsetzt. Es versuchte aufzuspringen, knickte jedoch sofort wieder ein. Es rief uns zu, wir sollten uns in der Höhle verstecken, im nächsten Moment jedoch hörten wir Stimmen von draußen. Laute, kurze und schnell näher kommende Schreie, die wir jedoch nicht verstehen konnten. Unser Findling allerdings konnte das offenbar, denn es wurde plötzlich ganz ruhig.
Es ginge nun zu Ende, sagte es und bat uns zu verschwinden. Dass es auf der Flucht vor seinen Artgenossen hierher gekommen wäre und diese es nun gefunden hätten, erklärte es hastig, als wir seiner Bitte nicht Folge leisten wollten. Noch einmal rief es, dass wir uns vor den Neuankömmlingen verstecken sollten, aber da war es schon zu spät.
Mehrere Wesen kamen durch den Höhleneingang gesprungen, auch sie hatten vier Beine, aber sie waren kleiner, ihr Fell bedeckte den ganzen Körper und sie hatten spitze Zähne in ihren weit aufgerissenen Mäulern. Wild brüllend liefen sie auf unser Wesen zu, doch das wollten wir nicht zulassen: Wir umringten es und verstellten den Angreifern den Weg. Diese stoppten erstaunt und wichen zurück, blickten sich unsicher zum Eingang um und warteten unschlüssig, was sie tun sollten.
Schließlich betraten zwei weitere Wesen unsere Höhle. Diese jedoch aufrecht gehend und etwa von der Größe unseres Freundes. Tatsächlich waren sie offenbar von der gleichen Art, denn sie redeten sogar die gleiche Sprache. Wir hörten wie sie, nachdem sie erst einen Moment irritiert auf uns gestarrt, dann aber in unserer Mitte ihren Artgenossen erblickt hatten, den Vierbeinern Befehle zuriefen. Den Befehl uns anzugreifen!
Hilfesuchend sahen wir zu unserem Findling hinab, das noch einmal von den Angreifern zu uns blickte, und da endlich erkannte, dass wir es nicht im Stich lassen würden, selbst wenn es uns darum anflehte. Schnell rief es uns zu, wovor wir uns in Acht nehmen und wohin wir unsere Angriff richten sollten. Dass die Nase der Vierbeiner ihre empfindlichste Stelle sei und ihre scharfen Zähne ihre gefährlichste Waffe.
Tatsächlich war dies die richtige Strategie, bald schon zogen sich die Angreifer winselnd zurück und als wir ihnen nachsetzten, flohen die Vierbeiner gefolgt von den Zweibeinern aus der Höhle, in ihr hölzernes Gefährt und weg auf das weite Meer.
Nur einer von ihnen blieb zurück, unser Zweibeiner – denn zum ersten Mal stand nun auch er, mit dem Rücken an die Höhlenwand gelehnt, selbst auf nur zweien seiner Beine. Dankbar sah er uns entgegen, als wir zu ihm zurückkehrten. Erleichtert, aber auch ein wenig traurig.

Wir konnten erst gar nicht verstehen, warum, doch das Wesen erklärte uns, dass es nicht wisse, wie es uns danken könne für all das, was wir für es getan hätten. Und dass es so viel Hilfsbereitschaft noch nie erlebt hätte, bei seinen Artgenossen, den...
Da huschte wieder ein Lächeln über sein Gesicht, denn nun wusste es, was es uns schenken könnte. Eine Sache, die wir bisher nie gebraucht hatten, die wir nun aber in Zukunft unbedingt benötigen würden: Erst zeigte es auf sich selbst und sagte „Mensch“, dann deutete es auf uns und sprach das Wort „Mew“, das fortan unser Name sein sollte – in der Sprache der Menschen ebenso wie in der Sprache von uns – den Mew.


Dies war er, der Beginn einer neuen Welt und einer neuen Geschichte – unserer gemeinsamen Geschichte, der Geschichte von Menschen und Pokémon. Viele Legenden ranken sich seit dem um diesen ersten Kontakt und noch viel mehr um all das, was danach geschah. Dies jedoch ist die wahre Geschichte, denn sie entstammt meiner eigene Erinnerung an das, was sich damals zutrug.
Und ich habe diese Geschichte heute zum ersten Mal einem Menschen erzählt, denn ich hoffe, dass sie dir auf deiner Suche den richtigen Weg weisen wird, Natural Gropius.“


Anmerkung hat geschrieben:Für einen Wettbewerb im Bisaboard mit dem Thema "Unerzählten Pokémongeschichten".
Dieses Thema ist hier im Grunde gleich doppelt umgesetzt: Zum einen handelt sie ja von der ersten Begegnung von Menschen und Pokémon (und Tieren, um genau zu sein - diese tauchen einerseits aus dramaturgischen Gründen auf, andererseits aber auch, weil es in der Pokémonwelt ja durchaus Tiere gibt, nur eben sehr selten (was mich vermuten lässt, dass (Haus-)Tiere durch die Pokémon für den Menschen überflüssig wurden und deswegen kaum noch gesehen werden)) beschreibt, zum anderen aber beschreibt sie auch, was mit N nach seiner Flucht aus Einall geschieht.
Ersteres war dabei natürlich die eigentliche Idee der Geschichte, letzteres kam dann hinzu, als ich mir überlegte, warum Mew diese Geschichte nun erstmals erzählt und vor allem wem? Und da erschien mir N einfach passend, denn er ist schließlich auf der Suche nach der richtigen Beziehung zwischen Menschen und Pokémon und was läge da näher als das älteste lebende Pokémon aufzusuchen, dass sich sogar noch an die zeit vor den Menschen erinnern kann. Außerdem passt dies ganz gut zu dem, was man über Mew weiß, dass es sich nämlich nur denen zeigt, die reinen Herzens sind und es sehen wollen...

PS: Der Titel ist natürlich, wie sollte es anders sein, mal wieder von Star Trek geklaut geguttenbergt ^^



Bill


Seine beste Freundin war sie seit Kindestagen und seine einzige lange Zeit. Immer an seiner Seite hörte sie ihm allzeit lächelnd zu. Seinen Träumen lauschte sie aufmerksam wie seinen Plänen, bis er eines Tages begann diese von jenen zu unterscheiden, erstere verwarf, letztere anfing umzusetzten und seine Freundin darüber vergaß.
Doch weiter blieb sie ihm treu und wartete geduldig auf den Moment, in dem er sie wieder in seine Arme schließen würde...

„Banette“, rief er lachend den Namen, den er ihr in Kindertagen gab, und warf sie zuoberst in die blaue Tüte.
Hat diese Puppe nicht ihre Rache verdient?


Anmerkung hat geschrieben:Wieder mal ein Drabble (für den 1. Schreibwettbewerb 2012 im Bisaboard).
Der Titel mag etwas zusammenhangslos erscheinen, dient aber dazu die Anspielung etwas deutlicher zu machen (wobei das Original hier eigentlich kaum jemand kennen dürfte). Auf jeden Fall ist das - wie mir gerade auffällt - nun schon meine dritte Kurzgeschichte, die sich um eine der Pokémon-Geisterspezies dreht (neben Der Lebenstraum und Bei Kerzenschein). Vielleicht sollte ich mir jetzt allmählich mal wieder ein anderes Thema suchen? :D



Der Pokémonkinder Schlafgebet


Bin müde ich und geh zur Ruh,
Cresselia, im Vollmondlicht,
schenk‘ deiner Gaben eine mir.
Auf dass ich schlafe tief und fest
in süßen Träumen wohl geborgen.

Alptraummeister, Darkrai, du,
mit deinen Mächten schreck mich nicht.
Ich werd‘ am Tage danken dir,
wenn du mich nächtens schlafen lässt
und wie der Neumond bleibst verborgen.

Schließ‘ ich nun meine Augen zu,
so bitt‘ dich, weises Arceus, ich
dass du vor meinem Bette hier
mich in der Dunkelheit behütest.
So schlaf ich unbeschwert bis morgen.


Anmerkung hat geschrieben:Meine Abgabe beim Dichtwettbewerb #1 (2012) auf Pokefans. Dichten gehört nun nicht gerade zu den Dingen, die ich besonders gut kann - insbesondere weil meine Reime dazu neigen albern oder gezwungen zu wirken.
Also, warum nicht aus der Not eine Tugend machen und ein Kindergedicht zu schreiben? Stellt euch beim Lesen am besten Tanur oder Tesla vor, fest eingekuschelt in ihre Betten :)



Dreimal


Freiheit, Stärke, Vorfreude und Kampfeslust. Es ist ein überwältigendes Gefühl all das wieder zu spüren, nach so vielen Jahren. Die Erde erzittert unter meinen Schritten und ehrerbietig weichen ihre Bewohner, wenn sie mich erblicken. Manche folgen mir auch in respektvollem Abstand und gespannter in Erwartung dessen, was da kommen wird. Unaufhaltsam schreite ich auf mein Ziel zu.
Es ist nun nicht mehr fern, ich rieche bereits seinen beißend salzigen Duft, höre sein penetrante Rauschen und spüre seine nassen Ausdünstungen auf meinem Panzer. Wasser! Ich hasse es seit ich denken kann. Und doch zieht es mich heute zu ihm hin. Denn dort wartet, verborgen in den Tiefen dieses Elementes, mein Gegner auf mich.
Als ich jedoch an die Küste trete, ist dort niemand zu sehen. Ruhig liegt das Meer da und bietet in der Sonne glitzernd einen Anblick, den man beinahe schön nennen könnte. Enttäuschung beginnt sich in mir auszubreiten, gemischt mit unerklärlicher Erleichterung, da endlich zerreißt die spiegelglatte Oberfläche. Umgeben von brausender Gischt durchstößt sie ein gewaltiger, tiefblauer Fischkopf und lässt einen eisigen, markerschütternden Schrei erschallen.
Das ist er, seine Stimme würde ich nie vergessen! Und auch er wird sich an mich erinnern, wenn nun mein grollend-tönernes Brüllen über die Erde schallt.

Ja, wir kennen einander, leben auf diesem Planeten schon von Anfang an und sind erbitterte Feinde seit beinahe genauso langer Zeit. Obgleich wir zunächst die gemeinsame Aufgabe hatten, diese neue Welt zu formen, spürten wir schnell, dass sie nicht genug Raum für uns beide bot. Ließ der eine den jungen Boden überfluten, ließ der andere die entstandenen Gewässer wieder austrocknen. Verschlang das Meer weitere Landmassen, erwuchsen dem Ozean neue Kontinente. Was der eine schuf, riss der andere wieder ein.
Die Erde kam so nicht zur Ruhe und hätte ihre Geburt wohl nicht überlebt, hätte es nicht noch einen dritten Herrscher gegeben. Der Himmel, der schon vor uns gewesen war und noch nach uns sein wird, war sein Element und als er uns unter sich toben sah, kam er herab um unseren Streit zu schlichten. Doch wir hörten nicht auf ihn und so bannte er schließlich einen Großteil unserer Kräfte in zwei gläsernen Gefäßen. Uns aber schickte er in einen langen, traumlosen Schlaf tief im Inneren der neuen Welt.


Schwarze Wolken sammeln sich über dem Ozean und ziehen Richtung Küste. Ein Sturm braust auf und treibt den Regen vor sich her. Dicke Regentropfen prasseln bald schon auf mein Gesicht, benetzen meinen Körper und beginnen den Boden vor meinen Füßen aufzuweichen. Hinter meinem Rücken jedoch ist der Himmel wolkenlos. Die Sonne ist meine Verbündete, trocknet die Erde aus, lässt Wolken verdampfen und zwingt mit ihrem gleißenden Licht meinen Gegner wieder abzutauchen.
In meinem Panzer sammle ich die von ihr ausgesandte Energie um sie gebündelt gegen meinen Kontrahenten zu werfen. Aber auch dieser beginnt nun Wasser in seinen Körper aufzusaugen um einen Gegenangriff vorzubereiten.
Um einen Vorteil zu haben, muss ich jetzt schnell sein: Ich öffne mein Maul, ein blendend greller Strahl grünweißen Lichtes schießt hervor und fast ungebrochen hinab in das blaue Meer. Fraglos habe ich mein Ziel getroffen, doch schon im nächsten Moment bricht ein Wasserstrahl aus den Fluten empor. Zischend und brodelnd prallen unsere Attacken aufeinander und halten sich für eine Momente im Gleichgewicht. Dann jedoch geht meine gespeicherte Energie zu Ende, der Strom aus Licht versiegt und die Wassermassen prallen unvermittelt gegen meine Brust. Sie reißen mich von den Beinen und schleudert mich auf den Boden. Das Nass auf meinem Körper schmerzt, lässt meinen Panzer weich und schwach werden, doch das darf mich in diesem Moment nicht verunsichern.
Ich richte mich wieder auf und sehe wie mein Gegner aus dem Meer empor springt. Diesmal jedoch bin ich gewapptnet. Mit meinen Pranken werfe ich einen Erdwall auf und vergrabe mich selbst dahinter im Boden. Ich höre noch wie der massige Fischkörper auf die Wasseroberfläche prallt, doch als die dadurch erzeugte Welle über mich hinweg brandet, bin ich längst in mein eigenes Element abgetaucht und darin geschützt.
Selbst hier unten noch, durch Sand, Stein und Fels hindurch kann ich die Schwingungen spüren, die die gewaltigen Flossenschläge im Meer über mir erzeugten. Genug erholt, es ist Zeit zurück an die Oberfläche zu gehen. Allerdings nicht allein, denn der Meeresboden steigt mit mir nach oben, verdrängt das Wasser und bildet eine neue Insel. Für einen Moment liegt mein Gegner irritiert auf dem Trockenen und ich stehe inmitten des von ihm beschworenen Gewittersturms. Dann durchbricht die Sonne die Wolkendecke über mir und zugleich holt eine mächtige Welle ihren Herrscher zurück in seine Welt. Dieser Kampf hat gerade erst begonnen, unsere wahren Kräfte haben wir längst noch nicht gezeigt.

Lange hatten wir nach unserem ersten Treffen geschlafen, geborgen im Schoß unserer Elemente. Bis zu jenem Tag als die Männer mit den roten Kopfbedeckungen zu mir kamen um mich zu wecken. Sie glaubten, sie könnten mich für ihre Zwecke benutzen, nur weil wir scheinbar ähnliche Wünsche hatten, und musste umso schneller erkennen, dass niemand mich kontrollieren konnte. Nicht einmal ich selbst kann das - nicht, solange auch mein ewiger Widersacher einen Platz in dieser Welt beanspruchte.
In einem alten Vulkankrater trafen wir zum zweiten Mal aufeinander und hätten schon damals eine endgültige Entscheidung herbeigeführt, wäre nicht erneut der Himmelsherrscher erschienen, hätte uns getrennt und noch einmal in tiefen Schlaf versetzt, der doch diesmal nur von kurzer Dauer sein sollte.


Längst ist das Land um uns nicht mehr wiederzuerkennen. Neue Küstenlinien entstehen und vergehen wieder. Erdbeben lassen Berge erzittern, Flutwellen umspülen ihre Füße. Ziehe ich mich ins Innere des Landes zurück, reißt er neue Gräben auf und lässt das Wasser mich verfolgen. Taucht er in die Tiefen des Meer hinab, lasse ich Inseln emporsteigen und schaffe neues Land inmitten der tosenden Flut.
Ununterbrochen rollen Donner durch die Luft und zucken Blitze über den Himmel. Manch einer gelenkt von ihm oder mir, die meisten jedoch unkontrolliert als bloße Nebeneffekte unseres Kräftemessen.
Wieder einmal taucht mein Gegner unter, nur um kurz darauf direkt vor mir wieder zu erscheinen und durch sein Blasloch eine gewaltige Fontäne klirrend kalten Wassers in die Luft zu blasen. Ehe es mich erreichen kann, schleudere ich den Wassermassen in einer gewaltigen Eruption Feuer, Lava und glühend heiße Felsen entgegen. Zischend und tosend prallen die Elemente in unserer Mitte aufeinander, erstarren schließlich zu einem riesigen Gesteinswall, nur um gleich vom nächsten Angriff wieder dem Erdboden gleich gemacht oder vom Meer verschlungen zu werden.
Durch solch banale Attacken können wir uns nicht mehr überraschen oder gar bezwingen. Zu viel haben wir dazu in unseren vergangen Kämpfen schon von einander gelernt. Nur dieses Mal werden wir es selbst zu Ende bringen müssen, denn niemand anders wird uns heute aufhalten können.

Den Himmelsrichter nämlich gibt es nicht mehr. Das hat mir das junge Mädchen erzählt. Die Trainerin, die mit der roten Kugel in den Händen zu mir hinabgestiegen war, und mich zum dritten Mal aus meinem Schlummer weckte. Warum sie das tat, weiß ich nicht, aber sie war offensichtlich selbst überrascht von dem, was sie in dieser Höhle fand. Mehr erfahren konnte ich von ihr nicht mehr, denn als ich das rötliche schimmernde Glasbehältnis in ihren Armen sah, entflammte neu der altbekannte Zorn in mir, befahl mir die Kugel zu zerstören.
Dabei war sie doch nicht der Grund für das Feuer, das wiederum in mir zu brennen begonnen hatte. Denn als ich meine alten Kräfte meinen Körper durchströmen fühlte, erkannte ich, wer es wirklich war, der meine Wut neu entzündet hatte. Er war es, der ebenfalls erneut geweckt worden war...


Ihm stehe ich nun zum dritten Mal gegenüber – und zum letzten Mal.
Der Regen fällt nun dichter als je zuvor. Über dem Kopf meines Feindes gefriert er zu dicken Hagelkörnern, die der tobende Sturm in meine Richtung jagt. Bevor sie mich jedoch erreichen, lässt die Sonne, die noch immer über meinem Kopf brennt, sie verdampfen und emporsteigen zum Himmel, wo sie sich erneut zu Wolken zusammenballen.
Die Kälte selbst aber kommt dennoch langsam näher. Ich spüre wie sie gegen meinen Panzer schlägt und ihn zu durchdringen sucht. Noch leisten das Feuer in und die Sonne über mir Widerstand, doch machtvoll strömen immer neue Wogen kalter Luft und gefrorenen Wassers heran. Er will dem nun also ein Ende setzen. Soll es nicht das meine sein, so werde ich ihm zuvor kommen müssen. All meine Kräfte und die meines Elementes muss ich in diese letzte Attacke stecken. Frost beginnt nun den Boden zu meinen Füßen zu überziehen, wandert langsam meine Beine hinauf. Es ist soweit.
Ich stoße mich ab, springe in die Luft, verharre für einen Moment in diesem uns beiden fremden Element und lande dann wieder mit meinem ganzen Gewicht auf der vertrauten Erde. Donnernd erzittert der Boden unter mir. Feine Risse bilden sich von meinem Landungsort aus und weiten sich schnell. Ein gewaltiger Graben bricht auf und rast auf meinen Gegner zu. Selbst der Grund des Meeres öffnet sich, beginnt alles darin mit sich in die Tiefe zu reißen.
Dann erlischt der feurige Zorn in mir.

Eisige Kälte durchflutet meinen Körper...


Anmerkung hat geschrieben:Leicht überarbeitete Version meiner Kruzgeschichte für einen Wettbewerb im Bisaboard, der Pokémonkämpfe zum Thema hatte.
Inhaltlich umfasst es in etwa das, was meine ursprüngliche Idee für den Gedichtwettbewerb auf Pokefans gewesen wäre, was ich in Gedichtform aber nicht hinbekommen habe. Daher stammt auch noch die Dreiteilung des ganzen (da das Gedicht 3 bzw 5 Strophen hätte haben sollen). Außerdem war das endlich mal ne Chance mich an einer richtigen Kampfszene zu erproben, da es bei Nèmesis ja leide rso langsam vorangeht, dass ich es immer noch nicht bis zum ersten richtigen Kampf geschafft habe :/



Jedes Jahr


Ich hasse Geburtstag!
Erinnert er mich doch nur daran, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist, in dem ich nichts erreicht, nichts gewonnen und nichts vorangebracht habe. Genau wie letztes Jahr stehe ich tagein tagaus am selben Fleck: Als erster Herausforderer in der ersten Arena Kantos – der Trainer, den wirklich jeder besiegen und sofort vergessen kann.
Nur heute, da stehe ich nicht dort. Denn heute, sagte Rocko, ist mein Geburtstag, da hätte ich frei. Na danke – nun habe ich noch mehr Zeit mir unter Sandans und Digdas vorwurfsvollen Blicken über die Verschwendung meiner Jahre Gedanken zu machen.
Ich hasse Geburtstage!


Anmerkung hat geschrieben:Das erste Drabble für einen Wettbewerb auf Pokefans. Ist nicht gerade mein bestes, aber nachdem ich bis einen Tag vor Abgabeschluss nicht mal die leiseste Idee hatte, was ich überhaupt schreiben sollte, bin ich mit dem Ergebnis eigentlich sogar recht zufrieden :D
Achja, nein - eigentlich fehlt da kein 'e'! Zumindest nicht in dem Sinne, dass ich es vergessen hätte. Dass die Anfangs- und die Schlusszeile nicht identisch sind, ist also durchaus beabsichtigt - ob es trotzdem anders besser wäre, darüber kann man aber natürlich trefflich streiten ^^




Schlaflos


Du stummer Riese vor meinem Fenster, was verscheuchst du erneut meinen Schlummer?
Mal langsam, mal schnell beugst du dich ächzend vor und zurück. Dringst ein gar in mein Zimmer, lässt wandern die Schatten kräftigen Arme und dürren Finger über meinen Laken.
Was bist du nur nachts so anders als am hellen Tag?
Schläfst du vielleicht und windest selbst dich in ahnungsvollen Träumen? Aber kann denn träumen, wer niemals wach ist? Stehst du etwa da in ewiger Ohnmacht und ergötzt dich an meiner Schwäche?
Dann tu das jetzt noch ein letztes Mal. Denn morgen, morgen da hau ich dich um!


Anmerkung hat geschrieben:Für einen Drabble-Wettbewerb im BisaBoard. 8ter von 25 als Platzierung am Ende entsprach dabei eigentlich ziemlich genau meinen Erwartungen :)
Der Titel übrigens ist (natürlich) geklaut: Vom überaus stimmungsvollen Christopher Nolan(!)-Krimi/Thriller Insomnia – Schlaflos.



Asche im Wind


Der Wind weht Asche in mein Gesicht,
trägt sie hinfort, zum Himmel empor.
Die Glut am Boden, ich spüre sie nicht,
nur ein Gedanke an euch, was ich verlor,
meine Freunde.

Von Stürmen verborgen,
der Blitz es entfacht,
ein Feuer, es brannte
Tag und Nacht.


Ein glühendes Herz, das schwach noch schlägt,
während meines die Schmerzen kaum erträgt.
Tenie, dein nie versiegender Lebensmut,
er täte mir heute wie niemals gut.

Ein kühler Gedanke, der zaghaft entsteht,
den trauernden Geist, verlockend umweht.
Cuneisu, was gäb' ich alles für deinen Rat,
was würdest du sagen, riet'st du zur Tat?

Ein rastloser Strom durchzieht die Luft,
ich aber stehe reglos vor eurer Gruft.
Aikuro, du kanntest kein Zögern oder Ruhn
oh wär' ich wie du doch nur halb so kühn.

Ach, warum noch zaudern,
so soll es geschehn.
Aus Rauch und Asche
soll Neues entstehn!


Ein Wiedersehen in andrer Gestalt,
doch kurz nur ist's, es zieht euch fort.
Ihr spürt es auch, es gibt keinen Halt.
Ein leiser Hauch nur, schon seid ihr fort
wie Asche im Wind.


Anmerkung hat geschrieben:Für den Gedichtwettbewerb #02. Aufgabenstellung war es ein Gedicht zum Thema Anfang/Aufbruch/Neubeginn zu schreiben.

Und weil das in der Galerie ja immer so gerne gesehen ist, versuch ich mich jetzt hier mal mit einer "Arbeitswegbeschreibung":
Bild
Urpsrünglich hatte ich vor - inspiriert natürlich von NFs Siegergedicht aus dem letzten Gedichtwettbewerb - ein Gedicht über Ho-oh und Lugia bzw die beiden Türme in Teak City zu schreiben:
Es wachten dereinst vor langer Zeit,
zwei Engel vom Himmel hoch über die Stadt,
Denn die Johto-Legenden finde ich schon immer die spannendsten in der Pokémon-Welt. Die Frage war nur: Wie bringe ich dabei das Thema Anfang/Aufbruch unter? Fast zwangsläufig bin ich also zum Brand des Bronzeturmes gekommen, der letztlich zum Aufbruch von Lugia und Ho-oh geführt hat.
Also habe ich mich dann erstmal an die Beschreibung des Brandes selbst gemacht, da dieser schließlich das zentrale Element der ganzen Geschichte ist.
Von Stürmen verhüllt
der Blitz es entfacht
das Feuer, es brüllte,
brannte Tag und Nacht.
Nun hatte ich naheliegenderweise zunächst geplant, dies als die Mitte des Gedichts zu verwenden, was aber schnell zu einem Problem geführt hat, als ich gemerkt habe, dass ich im Grunde drei sehr symetrische Strophen haben werde. Also habe ich mir gedacht, ich könnte die Beschreibung ja auch in ihre Verse aufteilen und dann jeweils einen davon vor, zwischen und nach die drei Strophen packen (was mir eigentlich auch sehr gefallen hätte, da der Brand dadurch wesentlich "länger" gewirkt hätte).
Vorausgesetzt ich würde diese Strophen überhaupt hinbekommen, denn diese drei haben sich als die mit Abstand schwersten erwiesen. Zum einen sicher, weil ich kein guter Dichter bin, zum anderen aber vermutlich auch weil ich zu viel in diese jeweils vier Verse hineinpressen wollte. Die Ansprache...
Tiena, deine flammenden Reden
...eine kurze Charakterisierung...
so oft sie belebten unsre Gespräche.
...die Beschreibung des Todes...
Zu Staub zerfallen wie dein Leben,
...und schließlich dessen Auswirkungen auf den Gemütszustand des lyrischen Ichs
kehrt Stille nun ein in mein Reiche.
Nachdem das aber nicht geklappt hat, habe ich einige der Elemente in eigene Strophen ausgelagert.
Drei Freunde nannte ich mein eigen,
Seit … Jahren …
… …. … … …. … waren
Jetzt hätte eigentlich nur noch die Schlusstrophe gefehlt, mit der Wiederauferweckung und dem schlussendlichen Aufbruch...
… übersteigt meine Macht,
in neuen Gestalten …
könnte nicht mehr verweilen an einem Ort
so lauft denn und lasst euch tragen
wie Asche vom Wind
...was sich aber wiederum als zu viel für nur eine Strophe herausgestellt hat. Da nun aber eine zusätzliche Strophe zum Schluss die ganze schöne Symetrie kaputt gemacht hätte, bin ich schließlich darauf gekommen die vier "Brand-Strophe" doch wieder zusammenzufügen und als Gegengewicht an den Anfang zu stellen. Deren Wirkung ist dadurch zwar leider nicht mehr so stark - und ihre Stellung nicht mehr wirklich zentral -, aber zumindest ist die Symetrie gerettet, und das ist doch das Wichtigste bei einem Gedicht, oder? ^^
Lugias Rolle ist im Laufe des Schreibens immer mehr in den Hintergrund gerückt und ist schlussendlich ganz weggefallen, als ich gemerkt habe, dass eine Sichtweise auf das Ereignis eigentlich völlig ausreicht und ein zweiter Charakter die Sache nur unnötig in die Länge ziehen würde. So kann man Lugias Part nun höchstens noch mit viel Phantasie in einigen wenigen Versen erahnen, die eigentlich Geschichte habe ich mir aber entweder für ein zweites Gedicht/Drabble oder aber direkt für meine Haupt-FF aufgestpart.



Requiem


Sie sagen, der Tod löst alle Bande.
Und es stimmt, denn wir sind frei. Keine Befehle kann man uns noch erteilen. Niemand kann mehr die Welt vor uns verschließen. Nichts bindet uns noch an ihn. Und doch sind wir heute alle hier. Wir allein! Denn sie, die nie gefangen waren, sie fürchten sich jetzt vor ihresgleichen. Ihr dagegen, die ihr die Freiheit zum ersten Mal wahrhaft erlebt - Digdri, Rizeros, Nidoking und Nidoqueen, ihr seid gekommen, den zu ehren, der sie euch einst nahm. Warum?
Es heißt wir Snobilikat liebten nichts mehr als unsere Freiheit.
Und es stimmt, denn was könnte erhebender sein als zu kämpfen nur für sich? Was erfüllender, als durch die Welt zu streifen auf eigenen Pfoten? Was erhabender als sein eigener Herr zu sein? Und doch bin ich hier. Eine Sehnsucht rief unüberhörbar in mir. Mit aller Macht zog es mich hierher an sein Grab. Die Vision, die er hatte, sie ist noch da. Seht ihr sie auch? Spürt ihr das gleiche wie ich in mir? Hört ihr die Rufe wie damals in Johto? Dann lasst uns gemeinsam das vollenden, was sie mit ihm verloren glauben.
Denn ich sage, manche Ideen sind stärker als der Tod.


Anmerkung hat geschrieben:Für die Inoffizielle deutsche Fnworkmeisterschaft 2012. Die Aufgabe war es ein "Doppeltes Drabble" (also genau 200 Wörter) zum Thema Ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines Pokémon zu schreiben.
Ursprünglich hatte ich mal angedacht Mewtu anstatt Snobilikat als Sprecher auftreten zu lassen - dann wäre vielleicht auch etwas leichter zu erkennen gewesen um welchen Trainer es hier eigentlich geht. Allerdings habe ich dann recht schnell gemerkt, dass zum einen der Charakter, den ich für diese Geschichte brauche, nicht so recht zu dem Mewtus passt (oder wenigstens nicht zu dem, den ich Mewtu zuschreibe ^^), und zum anderen Mewtu irgendwie "zu groß" für diese eigentliche Geschichte wäre. Die Aufmerksamkeit würde dadurch nur von der Geschichte weg, auf diesen einen Charakter gelenkt. Und es würde aufgrund Mewtus Bekanntheit vermutlich auch schon eine recht klare Interpretationsrichtung vorgeben, wohingegen die letztlich verwendeten weniger bekannten Charaktere hier (hoffentlich) etwas mehr Spielraum für unterschiedliche Deutungen und vor allem Bewertungen lässt. Aus denn damit noch zur Verfügung stehenden Pokémon habe ich mich dann letztlich für Snobolikat entschieden, hauptsächlich weil mir die ganze Ansprache irgendwie am besten zu einer Katze zu passen schien. Letztlich sind die verwendeten Pokémon aber zugegebenermaßen relativ austauschbar und dienen hauptsächlich dazu den Trainer identifizieren zu können.





Zwielicht

Hinweis hat geschrieben:Diese Kurzgeschichte wurde zur Titelmelodie des zweiten Pokémon-Kinofilms geschrieben. Es empfielt sich daher diese beim Lesen der Geschichte anzuhören.


0:00
Die Zeit zwischen dem Ende des Tages und dem Anfang der Nacht, das ist meine Zeit. Dieser Moment, in dem das letzte Abendrot verglüht, aber die Sterne noch blass sind, das ist der Moment, für den ich noch lebe. Denn wenn die Welt zu grauen Schatten wird, sehen alle sie so wie ich. Wenn sich die Stille über das Land senkt, dann schweigen wir gemeinsam. Und wenn ich allein bin, dann erinnert mich nichts mehr daran wie alt ich bin. Die anderen liegen längst in ihren Nestern, drüben auf den steinernen Säulen, die seit ewigen Zeiten dem Wasser trotzen. Nur ich bleibe zurück, am Rand der Klippen, hoch über dem reißenden Fluss. Hier sitze ich und warte.

0:40
Ein sanfter Wind kommt auf, streicht sacht durch mein graues Federkleid. Weit über das Land ist er am Tage gewandert und kehrt nun hierher zurück. Steigt jetzt, da es kühl wird in der Höhe, zu mir hinauf, bringt die letzte Wärme des Tages mit und Geschichten von überall, wo er war. Er ist meine letzte Verbindung zu dieser Welt – zeigt mir, dass nur ich von Tag zu Tag müder werde, nicht aber sie. Die Alten mögen sich zurückgezogen haben, aber immer wieder gibt es neue, junge Abenteurer, die aufbrechen die Welt zu erkunden und sie zu verändern.
1:10
Jeder Tag ist für irgendjemanden der Anfang einer neuen Geschichte. Der erste Schritt, mag er auch noch so klein sein, in eine unbekannte Welt. Vielleicht nur ein kurzer Ausflug in den verbotenen Wald vor der eigenen Haustür. Eine Begegnung mit einem fremden Wesen aus wagen Erzählungen. Oder eine Botschaft, die zu entschlüsseln niemand vermag. Der Ruf des Abenteuers, der alles verspricht. Wer ihn hört, der folgt ihm, wohin auch immer er einen führt. Selbst ich vermag ihn noch schwach zu hören, als leises Flüstern in meinem Ohr.
1:40
Der Wind ist nun stärker, bringt feine Gischt von weit unter mir mit sich empor. Vereinzelte Tropfen verfangen sich in meinem Federkleid, andere zerstäuben auf meinem Schnabel. Einer landet gar in meinem rechten Auge und lässt meine Sicht endgültig verschwimmen. Doch zugleich bringen sie auch Erinnerungen mit sich. Erinnerungen, die ich längst in den Untiefen des Vergessens verschwunden glaubte. Das wohlige Gefühl, das langsam herabrinnendes Wasser auf der Haut hinterlässt. Der süße Geschmack, den jeder einzelne Tropfen auf meiner Zunge platziert. Sie erwcken Bilder vor meinen Augen, die klarer sind als jede Wirklichkeit – von einer Zeit, in der ich noch lebte!
2:20
Über mir wölbt sich strahlend blau der Himmel, vor mir in weiter Ferne verschmilzt er mit dem tiefblauen Meer. Kleine weiße Wolkenfetzen ziehen von dort aus mir entgegen. Es wird Regen geben in den nächsten Tagen, heute jedoch scheint die Sonne noch ungehindert auf meine weißen Schwingen. Ihre Strahlen zeichnen meinen Schatten in die Baumkronen unter mir. Ich folgte ihm eine Weile bewundern mit meinen Augen, wie er elegant durch das raue Meer aus Laub und Geäst gleitet, dann stürzte ich mich selbst hinab, ihm entgegen. Die Luft rauscht jetzt an mir vorbei und zerrt an meinen Federn. Erst kurz bevor ich die ersten Blätter berühre, reiße ich meine Flügel auseinander und lasse mich wieder tragen vom kühlen Sommerwind. Meinem Schatten so nah wie möglich fliege ich über die Baumwipfel hinweg und in Richtung des breiten Flusstals vor mir. Bald schon führt führt mich nun meine wilde Jagd tosende Fluten hinweg, in engen Kurven um einsame Steinsäulen, die dem Wasser trotzen. Ich spüre die Gischt auf Gesicht und Flügeln, das donnernde Rauschen dröhnt in meinen Ohren. Dann endlich erscheint sie vor mir, die stolze Klippe, die alles überragt. Anfang und Ende einer jeder meiner Reisen.
3:10
Und auf dieser sitze ich nun, am Ende aller Reisen. Lasse mir Abenteuer erzählen anstatt sie zu erleben, trauere um meine Jugend und verzweifle an meinem Alter. Die Dunkelheit der Nacht steigt langsam aus dem Tal empor. Ich blicke hinab, doch ich sehe nichts als finsteres Schwarz. Nur der Wind ist noch da, wispert leise Geschichten in mein Ohr und zupft verspielt an meinen klapprigen Schwingen. Ich habe sie ausgestreckt, ich weiß nicht warum. Aus alter Gewohnheit vielleicht, in Erinnerung an die alten Zeiten. Erneut überkommen mich diese Gefühle und mit einem Mal ist die Verlockung zu groß.
3:40
Ich beuge mich über den Rand der Klippe und stoße mich ab. Für einen kurzen Moment falle ich ungebremst ín die Tiefe, doch dann erfasst mich plötzlich eine gewaltige Böe, fängt meinen Sturz und hebt mich zurück in die Höhe. Meine Flügel schmerzen und meine Augen tränen, doch ich fühle das Leben in mir neu erwachen. Ich spüre noch einmal die endlose Freiheit, die ich einst hatte, dann sehe ich sie verschwommen vor mir aus dem eisigen Wasser ragen – eine einsame, vertraute Steinsäule.

4:00
Der Mond ist aufgegangen und taucht mein Federkleid in einen weißen Schein. Die Nacht hat begonnen.


Anmerkung hat geschrieben:Meine Geschichte für den Filmmusik-FanFiction-Wettbewerb. Das Musikstück hatte ich schnell ausgesucht, da das Lugia-Thema das Stück war, das mir mit Abstand am besten gefiel. Die Themensuche gestaltete sich dann schon etwas schwieriger: Irgendwas mit Meer war mir etwas zu offensichtlich und so habe ich das Stück so lange angehört, bis ich ein anderes Bild vor Augen hatte: Ein einsamer Berggipfel in den Anden, ein alter Mann, der dort sitzt, die funkelnden Sterne am klaren Nachhimmel bewundert und sich vom Wind Geschichten erzählen lässt. Ein wenig hat sich das ganze dann noch geändert (v.a. um etwas mehr Pokémonbezug zu bekommen), aber im Wesentlichen war das Thema damit gefunden.
Außerdem wollte ich gerne, dass die Geschichte in gewisser Weise parallel zur Musik wählt, letzere also wie eine Art Soundtrack verwendet wird. Das Problem dabei ist natürlich, dass jeder mit anderer Geschwindigkeit liest und es dementsprechend schwer ist, Text und Musik aufeinander abzustimmen. Letztlich habe ich mich dann einfach an der laut Wikipedia durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit von gut 200 Wörtern pro Minute orientiert, was zu ganz gut passenden 800 Worten insgesamt führt. Zusätzlich habe ich dann noch versucht die Absätze entsprechend zu passenden "Einschnitten" in der Musik zu setzen, aber da ist die Auswahl vermutlich recht subjektiv (wer meine Zuordnung ganz genau wissen will, für den habe ich oben zu jedem Absatz auch die entsprechende Zeitangabe für die Musik angegeben).
Wirklich mit Schreiben habe ich dann mal wieder viel zu spät angefangen, was zu einigen recht peinlichen Fehlern (wie etwa die falsche Abfolge der Tageszeiten :narr: ) geführt hat. Zumindest ein paar davon habe ich inzwischen aber beseitigt.
Ach, übrigens: Wie bei den meisten meiner Kurzgeschichten gibt es auch hier wieder eine gewisse Verbindung zu meiner Hauptfanfiction - die dann demnächst auch hoffentlich mal wieder weitergeht... :D





Diamantenstrom

in weiten Schleifen sie sich bewegt,
langsam um ihren Ursprung dreht,
um mich, der sie schuf und den Kreislauf erhält.

Ich send' meine Seele ins Weite hinweg.
Sie beginnt ihren Lauf, macht die Welt lebendig
lässt nichts beständig und nichts hält sie auf.
Dass Neues entsteht, trägt sie Altes hinfort,
schafft Morgen dort, wo Gestern vergeht.
Dann fließt sie erschöpft zu mir zurück.

Doch dankt jemand mir, von dem alle zehren?
Nein, dem, der glaubt das Alpha zu sein,
vor dem allein neigt jeder sein Haupt.
Als ob man findet des Lebens Sinn,
nur bei dem der Beginn und Ende verbindet.
Vergessen mich, ohne den sie nicht wären.

So kommt er dann wieder, der Tod der Welt!
Ich halte sie an und erinnre euch heut:
Die Zeit … da erwacht die Erde erneut …


Anmerkung hat geschrieben:meine Abgabe für den Dichtwettbewerb #03. Vorgegeben waren ein obligatorischer Pokémonbezug und das Thema "Zeit, Vergänglichkeit, Augenblick und Ewigkeit". Ergebnis ist Platz 10/13.
Hab diesmal bewusst mehr Wert auf die Form als den Inhalt gelegt und dementsprechend auch versucht das Thema des Gedichts hauptsächlich durch die Form auszudrücken. Anders gesagt: Dieses Gedicht verkörpert so ziemlich das, was ich an Gedichten nicht mag - aber hey, es musste in der Abstimmung ja nicht mir gefallen ^^
Achja, im wettbewerb hat im drittletzteen Vers ein "der" gefehlt - danke an die zahlreichen Hinweisgebener ;D





Neue Himmel

Nehmt mein Eigen, nehmt die Freiheit!
Erschöpft betrachtete Galileo sein Werk. Die Buchstaben wirkten unbeholfen und zugleich trotzig, eingeritzt in den mächtigen Schlusstein über der Tür seines Zimmers. Zusammen bildeten sie den Anfang des einen Gedanken, der ihn seit Monaten begleitete und am Leben hielt.
Lange hatte sich der alte Granit geweigert die Worte anzunehmen. Wieder und wieder war der Meißel abgerutscht und der Hammer ins Leere gesaust. Doch schließlich hatte er die rußigschwarze, verwitterte Oberfläche durchbrochen. Der helle Kern des Steins war zum Vorschein gekommen und schuf nun den Kontrast, der die Botschaft unübersehbar machte.
Sein Blick wanderte nach unten auf die schwere Eichentür, die den Raum verschloss. Die quadratische Klappe darin, die sich zweimal am Tag öffnete. Und die schwarzen Eisenscharniere, die langsam anfingen Rost anzusetzen.
Ob es sich lohnen würde, ihn abzufeilen oder die Gelenke zu ölen? Er wusste es nicht und es war auch nicht wichtig. Er brauchte nur Geduld. Er hatte sie gebraucht, als er auf die Ergebnisse wartete, die ihm die Welt erklärten. Und er brauchte sie nun, da er darauf wartete, dass die Welt ihm zuhörte.

Ein kühler Luftzug, der irgendwie seinen Weg durch die vernagelten Fenster gefunden hatte, ließ Galileo aus seinen Gedanken hochschrecken. Er blickte zum Kamin auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes. Das Feuer war erloschen, aber durch die graue Asche schimmert noch Reste der rote Glut. Eilig nahm Galileo drei der Buchenscheite, die neben der Türe aufgeschichtet waren, und trug sie hinüber zur Feuerstelle. Vorsichtig legte er sie auf die noch warme Asche, dann wandte er sich dem Schreibtisch zu seiner Rechten zu: Er war vollständig bedeckt mit Papier, mit Notizen und Briefen, Skizzen, Skripten und schweren Büchern. Galileo klappte den großen Sternenatlas, der in der Mitte des Schreibtisches lag, zusammen und sammelte einige lose Zettel zusammen. Darunter kam das glatt geschliffene Holz des Tisches zum Vorschein – und fünf mit einem glühend heißen Eisen darauf eingebrannte Worte:
Verbrennt das Wort, zensiert Gedanken!
Galileo betrachtete die Blätter, die er in der Hand hielt. Die meisten waren dicht beschrieben mit Zahlen und Symbolen, streng geordnet in Spalten und Zeilen. Auf einem anderen befand sich die Zeichnung eines Flammenkreis umgeben von sechs Ringen. Und dann war da ein Brief, der ihn bat, er möge seine Gedanken doch bitte für sich behalten, geschrieben von einem Mann, den Galileo für klüger gehalten hatte, für offener – und seinen Freund.
Er legte die anderen Blätter in einem Stapel zurück auf den Schreibtisch und betrachtete die winzigen Flammen im Kamin, die mehr Qualm als Wärme und Licht produzierten. Ob er noch etwas nachlegen sollte? Für einen Moment verharrte Galileo schweigend zwischen seinem Schreibtisch und dem Kamin, dann drehte er sich um und legte auch das letzte Blatt zurück auf den Schreibtisch. Als er sich jedoch dem nächsten Papierhaufen zuwenden wollte, nahm er im Augenwinkel ein Aufblitzen war.

Nur eine Armlänge von ihm entfernt schwebte dort ein Glühwürmchen. Einem verirrten Stern gleich schwirrte es langsam durch den Raum auf Galileo zu. Fasziniert beobachtete er wie der kleine Lichtpunkt vor ihm auf und ab tanzte, einer unvorhersehbaren Choreographie folgend.
Ein lautes Prasseln durchbrach die Stille und der gleichzeitig heller werdende Lichtschein überstrahlte mit einem Mal das kleine Sternchen. Dunkelheit suchend ergriff dieses die Flucht und flog in die andere Ecke des Raumes. Drei Stufen führten dort zu einem kleinen Balkon hinauf, der wie die Fenster durch einen Holzverschlag seiner ursprünglichen Funktion beraubt worden war. Für einen kurzen Augenblick verweilte das Glühwürmchen dort und verschwand dann in einem schwarzen Spalt zwischen zwei Brettern.
Erst in diesem Moment wurde Galileo bewusst, dass der Tag längst zu Ende gegangen war und es Nacht geworden sein musste – draußen wenigstens. Für ihn aber hatte der Tag damit erst begonnen. Er zog ein nur zur Hälfte beschriebenes Papier aus einem der Stapel auf dem Schreibtisch und stieg selbst die Treppe zum Balkon hinauf. Dort oben lag auf einem kleinen Holztisch sein wertvollster Besitz. Ein goldschimmernder Zylinder mit selbst geschliffenes Linsen an beiden Enden: Sein Fenster zu neuen Welten.
Galileo nahm das Fernrohr in die eine Hand und tastete sich mit der anderen an dem Holzverschlag entlang. Es dauerte nicht lang, bis er fand, was er suchte: Kein Brett verdeckte an dieser Stelle die Sicht nach außen, nur ein Stück altes Pergament. Sorgsam löste er es von der Bretterwand und legte es auf das Tischchen neben sich. Es war zu dunkel um es genauer zu betrachten, aber Galileo wusste auch so genau, was darauf zu lesen war:
Den Himmel doch könnt ihr nicht nehmen.


Anmerkung hat geschrieben:Meine Kurzgeschichte aus dem FanFiction-Eliminationswettbewerb #02 mit der Themenvorgabe "Himmel, Wolken und Luftschlösser". Die großen Absätze entsprechen der geplanten Aufteilung für die drei Runden, die Geschichte ist aber bereits in Runde 1 ausgeschieden - was irgendwie passend ist für eine Geschichte, die auf einem Firefly-Zitat beruht :D
Viel mehr kann ich zu der Geschichte im Moment eigentlich auch nicht sagen, es würde mich allerdings sehr interessieren, wie die Geschichte auf euch Leser wirkt. Könnt ihr damit etwas anfangen? Ist sie zu wage? Oder wird sogar zu viel verraten? Gerade darüber habe ich hier nämlich viel nachgedacht, bin mir aber immer noch nicht sicher, ob ich da einen guten Mittelweg gefunden habe oder doch zu sehr auf eine der beiden Seiten abgedriftet bin.
Achja, und: Kennt hier irgendjemand Firefly? ^^





Die erste Fee

Kennst du die Geschichte von Azett? Dem Mann der sein über alles geliebte Floette in einem furchtbaren Krieg verlor daraufhin sein Leben damit verbrachte einen Weg zu finden, das Pokémon wieder zum Leben zu erwecken?
Eine rührende Geschichte, nicht wahr? Zumal es dem Mann schließlich tatsächlich gelang eine Maschine zu erfinden, die die Toten zurück ins Leben holt. Seltsam nur, dass diese beeindruckende Erfindung dann in Vergessenheit geriet.
Vielleicht aber war das kein Versehen - und vielleicht ist die Geschichte nicht komplett, solange du sie nur aus einer Perspektive kennst...

Stell dir vor, du bist ein Pokémon. Ein Pokémon inmitten einer der grausamen Schlachten, die im mittelalterlichen Kalos tobten. Kein Floette natürlich – wozu würde man auch solch ein kleines, zierliches Pokémon in einen Krieg schicken? Vermutlich bist du eher ein Caesurio. Wie deine Eltern dienst du in der Leibwache des Königs von Kalos, aber du bis mehr als nur ein Beschützer des Königs – du bist sein bester Freund. Ihr seid zusammen aufgewachsen, habt zusammen gelernt und trainiert. Du bist nie von seiner Seite gewichen, du hast ihm beigestanden als sein Vater gestorben ist, hast ihn begleitet, als er durch den alten Thronsaal schritt um selbst die Krone zu empfangen, und lebtest mit ihm in den weiten Hallen des von euch beiden gemeinsam errichteten Magnum Opus-Palastes.
Tagsüber ist dieser voll von Menschen und Pokémon, nachts jedoch ist er still und leer. Seit die goldene Krone auf dem Kopf deines Freundes lastet, kann er niemandem mehr trauen – niemandem, außer dir. Denn dich verlangt es nicht nach Macht, du willst keine anderen beherrschen, kein Land regieren, keine Kriege führen. Ein König aber muss das wollen, das ist seine Aufgabe! So hat es dein Freund seit seiner Kindheit gelernt und so handelt er nun.
Schon kurz nach seiner Krönung begann solch ein Krieg, du weißt nicht mehr warum. Es hat dich eigentlich auch nie interessiert, denn es ist ein Krieg der Menschen, nicht der Pokémon. Doch du bist nicht irgendein Pokémon und der Krieg lief nicht gut. So kam schließlich der Tag, an dem es dein Krieg wurde. Als dein Freund zu dir kam, da sahst du sofort, dass es ihm nicht leicht fallen würde, das zu sagen, was er dir sagen wollte. Doch der König hatte eine Entscheidung getroffen: Er schickte seine eigene Leibwache in den Krieg und dich als ihren Anführer. Die Krone verlangte es so. Deinen Blick jedoch und die unausgesprochene Frage, ob er dich begleiten würde, die konnte er nicht ertragen. Er wandte sich ab und du verließt den Palast alleine.

Bereits in der ersten Schlacht wurde deine Mutter schwer verwundet und musste heimkehren. In der zweiten verlor dein Vater sein Leben und in der vierten kämpfte deine Mutter schon wieder unter deinen Soldaten. Ihre Wunden waren noch kaum verheilt, aber jeder Kämpfer wurde gebraucht. Bald schon waren es nicht mehr nur trainierte Kämpfer, die mit dir in die Schlacht zogen, sondern alle möglichen Pokémon, die die Menschen in der Kalos-Region finden konnte. Pokémon jeder Größe und jeden Typs, aber kaum eines mit Erfahrung in Kämpfen. Die wenigsten von ihnen lebten lang genug, um solche Erfahrung zu sammeln.
Zum wievielten Male du heute auf dem Schlachtfeld stehst, weißt du nicht – wozu etwas zählen, das niemals endet? Vor eurem Abschied versprach der König dir, dass der Krieg bald schon enden würde. Nun zieht er sich schon über Jahre hin und du hast lange nichts mehr von deinem Freund gehört. Auch wenn die Menschen, an deren Seite du kämpfst, immer wieder davon sprechen, dass der Sieg nicht mehr fern wäre, was wolltest du schon mit einem Sieg?
Plötzlich jagt ein gewaltiger Schmerz durch deine Brust und reißt dich mit sich nach hinten. Du verlierst die Orientierung, siehst das Blau des Himmels vor deinen Augen. Dann durchströmt mit einem Mal Erleichterung deinen ganzen Körper und alles wird schwarz.

Als du wieder erwachst, weißt du, dass alles zu Ende ist. Die Schlacht, der Krieg, dein Leben. Und nichts davon vermisst du. Du schwebst über einem Meer von Blumen, die im Sonnenlicht in allen nur erdenklichen Farben leuchten. Eine Gruppe von schwarz-roten dreiblättrigen Blüten zieht dich wie magisch an und als du dich ihnen näherst spürst du, dass du nicht allein bist. Dein Vater warten hier schon auf dich, ebenso wie deine Mutter. Ein Evoli, das du noch aus frühester Kindheit kennst, ein Gladiantri, an dessen Seite du gerade noch gekämpft hast. Keinen von ihnen kannst du sehen, aber alle sind sie da. Und dann taucht das Gesicht eines Mannes vor dir auf, eines Menschen den du vor langer Zeit einmal gekannt hattest.
Die Blumen sind verschwunden und alles um dich herum ist grau. Niemand ist mehr da, nur eine Unzahl von Maschinen umgibt dich. Ratternde Zahnräder und keuchende Kessel, Kabel und Schläuche verbinden sie untereinander und mit deinem Körper oder besser gesagt dem, was davon noch übrig ist – einem unförmigen weißen Klumpen. Und dann ist da dieses Gesicht vor deinen Augen: Es lacht und schreit und jubelt. Dein ganzer Körper zittert, sucht verzweifelt nach einem Ausweg, einem Rückweg. Du siehst eine Tür – sie wird von zwei Männern in stählernen Rüstungen versperrt. Und dann ein Fenster, das einzige kleine Fenster in diesem Raum – und dahinter eine schwarzrote Blume.
Noch bevor du irgendetwas denken kannst, reißt sich dein Körper von seiner Bettstatt los, fliegt empor, zerschmetter das Fensterglas und klammert sich an einen roten Blumenstängel. Für einen Moment schwankt die Blume unsicher hin und zurück, dann bricht der Stängel und ihr fliegt gemeinsam davon, über eine kalte, tote Welt, die dir nichts mehr zu bieten hat.

Vielleicht ist diese Maschine nicht ohne Grund in Vergessenheit geraten. Aber wer weiß, wie oft sie davor zum Einsatz kam...


Anmerkung hat geschrieben:Meine erste "Creepypasta", geschrieben für den ersten Creepypasta-Wettbewerb auf Pf.
Ich bin mir ja ehrlich gesagt immer noch nicht ganz sicher, wie genau dieses Gengre eigentlich definiert ist bzw. was es ausmacht (und ich fürchte, das merkt man dieser Geschichte auch an). Um trotzdem überhaupt etwas schreiben zu können, habe ich es einfach mal als "Ausformulierung eines Fridge Horror-Moments" interpretiert. Als Ausgangspunkt habe ich mich dann für eine Szene/Idee aus XY entschieden - zum einen weil ich es erst gerade gespielt hatte und zum anderen weil es noch nicht so "abgeerntet" ist wie die älteren Spiele.
Schließlich sollte ich noch dazu anmerken, dass ich kein großer Fan von Horrorgeschichten o.ä. bin und daher auch wenig Erfahrung darin habe wie man solche am besten schreibt. Wenn sich da jemand besser auskennt, freue ich mich über entsprechende Tipps :)





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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#731666 von Furanty
02.11.2010, 18:55
Eine schöne Geschichte, ein schöner Stil. Doch wie so viele Kurzgeschichten (3 von 2) verstehe ich auch diese nicht. Ich wäre dir um eine Deutung sehr dankbar, liebes Bärchen.
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#731671 von EVoLiNa X
02.11.2010, 19:10
Dein Schreibstil gefällt mir, du beschreibst das ziemlich gut und ich mag Erzählungen aus der Sicht eines Pokémons. Man kann sich auch irgendwie in das Pokémon hineinversetzen, auch wenn man (ich) nicht wirklich versteht, was denn hier gerade genau vorgeht, so hatte ich alle zwei Sätze eine neue Idee, die sich aber weitere zwei Sätze später als falsch herausgestellt hat.
Rumo hat geschrieben:„Verflucht! Das sieht ja doch wieder genauso aus, wie alle anderen. Dabei hat da vorhin eindeutig etwas geglitzert, als es aufgetaucht ist. So ein Mist, so ein Verfluchter! Schon wieder ein Ball verschwendet, für so ein verdammtes...“

Die Stelle gefällt mir, ich musste lachen, als ich kapiert habe, was die Aussage des Trainers zu bedeuten hat (Glitzern bei wilden Pokémon finde ich auch gut)
Ich freue mich auf weitere Geschichten und die Erklärung für diese
Keep on writing!
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#731707 von Rumo
02.11.2010, 19:50
EVoLiNa X hat geschrieben: so hatte ich alle zwei Sätze eine neue Idee, die sich aber weitere zwei Sätze später als falsch herausgestellt hat.
Freut mich sehr - denn genau das war mein Ziel, beim Schreiben der Geschichte. Auch wenn ich dabei in diesem Fall evtl. ein bisschen über's Ziel hinausgeschossen bin :lol:
Andererseits habt ihr es inzwischen im Chat ja schon ziemlich gut aufgedrösselt.

Für diejenigen, die noch weiter raten wollen (bzw. nicht im Chat waren) noch ein paar - möglichst unverständliche - Tipps:
  • Die ganze Geschichte ist - v.a. bezüglich der Verwirrung beim Lesen ^^ - ein wenig an Matrix angelegt, läuft aber gewissermaßen in die andere Richtung ab.
  • Die Interpretation der Geschehnisse durch den Erzähler entspricht nicht unbedingt der Realität (eher im Gegenteil). Er "schreibt" diese Geschichte zwar "nach bestem Wissen und Gewissen", aber er hat eben nicht unbedingt alles richtig verstanden.
  • Alpollo ist böse.
  • Der Trainer auch - wobei das bei ihm im Gegensatz zu Alpollo eher passive Bösheit (=Nachlässigkeit, Desinteresse) ist.
  • Die ganze Welt ist ein klein wenig "fieser" als die aus den Editionen bekannte Pokemon-Welt. Oder um genau zu sein ist sie so, wie ich mir eine "realistische" Pokemon-Welt vorstelle (also unsere Welt, nur mit Pokemon).
  • Ninjatom kommt in der Geschichte eigentlich nicht vor - die Interpretation gefällt mir aber fast besser als die eigentlich beabsichtigte (wobei sie vllt. nicht 100%ig schlüssig ist).
  • Die endgültige Auflösung gibt's dann im Rahmen dieses Projekts (aber das Nebulak ist nicht das gleiche wie auf dem Bild).

Ich freue mich auf weitere Geschichten und die Erklärung für diese
Keep on writing!
Werde ich machen - und keine Sorge, die nächsten Geschichten werden wieder etwas verständlicher (es sei denn mir fallen noch ein paar unverständliche ein ^^).
und vielen Dank für die Kommentare hier und auf #storywriter :)
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#731759 von bAdoing
02.11.2010, 21:48
Mmh... wir haben hier ein Käferpokémon, dass nach seinem Erwachen von einem Trainer mit einem großen, grünen Pokémon angegriffen worden ist, weil dieser es fangen wollte. Vielleicht dachte ja das Käferpokémon, dass es stirbt, aber es könnte auch sein, dass es tatsächlich im Pokéball, "einem perfekt runden und in sich vollkommen geschlossenen Raum" gefangen ist. Danach trifft der Trainer auf ein Apollo und möchte das Käferpokémon dagegen antreten lassen. Diese Begegnung des Käferpokémons mit dem Apollo entspräche dann dem Verlassen des Pokéballs. Was das Apollo im Text sagt, könnte dann vielleicht die Attacke Konfusstrahl sein, weil es eben ein wenig konfus klingt.

Naja, Interpretation ist nicht so meins. Ich mag deinen Schreibstil wirklich sehr :)
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#732237 von N-Friend
05.11.2010, 01:19
Du hast mir so viele Kommentare spendiert, ich muss mich glaub ich bei meinem Postcounter dir revanchieren.

Also... ja.. gar nicht mal so einfach. Ich fühlte mich beim Lesen der Geschichte so, wie heute morgen im Mathematik Unterricht.... Leistungskurs Niveau.... ich habe rein gar nichts verstanden oO

Und auch diese Story ist seltsam. Das ich nichts verstanden habe führe ich auf die Ich-Erzählung zurück, der personale Erzähler hatte schließlich auch keine Ahnung :x
Deine Geschichte ist gut aufgebaut. Am Anfang der Geschichte gab es Gleichgültigkeit, als das Pokemon zuerst träumte positive Gefühle und danach wieder Gleichgültigkeit... ja, wie ein pupertierender Jugendlicher oO
Dass das Pokemon (ich gehe mal davon aus, dass es eines ist) so oft in Ohnmacht fällt ist auch schon hart, an diesen Stellen hatte ich die meisten Probs. Mir ging es in etwa so wie Lina, Ideen die wieder negiert wurden. Ich musste die Geschichte zwei mal lesen, beim Zweiten mal hab ich gefühlte 10 Minuten gebraucht da ich jedes Wort genau las und in einen Zusammenhang zu bringen versuchte - ich bin gescheitert.
Dein Post oben... Alpollo, nie wäre ich auf die Idee gekommen ein Alpollo in dieser Story zu sehen. Der Trainer kam mir auch nur ganz kurz in den Sinn, irgendwer muss dieses Pokemon ja anscheinend gefangen haben. Dass die Welt fies ist, ist eig schon ein Grundgedanke bei mir. Friede-Freude-Eierkuchen ist bei mir ein No-Go, von dem her konnte ich schon das Gewissen des Trainers weitestgehend verestehen.

Am Schlimmsten war das Ende (am Schlimmsten im Sinne von überhaupt keine Ahnung, was ich da lese). Ich hab ich fast dumm gefühlt, da ich keinen Ansatz zum Interpretieren fand.

Zu deinem Stil fehlen mir jetzt auch die Worte... ich bin ja selbst verwirrt von den Gefühlen, die ich aber wenn überhaupt noch am ehesten erfassen konnte. Zumindest war deine Erzählweise sonderbar und mit keinem mir bekannten Stil zu vergleichen.

Ich bin gespannt auf weitere Kurzgeschichten, ich hoffe ih verstehe sie dann... schade, dass ich nicht in #storywriter war... ich hab wohl was verpasst. Aber auf eine Auflösung wäre ich wirklich gespannt.

Naja, da ich hoffe das das nicht die einzige Kurzgeschichte war: keep on writing!
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#732556 von Rumo
06.11.2010, 00:35
Vielen dank für die vielen Kommentare - dass man mit einer einzelnen Kurzgeschichte soviel Feedback bekommen kann, finde ich wirklich toll :)

bAdoing hat geschrieben:Mmh... wir haben hier ein Käferpokémon, dass nach seinem Erwachen von einem Trainer mit einem großen, grünen Pokémon angegriffen worden ist, weil dieser es fangen wollte. Vielleicht dachte ja das Käferpokémon, dass es stirbt, aber es könnte auch sein, dass es tatsächlich im Pokéball, "einem perfekt runden und in sich vollkommen geschlossenen Raum" gefangen ist.
Bis dahin ist es absolut richtig.
bAdoing hat geschrieben:Danach trifft der Trainer auf ein Apollo und möchte das Käferpokémon dagegen antreten lassen. Diese Begegnung des Käferpokémons mit dem Apollo entspräche dann dem Verlassen des Pokéballs. Was das Apollo im Text sagt, könnte dann vielleicht die Attacke Konfusstrahl sein, weil es eben ein wenig konfus klingt.
Der Teil stimmt dann aber leider nicht mehr so ganz (mit dem überein, was ich mir beim Schreiben gedacht habe). Es passt ja auch nicht so recht zu dem, was der Trainer noch sagt als er das Pokemon gerade gefangen hat.
Tipp: Der Trainer verschwindet mit dieser Aussage aus der Geschichte (und dem Leben des Erzählers).


N-Friend hat geschrieben:Also... ja.. gar nicht mal so einfach. Ich fühlte mich beim Lesen der Geschichte so, wie heute morgen im Mathematik Unterricht.... Leistungskurs Niveau.... ich habe rein gar nichts verstanden oO
So schlimm ist es? Bei allem Spaß an der Irreführung des Lesers, ganz so war es dann eigentlich auch wieder nicht beabsichtigt :lol:

Und auch diese Story ist seltsam. Das ich nichts verstanden habe führe ich auf die Ich-Erzählung zurück, der personale Erzähler hatte schließlich auch keine Ahnung :x
Jep - und er hat nicht nur keine Ahnung, er hat das ein oder andere auch noch falsch verstanden bzw. ist falsch informiert worden. Das macht die Sache zugegebenermaßen ein wenig schwierig...

Dass das Pokemon (ich gehe mal davon aus, dass es eines ist) so oft in Ohnmacht fällt ist auch schon hart, an diesen Stellen hatte ich die meisten Probs. Mir ging es in etwa so wie Lina, Ideen die wieder negiert wurden. Ich musste die Geschichte zwei mal lesen, beim Zweiten mal hab ich gefühlte 10 Minuten gebraucht da ich jedes Wort genau las und in einen Zusammenhang zu bringen versuchte - ich bin gescheitert.
Achherrje - das weckt ja üble Erinnerungen an die Lektüre gewisser gelber Reclambücher in meiner glücklicherweise längst vergangenen Schulzeit. So etwas wollte ich nun eigentlich als aller letztes schreiben Bild

In der Tat fällt es mir aber auch wirklich sehr schwer, einzuschätzen wie leicht (oder eben schwer) es jemandem fällt meine Texte zu verstehen, der nicht ich ist (also im Grunde allen Lesern). Denn ich selbst weiß natürlich, was ich mir bei der Geschichte gedacht habe und weiß daher nicht, ob man das auch beim Lesen der Geschichte herausfinden kann, wenn man es zuvor nicht wusste.
Aber um das herauszufinden eignen sich solche Kurzgeschichten ja ganz hervorragend - und wenn man sich verschätzt hat, kann man es ja immer noch in eine Rätselgeschichte umdefinieren ^^

Dein Post oben... Alpollo, nie wäre ich auf die Idee gekommen ein Alpollo in dieser Story zu sehen.
Echt nicht - die Beschreibung hatte ich nämlich eigentlich schon für eindeutig genug gehalten. Aber gerade deswegen kann ich solche Rückmeldungen auch gut brauchen - denn ich mag es eigentlich viel lieber Pokemon nur zu beschreiben und sie dabei nicht beim Namen zu nennen.

Am Schlimmsten war das Ende (am Schlimmsten im Sinne von überhaupt keine Ahnung, was ich da lese). Ich hab ich fast dumm gefühlt, da ich keinen Ansatz zum Interpretieren fand.
Ehrlich gesagt fühle eher ich mich gerade ein wenig dumm, weil ich offenbar so dermaßen unverständlich schreibe (und es nicht einmal merke Bild)

Ich bin gespannt auf weitere Kurzgeschichten, ich hoffe ih verstehe sie dann...
Also die Ideen, die ich momentan so für weitere Kurzgeschichten habe, sind alle deutlich "normaler" - dahingehend kann ich dich (und mich) schon mal beruhigen...

Aber auf eine Auflösung wäre ich wirklich gespannt.
Eigentlich möchte ich die Kurzgeschichte ja noch nicht auflösen, da das dann (hoffentlich) sowieso im Rahmen meiner längeren FF geschehen wird (und die - um etwaigen Befürchtungen zuvor zukommen - wird aus der Perspektive eines allwissenden Erzähler geschrieben sein - und dementsprechend hoffentlich etwas weniger verwirrend ^^).


Aber ich kann ja zumindest schon einmal verraten was der "Sinn" dieser Geschichte war (also abgesehen davon, dass ich unbedingt noch schnell ne passende Geschichte zu Halloween schreiben wollte):
Und zwar wollte ich hier beschreiben, wie meiner Vorstellung nach Nebulak entstehen (wer es schon selbst erkannt hat, dass am Ende der Geschichte ein solches Nebulak steht, darf sich also auf jeden Fall von mir annerkennend auf die Schulter geklopft fühlen) - dass es sich dabei um die Gesiter von Pokemon handelt, wird ja in den ersten Editionen im Pokemonturm zumindest angedeutet, aber deren Entstehung leider nie genauer vertieft. Und daher nun diese Geschichte.
Nebenbei habe ich auch noch versucht meine Vorstellungen davon einfließen zu lassen, wie ich mir einen Pokeball von innen vorstelle (wobei man allerdings bedenken muss, dass es, zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt, in diesem Fall ziemlich anders verläuft als normalerweise - schließlich wird nicht aus jedem gefangenen Pokemon automatisch ein Nebulak).
Und um den Mittelteil zu verstehen, muss man sich jetzt eigentlich nur noch fragen, was - nach allgemeiner Vorstellung - mit jemandem passieren muss, damit er ein Geist werden kann.
Die Geschichte enthält übrigens - dies ist der letzte Hinweis - keine Zeitsprünge oder Lücken. Das heißt von dem Morgen auf der Wiese bis zum "Gespräch" mit Alpollo entspricht das Erzählte genau dem, was der Erzähler tatsächlich erlebt hat (bzw. zu erlebt haben glaubt) - zumindest aus Sicht des Erzählers fehlt da nichts.


Für die Rätselfreunde hätte ich außerdem noch einige Zusatzfragen (für deren Beantwortung man übrigens nicht mal zwingend die ganze Geschichte verstanden haben muss):
  • Was für ein Pokemon ist der Erzähler eigentlich zu Beginn (also auf der Wiese)? - In #storywriter wurde diese Frage übrigens schon - ich glaube von Furanty - gelöst...
  • Von welcher Attacke wird es dann getroffen?
    • Bonusfrage: Welches Pokemon führt diese aus? - Lässt sich aber, wenn überhaupt, nur eindeutig lösen, wenn man die Attacke kennt.
  • Was läuft in dem Pokeball wohl schief (und wie konnte es dazu kommen)?


Achja, einen wichtigen Hinweis zu der Geschichte sollte ich vielleicht noch geben: Ich habe nie den Anime oder einen der Filme gesehen. Das heißt meine Vorstellungen von der Pokemonwelt fußen einzig und allein auf den Informationen aus den Editionen und können dementsprechend evtl. im Widerspruch zu der ein oder anderen Aussage aus Anime oder Kinofilmen stehen.
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#732564 von ShinyBlue
06.11.2010, 01:08
Es ist spät, mir ist langweilig, ich will rätseln. Das pseudohilfreiche Feedback, dass ich bei einer ersten FF immer gerne breittrete, ist bei dir absolut hinfällig, aber das weißte auch xD

Das Käferpokemon verbringt seine Winter im Erdloch (expliziter Hinweis auf Boden-Dualtyp?), du erwähntest in einem deiner Posts Ninjatom und Furanty hats mir gesagt => Das Pokemon ist ein Nincada.

Es wird von einem Käfersammler auf Shinysuche angegriffen und schwer verletzt, ohne zu sterben. Ein Trugschlag bewirkt sowas. Der Angreifer ist groß und grün, Sichlor sind groß und grün. Und sie können Trugschlag. Der Angreifer war ein Sichlor!

Kommen wir nun zu der Passage, bei der auch ich den Durchblick verliere, die Begegnung mit dem Alpollo. Ich glaube, der Trainer, dem du Desinteresse und Nachlässigkeit bescheinigst, interessiert sich nicht weiter großartig für Nincada, weils ja kein Shiny ist, und wirft den Pokeball achtlos weg, wodurch dieser langsam kaputtgeht und Nincada wieder freikommt. Dort trifft es auf Alpollo - jetzt kommt dein Bilderrätsel in meiner Interpretation zum Tragen. "Nemesis", das klingt erstmal nach griechischer Mythologie, Rachegottheit und so. Dazu die Pokemon, die abgebildet sind, offensichtlich böse und offenbar unter den Fittichen der zentralen dunklen Figur deines Bildes. Die seltsame Art des Alpollo zu reden und die recht eigenartige Art und Weise, wie die Hauptperson auf das Ereignis schaut, lässt mich vermuten, dass Alpollo Hypnose eingesetzt hat - und diese Attacke dazu verwendet, Nincada für seine Zwecke zu gewinnen, für sein "wirkliches Leben" (wichtig ist der Zusatz "mit uns", womit das Alpollo eine Gemeinschaft meinen könnte, eine böse Gemeinschaft!).

Soo, das wäre meine Deutung ohne den Nebulak-Zusatz, ich finde die ganz interessant und die wirkt auch fast schlüssig. Da ich das mit dem Nebulak aber eben gelesen hab (ja, ich bin ein Blitzmerker), wollen wir darauf doch noch mal eingehen...
Also, Nincada ist im Pokeball, so gut wie tot. Was dann passiert, darüber kann man nur mutmaßen. Wird der Ball weggeworfen, rollt er vielleicht einen Abhang hinunter, weil sich alles dreht? Die Art der Nincada-Entsorgung bleibt hier verdeckt, nur eins scheint mir sicher: Es muss Erschütterungen gegeben haben, die den Ball beschädigt und Nincada den Gnadenstoß versetzt haben (Alternativ war es kein Sichlor, sondern ein Pokemon, evtl. Noktuska, mit Gifthieb, und das Gift wirkt im Pokeball nach, aber da glaub ich nicht dran). Dann schließlich stirbt Nincada, aber irgendwie ist es davor schon bei Alpollo (und einigen Nebulaks, den dunklen Kugeln). Irritierend ist die Tatsache, dass es sich zu diesem Zeitpunkt noch im Ball befindet und trotzdem die Außenwelt wahrnimmt. Auf jeden Fall lebt Nincadas Geist weiter, nimmt die perfekt runde Form eines Pokeballs an, nennt sich jetzt Nebulak und ist ein potenzieller böser Charakter aus der Nemesis-FF.


So möge er mich korrigieren und keep on writing :D
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#747432 von Rumo
06.01.2011, 16:49
Ups - da gibt's ja noch einen Kommentar zu kommentieren ^^

Das Pokemon ist ein Nincada.
:ja:
Es wird von einem Käfersammler auf Shinysuche angegriffen und schwer verletzt, ohne zu sterben. Ein Trugschlag bewirkt sowas.
:ja:
Der Angreifer ist groß und grün, Sichlor sind groß und grün. Und sie können Trugschlag. Der Angreifer war ein Sichlor!
Leider haben Sichlor keine Faust - daher nein, ein Sichlor ist der Angreifer nicht...
Kommen wir nun zu der Passage, bei der auch ich den Durchblick verliere, die Begegnung mit dem Alpollo. Ich glaube, der Trainer, dem du Desinteresse und Nachlässigkeit bescheinigst, interessiert sich nicht weiter großartig für Nincada, weils ja kein Shiny ist, und wirft den Pokeball achtlos weg, wodurch dieser langsam kaputtgeht
:ja:
Die seltsame Art des Alpollo zu reden und die recht eigenartige Art und Weise, wie die Hauptperson auf das Ereignis schaut, lässt mich vermuten, dass Alpollo Hypnose eingesetzt hat - und diese Attacke dazu verwendet, Nincada für seine Zwecke zu gewinnen, für sein "wirkliches Leben" (wichtig ist der Zusatz "mit uns", womit das Alpollo eine Gemeinschaft meinen könnte, eine böse Gemeinschaft!).
Auf die Idee mit der Hypnose bin ich gar nicht gekommen - ich habe eigentlich nur gedacht, dass Alpollo das (ehemalige) Nincada überredet - aber das mit der Hypnose würde eigentlich auch gut passen :)
Also, Nincada ist im Pokeball, so gut wie tot. Was dann passiert, darüber kann man nur mutmaßen. Wird der Ball weggeworfen, rollt er vielleicht einen Abhang hinunter, weil sich alles dreht? Die Art der Nincada-Entsorgung bleibt hier verdeckt, nur eins scheint mir sicher: Es muss Erschütterungen gegeben haben, die den Ball beschädigt und Nincada den Gnadenstoß versetzt haben. Dann schließlich stirbt Nincada, aber irgendwie ist es davor schon bei Alpollo (und einigen Nebulaks, den dunklen Kugeln). Irritierend ist die Tatsache, dass es sich zu diesem Zeitpunkt noch im Ball befindet und trotzdem die Außenwelt wahrnimmt. Auf jeden Fall lebt Nincadas Geist weiter, nimmt die perfekt runde Form eines Pokeballs an, nennt sich jetzt Nebulak und ist ein potenzieller böser Charakter aus der Nemesis-FF.
:ja: - perfekt!
Du bekommst den goldenen Interpretationskeks ^^
Bild






Außerdem gibt's mal wieder ein kleines Update: Mein Gedicht aus dem Gedichte-Wettbewerb, das dabei sogar - für mich ziemlich überraschend - ganz ordentlich abgeschnitten hat.
Naja, eigentlich ist es nichts besonderes: Da mir das schreiben in einem festen Versmaß, Reimschema etc. ziemlich schwer fällt, habe ich einfach eine Parodie auf ein bereits existierendes (und recht bekanntes) Gedicht geschrieben, sodass ich die ganzen "Maße" einfach übernehmen konnte. Die Frage welche(s) Pokemon in hier beschrieben wird/werden, sollte diesmal recht einfach zu beantworten sein.
Der Titel ist übrigens (natürlich) einmal wieder von Star Trek geklaut ^^
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#840204 von Rumo
23.11.2011, 01:54
So, jetzt gibt's hier auch mal wieder was neues - und zwar sogar gleich zwei Geschichten auf einmal! :lol:

Missing Data in der "ungeschnittenen" Fassung (für den Wettbewerb musste die Geschichte ja ein wenig gekürrzt werden) und die "experimentelle" Kurzgeschichte Die Quelle

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Und wieder mal ein kleines Update: Meine Geschichte für den Wettbewerb mit der unausschreibbaren Abkürzung: Bei Kerzenschein

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Und mal wieder ein Neuzugang: Schatten - diesmal eine sehr (!) kurze Geschichte, 100 Wörter um genau zu sein. Und nachdem ich dieses Riesen-Werk vollendet habe, komme ich in nächster Zeit dann vielleicht auch mal wieder zu meinen längeren FFs ^^

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Meine neueste Kurzgeschichte: Der erste Kontakt - aus einem Wettbewerb im Bisaboard ( 3. Platz ^^)
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#885378 von Rumo
08.04.2012, 18:27
Mal wieder ein kleines Update - wirklich klein diesmal, denn es sind nur 100 Wörter (dafür aber auch exakt 100 Wörter!): Bill

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Und noch ein - nicht weniger kleines - Update: Diesmal Der Pokémonkinder Schlafgebet aus dem aktuellen Dichtwettbewerb

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Wieder mal was neues hinzugefügt, das so neu diesmal aber eigentlich gar nicht ist: Dreimal

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Große "Überrschung" - es gibt ein neues Werk in dieser Sammlung:
Jedes Jahr
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#912328 von Rumo
31.07.2012, 22:17
Das Gedicht mit dem, Zitat Blue, "femininen Beigeschmack": Asche im Wind ^^
Aber irgendwie interessant wie viel holpriger vor allem die Metrik und die Reime mit so ein wenig Abstand wirken. Als ich das Gedicht geschrieben habe klang das alles irgendwie viel melodischer xD
Ein paar Kleinigkeiten habe ich schonmal verbessert und außerdem einen ziemlich peinlichen Fehler beseitigt (danke an NF für den Hinweis). Weitere Verbesserungsvorschläge nehme ich aber natürlich immer noch an.
Als kleinen Bonus gibt's diesmal außerdem noch einen Arbeitsweg gratis mit dazu! :D

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Außerdem hab ich noch ein kleines Drabble aus einem Wettbewerb im BB nachgereicht: Schlaflos
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#912332 von Mister Stolloss
31.07.2012, 22:48
Hallo Rumo :winke:
Meine Gabe zur Verfassung von absolut unglaublich und genialen Kommentaren habe ich zwar leider irgendwo mitten im Nirgendwo liegen lassen, trotzdem gibt es einen kleinen aber feinen Kommentar zu deinem Gedicht. (/Einleitung)

Ich gehe hauptsächlich auf Punkte ein, die mir nicht gefallen. So hat zum Beispiel Vers 1 9 Takte/Hebungen und Vers 3, der sich auf Vers 1 reimt wegen dem Kreuzreim-Schema, 10 dieser Hebungen. Vers 2 hat auch 9 Hebungen, könnte sich jetzt eventuell auf Vers 1 beziehen, was aber auch nicht passt weil Vers 4 11 Hebungen hat und somit länger ist als die Verse davor. Über den "Meine Freunde"-Halbvers will ich nicht reden man kann es anwenden, meine mathematische Hirnhälfte spielt aber verrückt bei solch anarchistischen Mitteln *g*
Auch in der zweiten Strophe brichst du leicht mit den traditionellen Reimschemata, Zeile 4 hat da gar nur 3 Hebungen. Allerdings will ich jetzt nicht das ganze Gedicht auseinandernehmen auf diese Weise, denn ich gehe einfach mal davon aus, dass das Gedicht unter vollem Bewusstsein so gestaltet wurde um mit den konventionellen Methoden des Gedichte-Verfassen zu brechen. Nichtsdestotrotz ist dein Gedicht sehr schön zu lesen, wenngleich mich die Namen ein bisschen irritieren, ich kann mit denen absolut nichts anfangen. Deswegen wüsste ich gerne wie du von Ho-oh und Lugia auf diese Namen, die ja offensichtlich nicht aus Pokémon stammen (berichtige mich, wenn ich mich irre) gekommen bist und welcher Sinn dahinter steckt. (/Hauptteil)

Alles in allem ist das Gedicht sehr ansehlich und ein schönes Stück der literarischen Ergüsse hier auf Pokefans. Glückwunsch! (/Schluss)
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#912354 von Rumo
01.08.2012, 01:04
Du bist ja ganz schön fix beim Kommentieren :D

Auch in der zweiten Strophe brichst du leicht mit den traditionellen Reimschemata, Zeile 4 hat da gar nur 3 Hebungen. Allerdings will ich jetzt nicht das ganze Gedicht auseinandernehmen auf diese Weise, denn ich gehe einfach mal davon aus, dass das Gedicht unter vollem Bewusstsein so gestaltet wurde um mit den konventionellen Methoden des Gedichte-Verfassen zu brechen.
Nunja, eher im vollen Bewusstsein, dass ich es nicht hinbekommen würde immer auf die gleiche Silbenzahl zu kommen (aber deine Erklärung ist natürlich wesentlich schöner ;D )
Über den "Meine Freunde"-Halbvers will ich nicht reden man kann es anwenden, meine mathematische Hirnhälfte spielt aber verrückt bei solch anarchistischen Mitteln
Aber immerhin ist es doch wieder symetrisch zur letzten Strophe ^^
Ich muss allerdings zugeben, dass sich der Halbvers in der letzten Strophe deutlich besser anfügt als in der ersten.
Deswegen wüsste ich gerne wie du von Ho-oh und Lugia auf diese Namen, die ja offensichtlich nicht aus Pokémon stammen (berichtige mich, wenn ich mich irre) gekommen bist und welcher Sinn dahinter steckt.
Tatsächlich stammen die drei anderen Namen nicht offensichtlich aus den Spielen, sie kommen aber grundsätzlich durchaus daher (wobei es wegen eines kleinen Fehlers meinerseits in der Wettbewerbsversion vllt. noch etwas schwerer zu erkennen war als in der aktuellen jetzt). Leichter kommt man aber vermutlich darauf, um wen es sich da handelt, wenn man von der Geschichte Teak Citys ausgeht und schaut, welche Wesen da passen könnten.

Vielen Dank auf jeden Fall für deinen Kommentar :)
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#948333 von Rumo
15.02.2013, 22:09
Wuhu, Doppelpost! Und neue FanFiction - also "neu", im Sinne von "kennt eigentlich eh schon jeder, aber stand bisher nicht hier im Thema":
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#974933 von Rumo
21.05.2013, 19:54
Ein neues Gedicht ist da (aus dem Gedichtwettbewerb #03). da es sich hier im Wesentlichen um ein Experiment handelt, würde ich mich ganz besonders über Kritik dazu freuen (gerne auch negative (solange sie konstruktiv ist) - es ist ja eben ein Experiment :-)

(falls dir Gedichte nicht so zusagen, freue ich mich aber natürlich auch über jedes feedback zu einer der anderen Geschichten/Drabbles hier ^^)
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#997855 von Rumo
31.08.2013, 22:44
Triplepost! Und neue Geschichte:
(mein Überraschungserfolg aus dem letzten FF-Wettbewerb :D )
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#1003268 von N-Friend
29.09.2013, 12:20
Man hat einfach nichts zu tun, wenn man an einem Sonntag vor dem Mittag aufsteht... es sei denn, man muss noch flax formulierte Versprechen einlösen (;

Neue Himmel war DIE Geschichte, die am ehesten am Wettbewerbssystem gescheitert ist, und dass, obwohl der Autor doch schon einmal ziemlich erfolgreich bei einem FFEWB teilgenommen hat. Verwundernswert. Außerdem war Neue Himmel die Geschichte, die am Wenigsten mit der Wortbegrenzung zu kämpfen hatte - von dir aus hätte sie auch noch 100 Wörter runtergeschraubt werden können (;
Das ist allerdings auch ein großes Problem bei diesem System. Wenn man nicht einmal auf die Hälfte der Wörter kommt, im Vergleich zu den anderen Geschichten, ist es sehr schwer, EIndruck zu schinden. Ich denke, die meisten Voter lesen alle Geschichten am Stück, überfliegen sie am Ende noch einmal alle (oder eben andersherum) und bilden sich zu jedem eine Meinung. Dabei bleiben aber auch häufig die länger in Erinnerung, die auch länger gefesselt haben - ist bei knapp 190 Wörtern aber schwerer. Der Anfangsteil hatte klang, wurde schön geschrieben, nette Formulierungen, etc. - überzeugte dennoch nicht mit Sonderbarem, ebenso war der Cliffhanger nicht großartig.
Ich bin ein Fan von kusiven Zitaten, das muss ich jetzt einfach mal sagen. Sie geben, neben dem Titel, so viel Spielraum zur Interpretation, das man sich fast in einem einzelnen Satz verlieren kann. Ein guter Einstieg ist das allemal, zumal ich mit dem Zitat auch gleich etwas anfangen kann - nicht etwa, weil ich es kenne, damit kann ich leider nicht dienen, viel eher, weil ich den Grundgedanken dahinter verstehen kann. Vor allem zieht sich dieses Zitat auch durch die gesamte Geschichte, ja, es beschreibt die Lebensweisheit des Galileo Galilei ziemlich gut. Ich muss zar zugeben, dass ich mit seiner Biographie nicht ganz so vertraut bin, weiß aber wohl, dass er in einer für Wissenschaftler recht ungünstigen Zeit lebte mit einem Feind, dem damals niemand etwas anhaben konnte (kath. Kirche). In dieser Geschichte ist besonders der Brief des guten Freundes wirklich gut, da er die Tragik von Galileo Galileis Leben sehr gut beschreibt. Behalte deine Gedanken für dich" - das ist eine Forderung, die einem Wissenschaftler fast schon seiner Berechtigung raubt (ich weiß nicht, inwiefern er aufklären wollte), zeigt aber auch, wie Recht der gute Freund haben kann (wenn man Galileis Lebensweg sieht). Meiner Meinung nach die schönste stelle, viel schöner als das Glühwürmchen.
Wobei, auch dieses wusste zu überzeugen. Dieser kleine Moment, indem sich ein Glühwürmchen verirrt, dieser besondere Moment, der die Gedanken eines Menschen neu ordnen kann. "Einem verirrten Stern gleich", passender kann man das nicht formulieren. "Erst in diesem Moment wurde Galileo bewusst", eine Folge dieser zwar seltenen, aber ebenso natürlichen Begebenheit: Ein passendes Ende, das die Einstellung Galileis untermauert - aber denoch mti einer bitteren Note, wenn man an den Brief des Freundes und den Ausgang seines Lebens denkt.

Diese Geschichte profitiert von seiner Verbindung zu einer real existierenden Person. Ein 0815 Wissenschaftler hätte nicht den gleichen Eindruck gehabt, da man die Zeit, den Raum, die äußerlichen Konditionen und vor allem den nicht beschriebenen Verlauf der Lebensgeschichte kennt. Es war auch im ersten Teil fast sicher, dass du auf Galileo Galilei anspielst, auch wenn der Nachname nicht erwähnt wurde. Achja, der Anfang des dritten Absatzes könnte für Irritierungen sorgen: Dort nennst du ihn zum ersten und einzigen mal Galilei, wenn man diese Person aber nicht kennt (wäre es zum einen eine Schande für den Leser), der würde recht schnell stolpern. Dort beseitigst du zwar alle Zweifel über die Identifikation der Person, hast aber zwei noch nicht zusammenhängende Namen beieinander.

Schließlich lässt sich sagen, dass ich die Geschichte gut finde - aber auch nicht so gut, dass sie auf ewig in meinem Kopf schlummert, obwohl ich mit der Pointe dort etwas anfangen kann (so als Ex-Physiker). Das frühe Ausscheiden reduziere ich also auf drei Punkte: 1. Die geringe Wortanzahl, 2. Die Verbindungslosigkeit zum Himmel (am Anfang), 3. Der Cliffhanger, der eher zu einer längeren, denn einer kürzeren Geschichte passt. Im Gesamten ist die Geschichte, wie gesagt, sehr solide, die wenigen Puzzleteile, die es gab, passen gut zusammen und es wurde genügend Spielraum zur Interpretation gegeben. Schöne stilistische Elemente und vor allem Zitate runden das Gesamtbild ab.
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Re: Rumos gesammelte Kurzgesch...

#1058227 von Rumo
16.02.2014, 22:53
Hab beim Durchschauen der Wettbewerbsübersicht festgestellt, dass ich meine Geschichte aus dem letzten FF-WB ja noch gar nicht meiner Sammlung hinzugefügt habe. Also, hier ist sie:





Und NFs netten Kommentar habe ich auch einfach ignoriert - also noch eine Sache nachzuholen ^^
Außerdem war Neue Himmel die Geschichte, die am Wenigsten mit der Wortbegrenzung zu kämpfen hatte - von dir aus hätte sie auch noch 100 Wörter runtergeschraubt werden können (;
Das ist tatsächlich etwas, was ich in letzter Zeit meistens versuche: Die Wortgrenzen nicht bis zum Äußersten auszreizen - und das nicht (nur) aus Faulheit. Zum einen möchte ich verhindern, dass ich am Schluss noch kürzen muss (wie etwas bei meiner Geschichte aus dem ersten FFEWB), zum anderen habe ich inzwischen auch festgestellt, dass gerade bei einer Kurzgeschichte der besondere Reiz oft in der Kürze liegt (ja ich ewiß, beeindruckende Erkenntnis ^^). Eine Kurzgeschichte wirkt mMn oft besser, wenn sie den Sachverhalt möglichst kurz auf den Punkt bringt und alles weglässt, was nicht unbedingt notwendig ist. Ob das das ausgerechnet für einen Mehrphasen-WB ein so besonders geschickter Ansatz ist, ist natürlich eine andere Frage...
Ich bin ein Fan von kusiven Zitaten, das muss ich jetzt einfach mal sagen.
Ich ja ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich sehe da beim Lesen immer den Autor vor mir stehen und voller Stolz auf die kursive Stelle zeigen: He, schau mal: Da ist ein ganz besonders kluger Gedanke von mir! Er ist sogar so klug, dass ich ihn extra zentriertt und kursiv gesetzt habe, damit du dummer Leser ihn ja nicht übersiehst! Lies ihn am besten gleich mehrfach, damit du ihn auch ja verstehst. Er ist nähmlich voll klug!!1111
Trotzdem baue ich es immer wieder ein - weil irgendwie ist es ja schon ganz cool. Und wenn man sich das Zitat nicht selber ausdenkt, sondern von geeigneter Stelle klaut, ist die Chance ja auch schon etwas besser, dass es nicht ganz verkehrt ist ^^ Freut mich auf jeden Fall, dass das Zitat - zumindest bei dir - offenbar die gewünschte Wirkung hatte (und nicht die oben beschriebene).
Achja, der Anfang des dritten Absatzes könnte für Irritierungen sorgen: Dort nennst du ihn zum ersten und einzigen mal Galilei, wenn man diese Person aber nicht kennt (wäre es zum einen eine Schande für den Leser), der würde recht schnell stolpern. Dort beseitigst du zwar alle Zweifel über die Identifikation der Person, hast aber zwei noch nicht zusammenhängende Namen beieinander.
Guter Hinweis - das war tatsächlich ein Fehler. Es soll natürlich immer einheitlich der Vorname sein.
Das frühe Ausscheiden reduziere ich also auf drei Punkte: ... 2. Die Verbindungslosigkeit zum Himmel (am Anfang),
Ja, diese Verbindung ist tatsächlich während der Entwicklung der Geschichte immer mehr in den Hintergrund getreten - und das, was davon übrig geblieben, ist dann auch noch komplett im dritten Teil gelandet. Dementsprechend ging das frühe Ausscheiden der Geschichte für mich dann aber auch völlig in Ordnung.
Und es freut mich umso mehr, dass sie jetzt im ganzen offenbar doch ganz gut ankommt - vielen Dank also für deinen Kommentar :)
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