Der Donald und die Hillary: US...

#1259123 von dyna
21.07.2016, 18:12
Präsidentschaftswahlen in den USA


Acht Jahre nach seiner Wahl und vier Jahre nach seiner Bestätigung ist es nun soweit: Barack Obama wird im Januar nach zwei Amtszeiten das Weiße Haus verlassen müssen, nachdem im November sein Nachfolger gewählt wird. Der Wahlkampf geht jetzt in die heiße Phase (und das ist nach dem bisherigen Verlauf ein ziemliches Statement), nachdem die Grand Old Party nun auch offiziell Donald Trump als ihren Präsidentschaftskandidaten nominieren wird. Auf Seiten der Demokraten steht der Nominierungsparteitag zwar noch aus; faktisch steht aber schon fest, dass Hillary Clinton dort zur Kandidaten gekürt werden wird.

Anders als vor acht Jahren sehen sowohl inner- als auch außerhalb der Staaten den anstehenden Wahlen gelinde gesagt eher pessimistisch entgegen. Barack Obama hat vor und zu Beginn seiner Amtszeit weltweit geradezu surreal viel Begeisterung hervorgerufen (gipfelnd wohl im Friedensnobelpreis 2009), doch obwohl diese Euphorie seither spürbar abgenommen hat, scheint auch und gerade in den USA beinah jedermann mindestens einen Kandidaten für eine Inkarnation des Teufels zu halten.

Hillary Clinton


Für Clinton ist die anstehende Wahl der zweite Anlauf für die Präsidentschaft: Vor acht Jahren war sie in den parteiinternen Vorwahlen die hartnäckigste Widersacherin Obamas und übernahm dann nach dessen Wahlsieg das Außenministerium für vier Jahre. Dass sie vor vier Jahren dieses Amt wieder aufgegeben haben, haben schon damals viele als starkes Indiz für ihre jetzige Kandidatur gesehen. Sie gilt (positive Sichtweise) als erfahrene Diplomatin und kluge Politikerin, aber (negative Sichtweise) auch als Vertreterin einer korrupten Politikerkaste, als verlogen und in ihren Äußerungen nur auf ihre Wirkung auf die Öffentlichkeit bedacht.

Vermutlich nicht hilfreich für ihr öffentliches Bild ist ihre langjährige Ehe mit dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton (im Amt von 1993-2001), da dies von ihren Gegnern gern als Beleg für die erwähnte "Politikerkaste" gesehen wird.

In den Vorwahlkampf war Clinton als haushohe Favoritin gegangen und ihre Kandidatur galt schon früh als ausgemachte Sache. Überraschend erfolgreich, gerade unter den jungen Amerikanern, war der sozialistische Bernie Sanders, der trotz spürbarem Rückstand seinen Wahlkampf lange aufrechterhielt und erst vor kurzem seine offizielle Unterstützung für Clintons Kandidatur verkündet hat. Wohl auch deshalb ist ihre Position im Wahlkampf ein Stück weiter "links" als vor acht Jahren.

Trotzdem scheinen viele Anhänger Sanders' nicht bereit zu sein, Clinton zu unterstützen (Stichwort: "Bernie or Bust"), was ihre Chancen auf den Wahlsieg natürlich nicht gerade erhöht.

Donald Trump


In diesem Abschnitt könnte ich vermutlich alle Absätze mit "anders als" beginnen, ohne das mir die Vergleiche ausgehen würden - denn gewissermaßen beruht ein großer Teil seiner Kampangne darauf, dass Trump "anders" ist.

Anders als ;) seine designierte Gegnerin ist Trump ein Quereinsteiger - er ist Unternehmer (in den 1970ern hat er das Bauunternehmen seines Vaters übernommen) und schon seit langem ein bekannter Medienstar in den USA. Allerdings hat er lt. Wikipedia schon 1988, 2000 und 2004 eine Kandidatur öffentlich erwogen (und ich lerne gerade, dass er in der Vergangenheit von den Republikanern zu einer Kleinpartei zu den Demokraten und wieder zu den Republikanern gewechselt ist ^^).

Anders als (2) bei Clinton ist Trump als Außenseiter in den Vorwahlkampf gestartet und einige Kommentatoren haben seine Kandidatur sogar nur als einen PR-Gag interpretiert. Auch nach seinen ersten Erfolgen galt seine Kandidatur als aussichtslos - Jeb Bushs (Bruder bzw. Sohn zweier früherer Präsidenten Bush) Sieg galt als ähnlich "unvermeidlich" wie der von Hillary Clinton auf demokratischer Seite.

Anders als (³) all seine Konkurrenten geriert sich Trump als Anti-Politiker - der Vorwahlkampf der Republikaner war geprägt von Aggressivität und teilweise ungezügeltem Hass. Trump pflegt dabei das Image eines "Machers", der keine Rücksicht auf mögliche Empfindsamkeiten macht und nur am Erfolg seines Handels interessiert ist. Exemplarisch ist vielleicht eines seiner frühesten Wahlversprechen: Er würde eine große Mauer zwischen den USA und Texas bauen, um illegale Einwanderer abzuhalten - und er würde Mexiko dafür zahlen lassen.

Während des Wahlkampfes griff und greift er immer wieder seine Kandidaten persönlich an - Ted Cruz (oder "Lyin' Ted", wie Trump ihn nennt), unterlegener Konkurrent während der Vorwahlen, verweigerte ihm deshalb jüngst auf dem Nominierungsparteitag die Unterstützung, nachdem Trump u.a. Cruz' Vater in die Nähe zum Attentat auf J. F. Kennedy gerückt hatte. Generell gilt: Kritik an Trump wird sehr bald beantwortet durch einen Angriff auf den Kritiker.

Die Ausgangsposition


In den Umfragen liegt Clinton derzeit ein wenig vor ihrem Konkurrenten, der allerdings ein wenig aufzuholen scheint. Aber aufgrund des Wahlrechts in den USA bedeuten diese Umfragen noch weniger, als sie es ohnehin schon tun:

Und zwar haben die USA ein indirektes Wahlrecht - in jedem Bundesstaat werden Wahlmänner bestimmt, die dann wiederum über die Präsidentschaft bestimmen. Dadurch müssen die Stimmenverhältnisse nicht unbedingt von den Wahlmännern repräsentiert werden; Obama beispielsweise konnte 2012 mit 51.1% der Stimmen (sein Gegner Romney hatte 47.2%) 332 von 538 (also über 60%) der Wahlmänner gewinnen.

Auch bedeutet dies, dass die sogenannten swing states, also zwischen den Parteien umkämpfte Staaten von größerem Interesse sind. Viele Staaten können die Kandidaten normalerweise schon als gewonnen oder verloren einplanen - weder ein republikanischer Sieg in Kalifornien noch ein demokratischer Sieg in Texas sind irgendwie zu erwarten.

Allerdings - schon jetzt ist klar, dass die anstehende Wahl nicht den bisherigen Regeln folgen muss. Die USA sind gespalten wie sie es seit dem Bürgerkrieg nicht mehr gewesen sind. Dies gilt vor allem für die Intensität der Ablehnung, die beiden Kandidaten von ihren Gegnern erfahren - aber auch die Parteien sind in sich gespalten. Wie werden die "klassischen" Republikaner-Wähler auf Trump reagieren? Werden Bernie Sanders' Anhänger doch ihr Kreuz bei Clinton machen? Und warum fällt mir keine gut passende dritte Frage ein, obwohl der Textrhythmus eine verlangt?

Ein paar Diskussionsansätze

  • Wen hältst du für den wahrscheinlicheren Wahlsieger?
  • Was denkst du von Donald und Hillary? Und was von ihren unterlegenen Kandidaten im Vorwahlkampf?
  • Was für Einfluss würden die beiden auf die Welt allgemein und Deutschland im Besonderen haben?
  • Und schließlich: What the fuck?!
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Re: Der Donald und die Hillary...

#1259150 von bmac
22.07.2016, 03:33
Hey,

schon wieder ein politisches Thema zu dem ich meinen unqualifizierten Senf dazugeben kann...

Als erstes zu Hillary: ich glaube nicht dass sie eine großartige Präsidentin wäre, aber dass sie ihre Sache im großen und ganzen letztendlich ordentlich oder zumindest katastrophenfrei machen würde. Sie ist vielleicht sehr imagebedacht aber vertritt irgendwo auch sinnvolle Werte hat Erfahrung im politischen Etablissement und ist damit in meinem Augen einfach das (deutlich) kleinere Übel. Das merkwürdige ist halt irgendwo dass exakt ihre politische Erfahrung ihr gewissermaßen zum Verhängnis wird. Man sieht halt irgendwo nicht, dass das 0815-Politiker Image als Frau eines Präsidenten, ehemalige Präsidentschaftskandidatin und Außenministerin auch Gutes hat.

Donald Trump ist hingegen halt das absolute Gegenteil eines Politikers und das ist, was die Leute dazu bringt ihn zu wählen. Trump ist unvorhersehbar und das ist nunmal was viele Leute sehen wollen. Immer wieder scheint es so, dass er erst redet und dann (wenn er gerade einen guten Tag hat) denkt und das kann als mächtigster Mann der Welt halt irgendwie fatal sein. Ich vermute persönlich dass der durchschnittliche Trump Wähler nicht einmal unbedingt hinter dessen Inhalten steht (was mir spontan einfällt an geistigem Dünnschiss: Mauer an der mexikanischen Grenze, Einreiseverbot für Muslime uvm.) aber viel mehr frustriert von der aktuellen Oldschool Politik ist und dass da halt die Person Trumps als Anti-Politiker und "Macher" super passt. Zusätzlich kann man nicht bestreiten dass Trump einfach erfolgreich war. Wie gesagt, Inhalte sind zweitrangig. In dieses Bild passen halt auch öffentliche Beleidigungen gegen andere Kandidaten.

Ich habe irgendwie das Gefühl dass viele Amerikaner vergessen dass sie einen Präsidenten wählen - und der braucht in meinen Augen einfach andere Dinge als ein Medienstar, der Trump zweifellos ist. Daher in meinen Augen ganz klar: Hillary ist das kleinere Übel und würde ihre Sache ordentlich machen.

Jetzt zu der Frage "Was glaubst du, wer gewinnt": Ich halte schon einen Sieg Clintons für wahrscheinlicher, bin mir da aber alles andere als sicher, insbesondere durch das (eher mäßig sinnvolle) amerikanische Wahlsystem. Dabei glaube ich dass die Verteilungen der demokratischen und republikanischen Staaten aus den letzten Wahlen allerdings nicht unbedingt deckungsgleich mit denen aus dieser Wahl sein müssen, einfach weil beide Parteien unglaublich gespalten sind: Vor allem bei alteingesessenen Republikanern denke ich dass schon ein paar auf die Idee kommen dass das mit dem Donald doch nicht so gut ist. Zu den Bernie Wählern: Ich denke dass hier die meisten, insbesondere nachdem er sich jetzt selbst hinter Clinton gestellt hat diese wählen werden, alle aber nicht. 

Wetten würde ich darauf aber nicht, bei den Amerikanern kann man glaube ich nur schwer auf ihren Verstand vertrauen.

Was für einen Einfluss insbesondere Donald Trump haben würde ist finde ich schwer zu sagen, man kann ja zumindest hoffen dass ihn Partei und Rest der Regierung ihn etwas ausbremsen, und er selbst vielleicht als Präsident dann etwas bedachter handelt und redet als bisher. Aber irgendwo ist er einfach eine komplette Wundertüte, er selbst weiß vermutlich auch noch nicht was er dann macht wenn er Präsident wird.

Die letzte Frage "What the Fuck" trifft das ganze dann irgendwie ziemlich genau, da ist man doch froh wenn man in Deutschland lebt mit einem intuitiven Wahlsystem usw.

In diesem Sinne: Make Donald Drumpf again! und so ;)

Bmac

Ach ja: Wieder ein wunderschönes Diskussionstopic + Einleitungstext, danke dafür!
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Re: Der Donald und die Hillary...

#1259223 von gasi
22.07.2016, 14:40
Bezogen auf die Kandidaten der großen Parteien war ich in diesem Wahlkampf eigentlich nur von Sanders wirklich angetan. Er war der einzige mit wirklich sinnvollen Reformvorschlägen, kam authentisch rüber und konnte Clinton zumindest ein wenig weiter nach Links rücken. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass er mit seinem Programm nie wirklich eine Chance hatte. In den USA halten viele schon eine gesetzliche Krankenversicherung für kommunistisch - auch nur ansatzweise soziale Sicherung nach europäischem Vorbild durchzubringen ist da schwer möglich. Aber schön, dass er gerade bei den ersten Vorwahlen durchaus Erfolge erzielen konnte. Und viel wichtiger: Er hat viele junge Menschen mobilisiert. Eventuell setzt da ein Prozess des Umdenkens ein uns seine Ideen haben zukünftig mehr Chancen.

Natürlich hoffe ich, dass Clinton Präsidentin wird. Und ich sehe das wie mein Vorredner bmac: Eine großartige Präsidentschaft wird sie wohl nicht führen. Sie wird die USA gut steuern, keine Frage. Ich denke insgesamt darf man bei ihr damit rechnen, dass sie gute Arbeit machen wird, keinen Schaden anrichtet. Große Reformen sind wohl eher nicht zu erwarten. Vielleicht braucht es die aber auch gar nicht. Es würde schon reichen, könnte sie die momentan stark ausschweifende Gewalt zwischen der Polizei und v.a. der schwarzen Bevölkerung eindämmen. Das wird sicherlich noch längere Zeit ein Thema bleiben. Auch die Einwanderungspolitik ist in den USA immer ein zentraler Punkt, ebenso wie die begonnene Annäherung an Kuba. Und natürlich braucht auch Obamacare gewisse Nachbesserungen. Vielleicht braucht die USA momentan niemanden für die großen Ideen. Vielleicht braucht die USA momentan genau diese Präsidentin, die mit ihrer großen Erfahrung eine gewisse Stabilität ausstrahlt, an den richtigen Schrauben dreht.

Trump dagegen hat das große Potential die USA weiter in eine eher unschöne Richtung zu treiben. Eine Lockerung der Waffengesetze mag die NRA sicher freuen - zur Eindämmung der Gewalt wird sie nicht beitragen. Stärkere Grenzsicherung zu Mexiko mag ein tolles Versprechen sein, aber keine Lösung. Jeden Meter dieser Grenze zu sichern, das ist wohl nahezu unmöglich. Es ist nämlich nicht so, dass es nicht schon versucht wird bzw. wurde. Auch wenn seine Mauerpläne hier immer wieder für Empörung sorgen: Es gibt schon jetzt durchaus Mauer-ähnliche Grenzabschnitte (z.B. bei San Diego). Zudem auch sehr viel Zaun. Und auf den Straßen in Grenznähe finden sich immer wieder Checkpoints, an denen eine mehr oder weniger strenge Kontrolle wartet. Habe ich selbst vor knapp zwei Jahren erlebt, ist durchaus interessant. Aber zeigt eben auch, dass der ganze Aufwand sich nur unzureichend auszahlt. Um Reformen, wie man vor allem mit illegalen Einwanderern, Drogen, o.ä. umzugehen hat, kommt man nicht vorbei. Auch nicht mit der Mauer.

Ansonsten ist das Programm von Trump schwierig zu fassen. Mal ist er für die Abtreibung. Mal dagegen. Wie es gerade nützt. Und so wechselt er seine Ansichten öfter als andere ihre Unterwäsche. Nur eine Konstante gibt es, eine Sichtweise ändert sich nie: TRUMP ist der Größte. TRUMP rettet nicht nur Amerika, TRUMP steht für Amerika. Möchte man sein Wahlprogramm zusammenfassen, sein Name ist sein Programm. Dafür steht er.

Natürlich werden auch nicht wenige Republikaner davor zurückschrecken ihn zu wählen. Vor allem da auch einige prominente Republikaner ihm die Gefolgschaft verwehren. Jedoch heißt das nicht, dass die entsprechenden Wähler dann auch für Clinton stimmen. Wie ich von einigen Bekannten bereits gehört habe, spielen sie mit dem Gedanken einen der Kandidaten einer kleineren Partei zu wählen. Einerseits um Trump nicht zu unterstützen, andererseits weil sie aber Clinton nicht mit sich vereinbaren können. Im demokratischen Lager sieht das ein wenig geschlossener aus. Die meisten Sanders-Anhänger werden wohl durchaus Clinton wählen.

Darum denke ich schon, dass sie am Ende das Rennen machen wird. Wenn auch knapp.
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Re: Der Donald und die Hillary...

#1264042 von dyna
21.08.2016, 14:02
bmac hat geschrieben:In diesem Sinne: Make Donald Drumpf again! und so ;)
Zur Referenz: Das zugehörige Video von John Oliver, einem englischen und in Amerika arbeitendem Komiker und Moderator. Hatte einen gewissen Impact, steht momentan bei gut 28 500 000 Hit und ist imho auch sehr interessant zu sehen.

bmac hat geschrieben:Die letzte Frage "What the Fuck" trifft das ganze dann irgendwie ziemlich genau, da ist man doch froh wenn man in Deutschland lebt mit einem intuitiven Wahlsystem usw.
Ein Amerikaner hat mir da mal ein paar Argumente für das indirekte Wahlsystem in den USA gesagt - und zwar insbesondere, dass dadurch die kleineren Staaten vor der "Tyrannei der Mehrheit" ein wenig geschützt würden. In den USA scheint der Konflikt zwischen State Law vs. Union Law (also übertragen auf Deutschland Länder vs. Bund) deutlich ausgeprägter zu sein als hier, gerade momentan bezüglich dem Umgang mit der LGBT-Gemeinde. Das "Winner takes all"-Prinzip, dass also 50.01% der Stimmen in einem Bundesland 100% der Wahlmänner bringen, ist wohl Ländersache und wird von denen wohl so gemacht, damit die Kandidaten mehr Wert auf den einen Staat legen.

Ich bin da immer noch anderer Meinung als er - die Wahl eines bundesweiten Amtes ist imho der falsche Ort, um solchen Minderheitenschutz zu installieren - aber als Deutsche müssen wir auch zugeben, dass unser Wahlsystem nicht unbedingt 100% intuitiv ist. :D Immerhin ist bei uns die Zweitstimme die eigentlich wichtige und der ganze Kram mit dem negativen Stimmgewicht ist bei uns auch immer noch nicht zufriedenstellend gelöst.

bmac hat geschrieben:Was für einen Einfluss insbesondere Donald Trump haben würde ist finde ich schwer zu sagen, man kann ja zumindest hoffen dass ihn Partei und Rest der Regierung ihn etwas ausbremsen, und er selbst vielleicht als Präsident dann etwas bedachter handelt und redet als bisher. Aber irgendwo ist er einfach eine komplette Wundertüte, er selbst weiß vermutlich auch noch nicht was er dann macht wenn er Präsident wird.
Es heißt ja (auch wenn Trump selbst es natürlich abstreitet), dass sein Sohn potentielle Vize-Kandidaten damit gelockt hat, dass sie der mächtigste Vizepräsident aller Zeiten werden könnten - sie würden zuständig sein für quasi alles, während Trumps Aufgabe wäre, Amerika wieder großartig zu machen.

Ich bin aber nicht sicher, ob mich das erleichtern soll, denn Mike Pence ist ein christlicher Fundamentalist, leugnet den Klimawandel und scheint Anhänger des Intelligent Designs zu sein. Auch nicht unbedingt das, was ich mir für eine der mächtigsten Positionen weltweit wünschen würde.

gasi hat geschrieben:Ansonsten ist das Programm von Trump schwierig zu fassen. Mal ist er für die Abtreibung. Mal dagegen. Wie es gerade nützt. Und so wechselt er seine Ansichten öfter als andere ihre Unterwäsche. Nur eine Konstante gibt es, eine Sichtweise ändert sich nie: TRUMP ist der Größte. TRUMP rettet nicht nur Amerika, TRUMP steht für Amerika. Möchte man sein Wahlprogramm zusammenfassen, sein Name ist sein Programm. Dafür steht er.
Und (auch) deshalb halte ich es nicht übertrieben, Trump als latent faschistisch zu bezeichnen. Diesen Personenkult, dass nur er Amerika retten kann, wenn man ihm denn die notwendige Macht gibt, finde ich mehr als nur ein bisschen unheimlich. Dass er immer wieder seine Bewunderung für autoritäre Machthaber äußert, macht es nicht unbedingt besser (namentlich Putin, aber er hatte auch mal ein Mussolini-Zitat getweetet, angeblich unwissend, aber er hat sich anschließend auch nur sehr halbherzig vom Duce distanziert).
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Re: Der Donald und die Hillary...

#1281717 von Delirium
24.01.2017, 03:21
*push*

Jetzt ist dieser Herr Trump also gerade mal ein paar Tage im Amt. Was haben wir also bis jetzt? Der 20. Januar ist jetzt ein Feiertag, der Pressesprecher sagt, Fakten wäre nicht so wichtig, TPP hat sich erledigt und nicht zu vergessen den American Sovereignty Restoration Act of 2017.

Na das kann ja heiter werden.
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Re: Der Donald und die Hillary...

#1281732 von dyna
24.01.2017, 12:32
dyna hat geschrieben:Und (auch) deshalb halte ich es nicht übertrieben, Trump als latent faschistisch zu bezeichnen. Diesen Personenkult, dass nur er Amerika retten kann, wenn man ihm denn die notwendige Macht gibt, finde ich mehr als nur ein bisschen unheimlich. Dass er immer wieder seine Bewunderung für autoritäre Machthaber äußert, macht es nicht unbedingt besser (namentlich Putin, aber er hatte auch mal ein Mussolini-Zitat getweetet, angeblich unwissend, aber er hat sich anschließend auch nur sehr halbherzig vom Duce distanziert).

Ich schätze, das "latent" kann ich streichen. Glückwunsch, USA, ihr habt einen Faschisten zum Präsidenten gewählt. Es stellt sich mir die Frage, was all diejenigen nun sagen, die Trumps Ankündigungen als reines Wahlkampfgetrommel abtun, denn ich sehe keine Anhaltspunkte, dass Trump in irgendeiner Form "vernünftiger" geworden ist oder noch werden kann.
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