Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Re: Auf in die Welt

#1291522 von Donnerkralle
23.07.2017, 20:47
Kapitel 27: Vorbereitung
Leon saß still auf seinem von Eisgeformten Sitzplatz. Er schwelgte in Erinnerungen. Im Eisberg war es schön ruhig. Für eine Weile fühlte er, wie seine Seele baumelte. Der Trainer entspannte sich vollkommen. Gerade, als er dabei war einzuschlafen, tropfte etwas Kühles auf seine Nase und er sprang auf. „Alles in Ordnung?“, fragte Marco amüsiert. „Muss wohl von der Decke gefallen sein“, meinte Leon und wisch sich den Tropfen ab. Doch plötzlich tropfte es erneut, dieses Mal landete es in seinen schwarzen Haaren. Er fuhr mit der Hand einmal drüber und blickte dann skeptisch nach oben. „Weiß du Marco, ich glaube wir sollten langsam weitergehen. Ich kann zwar nicht so scharf sehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dort oben lange Eiszapfen hängen, die nur darauf warten, uns zu erschlagen“, hob Leon an und ließ die Zapfen nicht aus den Augen. Auch der blonde Trainer sah auf. „Du hast Recht, nichts wie weg hier“, sagte er plötzlich im raschen Ton. Geschwind stand er auf und ging wieder den Weg Richtung Holaska entlang. Leon ging ein paar Schritte rückwärts, drehte sich langsam um, dabei die Eiszapfen immer noch fest im Blick und lief dann schlussendlich zu seinem besten Freund. Gemeinsam marschierten sie sehr wachsam weiter. Auf einmal fiel hinter ihnen ein kleiner Eiszapfen. Er zerbrach in vielen kleinen Teilen. Nachdem Aufschlag rannten die beiden Trainer um ihr Leben.

„Verdammt! Wir werden aufgespießt! Von Eiszapfen!“, schrie Leon hysterisch. Auch Marco bekam es mit der Angst zu tun. Und sie wurde immer größer, als noch mehr Eiszapfen zu Boden fielen. „Die Sonne. Sie erwärmt den Berg. Dadurch schmilzt das Eis. Somit können sich. Die Eiszapfen nicht länger an. Der Decke festhalten“, stotterte Marco, der durch das Rennen und der ungewohnten Luft schwer atmen konnte. Augenblicklich wurde der Radius um ihnen dunkel. Ein Schatten, welcher immer größer wurde, tauchte auf. Plötzlich packte Marco Leon an seinem rechten Arm und zog in mit Gewalt nach hinten. Leon sichtlich überrascht, plumpste zu Boden. „Hey! Was sollte- “, Leon unterbrach sich selbst, als er sah wie ein riesiger Eiszapfen genau vor ihnen aufschlug. Es machte einen lauten Knall und zersplitterte. Die Splitter flogen in allen Richtungen. Schützend hielt sich Leon seine Arme vor das Gesicht. Marco nahm ebenfalls eine Schutzposition ein. Nach kurzer Zeit war alles wieder normal. Keine weiteren Eiszapfen fielen zu Boden. Zögernd stand Leon auf. „Danke Marco“, flüsterte er beschämend. Schon wieder rette sein Freund ihm das Leben. „Keine Ursache“, antwortete er freundlich. „Lass uns hier abhauen“, drängte Leon und lief weiter. Schnell folgte ihm der blonde Trainer. Nach einer Weile ging allmählich die Sonne unter und schließlich trat der Abend ein.

„Ich kann schon den Ausgang erkennen“, sagte Marco erleichtert. „Jawohl, Holaska, deine neuen Krieger kommen!“, rief Leon enthusiastisch. Endlich erreichten sie das Ende des gefährlichen Tunnels. Als sie hinaustraten, wurden sie sofort von einem heftigen Schneesturm überrascht. Das Wetter hat sich so stark verändert? Schien nicht vor kurzem noch die Sonne? Eisige Winde fegten über die weiße Landschaft. Doch in der Ferne konnte man ein leichtes Leuchten sehen. Das muss das Dorf sein. Dort müssen wir hin. Hoffentlich schaffen wir es rechtzeitig. Leon stapfte durch den tiefen Schnee. Auf der Stelle fühlten sich seine Füße taub und kalt an. Doch dies hielt ihm nicht davon ab, weiterzugehen. Marco gesellte sich zu ihm. Doch plötzlich brach der Boden unter ihnen ein und sie fielen. Das Herz von Leon machte einen gewaltigen Sprung. Ihr Fall wurde auf einmal von etwas Harten aufgefangen. Schmerz durchfuhr ihm. Mein Hintern! Verflucht nochmal. Haben wir denn nie Glück? Während sich die beiden Trainer über den Schmerz beklagten, rutschten sie langsam aber sicher nach vorne. Was geht denn jetzt ab? Wir rutschen? Dann ist der Boden also aus Eis? Nun nahmen die beiden an Geschwindigkeit zu. Erst jetzt bemerkte Marco, dass es sich um eine Eisrutsche handelte und schrie auf, als er als erster den steilen Abhang hinunter raste. Wow! Zu schnell für meinen Geschmack! Scheiße, gleich bin ich dran und ich kann nichts dagegen unternehmen! Ahhhh! Leon rutschte mit vollen Karacho den Abhang hinunter. Eiskalter Wind peitschte ihm ins Gesicht. Ungeheuerlich schnell nahm er mehr Tempo auf. Der Abhang wurde immer steiler und manchmal hob Leon kurz über den Boden ab und landete unsanft.

„AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!“, schrie der Trainer aus voller Lunge. Sein ganzer Körper ruckelte extrem. Plötzlich ging es leicht bergauf. Aufgrund seiner jetzigen Geschwindigkeit war das kein allzu großes Hindernis. Nein! Nein. Sag mir nicht, da vorne ist eine Rampe. Bitte lass dies nur eine Einbildung sein. Leon raste auf eine Rampe aus Eis zu. Er rutschte drüber und flog einen hohen Bogen Richtung der Lichtquelle von vorhin. Der Trainer befand sich mitten in der Luft und näherte sich den Lichtern rasant. Verdammt! Ich werde gegen das Dorf prallen. Ist das etwa eine Falle? War sie für uns gedacht? Wollte uns Siba kalt machen? Leon blieb jedoch keine Zeit zum Nachdenken. Er verlor stetig an Höhe. Sein Körper zog sich eng zusammen. Leon näherte sich den Lichtern und erkannte, dass es sich tatsächlich um ein Dorf handelte. Kurz bevor er aufprallte, schloss er die Augen. Abrupt blieb sein Körper stehen. Als würde er mitten in der Luft schweben. Vorsichtig öffnete er seine blauen Augen. Unvorstellbar für Leon, aber er schwebte tatsächlich unmittelbar über den Boden. Doch nun wurde er langsam zu Boden geschickt und er landete sicher auf beiden Beinen. Leon sah sich verwirrt um. Er entdeckte Marco lachend vor ihm stehen, daneben ein unbekanntes, schwarzes Wesen. Beim genaueren Betrachten, erkannte Leon das Morbitesse. Es hatte mithilfe seiner Psycho-Kräften Leons Fall gestoppt. Erst jetzt bemerkte der Trainer, die Menschenmasse die ihn und sein Freund umgab. Ein älterer, aber großer und muskulöser Mann trat hervor. Er hatte lange und graue Haare. Ebenfalls trug er einen langen, grauen Bart und ein weißes, dünnes Stirnband. Er trug eine graublaue Toga. In der rechten Hand hielt er einen langen Stab.

„Willkommen“, begrüßte er. Man konnte allerdings nicht an seiner Stimme erkennen, ob er freundlich oder bedrohlich klang. „Ähm, wir zwei sind die neuen Holaska-Krieger“, stotterte Leon. Auf einmal wurde es still. Habe ich was Falsches gesagt? Plötzlich brach Jubel aus. „Willkommen, Holaska-Krieger!“, riefen die Leute. Der alte Herr schlug mit seinem Stab auf den Boden. Alle erstarrten. „Bringt die beiden Krieger in einer warmen Hütte unter, wir wollen doch nicht, dass sie noch vor Erschöpfung umfallen“, hob der Mann mit einer festen Stimme an. Dankbar sahen die Trainer ihn an. Ein paar Krieger brachten sie zur einer großen Holzhütte, die die von Siba sehr ähnelte. „Hier könnt ihr schlafen. Bis morgen“, meinte einer der Krieger knapp und verschwand mit seinem Partner. „Echt gemütlich hier“, sagte Marco. Leon brauchte immer noch etwas, um sich von der wilden Fahrt zu erholen. „Verfluchte Eisrutsche. Nie wieder werde ich sie benutzen“, meinte Leon entschlossen. „Sag niemals nie“, erwiderte Marco lachend und legte sich schlafen. Auch Leon zog sich seinen Pyjama, den er im Rucksack verstaute, an und begab sich ebenfalls zu seinem gemütlichen Bett.

Am nächsten Morgen wurden Leon und Marco von einem Krieger eskortiert. Sie sollten mit dem alten Herrn von gestern Abend nochmals in Kontakt treten. Der Krieger führte sie eine lange Strecke durch das Dorf. Der Ort ähnelte stark der sogenannten Vorhut des Dorfes. Hier waren allerdings die Straßen viel breiter und die Häuser standen sich nicht so nahe. Die Holzhäuser waren alle gleich groß und übertrafen die in der Vorhut bei weitem. Da die beiden recht früh aufgestanden waren, trieben sich nicht viele Bewohner auf den Straßen. Ein ruhiger Morgen. Kein Schneien, kein Heulen des Windes und auch die Temperatur war angenehm erfrischend. Hin und wieder trafen sie auf eine Gruppe Holaska-Krieger. Ihr persönlicher Begleiter erklärte ihnen, dass diese Männer jeden Morgen, Mittag, Abend und Nacht patrouillierten. Sie sorgten für Recht und Ordnung in Holaska. Leon erinnerte sich an seine gestrige Rutschpartie. Er sah den schönen Ausblick auf das Dorf, als er sich mitten in der Luft befand. Zwar war es nur von kurzer Dauer, aber dennoch war es für Leon wieder einmal ein unglaubliches Erlebnis. Die Häuser in Holaska waren ungleichmäßig auf der Schneelandschaft verteilt. Die meisten Holzhütten befanden sich im Westen und Osten. Holaska selbst erstreckte sich über das gesamte Gebiet. Würde man weiter nach Norden ziehen, so würde man auf das Meer stoßen. Bis dorthin standen auch ein paar Hütten und einige Menschen lebten dort friedlich.

Der Krieger führte sie zu einer Luxus-Hütte und entließ die beiden Trainer schließlich. Leon und Marco besaßen die Erlaubnis, einzutreten. Anders als bei Siba, war es hier recht kühl und nicht annähernd so gemütlich wie bei dem Häuptling. Der Raum selber war merkwürdig konstruiert. Die Zimmer hatten keine Türen oder Vorhänge. Ein merkwürdiges Zimmer stand einfach mitten im Raum. Das kleine Zimmer sah wie ein Würfel aus und besaß an jeder Wand vier Eingänge, ohne Türen. „Das ist recht seltsam“, flüsterte Leon. Marco nickte. Mit einem mulmigen Gefühl gingen sie gerade aus. Sie weichten dabei dem Würfelzimmer aus. Doch ihre Neugier war zu stark. Hastig riskierten sie einen raschen Blick in das komische Zimmer. „Was?!“, schrie Leon plötzlich. „Oh, guten Morgen ihr zwei“, begrüßte der alte Mann, der auf einer Bodenmatte meditierte. „Kommt rein“, lud er freundlich ein. „Das wird immer merkwürdiger hier“, flüsterte Marco und die Freunde betraten das Zimmer. Außer ein paar Duftkerzen, der Bodenmatte und die drei Personen, befand sich im Würfelzimmer rein gar nichts. „Setzt euch“, befahl der alte Herr. Gehorsam befolgten sie seinem Befehl. Der Boden fühlte sich frostig an. Mir friert noch der Arsch ab. „Grüßt euch erneut, Holaska-Krieger“, begann der Mann.

„Guten Morgen“, sagten die Freunde gleichzeitig. „Darf ich mich euch vorstellen? Ich bin der Dorfälteste. Sicherlich habt ihr das schon erraten. Ich bin ziemlich sicher, dass euch Siba hierhergeschickt haben muss. Was führt euch zu uns?“, fragte der Dorfälteste. „Wir wollen als Trainer stärker werden. Deswegen möchten wir hier in Holaska trainieren!“, sagte Leon mit fester Stimme. Gerade als er seinen Satz zu ende gesprochen hatte, ertönte ein kurzes, aber lautes Piepen. Auf der Stelle reagierte Leon und blickte neugierig auf seinen Poketech. Eine Nachricht war angekommen. Auch Marco schaute auf seinen Poketech. Leon öffnete die Nachricht und las dann laut vor. „Achtung Trainer! Es ist wieder einmal soweit! Die alljährlichen Auswahlkämpfe für die Pokemon-Liga stehen vor der Tür! In genau drei Monaten werden sie in Empire City stattfinden! Lasset euch nicht diese Chance entgehen! Teilnahmebedingung ist: ab Rang 50! Weiter Information findet ihr in Empire City! Guten Erfolg Trainer!“, endete Leon. Stille trat im Raum ein. „Die Pokemon-Liga!“, rief Leon voller Begeisterung. Endlich war es soweit. Schon bald würde er seinen Traum erfüllen. „Leon, reg dich ab. Du hast doch selbst die Forderung gelesen. Rang 50. Ich weiß nicht wie es bei dir steht, aber ich bin auf Platz 430“, erinnerte Marco ihn an die bittere Wahrheit. „Ich weiß, ich weiß. Aber trotzdem! Wir werden es schaffen, Marco! Ganze drei Monate bleiben uns noch. Fangen wir sofort mit dem Training an!“, jaulte Leon voller Motivation. Marco seufzte nur und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Man Leon, du bist der einziger der bei hoffnungslosen Fällen motiviert bleibt. Ganz ehrlich, wie sollen wir von mal angenommen 430 auf 50 aufsteigen? Du bist schon verrück“, meinte Marco lachend. „Wir werden sehen, Marco“, sagte Leon angeberisch.

„Dann ist es wohl entschieden!“, schaltete sich der Dorfälteste wieder ein. Die Freunde sahen ihn fragend an. „Am besten fängt ihr gleich an zu trainieren. Kommt mit!“, brummte der Mann und sprang plötzlich auf. Augenblicklich verließ er das Zimmer. Hastig folgten ihn Leon und Marco. „Der alte Knacker kann ganz schön schnell laufen“, erwiderte Leon neckend. „Und gut hören auch!“, rief der Dorfälteste am Ausgang seiner Hütte. Ups, das ist jetzt peinlich. Der Älteste führte sie mit unglaublicher Laufgeschwindigkeit zum bekannten Trainingsplatz von Holaska. Er befand sich Nordwestlich vom Hause aus. Nach guten zwei Stunden Rennen, erreichten sie den Platz. Außer Puste setzten sie die beiden hin. „Was ist los, ist der alte Knacker etwa zu fit für euch?“, neckte der Älteste. Sofort sprang Leon auf. „Kein Problem für uns!“, erwiderte der Trainer. Der Trainingsplatz war zwar vom Schnee bedeckt, doch das störte niemanden. „Eure erste Lektion wird sein, dass ihr und eure Pokemon eure Initiative stark verbessern sollt. Ihr selber wisst ja bereits schon, wie anstrengend es ist, im tiefen Schnee sich schnell zu bewegen. Hier werdet ihr jeden Tag zwanzig Runden um den gesamten Platz mit voller Geschwindigkeit rennen. Los fangt an!“, befahl der Dorfälteste. Nach einer kurzen Pause riefen Leon und Marco ihre Pokemon.
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„Der Platz ist ja größer als ein Fußballfeld. Das wird anstrengend werden“, meinte Marco. „Es gibt keine Abkürzung zur Pokemon-Liga!“, schrie Leon und rannte los, gefolgt von seinem Team. Marco seufzte tief und fing ebenfalls an zu rennen. Zwanzig Runden werden ein Kinderspiel! Nach zehn Minuten war Leon komplett aus der Puste. Keuchend blieb er stehen. Lanturn, welches sich am schwersten tan, war schon vor fünf Minuten eingegangen. Lohgock hingegen konnte problemlos sprinten. Zorua fehlte es ebenfalls an Kraft und Ausdauer und brauchte auch eine Pause. Schon bald überholte Lucario Leons Team, gefolgt von dem motivierten Pikachu. Auch Marco lief problemlos an Leon vorbei. „Habt ihr das gesehen?! Sie werden uns besiegen! Los, aufholen! Das schaffen wir Leute!“, motivierte Leon seine Pokemon. Erneut liefen sie mit ganzer Kraft weiter. Der Schnee war wirklich tief an manchen Stellen, doch weder Leon, Zorua noch Lanturn gaben auf. Nach weiteren fünfundzwanzig Minuten schafften sie mit großer Mühe die erste Runde. Verflucht ist das anstrengend! Noch neunzehn Runden! Oh Arceus, erlöse mich bitte von meinem Leid. Obwohl Leon komplett fertig war, lief er blindlings weiter. Es gibt keine Abkürzung zur Pokemon-Liga! Es dauerte den ganzen Tag, bis alle die zwanzig Runden schafften. Der Dorfälteste hatte ihnen dabei die ganze Zeit beobachtet. „Das war für euer erstes Mal nicht schlecht, aber verglichen mit den anderen, die hier schon einmal trainierten, war das hier eine absolute Katastrophe!“, die letzten Worte sprach er langsam, aber kräftig aus. „Nicht. Gerade. Aufbauend“, keuchte Leon. „Ohohoh“, lachte der Älteste. „Das wird schon, keine Sorge. Nun lasst uns heimkehren. Morgen um sieben Uhr treffen wir uns wieder, den Weg kennt ihr ja jetzt. Adieu“, verabschiedete sich der Dorfälteste. Die Sonne ging gerade unter, als Leon und Marco ihre Pokemon zurückholten. „Wettrennen, wer als erstes bei der Hütte ist?“, forderte Marco ihn heraus. „Na klar! 3, 2, 1!!“, rief er und die beiden rannten los...


Danke für dein Feedback. Freut mich wahnsinnig, dass dir meine Geschichte gefällt. Ja der Anfang ist nicht das beste :tja:
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel
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Re: Auf in die Welt

#1291942 von Donnerkralle
31.07.2017, 20:56
Kapitel 28: Der Weg zur Liga!
Draußen tobte ein wilder Sturm. Regentropfen prasselten heftig zu Boden. Donnergeheul ließ den Boden erzittern. Blitze zuckten am schwarzen Himmel. Kalte Winde fegten über die Landschaft. Als erneut der Donner den Himmel zerriss, wachte Leon schweißgetrunken auf. Die Hütte, indem Leon und Marco übernachteten, wackelte wild umher. Mit halbgeschlossenen Augen schaute er auf seinen Poketech, welcher aufgrund des Bebens am Boden lag. Langsam hob er ihn auf und las die Uhrzeit. Es ist schon 6 Uhr 40. Ich sollte besser Marco wecken. Heute um sieben ist ja schon Trainingsbeginn. Aber das Unwetter bereitet mir große Sorgen. Ob der alte Mann auf uns schon wartet? Hastig verließ der Trainer sein Bett, zog sich seine Klamotten an und begab sich schließlich zu seinem besten Freund. „Aufstehen, Relaxo“, stupste Leon seinen Freund freundlich an. „Ich komm ja schon“, murmelte Marco schlafgetrunken. Jedoch rührte sich der blonde Trainer nicht mehr. Leon verlor die Geduld. Blitzartig zog er die Decke weg und Marco plumpste mit einem lauten Dumpfen zu Boden. „Hey! Ich habe doch gesagt, dass ich komme!“, fuhr Marco ihn an. „Hast du unser Training schon vergessen?! Du weißt doch, dass in drei Monaten das Auswahl-Turnier für die Liga ist und wir uns geschworen haben, hart an uns zu arbeiten, damit wir uns qualifizieren können. Es sei denn, du möchtest gar nicht zur Liga, dann kannst du weiterschlafen. Ich geh jetzt zum Trainingsplatz, koste es was es wolle!“, jaulte Leon. Eilig zog er sich den dicken Wintermantel an, den er genauso wie Marco, geschenkt bekommen hatte. Leon holte tief Luft und öffnete die Tür. Wie erwartet strömte eiskalte Luft herein, doch Leon zwang sich, weiterzugehen. Währenddessen zog sich Marco ebenfalls an. Hastig schloss er die Tür und gesellte sich zu Leon.

„Oh, bist du also doch motiviert genug“, erwiderte Leon barsch. „Jaja, man Leon, heute bist genauso nervig wie dieses Wetter!“, konterte Marco leicht genervt. „Tut mir leid, das Wetter nervt mich. Und auch die Wahrheit, dass es eigentlich sehr unwahrscheinlich ist, Rang 50 zu erreichen“, sagte der Trainer verbittert. Marco antwortete nicht. Leon blickte auf sein Poketech. „Verdammt, in fünf Minuten müssen wir dort sein!“, drängte Leon. Marco sah ihn an. „Das bedeutet wohl, dass wir laufen müssen, richtig?“, erwähnte der blonde Trainer. Leon hörte auf zu gehen. „Richtig. Und der letzte von uns muss Strafrunden laufen. Also, tschau!“, antwortete Leon und machte sich aus dem Staub. „Hey! Warte doch!“, rief Marco hinterher und begann auch zu rennen. Leon legte ein scharfes Tempo vor, doch Marco bewegte sich viel besser im Schnee und holte ihn langsam ein. Wie macht er das nur? Nun liefen sie Seite an Seite. Keiner gab nach, aber niemand konnte die Führung übernehmen. Der Regen machte das Rennen zu einer anstrengenden Partie und die Sicht wurde auch stark beeinträchtigt. Vor allem für Leon war es schwer, vor ihm etwas zu erkennen. Mit den dicken Mänteln lief es sich schwerer als ohne, dafür erfroren sie nicht. Plötzlich entfernte sich Marco von ihm. Der blonde Trainer lief nun abgezwickt nach links. Gibt er auf? Überlässt er mir den Sieg? Man Marco, manchmal bist du zu freundlich! Leon ignorierte den unerwarteten Zug von seinem Freund und raste weiterhin. Doch plötzlich spürte er keinen Boden unter den Füßen. Sein Herz machten einen riesigen Satz nach vorne. Ich falle! Leon stürzte einen ungefährlichen Abhang hinunter. Er fiel zu Boden und rollte weiter hinunter. Dreckiger Schnee vermischte sich mit Leons dicken Wintermantel und schon bald war er eine riesige, schlammige Schneekugel, die den Abhang hinunter raste. Unkontrolliert drehte sich die Kugel weiter. Um Leon drehte sich gerade die Welt. Bis auf seinen Kopf war sein Körper komplett in Schnee umhüllt.

Kurz bevor Leon dachte, er würde ohnmächtig werden, hob die Kugel ein gutes Stück ab und landete unsanft zu Boden. Die Schneemasse zerfiel sofort. Langsam kroch Leon heraus. Er war total durchnässt und mit Schlamm überdeckt. Er spuckte gerade Schnee und Schlamm aus seinem Mund. Auf einmal spürte er, wie jemand ihn aufhob. Irritiert blickte Leon drein. Der Dorfälteste half ihn beim Aufstehen. „Tolles Spektakel“, sagte er ungerührt. Neben ihm stand Marco da und lachte sich schief. „Tja Leon, deine Extrarunden warten schon auf dich“, sagte er grinsend. Leon zog sich seinen Mantel aus. So langsam kam er wieder zur Sinne. „Ältester, sollen wir das Training verschieben? Das Wetter ist nicht gerade optimal-“, er wurde vom Ältesten unterbrochen. „Das Wetter ist mehr als nur optimal! Der Regen und die starken Winde erhöhen den Schwierigkeitsgrad. Das wird euch abhärten. Euere Körper haben sich ja schon an der normalen Kälte gewöhnt. Und heute werden sie noch robuster. Das gleiche gilt für eure Pokemon. Ignoriert einfach die Blitze und den Donner, und ihr werdet eine Menge Spaß haben. Los, zwanzig Runden, wenn ich bitten darf. Und ach ja Leon, du wirst heute sogar dreißig laufen, dank Marco. Schätze dies sehr“, erklärte der Dorfälteste. Die Trainer holten ihre Pokemon heraus. Dieses Mal war Lanturn Feuer und Flamme, Lohgock hingegen gefiel das Wetter überhaupt nicht. „Hört zu Leute, da müssen wir durch, nicht wahr Lohgock?“, sagte Leon motivierend. Seine Pokemon jaulten zustimmend und fingen an zu laufen. Leon tat ihnen das nach. Marco sauste ebenfalls mit seinem Team.

Nach fünf Runden zerteilte sich die Gruppe automatisch. Jeder lief sein eigenes Tempo. Momentaner Spitzenreiter war Lucario, doch Lanturn war ihm dicht auf den Fersen, gefolgt von Lohgock. Leon, Zorua und Pikachu liefen gemeinsam hinter Marco, der ein gutes Stück vor ihnen lief. Es regnete immer noch. Hin und wieder rutschte Leon auf dem glatten Boden aus. Gerade hatte er die zwanzigste Runde beendet. Er kam als letzter an, weil er Kraft für die Extrarunden gespart hatte. Während Marco und die Pokemon sich alle ausrasteten, rannte Leon müde weiter. Seine Beine fühlten sich ungeheuerlich schwer an. Es fiel ihm nicht leicht, die Füße zu heben. Der Schmerz und die Erschöpfung zerrten sehr an seiner Willenskraft. Schon bald würde er umkippen. Noch acht Runden. Dann habe ich es geschafft! Weiter geht’s! Blitzartig schoss Leon davon. Er spürte neue Kraft in sich. Pah, die Liga werde ich sowas von gewinnen! Ich werde der neue Champion!

„Los Leon, du schaffst das locker!“, feuerte Marco ihn an, als er gerade die neunte Runde überstand. Die Pokemon brüllten ebenfalls motivierend mit. Gestärkt durch seine Freunde rannte er schneller als je zuvor. Dieses Mal gelang es ihm, sich besser zu Bewegen. Auch sein Körper gewöhnte sich an die Strapazen. Problemlos schaffte er schon die Hälfte der großen Runde. Der Regen nieselte. Die Sonne ging im grauen Himmel auf und lies endlich Licht in die Welt blicken. Ein hübscher Regenbogen entstand dabei. Leon staunte. Dies spornte ihn noch mehr an. Nun setzte er alles auf eine Karte und vollführte einen Wahnsinns Sprint. Leon machte gewaltige Sätze. Als würde ihm der Schnee nichts ausmachen. Schlussendlich erreichte er das Ende der Runde. Keuchend fiel er zu Boden. „Steh lieber auf, ansonsten wirst du dich verkühlen“, meinte Marco leicht besorgt. „Haha Marco, der war gut. Der Schnee macht mir nichts aus. Außerdem habe ich mich, seit wir das erste Mal die Umgebung betreten haben, kein einziges Mal erkältet. Also gibt es kein Grund zur Sorge, mir geht es soweit gut“, antwortete Leon nuschelnd. Trotzdem stand er wieder auf. „Du siehst schlimmer als ein Deponitox aus, mein Guter“, erwähnte der Älteste und zeigte mit seinem Stock auf Leon. „Jaja, ich muss mich umziehen“, antwortete der Trainer. „Ihr solltet duschen, und das ist kein Vorschlag, sondern ein Befehl. Ihr beide stinkt bis zum Himmel wie ein Skunkapuh!“, forderte der Dorfälteste auf. „Sag, Ältester, dürfen wir deinen Namen erfahren?“, fragte Marco plötzlich. „Ältester genügt vollkommen“, sagte der alte Mann. „Und noch etwas, wir treffen uns heute Abend, wenn die Sonne untergeht, bei meinem bescheidenen Hause“, sprach der Dorfälteste und machte sich auf die Heimreise.

Leon genoss das warme Wasser, welches abwärts von seinem Körper hinunterfloss. Die Dusche tat ihm Gutes. Erstaunlich, dass es warmes Wasser gibt, beziehungsweise überhaupt eine Dusche hier steht. Nachdem Leon fertig mit dem angenehmen Duschen war, drehte er das Wasser ab, zog sich einen gemütlichen und dicken, weißblauen Duschmantel an und ging in das Wohnzimmer, wo Marco bereits ihn erwartete. „Diese Bademäntel sind richtig bequem“, meinte Marco, der auf sein Bett saß. Leon nickte zustimmend. Es war gerade Nachmittag, doch die Sonne wurde erneut von den Wolken bedeckt. Somit wirkte Holaska düster. Der Regen hörte vor einer Stunde auf. Leon ging auf sein frischgemachtes Bett zu und legte sich darauf. Entspannt holte er tief Luft. „Unsere Kleider werden gerade von Holga gewaschen, unsere Nachbarin“, erwähnte Marco. „Sie hat auch die Betten gemacht, richtig?“, erkundigte sich Leon. „Genau, auch die Mäntel hat sie uns gestrickt. Sie ist unglaublich freundlich und hilfsbereit. Wir können auch bei ihr wieder Essen gehen. Ich habe sowieso Hunger. Am besten besuchen wir sie, bevor wir zum Ältesten gehen“, meinte Marco zufrieden. „Ja das klingt fantastisch“, gab Leon zurück.

„Sag mal, Leon, was denkst du über Team Alpha? Werden sie in Empire City auftauchen und das Turnier sabotieren, oder gleich einen Anschlag verüben?! Ist ja nicht so unwahrscheinlich. Dieser Mistkerl Omega wird sicherlich schon Wind von dem Auswahlkämpfen bekommen haben“, hob Marco plötzlich an. „Du hast Recht. Es könnte durch aus sein, dass sie sich blicken lassen. Aber werden sie wirklich Empire City, die Hauptstadt von Unorga tatsächlich zerstören? Ich meine, nach der ganzen Spagonia-Tragödie werden nun fast alle Team Alpha kennen. Die Polizei wird bestimmt eingreifen. Und auch der Champ und die Top Vier werden dort sein. Ist es wirklich so klug, die stärksten Trainer von der Region herauszufordern? Omega wird wahrscheinlich schon erkannt haben, dass es nicht ganz ungefährlich ist, sich dort als Verbrecher blicken zu lassen. Ihr Schiff ist ja riesig und auffällig. Sicherlich wird eine Luftwache den Himmel über Empire City bewachen, wäre ja gelacht wenn nicht“, meinte Leon ernsthaft. „Da gebe ich dir Recht, Leon, aber denk dran, nur wir beide kennen noch das Gesicht von Omega, der Rest der Leute, auch die Polizei, wissen fast nichts über ihn. Wahrscheinlich nicht einmal seinen Namen“, erwiderte Marco nachdenklich. „Ich frage mich, ob Indra noch bei ihnen ist. Vielleicht wird er ebenfalls am Turnier teilnehmen. Das war immerhin sein Ziel, bevor er Team Alpha beigetreten ist, zumindest glaube ich das“, erzählte der schwarzhaarige Trainer.

„Ob es den Dorfältesten von Mazuri gut geht? Er wurde ja von ihnen entführt, wegen wichtiger Informationen zu legendären Pokemon“, erwähnte Leon auf einmal. „Oh man, Mazuri, da kommen schlechte Erinnerungen wieder hoch. Ach, ich vermisse Theo zutiefst“, gab Marco zu. „Ja, ich auch. Er war ein toller Mensch und guter Trainer. Dieses schreckliche Unwetter und dann die wilden Geowaz, dass alles war einfach schrecklich. Wir beide sind auch noch gerade mal davongekommen. Der Blitz hätte uns auch treffen können“, meinte Leon trüb. „Ich glaube, ich habe es dir schon einmal erzählt, aber ich sage es nochmal: Das Unwetter mit den heftigen Blitzen kann und war auch kein Zufall. Da hatte Team Alpha seine dreckigen Finger im Spiel. Als dein Lohgock uns trug, während er Die Wilde Route zurücksprang, sah ich das schwarze Schiff über Mazuri fliegen. Sie müssten das Wetter manipuliert haben“, erzählte Marco mit ernster Miene. „D-dann hat also Team Alpha Theo auf den Gewissen?“, sprach Leon mit kalter Stimme. „Ich fürchte ja“, flüsterte Marco betrübt. Zorn blitzte in den blauen Augen von Leon. „Diese Mistkerle. Töten einfach weiter. Als ob Spagonia nicht schon schlimm genug war, gingen sie jetzt noch auf kleine Dörfer los? Was stimmt den nicht mit denen?!“, brüllte der Trainer wütend.

Langsam beruhigte sich Leon wieder. „Ich werde Team Alpha auslöschen! Das schwöre ich! Dafür muss ich viel stärker werden! Los Marco, lass uns jeden Tag hart trainieren! Tun wir das für Theo und all den anderen, die durch Team Alpha leiden mussten! Tun wir es!“, jaulte Leon entschlossen. Marco nickte beeindruckt. „Komm, gehen wir erstmal zu Holga essen und dann besuchen wir den Dorfältesten. In Ordnung?“, fragte Leon. „Klingt gut. Ziehen wir uns an und gehen dann“, sagte Marco und blickte hungrig drein. Wie erwartet, wurden sie freundlich von Holga aufgenommen und bestmöglich bekocht. "Ich bringe euch eure Kleider gleich morgen in der Früh", versprach Holga. Sie bedankten sich bei ihr und machten sich auf dem Weg zu dem Ältesten. Gerade ging auch die Sonne unter. Erneut betraten sie das merkwürdige Haus. „Ich komme mit diesem Gebäude einfach nicht klar“, meinte Marco. „Gehen wir einfach weiter“, antwortete sein Freund knapp. Die Trainer betraten wieder das Würfelzimmer. Das gleiche Bild wie beim letzten Male. Ein alter, meditierender Mann und ansonsten ein leer stehender Raum voller Duftkerzen. „Willkommen, es gibt viel zu bereden“, fing der Älteste an. „Dann schieß mal los“, entgegnete Leon leicht neugierig.

„Ich werde morgen nicht beim Training erscheinen-“, Marco unterbrach ihn auf der Stelle. „Wieso? Warum denn nicht?“, durchlöcherte der blonde Trainer den alten Mann mit den Fragen. „Lass ihn doch einfach aussprechen“, knurrte Leon leicht genervt. „Oh, tut mir leid“, entschuldigte sich Marco und kratzte sich am Kopf. Der Dorfälteste holte tief Luft. „Ich werde kurzzeitig Holaska verlassen und zur Vorhut zurückgehen. Ich möchte mich gerne mit dem Häuptling Siba unterhalten. Er könnte euch eine großartige Stütze in eurem Trainingsprogramm sein. Siba ist sozusagen der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte der alte Mann. „Inwiefern?“, wollte Leon wissen, seine Neugier wuchs stark. „Vielleicht wisst ihr es noch nicht, aber Siba war einmal einer der besten Trainer von Unorga. Damals vor ungefähr einem Jahr, befand er sich auf dem sagenhaften Rang 12“, erzählte der Älteste. „Rang 12?! Das ist unglaublich!“, riefen Leon und Marco erstaunt. „Richtig. Holaska war stolz auf ihn. Dabei wurde er damals erst vor kurzem zum Krieger ernannt und trotzdem war er schon stärker als der vorherige Häuptling. Sein Spitzenteam besiegte jedes andere Team. Er sammelte schnell Punkte für den Rangaufstieg bis schließlich das Auswahlturnier stattfand. Natürlich auch in Empire City. Doch leider herrschte in der Zeit großer Hungersnot in Holaska. Anstatt zur Hauptstadt zu marschieren, blieb Siba bei uns und half uns wo er konnte. Er jagte die wilden Pokemon, sammelte alles was essbar war, selbst bei den gefährlichsten Stürmen, Tag und Nacht war er auf Nahrungssuche. Nie selber gönnte er sich etwas. Schlussendlich war die Not trotz der ganzen Bemühungen, größer geworden. In dieser Zeit wurden wir auch von vielen Räubern und Verbrechern heimgesucht. Das erschwerte unser Leben ebenfalls. Doch Siba vertrieb die Eindringlinge mit seinem Team. Er war einfach unglaublich. Ein Wunderkind!“, schwärmte der Dorfälteste.

Leon und Marco lauschten angespannt mit. „Bitte erzähl mehr davon. Was ist danach geschehen?“, flehte Leon den Ältesten an. „Ja bitte, ich will es auch wissen“, meinte Marco neugierig. „Also schön. Nachdem wir alle Nichtgehörigen vertrieben haben, hatte Siba eine geniale Idee. Da unsere Vorräte immer noch knapp waren, meinte er, dass das Dorf sich aufteilen müsste. Alle schwachen Menschen, arme Familien und körperlich sowohl geistlich behinderte Menschen, sollten in Holaska bleiben. Die starken sollen mit ihn mitgehen, weiter nach Süden. Dort wollte Siba ein neues Lager errichten. Die heutige Vorhut. Er gründete die Vorhut und allmählich wurde die Situation immer besser. Da fast mehr als die Hälfte zur Vorhut gewandert war, blieb mehr Nahrung für die anderen. Somit rettete Siba das gesamte Dorf. In der Vorhut begann er dann, die Bewohner dort auszubilden, um sich vor Feinden zu schützen. Und auch dort hatte Siba seinen nächsten Geistesblitz. Ihr kennt doch bestimmt den Wegweiser vor dem Nord-Tor in Spagonia? Dort wo geschrieben steht, dass man den Kühlweg entlanggehen muss, um nach Holaska zu gelangen. Und natürlich auch die 422 Kilometer. Dieses Schild stammt ebenfalls von Siba. Er hat euch bestimmt schon von seiner Strategie erzählt. Und seither ist er der Häuptling von Holaska und der Vorhut. Ich bedaure es immer noch sehr, dass Siba damals nicht seine Chance, Champ zu werden, nicht nutzen konnte. Wäre ich nur damals ein besserer Dorfältester gewesen, hätte ich das Dorf besser geführt, so könnte Siba schon längst der neue Champ sein. Doch leider war es dem nicht so. Das Dorf und ich schulden ihm zu viel. Versteht ihr? Siba ist ein großartiger Mensch. Er hatte viel Talent, welches er für sein Dorf einsetzte ...“, erzählte der Dorfälteste mit ruhiger Stimme. Eine Träne floss aus seinem rechten Auge, als er zurück in die Vergangenheit blickte.

„Verstehe, darum ist Siba so beliebt“, flüsterte Leon. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie schlimm diese Hungersnot damals war, und auch will ich mir nicht vorstellen, wie sich Siba damals gefühlt haben muss. Sein Herz war hin- und hergerissen zwischen seinem Traum, Champ zu werden, und das Dorf zu beschützen und retten. Eine schwierige Entscheidung“, meinte Marco ernstvoll. Der Älteste sah zu ihm auf. „Du hast Recht, du hast es erfasst“, flüsterte der alte Mann deprimierend. „Auf jeden Fall werde ich jetzt zu ihm gehen. Bis dahin habt ihr schön brav weiter trainiert. Jeden Tag zwanzig Runden. Und macht am besten vorher wieder ein Wettrennen von eurer Hütte bis zum Trainingsplatz. Lasst den Verlierer und seine Pokemon wieder zehn Extrarunden laufen“, forderte der Mann auf. Er lächelte wieder. Die Stimmung kam langsam zurück. „Wird gemacht!“, riefen die Trainer gleichzeitig. „Es wird eine gute Weile dauern, bis ich zurück mit dem Häuptling komme, da der Weg zur Vorhut keine tolle Eisrutsche beinhaltet“, meinte der Älteste und fing an zu lachen. Leon und Marco seufzten. Die beiden Freunde verabschiedeten sich von dem alten Mann und versprachen ihm, dass sie weiter trainieren würden. „Gehen wir zur Hütte zurück. Morgen können wir dann bei Holga frühstücken“, schlug Marco vor. „Genau das wollte ich jetzt hören“, gab Leon zurück und die beiden fingen an zu lachen...
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Re: Auf in die Welt

#1292307 von Donnerkralle
06.08.2017, 22:28
Kapitel 29: Große Hürde
Geschafft! Die dreißigste Runde wieder einmal überstanden! Leon erreichte gerade das Ende der letzten Runde. Hinter ihm kam Marco angerannt. „Das wars dann“, keuchte Marco. Leon nickte. Es war Mittag. Die Sonne schien hoch am Himmel und erwärmte den schönen Tag. Der Schnee glitzerte beim Anblick der Sonne. Leon und Marco trainierten Tag für Tag, seit der Dorfälteste zur Vorhut marschiert war. Ein Monat verging wie in Fluge und die beiden Trainer hatten sich gut weiterentwickelt. Sie und ihre Pokemon sammelten wichtige Erfahrungen während der Trainingszeit. Leon und sein Freund beschlossten, als der Älteste aufbrach, neben den Runden auch Kampftraining durchzuführen. Die Pokemon bekämpften sie freundschaftlich, aber auch mit einem gewissen Ehrgeiz gingen sie in das Gefecht. Zorua entwickelte sich dabei zu Zoruark. Leon war überaus stolz und glücklich über dieses Ereignis. Auch Zoruark freute sich sehr. „Glaubst du, der Älteste kommt noch? Heute beginnt ja ein neuer Monat. Und uns bleiben nur noch zwei bis zum Turnier. Deshalb möchte gerne nach Empire City wandern, um meinen Rang nach oben zu katapultieren“, meinte Leon nachdenklich. „Ja, ich verstehe dich. Trotzdem sollten wir uns wenigstens von ihnen Verabschieden. Auch von Holga“, erinnerte Marco. Leon nickte. „Einverstanden. Dann war das heute unser letztes Training. Gehen wir am besten sofort zu Holga“, drängte Leon und marschierte los. Marco seufzte und begab sich zu seinem Freund. Doch mitten auf dem Weg trafen sie den Dorfältesten.

„Uh? Ältester?“, stotterte Leon. „Hallo ihr zwei, lange nicht gesehen, nicht wahr?“, grüßte der Älteste. „Leon und Marco. Ihr seht stärker aus“, begrüßte eine bekannte Stimme. Ein großer, stämmiger Mann trat hervor. „Häuptling Siba!“, grüßte Marco erfreut. „Ihr wolltet doch nicht einfach abhauen, ohne euch zu verabschieden?“, hob Siba an. Die Freunde schüttelten den Kopf. „Gut. Aber bevor ihr geht, möchte ich euch prüfen“, meinte Siba ernstvoll. Woher will er wissen, dass wir von hier gehen wollen? „Inwiefern?“, wollte Marco wissen. „Mit einem Pokemon Kampf natürlich!“, brummte Siba. Es dauerte nicht lange und schon standen alle vier wieder am Trainingsplatz. „Hört zu, bevor ihr mich nicht besiegen könnt, habt ihr in der Liga nichts verloren!“, rief Siba. Leon blickte den Häuptling herausfordern an. „Die Regeln dieses Kampfes sind ganz klar und deutlich. Ihr zwei werdet gegen mein Pokemon antreten. Wenn ihr es besiegt, dürft ihr zur Liga gehen, aber solltet ihr scheitern, so bleibt ihr die restlichen zwei Monate hier, bis das Auswahlturnier vorüber ist!“, erklärte Siba mit fester Stimme und holte sein Pokemon heraus. „Los, Siberio!“, schrie der Häuptling und das Eisbären-Pokemon trat in Erscheinung. Leon erstarrte. Mit weit aufgeschreckten Augen starrte er das Pokemon an. „S-sibero? Ist d-das etwa dieses Siberio ...“, flüsterte Leon. „Wir zwei sollen dein Siberio besiegen?“, schaltete sich Marco ein. „Richtig, dabei dürft ihr euer ganzes Team benutzen“, erklärte Siba.

„Ein Momentmal!“, rief Marco, „Was springt dabei für uns raus?“ „Viele Gewinnpunkte“, antwortete der Häuptling knapp. Leon sah auf. Er erholte sich langsam von seinem Schock. „Los, Lohgock!“, schrie Leon und holte sein Pokemon heraus. „Lucario, hilf ihm!“, brüllte Marco entschlossen. Lohgock und Lucario blickten Siberio hasserfüllt an. Auch sie vergaßen nicht, was an jenem Tag geschah. Siberio brüllte lautstark und ging in Kampfposition. Aus Lohgocks Armen schossen heiße Flammen hervor. Spannung lag in der Luft. Lohgock konnte sich kaum zurückhalten, am liebsten würde er Siberio den Kopf abschlagen. Leon spürte den Zorn von seinem Partner. „Lohgock, greif an mit Feuerfeger!“, jaulte Leon zornig. Schneller als beim letztem Male schoss das Feuer Pokemon vor, dabei fingen seine kraftvollen Füße Feuer. Diese ließen den Schnee schmelzen. Siba jedoch blieb genauso wie sein Pokemon seelenruhig. Lohgock sprang in die Höhe und verpasste Siberio einen harten Hieb gegen den Schädel. Siberio jaulte überrascht auf und wurde zu Boden geschmettert. „Oh, nicht schlecht. Hätte nicht erwarte, dass es solche Kräfte schon besitzen würde“, meinte Siba überrascht. Seine hellgrünen Augen blitzten voller Kampfsucht. „Siberio, kontere mit Wasserdüse!“, befahl Siba. Auf der Stelle rappelte sich das Eis Pokemon auf und umhüllte sich in eiskaltes Wasser.

Blitzartig schoss Siberio vor und rammte Lohgock. Doch dieser hielt die Wucht stand und bewegte sich keinen Millimeter. Das Wasser löste sich auf und Lohgock hielt Siberio fest. „Jetzt Doppelkick!“, jaulte Leon. Lohgock holte zuerst mit seinem linken Knie aus und boxte es gegen den großen Bauch von Siberio. Dieser schrie vor Schmerz auf. Jetzt schubste Lohgock seinen Gegner von sich weg und verpasste ihm einen kraftvollen Tritt in die Magengrube. Durch die Wucht wurde es zu Boden gehauen. „Aurasphäre!“, befahl Marco plötzlich. Augenblicklich formte Lucario seine bekannte blaue Kugel und feuerte sie ab. Die Aurasphäre zielte auf das am Boden liegende Pokemon. Es verursachte eine kleine Explosion. Der Häuptling stand weiterhin still. Prüfend blickte er zu den beiden Freunde. Diese erwiderten seinen Blick. Entschlossen starrten sie ihn an. Als die Staubwolke sich auflöste, lag Siberio immer noch am Boden und bewegte sich kaum. Doch plötzlich wurde der Ausdruck von Siba hart. „Siberio, es wird Zeit, dass wir ernst machen! Zeig ihnen deine volle Kraft!“, befahl der Häuptling mit fester Stimme. Auf der Stelle sprang das Eis Pokemon auf und brüllte wild entschlossen. „Das war also nicht seine ganze Kraft. Nun war ja irgendwie klar, jemand der mal so einen guten Rang hatte, wird sicherlich einiges noch zu bieten haben“, flüsterte Leon. Aber dennoch! Ich werde siegen! Niemand wird sich mir in den Weg stellen! „Lohgock, zeigen wir ihn, dass unser Training nicht umsonst war!“, brüllte Leon. Lohgock kochte vor Wut. Erneut raste es auf seinen Gegner hinzu. „Flammenblitz!“, rief sein Trainer.

Heißblaues Feuer umhüllte den Körper des aggressiven Pokemon. Lohgock wurde immer schneller und schneller. Wie ein brennender Pfeil schoss er nach vorn. „Kontere mit Wasserdüse!“, befahl Siba. Auf der Stelle griff Siberio an. Doch bevor die beiden kollidierten, sprang Lucario mitten in das Geschehen. „Was machst du da?!“, rief Leon überrascht und verärgert. „Kraftwelle!“, schrie Marco selbstsicher. Das Aura Pokemon streckte seine beiden Arme nach den angreifenden Pokemon. Es fing mit seiner linken Hand Lohgock, und mit seiner rechten Hand Siberio ab. Doch ihre Wucht drängte Lucario sehr und er drohte zerquetscht zu werden. Allerdings umhüllte sich eine blaue Aura um ihn und er gewann an Kraft. Lucario strich mit seinen Händen und verpasste je einen von ihnen eine starke Kraftwelle. Er absorbierte die Angriffe und schickte sie zurück. Eine gewaltige Explosion trat zur Folge. Alle drei Pokemon wurden von der Schockwelle erfasst und davongefegt. „Marco, was sollte das?!“, fuhr Leon ihn an. „Feuer gegen Wasser, man Leon, lernst du nie aus deinen Fehlern?!“, konterte der blonde Trainer verärgert. „Was?!“, knurrte Leon verärgert. „Lohgock hätte das Kräftemessen verloren und wäre besiegt worden!“, schrie Marco. Leon stockte der Atem.

Währenddessen stand schon Siberio auf. Lucario erwischte es am härtesten und lag noch am Boden, Lohgock rappelte sich derweil mühsam auf. „Gute Idee, Marco. Du hast gerade sowohl Siberio, auch als Lohgocks Angriff pariert. Gut gemacht“, erklärte Siba. „Ich hätte es beinahe schon wieder vermasselt. Tut mir leid Marco“, entschuldigte sich Leon. „Vergiss es“, meinte Marco und sah weg. „Es wird Zeit, dies zu beenden“, meinte der Häuptling. Nervös blickte Leon zu Siba. Was hat er vor? Welcher Angriff folgt demnächst? Er macht jetzt komplett ernst. Auch Marco sah den Häuptling verunsichert an. Siba griff mit seiner rechten Hand auf sein Armband und betätigte einen gelben Kristall. Leon weitete seine Augen vor Schreck. „Ist das etwa das, was ich denke?“, flüsterte er zu Marco. „Lucario, egal was passiert, weich dem Angriff aus!“, schrie Marco mit nervöser Stimme. Eine starke Aura umhüllte Siba. „Verdammt!“, jaulte Leon verzweifelt. Doch plötzlich verblasste die Aura um den Häuptling. Verwirrt schaute Leon zu Siba. „Hahaha, ihr seid noch nicht bereit dafür. Ich kämpfe weiter ohne Z-Attacken gegen euch. Es wäre nur fair, denn immerhin besitzt ihr selber noch keine weiteren Z-Kristallen. Aber egal, los Siberio, Eiszapfhagel!“, rief Siba motiviert. „Lohgock, ausweichen!“, befahl Leon. Siberio formte einen schweren Eisklumpen und war ihn in die Höhe. Auf einmal tauchten unzählige Eiszapfen auf und schmetterten zu Boden. Lohgock und Lucario weichten den Angriffen geschickt aus. Seite an Seite rannten sie auf Siberio zu. Durch die besondere Fähigkeit von Lohgock, und auch vom harten und effektiven Training, war das Feuer Pokemon so schnell wie der Wind.

„Feuerfeger! Lichtkanone!“, riefen die beiden Trainer gemeinsam. Lohgock erreichte als erster den Gegner und verpasste ihm zwei heiße und kraftvolle Tritte gegen seinen Bauch. Siberio wollte gerade mit seinen Klauen ausholen, doch das Feuer Pokemon machte einen gewaltigen Satz nach links und wich dem Angriff komplett aus. Blitzartig schoss ein silberner Lichtstrahl vor und zielte auf das Eis Pokemon. Dieser völlig unvorbereitet, wurde hart getroffen und nach hinten geschleudert. „Beende es, Flammenblitz!“, brüllte Leon entschlossen. Flammen schossen überall von Lohgock hervor. Die heißen, blauen Flammen umarmten das Feuer Pokemon regelrecht. Der gesamte Schnee vom Trainingsplatz schmolz dadurch. Augenblicklich wurde Leon kurzzeitig von einer Aura umhüllt. „Wow, diese Kraft, woher kommt die?“, fragte er sich selbst. „Wasserdüse!“, rief Siba plötzlich. Auf der Stelle umhüllte sich Siberio in eiskaltes Wasser und flog auf Lohgock hinzu. Bevor das Feuer Pokemon reagieren konnte, befand sich Siberio schon in unmittelbarer Nähe. „Turbotempo!“, schrie Marco und beteiligte sich wieder am Kampf. Eher Siberio die Chance hatte, Lohgock zu treffen, tauchte Lucario aus dem Nichts auf und schlug auf ihn ein. Somit blockte das Aura Pokemon die Wasserdüse. Dankbar sah Leon zu seinem Freund. Jetzt konnte Lohgock den Gegner direkt angreifen. Auf der Stelle sprang es auf das Eis Pokemon. Lohgock rammte Siberio mit seinem geladenen Körper und die Flammen verteilten sich überall bis schließlich eine heftige Explosion folgte.

Als dies vorüber war, lagen Siberio und Lohgock am Boden, während Lucario kniend danebenstand. „Siberio ist besiegt“, meldete der Dorfälteste auf einmal. Lohgock stieß ein kurzes Geheul aus und stand angeschlagen wieder auf. „Lohgock, du hast es geschafft, du hast ihn besiegt!“, lobte Leon seinen Partner. „Sauber Arbeit, Lucario!“, jubelte Marco erfreut. „Hey, Marco, und auch du Lucario, danke für eure tolle Unterstützung, ohne euch wären wir baden gegangen“, meinte Leon beschämt. „Schon in Ordnung“, gab der blonde Trainer zurück. Alle drei Trainer holten ihre Pokemon zurück. „Herzlichen Glückwunsch, ihr beide habt gemeinsam mit euren Pokemon tapfer gekämpft. Ihr solltet wirklich die Liga aufmischen. Wehe keiner von euch schafft es zu den Top Vier!“, meinte Siba freundlich. Dankbar sahen sie den Häuptling an. „Ach ja, das hätte ich fast schon wieder vergessen. Eigentlich wollte ich die euch schon das letztes Mal geben, hier die Eis-Z-Kristalle, auch genannt Glacium Z“, erzählte Siba und gaben jeden von ihnen ein Z-Kristall. „Danke“, sagten die Trainer gleichzeitig. „Denkt daran, eine Z-Attacke in der Liga zu verwenden. Ihr werdet diese Stärke von Nöten haben. Aber beachtet ebenfalls, dass eure Gegner sehr wahrscheinlich auch Z-Angriffe ausführen werden. Und übt bitte vorher, bevor ihr sie beim Turnier ausprobiert. Wir wollen doch nicht, dass ihr euch zum Griffel macht. Also na dann, viel Glück auf für eure Reise!“, sprach Siba mit freundlicher Stimmlage. „Auch von mir sollt ihr alles Gute gewünscht bekommen“, sagte der Dorfälteste. „Vielen Dank!“, riefen die Freunde zur gleichen Zeit. Allmählich ging die Sonne unter und Leon und Marco machten sie auf zu ihrer Hütte.

„Ah, ich werde diese Hütte vermissen. Dieser angenehme Duft von Holz“, schwärmte Marco nostalgisch. „Kann ich verstehen. Holaska hat mir viel beigebracht. Es war richtig, hier her zu kommen. Wird wohl etwas dauern, bis wir hier wieder zurückkommen“, meinte Leon und seufzte. Marco packte gerade seine frischen Klamotten in seinen Rucksack. „Gut, gehen wir uns schnell verabschieden und brechen dann nach Spagonia auf“, schlug Marco vor. Leon nickte zufrieden und die beiden marschierten zu ihrer Nachbarin. „Aber, aber, ihr zwei seid doch viel zu jung für die Liga!“, tändelte Holga und umarmte die beiden Trainer. „Schon in Ordnung, Holga“, krächzte Marco, der vor der festen Umarmung kaum Luft bekam. Schlussendlich ließ sie los. „Ich werde euch vermissen“, sagte Holga und blickte traurig. „Wir dich auch. Danke für alles Holga, aber wir müssen unser Traum noch erfüllen. Deswegen müssen wir gehen“, erklärte Leon mit einem heruntergekommenen Blick. Holga sah sie nur liebevoll an. Sie blieben noch den ganzen Abend bei ihr und aßen und tranken viel. Letztendliche verabschiedeten sie sich von ihr und machten sich auf den Weg.

Der Dorfälteste und der Häuptling erwarteten sie vor ihrer Holzhütte. „Häuptling Siba, Dorfältester!“, grüßte Marco selbstbewusst. „Brechen wir auf“, meinte Siba und begann zu marschieren. „Bring sie sicher zur Vorhut, Siba!“, rief der Ältester hinterher. Der große Mann hob seinen Arm als Zustimmung. Der Vollmond schien über das gesamte Dorf, kein Wind wehte. Der weiße Schnee leuchtete silber und die Straßenlaternen erleuchteten die Pfade und sorgten für ein romantisches Klima. Siba führte die Gruppe abseits des Zentrums. Nur noch wenige Häuser befanden sich auf dieser Landschaft. Die Nacht schickte Wolken und verdeckte den silbrigen Mond. Leon kniff die Augen zusammen. Mist, jetz sehe ich fast gar nichts mehr. Hoffentlich verirre ich mich nicht. Sie wanderten schon eine halbe Stunde und es gab immer noch kein Anzeichen von der Kulturstadt Spagonia. Langsam stieg Zweifel in Leon auf. „Wann sind wir ungefähr da?“, fragte er plötzlich. „Bald“, antwortete Siba. Der schwarzhaarige Trainer seufzte nur. Trotzdem keimte Hoffnung in Leons Brust auf. Bald also, eh? Nun gut. Hoffentlich schaffen wir es, bevor die Sonne aufgeht. Allerdings vergingen schon mehrere Stunden und die Zweifel wuchsen ständig. Auch Marcos Blick verriet, dass er sich sorgte. Um sie herum befand sich nur noch die weiße, hügelige Landschaft. Keine Häuser, Laternen oder Berge. „Wie soll man sich nur hier auskennen?“, flüsterte Leon zu sich selber. Allmählich spürte er die Erschöpfung. Seine Beine schmerzten und die Müdigkeit übernahm hin und wieder die Oberhand. Ständig gähnte er. Auch der blonde Trainer wirkte niedergeschlagen. Ein paar Male stolperte er sogar über seine eigenen Füße. Doch auf einmal blieb der Häuptling stehen.

„Sind wir angekommen?“, fragte Marco und brach die Schweigsamkeit. „Jawohl, wir sind da“, meinte Siba hocherfreut. Leon blickte sich um. Sie waren immer noch umgeben von der Schneelandschaft. „Äh, wo genau befinden wir uns gerade?“, hob er an. „Geduldet euch ein bisschen“, entgegnete Siba. Leon kratzte sich am Kopf. Plötzlich erschien ein kleines Leuchten in der Nähe. Am Anfang dachte Leon, dass das nur pure Einbildung wäre, doch die Lichter kamen immer näher. „Da sind sie, die guten alten Irrlichter“, sagte Siba und lachte dabei. „Irrlichter?!“, riefen die Freunde gleichzeitig. Sie hatten bis jetzt nur schlechte Erfahrung mit Irrlichtern gehabt und wirkten daher recht nervös. Doch dieses Mal erschien kein Pokemon, stattdessen teilte sich das Irrlicht auf und formte einen Wegweiser Richtung Norden, ausgehend von der Blickrichtung von der Gruppe. „Hier ist Endstation für mich“, sagte der Häuptling und blickte zu den zwei Trainern. „Wisst ihr, ihr erinnert mich ein bisschen an jemanden“, meinte Siba. Leon und Marco schwiegen. „Folgt den Irrlichtern, und ihr kommt sicher zum Nord-Tor. Viel Glück und sichere Reise!“, sprach Siba mit fester Stimme. „Danke für Alles!“, rief Marco. „Ja, vielen Dank, Siba“, meinte Leon. Die Freunde verabschiedeten sich von dem Häuptling und folgten letztendlich den Irrlichtern. Doch gleichdarauf drehten sie sich nochmals um, doch Siba war schon längst verschwunden. „Holaska lassen wir endlich hinter uns“, sagte dann Leon. „Ja, dennoch, ich muss sagen, dass ich Siba nie vergessen werde“, flüsterte Marco und ging langsam weiter. Leon nickte und sah zum dunklen Himmel. Die Wolkendecke zog weiter und der Mond erhellte wieder die Nacht...
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Re: Auf in die Welt

#1292530 von Donnerkralle
10.08.2017, 22:11
Kapitel 30: Weg zur Hauptstadt
Mühsam hinkten Leon und Marco den Irrlichtern hinterher. Mehrere Stunden vergingen, als sie das letzte Mal miteinander gesprochen hatten. Die Nacht verschwand bald, es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die Sonne den Tag erleuchten würde. Leon merkte, wie die Irrlichter allmählich schwächer wurden. Wenn wir uns nicht beeilen, lösen sich die Lichter auf und wir werden nie wieder hier rauskommen. Als gerade die Morgendämmerung eintrat, sah Marco von weitem schon das Nord-Tor. „Sieh mal, Leon, endlich, das Nord-Tor. Wir sind zurück!“, jubelte der blonde Trainer mit letzter Kraft. Leon kniff die Augen zusammen und versuchte etwas zu erkennen, doch vergebens. Plötzlich rutschte der Trainer aus. „Ah! Ah, man, wieso ist der Boden auf einmal so glatt?!“, fluchte er und stand wieder auf. „Alles klar, Leon?“, fragte Marco besorgt, konnte sich aber ein Kichern nicht verkneifen. Erst jetzt bemerkte Leon, dass sie sich wieder auf dem Kühlweg befanden. Aufgrund des Klimas befand sich hier nicht mehr so viel Schnee, allerdings war der Boden zugefroren. „Sieht so aus, als hätte es selbst hier schon heftig geschneit. Schnee in Spagonia, im Sommer!“, staunte Marco. „Hey, die Irrlichter sind weg“, erwähnte Leon plötzlich. Der blonde Trainer sah auf und blickte umher. „Du hast Recht, sie sin-“, er brach ab, als etwas vor ihm erschien. Die Irrlichter taten sich zusammen und ein Frosdedje trat ihn Erscheinung. Auf der Stelle erschraken die beiden Freunde. „Dann war es doch ein Pokemon!“, brummte Leon und griff nach seinem Pokeball.

„Warte Leon, ich glaub es möchte gar nicht kämpfen“, hob Marco vorsichtig an. Langsam holte der blonde Trainer einen Premierball aus seinem Rucksack. „Diesen Ball habe ich mir für ganz seltene Pokemon aufgehoben“, flüsterte er und sah das Frosdedje tief in die Augen. Es erwiderte seinen Blick. Vorsichtig bewegte er sich zu ihr und hielt den Premierball vor ihren Augen. Frosdedje drückte freiwillig auf den Knopf und wurde in den Ball befördert. Der Premierball ruckelte ein paar Male, bis er den Laut freigab, dass das Pokemon gefangen worden sei. „Du hast es gefangen?“, staunte Leon. „Ja, und nein. Sie wollte, dass ich sie fange. Super! Ein neues Teammitglied! Bühne frei für Frosdedje!“, freute sich Marco. Leon lächelte. Gerade ging auch schon die warme Sonne auf. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das das Frosdedje war, welches wir damals bekämpft haben, als das Siberio dich verletzte“, meinte Marco ernst. „Wollte es sich etwa entschuldigen?“, hob Leon an. Marco zuckte mit den Schultern. „Naja, gehen wir doch erstmal wieder in die Stadt“, schlug Leon vor und die beiden betraten das Nord-Tor. „Noch keiner hier, nicht einmal die Empfangsdame“, flüsterte Marco. Leon schaute auf sein Poketech. „Es ist ja auch erst 4:27 Uhr“, flüsterte Leon zurück. Still passierten sie das Tor.

Eine Hitzewelle kam ihnen entgegen. „Oh man, ich habe glatt vergessen, wie es sich anfühlt, wieder Sommertemperaturen zu spüren“, meinte Marco und zog sich seinen olivgrünen Schal aus. „Lang ist es her, dass wir Spagonia betreten haben. Bis jetzt hatten wir nicht viel Glück hier“, antwortete Leon und dachte an die Ereignisse. „Schauen wir uns mal die Lage im Stadtzentrum an“, schlug Marco vor. „Einverstanden“, antwortete sein Freund. Gemeinsam marschierten sie Richtung Zentrum, bis plötzlich Leon wieder etwas einfiel. „Momentmal, Marco, erinnerst du dich daran, was Siba gesagt hat, wenn wir ihn besiegen würden“, fragte Leon. „Äh, wir bekommen viele Gewinnpunkte?“, stotterte der Trainer. Leon zog ein schelmisches Grinsen. „Richtig, schauen wir doch mal nach, auf welchen Rang wir uns befinden“, sagte er und blickte aufgeregt auf sein Poketech. Leon stockte der Atem. „Rang 130“, flüsterte er. „Ich habe Rang 115“, sagte Marco. „Unglaublich. Einfach so 300 Plätze überflogen. Wie stark war dieser Siba wirklich? Sein Rang war wahrscheinlich noch besser, als uns der Dorfälteste das erzählt hat“, staunte Leon. „Hey Leon, wir könnten es schaffen. Zwei Monate haben wir noch! Wenn wir jetzt Gas geben, schaffen wir es unter den Top 50. Es könnte klappen“, erklärte Marco aufgeregt. „Oh ja, Siba hat uns erneut den Hintern gerettet! Fahren wir auf der Stelle nach Empire City! Dort wimmelt es sicherlich von starken Trainern!“, erzählte Leon euphorisch und rannte zum Zentrum.

Leon wählte als Weg eine breite Promenade. Viele Menschen kamen an ihnen vorbei. Nach der schrecklichen Zeit herrschte endlich wieder Alltag. Der orange Boden wurde restauriert, keine einzige Narbe, die an den Anschlag erinnerte, verblieb. Die hübschen Häuser mit den bekannten orangenen Dächern standen ebenfalls wieder. Der Bürgermeister bezahlte alle Kosten, ohne auch mit der Wimper zu zucken. „Die Bauarbeiten sind wohl schon fertig“, meinte Marco und sah sich fröhlich um. „Ja, scheint so. Sieh, der Kirchturm“, sagte Leon und deutete auf das große Uhrwerk. „Du meinst den Uhrturm? Ich kann mich nicht erinnern, ob er von der Explosion getroffen wurde oder nicht. Er sieht genauso aus wie beim letzten Mal“, gestand Marco und grübelte über den Turm. „Tja, ehrlich gesagt, ich weiß es selber nicht mehr. Aber egal. Gehen wir schnell zur Stadtmitte und dann ab nach Empire City“, feuerte Leon sich selbst an. Marco seufzte. Gemütlich spazierten sie zum Zentrum der Stadt. Auf dem Weg dorthin blieb Leon bei jeder kleinen Attraktion von verschieden Artisten stehen und begutachtete sie. „Und mir sagt er, ich soll mich beeilen“, murmelte der blonde Trainer und wartete etwas abseits von der besuchten Vorstellung. Ein Clown jonglierte mit sechs Meisterbällen, dabei stand er mit seinem linken Fuß auf einen Fußball während der rechte kerzengrad nach hinten gestreckt wurde. „Unglaublich!“, staunte Leon und ließ den Clown nicht aus den Augen. Auch die anderen, vor allem Touristen sahen zu. Schnell bildete sich eine Gruppierung. Plötzlich öffnete sich ein Meisterball und ein Pantimos trat in Erscheinung. Das Pokemon pantomirte die Bewegungen seines Trainers nach. Die Zuschauer gerieten ins Lachen. Danach stieß Pantimos den Clown vom Ball. Die Meisterbälle fing er jedoch flink auf und übernahm nun die Rolle seines Trainers. Auf einmal begann Pantimos sich mit dem Ball zu bewegen. Während er jonglierte, drehte er gleichzeitig kleine Runden um ein paar Kinder. Ihre strahlenden Augen verrieten, dass ihnen die Darstellung sehr gefiel. Nachdem der Clown schlussendlich sich gemeinsam mit Pantimos verbeugte, fingen alle an zu klatschen und jubeln. Pantimos schnappte sich die Clown-Mütze und drehte sie um. Auf der Stelle liefen die kleinen Kinder mit Geldmünzen und warfen es in den Hut. Der Artist und sein Pokemon bedankten sich.

„Fertig mit der Kindershow?“, höhnte Marco. „Ach, sei doch still. Bist wohl zu cool für sowas, nicht wahr?“, neckte Leon. „Weiß nicht, aber würde Indra dich sehen, hätte er sich schief gelacht“, konterte Marco selbstsicher. „Ah“, die Worte blieben in seinem Hals stecken. „Du, äh, gehen wir weiter“, stotterte Leon beschämt. Marco musste lachen. Zusammen erreichten sie die Stadtmitte. Sie war, im Gegensatz zum letzten Mal, extrem verschönert worden. Ein riesiger, kreisförmiger Boden erstreckte sich. Um den kreisförmigen, orangen Boden standen altmodische Häuser mit den typischen Dächern. Mitten im Kreis stand ein wunderschöner Springbrunnen. Rundherum wurden Blumen und kleine Bäume gepflanzt. Der orangene Boden war fast zur Hälfte von Pflanzen bewuchert. Diese verschönerten den gesamten Platz. „Wow, die haben wirklich ihr Bestes geben, sowas tolles habe ich lange nicht mehr gesehen“, staunte Leon und stand mit offenen Munde da. „Würde mir jemand sagen, dass vor zwei Monaten noch eine Bombe eingeschlagen hat, dem würde ich nicht Glauben schenken“, erwiderte Marco und lächelte. „Jetzt fühle ich mich viel besser“, meinte Leon. „Ja, das schlechte Gewissen ist nun verschwunden, zumindest das für Spagonia“, erzählte der blonde Trainer. „Wir müssen nur noch Theo und Mazuri rächen“, erinnerte Leon und blickte ernst. „Als du beim Clown standst, habe ich mit einem Passanten ausgetauscht. Anscheinend wurde ein neuer Friedhof, östlich von hier, errichtet. Zu Gedenken an den Opfern, die ihr Leben früher als geplant, aufgeben mussten“, erzählte Marco mit einer ruhigen Stimme. Sie hielten eine Schweigeminute. Obwohl sich hier viele Menschen und Pokemon befanden, war es angenehm ruhig. Der Wind blies eine willkommene Briese.

„Also, auf zur Hauptstadt!“, sagte Leon. „Jep, nehmen wir am besten den Schnellzug. Mit dem sind wir in nur zwei Stunden dort“, erklärte Marco. Leon schauderte. „Mit dem Zug?“, hob er zögernd an. „Ähm, alles in Ordnung?“, fragte sein Freund. „Nehmen wir doch einfach ein Taxi“, schlug Leon schnell vor. „Ein Taxi kostet uns zu viel. Außerdem dauert es dann viel länger. Du weißt doch, dass von hier zur Hauptstadt und zurück ein riesen Verkehr herrscht. Da kommt es leicht zu Staus. Für den Schnellzug spricht also nichts dagegen“, meinte Marco und sah seinem besten Freund verwirrt an. „Ja schon, es ist nur ...“, seine Stimme verstarb. Leon sah zu Boden und suchte nach den richtigen Worten. „Es ist nur was?“, wiederholte Marco. „Okay, okay, ich gebe es zu, ich habe Angst vor Zügen! Bitte schön!“, blaffte Leon beschämt. „Vor Zügen?“, wiederholte Marco und sah in verunsichert an. Leon blickte ihm in die Augen. „Ja“, antwortete er knapp. „Okay, und wieso?“, wollte sein Freund wissen. „Naja, erinnerst du dich damals, als wir gemeinsam in Evali, vor ungefähr acht Jahren, diesen einen Horrorfilm gesehen haben? Da war diese eine Szene im Zug, wo ein Waggon voller Menschen explodierte. Und danach der gesamte Zug entgleiste und ein anderer Zug ihn voll erwischte. Das hat mich damals richtig mitgenommen“, erzählte Leon und seufzte. „Okay, ja der Film war damals schon gruselig. Aber Leon, der Empire-Express hatte seit zehn Jahren keinen Unfall mehr. Es wurde als sicherste Zug-Linie der Welt eingestuft. Es gibt kein Grund zur Besorgnis“, versicherte sein Freund ihm. „Ich weiß nicht so Recht, was wenn plötzlich doch was schief geht, und wir alle draufgehen“, meinte Leon und sah weg. „Hörst du dir überhaupt selbst zu? Warum sollte ausgerechnet heute sowas passieren? Eher würdest du einem schillernden Pokemon begegnen, als aus dem Zug zu fliegen oder explodieren oder sonst noch was. Hast du schon vergessen, dass wir schlimmeres erlebt haben? Als und John Dom aus dem Luftschiff runterschmiss oder das heftige Gewitter in Mazuri oder dein Tod beim Kühlweg. Du hast den Tod überwunden. Normalerweise solltest du gar keine Angst mehr haben!“, sagte Marco aufmunternd. „Schon gut, schon gut, los bringen wir es hinter uns“, meinte Leon.

Die Freunde stolzierten zum Bahnhof. Dieser befand sich im Westen von Spagonia. Doch schon auf dem halben Weg mietete sich Marco ein Taxi. Die Trainer wurden in Windeseile zum Bahnhof befördert. Der blonde Trainer bezahlte für die Dienstleistung und die beiden gingen hinein. „Hier ist auch alles voller Leute. Es wird ewig dauern, ein Ticket zu kaufen. Fahren wir doch mit dem Taxi weiter“, meinte Leon. „Oh nein, mal im Ernst, willst du überhaupt noch zur Liga? Wir sind offiziell noch nicht qualifiziert. Deswegen sollten wir keine Zeit verschwenden und endlich nach Empire City aufbrechen!“, meinte Marco mit einer gewissen Schärfe. Leon antwortete nicht. Marco kaufte für beide je ein Ticket am Schalter und begab sich dann wieder zu seinem Freund. „Hier dein Ticket, in sieben Minuten kommt der Zug. Wir fahren mit der Empire-Line, los gehen wir“, sprach Marco. Die beiden marschierten hastig zur Haltestelle und warteten auf den Schnellzug, dabei wurde Leon von Minute zur Minute nervöser. „Krieg dich wieder ein!“, fuhr Marco ihn an. Leon atmete tief ein und aus. In einer Minute würde der Zug auftauchen. Nach einer halben Minute Verspätung blieb der Empire-Express stehen. Die Türen öffneten sich und eine wahnsinnige große Menschenmasse trat heraus. Eher sich Leon versah, wurde er von seinem Freund getrennt. „Marco! Marco!“, schrie er verzweifelt, doch er bekam keine Antwort. Mit der Masse wurde es noch schlimmer, als sich die ungeduldigen Passanten in den Zug quetschten. Unsicher ging Leon zum Eingang, doch wurde von der Masse auf der Stelle hineingestoßen. Leon bekam eine Panikattacke. „Ruhig, ruhig! Bleib ganz ruhig!“, rief er zu sich selbst. Eingequetscht zwischen zwei kräftigeren Personen saß Leon auf den halbbequemen, knallroten Sitzplatz. Der Zug war wieder einmal überfüllt. Als sich die Türen schlossen, stieg erneut Panik in ihm auf. „Es wird nichts passieren, Marco hat Recht. Ich muss mich zusammenreißen. Sonst schaffe ich die Liga nie!“, flüsterte er. Der Schnellzug nahm an Geschwindigkeit zu. Leon erwartete, dass der Zug heftig ruckeln würde, doch er war ganz still. Vielleicht ist es doch nicht so schlimm. Ich schaffe das. Ich werde diese Fahrt überleben! Empire City, ich komme! Der Schnellzug fuhr mit hoher Geschwindigkeit Richtung Bahnhof von der Hauptstadt Unorga...

Kapitel 31: Erscheinung noch diese Woche
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Re: Auf in die Welt

#1292712 von Donnerkralle
13.08.2017, 14:35
Kapitel 31: Empire City
„Nächster Halt, Empire City West Bahnhof!“, dröhnte es aus den Lautsprechern. Leon atmete erleichtert auf. Endlich habe ich diese nervige Zugfahrt hinter mir. Hoffentlich ist Marco in der Nähe. Als der Schnellzug langsamer wurde, bereiteten sich schon alle auf den Ausstieg vor. Ungeduldig drängten sie sich gegenseitig. Alle hatten es sehr eilig. Die Sitznachbarn von Leon standen ebenfalls schon auf. Leon ließ sich sagen, dass, wenn er etwas länger warten würde, könnte er entspannt aussteigen. Deshalb ließ er alle Passanten vor. Doch als sich die Türen öffneten, auf die sich schon alle sehnsüchtig freuten, strömte eine ganzer neuer Haufen von Touristen in den Express. In dem Augenblick erkannte Leon seinen fatalen Fehlern. Verschiedene Leute blockierten ihm den Weg nach draußen. Jetzt konnte er nicht raus. Wieso können die nicht einmal warten, bevor die Insassen ausgestiegen sind? Wut flammte in Leon auf. Er sprang von seinem Sitzplatz auf, stieß ein paar Touristen unbeholfen weg und marschierte dann schnurstracks hinaus. „Seht euch den an! Kann der nicht einfach fragen? Unhöflicher Rotzbengel!“, riefen die neuen Fahrgäste nach ihm, doch dies kümmerte ihn wenig. Endlich verließ der schwarzhaarige Trainer den Schnellzug. Auf der Haltestelle tummelten sich verschiedene Gruppierungen. Pokemon durften am Bahnhof nicht aus den Pokebällen heraus bleiben. Eine strenge Kontrolle durch Überwachungskamera sorgte dafür, das kein Unfug getrieben wurde. Auch Sicherheitsleute, bewaffnet mit starken Pokemon, patrouillierten Rund um die Uhr. Leon ging auf eine alte Sitzbank zu und setzte sich, dabei hielten seine Augen nach Marco Ausschau.

Nach weiteren vergangenen zehn Minuten saß Leon immer noch auf der knorrigen Bank. Kein Zeichen von Marco. Seufzend stand er auf und machte sich auf die Suche. Der Schnellzug war schon längst abgefahren. Innerlich hoffte Leon, dass sein Freund ihn entdecken würde. Nachdem noch mehr Zeit vegangen war, beschloss der schwarzhaarige Trainer draußen weiter zu suchen. Gerade als er hinaustrat, klingelte sein Poketech. Unerwartet schaute er darauf. Jemand versuchte ihn anzurufen. Skeptisch, aber doch sehr neugierig, klickte Leon auf das Anrufsymbol. Plötzlich tauchte ein Bild von seinem Freund auf. „Hey, Leon!“, begrüßte Marco. „Du kannst sprechen?“, staunte er. „Natürlich, jetzt sag mir nicht, du kennst die App Visio-Caster nicht. Damit kann man Videogespräche führen. Toll nicht wahr?“, erzählte Marco begeistert. „Doch natürlich weiß ich das! Naja, wo bist du? Ich habe überall nach dir gesucht, aber keine Spur von dir. Ich stehe draußen vor dem West Bahnhof“, erklärte Leon. „Dann hast du es also doch noch geschafft, in den Zug zu steigen“, dröhnte es aus dem Poketech. Leon hörte weiterhin zu. „Keine Sorge, ich war ebenfalls im gleichen Schnellzug, nur hat mir jemand während der Fahrt oder schon vorher mein Ticket gestohlen. Blöderweise bemerkte ich dies, als der Kontrolleur vorbeiging. Ich versuchte ihm meine Situation zu erklären, doch er schenkte mir kein Glauben, so lief ich davon. Doch ich wurde dann schnell geschnappt und zur Polizeiwache geschleppt, nachdem alle ausgestiegen sind. Ja, jetzt muss eine halbe Stunde warten, bevor ich erfahre, was als nächstes passiert. Wenn du willst, kannst du mich besuchen kommen, die Wache ist in der Nähe vom Bahnhof, ich schicke dir eine Karte mit der eingezeichneten Route per Pokeearth. Bis bald!“, erzählte Marco hastig. Leon blieb der Mund offen. Sein Freund beendete die Videonachricht und sendete ihm recht bald die versprochene Adresse. Leon seufzte laut. Er klickte auf die App Pokeearth und ging der Route nach.

Leon blieb vor dem riesigen Gebäude stehen. Da drinnen steckt der Kerl fest? Wie soll ich ihm da rausboxen? Der schwarzhaarige Trainer holte tief Luft und betrat die Polizeiwache. Ein ganzer Haufen von Polizisten, Büroangestellten und Donut- und Pizzalieferanten liefen herum. Großer Aufruhr herrschte im Raum. Leon entdeckte Marco sitzend auf einen Stuhl. Er saß mit Handschellen hinten in der Ecke, neben ihn befand sich eine Tür. Anscheinend wartete Marco, bis er hineintreten durfte. Leon gesellte sich zu ihm. „Wenn das deine Eltern erfahren würden, dann wärst du jetzt Garados-Futter“, sagte Leon und fuhr sich durch die Haare. „Keine Sorge, ich schaff das schon. Ich werde sie mit meinen tollen Überredungskünsten schon um den Finger wickeln“, gab Marco selbstbewusst zurück. „Momentan sieht es eher so aus, als hätten sie dich gewickelt, mit Handschellen“, konterte Leon. „Pah“, antwortete der blonde Trainer knapp. Auf einmal schwang die Tür und knallte gegen die Wand. „Marco Kern, in mein Büro!!“, brüllte ein kräftiger, behaarter Mann. Marco zwang sich, hinein zu gehen. Leon wollte mitgehen, doch die Tür wurde vor seine Nase zugeknallt. „Tja, sieht wohl so aus, als müsstest du da alleine wieder raus, am besten ohne Handschellen“, murmelte Leon und setzte sich auf einen Stuhl. Aus dem Büro ertönte jede vierte Sekunden ein lautes Geschreie. Der schwarzhaarige Trainer vermutete stark, dass diese vom mürrischen Mann kommen würde. Zwanzig Minuten vergingen, bis die Tür aufgeschlagen wurde. Marco trat heraus, ohne Handschellen. „Und, wie lief es?“, wollte Leon wissen. „Bin frei“, sagte der blonde Trainer und zeigte seine Hände. „Ich will gar nicht wissen, wie du ihn überredet hast. Verschwinden wir einfach von hier“, meinte Leon und stand auf. Er streckte sich kurz und die beiden Freunde verließen die Polizeiwache.

„Da wären wir, Empire City!“, rief Leon, als er aus dem Taxi stieg. Der Taxifahrer brachte sie direkt ins Zentrum der Stadt. Viele riesige Wolkenkratzer standen sich gegenüber. Die Gehsteige waren weiß angestrichen und ungewöhnlich breit. Hier hatten viele Menschen Platz zu gehen. Die Straßen waren überfüllt mit den verschiedensten Fahrzeugen. Sie alle hatten auch zwei Fahrspuren und waren übersät mit differenten Straßenbemalungen. Ampeln blinkten jede Minute abwechselnd in Rot, kurzzeitig Orange, und Grün. Auf den Gehsteigen wurden ebenfalls auch hübsche Blumen, Sträucher und Busche gepflanzt. Hin und wieder waren auch kleine Bäume mit starken, grün übersäten Blättern. Trotzdem war es überhaupt nicht lautstark, wie man normalerweise gewohnt war, dank dem neuen Gesetz der Pokemon Liga. Autos, jegliche Fahrzeuge, mussten entweder mit einem Schalldämpfenden Motor fahren, oder man fuhr mit den umweltschonenden Elektrofahrzeugen. Gerade arbeitet man an eine neue Erfindung, indem das Plasma Pokemon, Rotom, in die Motoren schlüpfen soll. Es soll mit Hilfe seines Elektrotyps die Motoren zum Laufen bringen. Allerdings wusste man noch nicht, wie man sie davon überzeugen sollte. Momentan scheiterte es also daran, dass man noch keine akzeptable Gegenleistung der Rotom anbringen konnte. Außerdem fehlte es an Energie, die vielen Rotom damit wieder aufzufüllen. Empire City verbrauchte viel Strom und deswegen ließ man sich von Sonnewik, eine Solarstadt in Sinnoh, inspirieren. Fotovoltaikanlagen wurden an Hochhäusern und Wolkenkratzer montiert, um Solarenergie zu gewinnen. Nördlich vom Zentrum stand die Pokemon Liga. Als normaler Trainer hatte man keinen Zugang, nur die Top Vier und der Champ durften hineingehen. Es sei denn, ein Trainer bekam die Zulassung der Liga. Das Auswahlturnier selbst würde hier im Zentrum, Empire Global, stattfinden. Ein paar hundert Meter entfern vom riesigen Kaufhaus, Empire Queenshop, welches unübersehbar in der Nähe vom Zentrum stand, befand sich der Nationalpark. Der größte Park der Geschichte. Ihre Struktur ähnelte stark dem von Stratos City, von der Einall Region. Dort durften wilde Pokemon, aber auch die die kein Zuhause fanden, leben. Täglich bekamen sie Futter oder naschten von den Beeren, die auf den Bäumen wuchsen. Ein Paradies für jedes Pokemon. Leon und Marco waren mehr als nur überwältig von der Hauptstadt. Empire City bot jede Menge tolle Angebote und Freizeitbeschäftigungen an. Das Leben hier würde nie langweilig werden.

„Die Zukunftsstadt von Unorga. Wirklich beeindruckend. Hier ist alles modern, auf dem neuesten Stand der Dinge, sozusagen“, schwärmte Marco und seine braunorangenen Augen glitzerten beim Anblick der Umrisse der Metropole. „Gehen wir zum Nationalpark? Da wollte ich schon immer mal dorthin“, meinte der blonde Trainer und sah Leon verzweifelt an. Leon dachte ein paar Sekunden darüber nach. „Na schön, besuchen wir den tollen Park. Ist ja nichts verkehrt, wenn wir uns Sehenswürdigkeiten anschauen“, antwortete Leon und lächelte kurz. „Super!“, freute sich Marco. Der Trainer öffnete auf seinem Poketech die App Pokeearth, und tippte als Zielort „Nationalpark Empire City“ ein. „Und gefunden?“, wollte Leon wissen. „Natürlich, sowas findet man leicht. Okay, der Park ist eineinhalb Kilometer von unserem Standpunkt aus, entfernt. Am besten wir gehen durch die Empire Allee. Dort erreichen wir dann den absoluten Mittelpunkt der Stadt, Empire Global“, erklärte Marco schnell. Auf der Stelle begaben sich die Freunde zur besagten Promenade. Sie überquerten hastig die breiten Streifen mithilfe der Zebritzstreifen, doch einige ungeduldigen Autofahrer hupten wie verrückt, wenn sie zu langsam gingen. Kurz bevor sie das Ende der Straße erreichten, raste ein Rennwagen direkt vor ihrer Nase an ihnen vorbei. „Dieser Mistkerl! Er hätte uns über den Haufen gefahren! Kann er keine fünf Sekunden länger warten?!“, fluchte Leon, als die Freunde den kurzläufigen Schock überwunden hatten. Marco seufzte nur. Der blonde Trainer spazierte nach rechts und bog dann seitlich nach links. Leon folgte ihm hastig. Vor ihnen erstreckte sich die famose Empire Alle. Hier durften keine Fahrzeuge fahren. Der ganze Gehweg bestand aus hübschen Marmor. Dort waren sogenannte Empire King Stars eingraviert. Besondere Menschen mit besonderen Taten. Links und rechts befanden sich luxuriöse Café Ständen, aber auch teure Geschäfte wie Juweliere oder bekannte Modegeschäfte von der Kalos Region. Ebenfalls wurden auf der linken und rechten Spur kleine Kirschblütenbäume gepflanzt, um die Atmosphäre zu verdeutlichen. Manche von ihnen waren sogar in prächtigen goldenen, und auch in Regenbogen Farben, getunkt. Von der Ferne wirkten sie wie echte Bäume, aber beim genauen Hinsehen, konnte man nur ganz leicht die künstliche Eigenschaft ablesen. Der Wind ließ ein paar dieser hübschen Blüten herumtanzen, welches dann die Promenade märchenhafter erschienen ließ.

Leon und Marco standen mit offenen Munde da und bestaunten den seltenen Anblick einer so hübschen Allee. „Diese Straße ist hübscher als so manche Mädchen“, flüsterte Leon. „J-ja“, stotterte sein Freund als Antwort. Ein paar reiche Damen, die auf hübschen Klappstühlen saßen und ihren teuren Kaffee tranken, sahen kurzzeitig zu den beiden jungen Trainern. Sie flüsterten sich heimlich etwas zu und tauschten angewiderte Blicke. Anscheinend gefiel es ihnen nicht, wenn Leute eine Klasse drunter, hierher erschienen. Dennoch hatte jeder das Recht, entlang zu gehen. Somit stolzierten die Freunde mit hocherhoben Blick durch die traumhafte Promenade. Dennoch spürte Leon die hochnäsigen Blicke. Sie durchbohrten sein Gewissen. Als sie an einem Juweliergeschäft vorbei spazierten, sah er sich aufgrund der Glaswände wie in einem Spiegel. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die beiden überhaupt nicht hierher passten. Leon mit seinen halbschmutzigen weißen T-Shirt und einer schwarzen Jacke mit kleinen Rissen machte einen eher schlechten Eindruck. Dreckige Schuhe mit einer verdreckten schwarzen Hose halfen auch nicht viel. Marco, der mit seinem orangenen und weiß gestreiften T-Shirt und der befleckten braunen Hose aussah, als ob er gerade von einem Dorfe aus dem Walde kam, störte die arroganten Blicke absolut nicht. Als würden sie einfach an ihm abprallen. Eine Kirschblüte landete auf Leons Kopf. Beschämt nahm er sie hastig runter. „Gehen wir weiter“, drängte er. Peinlich berührt marschierte der schwarzhaarige Trainer weiter. Sein Freund sah in verdutzt an und folgte ihm schließlich. Leon ließ sein Blick am Boden schweifen. Er las fremde Namen, die als die Empire King Stars ernannt wurden. Eines Tages werde ich auch hier stehen! Dafür werde ich sorgen! Nach einer Weile erreichten sie auch schon das Ende der Allee. Einerseits war Leon froh, die durchbohrenden Blicke zu entkommen, andererseits hätte er sich gerne die Geschäfte angesehen. Doch das Gefühl, nicht dazuzugehören, hielt ihn davon ab.

„Bald sind wir da!“, rief Marco aufgeregt. Sie marschierten zur absoluten Zentrale der Metropole. Marco deutete mit dem Zeigerfinger auf ein rundes Objekt. „Siehst du dort diese Kugel? Das ist der sogenannte Empire Global, ein riesiger, goldener Globus. Daher hat das Zentrum den Namen Empire Global“, erklärte der blonde Trainer wie ein Reiseführer. „Und hinter dem Globus liegt der Nationalpark?“, fragte Leon. „Hinter dem liegt der Nationalpark“, bestätigte Marco. Sie wichen einer großen Gruppe von Touristen aus. Leon sah eine Fahne mit einer hübschen Aufschrift, konnte sie allerdings nicht lesen. „Kalos“, murmelte Marco, als er seinen Freund erwischte, wie er versuchte, angestrengt zu lesen. Leon seufzte. Seine Sehschwäche nervte ihn. Nachdem kleinen Zwischenfall bekam Leon eine schlechte Stimmung. Plötzlich verlor er die Lust, die Pokemon Liga herauszufordern. Er war kurz davor aufzugeben, doch dann erinnerte er sich an Theo. Der Vogelfänger war immer entschlossen gewesen. Er würde niemals einfach so aufgeben. Leon fasste sich auf die Brust und schloss seine Augen. „Im Namen von Theo, ich schwöre, dass ich Champ werde, ich werde nie aufgeben, koste es was es wolle!“, schwor er und öffnete seine blauen Augen. Marco sah ihn freundlich an. „Das ist die richtige Einstellung! Immer schön am Ball bleiben, und das Universum wird sich revanchieren!“, meinte der blonde Trainer. „Danke, Marco“, sagte Leon. Allmählich hellte sich seine Stimmung wieder auf. Gemütlich spazierten sie weiter. Der weiße Gehweg war an den Rändern mit sogenannten grünen Spuren verziert. Das herrliche hellgrüne Gras bewirkte, dass man das Gefühl hätte, als würde man sich schon im Park befinden. Leon blickte kurz nach links. Er sah viele Autos stehen. Das müsste dann der Parkplatz sein. Scheint, als wären heute viele Besucher hier. Je näher sie an ihr Ziel kamen, desto größer wurde der Globus. Ein paar Kinder fuhren mit ihren nagelneuen Fahrrädern um den goldenen Globus herum. Sie drehten ihre Runden und machten dann Platz für die Besucher. Leon bestaunte die riesige Kugel. „Die ist ja komplett aus Gold?!“, staunte er voller Bewunderung. „Ja, unglaublich was? Und gleich dahinter liegt der Nationalpark. Kaufen wir uns die Eintrittskarten“, erzählte Marco. „Wenn es komplett aus Gold ist, dann müsste es doch sehr wertvoll sein. Was wenn jemand versucht, es zu stehlen?“, hob Leon an und grübelte über seine Vermutung. „Naja, der Globus an sich ist ziemlich schwer. Wird schon einige Tonne zusammenkriegen. Glaub nicht, dass es so einfach ist, den zu stehlen“, antwortete sein Freund. Leon nickte.

„Zwei Karten bitte“, forderte Marco höflich. „Sehr gerne. Zwei Mal Jugendticket, bitte schön“, sagte die freundliche Dame am Eingangsschalter. Sie streckte Marco aus dem kleinen Schlitz am Fenster zwei kleine Tickets entgegen. Endlich konnten die Freunde den Nationalpark betreten. Die wunderhübsche Grüne Ebene ließ die Trainer erneut staunen. Völlig von der Schönheit überwältigt standen Leon und Marco hinter dem Eingang. „Das nenne ich mal einen Nationalpark“, hauchte Marco. Leon schüttelte den Kopf als Zustimmung. Gemütlich gingen sie weiter. Voller Bestaunen schauten sie in jede Richtung. Der Boden war mit hübschen, weißen Steinen gepflastert. Er erinnerte stark an den weißen Boden von Apotos. Dabei waren Grünflächen symmetrisch und rechteckig aufgelegt, die man zwar nicht betreten durfte, aber dennoch ließen sie einem das Herz höherschlagen. Auch hier waren sehr viele Besucher unterwegs. Am häufigsten waren Touristen und Familien anzutreffen. Leon und Marco marschierten geradeaus weiter. Sie gingen auf eine weiße Mauer hinzu, die sich der breite nach entlangstreckte. Davor standen große Bäume, die alle das gleiche Muster trugen, nämlich ein Pokeball. „Bäume dessen Blätter zu Pokebällen geformt wurden?“, murmelte Leon und starrte die hübschen Bäume an. Sie alle standen auf der gleichen Linie. Als sie sich ihnen näherten, konnte Marco schon einen Eingang ausfindig machen. „Ein hübsches Loch in der weißen Mauer“, schilderte Leon. „Sieh mal, auf diesem Schild steht, und ich zitiere: Vorsicht! Wilde Pokemon! Füttern und streicheln strengstens verboten!“, sprach der blonde Trainer. „Endlich wieder Pokemon!“, meinte Leon enthusiastisch und spazierte hinein. Sein Freund folgte ihm. Sie betraten einen kurzen Tunnel. Am Ende konnte man schon das Tageslicht erblicken. An den Mauern wurden Pokemon gemalt, die einer Höhlenmalerei erinnerten. Entspannt ließen sie den kurzen Tunnelmarsch hinter sich.

Sofern die Freunde hinaustraten, wurden sie erneut von der Schönheit des Parks geblendet. Dieses Mal waren noch mehr Grünflachen kreisförmig und symmetrisch aufgelegt. Die Gräser besaßen das Muster eines Meisterballs. Bäume standen hochragend an den Mauern. Die weißen Mauern standen in allen vier Himmelsrichtungen. Würde man von der Vogelperspektive aus diese Ansicht betrachten, so würde man sagen, dass es einer rechteckigen Schuhschachtel mit Grünzeug ähnelte. Die Ebene war außerdem viel größer als der vor dem Tunneleingang. Hier waren nur wenige Besucher unterwegs, vermutlich trauten sich nicht alle hierher. Ein sachter Teich voller Picolente konnte man an einem schattigen Plätzchen aus beobachten. Plötzlich machten die Wasser Pokemon Platz. Ein bildhübsches Swaroness schwamm ruhig auf dem Wasser. Neidisch blickten alle auf sie. Leon wollte noch mehr sehen. Er spazierte gemeinsam mit seinen Freund durch den Park. Ein Fassasnob, gefolgt von einem Scharr Duselgurr, flog über ihre Köpfe. Auf einmal hörte Leon ein Rauschen. „Hörst du das?“, fragte er. „Nein, was ist denn?“, antwortete Marco verwirrt. „Das klingt wie ein Rauschen. Komm mit, sehen wir es uns an“, meinte er und folgte dem Geräusch. Nach einer Weile meldete sich Marco zu Wort. „Ah, ja, jetzt höre ich es auch. Bald müssten wir da sein“, hob er an. „Sogar ein Wasserfall in einem Park. Nicht schlecht, Empire City, nicht schlecht“, murmelte Leon. Als sie dem Rauschen weiterhin folgten, kamen sie erneut zu einem Tunneleingang. „Sieht aus wie eine Höhle“, erklärte der blonde Trainer. Leon nickte. Schweigend betraten sie die Höhle. Das Rauschen wurde viel stärker. Die Höhle bekam kein Licht ab und daher war es ziemlich dunkel und erfrischend. Die einzige Lichtquelle ging von dem unerwarteten großen Wasserfall aus. Er leuchtete so hell wie ein Vollmond. Ein kleiner Schauplatz mit einer gesicherten Absperrung bot ihnen die beste Sicht an. Ansonsten konnte man nirgends hin. „Etwas eingeschränkt, aber die tolle Sicht ist es wert“, hauchte Marco. Leon folgte mit seinen hübschen blauen Augen den Wasserfall. Das klare Wasser endete in einem großen Teich. Hübsche Blüten erhellten ebenfalls die Höhle etwas. Im Wasser schwammen verschiedene Pokemon. Ein Bamelin unterhielt sich angerregt mit einem weiblichen Quabbel, welches mit ihrer pinken Haut glitzerte. Ein Morrabel kämpfte spielerisch gegen ein Walmer. Auf einmal brüllte etwas laut auf. Leon sah wieder nach oben. Ein Impergator schwamm in den starken Strömungen und bewegte sich auf den Wasserfall zu. Er wird doch nicht etwa? Die starken Wellen zerrten es zum Wasserfall. Das Pokemon flog hinunter, dabei wurde es vom Wasserfall verschluckt. Plötzlich hörte man ein lautes Platschen. Wasser spritzte überall umher und schließlich trat Impergator aus dem Wasser. Er wirkte zufrieden. Die Pokemon die dabei zugesehen hatte, staunten und jubelten Impergator zu. Leon lächelte beim diesem Anblick.

Die Freunde verließen die Höhle und spazierten gemütlich weiter. Sie trafen viele verschiedene Pokemon. An der westlichen Mauer befand sich dahinter ein kleiner Wald, während im Osten eher gebirgige Landschaften vorzufinden waren. Nach einer guten Weile ging auch schon langsam die Sonne unter. Die Dämmerung trat ein. „Es wird Zeit zu gehen“, meinte Marco. „Ja. Heute war ein wirklich toller Tag. Einer den schönsten Momente auf unserer Reise“, flüsterte Leon und genoss den restlichen Tag. Die beiden Trainer verabschiedeten sich vom Nationalpark und gingen wieder in die Stadt zurück. „Lass uns was essen“, schlug Marco vor. Der Magen von Leon knurrte. „Natürlich. Vielleicht kennt Pokeearth ein billiges, aber gutes Restaurant“, erwähnte der schwarzhaarige Trainer. Tatsächlich fand Marco ein Lokal. Es befand sich keine hundert Meter vom Park entfernt. Sie folgten entspannt der Route. Leon zählte gerade das Geld und schätze die Preise. Auf einmal blieb Marco angewurzelt stehen. „Was ist los?“, wollte Leon wissen. Der Gesichtsausdruck von seinem Freund verfinsterte sich. „Sieh mal, dort drüber. Das ist doch ...“, flüsterte er. „Indra? Was macht er denn schon hier?“, murmelte Leon überrascht. „Er ist wahrscheinlich wegen Team Alpha hier. Los folgen wir ihn“, drängte Marco. Leon nickte ernst. Gerade ging die Sonne unter und die Nacht brach ein. Hastig überquerten sie die Straße und folgten dem mysteriösen Trainer.
Indra bog in einer Seitengasse ein. „Was hat er vor?“, flüsterte Leon. Marco schüttelte den Kopf. Heimlich schlichen sie auf Zehenspitzen weiter. Erneut bog Indra ab. Dieses Mal war die Gasse noch enger. „Sind das etwa diese berüchtigten dunklen Gassen, wie man sie in den Filmen und Büchern kennt?“, sagte Leon leise. „Vermutlich“, antwortete der blonde Trainer. Nervös folgten sie den Trainer. Doch schon bald stießen sie auf eine Sackgasse. „Wo er ist er hin?“, wollte der schwarzhaarige Trainer unbedingt wissen. „Bestimmt gibt es hier irgendwo einen Geheimeingang“, erinnerte Marco ihn. Eifrig und leise suchten sie nach versteckten Eingängen. Sie durchwühlten Mülltonnen, untersuchten den Boden, fanden aber nichts Außergewöhnliches. „Fehlanzeige“, meldete Marco enttäuscht. „Gibt es hier irgendwo einen Kanaldeckel? Vielleicht ist es ja genauso wie in Spagonia damals. Nur was würde Indra in der Kanalisation zu suchen haben?“, erzählte Leon nachdenklich. Sein Freund antwortete nicht. Stattdessen schmiss er die Müllsäcke weg. „Gefunden. Du hattest Recht. Hier ist ein Kanaldeckel“, jubelte der Trainer leise. Vorsichtig schob er ihn beiseite. Pure Finsternis strömte heraus. „Da rein?“, flüsterte Marco und sah ihn fragend und verzweifelt an, obwohl er die Antwort schon kannte. „Da rein“, sagte Leon ernstvoll...


Viel Spaß!
Kurze Anmerkung:
Hier folgt ein versteckter Text. Fahre mit der Maus über den Text, um diesen anzuzeigen!
Die Idee mit dem Rotom und den Motoren ist nicht wirklich ganz von mir. Ich habe mich von der Geschichte "Trainer wider willen" (KleinKokuna) inspirieren lassen. :tja:
Zuletzt geändert von Donnerkralle am 12.11.2017, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auf in die Welt

#1292728 von KleinKokuna
13.08.2017, 19:27
Hey, ich denke mal nach fünf Kapiteln kann ich mal wieder ein Feedback dalassen :)!

In denen geht es verglichen mit den vorherigen Kapiteln etwas 'ruhiger' zu, wobei ich bewusst die Gänsefüßchen gesetzt haben, denn Leon und Marco machen bei ihrem harten Training ja schon einen enormen Schritt nach vorne, was man gut am Abschlusskampf gegen Siba sehen kann. -Den hast du übrigens mit seiner Geschichte, was er alles für sein Dorf getan hat, ziemlich gut als harten, aber gerechten Krieger dargestellt, der sich Respekt verdient hat. Die Tatsache, dass ihm das wortwörtlich bärenstarke^^ Siberio, welches die beiden auf ihrem Weg nach Holaska umbringen wollte bzw. umgebracht hat, gehört, fand ich einerseits schon etwas makaber, aber andererseits unterstreicht das auch gut seine konsequent verfolgte Abschottungspolitik.

Das aber Frosdedje im Gegenzug die beiden wieder sicher zurück führt und sich dann auch noch freiwillig fangen lässt hat dann für mich deswegen einen sehr versöhnlichen Charakter.

Tja und deine Hauptstadt hast du dann mit äußerst viel Liebe zum Detail sehr schön als moderne, lebenswerte Metropole dargestellt. Bei dem goldenen Globus und der Frage, ob der nicht gestohlen werden könnte, musste ich dann schon ein wenig schmunzeln, weil ich da an den Raub der 1-Million-Dollar Goldmünze, der sich vor einiger Zeit ereignet hatte, denken musste :D.

Und ich gebe offen zu, dass ich mich durchaus geschmeichelt fühlte, dass du dich von der Idee mit Rotom aus meiner FF inspirieren hast lassen^^. Aber du hast dir auch zu den damit verbundenen Problemen und Anforderungen ein paar gute eigene Gedanken gemacht, das gefällt mir sogar noch mehr :).

Und da jetzt am Schluss dieser Indra wieder auftaucht, der man ganz klar als 'Bösen Buben' sehen kann, macht mich schon auf die weiteren Kapitel deiner Story neugierig, denn offenbar führt dein Team Alpha wieder was im Schilde - ich freu mich drauf :)!
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Re: Auf in die Welt

#1292736 von Donnerkralle
13.08.2017, 20:55
Vielen Dank, dass du, KleinKokuna, dir die Mühe gemacht hast, einen weiteren tollen Kommentar abzugeben. Dadurch motivierst du mich sehr stark, weiter zu schreiben. :)
Dass mit Rotom fand ich einfach zu genial von dir, ich musste es einfach miteinbauen. Ich fühle mich ebenfalls geehrt, dass so gute Autoren wie dich meine Geschichte kommentieren.

Wegen Team Alpha: In den nächsten Kapiteln werden sie wieder auftauchen, das kann ich schon mal garantieren. Auch Indra wird eine sehr wichtige Rolle spielen. Aber dazu mehr in den Kapiteln. Ihr könnt schon gespannt sein!

Und natürlich bedanke ich mich auch, dass ihr mitlest, hoffentlich gefällt es euch weiterhin.
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Re: Auf in die Welt

#1293325 von Donnerkralle
21.08.2017, 13:40
Kapitel 32: Dunkle Seiten
Es herrschte absolute Stille. Der Mond erhellte die ruhige Nacht. Kein Wind blies, kein Geräusch war wahrzunehmen. Nervös kletterten Leon und Marco eine kleine Gitterleiter hinunter in die Kanalisation. „Mist. Bei der Dunkelheit wird es schwer werden, Indra zu finden“, flüsterte Leon. Vorsichtig setzte er ein Fuß nach dem anderen, als er am Ende der Leiter gelang. Hastig stieg er dann ab. Sein Freund gesellte sich zu ihm. Kein einzige Licht drang herein. Der Raum war komplett in Finsternis umhüllt. Nur das Tropfen einer alten und undichten Wasserleitung war zu hören. „Gehen wir nach links oder nach rechts?“, flüsterte der blonde Trainer fragend. „Naja, normalerweise würde man sich jetzt aufteilen, aber ich finde, dass das keine so gute Idee wäre“, meinte sein Freund mit zittriger Stimme. Leon erinnere sich an damals, als er gemeinsam mit seinen Freunden in Spgaonia ebenfalls in einer Kanalisation festhing, weil Team Alpha für Zerstörung sorgte. Das Beben, als die Bombe platzte, ließ ihn in der damaligen Situation verrückt werden. Und heute saß Leon aufgrund Team Alpha erneut in einer Entwässerungsanlage. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir gemeinsam nach rechts gehen sollen“, antwortete Marco und blickte sich nervös um, als würde gleich ein Haufen von wilden Pokemon auf sie stürzen. Leon schärfte seine Sinne. Allmählich gewöhnten sich seine Augen an der Dunkelheit. Viel konnte er trotzdem nicht erkennen. Gerade sah er nur seinen Freund. „Wie wäre es, wenn ihr einfach mich fragen würdet?“, meldete sich eine Stimme. Es kam von der linken Seite. Auf der Stelle folgten die Freunde der Stimme. Nur mühsam erkannte Leon die Umrisse einer Person.

Langsam und selbstsicher trat diese Silhouette nach vorn. „Indra“, flüsterte Leon und griff nach seinem Pokeball. Auch Marco ging in Kampfposition. „Hahaha, ruhig Blut. Wir wollen doch nichts überstürzen?“, sagte der mysteriöse Trainer mit einem Grinsen. „Was um alles in der Welt hast du hier verloren?“, fuhr Leon ihn an. Seine blauen Augen funkelten. Indras roten Augen blitzten kurzzeitig vor Zorn, entspannte sich aber gleich darauf. „Tz, das gleiche könnte ich euch ebenfalls fragen. Warum verfolgt ihr mich? Habt ihr nichts Besseres zu tun?“, hob er gelassen an. Die Gelassenheit des Trainers machte Leon wütend. „Wir haben schon einen guten Grund, warum wir einen von Team Alphas Handlangern verfolgen. Was plant ihr schon wieder? Wollt ihr etwa Empire City ebenfalls zerstören? Oder seid ihr einfach hier, um das Auswahlturnier zu sabotieren? Sag schon, du Mistkerl!“, brüllte Leon. Indra schwieg. Für einen kurzen Moment sagte niemand etwas. Wasser tropfte erneut zu Boden. „Handlanger? Im ernst? Ich bin schon viel besser dran. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Ich bin nicht wegen Team Alpha hier. Eigentlich wollte ich nur kurz etwas überprüfen. Doch dann bemerkte ich euch, und nun sind wir hier gelandet“, erklärte der Trainer.
„Was wolltest du unbedingt überprüfen? Die Wasserleitungen?“, spottete Marco. „Sei du ruhig, Schoßhund von deinem nervigen Freund!“, konterte Indra. „Wie bitte?!“, knurrte der blonde Trainer. Er war kurz davor, den Pokeball zu werfen. „Wieso seht es ihr euch nicht selber an. Geht einfach gerade aus, bis ihr an der Mauer eine kleine Öffnung entdeckt. Klettert da hinein und fertig. Der Rest wird sich von selbst erklären, falls es noch existiert natürlich. „Das ist Alles? Als ob du nicht wegen Team Alpha hier bist. Du willst uns doch nur loswerden. Das kauf ich dir nicht ab!“, fuhr Leon den Trainer an und hielt ihm ein Pokeball vor das Gesicht. Mit einer schnellen Handbewegung schlug Indra den Pokeball aus der Hand. „Gekämpft wird später. Beim Auswahlturnier mache ich dich persönlich fertig, damit du nie wieder ein Pokeball in die Hand nimmst, das garantiere ich dir“, flüsterte der mysteriöse Trainer. Langsam hob Leon seinen Pokeball auf. „Du nimmst also auch am Turnier teil. Ist es nicht etwas riskant, mitzukämpfen während Omega eine Bombe in die Stadt abwirft. Wäre es nicht besser für dich, neben deinem Boss zu stehen und ihm was zum Trinken holen?!“, höhnte Leon. „Große Worte für jemanden, der sich noch nicht einmal für das Turnier qualifiziert hat. In einem Monat wird das Punktesystem gesperrt. Dadurch können die Top 50 ihren Rang nicht mehr verbessern oder verschlechtern. Ihr solltet euch lieber beeilen, nicht das es euch was bringen würde. Selbst wenn ihr euch qualifiziert, werdet ihr von mir persönlich zerquetscht! Muhaha!“, knurrte Indra selbstischer. „Woher willst du wissen, dass wir nicht schon unter den Top 50 sind?“, warf Marco ihn vor. „Sagen wir so, erreicht man einen guten Rang, so erhält man einen Premiumstatus. Das erlaubt mir alle Trainer von Rang 6 bis Rang 100 auf meinem Poketech anzuschauen. Ich kann mir auch die Punkteanzahl des jeweiligen Trainers ansehen. Und ich musste feststellen, dass ihr zwei nicht einmal in der Nähe von Rang 50 seid. Daher“, erklärte Indra gelassen. Leon holte tief Luft. Es nervte ihn, dass der Trainer Recht hatte. „Wir haben noch ein Monat, Indra. Wir müssen weniger als 100 Plätze aufsteigen und schon sind wir beim Turnier dabei!“, konterte der schwarzhaarige Trainer energisch. „Fein, dann bemüht euch gefälligst!“, gab Indra zurück. Marco drängte sich zwischen seinem Freund und dem Trainer.

„Was führt Team Alpha wirklich im Schilde?!“, forderte der blonde Trainer auf. Er funkelte dem mysteriösen Trainer an. Indra schwieg eine Weile. Keine sagte mehr ein Wort. Stille übernahm die Diskussion. Kleine Tropfen platschten zu Boden. In der Kanalisation wurde es kälter. Das Herz von Leon schlug rasant. Wissbegierig wartete er ungeduldig auf die Antwort des Trainers. Langsam öffnete Indra seinen Mund, hielt aber dann dennoch inne. Schließlich gab er endlich eine Antwort. „Die Ideologie von Team Alpha ist mehr als nur Weltherrschaft und Zerstörung“, flüsterte Indra geheimnisvoll. Angespannt hörten Leon und Marco weiterhin zu. Indra hob seine rechte Hand und ballte es zur einer Faust. „Team Alpha wird die Welt verändern!“, sagte er energisch. „Verändern?“, wiederholten die Freunde unschlüssig. „Mehr braucht ihr noch gar nicht zu wissen. Allerdings ist unser Plan schon bald vollkommen“, meinte Indra und öffnete seine Hand. „Das bedeutet also, dass euer Plan noch nicht zu Ende ausgeführt wurde. Ihr seid nicht die ersten, die versucht haben, die Welt zu verändern. Wie wollt ihr das Anstellen? Und was für eine Welt soll das bitteschön werden? Klingt sehr erfunden. Erzähl das jemand anderen, aber uns kannst du nicht für dumm verkaufen! Und jetzt rück raus mit der Wahrheit, du Mistkerl!“, knurrte Marco und wollte sich auf ihn stürzen. Blitzartig hielt Leon seinen Freund zurück. „Überstürz nichts“, sagte er und sah seinen Freund ernstvoll an. Allmählich beruhigte sich der blonde Trainer und Leon ließ ihn los. „Na schön, wenn ihr wirklich so scharf auf die Wahrheit seids, dann werdet ihr sie am Auswahlturnier erfahren, das kann ich euch garantieren. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mich für das Turnier weiter vorbereiten“, sprach Indra mit einer arroganten Stimme. Er ging selbstbewusst an ihnen vorbei zur Leiter. Marco wollte schon hinterher, doch Leon hielt ihn davon ab. „Willst du ihn einfach so gehen lassen?!“, fuhr der blonde Trainer ihn an. „Was sollen wir sonst machen? Uns fehlen die Beweise, dass er für Team Alpha arbeitet. Außer uns kennt ihn fast niemand. Die Polizei würde uns nicht glauben, und ich kann das sogar gut nachvollziehen!“, brüllte Leon wütend.

Es nervte ihn unheimlich, dass er nichts gegen Indra ausrichten konnte. Beide Freunde glühten vor Zorn. Leicht keuchend blickten sie sich gegenseitig an. Was wird das hier? Sollten wir nicht zusammenhalten? Stattdessen bekämpfen wir uns gegenseitig! Leon atmete tief ein. „Hör zu Marco, ich weiß, dass es nicht ganz richtig ist, diesen Team Alpha Schergen laufen zu lassen, aber momentan können wir nichts ausrichten. In solchen Zeiten müssen wir einen kühlen Kopf bewahren“, erklärte der schwarzhaarige Trainer. Sein Herzschlag stabilisierte sich. Verständnisvoll blickte er seinen Freund an. „Fein. Und was machen wir jetzt?“, sagte Marco. Leon überlegte. Schweigend lehnte er sich an der schmutzigen Wand an. Ein Geistesblitz folgte. „Wir suchen nach diesem Eingang, den Indra uns erzählt hat. Wir müssen einfach nur gerade aus“, meinte Leon leicht erfreut. „Warum sollten wir das tun? Es ist doch öffentlich, dass er uns dort haben will. Das stinkt gewaltig nach einer Falle“, hob Marco verwirrt an. „Team Alpha weiß doch gar nicht, dass wir am Leben ...“, er brach ab. Marco sah in an. Erst jetzt realisierte Leon, wie Recht sein Freund hatte. „Indra weiß, dass wir am Leben sind. Und somit weiß es auch Omega“, beendete der blonde Trainer den Satz. Leon schlug mit der Faust gegen die Wand. „Verdammt!“, fluchte er. „Bewahre immer einen kühlen Kopf“, erinnerte sein Freund ihm. Leon drehte sich weg von der dreckigen Wand. „Ich weiß, dass das jetzt ein bisschen verrückt klingt, aber ich glaube, dass wir uns diesen Eingang trotzdem anschauen müssen. Mein Bauchgefühl sagt es mir“, murmelte Leon und blickte zu Boden. „Hm, komisch, mein Bauchgefühl verrät mir, wenn wir dorthin gehen, sterben wir“, antwortete Marco mit ausdrucksloser Miene. „Ja schon, mein Verstand rät mir auch davon ab, aber ich muss unbedingt nachsehen. Bitte Marco, kommst du mit?“, flehte Leon und ging auf die Knie. „Du bittest mich, gemeinsam mit dir in einer tödlichen Falle zu tappen? Alter Leon, bewahrst du auch wirklichen einen kühlen Kopf? Oder bist du schon lebensmüde?“, brummte Marco. „Dann kommst du also nicht mit?“, flüsterte Leon enttäuscht. „Natürlich komm ich mit du Mäusehirn!“, antwortete Marco mit einem leichten Lächeln. Erleichtert stand Leon wieder auf. „Vielen Dank, Marco“, flüsterte der schwarzhaarige Trainer. „Wenn man schon einmal gestorben ist, dann hat man keine Angst mehr vom zweiten Mal, nicht wahr?“, neckte der blonde Trainer. „Also so ist das jetzt auch nicht“, murmelte Leon. „Schon in Ordnung, war nur ein schlechter Witz“, gab Marco zurück. Gemeinsam marschierten sie unauffällig weiter.

Mit scharfen Sinnen suchten sie nach einem passenden Eingang, doch außer einem kleinen Loch, den sie vorher übersahen, als sie das erste Mal die Kanalisation betraten, fanden sie nichts Außergewöhnliches. „Dieses Tropfen von den Rohrleitungen nervt“, seufzte Leon. „Kaum zu glauben, dass solch eine Stadt keine gescheiten Rohre hat“, brummte Marco. Ihre Stimmen hallten durch den Raum. Auch ihm ging es sichtlich auf den Strich. Die Freunde marschierten schon gute zehn Minuten, aber es tauchte immer noch keine Öffnung auf. Der Weg selber schien endlos zu sein. Leon fühlte sich unwohl, in der Dunkelheit blindlings zu tappen. Plötzlich entdeckte Marco etwas Auffälliges. Überrascht blieb er stehen. Verwirrt sah Leon seinen Freund an. „Was ist los?“, wollte er wissen. „Naja, dieses eine Rohr sieht anders aus als die anderen“, hob der blonde Trainer nachdenklich an und deutete auf die Wasserleitungen, die einen Knotenpunkt darstellten. Mit zugeknifften Augen versuchte Leon die Rohre genaustens zu untersuchen. Doch in der Finsternis kombiniert mit seiner Sehschwäche war dies nur vergebens. „Für mich schauen die alle gleich aus“, brummte Leon genervt. Wieso hat Marco so scharfe Augen? Ich kann gerade noch meine Hände klarsehen. „Dieses Rohr wurde ziemlich unprofessionell gebaut, okay es sind zwar fast alle unprofessionell, aber dieses hier extrem auffällig im Gegensatz zu den anderen Rohren. Außerdem führt er das Wasser nach Oben. An der Decke wurde anscheinend ein kleines Loch gebohrt. Raffiniert um Wasser abzuzwicken“, erklärte Marco und musterte dabei die Wasserleitungen. Gebannt blickte Leon nach oben. Allerdings konnte er das beschriebene Rohr nicht ausfindig machen. Entsetzlich enttäuscht von sich selbst wandte er sich von den Leitungen ab und trabte geradeaus weiter. „Leon! Warte!“, rief sein bester Freund besorgt. „Wir haben keine Zeit, um nach Wasserdieben zu suchen!“, schrie er zornig. „Leon! Ich habe den Eingang gefunden! Falls es dich noch interessiert!“, blaffte Marco genervt.

Leon blieb schweren Herzens stehen. Er wollte keinen Streit verursachen. Doch leider hatte er seine Gefühle nicht ganz in Griff. Peinlich berührt ging er zu seinen besten Freund zurück. „Tut mir schrecklich leid“, seufzte Leon und sah zu Boden. „Deine Stimmungsschwankungen sind schlimmer als die einer Frau“, murmelte Marco leise. „Was?“, fragte Leon. Der blonde Trainer schüttelte den Kopf. „Wie schon gesagt, führt dieses halbherzig gebaute Rohr Wasser zur Oberfläche. Da habe ich mir gedacht, dass dort in der Nähe jemand wohnen muss. Also habe ich mich ein bisschen genauer umgesehen. Siehst du die Stelle mit dem kleinen schwarzen x gekennzeichnet? Ich habe es kurz abgetastet und habe schnell feststellen müssen, dass die Wand hier ziemlich locker ist. Also drückte ich dagegen und sie verschob sich um ein paar Zentimeter nach hinten. Ich glaube das ist der Eingang, nach dem wir suchen“, schilderte Marco seine Entdeckung. Leon war sprachlos. Innerlich freute sich sein Freund, dass er Leon stark beeindrucken konnte. Gemeinsam begabten sie sich zur besagten Stelle und schoben die Wand nach hinten. Kurz daraufhin flog sie ohne Klang um. Hinter der Wand verbargen sich kleine, knorrige Holzstufen, die nach oben führten. Kalte Luft strömte von der Oberfläche und ließ Leon und Marco erschaudern. „Ein Geheimeingang, eh? Sehr Interessant. Wollen wir dann?“, sagte der blonde Trainer und musterte die Stufen. „Ja, sehen wir nach, was sich dort oben verbirgt“, antwortete Leon unbeeindruckt und kroch in das Loch. Vorsichtig setzte er ein Fuß nach dem anderen, um seine Balance aufrichtig zu erhalten. Bei jeder Berührung knacksten die Holzstufen so laut, dass Leon schon befürchtete, sie würden einstürzen. „Und wie läuft es?“, fragte Marco, der sich noch in der Kanalisation befand. „Etwas eng hier!“, gab Leon zurück. Es war ihm unmöglich, unauffällig nach oben zu gelangen. Seine Hände stützte er an den rutschigen Wänden ab. Seine Beine schlotterten, je höher er gelang. Bleib ruhig. Ich werde nicht runterfallen. Ich kann schon die Sterne sehen. Einfach weiter. Er konnte schon die kalte Luft schmecken, doch als er die vorletzte Stufe erreichte, blieb ihm das Herz stehen. Das ist doch einfach nur ein schlechter Witz. Wie soll ich darauf kommen? Leon starrte auf die letzte Holzstufe, die fast schon zwei Meter von der vorletzten Stufe entfernt war. Wilde Gedanken flogen ihm durch den Kopf. Er stellte sich vor, wie er beim Absprung die Stufe eintrat und den ganzen Weg hinunterfallen würde. Seine Hände waren voller Schweiß. Gepaart mit den feuchten Wänden könnte er jeden Moment abrutschen und das Gleichgewicht verlieren. „Bist du schon oben?“, ertönte eine Stimme von unten. „G-gleich!“, rief er zurück. Ich kann doch nicht ewig hier stehen bleiben. Ich muss mich entscheiden. Wage ich es, oder wage ich es nicht. Mehr Optionen habe ich nicht, und mehr brauche ich nicht! Entschlossen fasste Leon einen Entschluss. Er würde springen. Er würde sicher landen. Angespannt tastete er sich meinen Händen. Der schwarzhaarige Trainer suchte nach einem guten Halt, um sich besser abstoßen zu können. Endlich fand er passende Stellen. Leon ging leicht in die Knie, spannte all seine Muskeln an und bereitete sich auf den törichten Sprung vor. Na dann, wir sehen uns auf der anderen Seite! Leon stieß sich von der Holzstufe und den Griffstellen ab. Beim Absprung hörte er das Knirschen der Stufe. Leider war Leon nicht hoch genug gesprungen. Mit enttäuschtem Gesicht flog er unter der gezielten Stufe. Doch blitzartig griff er mit seinen Händen nach der alten Holzstufe. Der Trainer hing nun baumelnd unter einer gebrechlichen Stufe.

Seine verschwitzten Hände verloren allmählich Halt und er drohte, abzustürzen. Mit letzter Kraft hievte er sich nach oben. Auf der Stelle knackste das Holz. Ängstlich stand er mit zitternden Beinen auf der letzten Stufe. Sein Herze raste wie verrückt. Fast wäre er in die Tiefe gefallen. Knapp entkam er einem weiteren Unglück. Langsam sah Leon hinauf. Er konnte frisches Gras riechen. Er streckte seine Arme nach oben und taste sich dort alles sorgfältig ab. Keine Bärenfallen oder des Weiteren. Nichts wie rauf. Der schwarzhaarige Trainer stützte sich am grünen Boden ab und hievte sich nach oben. Keuchend und erleichtert stand Leon wieder im Freien. Nach einer Weile kam Marco ebenfalls zur Oberfläche. „Wie bist du so schnell rauf geklettert?“, wollte Leon unbedingt wissen. „Naja, ein paar Schritte entfernt vom Loch befand sich noch eine Markierung, mit einem größeren X. Dort versuchte ich den gleichen Trick und tatsächlich befand sich dahinter eine stabile Leiter, die mich bis zur letzten Holzstufe brachte, von der Leiter aus sprang ich mit Leichtigkeit auf die Stufe und hievte mich dann hierher“, erklärte Marco mit einem Grinsen. Leon starrte ihn entgeistert an. „Das ist doch ein Witz oder? Du sagst also, hätte ich ein paar Minuten länger gewartet, wärst du auf die neue Stelle gestoßen und wir beide wären auf Anschlag hier oben und ich müsste keine Todesangst erleiden?“, sprach Leon, wobei er den letzten Teil mit leiser Stimme murmelte. „Irgendwie schon, ja stimmt“, gab Marco mit einem Lächeln zurück. „Okay, gut, wenn du mich kurz entschuldigst, ich gehe dann mal für die nächsten Minuten schreien, bis später“, meinte Leon und hielt sich die Hände vor das Gesicht. „Wo sind wir eigentlich?“, fragte der blonde Trainer und wechselte das Thema. Leon sah sich um. Aufgrund der schlechten Sicht in der Dunkelheit konnte er nicht viel erkennen. Sie standen auf einer kleinen Wiese. Doch plötzlich blieb sein Blick bei einem Leuchten Hängen. „Ein Lagerfeuer?“, murmelte er nachdenklich. Eher Marco antworteten konnte, schrie jemand entsetzlich laut auf. „Eindringlinge! Eindringlinge! Eindringlinge!“, schrie eine Person. Ein kleines Kind stand schreiend vor ihnen und bewarf die Freunde mit Steinen. „Hey! Lass das!“, zischte Leon verärgert, doch sein Mut sank, als noch mehr Menschen auftauchten. „Alles in Ordnung, das sind nur Kinder!“, rief ein junger Mann. Seine Freunde gehorchten ihm aufs Wort und entspannten sich langsam. Allmählich löste sich die Menge auf und nur mehr Leon und Marco verblieben gemeinsam mit dem angeblichen Anführer der Bande.

„Tut mir leid, dass ihr so angebrüllt worden seid. Und das auch mit den Steinen tut mir leid“, entschuldigte sich der junge Mann. Er hatte hübsche rot-orangene Haare, die kurz geschnitten waren. Auf der Vorderseite standen seine Haare leicht aufgestellt. Seine Augen funkelten selbst in der Nacht smaragdgrün. Dabei trug der junge Mann auffallend moderne Kleider. Passend zur seiner Haarfarbe hatte er ein bequemes, seidiges Hemd an, dazu noch eine tiefschwarze Hose und Schuhe. „Äh, j-ja, ist schon in Ordnung. Wo genau sind wir hier?“, hob Leon langsam an. „Dürfte ich mich vorstellen? Mein Name ist Ill, und ihr befindet euch gerade in unserem Hauptversteck. Dürfte ich euren Namen und euren Grund für euren Kommen erfahren?“, antwortete Ill gelassen. Dabei ließ er Leon und Marco nicht aus den Augen. Marco meldete sich als erster zu Wort. „Also ich heiße Marco, und das ist mein bester Freund Leon. Nun die Sache ist die, dass wir nicht absichtlich zu euch gestoßen sind“, fing der blonde Trainer an. „Interessant, erzählt mir bei meinem Unterschlupf mehr davon. Kommt, folgt mir“, forderte Ill auf und begab sich Richtung Lagerfeuer. Leon sah zu seinem Freund hinüber. Marco deutete an, ihn zu folgen. Gemeinsam marschierten sie hinter dem mysteriösen Ill. Ich fühle mich wie ein Gefangener. Wollte Indra etwa hierherkommen? Zu dieser Gruppe? Ob Ill Indra kennt? Sind sie verfeindet? Leon hatte viele Fragen im Kopf, aber keine passenden Antworten. Er musterte die Umgebung, sah nach links, nach rechts, nach oben, überall erhaschte er einen schnellen Blick. Oben war der Blick zu den Sternen frei. Der Mond allerdings wurde von Wolken bedeckt. Jeweils links und rechts waren nicht weit voneinander entfernt, große und schwarze, fensterlosen Hochhäuser und ließen den Ort so aussehen, als wäre man in einer Schuhschachtel gefangen. Man kann also nur durch diesen Geheimeingang rein- und rausgehen. Das Gras hörte beim Weitergehen auf zu wachsen. Nur noch aufgewühlte Erde erstreckte sich.

Je näher sie dem Lagerfeuer entgegenkamen, umso mehr konnte Leon erkennen. Etwas größere Steine steckten in der Erde und dienten als Weg-Spur. Um das Feuer selbst waren ebenfalls Steine gesteckt worden. Leon sah noch die letzten Überreste der Äste, bevor sie zur Asche verbrannten. Ein paar Funken fielen auf die schon schwarz geräucherten Steine. Viele kleine Zelte waren überall verteilt. Nur ein einziges Zelt stach sichtlich hervor. Es war im Gegensatz zu den anderen größer und moderner und hatte auch keine Schäden wie Rissspuren. Ein paar Jugendliche wärmten sich vor dem Feuer, während die kleinen Kinder schon in ihren Zelten schlafen gingen. Hier lebt jeder nach seinen eigenen Regeln. Gibt es hier keine Erwachsene? Jemand, der sich um die ganzen Kinder kümmert? Leon erschrak plötzlich. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die Kinder alle zerfetzte Kleidung trugen. Sie alle waren schmutzig und stanken schon. Sind das etwa Waisenkinder? Was geht den hier ab? Marco legte seine Hand auf die Schulter von Leon. „Bleib ganz ruhig, lass dir nichts anmerken. Tu einfach so, als wärst du selber arm, verstanden?“, flüsterte der blonde Trainer ihm ins Ohr. Leon nickte hastig. Sein Herz klopfte. Von all dem was er bisher von Empire City gesehen hatte, konnte er sich nicht einmal im Traum vorstellen, solche Kinder hier zu entdecken. Unfreiwillig betraten sie das moderne Zelt. Drinnen war es schon gemütlicher. Eine Öllampe hing an der Decke und erleuchtete den Raum. Das Zelt bot für sechs Personen einen Platz, doch momentan befanden sich nur die drei hier. Der Zeltboden war überraschenderweise sauber, es herrschte eine tolle Ordnung. Ill setzte sich auf ein Klappbett und bot den Trainern ein Platz auf zwei anderen Betten. Dankend setzten sie sich hin. Das Bett von Leon war eingerostet und hart. Ein leichtes Quietschen entwich, als er sich draufsetzte. Nervös schüttelte er seine Beine, als müsste er auf das Klo. „Also Marco, erzähl bitte weiter“, forderte Ill mit einem drohenden Blick. Unberührt von seiner Miene sprach der blonde Trainer weiter. „Wir folgten einer verdächtigen Person, die nichts Gutes im Schilde führte. Sein Ziel führte uns zur einer Sackgasse, dort befand sich aber ein Kanalisationsdeckel. Langsam gingen wir runter, um weiter zu suchen. Leider fand diese Person uns dann zuerst. Sie erwischte uns beim Spionieren und stellte uns zur Rede. Wir darauf fragten ihn, was er Alles in der Welt dort verloren hatte. Er meinte er wollte etwas nachsehen, doch wir glaubten ihn nicht. Doch dann gab er uns einen Tipp. Er meinte, dass es einen geheimen Eingang in der Kanalisation gebe. Danach verschwand er auch wieder nach oben. Wir hingegen wurden leicht neugierig und suchten nach einem passenden Eingang, den wir auch dann fanden. Und so gelangen wir zu euch. Das ist alles“, erzählte Marco ununterbrochen. Ill starrte sie mit seinen smaragdgrünen Augen wissgierig an. „Kennt ihr die Person zufällig?“, wollte er wissen. Der junge Mann wirkte aufgeregt. Marco blickte zu Leon. „Ja, sein Name ist Indra Hunter“, gab der schwarzhaarige Trainer von sich. Die Augen von Ill weiteten sich auf. Plötzlich fing er an zu lachen. Scheiße, er verliert den Verstand. Aber was ist daran so lustig? Es dauerte eine Weile bis Ill aufhörte zu lachen. „Oh das ist unglaublich. Er lebt noch, und er ist wieder hier. Er hat es also geschafft“, murmelte Ill und blickte auf einen weit entfernten Punkt.
„Du kennst also auch Indra?“, hob Marco vorsichtig an. „Ja, wahrscheinlich sogar besser als ihr. Er ist nämlich von hier“, antwortete Ill mit einem merkwürdigen Blick. Leon und Marco blieb der Mund offen. Wie bitte? Indra ist von hier? Meint er das ernst? Der rothaarige Jugendliche musterte sie fragend an. „Wisst ihr was von ihm? Wie geht es ihm so?“, fragte Ill neugierig. „Naja, ich glaube es geht im gut. Er ist ein ziemlich starker Trainer, doch leider hat er sich vor ein paar Monaten Team Alpha angeschlossen un-“, Leon wurde unterbrochen. „Team Alpha? Das würde er doch niemals tun? Warum hat er das getan? Unmöglich!“, sagte er. Ill klang nervös. „Es ist eine ziemlich lange Geschichte“, meinte Marco. „Er ist also nur wegen Team Alpha hier“, murmelte Ill und blickte zu Boden. „Und wegen dem Auswahlturnier“, fügte Leon hinzu. Ill sah ihn verzweifelt an. „Ihr kennt ihn, bitte, helft ihm Team Alpha zu verlassen. Sein Leben war schon schlimm genug. Indra muss das Team verlassen, ansonsten würde ich mir das nie verzeihen“, meinte Ill. „Warum setzt du sich so sehr für ihn ein?“, fragte Marco. Leichter Zorn drang aus seiner Stimme. „Hört mir jetzt genaustens zu. Indra Hunter war nicht immer Indra Hunter“, erzählte Ill. „Was meinst du damit?“, fragte Leon verwirrt.

Leichter Wind drang in das Zelt ein und ließ die Öllampe schwingen. Das Licht leuchtete für kurze Zeit in verschiedensten Winkeln. „Ihr befindet euch gerade in einem Versteck voller Waisenkinder. Hier sind alle elternlos, oder sind von Zuhause weggelaufen. Indra gehörte zu denen, die ihr Haus freiwillig verlassen haben. Er war unzufrieden. Seine Eltern waren bei einem Autounfall ums Leben gekommen, doch er selbst hatte Glück. Damals war er elf Jahre alt. Die Polizei steckte ihm ihn ein Waisenhaus, bis ihn schließlich jemand adoptierte. Ein junges Paar wollte unbedingt ein Kind adoptieren, doch als Indra endlich in sein neues Zuhause einzog, trennte sich seine Stiefmutter von ihrem Freund beziehungsweise verschwand sie eines Morgens. Sein Stiefvater war zornig. Er gab Indra die Schuld, dass sie ihm verlassen hatte. Der Stiefvater griff dann öfters zur Bierdose, später wurde es schlimmer. Irgendwann hielt Indra es nicht mehr aus und machte sich aus dem Staub. Damals lebte er in einer kleinen Stadt ihn Sinnoh. Heutzutage gibt es sie sowieso nicht mehr. Auf jeden Fall hat er sich in einer Fähre geschlichen, die in Fleetburg ablegte. Von dort aus gelang Indra nach Apotos. Er kämpfte sich durch bis nach Empire City. Eines Tages sah er mich, wie ich gerade ein paar Äpfel von einem Obststand stahl und folgte mir. Und so kam er hierher, zu uns“, erzählte Ill mir ruhiger Stimme. Leon traf diese Geschichte wie ein Blitz. Bisher hatte er Indra nur als zerstörerisch und egoistisch angesehen. Nie hätte er geglaubt, dass Indra solch schreckliche Sachen durchleben musste. „Er schloss sich uns dann an. Hal, der letztes Jahr leider gestorben ist, war damals unser Anführer. Er war mit siebzehn Jahren der Älteste. Damals war ich selber noch zwölf. Nachdem Indra vierzehn wurde, verstarben in der Zwischenzeit noch mehr Freunde. Das hat ihn damals ziemlich mitgenommen. Eine schlimme Seuche ging damals bei uns umher. Und ohne medizinische Unterstützung waren wir sie schutzlos ausgeliefert. Als wir dachten, wir alle würden umkommen, tauchte aus dem nichts ein hübsches Mädchen mit blonden Haaren und eisblauen Augen auf. Sie meinte, sie wäre Indra gefolgt, als er in der Stadt um Medikamente bettelte. Sie versprach uns Hilfe und brachte am nächsten Tag die nötigen Medikamente. Somit rettete sie uns praktisch das Leben. Indra verliebte sich sogar in sie, doch gab er seine Liebe nie offen zu. Sie besuchte uns jeden Tag und brachte jeden frisches Gebäck und Obst. Dadurch konnten wir seit langem wieder uns sattessen. Allerdings, nach ein paar Wochen tauchte sie nicht mehr auf. Indra und ich entdeckten sie im Nationalpark mit einem anderen Jungen. Und wie es kommen mussten küssten sich die beiden vor unseren Augen. Äußerlich ließ sich Indra nichts anmerken, doch ich wusste, innerlich war er am Boden zerstört. Wir machten kehrt und erzählten jeden von uns, dass das Mädchen nicht mehr hierherkommen wird. Später stellte sich heraus, dass sie eine reiche junge Dame war, die mit ihrer Familie erst vorkurzem in Empire City eingezogen war. An jenem Tag war Indra nicht mehr der gleiche“, erzählte Ill mit trauriger Miene.

„Und danach?“, fragte Leon mit deprimierendem Ausdruck. „Bevor ich weitererzähle, muss ich wissen, ob ich euch vertrauen kann. Versprecht ihr mir, dass ihr das Geheimnis für euch behaltet?“, wollte Ill unbedingt wissen. Leon und Marco nickten ernstvoll. Ill holte noch einmal tief Luft und sprach weiter. „Also wie schon gesagt war Indra Hunter nicht immer Indra Hunter. Vorher hieß er nämlich anders. Und zwar lautete sein wahrer Name Judal Guhl. Er änderte seinem Namen, als er beschlossen hatte, uns zu verlassen. Dabei entstand sein neuer Name unter folgenden Merkmal. Die Anfangsbuchstaben von seinen besten Freunden. Das I für Ill, meinen Namen also. Das N für Nadira, sie schläft momentan in diesem pinken Zelt. Das D für Dan, ein guter Kerl mit einem goldenen Herzen. Das R für Riccardo, unser Musikgenie. Das A für Anna, sie schläft ebenfalls im pinken Zelt. Beide Mädchen haben sich am Anfang gut um ihn gekümmert. Und nun sein Nachname, der aus Namen von Freunden besteht, die von uns gegangen sind. Das H für Hal, unser alter Anführer. Das U für Ugo, unser jüngster der aufgrund der Seuche sofort verstarb. Das N für Nathan, war ein guter Sportler mit großer Liebe zum Fußball. Das T für Tobi, der Witzbold unserer Familie. Das E für Emma, starb leider durch ein Unglück. Das R für Raphael, ein kluger Frechdachs. Leider starben sie alle vor Judals Augen. Nachdem Zwischenfall mit diesem Mädchen verließ uns Judal Guhl als Indra Hunter. Indra ist die Gegensätzliche Verkörperung von Judal. Keine Gefühle mehr zeigen. Nur noch an sich denken, das war sein neues Ziel. Es der Welt heimzuzahlen“, erzählte Ill. „Wieso hast du ihn damals nicht davon abgehalten?“, fragte Marco ruhig. „Ich konnte nicht. Es war seine Entscheidung. Ich war damals erst vor kurzem neuer Anführer, nachdem Hal an der Seuche verstarb. Danach fiel fast die gesamte Gruppe auseinander. Es waren schlimme Zeiten. Kein Essen, kein Trinken, kein Dach über den Kopf. Wir mussten alles dafür tun, um an ein bisschen Nahrung ran zu kommen. Damals war es einfach fürchterlich, aber wir überlebten. Es ist schon fast zwei Jahre her, als Indra uns verlassen hatte. In den letzten zwei Jahren kämpften wir uns durch. Jeden Tag mussten wir entweder betteln oder sterben. Emma wurde dabei erwischt und zu Tode geprügelt, weil sie nur ein Stück Kuchen probieren wollte. Sie rannte davon, doch die Menschen fingen sie und brachten sie zur einer engen Gasse zum Schweigen, für immer. Judal und ich fanden ihr Leichnam wenige Tag später. Widerliche Menschen bringen ein dreizehnjähriges Mädchen wegen ein Stück Kuchen um. Könnt ihr euch das vorstellen?! Unsere Wut! Es ist mehr als nur verständlich warum Judal nur Hass empfindet. Niemand hat uns geholfen. Wir mussten einfach mitansehen, wie unsere Freunde vor Hunger umfielen und starben!“, schrie Ill. Tränen flossen aus seinen Augen.

Leon schmerzte sein Herz. Er stellte sich vor wie Indra seine Freunde begraben musste, wie er jeden Tag an Hunger litt, sah wie seine Freunde starben. „Das tut mir schrecklich leid“, flüsterte Leon. „Dass es so schlimm war, habe ich nicht gewusst. Selbst Empire City hat seine dunklen Seiten“, meinte Marco. „Nach zwei Jahren taucht Indra wieder auf. Das ist unglaublich. Warum ist er nicht hierhergekommen? Er muss doch wissen, dass seine Familie ihn vermisst“, sagte Ill und wisch sich die Tränen von seinem Gesicht. „Ich bin sicher, dass er bald euch besuchen wird“, versicherte Leon. Plötzlich sprang Ill aus seinem Bett und kniete vor den Freunden. „Bitte, rettet ihn! Er muss sein Herz wieder öffnen. Er soll sein Leben nicht damit vergeudet, Rache auf die Menschen zu nehmen! Zeigt ihm den richtigen Weg. Ich weiß, dass er Pokemon Kämpfe liebt. Überzeugt ihm während des Kampfes, dass er frei sein darf! Erlöst Judal von Indra! Bitte!“, flehte Ill verzweifelt. Sprachlos blickte Leon zu seinem Freund. Marco sah ihn mit einem entschlossenen Blick an. „Keine Sorge, Ill. Wir werden Judal zurückholen! Komm bitte am Tag des Auswahlturnieres zuschauen. Dort werden wir gegeneinander kämpfen! Indra wird an dem Tag verlieren!“, schwor Leon und ballte die Hände zur Fäusten. „Danke“, flüsterte Ill. Langsam stand er wieder auf. „Wir schulden euch viel. Darum, lasst mich euch helfen. Trainiert eure Pokemon hier. Wir selber sind keine Trainer, aber das geht schon. Meine Freunde und ich können euch bestimmt helfen. Fangen wir gleich morgen mit dem Training an!“, meinte Ill motivierend. Er war festentschlossen, den Trainern zu helfen. Sie mussten unbedingt Indra von Judal trennen.

„Ihr könnt gerne heute bei mir übernachten. Leider gibt es kein Abendessen“, sagte Ill. „Vielen Dank“, meinten die Freunde. „Sag mal, Ill. Ihr zapft Wasser von der Kanalisation ab, richtig?“, hob Marco an. „Ja, das hat Riccardo angestellt. Er ist einfach ein Genie mit viel Talent“, gab der Anführer zurück. „Irgendwann wird Empire City Leute schicken, um die Leitungen zu überprüfen. Passt auf, dass sie euch nicht damit erwischen“, meinte Marco freundlich. „Ja, danke für deinen Rat“, bedankte sich Ill und setzte sich wieder auf sein Bett. „Was ich immer noch nicht ganz verstehe ist, wieso ihr euch keine Hilfe von der Polizei holt? So schlimm sind die Typen auch nicht, wie man sich so erzählt“, erwähnte Leon vorsichtig. „Ich weiß was du meinst, aber die Polizei würde dann sofort unser Versteck aufspüren und uns alle in einem Waisenhaus stecken. Vermutlich würden wir getrennt werden und ein paar würden wieder in ihr altes Zuhause verfrachtet. Das Risiko können wir nicht eingehen“, erklärte Ill mit freundlicher Stimme. Leon nickte verständnisvoll. Marco gähnte ausgiebig. „Wir sollten dann mal ins Bett. Mitternacht ist sicherlich schon vorbei. Morgen geht das Training wieder los, also rein ins Bett, Leon“, befahl Marco und zog sich langsam seinen Pyjama an. „Gute Nacht ihr zwei“, verabschiedete sich Ill und verließ das Zelt. Auch Leon musste gähnen. „Die ganze Sache hier wird immer verrückter. Unsere Reise ist einfach unglaublich“, meinte Leon und legte sich ins Bett. Marco grunzte als Antwort. Leon lachte kurz und schloss die Augen. Indra, ich werde dich besiegen und Judal zurückbringen. Es wird Zeit, dass du wieder du selbst wirst. Leon sah noch, wie Ill wieder das Zelt betrat und die Öllampe ausmachte. Die Augenlider wurden immer schwerer und Leon sank im Tiefschlaf...


Viel Spaß!
Kurze Ankündigung: Dies war vorerst das letzte Kapitel. Keine Sorge, ich höre nicht mit dem Schreiben auf. Ich plane nämlich eine Vorgeschichte für Indra zu schreiben. Da sowas länger als die normalen Kapiteln sein wird, könnte es etwas dauern, sie zu veröffentlichen. Also wundert euch nicht, wenn ihr eine gewisse Zeit nichts von mir hören werdet. Also genießt das Kapitel und bis später, treue Leser :)
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Re: Auf in die Welt

#1294502 von KleinKokuna
10.09.2017, 20:19
Okay, die Wendung bzw. Offenbarung in diesem Kapitel hat mich jetzt so positiv überrascht, dass ich einfach etwas dazu schreiben möchte^^.

Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass hinter Indra Hunter so viel mehr steckt als ein auf den ersten Blick eiskalter, machthungriger Psychopath! Sondern das diese dunkle Persönlichkeit quasi der 'Schutzschild' einer armen, verletzten Seele ist, die schon viel zu viel Leid miterleben musste :~ . Das hast du alles so richtig gut beschrieben, denn jetzt kann ich irgendwie schon verstehen, warum der Junge sich so gibt und sich so ohne Skrupel deinem Verbrecherteam angeschlossen hat - da kann man ja fast schon wieder Mitleid mit ihm kriegen :/.

Jetzt bin ich natürlich auf seine Vorgeschichte mehr als gespannt und natürlich auch darauf, wie deine Story an sich weitergeht, klingt jetzt vielleicht morbide, aber es geht doch nichts über ein Drama^^.

Und ganz nebenbei: Ich feiere ja den Namen deines Anführers von diesen Waisenkindern. Muss nämlich immer an 'Alfred Ill' aus Friedrich Dürrenmatts Theaterstück 'Der Besuch der alten Dame' denken xD! (Vielleicht kennst du das ja?)
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Re: Auf in die Welt

#1294561 von Donnerkralle
11.09.2017, 20:06
Freut mich, dass es dir gefallen hat :).
Indra Hunter ist selbst für mich ein interessanter Charakter. Es macht viel Spaß, über seine Vergangenheit zu schreiben. Ich denke, nachdem die Vorgeschichte dann fertig ist, kann man sich ein neues/besseres Bild über ihn machen.

Zur Vorgeschichte selbst: Sie ist schon in Bearbeitung, allerdings komm ich nicht mehr so oft wie früher zum Schreiben *hust Schule*
Aber keine Sorge, sie wird bald erscheinen. Ein genaues Datum kann ich zwar momentan nicht angeben, aber spätestens bis Ende Oktober sollte ich fertig werden und dann geht es natürlich mit der normalen Story weiter, für die auch schon einiges geplant ist.

Zum Namen von Ill:
Tatsächlich kenne ich das Stück. Vor 2 Jahren haben wir in der Schule das Buch davon gelesen. Dort haben wir dann Rollen vergeben, wie eben die Rolle von Alfred Ill. Den Namen Ill kannte ich allerdings schon viel früher. Als ich erstmals lesen gelernt habe, da habe ich irgendwo schon mal den Namen Ill gelesen. Damals dachte, dass wären drei große i. Ja, die Volkschullehrerin hatte natürlich was zu Lachen :]

Nachtrag 14.10.17
Die Vorgeschichte ist beinahe fertig (85%)
Mit anderen Worten: Am 31. Oktober wird sie veröffentlicht

Nachtrag 31.10.17
Aufgrund familiäre Probleme muss ich das Erscheinenungsdatum leider verschieben...

Nachtrag 15.12.17
Gute Neuigkeiten. Die Geschichte ist zu 99% schon fertig. Es fehlt nur mehr die Kontrolle und evtl. Überarbeitungen, und wird in den kommenden Tagen (wahrscheinlich Beginn der Weihnachtsferien/ Beginn von Weihnachten veröffentlicht.
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Re: Auf in die Welt

#1302038 von Donnerkralle
28.01.2018, 20:55
Kapitel 33: Rockstar
Zitternd schlug Leon seine Augen auf. Kalte Luft drang in das Zelt ein. Sein schwarzer Schlafsack war offen. Verwirrt sah sich der Trainer um. Oh man, es fühlt sich so an, als hätte ich eine Ewigkeit geschlafen. Warum bin überhaupt in einem Zelt? Leise hievte er sich aus dem rostigen Klappbett, dem dennoch ein kurzes Quietschen entwich. Ah ja! Wir haben ja gestern Ill und die anderen getroffen. Leon streckte sich ausgiebig und blickte zu seinem schlafenden Freund. Marco schlief noch seelenruhig. Ein kühler Windzug blies Leon durch die Haare. Ein leichter Schauer durchfuhr ihm. In der Dunkelheit konnte er sich nur mit viel Mühe zum Zelteingang schleichen, immerhin wollte er nicht gegen irgendwas anstoßen und seinem Kindheitsfreund damit aufwecken. Deshalb tastete er den Boden gut ab, kniff die hübschen, blauen Augen zusammen und versuchte nach kantigen Ecken zu suchen. Nachdem er sich mehrmals vergewisserte, dass nichts Gefährliches ihm dazwischenkommen könnte, schlich sich Leon wie ein Ninja zum Zelteingang. Eine kleine Öffnung ließ die kalte Luft hinein. Leicht genervt verschloss der Trainer den Eingang, doch plötzlich hörte er Stimmen von draußen.

Neugierig lehnte Leon vorsichtig sein Ohr gegen den Zeltvorhang, um zu lauschen. Allerdings konnte er nur undeutliches Gemurmel aufschnappen. Deswegen entschied sich der schwarzhaarige Junge dazu, ganz normal hinauszutreten und so tun, als wäre er nur zufällig aufgetaucht. Leon holte tief Luft und schob sich durch den Eingang. Sofort überrannte ihm die kühle Luft. Der Himmel war in der Morgendämmerung milchig fahl, und noch hingen Nebelschwaden in der Luft. Auf der Lichtung entdeckte Leon gerade noch den rothaarigen Jungen Ill, der sich mit den anderen Bewohnern draußen unterhielt. Einer von ihnen entdeckte sogleich Leon. Ill folgte dem Blick seines Freundes und sah den schwarzhaarigen Jungen überrascht an. Auf der Stelle eilte Leon zu der kleinen Gruppe um sie aufzuklären. „Morgen Leute!“, begrüßte Leon gleich und versuchte normal zu klingen. In Wahrheit aber klopfte sein Herz wie verrückt. „Ah, guten Morgen, Leon. Brauchst du etwas?“, gab Ill zurück. „Ach, ich konnte einfach nicht schlafen. Das ist alles“, antwortete Leon und lächelte leicht.

„Verstehe, ich hoffe, wir haben dich nicht aufgeweckt. Wir stehen meistens frühzeitig auf“, erklärte der rothaarige Junge freundlich. „Du bist also dieser Leon, der Indra Hunter über den Weg gelaufen ist?“, erkundigte sich ein hübscher Bengel mit dunkelgrauen Haaren, die mittellang geschnitten waren. Der Junge trug moderne Sachen. Eine schöne, schwarze Jeans und schwarze Schuhe, dabei trug er noch ein seidiges, weißes Hemd, und wo die Knöpfe befestigt waren, bildeten diese eine schwarze Linie. „Grüß dich, mein Name ist Riccardo“, stellte sich der hübsche Junge vor. „Und ich bin die Anna!“, rief eines der Mädchen fröhlich. Sie hatte wunderschöne, schwarze Haare, die sie mittelkurzgeschnitten hielt. Das andere Mädchen mit den schulterlangen, schwarzen Haaren stellte sich neben ihrer Freundin. „Du darfst zu mir Nadira sagen“, meinte sie kühl. „Ähm, hallo allerseits“, stotterte Leon. Er fühlte sich unwohl. Immerhin war er hier der Außenseiter. Nie könnte er sich ein Leben hier vorstellen. „Ist das etwa ein Poketech?“, Riccardos Stimme riss ihn in die Gegenwart zurück. „Ja, richtig erkannt“, gab Leon zurück. „Cool, und was ist denn dieser glänzende Kristall daneben?“, wollte dieser wissen. Leon erinnerte sich an die ausführliche Erklärung vom Häuptling Siba, der ihm diesen hübschen, aber auch mysteriösen Kristall schenkte. „Ein sogenannter Z-Kristall“, meinte der schwarzhaarige Trainer und hob seinen linken Arm zur Veranschaulichung.

„Du bist ein wahrer Glückspilz. Mit diesem Kristall kannst du das volle Potenzial aus deinen Pokémon herauslocken und eine unglaubliche starke Z-Attacke ausführen“, schilderte Riccardo voller Begeisterung. „Wow, ist ja der Wahnsinn! Du kennst dich richtig gut aus“, staunte der junge Trainer. „Weißt du, Leon, Ricky ist ein wahres Genie sowohl in Musik als auch in Allem. Nur weil er hier lebt, heißt das noch lange nicht, dass er oder wir ungebildet sind“, predigte Ill und grinste gelassen. Gleichzeitig war der Anführer stolz auf seinen besten Freund. Seinetwegen war das Leben im Lager viel angenehmer und einfacher. Durch die Intelligenz von Riccardo konnten sie die Umstände verbessern und Probleme schneller lösen. Dies ist einer der Gründe, warum das Musikgenie so beliebt war. „Auf jeden Fall solltest du diese Z-Kraft nutzen. Sie könnte dir einen wichtigen Vorteil im Kampf verschaffen. Soweit ich weiß, gibt es nicht viele Trainer in Unorga, die die Z-Kraft für sich einsetzen können“, erklärte Riccardo gelassen. Plötzlich ging Ill ein Licht auf. „Das bringt mich auf eine Idee. Da du und dein Freund sowieso für das Auswahlturnier trainieren wollt, solltet ihr sofort damit anfangen. Gleichzeitig müsst ihr die Z-Kraft richtig einsetzen können und euch einen Platz unter den Top 50 sichern. Viel Zeit bleibt euch nicht, fangt also am besten gleich jetzt an zu trainieren“, schilderte Ill seinen hervorgebrachten Plan.

Allmählich besserte sich die Laune von jeden. Ill hatte nämlich noch vor kurzem seinen Freunden erzählt, dass Leon und Marco versuchen würden, Indra Hunter zu besiegen, damit Judal zu seiner alten Persönlichkeit finden konnte. Darum möchten sie den beiden Trainern mit all ihrer Kraft unterstützen. Leon war schon Feuer und Flamme. Er wollte unbedingt trainieren. Deswegen marschierte er in das große, weiße Zelt und weckte sogleich seinen besten Freund auf. „W-was ist? Kann man hier nicht einmal in Ruhe schlafen?“, nörgelte Marco halbverschlafen. „Hörzu, Marco. Wir haben nicht einmal mehr ein Monat Zeit bis das Punktesystem gesperrt wird. Komm schon, wir müssen trainieren und uns Punkte holen!“, drängte Leon angespannt. Die Zeit lief ihnen allmählich davon. Bei diesen Worten sprang Marco motiviert aus dem Klappbett. „Fein, lass mich wenigsten einmal umziehen beziehungsweise solltest du dich lieber auch umziehen. Mit deinem süßen Pyjama wo kleine Flemmli aufgedruckt sind, wirkst du nicht gerade wie Indra“, neckte Marco und grinste schelmisch. Leon blieb der Mund offen. Oh nein! Sag mir nicht, ich bin so hinausgegangen und habe mit Mädchen geredet, während ich diesen lächerlichen Pyjama getragen habe! Mit hochroten Kopf durchsuchte Leon rasch seinen Rucksack nach frischen Klamotten. Schnell zog er sich seine schwarze Hose an, schlüpfte in das weiße T-Shirt und legte sich seine pechschwarze Jacke an. „Jetzt bin ich bereit!“, grinste Leon selbstsicher.

„Okay Leute, zeigt uns mal eure Pokémon“, forderte Ill auf. Leon und Marco fackelten nicht lange und holten ihre Pokémon heraus. Lohgock, Lanturn und Zoroark stellten sich schützend neben Leon während ein knuffiges Pikachu bereits durch das Lager rannte und alles sorgfältig beschnupperte. Fröhlich quickend flitzte es herum, manchmal zwischen den Beinen von Anna oder Nadira. Lucario und Frosdedje blieben ruhig neben Marco und beobachteten die Fremden mit wachsamen Augen. „Wow, da habt ihr aber eine bunte Truppe“, staunte Ill. Riccardo gesellte sich neben seinem Anführer und Freund. „Sie wirken sehr kräftig, aber mir scheint es so, dass sie nicht viel Kampferfahrung mit euch als Trainer haben. Wobei Lohgock und Lucario dann doch noch ... ähm erfahrener aussehen. Diese beiden haben schon einige Kämpfe mit euch als Trainer bestritten, aber bei den anderen mache ich mir eher Sorgen. Bei diesem Auswahlturnier kommen die stärksten Trainer aus ganz Unorga zusammen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Dort herrscht ein völlig anderes Niveau als ihr gewöhnt seid. Nehmt euch in Acht, eure Pokémon könnten sich schwer verletzen, wenn sie gegen durchtrainierten Pokémon gegenüberstehen“, teilte Riccardo sein Wissen mit.

„Braucht ihr eigentlich nicht sechs Pokémon für das Turnier?“, mischte sich Ill ein. Während die vier Jungen sich miteinander unterhielten, spielten Anna und Nadira mit Pikachu und Lanturn. „Nicht ganz“, korrigierte Marco und freute sich, dass auch er mal etwas erklären konnte. „Wie ihr vermutlich bereits wisst, versammeln sich die Top 50 Trainer. Bei so einer großen Anzahl würde das Turnier Wochen dauern, wenn die Trainer all ihre sechs Pokémon einsetzen würden. Deswegen hat die Pokémon Liga das Turnier in drei Stufen eingeteilt: Als Erstes beginnt die Vorrunde, wo jeder Trainer nur eins seiner sechs Pokémon anmelden muss. Austauschen darf man sie in der Vorrunde allerdings nicht. Es wird runtergespielt bis nur noch sechzehn Trainer übrigbleiben. Danach folgt das Halbfinale, wo die Trainer endlich drei Pokémon verwenden dürfen. Nachdem nur noch vier Trainer übrigbleiben, so folgt das große Finale, wo jeder sein ganzes Team, bestehend aus sechs Pokémon, verwenden muss“, sagte Marco mit stolzer Miene. „Gut, dann wäre das geklärt“, meinte Ill und sah wieder zum nachdenklichen Riccardo.

„Welche Z-Kristalle habt ihr bereits schon erhalten?“, wollte Riccardo wissen. Marco sah hoffnungsvoll sein Frosdedje an. Diese schwebte langsam zum Genie und streckte ihre Arme aus. Plötzlich wurde der Körper des Eis Pokémon in einer weißen Aura umhüllt. Schemenhaft tauchte kurzzeitig das Glacium Z auf. Danach verschwand die Aura und Frosdedje gesellte sich wieder zu ihrem Trainer. Mit großen Augen standen Ill und Riccardo da und mussten erst einmal das Geschehen realisieren. „Wow, das war irgendwie schön“, staunte Ill. „Das war das Eis-Z-Kristall, auch genannt Glacium Z. Das ist momentan der einzige Kristall, den wir besitzen“, hob Marco an. „Heißt also, dass nur dein Frosdedje eine Verwendung dafür hat“, schlussfolgerte das Musikgenie.

„Guten Morgen, Dan“, begrüßte Anna freundlich das jüngste Mitglied der Gruppe, der gerade aus verschlafend aus dem Zelt trat. „Hallo, was ist hier los?“, fragte Dan sogleich. Kurz und bündig fasste Nadira die Neuigkeiten für Dan zusammen. „Z-Kristall?!“, entfuhr es ihm gleich. Überrascht von seinem lauten Aufschrei blickten alle anderen zum blonden Jungen hinüber. „Dan, was hast du denn?“, erkundigte sich Anna besorgt. „Oh, tut mir leid, ich wollte euch nicht erschrecken. Wartet hier auf mich, ich bin gleich wieder da“, mit dieser Antwort huschte der Junge blitzartig in ein kleines Zelt. „Hä? Was geht denn hier ab?“, fragte sich Leon. Plötzlich tauchte Dan freudenstrahlend aus dem Zelt auf und hielt in seinen Händen einen blauen, glänzenden Kristall. Trotz seinen verkrüppelten Fingern hatte er keine Probleme, diesen Kristall sicher zu halten. „Von wo hast du das her?“, wollte Riccardo unbedingt wissen. Auch Ill staunte nicht schlecht, als Dan seinen Z-Kristall Leon und Marco anbot.

„Das ist das Geschenk meiner Mutter, sie war eine tolle Vogelfängerin. Sie schenkte es mir, als sie im Sterben lag. Leider konnte ich damit nicht viel anfangen, aber ich bin sicher, ihr werdet eine Möglichkeit finden, es richtig anwenden zu können“, erzählte der blonde Junge und lächelte. Seine Augen waren feucht. Der Tod seiner lieben Mutter nahm ihn bis heute noch mit.
„D-danke, aber wir wollen dir dieses wunderbare Geschenk nicht wegnehmen“, lehnte Leon dankbar ab. „Momentmal“, mischte sich Marco in die Gelegenheit ein, „Leon, hast du schon vergessen, was Siba uns damals erklärt hatte? Wir können den Z-Kristall auf unsere Pokémon duplizieren, quasi übertragen ohne das Original zu verlieren. Wir borgen uns das Aerium Z einfach kurz aus.“ Verblüfft sah Leon seinen besten Freund an. Allmählich drangen schon die ersten Sonnenstrahlen ein und erwärmten das Lager. „Das könnte klappen, aber welches von unseren Pokémon beherrscht eine Flug Attacke?“, erinnerte Leon.

Dieses Mal schwieg Marco. Riccardo musterte nochmals die Pokémon der Trainer. „Ich könnte mit meinem Rechner nachschlagen, ob eines eurer teuren Pokémon eine brauchbare Flug Attacke erlernen kann. Dafür muss ich mich in mein Zelt zurückziehen. Bis gleich“, sagte das Genie und spazierte in ein mittelgroßes, türkise Zelt, wo vorne zwei große, schwarz gedruckte f zu lesen waren. „Okay, solange Ricky im Fortissimo in Divinpedia rumstöbert, sollten wir lieber anfangen, zu trainieren. Und zufälligerweise kenne ich einen sehr guten Übungspartner“, erwähnte Ill mit einem schelmischen Grinsen. „Ill, du wirst doch nicht?“, hob Nadira sofort an. „Oh doch. Nadira, geh bitte mit Dan und Anna auf Nahrungssuche. Nachdem Training werden wir sicherlich hungrig sein“, ordnete Ill an. Das Mädchen seufzte. „Na schön, sag aber nicht, ich hätte dich nicht gewarnt“, meinte sie und ging mit ihren Freunden zum Geheimeingang.

Anna hörte auf Pikachu zu streicheln, erhob sich und gesellte sich zu Nadira. Dan übergab hastig den Aerium Z an Ill und lief den beiden jungen Damen hinterher. „Hä? Was werden wir jetzt genau tun?“, wandte sich Leon an den Anführer. Der rothaarige Junge steckte sich den blauen Kristall in die Hosentasche und fuhr sich kurz durch seine hübschen Haare. Danach holte er tief Luft, als würde er sich auf einen heftigen Kampf vorbereiten. „Sagen wir mal so, dass es ein Intensivtraining sein wird. Ich erkläre euch alles später. Am besten folgt ihr mir einfach“, meinte Ill und grub seine Hände ebenfalls in die Hosentaschen. Marco sah den Anführer mit einem schrägen Blick an. „Was verheimlichst du uns?“, wollte der blonde Trainer wissen. Doch Ill marschierte ohne Antwort los. Gelassen machte er sich auf dem Weg zum Geheimeingang und deutete mit einer Geste ihm zu folgen.

„Was meinst du?“, fragte Marco und blickte zu Leon rüber, der schweigsam Ill beobachtete. „Hm, folgen wir ihm einfach. Wer weiß, vielleicht wird uns dieses Training noch stärker machen. Probieren wir´s einfach aus und vertrauen wir ihm“, gab der schwarzhaarige Trainer von sich. Rasch holten sie ihre Pokémon zurück und liefen Ill hinterher. Sie ließen den aufgewühlten Boden hinter sich. Allmählich wuchs das hellgrüne Gras und überdeckte Großteils den Erdboden. Die kleine Gruppe blieb vor dem gerade mal menschengroßen Loch stehen. „Gut, ich hoffe ihr erinnert euch noch daran, wie man diesen Weg benutzt“, fing Ill an. „Ja schon, aber zwischen den letzten Stufen ist eine verdammt große Lücke“, erwiderte Marco und sah besorgt nach unten. Ill fing an zu lachen. „Haha, keine Sorge Leute, wir verwenden den neuen Eingang. Der befindet sich gleich- “, Marco unterbrach ihn, „Ich weiß schon, wo er sich befindet, aber dennoch danke.“ Ill blieb derweil noch der Mund offen. Marco! Wieso warst du gerade so unhöflich? Er ist immerhin ein Anführer. Leon biss sich in die Unterlippe. Doch zu seiner Überraschung reagierte Ill ganz entspannt. „Fein, dann nichts wie runter“, sagte er motivierend und ließ den beiden Trainern den Vortritt.

Vorsichtig schlüpfte Leon als Erster durch das Loch, hielt sich aber mit den Händen noch an der Oberfläche fest. Erst als der Trainer die knorrige Holzstufe spürte, ließ er sich leicht wie eine Feder fallen. Gleich da neben war eine kleine Öffnung. Tief Luft holend streckte Leon sein linkes Bein und versuchte hineinzuschlüpfen. Gleichzeitig hielt er sich so gut wie möglich an den Wänden fest. Recht bald stieß er auf etwas Hartes. Er tastete sich gründlich durch und zwängte langsam sein zweites Bein durch die Öffnung. Danach ließ er sich achtsam hineinrutschen.

Sein Becken passte zum Glück irgendwie rein und nachher war es ein Leichtes, völlig durch das kleine Loch hindurchzupassen. In dem gegenüberliegendem Raum gab es mehr Platz. Aktuell stand Leon eingeklemmt, um sich nicht den Kopf anzustoßen, auf einen flachen, kantigen Stein, der von Dreck übersät war und unterhalb der Öffnung in der Wand steckte. Wenige Zentimeter befand sich eine schmutzige Leiter, die dennoch stabil wirkte. Zitternd griff Leon nach den Sprossen. Nachdem er festen Halt gefunden hatte, ließ er seine Beine vom flachen Stein einfach runterrutschen. Allerdings stieß er sich mit dieser Aktion gegen die Metallsprossen.

„Ah!“, entwich es dem schwarzhaarigen Trainer. Trotz wildem Schmerz kletterte er verstummt nach unten. Glücklicherweise stand der Eingang zur Kanalisation frei. Scheint, als wäre die Mauer erst vor kurzem beiseitegeschoben worden. Hastig kroch Leon durch die winzige Öffnung und tauchte in der Kanalisation auf. Dies bemerkte er schnell, da seine Jacke und sein weißes T-Shirt mit dem nassen Boden in Kontakt treten durften. Oh mein Gott! Das ist so ein widerliches Gefühl! Mit einem leichten Schauer rappelte sich der Trainer wieder auf und wartete auf seine Begleiter.

„Da bist du ja endlich, Leon“, neckte Marco und grinste selbstsicher. „Warte was?“, stammelte Leon überrascht. Hinter Marcos Rücken tauchte auch Ill auf. „Ähm, welchen Weg hast du denn bitte eingeschlagen?“, fragte Ill mit einem schelmischen Grinsen. „I-ihr zwei, w-was läuft hier schon wieder?“, stotterte Leon nervös. „War dir nicht klar, dass beim Runtergehen die Holzstufen den schnelleren Weg bilden, als diese Leiter?“, klärte Ill die Situation auf. „Warum habt ihr mir das nicht verraten?“, japste Leon und blickte verstörend drein. „Naja, wir haben angenommen, dass du darüber Bescheid weißt. Immerhin bist du gleich hinuntergeklettert“, meldete sich Marco zu Wort.

„Das darf doch nicht wahr sein“, flüsterte Leon und kratzte sich am Kopf. Ill klatschte in die Hände. „Wie auch immer, es wird Zeit euch aufzuklären. Leon, Marco, ich nehme stark an, dass ihr von dieser Richtung gekommen seid“, begann Ill und zeigte mit dem Zeigefinder in die Richtung, wo in der Ferne etwas Licht die Entwässerungsanlage erhellte. Die beiden Trainer nickten eifrig. „Gut, wir gehen aber in die andere Richtung. Dort lungert ein schreckliches Monster“, offenbarte der rothaarige Junge kurz und bündig. „Ein Monster?“, wiederholte Leon und seine Neugier war geweckt. Es juckte ihm in den Finger, gegen dieses Wesen anzutreten.

„Jep, wir haben vor ein paar Wochen eine kleine Exkursion durch die Kanalisation gemacht und wollten mal nachsehen, was sich alles dort hinten verbirgt und wären beinahe ums Leben gekommen“, teilte Ill seine Erinnerung mit und grinste. „Ein Kanalisationsmonster, eh? Klingt ziemlich klischeehaft. Sicher, dass ihr euch das nicht eingebildet habt?“, überprüfte Marco mit skeptischem Blick. „Ganz bestimmt“, bestätigte Ill. „Finden wir es selbst heraus“, knurrte Leon begierig nach einem wilden Kampf. „Geht einfach gerade aus, ihr werdet nicht lange brauchen, um zu erkennen, wie Nahe ihr dem Monster schon seid. Ich selber habe es nur einmal mit meinen hübschen Augen gesehen und ich kann euch versprechen, dass es wilder als wild ist. Deswegen nennen wir es Rockstar. Ein ziemlich passender Name, wie ich finde“, plauderte Ill gelassen.

Zu dritt setzten sie ihre kleine Wandertour durch die feuchte Kanalisation fort. Bis auf das nervige Tropfen von Wasser herrschte wie üblich eine unheimliche Stille. Leons Sorgen breiteten sich plötzlich weiter aus, nachdem dieser Teil der Entwässerungsanlage noch dunkler und düsterer wirkte. Er hatte das Gefühl, beobachtet zu werden. Auf einmal kratze etwas Scharfes gegen die Wand. Sofort erschraken alle und sahen sich panisch um. Leon hielt schon mit verschwitzter Hand seinen Pokéball. Ein tiefes Knurren drang aus der Finsternis. Plötzlich ertönte ein weiteres Geräusch. Dieses Mal wirkte es, als hätte sich das Monster gerade erhoben. Drohende, blutrote Augen funkelten in der Dunkelheit. Leon und seine Begleiter zitterten vor lauter Angst. Selbst Ill, der immer gelassen und ruhig wirkte, schauerte es beim Anblick der fiesen Augenpaare. „Hallo, Rockstar. Lange nicht mehr gesehen“, flüsterte Ill und grinste ängstlich. „Es wird uns in Fetzen reißen“, murmelte Marco und wich ein Schritt zurück.

Augenblicklich brüllte das Monster laut auf und die Gruppe rannte panisch davon. Doch Rockstar nahm die Verfolgung auf. In den Geheimeingang rennen und nach oben klettern stand nicht mehr auf der Machbarliste, da das Monster sie sicherlich schwerstens daran hindern würde. Deswegen liefen sie einfach vorbei und rannten weiter und weiter. Leon wagte es nicht einmal nach hinten zu sehen, um seinen Verfolger zu erblicken. Stattdessen raste er gemeinsam mit Marco und Ill mit pochendem Herzen durch die Entwässerungsanlage. Allmählich kamen sie dem grellen Licht näher, doch anhalten konnten sie trotzdem nicht. Leon bemerkte, dass Ill so langsam die Puste ausging. Deswegen fasste er kurzerhand einen Entschluss. Mutig blieb er auf einmal stehen, drehte sich blitzartig um und warf seinen Pokéball direkt auf das Monster. Im letzten Moment wichen Marco und Ill den stehengebliebenen Trainer aus. Der Pokéball traf Rockstar mitten ins Gesicht. Dieser schrie vor Wut auf. Doch dann erschien Lohgock.

„Looohgock!!“, brüllte das Feuer Pokémon. Sein gegenüber verstummte und starrte das Großbrand Pokémon mit hasserfüllten Augen an. Im Licht konnte Marco das Wesen identifizieren. „Leon, das ist ein Maxax!“, rief der blonde Trainer. „Ein Maxax? Bist du dir sicher? Seine scharfen Schuppen sind ja komplett schwarz!“, jaulte Leon und versuchte sich zu beruhigen. „Ja, der Körperbau ähnelt dem einem normalen Maxax! Doch dieser ist ziemlich groß! Pass auf dich auf!“, brüllte Marco mit einem sorgenvollen Blick. Er und Ill stellten sich in den Hintergrund, damit sie in der Hitze des Gefechts nichts abbekommen würden und boten gleichzeitig mehr Platz für Leon und Lohgock.

Mittlerweile erkannte auch Leon das ragende Drachen Pokémon. Die zwei zu Klingen geformten, unzerstörbaren Stoßzähne, welche aus seinem Maul herauswachsen, machten eine beeindruckende Anschauung. Die schwarzen Klingen waren nach hinten langgezogen und ließen es noch bedrohlicher wirken. Das schillernde Maxax knurrte. Nachdem Lohgock seinen Gegner zu Ende gemustert hatte, schossen auf der Stelle lodernde Flammen aus seinen Handgelenken. „Seine Flammen lodern stärker denn je. Das bedeutet, dass Maxax ein ordentliches Stück Arbeit ist. Aber egal, wir beiden werden mit ihm schon fertig! Rockstar, heute bist du dran!!“, brüllte Leon energisch und Lohgock stimmte mit ein.

„Lohgock, greif an mit Doppelkick!“, befahl sogleich Leon. Sein Partner sauste sofort los, sprang in die Höhe, schlug aber mit dem Kopf gegen die Decke und brach seinen Angriff mit einem Japsen ab. Während das Feuer Pokémon zu Boden fiel, wurde Rockstar von dunkelroten Schockwellen umhüllt. Das schwarze Maxax vollführte einen mystischen Tanz und wirkte auf einmal viel kräftiger. „Lohgock, nochmal Doppelkick, achte aber auf deine Umgebung!“, brüllte Leon panisch. Dieses Mal schoss Lohgock direkt auf Rockstar vor, doch dieser holte mit seinem Kopf aus und verpasste dem Großbrand Pokémon mit seinen scharfen und harten Klingen einen heftigen Hieb gegen dessen Kopf. Lohgock wurde binnen von Sekunden in das Abwasser geschleudert. Platsch!
„Steh auf!“, rief Leon. Das Feuer Pokémon sprang wütend aus dem schmutzigen Wasser heraus. Nun kochte es vor Wut. Seine Flammen lodernden heller als die grellen Lichter.

Die Temperatur veränderte sich. Jetzt war Lohgock in seinem Element. Es stürzte sich erneut auf Rockstar und wollte ihm zwei kraftvolle Tritte verpassen, doch dieser wehrte es geschickt mit seinem langen Schweif ab. Danach packte Rockstar das Feuer Pokémon und verpasste ihm einen schmerzhaften Kopfschlag. Doch Lohgock ließ sich nicht davon beirren und holte einen geschmeidigen Tritt gegen das Kinn des brutalen Drachen Pokémon aus. Dieser verlor kurzerhand das Gleichgewicht. „Feuerfeger!“, befahl Leon aufgeregt. Auf der Stelle fingen die Füße von Lohgock an zu brennen. Leicht in die Höhe sprang das Pokémon und schlug mit einer tollen Drehung zweimal gegen den Kopf von Rockstar. Dieser taumelte nach hinten. „Jetzt Doppelkick!“, jaulte Leon. Das Feuer Pokémon sprang nochmals leicht in Höhe und boxte mit seinen Füßen gegen die Brust vom Drachen Pokémon und haute es zu Boden.

Hastig rappelte sich Rockstar wieder auf und brüllte zornig. Nun stieß es eine fürchterliche Aura aus. Maxax strahlte pure Boshaftigkeit aus. Wie ein schwarzer Schatten stürzte es sich auf Lohgock und verprügelte es mit ganzer Kraft. Es holte mehrmals mit seinen dünnen, aber recht kräftigen Armen aus und boxte Lohgock immer gegen den Bauch. „Lohgock, wehr dich doch!“, schrie Leon überrascht. Was ist los? Wo bleibt der Temposchub? Mittlerweile müsste es doch viel schneller sein. Wieso wehrt sich Lohgock denn nicht? Panisch beobachtete Leon das Geschehen. Sein Partner wurde übel zu gerichtet. Dieses Mal vollführte Rockstar eine Drehung und brachte das Großbrand Pokémon aus der Balance, indem es ihm die Füße mit seinem kraftvollen Schweif wegzog. Sobald Lohgock wehrlos am Boden lag, holte Rockstar blitzartig mit seinem Kopf aus und rammte es mit unglaublicher Geschwindigkeit und Brutalität gegen das Gesicht von Lohgock. Ein lautes Krachen und Geschreie ertönte. Durch den gewaltigen Kopfstoß bebte kurzeitig der Boden. Der nasse Boden hielt die Belastung nicht mehr aus und brach etwas ein. Allmählich beruhigte sich Rockstar wieder.

„Das war sein Wutanfall!“, kreischte Marco. Leon stand wie gelähmt da. Sein Partner wurde vor seinen Augen platt gemacht. „Lohgock ...“, flüsterte Leon ängstlich. „MAXAX!!“, brüllte Rockstar laut. Doch statt anzugreifen, zog es sich zurück und ließ seinen besiegten Gegner in Frieden. Auf der Stelle rannte der schwarzhaarige Trainer zu seinem verletzten Partner. „Lohgock, Lohgock, bitte, es wird alles gut! Halte durch mein Freund!“, tröstete Leon sein Pokémon...
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Re: Auf in die Welt

#1302096 von KleinKokuna
30.01.2018, 19:07
Wieder ein schönes Kapitel geworden :).

Mir gefallen die ganzen kleinen Details, die du eingefügt hast und auch wenn sich hier jetzt (noch) nichts weltbewegendes Ereignet liest sich dein neues Kapitel sehr schön flüssig und mit Spannung. Schließlich möchte zumindest ich ja schon wissen, wie Marco und Leon ihr Team auf Vordermann bringen, um gegen Indra bestehen zu können.

Und der 'Sparringpartner', den Ill für die beiden vorgesehen hat, hat es ja wohl mehr als in sich und ist auch eine klasse Überraschung :D.

Bei einem Monster aus der Kanalisation denkt man ja zuerst an so was klischeehaftes wie ein Sleimok oder ein Rattikarl, aber doch nicht an ein schillerndes, megastarkes Maxax mit einem mehr als passenden Namen - echt cool 8)

Bin schon auf die nächsten Kapitel gespannt :).

P.S: Hübscher Pyjama den Leon da übrigens anhat :P.
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Re: Auf in die Welt

#1302118 von Donnerkralle
31.01.2018, 23:35
Vielen Dank für deinen Kommentar, KleinKokuna :)

Nach einer kleinen Pause habe ich endlich angefangen wieder in die 'Tasten zu hauen'. Schön, dass dir die Idee mit Rockstar gefällt ^^

Für die nächsten Kapiteln ist schon einiges geplant. Die größte Herausforderung momentan ist die, Leon und Marco fit für das Auswahlturnier zu kriegen. Immerhin werden dort richtig starke Trainer auftreten (und es werden spannende Kämpfe ausgetragen).

Und diese Trainer werden eine wichtige Rolle einnehmen. Ich wage zu behaupten, dass beim Auswahlturnier die Geschichte wieder richtig Fahrt aufnehmen wird. (Team Alpha lässt grüßen)

P.S. Das mit dem Pyjama musste einfach sein :P
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Re: Auf in die Welt

#1302780 von Donnerkralle
25.02.2018, 22:17
Kapitel 34: Brüll, Rockstar!
Still und einsam saß der junge Trainer nachdenklich vor dem erloschenen Lagerfeuer. Starke Winde sausten durch das Lager und ließen sogar die Zelte wackeln. Der graue Himmel wirkte trüb und die annähernden schwarzen Wolken versprachen einen heftigen Sturm. Plötzlich bebte der Boden derartig, dass Leon von der alten, selbstgebauten Holzbank fiel. „Uff!“, entwich es aus ihm. Vor zwei Tagen hatte er sich einen erbitternden Kampf gegen ein wildes, schilderndes Maxax geliefert. Sein Lohgock war ihm total unterlegen gewesen und Leon musste seinen Partner schleunigst ins PokéCenter bringen.

Seit dem Tag ging ihm dieser Kampf nicht mehr aus dem Kopf. Leon analysierte seine Fehler und ging sie Schritt für Schritt in seine Erinnerung durch. Eine brennende Frage lag ihm immer noch auf der Zunge. Bis heute konnte er sich einfach nicht erklären, warum die besondere Fähigkeit von Lohgock fehlschlug. Deswegen würde er heute einen Probekampf gegen Marco austragen, um dies zu überprüfen und an seine Fertigkeiten als Trainer zu arbeiten.

Doch sein blonder Freund hatte andere Pläne. Voller Tatendrang hatte Marco vor einigen Minuten erklärt, er und sein Lucario würden Rockstar plattmachen. Langsam rappelte sich Leon auf. „Klingt so, als würde Marco seinen wildesten Kampf erleben“, meldete sich eine bekannte Stimme. „Ah, hallo Ill. Ja, scheint so. Glaubst du er schafft es?“, hob Leon grüblerisch an. Eher der rothaarige Junge antworten konnte, so raste der blonde Trainer voller Panik und Geschreie direkt auf die beiden zu. „AHHH!“, kreischte Marco. „Da haben wir schon die Antwort“, murmelte Ill, nachdem der blonde Trainer zum Stillstand kam. „Oh mein Gott! Das war fürchterlich!“, keuchte Marco anstrengend. „Was ist passiert?“, drängte Leon. Marco schüttelte den Kopf.

„Ich ...huch...habe...Lucario gegen...huch...Rockstar antreten lassen...und dieses Monster...huch...hatte total die Überhand. Unmöglich, man kann dieses brutale Maxax nicht kleinkriegen“, schnaufte Marco erschöpft. Er wirkte sehr müde und seine Kleider waren Großteils beschmutzt und gerissen. „Nun, sieht so aus, als wäret ihr Rockstar nicht gewachsen. Das bedeutet, ihr seid dem Auswahlturnier nicht gewachsen und der Liga sowieso nicht“, mischte sich Ill ein. Beide Trainer starrten ihn erstaunt an. „Was?!“, zischte Leon empört. „Überleg doch mal. Wenn ihr es nicht schafft ein einziges, wildes Pokémon zu besiegen, wie wollt ihr dann gegen sechs durchtrainierte Pokémon, die von spitzen Trainern geführt werden, bestehen?“, erwiderte Ill gelassen.

„Er hat Recht“, meinte Marco mit trauriger Miene und ließ seinen Blick am Boden hängen. Doch Leon war anderer Meinung. „Ill, mag sein, dass du teilweise Recht hast, aber denk ja nicht, wir sind dem Turnier nicht gewachsen. Ich werde es dir persönlich beweisen, indem ich Rockstar fangen werde! Das hatte ich sowieso schon vor, nachdem ich seine Kraft kennengelernt habe. Mit den Hyperbällen, die ich mir beim Pokémon Center gekauft habe, werde ich dieses Biest schon zähmen!“, meinte Leon entschlossen. Ungläubig blickte Marco seinen Freund an. „Bist du verrückt geworden? Es fangen? Rockstar wird aus deinem Team Frischbeute für ihn machen. Du hast doch selbst gesehen, was mit Lohgock passiert ist“, versuchte Marco es seinem Freund herauszureden.

„Marco, das ist mir natürlich bewusst, aber ich muss es einfach fangen. Er wäre eine tolle Ergänzung zu meinem Team. Ich brauche seine übernatürliche Angriffskraft, damit ich Indra eins auswischen kann“, gab der schwarzhaarige Trainer zurück und sah die beiden entschlossen an. Der Wind peitschte Leon ins Gesicht, doch er wich nicht zurück. In dem Moment kam Riccardo aus Fortissimo heraus. Auf der Stelle wandte sich der Anführer zum Genie. „Huch, Ricky. Hast du Neuigkeiten?“, wollte Ill wissen. „Ja, die habe ich“, begann Riccardo mit einem leichten Grinsen.

Angespannt lauschten alle drei dem Musiktalent. „Also, Leon, es betrifft dich wohl am meisten. Dein Lohgock hat das Potenzial eines der stärksten Flug Attacken zu erlernen“, erklärte Riccardo kurz und bündig. „Wirklich? Mein Lohgock? Fantastisch! Um welche Attacke handelt es sich den genau?“, schärfte Leon die Lauscher. „Es ist die mächtige Attacke Sturzflug“, berichtete Riccardo gelassen und sah Leon direkt in die Augen. Dessen Reaktion überraschte dem Genie nicht, aber sie war es trotzdem wert zu sehen. „Wow! Unglaublich! Mein Lohgock kann eine hammertolle Attacke erlernen! Oh ja, Indra, dein Galagladi wird ebenfalls untergehen!“, knurrte Leon selbstsicher.

„Was hast du jetzt vor?“, fragte Marco neugierig nach. „Ganz einfach. Ich werde Lohgock dazu bringen Sturzflug während den Kampf gegen Rockstar zu erlernen. Damit würde ich zwei Sachen auf einmal erledigen“, schilderte Leon seinen Plan und grinste. Riccardo klopfte Leon an die Schulter. „Du weißt schon, dass dein Lohgock eine bestimmte Höhe braucht, um einen richtigen Sturzflug zu vollführen. Ich bezweifle stark, dass es dir und deinen Partner gelingen wird in der Kanalisation genügend Höhe zu sammeln, geschweige denn Rockstar deinem Pokémon die Chance dazu gibt“, erklärte das Genie gewissenhaft.

„Ähm ... klar! Das hab ich eh gewusst. Wollte nur testen, ob du wirklich so clever bist, wie alle behaupten“, stammelte Leon und erröte leicht. Der schwarzhaarige Trainer holte tief Luft. „Einverstanden. Neuer Plan Leute. Zuerst werde ich mir dieses Maxax schnappen und dann werde ich mich um Sturzflug kümmern“, erzählte der junge Trainer voller Tatendrang. „Wisst ihr eigentlich woher Rockstar überhaupt herkam?“, warf Marco ein und sah Ill und Riccardo nachdenklich an. Die beiden sahen sich an. Schließlich trat der rothaarige Anführer vor. „Ehrlich gesagt, wir wissen es auch nicht. Wir vermuten, dass es auch nicht wirklich ein freies Pokémon ist. Irgendjemand muss es hier ausgelassen haben. Ich meine wäre ja gelacht, wenn niemand ein schillerndes Drachen Pokémon von der seltenen Sorte besitzen würde. Aber die Frage ist, wer dieser Trainer ist“, meinte Ill und hoffte, Marco eine zufriedene Antwort zu geben.

„Wird sich gleich herausstellen, ob es fangbar ist oder nicht“, knurrte Leon und schoss zum Geheimeingang, bevor man ihn noch weiter aufhielt.
„He, Rockstar! Lass uns kämpfen!“, jaulte Leon, sobald er sich nah genug an Maxaxs Versteck aufhielt. Es dauerte nicht lange und ein ohrenbetäubendes Gebrüll hallte durch die Anlage. Drohende, blutrote Augen blitzten in der Dunkelheit auf. Stampfend wagte es sich an die Störenfriede heran. Seine schwarze Panzerhaut kratze die Wand entlang.

Erneut ließ die beeindruckende Statur des Drachen Pokémon Leon erschaudern. Doch schon bald schüttelte er den Kopf und schickte Lohgock ins bevorstehende Gefecht. Auf der Stelle erkannten sich beide Kontrahenten wieder und gerieten sofort in Kampfeslaune. Lodernde Flammen schossen aus den Handgelenken des Großbrand Pokémon. Erneut spürte Leon, dass etwas ihn bedrückte und einschüchterte. Etwas blockierte seine ganze Kraft. Desgleichen erging es seinem Partner.

Dieses komische Gefühl. Genau wie beim letzten Mal. Maxax muss irgendein Trick anwenden, damit das geschieht. Aber was ist es genau? Mittlerweile verlor Rockstar die Geduld und stürzte sich blindlings auf seinen Gegner. „Ausweichen!“, ordnete Leon sofort an. Geschickt sprang das Feuer Pokémon zur Seite und nochmals, als Maxax weiterhin angriff. Vergebens versuchte das Drachen Pokémon einen Treffer zu landen. Sein Gegner wich geschickt jeden Angriff ab und parierte sie sogar.

„Doppelkick!“, rief Leon erwartungsvoll. „Lohgock!“, brüllte sein Partner. Es nutzte seine Wahnsinns Kraft in den Beinen, um einen tollen Weitsprung zu vollführen. Lohgock schoss wie ein Pfeil auf das Drachen Pokémon zu, drehte sich wie eine Schraube und verpasste Maxax einen heftigen Kick gegen den Kopf. Ein lauter Knall war zu hören. Doch Rockstar hatte sich nicht einmal gerührt. Es hatte den Tritt einfach weggesteckt. In dieser verdammten Kanalisation ist Lohgock zu sehr im Nachteil. In dem Fall...

Blitzartig packte Maxax das Großbrand Pokémon und drückte es mit Gewalt zu Boden. Bevor Lohgock den Gnadenstoß erhielt, holte Leon sein Pokémon zurück. „Danke, Lohgock. Du hast gut gekämpft. Aber hier sehen deine Chancen schlecht aus“, flüsterte der schwarzhaarige Trainer und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn ab. „Zoroark! Zeig was du kannst!“, rief Leon enthusiastisch.

Der Polymorfuchs tauchte aus dem Pokéball heraus und starrte seinen Gegner heimtückisch an. „Maxax!“, brüllte das grimmige Drachen Pokémon. Doch statt anzugreifen, spannte es seine Muskeln an und vollführte einen mystischen Tanz. Dabei wurde es von dunkelroten Schockwellen umhüllt. Rockstar strahlte eine furchtbare Aura aus. „Spukball!“, befahl Leon leicht verängstigt. „Zor!“, rief das Trugbild Pokémon, sammelte dunkle Energie auf einen Punkt und feuerte sofort eine Schattenkugel. Rockstar konnte nicht schnell genug reagieren bekam die volle Ladung ab. Die Kugel explodierte.

Allerdings ließ sich das Drachen Pokémon davon nicht beeindrucken. Stattdessen brüllte es zornig und raste auf seinen neuen Gegner zu. Dabei bebte der Boden. Blitzartig zog Leon seinen brandneuen Hyperball aus der Tasche und warf ihn gezielt auf das schwarze Maxax. Dieser völlig überrascht war dem tollen Wurf ausgeliefert. Schnell erfasste der Hyperball das Pokémon. Es wackelte einmal, doch dann brach Rockstar auch schon wieder aus.

„Unmöglich! Er ist dem Hyperball so einfach entkommen!“, jaulte der schwarzhaarige Trainer entsetzt. Ruhig, ich habe noch einen übrig. Ich muss Rockstar noch mehr schwächen. Zoroark, ich zähl auf dich! Währenddessen lieferten sich die beiden Pokémon eine hitzige Jagd. Maxax versuchte den Polymorfuchs zu packen, doch dieser lief ihn jedes Mal davon. „Feuere weiterhin Spukbälle!“, wies Leon an.

Rockstar holte plötzlich mit seinem kräftigen Schweif aus und schleuderte Zoroark in einem weiten Bogen davon. Dieser prallte mit voller Wucht gegen Leon. „Uff!“, entwich es dem Trainer und die beiden prallten hart gegen den Boden. Das Drachen Pokémon erkannte seine Chance und setzte erneut Drachentanz ein. „Maxax!“

Währenddessen rappelte sich Zoroark auf und untersuchte panisch seinen Trainer. „Alles okay“, flüsterte Leon und zwang sich aufzustehen. Mit zitternden Beinen und halbgeknifften Augen blickte er zu Rockstar. Dieser schoss bereits auf sie zu und ließ den Boden erzittern. „Rrrawwwh!“, grölte das schwarze Maxax. „Zoroark, pass auf!“, jaulte Leon entsetzt. Sein Pokémon stellte sich schützend vor ihm und feuerte einen weiteren Spukball, doch Rockstar wehrte sie mit seiner Klinge ab, indem er blitzartig seinen Kopf schwang.

Die Schattenkugel wurde zurückgeschleudert und traf Zoroark mitten ins Gesicht. Allerdings blieb der Polymorfuchs standhaft. Wütend knurrte es seinen mächtigen Gegner an. Mittlerweile stand Maxax genau vor ihm, drehte sich unglaublich rasant und fegte mit seinem langen Schweif das Unlicht Pokémon seitlich davon. Zoroark platschte ins dreckige Wasser. Nun standen sich Leon und Rockstar gegenüber. „Ha?“, japste Leon ängstlich. „MAXAX!“

Plötzlich tauchten überall schwarze Wolke auf. Überrascht sah Maxax auf. Auch Leon wirkte sichtlich verwundert. Diese pechschwarzen Wolken verschmolzen miteinander und erstickten das bisschen Licht. Mickrige, rote Blitze schweiften umher. Der schwarzhaarige Trainer hörte, wie etwas aus dem Wasser auftauchte. Platsch! Auf einmal wurde Leon an seinen Schultern gepackt und nach hinten gezerrt. „Was?“, flüsterte er und wäre beinahe gestolpert. Der Trainer spürte lange Haare, die sein Gesicht streiften, bevor ein schattiges Wesen nach vorne schoss. Zoroark? Bist du das? Augenblicklich ging Leon ein Licht auf. „Natürlich, er benutzt seine Illusionskräfte. Gut so“, freute sich der Trainer. Er war stolz auf sein Pokémon.

Leon hörte das Geheule der beiden Pokémon. Erkennen konnte er allerdings nicht viel. „MAXAX!!“, brüllte das Drachen Pokémon kochend vor Weißglut. „Pass auf, Zoroark. Er greift dich mit Wutanfall an!“, warnte Leon. Ich bin immer noch sein Trainer. Ich muss Zoroark auf jeden Fall unterstützen. Auf einmal ertönte ein lautes Krachen. Die schwarze Nebelwand löste sich ungemein schnell auf und Zoroark kam angeschlagen hergeflogen. „Zoroark!“, rief Leon verzweifelt und sprang zu sein geliebtes Pokémon. Die Wucht katapultierte sie nach hinten. Erneut prallten sie hart gegen den nassen und schmutzigen Boden. Keuchend stand Rockstar vor ihnen und sah sie leicht verwirrt an.

Mit viel Mühe erhoben sich die beiden und sahen sich entschlossen an. „Los geht´s, Zoroark. Holen wir uns den Mordskerl eines Drachen“, grinste Leon und sah zu Rockstar. Dieser schwankte umher und versuchte sich irgendwie zu orientieren. „Jetzt, Nachtflut!“, brüllte Leon entschlossen. „Zoro!“, jaulte das Unlicht Pokémon und sammelte kurzzeitig finstere Energie. Er bündelte sie zur einer einzigen gewaltigen Ladung, sprang hoch und haute mit seinen Armen gegen den Boden. Dabei erzeugte er eine riesige, unheimliche Schockwelle, die alles in Dunkelheit verschlang. Diese Schockwelle stürmte mit einem aggressiven Tempo auf das verwirrte Maxax, welcher keinen Augenblick Zeit hatte darauf zu reagieren. Stattdessen wurde Rockstar von ihr erfasst und mit heftigen Aufprall nach hinten geschleudert. Auch Leon wurde ein wenig von dieser finsteren Schockwelle erfasst, blieb jedoch standhaft. „Argh!“, knurrte der Trainer.

Mit einem dumpfen Schlag knallte Rockstar gegen den Boden. „Zoroark, beende es mit Spukball!“, forderte Leon. Der Polymorfuchs feuerte seinen finsteren, kugelförmigen Klumpen ab und traf genau das schwarze Maxax. Ein Volltreffer! Eine kleine Explosion wurde dabei ausgelöst. „Maxax!“, brummte Rockstar angeschlagen. „Nochmal!“, wies Leon an. Er wollte unbedingt sichergehen, dass Rockstar auch komplett handlungsunfähig war. Wieder schoss ein Spukball mit rasanter Geschwindigkeit auf das am Boden liegende Maxax zu. Rockstar kassierte weitere Treffer, bis Leon zufrieden seinen letzten Hyperball warf. Dieser sog gleich auch das Drachen Pokémon ein. Der schwarzlackierte Pokéball wackelte mehrere Male, bis er endgültig mit einem kurzen Klicks! – still lag.

„Endlich, Rockstar wurde gefangen“, keuchte Leon erschöpft. Danach sah er zu seinem mutigen Pokémon rüber. „Du hast sehr tapfer gekämpft, Zoroark. Ich danke dir. Komm lass uns zu den anderen gehen und gleich darauf ins PokéCenter“, schlug der schwarzhaarige Trainer vor. „Zoroark!“
Zuletzt geändert von Donnerkralle am 26.02.2018, 11:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auf in die Welt

#1302802 von KleinKokuna
26.02.2018, 11:00
Und wieder ein schönes Kapitel von dir :).

Man merkt, dass es so langsam ernst wird, wenn Leon es schon schafft, sich ein solch starkes Pokémon wie Rockstar ins Team zu holen. -Der Kampf zwischen ihm und Leons Pokémon war echt spannend und vor allem hat es mir gefallen, wie Zoroark sich für seinen Trainer reingehängt und diesem dadurch auch den Fang erst ermöglicht hat :).

Da bin ich natürlich nur mal gespannt, wie gut Leon mit seinem neuen Pokémon umgehen wird und was für Fortschritte er und sein Freund noch machen werden, bis das Turnier ansteht. Alles in allem erwarte ich auch die kommenden Kapitel mit Spannung :D!

P.S: Und 'völlig Zusammenhanglos' hab ich irgendwie jetzt auch Lust, mir ein Maxax ins Team zu holen xD!
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Re: Auf in die Welt

#1302873 von Donnerkralle
27.02.2018, 17:49
Vielen Dank, KleinKokuna! :)

Für Spannung wird gesorgt sein ^^
Ich kann schon mal sagen, dass Rockstar eine wichtige Rolle im Turnier spielen wird. Geplant ist momentan, dass das Turnier in Kapitel 36 eröffnet wird. Dort werden einige neue Charaktere auftauchen und ordentlich mitmischen.

P.S: Lustigerweise bin ich gerade an der Zucht eines shiny Milzas ^^
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Re: Auf in die Welt

#1303302 von Donnerkralle
11.03.2018, 14:11
Kapitel 35: Hoch hinauf!
„Ich kann es einfach nicht glauben, dass du tatsächlich Rockstar gefangen hast“, sagte Marco und sah seinen Freund grinsend an. „Haha, ja...Ich muss allerdings zugeben, dass der Kampf richtig hart war. Doch dank Zoroark konnte ich am Schluss das Match noch für mich entscheiden. Man, ich freue mich wahnsinnig, dass ich Rockstar in mein Team habe! Er wird eine großartige Stütze für mein Team sein“, schwärmte Leon und trank seinen heißen Tee. Die Freunde frühstückten gerade im PokéCenter von Empire City, welches in der Nähe vom Geheimversteck der Waisenkinder zu finden ist. Die Trainer konnten am PC ihre Punkte gegen Pokédollar einlösen, allerdings gingen ihre Punkte dabei nicht verloren. 1000 Punkte entsprachen 1 Pokédollar. Leon und Marco besaßen gemeinsam 50890 Punkte und konnten daher kleine Menüs bestellen.

Marco gähnte ausgiebig. „Wir sollten zurück zu den anderen“, meinte der blonde Trainer gelassen. „Ja, sollten wir. Ich hoffe, sie nehmen es uns nicht allzu übel, dass wir hier frühstücken, während sie sich ihr Essen selber fangen müssen“, murmelte Leon leicht verunsichert. „Keine Sorge, Ill meinte doch, wir müssen kein Essen für sie kaufen“, erklärte der blonde Trainer und sah seinen Freund nachdenklich an. „Wir sollten trotzdem ihnen eine Kleinigkeit vorbeibringen, immerhin lassen sie uns in ihren Zelten übernachten und tagsüber trainieren. Du weißt doch, dass ich ohne Ill und den anderen Rockstar niemals getroffen hätte“, erwiderte Leon und kratzte sich an der Wange.

„Fein, verstanden. Aber Leon, du solltest dich lieber auf das Turnier konzentrieren. Qualifiziert bist du immer noch nicht“, erinnerte Marco gewissenhaft. „Meinst du nicht eher, wir sollten uns darauf konzentrieren?“, hob der schwarzhaarige Trainer an. Marco schüttelte den Kopf. „Okay, es ist anscheinend soweit. Hörzu Leon, ich habe lange darüber nachgedacht und bin zum Entschluss gekommen, dass ich nicht am Turnier teilnehmen werde“, erzählte der blonde Trainer und sah in seine leere Kaffeetasse hinein. Leon stockte der Atem.

„Bitte?“, zischte er kleinlaut. Marco blickte seinen Freund verständnisvoll an. „Sieh mal, ich habe ein Team aus ganzen drei Pokémon. Davon hat Frosdedje nicht einmal mit mir gekämpft. Es ist unmöglich, weitere drei Pokémon zu fangen, in solch kurzer Zeit. Du selber hast auch nur vier in deinem Team“, sprach Marco seine Gedanken aus.
„A-aber wir haben doch noch reichlich Zeit“, stotterte Leon. Sein Freund seufzte. „In zehn Tagen wird das Punktesystem gesperrt“, wiederholte Marco die Nachricht, die sie vor kurzem am Pokétech erhalten haben. „Schon? Mir kommt es so vor, als hätte ich erst gestern gegen Rockstar gekämpft“, meinte Leon.

„Wie auch immer. Leon, ich werde nicht am Auswahlturnier teilnehmen. Selbst wenn ich sechs Pokémon im Team habe, ich würde mich nur blamieren. Keine Chance gegen Spitzentrainer wie ... Indra oder anderen. Ich kann das nicht. Es ist zu früh. Darum überlasse ich dir mein Lucario und Pikachu. Ich borge dir meine treuen Pokémon, damit du ein vollständiges Team beisammenhast. Lucario und Pikachu dürftest du lange genug kennen, und sie dich auch. Ich werde ihnen befehlen, im Kampf auf dich zu hören, falls du sie einsetzen musst“, schilderte Marco sein Vorhaben.

Der schwarzhaarige Trainer war sprachlos. „M-marco...ich...weiß nicht was ich sagen soll“, stammelte Leon enttäuscht. „Ich hätte so gerne gegen dich um den ersten Platz gekämpft. Aber wenn es dein Wunsch ist, so akzeptiere ich dies. Ich verspreche dir, dass ich das Turnier gewinnen werde“, schwor Leon entschlossen. Marco lachte. „Haha, so kennt man dich. Gut, dann solltest du nun an deinen Rang arbeiten. Und so nebenbei, wie läuft eigentlich das Training von Lohgock mit Sturzflug?“, wollte Marco wissen. „Äh, es ist noch in der Bearbeitungsphase“, antwortete Leon und grinste leicht.

Zufrieden und satt verließen sie das gemütliche PokéCenter. Die Sonne stand schon hoch am wolkenlosen, blauen Himmel und wärmte die Hauptstadt. Ihre Strahlen wurden auf der Stelle von den Fotovoltaikanlagen verspeist. Dank dem Gesetz der Pokémon Liga war es angenehm still, da jegliche Fahrzeuge entweder mit einem schalldämpfenden Motor ausgerüstet waren, oder die Bewohner fuhren mit den umweltschonenden Elektrofahrzeugen. Leon erschrak kurzzeitig, nachdem Marco ihn unauffällig an die Schulter klopfte. „Sieh mal! Sie hängen an jeden Wolkenkratzer riesen Plakate auf“, meinte der blonde Trainer und zeigte auf ein modernes Hochhaus. Mehr als die Hälfte des Gebäudes wurde von diesem gigantischen, gelben Plakat verschlungen. Die große Überschrift, Rot und fett gedruckt: Pokémon – Auswahlturnier – 18!!!

„Ich sollte echt weitertrainieren“, murmelte Leon und marschierte hastig los. „He, warte mal!“, rief Marco ihm hinterher. „Was hast du jetzt vor?“, wollte der blonde Trainer wissen. „Ich kämpfe gegen die Trainer, die momentan überall herumlungern. Auch sie wollen sich Punkte schnappen“, schilderte Leon sein Vorhaben. „Mach das lieber nicht“, warnte Marco und blickte ernst. Leon blieb stehen und drehte sich mit einem skeptischen Blick zu seinem Freund. „Warum nicht?“, fragte er kühl.

„Zuerst lernt Lohgock Sturzflug, dann kannst du die ganzen Mini-Turniere abklappern“, wies Marco an. Leon schluckte seinen Ärger hinunter. „Ich bin der Trainer von Lohgock, du kannst mir nicht einfach sagen, wie ich vorgehen werde“, konterte Leon genervt. „Möchtest du wirklich ohne Z-Kraft kämpfen? Je eher du sie erlernst, desto bessere Chancen hast du in den Kämpfen. Oder möchtest du schon abschmieren, bevor du dich überhaupt qualifiziert hast?“, knurrte Marco und starrte seinen Freund besserwisserisch an. Leon biss sich in die Unterlippe.

„Du hast verdammt viel Nerven, Marco“, hob Leon an und seufzte schließlich. „Fein, dann werde ich dein Vorschlag zu Herzen nehmen. Gehen wir zum Lager.“ Marco lächelte zufrieden. „Genau das wollte ich hören“, erzählte er und lachte. Auch sein Freund musste herzlichst lachen.

„Da seid ihr ja wieder“, grüßte Ill freundlich. Wie jeden Tag wirkte er gepflegt und wohlgenährt. Allerdings konnte man deutlich die Rippen an seinem Hemd erkennen. „Hallo, Ill“, grüßten die Trainer gleichzeitig. „Wie siehts aus? Ihr habt doch sicherlich schon die Plakate gesehen. Das machen sie jedes Jahr kurz vor dem Turnierbeginn“, fing der rothaarige Junge an zu erzählen.
„Ja haben wir, diese Dinger sind gigantisch“, hauchte Marco und grinste. „Vergiss die Plakate, wichtiger ist das Training. Lohgock und ich werden Sturzflug meistern! Und das in weniger als zwei Tagen!“, prophezeite Leon und ballte seine Hand zur Faust. „Hoffentlich!“, meldete sich eine bekannte Stimme.

„Oh, Riccardo“, stammelte Leon leicht verlegen. Der hübsche Bengel mit dunkelgrauen Haaren sah plötzlich nach oben. „Am besten lässt du dein Pokémon so hoch wie möglich springen. Er muss seine Sprungkraft trainieren. Normalerweise erlernen nur Flug Pokémon solch speziale Attacke, diese können ja bekanntlich fliegen. Bei Lohgock ist es allerdings ein Sonderfall. Sollte er die Attacke tatsächlich meistern, so kann er Kampf Typen böse überraschen“, erzählte Riccardo enthusiastisch.

„Los, Lohgock!“, rief Leon sogleich und holte seinen Partner aus dem Pokéball. „Lohgock!“, brüllte das Großbrand Pokémon motiviert. „Sehr schön. Also gut, hör zu Lohgock. Ich möchte, dass du so hoch wie möglich nach oben springst. So lange bis du erschöpft bist. Es ist wichtig, dass du Sturzflug rasch meisterst. Wir wollen doch beide Indra und Galagladi eins auswischen, nicht wahr?“, motivierte Leon sein geliebtes Pokémon. „Lohgock!“, jaulte dieser und spannte seine Muskeln an.

Das Großbrand Pokémon ging leicht in die Knie, konzentrierte seine Kraft in den Beinen und sprang mit einer sensationellen Geschwindigkeit hoch hinauf. „Hoho, nicht schlecht“, staunten so gleich Leons Freunde. „Nicht wahr?“, grinste Leon schelmisch. Insgeheim war er mächtig stolz auf Lohgock.

Gleich nachdem das Feuer Pokémon meisterhaft landete, nutzte es den Aufprall, indem es leicht in die Knie ging und mit angespannten Muskeln wieder nach oben sprang. Dieses Schauspiel wiederholte Lohgock einige Male, bis Leon der Meinung war, dass er oft genug gesprungen war. „Saubere Arbeit!“, lobte Leon sogleich seinen Partner, „Jetzt versuchst du, wenn du oben angelangt bist, steil nach unten zu stürzen. Quasi, als würdest du den Kopf in den Boden rammen wollen“, versuchte der schwarzhaarige Trainer seinem Pokémon die Funktionsweise der Attacke begreiflich zu machen. „Loh?“, antwortete Lohgock leicht verwirrt. Sein Trainer seufzte. „Lass mich mal“, mischte sich Riccardo ein.

Das Genie veranschaulichte die Attacke Sturzflug, indem er sie mit seinen Fingern nachspielte. „Also, Lohgock. Das bist du, befindest dich gerade am höchsten Punkt. Sobald du anfängst zu fallen, und das merkst du bestimmt, neige deinen Körper zu diesem Winkel. Du wirst merken, dass du plötzlich viel schneller nach unten gelangst. Je schneller, desto besser und einfacher kannst du Sturzflug ausführen. Und natürlich, kurz bevor du gegen den Boden knallst, neigst du erneut deinen Körper in einer waagrechten Position. Der Rest ist dann Übungssache“, schilderte Riccardo seine Vorstellung.

„Das war brillant!“, staunten Leon und Marco. „Er wird nicht umsons-“, Ill wurde auf der Stelle unterbrochen, „Jaja, nicht umsonst das Genie der Gruppe genannt“, wiederholten die beiden Trainer Ills Lieblingsspruch zu seinem besten Freund. „Lohgock!!“, brüllte das Feuer Pokémon zuversichtlich.

„Er hat es tatsächlich verstanden?“, bewunderte Leon überrascht. Riccardo lachte. „Ah, weißt du Leon, Pokémon verstehen uns Menschen ziemlich gut, manche mehr, manche weniger. Nur weil sie nicht in unserer Tonlage antworten, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht kommunizieren können“, erklärte Riccardo gewissenhaft.

„Okay, okay. Ich hab´s verstanden. Riccardo weiß Alles und kann Alles. Gut, dann mal los Lohgock, die Bühnenvorrichtung ist abgeschlossen“, meinte Leon und schüttelte fassungslos den Kopf. Alle lachten amüsiert.

Lohgock erinnerte sich an die Anweisungen von Riccardo und sprang sogleich in die Höhe. Nachdem er sich erfolgreich nach oben zum höchstmöglichen Punkt befördern konnte, neigte er seinen Körper so, wie Riccardo es ihm mit seiner Hand angedeutet hatte. Tatsächlich funktionierte es. Lohgock wurde plötzlich viel schneller. Er stürzte sich mit rasanter Geschwindigkeit nach unten, ging in Flammen auf und kurz bevor er den Boden erreichte, neigte Lohgock erneut seinen Körper, dieses Mal nach oben und wurde von einer blauen Aura umgeben.

Lohgock stürmte an den Köpfen der Jugendliche vorbei und verfehlte sie nur knapp. Auf einmal fiel Leon auf, dass sein Pokémon nicht abbremsen konnte, und ein Ziel zum Treffen gab es auch nicht. So würde Lohgock mit wahnsinnigem Tempo gegen ein Hochhaus knallen.

Doch zum Glück reagierte Leon rechtzeitig und holte seinen Partner zurück in den Pokéball, bevor er zu weit weg war, um erfasst zu werden. „Puh, das war wirklich knapp“, hauchte Leon. Sein Herz klopfte wie verrückt. „Oh nein, das war mein Fehler! Tut mir leid, Leon! An das habe ich nicht mehr gedacht“, entschuldigte sich Riccardo sogleich.

„Nein! Es war mein Fehler. Ich hätte als Trainer das wissen müssen. Dich betrifft keine Schuld. Ganz im Gegenteil. Ohne dich könnten wir nicht so schnell und einfach Sturzflug erlernen“, meinte Leon schuldbewusst. Riccardo schüttelte den Kopf. „Es waren zwar meine Anweisungen, doch Lohgock hat das sagenhaft gemeistert. Er hat viel Talent und Potenzial. Nicht einmal Flug Pokémon lernen diese Attacke so früh und rasch. Also, Hut ab“, erklärte Riccardo.

„Und jetzt? Hat Lohgock die Attacke wirklich gemeistert?“, hob Leon an. „Wie schon gesagt, das Grundprinzip beherrscht er schon fast perfekt. Als ich die Attacke hautnah miterleben durfte, ist mir aufgefallen, dass Lohgock nicht wirklich weiterwusste. Falls es kein Ziel gibt, so muss er eigentlich abbremsen. Das geht tatsächlich, indem er seinen Körper nach oben richtet, das heißt, er versucht wieder nach oben zu fliegen. Allerdings wird ihm viel Schwung dabei genommen und so verlangsamt er sich selber und kann sicher landen“, fasste das Genie kurzfristig zusammen. Leon nickte beeindruckt. „Einfach unglaublich. Du bist wahrhaftig ein Genie“, lobte der schwarzhaarige Trainer anerkennend.

„Probiere es doch gleich aus, Leon“, schlug Marco vor. „Gut, aber vorher sollten wir dennoch in Deckung gehen“, warnte der Trainer. Als sich die Gruppe ein gutes Stück vom sogenannten Trainingsplatz entfernte, holte Leon all seine Pokémon aus ihren Pokébällen heraus.

Lohgock stand wie erstarrt da und wirkte total perplex. Es brauchte eine Weile, bis er sich wieder fing. „Maxax!!“, brüllte Rockstar sogleich. Er wollte unbedingt gegen Zoroark kämpfen. „Zoro“, knurrte das Unlicht Pokémon. Er wäre bereit. „He, kommt wieder runter ihr zwei. Heute sind wir nur Zuseher. Lohgock lernt nämlich eine neue Attacke und die möchte er uns zeigen. Also passt gut auf!“, mahnte Leon. „Lanturn“, kicherte das Wasser/Elektro Pokémon. Lohgock sah zu seinem Trainer rüber. Dieser nickte ihm zu.
Blitzartig sprang das Großbrand Pokémon in die Höhe, neigte seinen Körper steil nach unten und stürzte mit scharfem Tempo hinunter. Sofort ging er in Flammen auf. Augenblicklich neigte Lohgock erneut seinen Körper und wurde von einer hübschen, blauen Aura umgeben. „Lohgock!! Versuch wieder nach oben zu gelangen!!“, schrie Leon aus voller Lunge.

Das Feuer Pokémon gehorchte seinem Trainer und versuchte mit aller Kraft, seinen Körper nach oben zu richten. Lohgock spürte, dass etwas gegen ihn stieß und ihn nach unten drückte. Doch so leicht gab das Großbrand Pokémon nicht auf und kämpfte dagegen an. Irgendwie schaffte Lohgock sich zu behaupten und tatsächlich wurde ihm viel Geschwindigkeit entnommen. Die blaue Aura löste sich auf und Lohgock konnte sicher landen.

„Fantastisch! Du hast es geschafft!!“, jubelte Leon glücklich und auch die anderen fielen mit ein. Auf der Stelle rannte Leon zu seinem geliebten Partner und umarmte ihn. „Unglaublich, Lohgock! Du hast es einfach drauf!“, schwärmte der Trainer überglücklich und stolz.

„Tolle Darbietung!“, lobte Ill und klatschte in die Hände. „Das haben wir Riccardo zu verdanken“, erinnerte Marco. „Ach, keine Ursache“, antwortete das Genie und freute sich genauso wie Leon, dass alles wunderbar gelungen war. „Und jetzt kommen wir zur Z-Attacke“, erwähnte der blonde Trainer.

Leon zeigte ein ernstes Gesicht. „Wenn wir heute den Z-Angriff meistern, dann weiß auch nicht mehr. Aber es wäre auf jeden Fall ein großes Plus. Bist du bereit, Lohgock?“, wollte Leon wissen. „Gock!“, brummte es zustimmend. Aus seinen Handgelenken schossen heiße Flammen heraus. „Wunderbar“, murmelte Leon und grinste.

In dem Augenblick kamen Anna, Nadira und Dan ins Lager zurück und brachten erstaunlich viel Erbeutetes mit. „Heute gelingt ja wirklich absolut Alles“, staunte Ill. „Lasst uns zuerst essen, danach könnt ihr weiter trainieren“, schlug Riccardo vor. „Abgemacht“, stimmte Leon zu und lächelte.

Nachdem die Freunde die köstlichen Beeren verspeist hatten, widmete sich Leon seinem Training. „Hey, Dan. Dürfte ich mir kurz dein Z-Kristall ausborgen?“, fragte Leon gleich danach. Der blonde Junge nickte. „Sicher, aber ich habe es schon Ill übergeben. Er bewahrt ihn gerade auf“, meinte Dan und deutete auf den rothaarigen Jungen, der sich mit den beiden Mädchen unterhielt. „Alles klar, nochmals Danke, Dan“, meinte der Trainer und begab sich zum Anführer.

Auf der Stelle holte Ill den glänzenden, blauen Z-Kristall heraus. „Bitte schön. Dann zeigt uns mal, wie so eine Z-Attacke überhaupt aussieht“, meinte der Anführer und grinste. „Dann passt mal gut auf“, gab Leon zurück. Er stolzierte zu seinem Pokémon und hielt ihm das Aerium Z vor. Auf einmal fing der gelbe Z-Kristall, der an Leons Ring eingesetzt war, an zu leuchten. Auch das Aerium Z leuchtete hell auf. Zwei Flügeln wurden kurzzeitig sichtbar. Eine blaue Aura umschlang Lohgock. Danach hörte das Leuchten auf.
„Ich denke, dass das Aerium Z gerade übertragen wurde“, hob Leon an. „Scheint so“, antwortete Marco, der ebenfalls das Geschehen mitbeobachtet hatte. „Wie fühlst du dich?“, erkundigte Leon sich bei seinem Partner. „Lohgock!“, brüllte es motiviert. Der Trainer lächelte zufrieden. Er marschierte zu Dan und übergab ihn den blauen Z-Kristall. „Vielen Dank, Dan“, bedankte sich der schwarzhaarige Trainer.

„Okay, Lohgock, ich zähl auf dich!“, rief Leon begeistert und hob seinen linken Arm. Dabei betätigte er mit seiner rechten Hand den gelben Kristall. Eine ungeheuerliche Menge an gelblicher Aura strömte aus Leon hervor. „Woohh!“, jaulte dieser sogleich. Auch Lohgock fing an zu leuchten. Eine hellblaue Aura umhüllte das Pokémon. „Lohgock!“, brüllte dieser. Die ganze Ebene fing an zu vibrieren. Überall breitete sich die gelbliche Aura von Leon aus und umhüllte fast das ganze Lager.

„Das ist ja verrückt!“, rief Ill. „Das ist ganz schön viel Aura!“, jaulte Riccardo. „Stimmt! Ich habe schon gehört, dass da einiges an Aura entsteht, aber gleich so viel?! Hoffentlich gerät das Ganze nicht außer Kontrolle!“, schrie Marco.

„Gwrrahhhh!!“, kreischte Leon. Immer mehr Aura stieß sein Körper aus. Blitzartig strömte die gesamte Aura zurück zu Leon und umhüllte in komplett. Augenblicklich verbanden sich die Auren von Trainer und Pokémon. Schlussendlich verfärbte sich die gesamte Aura zu blau. „Jetzt, Lohgock!!“, schrie Leon und blickte verbissen, „Z-Move!!!“


Wow, erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht. Meine Story ist schon 1 Jahr alt. Naja, viel Spaß mit den Kapitel. Nächstes Mal beginnt schon das erwartende Turnier :)
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Re: Auf in die Welt

#1303314 von KleinKokuna
11.03.2018, 20:12
Noch ein schönes, ruhiges Kapitel in denen das Training von Leon und Marco voranschreitet und in das du sogar wieder eine kleine, aber feine Überraschung eingebaut hast :).

Marcos Entscheidung hat mich jedenfalls sehr überrascht, wo er doch auch so gerne anfangs am Turnier teilnehmen wollte. Das er jetzt sogar darauf verzichtet, weil er weiß, dass er noch nicht bereit ist und stattdessen seinem Freund unterstützt, finde ich eine schöne und ehrliche Geste. -Zumal sie auch zeigt, dass er offensichtlich im Verlauf der Reise reifer geworden ist und nachgedacht hat; solche Momente mag ich immer gerne :D.

Schön ist auch deine detaillierte Schilderung, wie Lohgock den Sturzflug erlernt und erstaunlich rasch meistert. Da sieht man wieder gut, was dein Riccardo, 'dein Genie der Gruppe' alles kann^^.

Jetzt will ich natürlich zu gerne wissen, wie Leon der Einsatz der Z-Attacke gelingt und wie er und sein Team sich im anstehenden Turnier schlagen werden. Also volle Kraft voraus bitte xD!

Und natürlich: Alles Gute zum einjährigen Bestehen, deiner FF :guitar: :trumpet: :lol: !
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Re: Auf in die Welt

#1303369 von Donnerkralle
12.03.2018, 23:27
Danke, KleinKokuna :)

Genau das wollte ich damit zeigen: Marco ist reifer geworden. Schön, dass es dir so gefallen hat. Solche Momente mag ich auch gerne.

Das nächste Kapitel geht endlich in die Turnierphase rüber. Dort wird es auch gleich eine ziemlich große Überraschung bzw. Offenbarung geben. Auf dieses Kapitel freue ich mich schon selber :D

Danke für das Gratulieren :P
Und dir gratuliere ich, dass du zum Mitarbeiter ernannt wurdest. Hast du dir auf jeden Fall verdient! :1: :trumpet: :guitar:
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Re: Auf in die Welt

#1303602 von Donnerkralle
18.03.2018, 18:50
Kapitel 36: Das Turnier ist eröffnet!
„Bist du bereit?“, fragte Marco und sah seinen Freund aufgeregt an. Leon holte tief Luft. Schließlich gab er seine Antwort. „Ja, so was von bereit. Ich wurde schon bereit geboren!“, überzeugte Leon entschlossen. „Okay, okay, ich habe es verstanden. Dann brechen wir mal auf“, erwiderte der blonde Trainer. Gemeinsam verließen sie das große weiße Zelt. Draußen überrannte ihnen sogleich die kühle Atmosphäre. Der Himmel war in der Morgendämmerung milchig fahl, und noch hingen Nebelschwaden in der Luft. Auf der Lichtung unterhielt sich der rothaarigen Junge Ill mit seinen Freunden.

„Guten Morgen ihr zwei!“, begrüßte der Anführer, nachdem er die beiden Trainer entdeckte. „Morgen allerseits!“, grüßten sie zurück. „Ihr habt noch ungefähr eine Stunde, bevor das Auswahlturnier beginnt“, erinnerte Ill. „Bevor die Eröffnungszeremonie beginnt“, korrigierte Riccardo sogleich. Ill seufzte. „Natürlich, bei der Eröffnung solltet ihr dabei sein. Sie ist richtig spektakulär. Soweit die Gerüchte stimmen, werden heuer der Champ und der ehemalige Champ ihre Rede halten. Auch die Top Vier werden mit von der Partie sein“, erzählte der rothaarige Junge enthusiastisch.

„Na das klingt doch gut“, meinte Leon motiviert. Die übrigen Tage vergingen wie im Fluge. Nachdem Leon das erste Mal die Z-Kraft einsetzte, hinterließ er und sein Lohgock eine verheerende Verwüstung. Alle Zelte hat es damals davongefegt und der Boden wurde mächtig aufgewühlt. Dabei brach Leon vor Erschöpfung zusammen. Er hatte viel zu viel Aura verbraucht. Lohgock erging es ähnlich. Er wurde mit zu viel Aura gefüttert, deswegen gab es das Chaos.

Während sich die anderen um die schlimme Unordnung kümmerten, übten Leon und Lohgock die Z-Kraft richtig einzusetzen. Der schwarzhaarige Trainer musste seinen Aura-Gehalt mengengerecht ausschütten. Sonst würde die Z-Attacke wieder übers Ziel hinausschießen. Doch lange konnte er sich damit nicht befassen, denn ihm fehlten immer noch Punkte zur Qualifikation. Deswegen unterbrach er sein Training und klapperte alle Mini-Turniere erfolgreich ab. Am Ende besaß der Trainer rechtzeitig genug Punkte und stieg auf Rang 47.

Ein Tag später wurde das Punktesystem gesperrt und Leon konnte dadurch sein Training wieder aufnehmen. Seitdem verging der letzte Monat vor dem Auswahlturnier in Windeseile. Und heute war der Tag endlich gekommen. Wie versprochen bekam der schwarzhaarige Trainer die Pokémon Pikachu und Lucario von seinem Freund geborgt. Dankbar nahm er sie an und schwor, gut auf sie aufzupassen.

„Gut, um neun geht es schon los. Also, wer genau kommt jetzt mit?“, hob Marco an und sah dabei Ills Gruppe an. Der Anführer trat vor. „Hm, ich würde wahnsinnig gerne Judal wiedersehen, aber wenn ihr wollt, lasse ich euch den Vortritt“, erzählte Ill verständnisvoll und blickte seine Familie freundlich an. Die erste, die eine Antwort parat hatte, war Anna. „Lass nur Ill, du bist sein bester Freund. Es wäre nur fair, wenn du gehen würdest“, schlug das hübsche Mädchen vor.
„Außerdem“, hob Riccardo an, „können wir das Turnier an meinen Rechner live mitverfolgen. Es wird in ganz Unorga ausgestrahlt. Unser Internet ist zwar nicht gerade das schnellste und beste Internet, aber ich denke, wir kommen damit gut aus.“

„Danke Leute“, hauchte Ill glücklich. „Okay, aber es kann noch jemand mitkommen. Das Geld geht sich gerade noch aus“, erinnerte Marco. Dieses Mal trat Nadira vor. Selbstbewusst starrte sie die Jungs an. „Tja, dann wird Riccardo ebenfalls mit euch gehen“, meinte sie schroff.

„Aber wieso ich? Wir haben doch den PC?“, stammelte Riccardo. „Zum ersten Mal sehe das Genie so unsicher“, flüsterte Leon seinem Freund ins Ohr. Dieser kicherte. „Ja, du richtest uns einfach die Website oder was auch immer du da machen kannst einfach ein und dann kannst du schon gehen“, schilderte Nadira ihren Vorschlag.

„Hört zu“, mischte sich nun Dan ein, „Ihr zwei wart schon immer beste Freunde. Man hat euch Dreien immer zusammen gesehen. Es wäre nur fair, wenn ihr gehen würdet.“ „Dan“, entwich es dem rothaarigen Jungen. „Und ihr zwei seht viel gepflegter aus als wir. Man würde keinen Unterschied zwischen euch und den Wohlhabenden erkennen“, äußerte sich Anna.

Leon klatschte in die Hände. „Dann wäre das geklärt. Ill und Riccardo begleiten uns zum Auswahlturnier. Davor richtet euch Riccardo noch die Website ein, wo ihr dann ebenfalls mitschauen könnt. Am besten wir beeilen uns, denn die Zeit läuft uns langsam aber sicher davon“, fasste Leon schnell zusammen. Alle nickten einverstanden. Auf der Stelle marschierte das junge Talent mit Dan und den zwei Mädchen ins Fortissimo.

Ill holte tief Luft. „Nach langen zwei Jahren sehe ich Judal wieder“, hauchte Ill leicht nervös. Leon sah zu Marco rüber. Dieser blickte ihn skeptisch an. Ob Indra sich an seinen alten Freunden erinnert? dachten beide.

Nach gefühlten zehn Minuten tauchte Riccardo aus seinem türkisen Zelt auf. Zum Glück wurde sein PC damals nicht beschädigt. Ich hab echt viel vermasselt, als ich die Z-Kraft eingesetzt habe. „Wir sind startklar“, sagte Ill.

„Fein, dann lasst mich bitte die Führung übernehmen. Mit Pokéearth kommen wir schnell zum Ziel“, erwähnte der blonde Trainer. Ill sah kurz auf. Der Anführer wirkte geistesabwesend, hatte sich aber schnell wieder gefangen. Marco marschierte voran.

Oben in der Stadt angekommen, ging auch schon die Sonne auf und erhellte den Tag mit seinen warmen Strahlen. „Kein Regen, das ist ein gutes Zeichen“, meinte Ill. „Wusste gar nicht, dass du abergläubisch bist“, erwiderte Leon leicht überrascht. „Ach, das ist eine lange Geschichte. Egal, ein schönes Wetter verheißt meistens etwas Gutes“, gab der rothaarige Junge zurück.

„Wo findet eigentlich das Turnier statt?“, wollte Leon wissen. „Du willst teilnehmen, aber hast keine Ahnung wo es stattfindet? Man Leon, das ist doch wieder einmal typisch du“, meinte Marco und rollte seine Augen. Ill und Riccardo lachten.

„Es findet im Norden von Empire City statt, dort befindet sich auch die prächtige Pokémon Liga. Nicht weit weg von ihr steht ein gigantisches Stadion. Dieses wird jährlich nur für das Auswahlturnier genutzt. Dort drinnen haben hunderttausende Zuschauer Platz. Wirklich beeindruckend. Und bei so einem Spektakel ist es nur verständlich, wenn die Eintrittspreise so hoch sind. Wir sollten uns lieber beeilen, bevor die Plätze ausverkauft sind“, erklärte Ill gelassen.

Während der Anführer seine Rede gehalten hatte, war Marco damit beschäftig gewesen, den Zielort einzutippen. „Gut, ich habe das Stadion recht schnell gefunden. Es nennt sich Empire Arena, wer hätte das gedacht“, erwähnte Marco und grinste. Die Gruppe marschierte los, mit Marco an der Spitze.

Sie gingen den breiten weißgemalten Gehsteig entlang. Schon bald brauchten sie keine Hilfe mehr von der App, da die anderen Bewohner das gleiche Ziel hatten. So konnte sich die Gruppe an ihnen orientieren. Zu ihrer Überraschung merkten sie, dass der Verkehr im Nordteil großteils abgeriegelt wurde. Überall patrouillierten Polizisten. Manche Passanten hielten eine goldene Eintrittskarte, die sie per Post zugeschickt bekommen hatten. Daher durften sie auch auf den Straßen entlangspazieren und hatten genügend Platz. Anders als beim unüblich überfüllten Gehsteig, wo es durchaus sein konnte, dass man zehn Minuten lang eingequetscht zwischen andere Passanten gehen musste.

Leon schaute nach oben, um seinen Blick von den vielen Menschen abzuwenden. Die modernen Hochhäuser glänzten beim Anblick der Sonne. „Wie lange dauert das noch“, flüsterte Leon erschöpft. Es war ihm höchst unangenehm, so lange im beschränkten Platz zu wandern. Er brauchte mehr Freiraum. „Gleich sind wir da“, meldete sich Marco.

Allmählich löste sich die Menschenmasse auf und Leon konnte sich normal bewegen. „Mein Gott, endlich!“, seufzte er erleichtert. Plötzlich blieb er stehen. Staunend stand Leon regellos da und beobachtete eine noch größere Menschenmasse, die sich vor dem riesigen Stadion scharrte. „Das ist also die Empire Arena“, stammelte Leon nervös. So viele Menschen werden mir beim Kämpfen zusehen? Das ist doch verrückt! Sein Herz klopfte wild.

„Ganz ruhig, du schaffst das schon“, flüsterte Marco mit seiner beruhigenden Stimme. Dankbar sah Leon seinen Freund an. „Nun denn, hier trennen sich unsere Wege erstmals“, meinte Ill gelassen. Er wirkt so cool und entspannt. Oh man, ich wünschte ich wäre so drauf. „Moment, was meinst du mit trennen?“, wiederholte Leon überrascht. „Die qualifizierten Trainer müssen sich im Nord-Teil anmelden. Die Besucher können ihre Karten bei den restlichen Teilen kaufen. Momentan sind wir beim Süd-Teil des Stadions“, erklärte Riccardo und zeigte auf ein großes Schild, welches beschrieb, wohin jeder hinmusste.

„Na gut, also...dann bis später“, murmelte Leon enttäuscht. Er war nicht sonderlich scharf darauf, sich alleine ins Stadion zu begeben. Seine Freunde verabschiedeten sich von ihm und wünschten alles Gute und viel Glück. Alleine machte Leon einen großen Bogen um den Wes-Teil. Wenigstens dürfen hier keine Pokémon frei herumlaufen. Ansonsten wäre hier alles voll.

In seinen Gedanken vertieft, merkte er nicht, wie er gegen eine Mülltonne anlief. „Ah!“, entwich es dem schwarzhaarigen Trainer. Kopfschüttelnd richtete er die Tonne zu seiner ursprünglichen Position. „Hahaha, alles in Ordnung?“, fragte ihn sogleich jemand.

„Alles in Ordnu-“, Leon erstarrte zu Eis. Mit großen Augen musterte er die Person. Bei dem Anblick der lavendel Haare machte sein Herz einen riesigen Satz. Seine Nackenhaare stellten sich auf. „Alles in Ordnung? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen“, fragte die Person nach. Die Stimme kam Leon sehr bekannt vor.

„D-du?“, stammelte er. Leon erinnerte sich an den blutrünstigen Anführer, der damals Spagonia überfallen hatte und tausende Menschen auf dem Gewissen hatte. Seine dunkelgrünen Augen, die eine Kälte besaßen, die Leon bis heute erschaudern ließ. „Huch?“, entwich es der Person.

„Das kann nicht sein! Leon?“, rief eine weitere bekannte Stimme. Langsam drehte sich Leon um. Beim Anblick der hellblauen Haare, der roten ärmellosen Jacke sackte Leon zusammen. „Ich glaub ich sehe wirklich Geister“, murmelte Leon. „Du bist es wirklich!!“, jubelte der Vogelfänger.

Mit weitgerissen Augen saß Leon am Boden und starrte die beiden an. „Theo...du lebst“, flüsterte Leon leicht abwesend. Theo hatte eine leichte Wunde an seinem Gesicht. Der Vogelfänger sah die fremde Person an. „Ich denke, wir müssen einiges mit ihm besprechen“, meinte Theo. Die Person nickte.

Theo half seinem alten Freund auf. „Komm mit, Leon. Ich sollte dich lieber aufklären“, murmelte der hellblauhaarige Trainer. Gemeinsam suchten sich die drei ein geeignetes Versteck, wo niemand mithören konnte. Theo lehnte sich gegen einen jungen Baum. Um den Baum herum waren überall Büsche gepflanzt.

„Also...“, Leon holte tief Luft, „Wie kann es sein, dass du noch am Leben bist??!“, zischte Leon. Bei dem harschen Ton zuckte Theo. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht anschreien, aber ich bin gerade ziemlich durcheinander. Und wieso zum Teufel hängst du mit diesem Mörder ab?“, brummte der schwarzhaarige Trainer.
Theo schüttete den Kopf. Doch bevor er antworten konnte, mischte sich die fremde Person mit den lavendel Haaren ein. „Er lebt, weil ich ihn gerettet habe“, meinte dieser und starrte Leon mit seinen dunkelgrünen Augen an. „W-was?“, wich es aus ihm.

„Es stimmt“, bestätigte der Vogelfänger, „Damals in Mazuri, nachdem die wilden Pokémon Explosion eingesetzt hatten, gab es erstmals einen riesen Knall. Mich hat es davongefegt. Ich lag mit schweren Verletzungen am Boden und dachte nur, ob ich von einem Blitz getroffen werde oder die Geowaz mich zermatschen werden. Doch es kam ganz anders. Wie aus dem nichts tauchte Zero auf und rettete mir das Leben. Er vertrieb die Pokémon und versorgte mich. Nachdem sich das Gewitter legte, und die Dorfbewohner zurückkamen, war jeder Spur von dir und Marco verschwunden. Damals nahmen wir an, dass ihr von wilden Raubtieren mitgenommen wurdet“, schilderte Theo sein schlimmes Erlebnis.

„Zero?“, wiederholte Leon. „Ganz recht, mein Name ist nicht Omega. Das ist nur mein verrückter Zwillingsbruder, dem du wahrscheinlich schon über den Weg gelaufen bist. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wieso du mich so hasserfüllt ansiehst“, erwiderte Zero gelassen.

„D-du siehst genauso aus wie er. Dein Gesicht, deine Haarfarbe, Augenfarbe. Alles perfekt identisch. Nur hast du kurzgeschnittene Haare und trägst keine Uniform“, musterte Leon sein Gegenüber. Zero trug eine dunkelgrüne Weste, die an einer Militärweste erinnert. Dabei trug er eine dunkelgraue Hose und schwarze Schuhe. Als Leon die schwarzen Trainerhandschuhe erblickte, stockte ihm sein Atem.

„Sag mir nicht, ihr nehmt am Turnier teil“, schnaufte Leon. Beide nickten ernst. „Hörzu Leon, es mag sein, dass es dich gerade überfordert, aber das ist die Realität. Und außerdem habe ich wichtige Informationen zu Team Alpha“, erwiderte Zero todernst.

Leon lauschte angespannt. „Erstmals, Omega ist mein Zwillingsbruder. Allerdings ist er nicht der Anführer von Team Alpha“, hob Zero an. „Bitte?! Was läuft hier eigentlich gerade ab?“, brummte der schwarzhaarige Trainer. „Lass ihn ausreden“, wandte sich Theo freundlich an seinen alten Freund.

„Der wahre Anführer ist Alpha, auch er ist mein Zwillingsbruder. Eigentlich mein Drillingsbruder. Allerdings ist unser Geburtsdatum ein bisschen kompliziert“, offenbarte Zero. Leon zitterte. Omega ist nicht der Anführer? Sondern Alpha? Ist das sicherlich kein Trick?

„Dann bedeutet das, dass du auch ein Mitglied von Team Alpha bist“, flüsterte Leon und zitterte am ganzen Körper. Zero schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe freiwillig Team Alpha verlassen. Ich war nicht mit meinen Brüdern einverstanden. Ihr verrückter Plan würde uns alle umbringen. Dafür wollte ich mich nicht einsetzen. Deshalb bin ich geflohen“, erzählte Zero und blickte kurzzeitig in die Vergangenheit.

Leons Mund war trocken. Er schwitzte. „Das ist verrückt. Was hat Team Alpha vor?“, wollte der Trainer wissen. Theo blickte zu Zero rüber. Dieser nickte ihm zu. „Ich glaube, dass du erstmal genug Information erhalten hast. Bearbeite mal diese und dann reden wir weiter. Außerdem müssen wir uns noch für das Turnier anmelden, nicht wahr?“, erwähnte der Trainer mit den lavendel Haaren.

Zornig starrte er Zero an. „Was soll das? Beantworte meine Frage! Außerdem, wieso sollte ich dir Glauben schenken. Du könntest mit deinen verrückten Brüdern unter einer Decke stecken!“, fauchte Leon. Ist das eine Falle von Team Alpha? Wollen sie mich hier und jetzt zur Strecke bringen?

„Leon, er sagt die Wahrheit. Vertrau ihn bitte, ich tu es auch“, erwiderte Theo und sah seinen alten Freund verständnisvoll an. Leon schüttelte den Kopf. „Ich versteh das nicht. Selbst wenn du die Wahrheit sagst, was hat das Ganze mit mir zu tun?“, prüfte Leon vorsichtig.

„Ich glaube die Antwort kennst du bereits. Du kennst Omega. Das ist Grund genug. Es passiert nicht alle Tage, dass sich der zweite Anführer von Team Alpha ans Tageslicht traut“, antwortete Zero ruhig. „Und noch was, Zero und ich möchten auch sicherstellen, dass Team Alpha nicht das Turnier beziehungsweise die ganze Stadt angreift. Das wäre eine fatale Katastrophe“, wandte der Vogelfänger noch ein.

„Deswegen also...“, murmelte Leon. „Teilweise“, gab Zero zurück. Leon sah auf. „Erkläre ich dir später“, meinte Zero. „In zehn Minuten ist es schon neun Uhr. Wir sollten uns schleunigst anmelden“, erinnerte Theo. Leon holte tief Luft. In was für eine Sache bin ich da geraten?

Hastig verließ die Dreiergruppe das Versteck und rannte zum Nord-Teil des Stadions. Leon bemerkte, dass sie die letzten waren, da vor dem Anmeldungsschalter keine Schlange mehr stand. Eine junge Dame saß hinter dem goldenen verzierten Pult und begrüßte die drei freundlich.

„Willkommen, ich nehme an, dass ihr euch auch anmelden wollt?“, hob sie gleich an. Die jungen Trainer nickten. Der Vogelfänger meldete sich als Erster an. Er legte sein rotes Pokétech in eine Vertiefung des Pultes hinein. Ein grüner Lichtstahl scannte von unten den Pokétech. Neben der Dame erfasste ein Computer die Daten. Auf dem Bildschirm konnte man diese ablesen: Theo Volante – Männlich – Rang 37

„Herzlichen Glückwunsch, Herr Volante, Sie sind teilnahmeberechtig. Viel Glück“, gratulierte die junge Dame. Dankbar nahm der Vogelfänger sein Pokétech und passierte das große Tor. Leon überließ Zero den Vortritt. Der Computer erfasste die Daten und zeigte neben ein Profilbild folgende Daten an: Zero – Männlich – Rang 9
Leon erstarrte. Rang 9? Wie stark ist dieser Typ bloß? „Entschuldigung? Wollen Sie sich nicht anmelden?“, erinnere die Dame und holte Leon zurück. „Oh, ja klar“, gab er schnell zurück. Er hatte gar nicht bemerkt, dass Zero schon längst verschwunden war.

Das grüne Licht scannte Leons Pokétech. Der schwarzhaarige Trainer blickte zum Computer: Leon Drazzer – Männlich – Rang 47
„Alles Gute und Viel Glück“, wünschte die Empfangsdame. Leon bedankte sich, nahm sein Pokétech und passierte mit Herzklopfen das prächtige Tor.
Am Ende des Ganges war ein helles Licht zusehen und laute Musik ertönte von draußen. Leon zwang sich trotz seiner Nervosität weiterzugehen. Nachdem er den Gang hinter sich gelassen hatte, wäre er vor Überwältigung fast bewusstlos geworden.

Eine riesige Fläche voller Kampffelder erstreckte sich über das gesamte Stadion. Die Zuschauer jubelten wie verrückt. Eine große Anzeigetafel zeigte die Menge der Fans. Im Stadion selber marschierte ein bunter Musikerumzug und spielte die Hymne von Unorga. Zu seiner Erleichterung entdeckte Leon die anderen qualifizierten Trainer.

Sie alle standen in einer perfekten Reihe vergattert zu drei Gliedern. Nur dem vorletzten Glied fehlte ein Mitglied. Leon erkannte, dass es sein Platz war und marschierte los. Schnell gliederte er sich ein. Vor ihm stand ein Mädchen mit schulterlangen, dunkelblauen Haaren.

Hubschrauber flogen umher und überwachten den Luftraum und filmten gleichzeitig mit. Vor den ganzen Trainern befand sich ein großer Steg, wo wahrscheinlich der Champ seine Rede halten würde. Hinter dem Sprechpult saßen zehn Personen und musterten die Trainer sorgfältig.

Plötzlich ertönte ein Gongschlag und die Musiker beendeten ihre Vorstellung. Danach erhob sich ein Herr mit schwarzen Anzug von seinem bequemen Sitzplatz und stolzierte zum Rednerpult. Er lehnte sich vor das Mikrofon und begrüßte alle herzlichst.

„Meine Damen und Herren! Treue Fans! Geschätzten Bürger! Geschätzte Trainer! Mein Name ist Gilbert Silberstein! Als Leiter dieses Turnieres darf ich Sie persönlich zu unserem achtzehnten Auswahlturnier begrüßen! Dennoch möchte ich vorerst unsere wichtigen Gäste grüßen! Der Champ der Pokémon Liga, Sebastian Perolga, der Nachfolger von unserem ehemaligen Champ, Erol Perolga! Ich bitte um eure Worte!“

Angespannt wartete Leon darauf, endlich den Champ zu erblicken. Ein junger Bursche, der den Anschein machte, als hätte er vor kurzem seinen zwanzigsten Geburtstag gefeiert, erhob sich von seinem Platz und stolzierte mit einem leichten Grinsen zum Pult. Sebastian Perolga trug einen dunkelgrünen Anzug, hatte schwarz gekämmte Haare und dunkelbraune Augen. Sein zärtliches Gesicht und sein schmaler Körperbau spiegelten nicht gerade die Statur eines wahren Champions. Und dennoch trug er den Titel.

„Meine Damen und Herren! Ich freue mich sehr, dass auch heuer ihr so zahlreich erschienen seid. Und euch liebe Trainer gratuliere ich herzlichst für eure Errungenschaften. Zuerst möchte ich allerdings meine geschätzten Team Kollegen, die Top Vier, entschuldigen. Sie konnten leider nicht rechtzeitig von ihrer Trainingsreise zurückkehren. Auf jeden Fall bin ich dennoch sehr stolz auf Unorga. Die Region hat talentierte Trainer, ich spüre eure Ausstrahlung jetzt schon. Ich freue mich auf spannende Kämpfe. Ich möchte mich noch bei meinem Vater bedanken, der mir vor einem halben Jahr seinen Titel verliehen hat. Ich bin stolz darauf, ein würdiger Vertreter von ihm zu sein. Dankeschön!“

Tosender Beifall. Als nächstes trat Erol Perolga vor. Er nahm seinen alten Cowboyhut ab, richtete sich seine Krawatte und blickte in die Runde. „Es ist mir eine große Ehre, als ehemaliger Champ hier als Gastperson aufzutreten. Liebe Trainer, zeigt uns, was in euch steckt! Beweist euer Können hier und jetzt! Ich wünsche euch allen ein schönes Turnier! Dankeschön!“

Nach der Rede von Herr Perolga trat Silberstein erneut vor. „Herzlichen Dank! Und nun würde ich gerne die Top 15 Trainer der aktuellen Rangliste hinaufbitten!“, erwähnte Herr Silberstein. Jetzt kommts. Wer ist aller unter den Top 15? Ob Indra es soweit geschafft hat? Wo steckt er eigentlich? Vermutlich weiter weg von mir. Genauso wie Theo und Zero. Hoffentlich haben Marco, Ill und Riccardo einen guten Platz bekommen.

Silberstein zählte die Trainer der Reihe nach auf. Die Trainerreihe unten nahm immer mehr ab. Überall entstanden Lücken. „Rang Nummer 9 – Zero!“ Leon entdeckte Zero, wie er sich von der Gruppe trennte und gelassen zu den anderen Trainern gesellte. Jetzt konnte Leon die übrigen Trainer besser identifizieren.

Da ist Theo...und da ist er also. Indra Hunter. Keine Überraschung für dich, hier zu stehen. Indra starrte die anderen Trainer, die oben standen, mit ausdrucksloser Miene an. Auf einmal wendete er seinen Blick zu Leon. Sofort sah der schwarzhaarige Trainer weg. Nun, jetzt hat er mich doch noch gesehen.

„Rang Nummer 7 – Bailong!“, rief Silberstein aus. Plötzlich jubelten alle los, nachdem ein junger Trainer, mit langen, weißen Haaren, die in einem weiß-silbrigen Pferdeschwanz endeten, sich zu den anderen gesellte. Ein Star also? Dieser Bailong wirkt schon eher wie ein Champ.

„Und nun zum Trainer, der nur ein Rang von den Top Vier entfernt ist, mit Rang Nummer 6 – Anubias Horridian!“, verkündete Silberstein. Okay, wer zum Teufel ist der Kerl? So einen komischen Namen habe ich schon lange nicht mehr gehört.

Ein junger Trainer, der grauweiße Haare hatte, die aufgestellt waren und einen dunkelblauen Lederanzug trug, stolzierte mit strengem Blick nach oben. „Meine Damen und Herren! Hier sehen sie die Besten der Besten! Einen großen Applaus bitte!!“, brüllte Silberstein ins Mikrofon. Das bedeutet, dass Indra nicht zu den Top 15 gehört. Aber ich sollte ihn trotzdem nicht unterschätzen. Genauso wie mich niemand unterschätzen sollte! Denn ich werde gewinnen!

Nachdem der Beifall verklang, deutete Silberstein auf die Anzeige zu schauen. „Nun sehen Sie die Paarungen für die Vorrunde. Sie ist allerdings nicht zufällig! Sie wurde auf den Rang des jeweiligen Trainers angepasst, damit die Chancen am Anfang ziemlich gleichstehen. In unserer Empire Arena haben wir vier ganze Kampffelder zur Verfügung! Das bedeutet, dass vier Kämpfe parallel ablaufen werden!“, verkündigte er.

Die Anzeigetafel zeigte die Trainer mit den niedrigsten Rängen. Leons Herz erstarrte förmlich, als er seinen Namen sofort erblickte. Er würde gegen Melanie Gespa antreten. Indra und Theo waren nicht auf dem Bildschirm zu sehen. Na toll, ich bin einer der ersten Trainer, die kämpfen müssen.

„Hiermit erkläre ich das Auswahlturnier 18 offiziell für eröffnet!“, brüllte Silberstein ins Mikrofon. Tobende Zuschauer rasteten völlig aus. Endlich begann das Hauptspektakel. Der Champ und sein Vater, genauso wie alle anderen, die oben am Steg waren, gingen rasch runter. Auf einmal sank der Steg langsam nach unten, bis er komplett verschwand. Nun war die Bühne bereit!

Schiedsrichter begaben sich in Position, jeweils zwei pro Kampffeld. Leon ging zum Kampffeld 2 und stellte sich in Position. Seine Gegnerin wartete bereits auf ihn und blickte siegessicher drein. Der Schiedsrichter hob eine rote Fahne. „Jeder Trainer darf nur ein Pokémon verwenden. Sobald ein Pokémon besiegt wurde, ist der Kampf vorüber! Das eingesetzte Pokémon darf nicht ausgetauscht werden. Dies gilt für die gesamte Vorrunde! Sobald die Fahne unten ist, werft ihr eure Pokébälle! Haltet euch bereit Trainer!“
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Re: Auf in die Welt

#1303775 von KleinKokuna
20.03.2018, 17:17
Jetzt geht es also los mit dem Tunier :D!

Die Eröffnungszeremonie samt Beschreibung der Örtlichkeit und auch der Personen, wie ein paar der näher beleuchteten Teilnehmer oder der Ex-Champ und sein Nachfolger, sind dir richtig gut gelungen. Ganz besonders schaffst du es diese schöne, spannungsgeladene Wettkampfatmosphäre rüberzubringen. -Ich musste beim Lesen nämlich unweigerlich an die Stelle im Anime früher denken, als Ash an der Pokémonliga am Indigoplateau teilgenommen und ich als kleiner Steppke mitgefierbert habe^^. (Lang, lang ist's her...)

Und in diesem Kapitel hast auch schon wieder eine ordentliche Überraschung in Form von Zero, dem undurchsichtigen Zwillings/Drillingsbruder der Anführer von deinem Team Alpha, eingebaut - da bin ich selbtredend äußerst neugierig, was dieser Herr im Schilde führt und er noch alles offenbaren wird o.O! Aber immerhin hat er Theo das Leben gerettet; was eine weitere äußerst angenehme Überraschung darstellt :)!

Jetzt will ich aber erstmals mit Leon mitfiebern und hoffe, dass er in diesem Turnier was reißen wird 8)!

Übrigens, wenn auch etwas spät, danke meinerseits für deine Gratulation :D. (Auch wenn ich nicht genau weiß, was ich denn für den Mitarbeiterrang gemacht habe, aber freuen tu ich mich trotzdem drüber^-^)
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Re: Auf in die Welt

#1305940 von Donnerkralle
06.05.2018, 15:16
Kapitel 37: Die Vorrunde
Leon hielt den Atem an. Er fixierte seinen Blick auf die rote Fahne. Draußen tobten immer noch die Zuschauer. Aufgeregt umklammerte er seinen Pokéball. Jetzt ist der Moment endlich gekommen! Mein erster Kampf im Auswahlturnier! Ich werde siegen! Augenblicklich schwang der Schiedsrichter die Fahne nach unten. Auf der Stelle warf Leon den Pokéball in die Mitte des Kampffeldes. Seine Gegnerin tat ihm nach. Fast trafen sich die Bälle, doch im letzten Moment öffneten sich die Kapseln und die Pokémon tauchten auf.

„Lohgock!!“, brüllte Leons Partner motiviert. Der Trainer sah sich verdutzt um. Wo ist das gegnerische Pokémon hin? Doch da erblickte er und sein Partner ein Spiritkern am Boden liegen. Plötzlich fing es an zu schweben. Die zwei Punkte, die wie seelenlose Augen wirkten, fingen an violett zu leuchten. Die Rille am Kern übernahm den gleichen Effekt und langsam stieg ein violetter Rauch auf.

Auf einmal verformte sich der Raum kreisförmig. Dabei bildete sich ein finsteres Gesicht. „Kryppuk!“, krächzte es. „Was ist das für ein Wesen?“, fragte Leon Melanie, das Mädchen mit den schulterlangen, dunkelblauen Haaren. Sie fing an zu kichern. „Hehe, das ist Kryppuk, der verbotene Geist! Aber da steckt noch mehr dahinter. In Wahrheit sind es 108 verschiedene Seelen, die an diesen verfluchten Spiritkern gebunden sind! Hahaha, wie will sich ein Kampf Typ gegen einen Geist wehren?!“, kreischte Melanie. „Die ist genauso verrückt wie ihr Pokémon“, murmelte Leon.

Leon analysierte hastig die Umgebung. Ein ganz normaler Boden, wie bei einem Baseballplatz. Keine Felsen im Weg, keine Pfützen. Die Bedingungen sind relativ simpel. Okay Lohgock, holen wir uns die beiden! „Der Kampf beginnt! Kryppuk versus Lohgock!“, rief der Schiedsrichter.

PokeballvsPokeball
vs

„Ränkeschmied!“, lallte das Geistermädchen. Das Verboten Pokémon stimulierte sein Gehirn. Finstere Gedanken spiegelten sein Gesichtsausdruck. „Feuerfeger!“, ordnete Leon unbeeindruckt an. Rasch stürmte das Feuer Pokémon auf seinen Gegner zu, dabei fingen seine Füße heiße Flammen. Augenblicklich tauchte es vor Kryppuk auf und verpasste ihm einen harten Kick von der Seite. Das linkes Bein von Lohgock verfing sich allerdings in Kryppuk. Mit einem bösen Blick schielte das Geist Pokémon rüber zu Lohgock.

Doch das Großbrand Pokémon verstärkte seinen Feuerfeger und fügte impulsiv mehr Feuerkraft hinzu, bis eine Stichflamme aufging und es zu einer kleinen Explosion kam. Schnell löste sich der Rauch auf. Zu Leons Überraschung hing Lohgock immer noch bei Kryppuk mit dem Fuß nach oben. Das Geist Pokémon hatte nur ein paar Schrammen abbekommen.

„Mein Kryppuk ist ein Defensiv-Monster, aber das hast du sicherlich schon bemerkt. Finsteraura!“, kreischte Melanie. Das Verboten Pokémon löste sich von seinem Gegner und feuerte eine fürchterliche Aura düsterer Gedanken ab. Die böse Aura erwischte Lohgock in Sekundenschnelle und ließ das Pokémon aufschrecken. „Konzentrier dich! Du schaffst das!“, jaulte Leon leicht verunsichert.

Langsam schwebte Kryppuk zu seiner Trainerin und lachte böse. „Tz, na warte, du bist bald Asche“, knurrte Leon und blickte entschlossen. Doppelkick hat leider keine Wirkung gegen Geister, also muss ich mich auf Feuerfeger und Flammenblitz verlassen! Nichtsdestotrotz sollte Lohgock jetzt richtig schnell sein.

„Feuerfeger!“, befahl der schwarzhaarige Trainer. Blitzartig schoss das Großbrand Pokémon vor und hinterließ dabei eine Brandspur. Angespornt stampfte Lohgock mit seinen Füßen bis er plötzlich aufsprang. Kryppuk konnte nicht mitkommen. Etwas Rotes blitze kurz an seiner Seite, dann spürte es heiße Flammen am Rücken.

Lohgock stand unmittelbar hinter Kryppuk und verpasste ihm mit einer geschickten Drehung einen fantastischen Feuerfeger. Das Geiser Pokémon wurde aus der Arena gekickt. Doch bevor es über die weiße Linie hinausflog, tauchte erneut Lohgock auf und verpasste dem Geist einen weiteren, kraftvollen Feuerfeger. Dieses Mal flog Kryppuk in die entgegengesetzte Richtung.

Das Großbrand Pokémon holte es mühelos ein und schlug wieder ein. Lohgock wiederholte seine Angriffe. Kryppuk bekam feurige Tritte ab, die es weder sehen noch abwehren konnte. „H-hör auf! Was soll das?“, schrillte Melanie empört. Leon selber war ein wenig überrascht über die Härte seines Partners. Doch er ließ sich davon nicht beirren. „Schlag noch kräftiger zu, Lohgock!“, rief Leon.

„Loh!“, brüllte das Feuer Pokémon. Lohgock stürmte auf das fliegende Kryppuk. Lohgock vollführte eine schnelle Drehung, traf mit Feuerfeger das Geist Pokémon und stampfte es zu Boden. Ein lauter Knall ertönte und der Boden brach durch die Wucht ein. „Ahhh! Mein geliebtes Kryppuk!“, kreischte Melanie verzweifelt.

Lohgock wich zurück. Gebannt starrte er seinen regellosen Gegner an. Doch Kryppuk erhob sich allmählich und blickte hasserfüllt das Feuer Pokémon an. Melanie wischte sich eine Träne von ihrer Wange ab. „Uh, Kryppuk. Zahlen wir es ihnen heim! Finsteraura!“, ordnete Melanie sogleich an. Ein dunkler Strahl schoss aus dem Mund des Verboten Pokémon. „Lohgock!“, rief Leon auf der Stelle.
Unbeeindruckt streckte das Großbrand Pokémon seine rechte Hand entgegen.

„Er wird doch nicht?“, hob Leon überrascht an. Die gesendete Finsteraura erwischte die Hand, verlor allerdings an Durchschlagskraft. Lohgocks Körper zitterte ein wenig, doch es gelang ihm die komplette Attacke mit bloßer Hand abzuwehren. Das Publikum tobte! Pfiffe ertönte von jeder Richtung. Leons Kampf gewann mehr Blicke und fast alle Kameras richteten sich auf das Kampffeld 2. Ebenfalls strahlte der große Bildschirm das Geschehen ab.

„Habt ihr das gesehen? Sein Lohgock hat mit nur einer Hand eine ganze Finsteraura abgefangen!!“, brüllte ein Zuseher hinter Leons Rücken. „Oh man, dass ist mir jetzt ein bisschen peinlich“, murmelte Leon und lächelte.

„Lohgock!!“, jaulte das Feuer Pokémon. Kryppuk hingegen schwebte kraftlos und sah seinen Gegner mit einem leeren Blick an. „Beende es, Flammenblitz!“, wies der schwarzhaarige Trainer an. Auf der Stelle schossen heiße Flammen aus den Gelenken von Lohgock. Das Großbrand Pokémon umhüllte sich in einer glühenden Flammenkugel. Danach schoss eine heftige Feuersäule in den Himmel.

„Wow!!!“, riefen die Zuseher. Das Kampffeld fing an zu beben. Der Schiedsrichter machte unauffällig einen leichten Schritt nach hinten. Augenblicklich verschwand die Feuersäule und Lohgock stürmte nach vorne und hinterließ eine dicke Brennspur. Seine Flammen verfärbten sich zu einem heißen blau. Wie ein blauer Feuersturm schoss es über das gesamte Feld und traf Kryppuk mit voller Wucht!

Eine heftige Explosion entstand dabei. Die blauen Flammen verteilten sich, verschwanden jedoch gleich. Nachdem sich die warme Rauchwolke auflöste, stand Lohgock direkt hinter Kryppuk. Das Geist Pokémon lag am Boden und rührte sich nicht. Um Kryppuk herum war der gesamte Boden schwarz geräuchert. Leon blinzelte. „Das war unglaublich“, flüsterte er. Der Trainer erschrak kurzzeitig, als sich sein Partner vor Schmerz krümmte.

Ah, das sind dann wohl die Nebenwirkungen von Flammenblitz. Ein heftiger Angriff mit einem heftigen Rückstoß. Hoffentlich hält Lohgock das aus. Bestimmt hält er das aus. Der Schiedsrichter betrat das Kampffeld und überprüfte das angeschlagene Kryppuk. Danach richtete er sich wieder auf und ging zurück zu seiner Position. Sofort hob er die rote Fahne und zeigte sie in Melanies Richtung. „Kryppuk kann nicht mehr weiterkämpfen! Somit sind die Gewinner Leon und Lohgock!“, verkündigte er und hob die weiße Fahne zu Leon.

Die Menge jubelte. Leon blickte zum Publikum und winkte mit der Hand. „Haha, danke Leute!“, rief er ihnen nach. Plötzlich entdeckte er feuerrote Haare. Ill! Marco und Riccardo! Da seid ihr ja! Na, habt ihr gesehen, wozu mein Partner und ich in der Lage sind? Wir werden das Ding hier gewinnen! Lohgock gesellte sich zu seinem Trainer. Leon streichelte es sanft. „Saubere Arbeit, das hast du gut gemacht, Lohgock“, meinte Leon und lächelte. „Loh!“, brummte das Feuer Pokémon zufrieden.

„Ah...mein armes Kryppuk. Es tut mir leid! Ich habe diesen Schwachkopf unterschätzt“, jammerte Melanie und holte ihr besiegtes Pokémon zurück. Danach trabte sie mit einem hochnäsigen Blick zu Leon. „Bilde dir darauf bloß nichts ein! Du hast nur Glück gehabt, dass dein Lohgock so schnell war und mich und Kryppuk verwirren konnte. Aber ich sage dir eins, hätte ich meine Defensiv-Taktik vollkommen ausnutzen können, wäre die Geschichte anders ausgegangen“, erzählte Melanie und marschierte ohne auf eine Antwort zu warten, los. „Danke?“, stotterte der schwarzhaarige Trainer.

Auf einmal vibrierte sein Pokétech. Leon überprüfte seinen Rang. Tatsächlich stieg er weiter auf, Rang 46. Erst Rang 46? Das wird ja ewig dauern ins Finale zu gelangen. Leon blickte rüber zum Schiedsrichter. Dieser wollte gerade gehen, doch der Trainer holte ihn rechtzeitig ein. „Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie es weitergeht?“, erkundigte sich Leon. Der Schiedsrichter grinste auffällig. „Haha, gerade erst gewonnen und schon heiß auf den nächsten Kampf. Nun, heißblütiger Trainer, erstmals musst du abwarten, bis die anderen drei Kämpfe vorüber sind. Danach wird es eine Überraschung für euch geben“, erklärte der junge Mann.
„Eine Überraschung?“, wiederholte Leon verwirrt. Der Schiedsrichter schüttelte mit dem Kopf. „Das wirst du frühgenug erfahren“, meinte dieser und ging los. Leon sah sich um und entdeckte die anderen Trainer, die noch nicht kämpfen mussten, auf einer speziellen Mini-Tribüne, die sich gegenüber dem großen Bildschirm befand.

Der Trainer entschied sich, ebenfalls zur Tribüne zu wandern. Dabei behielt er mit einem Auge die Kämpfe der anderen Trainer. „Sie alle kämpfen nicht schlecht, doch ich denke, mit ihnen würde ich auch fertig werden“, murmelte Leon. Beim Gehen hörte er seinen Namen rufen. Er schwenkte seinen Kopf zum Publikum. Sie winkten ihm nochmals zu und gratulierten ihn zu seinem Sieg. Fröhlich winkte Leon zurück.

„Oh, ich hoffe, die nächsten Kämpfe werden spannender. Der Kampf gegen Melanie war doch nur das Aufwärmen“, redete sich der Trainer ein. Endlich erreichte Leon die kleine Tribüne. Theo entdeckte ihn sofort und deutete mit einer Handbewegung sich zu ihm zu gesellen. Dankbar lief Leon schnell die Treppen hoch und setzte sich neben den Vogelfänger. „Nicht schlecht, Leon“, begrüßte Theo. „Danke! Ich fand den Kampf auch nicht schlecht. Meiner Meinung nach hätte sie ruhig stärker sein können“, grinste der schwarzhaarige Trainer.

„Haha, das sagst du jetzt, aber ich bin mir sicher, dass du vorher anderer Meinung warst“, gab Theo zurück, „Auf jeden Fall warst du ziemlich schnell fertig.“ Leon nickte. „Ja stimmt, die anderen kämpfen immer noch. Die sind sich schon eher ebenbürtig“, meinte der Trainer. „Ganz ehrlich, ich dachte schon, dein Lohgock würde gegen ein Geist Pokémon wie Kryppuk gleich abschmieren, doch du hast uns das Gegenteil gezeigt. Gratuliere“, offenbarte der Vogelfänger.

Eher Leon noch antworten konnte, ertönte ein lauter Gongschlag. Neugierig blickten alle zum großen Bildschirm. Alle übrigen Kämpfe waren vorbei und die vier Sieger der ersten Kampfrunde wurden angezeigt. Hübsches Foto, hehe. Silberstein trat in die Mitte der Arena. Dabei hielt er ein Mikrofon in der Hand.

„Meine Damen und Herren! Ich hoffe doch sehr, dass ihr schon auf den Geschmack der heißen Kämpfe gekommen seid! Wie jedes Jahr gibt es an unserem besonderen Turnier eine Überraschung! Heuer wurden die Regeln ein bisschen umgeändert, um das Turnier noch spannender zu gestalten! Rechnen wir doch mal zusammen! Vier Trainer sind leider schon ausgeschieden, zehn Trainer brauchen keine Vorrunde, das bedeutet, dass noch 36 Trainer auf ihren Einsatz warten!“, verkündigte Silberstein euphorisch.
Der Mann mit dem schwarzen Anzug richtete hastig seine Krawatte, hustete kurz und sprach weiter. „Sie sehen, dass wir immer noch eine hohe Anzahl an Trainern haben. Um das Turnier aufregender und schneller zu gestalten, wurde entschieden, dass eine neue Kampfart die Vorrunde ersetzen wird!!“, gab Silberstein bekannt.

Alle starrten den Turnierleiter erwartungsvoll an. Silberstein genoss die neugieren Blicke des Publikums. Er holte tief Luft. „Und diese Kampfart wird ein Battle Royal sein!!“, brüllte der Mann in das Mikrofon. Tosender Jubel. „Das wird aufregend!! Ein Battle Royal also!! So cool! Empire City eben!“, schrien die Zuschauer.

Silberstein fuhr fort. „Die übrigen 36 Trainer werden sich in einem hitzigen Gefecht gegenüberstehen! Jeder gegen jeden! Teams untereinander auszumachen ist jedoch auch möglich! Am Ende dürfen nur 16 Trainer ins Halbfinale ziehen!! Also Trainer, in 20 Minuten beginnt der Showdown! Versammelt euch hier unten in der Arena, dies wird nämlich euer Kampffeld sein!!“, übermittelte Silberstein begeistert.

Leon blickte Theo an. Dieser grinste. „Das wird echt interessant und wenn nicht sogar zu extrem“, meinte der Vogelfänger gelassen. „Egal, ich bin jederzeit bereit. Ich muss einfach solange durchhalten, bis zwanzig Trainer rausgeflogen sind“, erzählte Leon motiviert. „Da hast du Recht. Aber du weißt ja, wer noch am Battle Royal teilnehmen wird“, flüsterte Theo ernst. „Indra ist kein Problem mehr für mich. Naja, wie siehts aus? Kämpfen wir gemeinsam?“, schlug der schwarzhaarige Trainer vor. „Hm, eigentlich ziehe ich es vor, alleine zu kämpfen, aber wir können uns ja im Notfall gegenseitig unterstützen“, erklärte der Vogelfänger. „Alles klar, dann bis gleich, Theo. Ich muss noch Lohgock heilen gehen“, erwiderte Leon und stand auf. Dabei streifte jemand an seiner Schulter.

„Wenn ich du wäre, würde ich gut aufpassen“, flüsterte jemand ihm ins Ohr. Leon blieb stehen. „Deine Warnung kannst du dir sonst wohin schieben, Indra“, gab Leon zurück und stolzierte davon. Der mysteriöse Trainer lachte kurz und wand sich ab. Ich muss auf den Kerl Acht geben. Ansonsten haut er mich noch aus dem Turnier. Ob er mit Galagladi antreten wird? Muss ich jetzt schon auf den Z-Angriff zurückgreifen? Leon blickte zum Bildschirm. Ein Timer zeigte ihm an, wie lange es noch bis zum Showdown dauern würde. Fünfzehn Minuten blieben den Trainern noch.

Die meisten Zuseher teilten sich in Gruppen auf. Jeder wollte sich Snacks und Getränke kaufen. Leon suchte nach einer Heilstation und verließ die Arena. Schließlich entdeckte er draußen eine Station nicht weit entfernt von einem Hotdog-Stand. Eine Schwester Joy hatte dort eine Heilmaschine aufgestellt. Zu seiner Überraschung warteten Marco, Ill und Riccardo schon auf ihn.

„Wir wussten, dass du hierher kommen würdest“, fing Ill an zu reden. „Gut gedacht“, gab der schwarzhaarige Trainer zurück. „Gratuliere zu deinem spektakulären Sieg“, lobte Marco. „Danke, ich hoffe es hat euch gefallen“, meinte Leon und lächelte. Danach übergab er seinen Pokéball an Schwester Joy. „Du warst spitze, Leon. Hast gleich jede Menge Fans dazugewonnen“, plauderte Ill gelassen. „Ach echt? Wusste ich gar nicht“, grinste Leon. „Ich hoffe du machst so weiter“, hob Riccardo an. „Klar, kein Problem. Ich habe mich mit Theo verbündet, dass sollte schon hinhauen“, erzählte Leon ruhig.

„T-Theo?“, stotterte Marco überrascht. Leon blickte ernst drein. „Ja, er lebt. Hörzu, ich erzähle dir seine Geschichte später, okay? Ich selber muss noch einiges bearbeiten, deswegen ziehe ich es vor, nicht lange darüber nachzudenken. Wir regeln das nach dem Turnier“, erklärte der schwarzhaarige Trainer. „Fein, fein. Ich habe mich sowieso schon gewundert, wer der Typ vorhin bei der Eröffnungszeremonie war. Scheint so als hätte mich mein Verstand doch nicht getäuscht“, erwähnte der blonde Trainer.

Leon nahm seinen Pokéball entgegen. „Dankeschön.“ Er wandte sich wieder an seinen Freunden. „Nun, ich werde wohl am besten jetzt gehen. Immerhin möchte ich nicht zu spät kommen. Das wäre nicht so schön“, hob Leon an. „Na dann, viel Glück!“, wünschte Marco. „Viel Erfolg“, wünschten Ill und Riccardo. Der schwarzhaarige Trainer bedankte sich und lief zurück zur Arena. Nachdem er den Trainer-Durchgang passierte, sah er schon einige Trainer am Kampffeld. Zu seiner Überraschung trugen sie alle schwarze Schutzkleider.

Ein Schiedsrichter rannte direkt auf ihn zu. „Warte Trainer! Du musst dich ebenfalls ausrüsten. Komm mit“, ordnete er an. Schweigend folgte Leon ihm. Ein weiteres Schiedsrichter Team kam ihnen entgegen und übergaben Leon einen Schutzanzug. „Hier, zieh das an. Danach setzt du den Helm auf“, wies der Schiedsrichter an. „Wofür das Ganze?“, wollte der Trainer wissen.
„In so einem großen Battle Royal kann Einiges schief gehen. Pokémon Attacken könnten dich treffen. Dieser schwarze Schutzanzug hilft dir beziehungsweise beschützt dich davor. Wir alle wollen doch nicht, dass das dein letzter Kampf wird, oder?“, erklärte der Schiedsrichter ordentlich. „Verstanden.“

Nachdem Leon wieder alleine war, sah er rauf zum großen Bildschirm. Noch zwanzig Sekunden blieben übrig. Mittlerweile waren alle Zuseher wieder auf ihren Plätzen. Als der letzte Zeiger zu Null wurde, ertönte der bekannte Gongschlag. Silberstein verkündigte von der Tribüne aus weiter.

„Trainer! Erschreckt euch nicht! Unsere modernen Flugdrohnen werden kurz das Kampffeld scannen, um nachzuzählen, ob auch alle richtigen Trainer anwesend sind. Geduldet euch noch ein wenig!“, erklärte der Turnierleiter.

Ein paar Drohnen flogen über die Köpfe der Trainer umher. Leicht aufgeregt wartete Leon auf das Startsignal. Die Trainer rundherum hatten sich in kleinen Gruppen aufgeteilt. Leon entdeckte Theo in seiner Nähe. Ansonsten standen die beiden alleine. Nur ein weiterer Trainer positionierte sich ganz alleine vor der West-Tribüne. Der Teufelskerl möchte also jeden persönlich aus dem Weg räumen. Soll mir recht sein. Er ist jedoch ziemlich weit entfernt von mir, denke nicht, dass wir jetzt kämpfen werden.

Die Drohnen flogen davon. Instinktiv griff Leon zu seinem Pokéball. Jeder Trainer war startklar. „Meine geschätzten Zuseher! Gleich beginnt der Battle Royal! Ich möchte nur kurz die Regeln in Erinnerung bringen! Jeder Trainer darf nur ein einziges Pokémon verwenden! Sollte euer Pokémon besiegt werden, so holte es schleunigst zurück in den Pokéball. Dann bitte verlässt ihr die Arena und läuft eilig zur unserer Trainer-Tribüne. Ansonsten wünsche ich euch viel Erfolg, Trainer! Zeit für das große Spektakel! Battle Royal!“, jaulte Silberstein.

Ohne zu zögern warf Leon auf der Stelle seinen Pokéball. „Lohgock!!“, brüllte sein Partner. „Okay, Lohgock! Ich verlasse mich auf dich! Nimm jeden Gegner auseinander! Gib alles!“, befahl Leon. „Loh!!“, knurrte das Großbrand Pokémon. Heiße Flammen schossen aus seinen Handgelenken.

Die ersten Attacken prallten schon aufeinander. Leon sah sich wild um. Ein furchterregendes Vipitis schlängelte sich zu Lohgock. „Schnell vertreib es mit Feuerfeger!“, ordnete Leon an. Auf der Stelle fingen die Füße Feuer. Rasch stürmte Lohgock auf seinen Gegner zu. Das gegnerische Vipitis wollte mit Giftschweif angreifen. Es schwang seinen Schweif mit beeindruckender Geschwindigkeit, doch Lohgock konnte dies problemlos erkennen. Er sprang in die Höhe und blockte es mit seinem Fuß ab. Die Giftschlange gab allerdings nicht nach und hielt dagegen. Das Feuer Pokémon gewann jedoch das Kräfteduell und fegte den giftigen Schweif davon, landete mit einem Bein, holte aus und verpasste Vipitis einen kräftigen Feuerfeger gegen den Kopf. Dieser flog schreiend davon.

„Gut so!“, lobte Leon. Bevor der schwarzhaarige Trainer weiter agieren konnte, entfachte plötzlich eine riesige Explosion. Der ganze Boden zitterte. Leon blickte angespannt zur West-Tribüne. Überall sprühten noch Funken. Danach folgten noch weitere Explosionen. „Ahhhh! Was ist das?!!“, jaulte Leon und versuchte nicht umzufallen. Er hörte Schreie von verzweifelten Pokémon und Trainer. Ein ohrenbetäubendes Gebrüll zerriss die Luft. Leon sah nach oben. Dort schwebte eine große orangene Energiekugel, aus der kleine Geschosse abgefeuert wurden und sie wie Meteoriten in den Boden einstürzten. Danach explodierten die Geschosse.

Die Explosionen und die knalligen Geräusche nahmen kein Ende. „Was zum Teufel passiert dort?“, brummte Leon. Plötzlich fiel die große Energiekugel vom Himmel und krachte ebenfalls in den Boden. Zuerst ein lautes Krachen, und eine gewaltige Explosion folgte. Diese breitete sich weiter aus und drohte Leon und Lohgock hineinzuziehen. Doch die Schockwellen haute die beiden vorher weit genug davon und so wurden sie schlussendlich doch nicht erfasst.

Mit einem dumpfen Plumps kam Leon auf den Boden auf. „Da ist ja Wahnsinn! Was war das?“, stellte er sich immer wieder die Frage. Er blickte zu Lohgock. Dieser konnte problemlos aufstehen. Ein weiteres Drachengebrüll war wahrzunehmen. Leon folgte dem grässlichen Geräusch und kniff die Augen zusammen. Allmählich lichteten sich die Staubwolken...

Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich endlich das Kapitel fertig schreiben. Da ja gerade viele Prüfungen noch auf mich warten, wird das nächste Kapitel auch noch seine Zeit brauchen. Ende Mai sollte sich wieder alles beruhigt haben.
Viel Spaß!
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Re: Auf in die Welt

#1306614 von Donnerkralle
21.05.2018, 14:05
Kapitel 38: Battle Royal
Blutrünstige, schwarze Augen mit länglichen violetten Pupillen leuchteten auf. Als sich die Staubwolken lichteten, schwebte ein furchterregendes Pokémon mit offenem Maul. Der Kopf saß auf einem längeren Hals und es besaß einen Kragen aus acht abstehenden Hautfetzen. Im Maul waren jeweils im Ober- und Unterkiefer zwei spitze Eckzähne. Die größte Auffälligkeit waren allerdings seine zwei langen Arme, welche Köpfe waren. Ihnen fehlten jedoch die Zähne und ihre Augen besaßen keine Pupillen.

Das Pokémon hatte eine grüne Haut, die Unterseite der ledrigen Haut und die drei Streifen darauf waren blau-violett. Es hatte verkümmerte Beine, weshalb es auf seine sechs lappenartigen schwarzen Flügel angewiesen war. Rundherum lagen verstreut verletzte und besiegte Pokémon. Hinter dem Drachen mit den drei Köpfen stand Indra Hunter mit einer unzufriedenen Miene.

Leon kniff die Augen zusammen. Wie viele Pokémon liegen am Boden? Sechs? Sieben? Nein, acht Pokémon hat dieses Monster ausgeschalten. Verfluchter Indra! Ganz ruhig, wenn acht Trainer schon ausgeschieden sind, dann müssten noch 28 im Rennen sein.

Der Trainer blickte zu seinem Partner. Lohgock starrte das Drachen Pokémon an. Dabei spannte er seine Muskeln an. „Du willst also gegen diesen Drachen kämpfen? Fein, riskieren wir es!“, knurrte Leon aufgeregt.

„Haben Sie das gesehen?!“, brüllte Silberstein ins Mikrofon. Die Menge kochte. „Ein fantastischer Draco Meteor von diesem schillernden Trikephalo! Ein sehr seltenes Exemplar, nur hier in unserer Empire Arena!!“

„Trikephalo!!“, brüllte der Drache wütend. Leon sah sich hastig um. Alle anderen Trainer hielten sich schlagartig fern von Indra und dessen Hausdrache. Sie kämpften stattdessen alleine gegeneinander. Die Bühne war frei. Leon stürmte gemeinsam mit Lohgock los.

„Rwwarrgh!!“, brüllte Trikephalo und schoss wie eine Rakete auf die beiden los. Die drei schnappenden Köpfe konnten es kaum erwarten Lohgock zu durchbeißen. Das Feuer Pokémon sprintete los, Leon bremste abrupt ab. „Was ist los, Leon? Angst?!“, höhnte Indra. „Tz!“, entwich es dem schwarzhaarigen Trainer.

„Schnell, Doppelkick!“, ordnete Leon sogleich an. Blitzartig sprang Lohgock in die Höhe und verpasste Trikephalo einen mächtigen Tritt gegen dessen Brust. Dieser prallte dadurch zurück, doch also Lohgock zum zweiten Tritt ansetzte, schnappten seine beiden Arme rechtzeitig Lohgock.
„Drachenpuls!“, knurrte Indra. Das brutale Drachen Pokémon öffnete sein Maul und sammelte konzentrierte Energie.

Auf der Stelle feuerte Trikephalo direkt vor dem hilflosen Feuer Pokémon eine starke Schockwelle ab. Lohgock bekam die volle Ladung ab. Trikephalo ließ allerdings nicht los. „Loh!!“, kreischte das Großbrand Pokémon. Der lila Strahl drückte schließlich Lohgock weg. Die Köpfe ließen los und das Feuer Pokémon wurde durch die Schockwellen nach hinten gefegt.

Ganz knapp verfehlte Drachenpuls Leon. Der Trainer musste mitansehen, wie sein Partner einen harten Aufprall erlitt. Plötzlich stürmte Trikephalo nach vorne und feuerte den nächsten Drachenpuls und zielte auf den Boden. Die Schockwelle zerstörte den Boden und hinterließ eine ganze Spur davon. Der lila Strahl formte eine gerade Linie. Leon erkannte die Absichten des Drachen Pokémon und rannte hinterher. Auch Indra folgte. „Dein Partner ist Geschichte“, höhnte Indra. „Klappe!“, fuhr Leon ihn an.

Die kraftvolle Schockwelle erreichte das am Boden liegende Pokémon. Sofort entstand eine kleine Explosion. Auf einmal flog ein Washakwil aus den Staubwolken heraus. Auf dem Rücken trug er Lohgock. „Puh!“, seufzte Theo erleichtert. „Was zum?“, stammelte Leon überrascht. „Ich habe dir doch gesagt, im Notfall helfe ich dir aus“, erinnerte der Vogelfänger. „Vielen Dank! Das war echt knapp“, gab Leon zu. „Ha, es ist noch nicht vorbei“, knurrte Indra und grinste.

Trikephalo flog nach oben und nahm die Verfolgung auf. „Flieg! Flieg, Washakwil!“, rief Theo von unten. Normalerweise würde das adlerähnliche Pokémon dem Drachen entkommen, aber durch das Zusatzgewicht von Lohgock konnte es nicht unüberlegt fliegen. Schon bald befand sich das brutale Pokémon hinter Washakwil. „Trikephalo! Bring den Vogel zum Absturz! Drachenpuls!“, befahl Indra.

Schleunigst sammelte Trikephalo Energie und feuerte seinen Drachenpuls ab. Wie ein Laser erwischte die lila Schockwelle Washakwil. Augenblick sprang Lohgock in gewaltiger Höhe wie ein Speer, dabei drückte er mit seinem kraftvollen Sprung Washakwil nach unten, um Drachenpuls zu entkommen.

Währenddessen strömten heiße Flammen aus seinen Gelenken. Lohgock umhüllte sich in den Flammen. Auf der Stelle verfärbten sich diese blau. Mit einem gewaltigen Druck raste Lohgock mitten in der Luft auf das eilende Drachen Pokémon zu. Trikephalo konnte nicht mehr bremsen. Es entschied sich, Vollgas zu geben und mit Drachenpuls zu kontern. Es richtete seinen Kopf Richtung Lohgock und feuerte die Schockwelle ab.

Lohgock wurde direkt getroffen, doch der lila Strahl konnte ihn nicht aufhalten. Das Großbrand Pokémon versuchte mit seiner Körperspannung dagegen zu halten. Langsam näherte sich Lohgock dem Drachen. Trikephalo verlor plötzlich die Geduld und flog auf Lohgock hinzu, die Schockwelle immer noch aktiv.

Die heißen blauen Flammen wurden auf einmal immer größer. Mit voller Wucht kollidierte Trikephalo gegen den glühenden Lohgock. Eine riesen Explosion kam zur Stande. Aus den Staubwolken stürzte Lohgock nach unten, hielt aber die Sturzflug-Pose. Kurz bevor das Pokémon aufkam, neigte es seinen langen Körper nach oben und hielt ihn in einer waagrechten Position. Lohgock verlor auf einmal viel Geschwindigkeit. Erfolgreich wurde der Fall gebremst.

Nachdem das Feuer Pokémon sicher landete, blickten die Trainer angespannt nach oben. Trikephalo schwebte immer noch mit seinen lappenartigen Flügeln und wirkte grimmig. „Dieses Kunststück von deinem Lohgock“, hob Indra an. „Sie ähnelt einer Flug Attacke. Wie ich sehe, hast du ja doch ganz brav trainiert.“

„Du hast anscheinend auch nichts vernachlässigt“, gab Leon angewidert zurück. „Dein Trikephalo ist zu brutal und ungestüm. Das macht es zu einem offenen Buch“, meinte Theo gelassen. „Oh bitte, ein zweitklassiger Vogelfänger möchte mir Anweisungen geben. Das ich nicht lache! Seht zu und lernet, ihr Versager!“, brummte Indra.

Trikephalo entdeckte Lohgock und nahm ihn wieder ins Visier. Das Drachen Pokémon trug von der heftigen Kollision nur ein paar Schrammen. Hastig stürzte es nach unten. „Lohgock, pass auf!“, warnte Leon rechtzeitig. Das Großbrand Pokémon machte einen riesen Satz zur Seite. Trikephalo flog ins Leere. „Rwarrgh!“, brüllte der Drache zornig.

„Washakwil, wir ziehen uns zurück! Leon, ich überlasse dir den Rest!“, rief Theo und lief zu den anderen Trainern. Leon nickte. Eilig blickte er rüber zu Lohgock. Dieser keuchte. Der Rückstoß und der wuchtige Zusammenprall haben ihn ganz schön zugesetzt. Mist! Hoffentlich hält Lohgock noch durch.

Mit einem lauten Brüllen meldete sich Trikephalo zurück in den Kampf. Beide Kontrahenten starrten sich anerkennend an. „Los, Leon! Lass uns nun Vollgas geben! Ich brenne darauf!“, jaulte Indra und blickte energisch drein. „Jederzeit!“, rief Leon. Plötzlich hörte der schwarzhaarige Trainer ein bekanntes Zischen. Das Giftschlangen Pokémon schlängelte sich hinterhältig zu Lohgock. „Giftschweif!“, befahl ein Trainer ein paar Meter entfernt.

Das scharfe Ende von Vipitis Schweif fing an, lila zu leuchten. Mit einer unnachahmlichen Bewegung holte das Gift Pokémon aus und schnitt direkt in den Rücken von Lohgock. „Lohgock!“, jaulte dieser auf. Augenblicklich verfärbte sich die Körperfarbe des Feuer Pokémon kurzzeitig violett. „Nein! Er ist vergiftet!“, rief Leon empört.

Keine Momente später schoss eine Hydropumpe Vipitis nieder. Dieser wurde davon gefegt. Leon sah sich panisch um. Verfluchte Trainer, erst jetzt tauchen sie auf, nachdem Lohgock und Trikephalo geschwächt sind. Leon erblickte ein Milotic, das gerade zur nächsten Hydropumpen aufsetzte. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel und Gewitterwolken bildeten sich über der Arena. Augenblick schlug ein heftiger Blitz auf Milotic ein. „Donner?!“, japste Leon. Hinter der Wasserschlange verbirgt sich ein Raichu?! Ist das etwa ein Battle Royal? Die Dinge werden immer chaotischer.

Lohgock zitterte am ganzen Körper. Trikephalo wurde von einem Quappo und einem Ariados gequält. Quappo sammelte unglaublich viel Energie und formte mit seinen Händen eine hellorangene Kugel, die immer größer wurde. Blitzartig feuerte Quappo einen Fokusstoß Richtung Trikephalo ab. „Verdammt!“, fluchte Indra. „Kontere mit Drachenpuls!“

Eher das Drachen Pokémon angreifen konnte, schoss Ariados seine teuflischen Spinnweben ab. Diese Weben verdeckten den Kopf von Trikephalo. So war er nicht in der Lage, anzugreifen. Der Fokusstoß traf ihm und eine große Explosion wurde ausgelöst. „Argh!“, knurrte Indra.

Unter Lohgocks Füßen bildete sich ein riesiger und runder Schatten. Wie aus dem Nichts tauchte aus dem Boden ein Golgantes auf. Es erhob sich vor dem Feuer Pokémon. Seine rechte Faust fing an zu glühen. Golgantes konzentrierte unglaublich viel Kraft in seiner gigantischen Faust. „Weich schnell aus, Lohgock!“, ordnete der schwarzhaarige Trainer an. Geschwächt vom Gift, bewegte sich Lohgock nur träge. Golgantes rammte seinen Wuchtschlag mit aller Kraft gegen Lohgock und schickte ihn fliegen.

Das Großbrand Pokémon schlug mehrmals auf den Boden auf und krachte schließlich gegen die Mauer der Arena. Ein weiterer Donner erwischte Milotic. Allerdings blieb das Wasser Pokémon standhaft und schoss eine Hydropumpe. Dabei zielte es auf Ariados. Dieser wich geschickt aus. Leon erstarrte, als er das Wassergeschoss erblickte. „Wa-!“, entwich es dem Trainer – die Hydropumpe erwischte Leon und fegte ihn davon. Zum Glück ließ Milotic sofort nach und der Angriff hörte auf. Trotzdem konnte es keine unsanfte Landung für Leon verhindern.

„Uff! Jetzt weiß ich warum wir diesen Schutzanzug tragen“, murmelte der schwarzhaarige Trainer und rappelte sich mühevoll auf. „Ich muss zu Lohgock.“ Währenddessen befreite sich Trikephalo endlich von den Spinnweben. Doch Quappo griff mit Eisstrahl an. Trikephalo wurde schwer getroffen. „Trikee!!“, schrie es. Der Trainer von Milotic wies ebenfalls an, mit Eisstrahl gegen den Drachen voranzugehen. Jedoch veränderte Golgantes seinen Körperbau zu einer Art Kanone und flog auf das Wasser Pokémon zu. Dabei erwischte ihm der Eisangriff.
„Raichu, zeig denen dein Donner!“, befahl sein Trainer. Das Elektro Pokémon leuchtete kurz auf und schickte einen schwachen Blitzangriff nach oben. Die Gewitterwolken absorbierten diese und feuerten einen kräftigen Donner nach unten.

Dieses Mal jedoch verfehlte der Angriff und schlug neben das angeschlagene Trikephalo ein. „Das reicht!“, brüllte Indra genervt. Sein Körper umhüllte sich mit einer dunkelvioletten Aura. „Trikephalo! Draco Meteor!!!“, jaulte Indra energisch. „Trikephalo!!!“

Das Drachen Pokémon richtete seine drei Köpfe zum grauen Himmel. Es sammelte all seine Kraft und konzentrierte sie zu einem Punkt. Im Bauch des Drachen Pokémon bildete sich rasant eine orangene Energiekugel. Blitzartig feuerte Trikephalo diese ab. Plötzlich verfärbte sich die Kugel violett. Sie durchbrach die Gewitterwolken. Keine Sekunde später explodierte die violette Kugel und es hagelten kräftige Geschosse.

Sie schlugen wie Meteoriten ein und explodierten noch kräftiger als zuvor. Augenblicklich wurde das Schlachtfeld zum Mienenfeld. Die Pokémon wurden hart getroffen, die Trainer suchten schnell das Weite. Doch die Explosionen hörten nicht auf.

Leon blinzelte. „Verdammt, Indra. Dass du so ein Monster im Team besitzen würdest. Mist! Ich muss unbedingt zu Lohgock!“, brummte der schwarzhaarige Trainer. Er versuchte sich zu erinnern, welche Richtung Lohgock davongefegt wurde.

Ohne lange darüber nachzudenken lief Leon los. Dabei machte er einen großen Bogen um Trikephalo und Indra. Gut so. Haut ihr beiden die feigen Trainer aus dem Turnier. Indra, wir zwei werden unseren Kampf im Finale beenden! Falls Lohgock noch bei Bewusstsein ist...

Schnell verdrängte Leon seinen letzten Gedanken. Nun fing es an zu regnen. Am Anfang tröpfelte es nur, doch gleich darauf prasselten die Regentropfen wie verrückt. Leon sah nach oben und erblickte, wie ein Vogel gerade landen wollte. Der Trainer kniff die Augen zusammen und erkannte gerade noch die Umrisse von Washakwil.

Leon fiel ein Stein vom Herzen, als er Lohgock am Rücken vom Vogel Pokémon liegen sah. „Gott sei Dank! Lohgock, du bist noch nicht ohnmächtig. Halte durch, mein Freund. Bald ist dieser wilde Kampf vorbei“, versicherte Leon und halft seinem Partner auf.

„Danke, Washakwil“, flüsterte Leon und streichelte das Pokémon. Gleich darauf stürmte der Vogelfänger her. „Gut! Lohgock geht also noch gut“, meldete sich Theo zu Wort. „Loh...“, krächzte das Feuer Pokémon. „Zuerst der anstrengende Kampf gegen Trikephalo, dann die Vergiftung und jetzt der Regen. Die Umstände sind nicht gerade leicht“, murmelte Leon leicht genervt.

„Ja, das kannst du laut sagen. Sag mal, was zum Teufel passiert eigentlich dort drüben bei Indra?“, erkundigte sich Theo. „Wieder dieser Draco Meteor Angriff, nur halt viel stärker und chaotischer“, meinte Leon und streichelte sein Lohgock. Sein Partner musste sich hinsetzen. Hin und wieder krächzte er aufgrund des Gifts.

Erst jetzt bemerkte Leon, wie erschöpft Washakwil und Theo wirkten. Ihm selber übermannte die Müdigkeit. „Dein Washakwil ist auch nicht mehr ganz fit“, gab Leon zu bedenken. „Dafür haben wir einige Trainer rausgeschmissen“, erklärte der Vogelfänger. Leon sah auf. „Die Explosionen haben aufgehört-“, eher Leon fertig sprechen konnte, ertönte plötzlich der bekannte Gongschlag.

Der Regen ließ nach. Leon sah sich um. Keiner kämpfte. Es herrschte unruhige Stille. Der große Bildschirm schaltete plötzlich um. Es zeigte eine Liste von insgesamt sechszehn Trainern. Leon tat sich dennoch schwer von dieser Entfernung die tabellarische Liste abzulesen. Zu seinem Glück begann Silberstein mit der Erklärung.

„Meine Damen und Herren! Der spannende Battle Royal ist vorüber, denn wie vorhin erwähnt, dürfen nur sechszehn Trainer ins Halbfinale ziehen. Und hier sind die Auserwählten! Euere Platzierung auf dem Bildschirm ist gleichzeitig euer aktueller Rang in unserer Rangliste. Die Platzierung basiert auf eure erfolgreichen Kämpfe im Battle Royal. Der Trainer, der die meisten Pokémon besiegt, bekommt natürlich eine höhere Platzierung!“, veranschaulichte der Turnierleiter.

Basiert auf die Anzahl der Pokémon die man besiegt hat? Ich habe die ganze Zeit gegen Indra gekämpft ... Mist! Das bedeutet, ich bin letzter! „Hey, Kopf hoch“, tröstete Theo. „Es ist noch nichts entschieden. Du bist immer noch dabei und kannst dich hinaufarbeiten. Sei stolz auf deine Leistung, du warst der einzige Trainer, der gegen den erstplatzierten Trainer durchgehalten hat!“

„Verstehe, dann ist Indra also Platz Nummer 1? Somit befindet er sich auf Rang 16 und ich auf Rang 26“, murmelte Leon enttäuscht. „Ich habe wohl vergessen dir zu sagen, dass es in dem Kampf darauf ankommen würde. Tut mir leid“, entschuldigte sich der Vogelfänger.

„Schon gut. Es ist nicht deine Aufgabe, deinen Rivalen zu unterstützen. Ich hätte einfach klarer und logischer denken müssen“, meinte Leon frustriert. „Doch, denn wir sind auch Freunde. Und ich fühle mich noch schlechter, dass ich jetzt auf Rang 17 bin. Ich wette, du hättest genauso gut abgeschnitten“, versuchte Theo zu trösten.

„Und wie geht es nun weiter?!“, fuhr Silberstein fort. „Für heute ist erstmals Schluss! Morgen findet das Halbfinale statt. Alle Trainer, die noch im Turnier nicht ausgeschieden sind, erhalten einen Premium-Pass für das Fünf-Sterne-Hotel Perolga! Natürlich gesponsert von unserem Champ! Dort könnt ihr in Ruhe residieren. Ich bitte euch Trainern um 10 Uhr wieder vor der Anmeldestation zu warten! Vielen Dank! Sie waren ein großartiges Publikum!“

Nachdem Leon die Neuigkeit verarbeitet hatte, holte er hastig sein Pokémon in den Pokéball zurück. Theo tat ihm nach. Die Trainer durften endlich ihren Schutzanzug ausziehen. Leon spürte eine Woge der Erleichterung, als er den engen Helm runtertat.

„Was hast du jetzt vor?“, wollte der schwarzhaarige Trainer wissen. „Ich werde mein Washakwil heilen und mich dann in mein Hotelzimmer zurückziehen. Dort werde ich meine Strategie bearbeiten. Schließlich kämpfen wir morgen mit drei Pokémon“, erzählte der Vogelfänger gelassen. „Mhm, ich denke, dass ich meinen Abend genauso verbringen werde“, meinte Leon.

Die beiden Trainer verließen gemeinsam die Arena über den Trainer-Durchgang. Die reizende junge Dame saß hinter dem goldenen verzierten Pult und verteilte jedem Trainer einen Hotelpass. „Passen Sie gut darauf auf. Für Verlust oder Diebstahl übernehmen wir keine Haftung“, erklärte sie ernst. Die beiden Freunden nickten. Dankbar nahmen sie ihre Pässe.

Zusammen spazierten sie zur Heilstation und ließen ihre Pokémon heilen. „Gut, ich gehe dann ins Hotel. Willst du gleich mitkommen?“, hob der Vogelfänger an. Leon schüttelte den Kopf. „Ich treffe mich noch mit meinen Freunden“, erwähnte der Trainer. „Ah verstehe, nun denn, richte Marco schöne Grüße von mir aus“, sprach Theo aus und verabschiedete sich von seinem Freund.

Leon überlegte, ob er Marco und die anderen suchen sollte, doch plötzlich läutete sein Pokétech. Marco rief ihn per Visio-Caster an. „Hi, Leon! Treffen wir uns wieder bei der Heilstation?“, begann Marco. „Ja, ich warte die ganze Zeit auf euch“, erwiderte Leon und grinste. „Fein fein, wir sind unterwegs.“

Als Marco seinen Freund entdeckte, raste er auf ihn zu und schüttelte ihn kräftig durch. „Hey! Du hast es geschafft! Du bist weiter!!“, rief der blonde Trainer erfreut. „J-ja! Marco lass das“, stotterte Leon und musste aber gleichzeitig lachen.

„Geht es dir auch gut? Die Hydropumpe hat dich voll erwischt“, erwähnte Ill. „Oho, ja klar. Ich meine, es tat verdammt weh, aber dieser Schutzanzug hat seine Arbeit gut gemacht“, erklärte Leon. „Zum Glück. Wie sieht dein Plan jetzt aus?“, mischte sich Riccardo ein.

Leon nahm seinen Premium-Pass aus der Tasche. „Ich werde in mein Hotelzimmer gehen und mich ein bisschen ausruhen und einen Plan für morgen schmieden“, schilderte Leon sein Vorhaben. „Gut, dann sehen wir uns morgen wieder“, meinte Ill und wollte schon gehen.

„Warte! Wollt ihr denn nicht mitkommen?“, fragte Leon nach. Ill und Riccardo schüttelten mit den Köpfen. „Nein, nein. Wir haben doch unser Lager, auf das wir aufpassen müssen“, erwiderte Ill. „Genau so ist es. Trotzdem danke für dein Angebot“, sagte Riccardo gelassen.

„Und du Marco?“, hoffte Leon auf etwas Gesellschaft. „Na klar, bin immer bei dir Kumpel“, antwortete der blonde Trainer. „Jawohl! Gut, dann bis morgen Leute“, verabschiedete sich Leon. Nachdem sie sich getrennt hatten, marschierten sie schnurstracks zum Hotel.

Allmählich ging auch die Sonne unter. Die Glastüren des riesigen Gebäudes öffneten sich automatisch. Die Eingangshalle wirkte modern. Sie war kunstvoll verziert mit Säulen und Bildern. Die großen Kronleuchter spiegelten sich im Marmorboden.

Leon zeigte den Herrn, der hinter dem langen Pult saß, seinen Pass. „Hier ist Ihr Zimmerschlüssel, Zimmernummer 38. Viel Vergnügen meine Herren.“ Dankbar nahm Leon den Schlüssel. Gemeinsam fuhren sie mit dem Lift in den 3. Stock.

Als sie das Zimmer betraten, konnten sie ihre Augen kaum trauen. „Wow! Das ist ja unglaublich! Das Zimmer ist so groß wie vier Relaxo“, hauchte Marco. „Sie mal, ein Doppelbett“, deutete Leon mit dem Finger. Marco sauste ins Badezimmer. „Fantastisch! Eine Badewanne! Juhu!“, lallte es aus dem Badezimmer. Leon seufzte. „Ein echt nobles Zimmer für den 26 stärksten Trainer von Unorga“, murmelte er.

Währenddessen spazierte Indra alleine durch Empire City. Gelassen ging er eine Promenade entlang, die durch Laternen beleuchtet wurde. Plötzlich kam ihm jemand entgegen und stellte sich direkt vor ihm.

„Hey, du bist mir im Weg“, knurrte Indra und zuckte einen Finsterball. Augenblick erstarrte Indra, nachdem er das Gesicht der Person erblickte. „Nicht so ungestüm, mein Freund“, fing die fremde Person an.

„Wenn das nicht mal der Verräter höchstpersönlich ist“, zischte Indra leicht provokant. „Ich? Ein Verräter? Wie kommst du denn darauf?“, spottete die Person mit den lavendel Haaren. „Zero ... ich weiß ganz genau wer du bist“, erzählte der schwarzhaarige Trainer.

„Ach so? Hat dir Omega schon alles erzählt? Nun, dann bist du wohl mein Beschatter“, redete Zero weiter gelassen. „Was willst du? Morgen mache ich dich platt. Oder willst du schon heute Abend abschmieren?“, höhnte Indra und grinste.

„Du denkst, dass du der stärkste Trainer bist, was? Aber ich sage dir mal etwas: Es gibt immer jemanden, der besser ist als du“, konterte Zero. „Ich kann’s kaum erwarten“, brummte Indra. „Aber deswegen nervst du mich doch hoffentlich nicht?“

„Oh nein. Ich bin hier um dich zu warnen“, hob Zero an. Indra sah ihn schief an. „Verlasse Team Alpha. Diese Organisation ist nichts für dich“, meinte der Trainer mit den lavendel Haaren. „Seit ich bei Team Alpha bin, konnte ich wieder richtig trinken, essen und schlafen. Warum sollte ich mein Team verlassen?“, knurrte Indra.

„Du weißt doch ganz genau, was Alphas und Omegas wahre Absichten sind“, flüsterte Zero. Für einen Moment schwieg Indra. „Und wenn schon. Sie retten damit jeden Menschen. Das ist das beste Geschenk, das man für die Menschheit machen kann“, erwiderte der schwarzhaarige Trainer.
„Tz, du hast doch gar keine Ahnung. Dieser Plan wird uns alle umbringen du Schwachkopf“, fluchte Zero genervt.

„Bist du nun fertig?“, spottete Indra. „Wie weit ist Team Alpha schon?“, fragte Zero nach. „Hm, du denkst, dass ich es dir sagen werde? Wie nett. Naja, sagen wir mal so, Alpha ist in Sinnoh ... Du verstehst?“, erzählte Indra gelassen.

Zeros Augen weiteten sich vor Schreck. „Oh nein. Ich muss mich beeilen. Warum ist dir die akute Gefahr nicht bewusst?“, zischte Zero wütend. „Ganz einfach, es gibt keine Gefahr. Team Alpha wird den Frieden bringen. Alles Böse wird vollkommen ausgelöscht“, prophezeite Indra.

„Dieser Frieden ist nur eine billige Ausrede für das bevorstehende Massaker. Aber nichtsdestotrotz werde ich euch aufhalten“, knurrte Zero. „Ich freue mich schon“, höhnte Indra und lachte. „Ach ja, dein Trikephalo ... Du verstehst?“, erwiderte Zero gelassen.

Indra verstummte. „D-du ... weißt Bescheid?“, stotterte der schwarzhaarige Trainer. „Lange wird er nicht mehr bei dir weilen. Er ist ein Experiment von Team Alpha. Deswegen ist er so stark. Dafür ist seine Lebenszeit stark verkürzt. Und da der Drache schon vor gute zwei Jahre entstanden ist, befürchte ich, dass er noch diese Woche sterben wird“, erzählte Zero mit einer unleserlichen Miene.

Der schwarzhaarige Trainer schwieg. „Dann bis morgen, Indra. Und denk darüber nach, was ich dir gesagt habe“, meinte Zero und marschierte an Indra vorbei...
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Re: Auf in die Welt

#1306707 von KleinKokuna
22.05.2018, 15:50
So, nach zwei Kapiteln wird es denk ich mal wieder Zeit, aus der Versenkung aufzutauchen und zu kommentieren :lol:.

Es ist schön zu sehen bzw. lesen^^, dass sich Leons Training und das seiner Pokémon auszahlt, was man deutlich gemerkt hat, wie scheinbar mühelos sein Lohgock mit dem Krypuk fertiggeworden ist :). Und im darauf folgendem Battle-Royal lässt du es ganz schön heiß hergehen, was perfekt zu einer Meisterschaft passt.

Die Beschreibung von diesem als heftiges, gelegentlich unübersichtliches Getümmel aus kämpfendne Pokémon, bei denen die Trainer wegen eventueller Querschläger (armer Leon :P) Schutzanzüge tragen müssen, finde ich äußerst clever und gut durchdacht. Denn im Grunde würde ein Battle Royal in der Realität wohl wirklich so ablaufen - fast wie ein mittelalterliches Ritterturnier, bei dem sich die Ritter ursprünglich richtig bekämpften/verhauten, ehe Kirche und König das Ganze reglementiert haben :x. (Nur so kleines Nerdwissen am Rande^^.)

Dass es jetzt noch nicht zum entscheiden Kampf zwischen Indra und Leon kommt, war ja irgendwie abzusehen, aber immerhin haben Leon und Lohgock keine allzu schlechte Figur abgegeben.

Das Gespräch zwischen Indra und Zero am Schluss bildetete auch nochmal einen letzten interessanten Höhepunkt. Gerade weil beide fast nur andeutungen machten die der Leser (noch) nicht ganz verstehen kann, macht einen äußerst neugierig. Und zu guter letzt zeigt Indras Reaktion auf Zeros Wissen über dessen Trikephalo gut, dass er längst nicht der abgebrühte, kaltschnäuzige Kerl ist, der er vorgibt zu sein.

Ich merke schon, es bleibt spannend und ich freue mich auch weiterhin auf mehr :).
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Re: Auf in die Welt

#1306738 von Donnerkralle
22.05.2018, 20:10
Vielen, vielen Dank für deinen Kommentar, KleinKokuna! :)

Ich muss zugeben, dass es teilweise ziemlich schwierig war, das Getümmel zu beschreiben (vor allem bei so vielen Trainern und Pokèmon). Stichwort Ritterturnier: Jetzt sehe ich das auch, habe dabei den Film Excalibur im Kopf. Vielleicht kennst du den Film.

Ich kann dir schon versprechen, dass es in der Finalrunde richtig ernst wird. In den kommenden Kapiteln werden die wahren Absichten von Team Alpha Stück für Stück offenbart. Dort wird man als Leser verstehen, was Indra mit Rettung gemeint und was Zero mit Massaker gemeint.
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Re: Auf in die Welt

#1308937 von Donnerkralle
04.08.2018, 14:11
Kapitel 39: Das Halbfinale – Teil 1
„Ich wünsche Ihnen viel Glück!“, wünschte die nette Empfangsdame an der Anmeldestation. Leon lächelte. Schweigend passierte er den Trainer-Durchgang. Am Feld gliederten sich die übrigen Trainer, die ein Recht auf die nächste Runde besaßen. Schleunigst gesellte sich der schwarzhaarige Trainer zu ihnen. Die Sonne schien am hellblauen Himmel. Nur ein paar kleine Wolken reisten langsam umher. Dennoch wehte ein frischer Wind. Leon erinnerte sich, wie sein bester Freund ihn heute Morgen unsanft aufweckte und meinte, er würde das Halbfinale verschlafen. Nachdem er auf die Uhr sah und realisierte, dass es bereits kurz vor 10 Uhr war, zog sich Leon hastig um und flitzte zum Stadium.

Der gute Silberstein stand mit einem zufriedenen Lächeln vor dem Rednerpult. Heute trug er einen purpurn übersäten Anzug. Die Empire-Arena war voll besetzt. Leon dachte daran, wie Marco versprach, Ill und Riccardo abzuholen und dann gemeinsam zur Arena zu wandern.
„Guten Morgen, verehrtes Publikum! Ich danke Ihnen, dass Ihr auch dieses Mal so zahlreich erschienen seid. Nun denn, heute stehen vor mir unsere 26 Top-Trainer, die nur darauf warten, ihr ganzes Team und ihr ganzes Können zu zeigen!“, begrüßte der Turnierleiter. Er richtete kurz seine gelbe Fliege, hustete kleinlaut und fuhr dann fort.

„Das großartige Halbfinale wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Heute wird nur die erste Gruppe kämpfen. Die Regeln sind dieses Mal ein bisschen anders. Das K.O.-System bleibt aber gleich. Nur zwei Trainer einer Gruppe dürfen am Ende übrigbleiben und ins großartige Finale einziehen. Die Kampfregeln lauten wie folgt: Jeder Trainer muss drei Pokémon in den Kampf schicken. Erst wenn alle Pokémon eines Trainers besiegt sind, ist der Kampf vorbei. Die Trainer dürfen im gesamten Match nur ein einziges Mal ihr Pokémon austauschen, außer es ist schon besiegt. Auf dem großen Bildschirm sehen Sie nun die Gruppeneinteilung!“, verkündigte Silberstein.

Der Monitor zeigte alle 26 Namen an. Plötzlich tauchte ein gelber Topf auf und alle Namen wurden hineingesaugt. Danach spuckte der Topf 13 Namen aus. Leon kniff die Augen zusammen. Mühevoll konnte er gerade noch seinen Namen erhaschen und musste dann blinzeln. Ich bin also in der ersten Gruppe dabei. Der schwarzhaarige Trainer blickte zu Indra. Dieser wirkte angespannt und verzog einen grimmigen Blick. Was ist mit dem passiert? Er sieht richtig wütend aus. Hat er schlecht geschlafen?

„Die ersten vier Kämpfe finden sogleich statt. Da die Gruppe aus einer ungeraderen Anzahl an Trainern besteht, bekommt immer ein Trainer per Zufall einen Gratis-Sieg. Nach jeder Runde wird ein neuer Trainer ausgelost. Aber dazu erfahren wir später mehr. Ich wünsche Ihnen spannende Kämpfe!“, äußerte Silberstein euphorisch.

Leon sah hinauf zum großen Bildschirm. Er erstarrte, als plötzlich sein Name ganz groß geschrieben unter der Überschrift: Free Win stand. Das bedeutet, ich habe eine ganze Runde Pause! Leicht enttäuscht über diesen einfachen Sieg schlenderte der Trainer zur Mini-Tribüne, welcher gegenüber dem großen Bildschirm stand. Auch die übrigen Trainer, die sich automatisch in der Gruppe 2 befanden, folgten ihm.

Seufzend setzte sich Leon hin. Neben ihm platzierte sich Zero. „Ein Free Win gleich in der ersten Runde ist doch auch nicht schlecht, was?“, hob der mysteriöse Trainer gleich an. „Naja, ich würde lieber kämpfend ins Finale einziehen“, brummte der schwarzhaarige Trainer. „Verstehe, aber wenigstens kannst du jetzt gleich das spannende Duell zwischen Theo und Indra begutachten“, erwiderte Zero gelassen.

Leon blickte zu seinem Sitznachbarn. „Bitte? Theo gegen Indra?“, wiederholte der Trainer ungläubig. Zero nickte. „Da, sie sind auf dem Kampffeld 4 zu sehen. Und, was denkst du, wer wird als Sieger hervorgehen?“, fragte der Trainer mit den lavendel Haaren. „Ich weiß nicht so recht, ich denke, dass Theo es schaffen könnte“, murmelte Leon und schaute auf Theo, der sich bereits positionierte.

„Eher du wünscht dir, dass Theo es schafft. Er hat mir erzählt, dass er schon ein Einzelkampf gegen Indra bestritten und den Kürzeren gezogen hatte“, erzählte der geheimnisvolle Trainer. Leon ballte seine Hände zu Fäusten. „Na und? Das ist lange her. Ich wette, dass Theo viel besser geworden ist. Selbst Indra wird sich in Acht nehmen müssen“, verteidigte Leon seinen Freund.

Zero lachte. „Wundervoll, du bist ein wahrer Freund. Selbst wenn es schlecht für ihn steht, so stehst du immer noch hinter ihm. Bravo!“, lobte der Trainer. Leon seufzte. „Dankeschön“, murmelte der schwarzhaarige Trainer.

Mittlerweile waren alle Trainer und Schiedsrichter auf ihre Position. Das Kampffeld 4 befand sich unmittelbar vor der Mini-Tribüne. Leon hatte ein klares Sichtfeld auf den bevorstehenden Kampf. Du kannst es schaffen, Theo! Selbst wenn Indra mit Luxtra kämpft, so hast du sicherlich einen Plan, um an Elektro Pokémon vorbeizukommen, nicht wahr?

Indra starrte sein Gegenüber verächtlich an. „Du hängst also jetzt mit diesem Zero ab. Haste wohl deine alten Kumpels schon verraten, eh?“, knurrte der Trainer. Theo ließ sich nicht einschüchtern. „Es geht dich nichts an. Konzentrier dich lieber auf den Kampf, denn dieses Mal werde ich hoch am Himmel sein und du am Boden kriechend“, konterte der Vogelfänger mit einem entschlossenen Blick. „Oh? Sie mal einer an, der Spatzen hat sich in einem Adler verwandelt. Deine hellblauen Augen verraten mir, dass du heiß auf den Kampf bist. Dann unterhalte mich!“, rief Indra und zuckte einen Finsterball.

Der Schiedsrichter hob eine rote Fahne. „Jeder Trainer darf nur drei Pokémon verwenden. Sobald ein Pokémon besiegt wurde, muss es ausgetauscht werden. Wenn alle Pokémon einer Seite kampfunfähig sind, ist der Kampf vorüber! Das eingesetzte Pokémon darf nicht ausgetauscht werden. Nur einmal ist ein Tausch gestattet! Sobald die Fahne unten ist, werft ihr eure Pokébälle! Haltet euch bereit Trainer!“

Siegessicher fixierte Indra seinen Blick auf die rote Fahne. Draußen tobten schon die Zuschauer. Aufgeregt umklammerte er seinen Finsterball. Augenblicklich schwang der Schiedsrichter die Fahne nach unten. Auf der Stelle warfen Indra und Theo die Pokébälle mit Wucht in die Mitte des Kampffeldes. Die Bälle kollidierten und ein Gemisch aus schwarzvioletten und weißem Licht verschlang das Kampffeld. Plötzlich huschten zwei schnelle Schatten nach oben.

Der grüne Drache mit den lappenartigen, schwarzen Flügeln schwebte hoch empor und starrte sein Gegenüber mit grimmigen Ausdruck an. Washakwil spannte seine muskulösen Flügel und stieß einen Kampfschrei aus.

FinsterballvsPokeball
vs

Theo grinste. „Hahaha, ich dachte mir schon, dass du mit deinem Brutalo starten würdest. Gegen dein Unlicht Pokémon habe ich schon eine Strategie. Mach dich auf etwas gefasst, Indra Hunter!“, brüstete sich der Vogelfänger.

Indra schloss kurzzeitig die Augen. „Du denkst, du hast eine Strategie gegen Unlicht Pokémon?“, hob der Trainer an. „Du vergisst, dass mein Partner auch ein Drache ist! Kommt ihr beide uns zu nahe, werdet ihr pure Verzweiflung erleiden! Schick dein Washakwil in den Kampf, wir werden seine Flügel stutzen, dann kann dein Vogel den Himmel nur noch von unten sehen!!“, brüllte Indra energisch.

„Schlitzer!“, befahl Theo. Washakwil schoss nach vorne. Sein Schnabel fing an zu leuchten und verlängerte sich ein Stück. Bevor Trikephalo überhaupt reagieren konnte, verpasste das Flug Pokémon dem Drachen einen scharfen Kratzer. Hastig entfernte sich Washakwil wieder.
„Trikephalo, zeig´s ihnen mit Drachenpuls!“, ordnete Indra an. Das brutale Drachen Pokémon öffnete sein Maul und sammelte konzentrierte Energie. Auf der Stelle feuerte Trikephalo eine starke Schockwelle ab. Elegant wich Washakwil aus. Der Drache ließ nicht locker und schoss weitere Schockwellen ab. Mit bezaubernden Kunststücken ließ Washakwil die Angriffe ins Leere laufen.

Trikephalo brüllte vor Zorn. „Schnapp dir den Vogel!“, wies Indra genervt an. Das Drachen Pokémon schoss gewaltig nach vorn und öffnete sein Maul. Seine zwei anderen Köpfe feuerten Drachenpuls ab. Allerdings wirkten diese schwächer als das Original. Die beiden dünnen Schockwellen erwischten die Flügel von Washakwil. Das Flug Pokémon stürzte ab.

Plötzlich spannte es wieder seine mächtigen Flügel und flog. Auf einmal tauchte Trikephalo aus dem Nichts auf und schnappte gierig nach Washakwil. Seine beiden Arme bissen in die Flügel, während der Kopf sich den Hals schnappte.

Panisch wirbelte Washakwil herum, doch das Drachen Pokémon ließ nicht locker. Es biss noch fester zu. Das adlerähnliche Pokémon kreischte auf. „Washak!!!“, jaulte es vor Schmerz. Die schwarzen, lappenartigen Flügel peitschten wild umher. Trikephalo plante, den Vogel weiter nach oben zu transportieren.

„Indra, dafür wirst du bezahlen!“, knurrte Theo. Indra grinste schelmisch. „Dein Vogel ist jetzt nur noch ein Häppchen Chicken Nuggets für meinen Drachen“, gab der Trainer gelassen zurück. Der Vogelfänger holte tief Luft. Er blickte nach oben. Seine hellblauen Augen strahlten. Ein leichtes Grinsen entwich dem Trainer.

„Washakwil, jetzt! Kraftkoloss!!“, befahl Theo energisch. „Warte was?!“, entfuhr es Indra. Das Flug Pokémon spannte augenblicklich seine Muskeln stark an. Eine kämpferische Aura umhüllte es. Trikephalo´s Maul öffnete sich krampfartig. Es konnte nicht mehr länger den stahlharten Körper beißen. Blitzartig befreite sich Washakwil mit kraftvollen Schwingen seiner Flügel. Das Drachen Pokémon musste loslassen und wich zurück.
Washakwil flog ein Stück höher. Ruckzuck stürmte es wie ein Jet hinunter und rammte mit seinem verhärteten Körper Trikephalo. „Trikeee!!“, brüllte es. Der Prall schickte den Drachen ungeheuerlich schnell zu Boden.
„Wow! -“, hastig wich Indra zur Seite. Trikephalo schlug hart auf dem Boden auf.

Währenddessen befand sich das Flug Pokémon keuchend in der Luft. Der Angriff zerrte stark an seine Muskeln. „Gut so!“, lobte Theo. „Und jetzt Sturzflug!“ „Washaaa!“, jaulte es. Das adlerähnliche Pokémon flog hoch empor. Danach stürzte es mit rasanter Geschwindigkeit nach unten. Der Schnabel hielt seinen Körper in Balance. Somit konnte Washakwil kerzengrad nach unten düsen. Dabei wurde es von einer heißen, orangen Aura umhüllt.

„Trikephalo, du musst wegfliegen!“, warnte Indra. Leichte Verzweiflung war an seinem Gesicht abzulesen. Doch der Drache blieb liegen und rührte sich nicht. „Trike...“, knurrte es. Kurz bevor Washakwil gegen den Boden krachte, neigte es unnachahmlich seinen Körper in waagrechter Position. In dem Moment tauchte es in einer wunderschönen blauen Aura und raste wie ein azurblauer Pfeil Richtung Trikephalo.

Eilig sprang Indra nochmals zur Seite, eher es zum Aufprall kam. Der blaue Pfeil erwischte den Drachen eiskalt. Ein gewaltiger Knall sprengte die Arena. Der kraftvolle Druck fegte Trikephalo aus dem Kampffeld. Dabei hinterließ sein großer Körper eine Spur der Verwüstung. Überall regneten kleine Feldbrocken.

Washakwil stand keuchend am ursprünglichen Liegeplatz von Trikephalo. Es hatte seine Flügel eingezogen. Kampfnarben zeigten sich an seinem Körper. „Washa!“, keuchte es vor Schmerz. Der Rückstoß verpasste ihm einen zusätzlichen Dämpfer. „Fantastisch, Washakwil! Du hast es geschafft!“, jubelte Theo fröhlich. „Komm wieder runter!“, knurrte Indra und blickte zu Trikephalo.

Plötzlich erhoben sich seine lappenartigen Flügel. Sie fingen an zu schwingen. Langsam rappelte sich das Drachen Pokémon auf. „TRIKEPHALO!!!“, brüllte es vor Wut. Theo stand unfassbar da. „D-das ist doch völlig unmöglich!“, stotterte der Vogelfänger. „Oh nein! Es ist sehr wohl möglich! Hahaha! Sieh her, das ist eben ein Drache!“, meinte Indra hochnäsig.

„Washakwil, mach eine Kehrtwende!“, wies der Vogelfänger hastig an. „Washakwil“, brummte es erschöpft. „Los, Trikephalo, fang dein Essen!“, befahl Indra und ging zurück zu seiner Position. Als wäre nichts geschehen, stürmte der Drache mit einem ohrenbetäubenden Gebrüll einfach los. Erneut streckte Washakwil die Flügel aus. In Sinkflug raste es mit letzter Kraft zu Trikephalo.

„Drachenpuls!“, ordnete sein Trainer an. Das Drachen Pokémon konzentrierte an allen drei Mäulern Energie. Doch bevor es angreifen konnte, rammte Washakwil den Drachen und eilte hastig zu Theo zurück. Der Vogelfänger hielt schon den Pokéball in der Hand. Blitzschnell zog sich das Flug Pokémon zurück. Gleichzeitig trat Kramshef aus dem Pokéball heraus.

Trikephalo schüttelte sich kurz und flog zu seinem Trainer. Mit einem grimmigen Blick starrte es seinen neuen Feind an. „Trike...“, knurrte es boshaft. Indra fing an zu klatschen. „Nicht schlecht. Nicht schlecht. Aber trotzdem zu wenig Power! Es wird Zeit, dass wir ernst machen. Wir werden dein Team jede einzelne Feder rupfen. Hahahaha!“, lachte der schwarzhaarige Trainer. Theo biss die Zähne zusammen. „Wie kann es sein, dass Trikephalo immer noch nicht besiegt ist?“, murmelte der Vogelfänger verzweifelt...

Viel Spaß! :)
Zuletzt geändert von Donnerkralle am 15.08.2018, 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auf in die Welt

#1309155 von KleinKokuna
12.08.2018, 10:37
So, 'eigentlich' wollte ich mit meinem Kommentar noch abwarten, bis der Kampf zwischen Theo und Indra auch zu Ende gekommen ist...

...Aaaber ich bin grade im Flow und außerdem hat mich beim Lesen die Szenerie nicht kalt gelassen - was du an dem kleinen Roman hier wohl bald merken wirst^^ -, weshalb ich jetzt schon ein paar Worte dalassen möchte :lol: :P.

Du hast nämlich ziemlich gut geschildert, wie unfair und unsportlich sprich: Hundsgemein, so ein Pokémonkampf ist, wenn der Gegner betrügt :x. Theos Washakwil hat, finde ich, meisterhaft gekämpft und hätte ein normales Trikephalo mit großer Sicherheit besiegen, oder immerhin so stark anschwächen können, dass ein Teampartner den Rest erledigen hätte können. Aber gegen ein so einen 'hochgedopten Steroidendrachen' kann es natürlich keine echte Chance haben :/.

Da ist mir erneut bewusst geworden, wie gemein und grausam dein Team Alpha eigentlich ist - mit einer Horde solcher Pokémon wird es kein Kinderspiel, gegen die zu bestehen. Und das die Pokémon dafür bald hinüber sind, wird sie sicherlich nicht interessieren. (Das Ganze erinnert mich auch etwas an unsere bedauernswerten Hochleistungshühner und Kühe, die nach wenigen Jahren bereits 'ausgelutscht' sind und dann zum Schlachter kommen :/...)

In dem Sinne, auch wenn es etwas makaber klingen mag: Ein richtig böses Team -> Good Job :up:

Wenngleich ich schon eine Ahnung habe, wie der Kampf schlussendlich ausgehen wird, bin ich dennoch weiterhin gespannt wie es weitergeht. Theo kämpft immerhin wirklich wie jemand, der würdig ist, in einer solchen Liga zu sein, da möchte ich schon gerne wissen, wie er sich auch angesichts eines solchen Gegners schlägt.

P.S: Und irgendwie finde ich es richtig süß, dass Leon sich nicht so doll über seinen Free-Win freuen kann^^.
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Re: Auf in die Welt

#1309329 von Donnerkralle
18.08.2018, 20:50
Kapitel 40: Das Halbfinale – Teil 2
Leon starrte ehrfürchtig auf das Kampffeld. Dort lieferten sich zwei starke Trainer einen erbitterten Kampf. Am großen Bildschirm wurden alle vier Kämpfe gleichzeitig ausgestrahlt. Das Publikum bebte. Die Arena war voller knisternde Spannung. „Und? Hast du deine Meinung geändert?“, befragte Zero gleich seinen Sitznachbarn. Leon schüttelte den Kopf.

„Es ist immer noch gleichstand, drei zu drei. Keiner hat ein Pokémon verloren. Theo ist noch voll im Rennen“, erwiderte der schwarzhaarige Trainer. Zero lächelte. „Das stimmt, aber Washakwil hat eine Menge abbekommen, während Trikephalo so aussieht, als würde er gleich explodieren. Theo muss sich in Acht nehmen“, erinnerte der mysteriöse Trainer. „Dieses Trikephalo ist wirklich eine Nummer für sich selbst“, meinte Leon und verschränkte die Arme.

Zero schaute sich kurz um. Zur seiner Erleichterung schien niemand ihr Gespräch Aufmerksamkeit zu schenken. Danach hielt er beide Hände zusammen und nahm eine merkwürdige Denkerposition ein. Mit leerem Blick auf das Drachen Pokémon fing Zero an zu murmeln. „Das arme Pokémon musste für diese hässliche Macht so viel erleiden.“

Leon richtete sich auf. „Huh? Was meinst du? Hat Indra etwa ein zu brutales Training mit ihm absolviert?“, wunderte sich der Trainer. Dabei richtete er seine hübschen blauen Augen auf seinen Erzfeind. „Nein, das hat nichts mit herkömmlichen Mitteln zu tun. Die Stärke wurde schon von Geburt an bestimmt. Mit unmenschlichen Methoden haben wir das Pokémon missbraucht“, flüsterte Zero und wandte seinen Blick nicht ab.

„Wir?“, wiederholte Leon, obwohl er schon die Antwort erahnen konnte. „Team Alpha hat die Gene dieses Pokémon stark verändert. Es hat die DV-Struktur umgeschrieben und verbessert“, flüsterte der Trainer mit den lavendel Haaren. „Was ist eine DV?“, wollte der Trainer wissen. „Die Determinant Values, auch bekannt als das Talent eines jeden Pokémon. Ihr Wert variiert von 0 bis 31. Mit einem bestimmten Programm haben wir seine Werte aufs Maximum erhöht. Doch das Programm war einfach nur fürchterlich. Damals war es ein frisch geschlüpftes Kapuno. Seit seiner Geburt wurde es von Team Alpha gefoltert. Binnen von Sekunden nach dem Schlüpfen wurde es aus seiner Kapsel entrissen und mit schweren Kabeln und Spritzen attackiert“, schilderte Zero das grausame Ereignis.

„Oh mein Gott... D-das alles wurde Trikephalo angetan?“, stammelte Leon. Zero fuhr fort. „Es dauerte Monate, bis alle Werte maximiert wurden. Bevor es überhaupt geschlüpft war, wurde es mit illegalen Drogen gefüttert. Die Forschungseinheit von Team Alpha hatte frühzeitig ein kleines Loch im Ei geschlagen und hastig einen ekelhaft stinkenden Schlauch befestigt. Somit konnten sie das ganze widerliche Zeug ins Innere des Eies transportieren. Ich habe das meiste mitangesehen. Es war grauenvoll. Das arme Kapuno heulte nur und schrie vor Entsetzten. Allerdings gab man ihm keine Mittel, die seine Schmerzen lindern konnten.“

„Das ist ja krank“, flüsterte der schwarzhaarige Trainer. Seine Augen waren weit aufgerissen. Trotz der fröhlichen Stimmung fühlte sich Leon schlecht. Ihm war plötzlich kalt geworden. „Diese Welt ist grausamer als man denkt“, meinte Zero. Leon schüttelte den Kopf. „Unglaublich, was für Menschen es gibt“, hob er an. „Nach all der schrecklichen Zeit war es endlich soweit: Team Alpha hat ein perfektes Pokémon erschaffen. Es wurde schillernd gemacht, damit es herausstach. Die Geschwister von Kapuno waren alle vor ihm dran gewesen und alle waren Fehlschläge. Sie starben schneller als sie tatsächlich lebten. In einer Nacht brach Kapuno durch seine neue Kraft aus seiner Zelle aus und verschwand...“

„Verschwand? Habt ihr es damals überhaupt noch gefunden?“, stellte Leon eine Frage. Zero schwieg. Sein Blick hing immer noch an Trikephalo. „Zum Glück nicht. Anscheinend ist Kapuno eines Tages Indra über den Weg gelaufen. Mich wundert es überhaupt, wie Indra es geschafft hat, sein Vertrauen zu gewinnen. Nach all dem was Menschen ihm angetan hatten, sollte es eigentlich komplett traumatisiert sein. Woher nimmt es bloß diese Stärke?“, murmelte Zero weiter.

„Ich weiß nicht mal, was ich dazu noch sagen soll“, flüsterte Leon depressiv. „Trikephalo kämpft heute richtig wild. Es bemüht sich sehr. Indra und Trikephalo wissen beide, dass Trikephalo sehr, sehr bald sterben wird...“, hauchte der Trainer mit den lavendel Haaren.

Leons Herz schnürte sich zusammen. „Sehr... bald... sterben?“, wiederholte der Trainer mühevoll die letzten Worte. „Der große Preis, der bezahlt werden muss, um schnell diese Macht zu erlangen. Mehr als zwei Jahre ist nicht vorgesehen...“, endete Zero mit einem stillen Seufzer. Leon richtete seinen Blick aufs Kampffeld. Indra und Trikephalo trugen eine entschlossene Miene.

FinsterballvsPokeballPokeball
vs

„Gib lieber auf! Du kannst mich nicht aufhalten! Ich werde dieses Turnier gewinnen! Mir alleine steht der Titel, stärkster Herausforderer zu! Und danach werde ich die Pokémon Liga erobern! Der Rang 1 ist so gut wie meins!!“, brüllte Indra energisch. Mit einem kühnen Blick erwiderte Theo die Kampfansage. „Der ist doch nicht mehr ganz dicht“, murmelte der Vogelfänger.

„Grrrwahh!“, krächzte Kramshef. Es breitete seine dunklen Schwingen. Die blutroten Federn, die an seinen Flügeln beschmückt waren, unterstrichen die Bedrohlichkeit des Pokémon. Trikephalo schwebte ruhig, um Kraft zu sammeln. Theo streckte seinen rechten Arm aus. „Wir dürfen ihn nicht ruhen lassen! Zeig allen die hübscheste Flug-Attacke!“, jaulte der Vogelfänger entschlossen. Kramshef baute sich weiter auf. Plötzlich fing es an, grell zu leuchten. Der gesamte Körper strahlte hellblaues Licht aus.

Indra hielt sich genervt eine Hand vors Gesicht. „Argh!“, knurrte er. Trikephalo gefiel das Licht überhaupt nicht. Es schwang seine drei Köpfe zu seinem Trainer. „Vergiss es! Niemand kann dem Licht entkommen!“, rief Theo. „Los, Himmelsfeger!“

„Grrrwahh! Kramshef!“, krächzte das Flug/Unlicht Pokémon. Das Licht dimmte ein wenig. Hellblaue Irrlichter umhüllten Kramshef. Das Licht nahm wieder zu. Augenblicklich stürmte das Pokémon los. Ein hellblauer Lichtstrahl schoss vor. Das Drachen Pokémon war nicht in der Lage zu reagieren. Sekundenschnelle erwischte Kramshef seinen Gegner. Hellblaues Licht verschlang Trikephalo. „Trike!!“, schrie es überrascht. Plötzlich war das gesamte Kampffeld in hellblauen Licht umhüllt. Als hätte der Himmel sein schönes Blau nach unten gesendet.

„Argh! Was soll das werden?!“, fluchte Indra und schloss krampfartig seine Augen. WUMMS! Indra sah auf, schloss aber wieder schnell seine Augen. War das Trikephalo? Ich habe nichts gesehen! Verdammt! Er ist haarscharf an mir vorbeigeflogen. Hat dieses Kramshef mein Pokémon weggestoßen? „Jetzt Kraftkoloss!“, wies der Vogelfänger eilig an.

Nachdem das gleißende Licht endlich verblasste, öffnete Indra auf der Stelle seine Augen. Etwas Dunkelblaues flitzte an ihm vorbei. Blitzartig stürmte Kramshef zum angeschlagenen Drachen. Hastig drehte sich der schwarzhaarige Trainer um. Das Flug Pokémon hatte beim Ansturm seinen Körper gehärtet. Mit vollem Risiko knallte es gegen Trikephalo, der sich gerade aufrappelte. „Trik-“, japste der Drache, bevor er ein weiteres Mal nach hinten gestoßen wurde. Mit einem dumpfen Plumps schlug es hart gegen den Boden auf. Kramshef eilte sofort zu seinem Trainer. Sein ganzer Körper zitterte.

„Sehr brav, gut gekämpft. Der Angriff hat gesessen!“, lobte der Vogelfänger und streichelte sorgevoll sein Pokémon.
Indra blickte seinen angeschlagenen Drachen verzweifelt nach. „Ein...lächerlicher...Vogelfänger...haut meinen Drachen...um?!“, keuchte der Trainer ungläubig und zitterte. Der schwarzhaarige Trainer legte seine Hände auf den Kopf. Langsam strich er sich hinunter. Er holte tief Luft. „Steh auf! Wir sind noch nicht am Ende! Wir haben ein Versprechen einzulösen!“, schrie Indra.

Die schwarzen lappenartigen Flügel erhoben sich und fingen an zu schwingen. Schwerfällig erhob sich Trikephalo. Sein ganzer Körper war voller Kratzer. Es keuchte angestrengt. Dennoch flog es hastig ins Kampffeld zurück. Theo schlug die Augen weit auf. „Was? Jetzt wird´s aber lächerlich! Wie kann dieses Monster noch kämpfen?!“, rief der Vogelfänger aufgebracht.

Indra ignorierte ihn vollkommen. Stattdessen hob er seinen linken Arm. Eine böse Aura umgab den Trainer. Er griff mit der rechten Hand auf den Z-Ring und schloss kurzzeitig die Augen. Augenblicklich betätigte Indra den gelben Z-Kristall. Unmengen von violetter Aura strömte aus seinem Körper. Dabei umhüllte es fast die gesamte Arena. Auch Trikephalo ließ sich von dieser Aura umschlingen. Das Publikum erstarrte bei dem Anblick.
Leon stand blitzartig auf. „Er greift rüber zum Z-Angriff!“, jaulte er überrascht. „Beruhige dich doch“, meinte Zero. „Er verbraucht zu viel Aura! Genau wie bei mir damals! Wenn er sie nicht kontrollieren kann, wird es chaotischer denn je!“, warnte Leon und konnte sich kaum noch halten. Zero sah ihn erschrocken an. „Du hast recht. Der übertreibt es mit der Menge, aber gewaltig!“

Blitzartig strömte die gesamte Aura zurück zu Indra und umhüllte in komplett. Augenblicklich verbanden sich die Auren von Trainer und Pokémon. Der schwarzhaarige Trainer führte dabei eine merkwürdige Bewegung aus. Schlussendlich bildete er mit seinen Armen ein Drachenmaul, dass sich gerade öffnete. „Z-MOVE! DEVASTATING DRAKE!!

Trikephalo absorbierte die gesamte Aura. Augenblicklich schoss aus seinem Maul ein violettes Geschoss, der plötzlich sich zu einem brutalen, drachenähnlichen Monster formte. Danach schien es, als stünde die Zeit still. Das ohrenbetäubende Gebrüll des Geschosses hallte in der Empire-Arena. Es raste wild umher. Auf einmal stürzte es sich auf Kramshef. Dieser befand sich immer noch beim Trainer. Theos Augen wurden riesengroß. Der Z-Angriff war gerade dabei, ihn und sein geliebtes Pokémon zu verspeisen.

Ohne lange darüber nachzudenken, zupfte der Vogelfänger ein Pokéball und holte auf der Stelle sein Pokémon zurück. Danach sprang Theo hastig zur Seite. Der Angriff verfehlte ihn nur ganz knapp. Der Vogelfänger kam auf den Boden auf und rollte sich ab. Das Drastisches Drachendröhnen flog weiter. Es erreichte ein anderes Kampffeld. Blitzartig schoss der Angriff nach unten. Ein Altaria blickte überrascht nach oben. Es öffnete weit seine Augen. Auf der Stelle überkam es kalte Gefühle.

Der brutale Angriff stürzte sich direkt auf das Drachen Pokémon. Eine gewaltige Explosion erschütterte die Empire-Arena. Das Kampffeld erlitt schweren Schaden. Überall regnete es kleine Brocken. Der Boden wurde mächtig aufgewühlt.

Allmählich ließ das Beben nach. Nur Rauchwolken hängten über das zerstörte Feld. Indra und Trikephalo standen keuchend da. Indra ließ seine beide Arme und Schulter hängen. Leicht ging er dabei in die Knie. Trikephalo konnte nicht mehr fliegen. Es fiel geschwächt zu Boden.

Theo lag mit Herzklopfen am Boden und hielt seinen Pokéball fest. Die ganze Arena war still. In dieser merkwürdigen Situation ergriff der Turnierleiter schnell das Wort. „Ähm...Meine Damen und Herren! Es ist alles in Ordnung! Durch einen dummen Zufall ging die Z-Attacke daneben. Ich gebe zu, dass nicht einmal ich damit gerechnet habe. Vor allem die Wucht dahinter. Aber machen Sie sich keine Sorgen. Wir werden das schleunigst regeln. Atmen Sie einfach tief durch. Ich werde mich kurz mit den Schiedsrichtern beraten!“, erklärte Silberstein von der Mini-Tribüne aus. Nachdem der Mann das Mikro ausgeschalten hatte, winkte er die vier Richter zu.

Gehorsam marschierte das Team zum Turnierleiter. Leon sah zu, wie die vier im Schritttempo die Tribüne bestiegen. Danach flüsterten sie in einer geschlossenen Gruppe. „Bin gespannt, was sie jetzt tun werden“, meldete sich Zero kleinlaut. „Ich habe ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer“, gab der schwarzhaarige Trainer offen zu. „Aber ist ja auch egal. Hoffentlich geht es Theo gut.“

Plötzlich löste sich die Gruppe und Silberstein drehte das Mikrofon auf. „Meine geschätzten Zuseher! Ich habe soeben erfahren, dass die Kämpfe beim Kampffeld 1 und 2 ganz normal entschieden wurden. Beim Feld Nummer 3, wo sich das Altaria befand, gewinnt der Trainer den Kampf, der mehr einsatzbereite Pokémon hatte. Beim Kampffeld 4, verliert der Trainer, der sein Pokémon mitten im Geschehen zurückgeholt hatte. Heute wird es keine weiteren Kämpfe geben. Wir werden alles daransetzen, das Kampffeld schnell zu reparieren. Das bedeutet, dass morgen unerwartet ein Ruhetag stattfinden wird! Dankeschön“, sprach Silberstein ins Mikrofon.

Keiner rührte sich. Doch allmählich begannen einige Leute aufzustehen. Mit fragwürdigen Ausdruck gingen sie runter von den Tribünen. Überall war leises Getuschel wahrzunehmen. Die Trainer von der zweiten Gruppe taten ihnen gleich. Nur drei Trainer saßen weiterhin da. „Tja, scheint so, als müsste sich das Turnier doch noch in die Länge ziehen“, hob Zero gelassen an. „Ich verstehe es nicht. Warum hat Indra so viel Aura investiert? Und warum ist Theo jetzt ausgeschieden? Weil er sein Pokémon beschützen wollte?!“, knurrte Leon erbost.

Wenige Augenblicke später stand der dritte Trainer hinter ihnen auf. „Endlich, ich habe einen gefunden...“, murmelte der mysteriöse Trainer. Leon schaute nach hinten. „Anubias...“, flüsterte er überrascht. Anubias, der stärkste Trainer dieses Turnieres machte sich ebenfalls davon.
„Was er wohl damit meinte?“, fragte sich Leon. „Der Typ ist wirklich unheimlich. Lass ihn doch einfach. Gehen wir lieber zu Theo“, schlug Zero vor. Sein Sitznachbar nickte. Rasch liefen sie die Mini-Tribüne runter und gesellten sich zum Vogelfänger. Dieser hatte sich gerade erhoben. Mit hängenden Kopf begrüßte er seine Freunde kleinlaut.

„Theo...Du warst spitze! Dein Team ist so stark geworden!“, versuchte Leon ihn aufzumuntern. „Er hat recht. Das war eine Meisterleistung“, fügte Zero hinzu. Theo schüttelte den Kopf. Tränen der Enttäuschung tropften zu Boden. „N-nein, es war gar keine Leistung. Ich konnte nicht einmal ein einziges Pokémon von ihm besiegen. Ich bin eine Lachnummer...Bitte, lasst mich fürs erste in Ruhe“, schluchzte der Vogelfänger und lief weg. „Na toll. Was für ein Chaos“, seufzte Leon. „Wie auch immer. Heute können wir sowieso nichts mehr tun. Gehen wir ins Hotel“, schlug Zero vor.

Leon sah auf. Indra ging an ihnen mit grimmigen Blick vorbei. „Du bist der nächste“, flüsterte er beim Vorbeigehen. „Jederzeit, Mistkerl“, zischte Leon. „Ha, was für ein böser Klumpen voller Hass. Ob er jemals wieder lachen wird?“, erwähnte Zero und schüttelte den Kopf.

Indra passierte gerade den Trainer-Durchgang. Am Ende erwartete ihn jemand. Mit dem Rücken zur Wand angelehnt, begrüßte die Person mit einem frechen Lächeln. „Was willst du denn?“, brummte Indra erschöpft. „Wer hätte gedacht, dass du einer von uns bist. Dein Hass ist echt unausstehlich. Du ziehst damit jeden runter. Und trotzdem...haben sie dich auserwählt“, sprach Anubias mit einer gelassenen Stimmlage. „Der stärkste Herausforderer Anubias Horridian? Ich dachte du wärst zu beschäftigt, mit normalen Trainern wie mir abzugeben“, knurrte Indra.

„Haha, deine scharfe Zunge wird dir mal zum Verhängnis. Aber das weißt du bestimmt auch selbst. Hörzu, ich würde dich gerne etwas fragen. Hattest du schon mal einen merkwürdigen Traum?“, wollte der Trainer wissen. „Tz, was soll die Frage? Jeder hatte schon komische Träume, das ist nichts Besonderes. Und nun, geh mir aus dem Weg. Wir sehen uns dann im Finale“, antwortete Indra genervt und marschierte los. „Denk daran, du kannst deiner Bestimmung nicht entkommen!“, rief Anubias ihm nach...


Vielen Dank für dein Feedback, KleinKokuna! :)

Freut mich, dass dir mein böses Team so zusagt. Allmählich rückt das Turnierende näher und damit gleich auch die Offenbarung von Team Alphas Ziel. Das wird dann richtig verrückt werden. Eine kleine Herausforderung für mich, es richtig zu beschreiben und erklären :P
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