Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Lost Chance (One Shot)

#1311287 von Acacius
22.11.2018, 01:18
Lost chance



Eine gar unheimliche Stille umgab mich, allein das leise Pfeifen des Windes,
welcher herrschte und das Stapfen meiner Pfoten über den harten verwitterten
Stein, gaben ihrer übermacht einen kleinen Widerstand. Ich zitterte leicht, ob der
kälte des Windes, als auch durch die Schmerzen meiner Wunden die ich mir vor
kurzen zugezogen hatte. Ein Seufzer entfuhr mir. Es war nichts mehr übrig von dem,
was einst hier erbaut wurde. Vor kurzem erstrahlte hier noch ein prächtiges Dorf,
welches Wohlstand und Glück genoss. Dieses lag in einer ruhigen, abgeschiedenen
Lage fern ab von dem Dreck und Lärm der Großstädte. Sogar einen kleinen Laubwald
war vorhanden, zudem schlängelte sich ein Fluss, der ein sauberes, sicheres Zuhause
für viele Wasser-Pokèmon wie Goldini, Karpador oder gar vereinzelt gesichteten Barschwa
bot, schlängelte sich in der Nähe vorbei.

Was war dieses Dorf jetzt ? Nichts weiteres als eine kleine Willkür der Natur war von Nöten,
um all dies zunichte zu machen. Meinerseits konnte ich ein grimmiges, gar höhnisches
Grinsen nicht verkneifen, hatte dies doch was auf seine düstere eigene art etwas erheiterndes,
ja gar ironisches. Sooft sehen die Menschen sich selbst als die Krone der Schöpfung,
die Herren über uns und diese Welt, doch niemals werden sie jemals über der
Natur stehen. Mein Blick wanderte über die Geröllhaufen, die einstmals Häuser
waren. Vereinzelt ragten daraus Gliedmaßen von Wind und Wetter und Wetter
gezeichnet, zudem hatten sich Assfresser, wie Grypheldis und Kramurx an diesem
üppigen Festmahl weidlich bedient. Männer, Frauen, ja sogar Kinder...
ich vermute keiner der Dorfbewohner hat die Katastrophe überlebt.

Je weiter mich meine Schritte führten, desto mehr erstarb das Lächeln dass meiner
eleganten wie unheilvollem Erscheinung eine gewisse Bedrohlichkeit, ja gar Furcht
verlieh, stattdessen kehrte ich zu dem emotionslosen, ernsten Gesichtsausdruck zurück
wie ich ihn normalerweise hatte. Versteht mich nicht falsch, ich war nun wirklich kein
herzloses Monster, wie es sich oft erzählt wird, jedoch hielt sich mein Mitleid hier, doch
sehr deutlich in grenzen. Ich schüttelte den Kopf, eine Strähnen meines weißen Kopffells,
fiel mir über das rechte Auge, als ein wütendes Knurren meiner Kehle entfuhr:
"Seid ihr jetzt zufrieden, ihr Narren? Ihr hättet euch retten können, euch alle. Aber nein ihr
wolltet ja nicht hören jetzt musstet ihr letztendlich den Preis für eure verdammte Ignoranz
bezahlen!"

Mein Auftauchen hätte sie alarmieren sollen das etwas schlimmes passieren wird.
Das schien es auch zu tun, ein wenig Hoffnung keimte in mir auf, würde ich endlich einmal
am ende nichtdie Rolle des Henkers darstellen ? Wenigstens EINMAL schaffen ein wenig Licht
auf den Namenmeiner Spezies scheinen zu lassen, welcher von Vorurteilen und Aberglauben
in die tiefstendunklen Gräben des Hasses und und der Verachtung gestoßen wurde ? Ein einziges,
verdammtes mal nicht diese Visionen die mich immer wenn ein großes Unheil bevorstand einholten,
eintreffen zu lassen sondern ihnen einen Schritt voraus zu sein? Es schien anfangs tatsächlich so,
ich sah mich um, lief einige Zeit durch das Dorf, ja wollte mir ein Bild von diesem Ort machen
bevor er nie wieder so sein würde. Die Menschen in dem Dorf sprachen kein einziges Wort mit mir,
meist wurde meine Anwesenheit entweder stumm ignoriert, oder mit leisem flüstern hingenommen.

Dann jedoch eskalierte die Situation, der Stein des Anstoßes kam Wortwörtlich angeflogen,
manifestierte sich als,pochender Schmerz an meinem Hinterkopf. Verwirrt, aber auch
verärgert drehte ich mich um. Meine roten Augen blitzten auf, suchten aufmerksam die
Umgebung ab, der Schuldige musste gefunden werden! "Du brauchst nicht weiter zu suchen,
Dämonischer Abschaum, das war ich! Und wenn dir irgendwas an deinem dreckigem, wertlosem
Leben liegt, dann mach das du hier wegkommst!" Blitzschnell hatte sich mein ganzer Körper
in die Richtung fixiert, aus der diese raue und aggressive Stimme wie ich vermutete herkam.
Tatsächlich, ein großer kräftig gebauter Mann, der noch einige weitere Steine als mögliche
Projektile in der Hand hielt stand mir gegenüber, hinter ihm ein paar andere Männer und
Frauen formiert. Hätten Blicke töten können, ich wäre wohl 1000 Tode gestorben, in nur
diesem einen Moment. Meine Hoffnung geriet ins Wanken. Sie waren genau wie alle anderen,
dachten ich selber brächte das Unheil über ihr kleines verdammtes, wertloses Dorf. Ich
schüttelte den Kopf energisch versuchte mich zu erklären: "Nein, nein, nein ich will euch doch
nichts böses ! Eine Katastrophe naht! Ihr müsst euch in Sicherheit bringen !" Zumindest wollte ich
sowas in der Art sagen, da mit aber die Beherrschung der Menschlichen Sprache verwehrt war, blieb
es beim Fauchen und Zischen, was sie in ihrer Ansicht wohl nur bestärkte, und mit einige weitere
schmerzhafte Treffer mit Steinwürfen einbrachte, bevor ich mein Heil in der Flucht suchte, fürs erste.

Während ich versuchte mich von dem pochenden Schmerz den die Steine verursachten
abzulenken ging ich in mich. Sehr schnell stellte ich mir die nahe liegende Frage, was sollte
mich das jetzt noch kümmern? Wer nicht hören will, der muss fühlen. Doch auf der anderen
Seite, würde es doch nur wieder an meinem Gewissen nagen, die Schuldgefühle die mit jedem
Unheil das ich nicht verhindern konnte wuchsen, genährt durch neuen Nährboden. Nein, ich
würde es noch einmal versuchen, bis sie es entweder verstehen, oder es einfach zu spät ist!
Ich nickte, klammerte mich an der fragilen, fast naiven Hoffnung fest das es mir dieses mal
endlich gelingen würde meinen unbarmherzigem Schicksal das verdiente Schnippchen zu
schlagen. Doch nicht mehr heute, die Sonne ging bald unter und ich wollte die Schmerzen erst
einmal auskurieren lassen. Also suchte ich schnell einen sicheren Unterschlupf für die Nacht,
welche ich in einer unbewohnten Höhle fand. Der Schlaf übermannte mich schnell, man
nahm zwar an wir seien eher Nachtaktive Wesen, doch es gab auch genug Vertreter meiner Art
welche, wie ich es bevorzugten bei Tage unsere Runden zu drehen. Mein Weg führte schnurstracks
wieder ins Dorf, Hochmütig, mit einem möglichst furcht einflößenden Gesichtsausdruck, stolzierte
ich durch die Straßen,ließ ein grimmiges, kehliges Fauchen ertönen. Die Kinder begangen zu zittern,
versteckten sich panisch hinter ihren Müttern, oder hingen an deren Rockzipfel, während ebendiese,
eben so fast genauso starr vor Angst abwechselnd versuchten ihre Kinder zu beruhigen und mich mit
ihren bloßen Augen versuchten zu erdolchen. Wenn Vernunft bei ihnen nicht wirkte, dann vielleicht ja
die Furcht vor mir. So würde sich ihre Meinung von mir und meiner Spezies zwar sicherlich nicht ändern,
aber immerhin wäre es ein heimlicher, kleiner Sieg für mich gewesen.

Doch so schön dieser Plan auch in Gedanken klang, so kläglich scheiterte er in der Realität.
Denn die Männer blieben Stur, zückten Pokébälle und riefen ihre Pokemon raus. Einige erkannte
ich sofort, Machollo und Maschock humanoide Pokemon mit recht starken Muskeln was sie
recht Kraftvolle Schläge und Tritte ausführen lässt. Typiche Pokemon für Dorfbewohner, und
Ich zischte nur bedrohlich, nichts lang mir ferner als einen Kampf zu wollen, doch wenn es sein musste, dann würde ich kämpfen, die Last die auf mir im Geiste geschultert lag, wog schwerer
als jegliche Bedenken, oder Angst vor Gegnern in der Überzahl. "Wir haben dich gewarnt du Ungeheuer !"
Der Wortführer von gestern, seine Mimik drückte vollends unsägliche Verachtung und Wut
aus. "Zeigt keine Gnade ! Vernichtet es !" Meine Gegner zögerten nach diesen Worten nicht lange,
zielstrebig liefen sie auch mich zu, bereit den Befehl ihres Herren in die Tat umzusetzen. Jedoch was
sie an Muskeln hatten, fehlte ihnen an Hirn, und so konnte ich den meisten Angriffen dank meiner Agilität
und Geschicklichkeit leicht ausweichen. Doch die Überzahl überwog und einer meiner Gegner schaffte
mein Bein zu packen, und warf mich mit einem kräftigen Ruck zu Boden. Ein wütendes Fauchen
entfuhr mir, doch bevor ich überhaupt reagieren konnte, hatten sie mich bereits umzingelt, schlugen
auf mich ein, immer stärker, immer schmerzhafter. Ich schmeckte Eisen, und spürte eine warme
Feuchtigkeit die sich aus meiner Nase den Weg nach unten bahnte. Es war mir klar, ich musste mich
befreien und zwar schnell, wenn ich mir auch nur einen Knochen brechen lassen würde dann wäre ich
geliefert. Ich konzentrierte mich, versuchte die kontinuierlichen Schläge die auch mich einprasselten
zu ignorieren und die mir verbleibende Kraft zu bündeln. Tatsächlich kurz bevor das Maschock zu einem
besonders harten Schlag ausholen wollte, der sicher mein Schicksal besiegelt hätte konnte ich eine
Welle schwarzer Energie, Finsteraura genannt, entfesseln. meine Peiniger wurden zurückgeschleudert
was mir die nötigen und wertvollen Sekunden gab die ich brauchte um mich aufzurichten und mit
einigen kräftigen Sprüngen das Heil in der Flucht zu suchen.

Wie lange ich rannte? Das ich wusste es gar nicht mehr so genau, aber es war wohl weit genug weg
denn meine Peiniger waren auch dann noch nicht zu sehen als ich völlig erschöpft im hohen Gras
zusammensackte, verzweifelt mit meinen brennenden Lungen nach Luft schnappend. Ich spuckte
wütend einen blutigen klumpen aus, drehte meinen Kopf zum Himmel: "Ist es das was du willst ?"
Ich röchelte, meine Hoffnung war endgültig zerschmettert lag in vielen tausend kleinen teilen vor
mir. "Ich hab's kapiert, nimm sie dir wenn dir so viel daran liegt! Ich gebe auf, auf hörst du ???"
Tränen bildeten sich leicht in meinen Augen, die bittere Erkenntnis das ich diesen Menschen nicht
helfen konnte, so sehr ich es auch gewollt hatte war trotz dessen das ich es schon mehrmals erlebt habe
immer wieder eine schmerzhafte. "Sollen sie doch zur Hölle fahren..." Murmelte ich, nachdem mein
Körper wieder genug Kraft gesammelt hatte um mich weiter zu bringen. Weg von hier an einen ruhigen
und sicheren Ort begebend, dem Schicksal seinen Lauf zulassen.

Diese Ereignisse waren jetzt einige Tage her, trotz allem was mir diese Menschen angetan haben,
trotz der Tatsache das sie gewillt waren mich zu töten, betrübte es mich immer noch ein wenig. Nicht
der Menschen wegen, sondern der scheinbar unausweichlichen Tatsache, das niemand egal wie sehr
er kämpft seinem Schicksal entkommen kann wenn es sich entschieden hat dich zu holen. Nur der
Wind sowie der Regen welcher langsam einsetzte wohnten neben mir diesem Orte noch bei. Aber warum
musste es so sein ? Wieso konnten diese Menschen nicht verstehen, das ich sie nur warnen wollte ? Wollten
sie es einfach nicht verstehen ? Waren sie so sehr von ihren verdammten Vorurteilen, ihrem Aberglauben
geblendet ? Vermutlich. Was mich folglich betrifft ? Dieser Ort, hat keinerlei Bedeutung mehr für mich
darum wird er auch jetzt von mir seiner Einsamkeit überlassen. Ein letztes mal überflogen meine Augen
das Gebiet bevor ich meinen Worten mit einem schnellem Spurt taten folgen ließ. Ihr fragt euch sicherlich
wer ich bin ? Mein Name ist Absol
und ich bin die Botin des Unheils....
-0
+0

Werbung

Registriere dich kostenlos und beteilige dich aktiv in diesem Forum, um diese Werbung auszublenden.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste