Schreibe eigene Geschichten über Pokémon und deine Lieblings-Charaktere.

Re: Auf in die Welt

#1309613 von Donnerkralle
02.09.2018, 21:07
:amazed: Vielen vielen Dank für deinen Kommentar, KleinKokuna!! Mir fehlen echt die Worte (*-*)

Es freut mich wahnsinnig, dass es dir so gefallen hat. Ich muss zugeben, dass ich etwas Angst hatte, die 2 Kapiteln nicht spannend genug erzählt zu haben. Zum Glück konnte ich deinen Geschmack treffen. An manchen Stellen musste ich echt kreativ werden. Du weißt gar nicht, wie lange ich auf die Offenbarung von Team Alpha gewartet habe. Ich wollte endlich etwas Licht ins Dunkle bringen :lol:

Über Trikephalo's Herkunft habe ich mich an Cheatprogrammen für Pokèmon inspirieren lassen. Dort werden ja durch ein paar Mäuseklicks perfekt gezüchtete Pokèmon erstellt. Da wollte ich mal ein wenig meine Meinung über das Ercheaten von 6 DV Shinys verpackt zeigen.

Zur Erschaffung der Zeros: Unfassbar, dass du es tatsächlich erraten hast! :amazed:
Die Diamant Edition war mein erstes Pokèmon und Nintendo Spiel. Bin deshalb mit Team Galaktik aufgewachsen und fand ihre Idee bzw. ihr Ziel sehr cool und interessant. Deshalb habe ich sie ein wenig aufgefrischt und damit Team Alpha erschaffen. Kurz und knackig: Ja, diese Behälter sind quasi die Brutstätte für die Zeros. Echt cool, dass du das sofort erkannt hast :lol:

Das nächste Kapitel wird auch eine kleine Wende haben ^^
Auf jedenfall bin ich dir sehr dankbar für deine tolle Unterstützung! Ich glaube, dein Feedback war das netteste, was ich in letzter Zeit so gelesen habe. Ich lese immer gerne deine Kommentare :)

P.S: Apropos turbulente Woche; ab morgen geht die Schule wieder für mich los. :P
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Re: Auf in die Welt

#1310199 von Donnerkralle
06.10.2018, 20:32
Kapitel 42: Zerrissen
Warme Sonnenstrahlen schienen durch das Fenster und erhellten den Raum. Müde öffnete Leon seine Augen. Er streckte seine Gliedmaßen aus. Langsam erhob er sich aus dem weichen Doppelbett. Marco schlief ruhig auf der anderen Seite. In der Decke verkrochen, erreichten ihn die Sonnenstrahlen nicht. Halbschlafend torkelte Leon ins Badezimmer, nahm aber vorher noch sein Trainergewand mit. Leon schloss die Tür hinter sich und zog ruhig seinen niedlichen Pyjama aus. „Hmm, diese Flemmli´s sind so süß, aber der ganze Pyjama ist einfach so angenehm zu tragen. Wie könnte ich ihn schon ersetzen?“, murmelte der schwarzhaarige Trainer und grinste.

Nachdem Leon sich umgezogen hatte, warf er seinen heißgeliebten Pyjama in den Wäschekorb und verließ munter das Badezimmer. Er seufzte. Sein blonder Freund schlief immer noch seelenruhig. Kopfschüttelnd sah er eine Weile zu. Dann entschloss sich der Trainer vorsichtig die Decke wegzuziehen. „Morgen, Marco. Es ist Zeit zum Aufstehen“, weckte Leon sanft seinen treuen Freund. „Was? Wo? Leon, chill doch mal! Heute ist kein Turniertag! Also lass mich ausschlafen“, maunzte Marco und vergrub sein Gesicht im Polster.

„Es ist schon halb elf! Ich möchte endlich frühstücken und dann unsere Freunde besuchen“, erwiderte Leon und schüttelte seinen Freund wach. „Ist ja schon gut. He, lass das!“, zischte Marco und rollte zur Seite. Allerdings fiel er aus dem Bett. „Wa-“, japste Marco. *Plumps!*

Leon konnte sich sein Lachen nicht verkneifen. „Hahahaha!!“, lachte er kurzzeitig. Marco erhob sich. „Sehr witzig, sehr... besser kann ich mir ein Aufstehen echt nicht vorstellen“, erwähnte der blonde Trainer.

„Ach komm, sei doch nicht so. Es war lustig. Aber im Ernst, wir sollten nicht so viel trödeln“, erinnerte der schwarzhaarige Trainer. „Zu wem möchtest du überhaupt hin?“, fragte Marco und kratze sich am Rücken. „Zu Ill und Riccardo. Ich bestehe darauf, dass sie über das Aktuellste aufgeklärt sind“, meinte Leon. „Fein. Du hast irgendwie schon recht. Immerhin waren sie beim Halbfinale nicht dabei. Ob sie sich Sorgen machen?“, meinte der blonde Trainer.

„Was meinst du? Das Halbfinale haben sie sich höchstwahrscheinlich am PC von Riccardo angesehen. Ich möchte sie eher über Team Alpha aufklären“, erklärte Leon und verschränkte seine Arme. „Ach so! Und das obwohl Zero dagegen ist?“, die letzten Worte sprach er mit einer arroganten Stimmlage. „Zero...Gamma ist nicht mein Vater. Außerdem spricht nichts dagegen“, erwiderte Leon und sah zu Boden. „Aber auch nicht viel dafür“, konterte Marco. „He, auf welcher Seite bist du eigentlich? Gamma oder auf meiner?“, klagte Leon.

„Auf deiner, du Mäusehirn. Aber wie auch immer. Tu was du nicht lassen kannst“, sagte Marco gleichgültig. „Bitte was?“, zischte der schwarzhaarige Trainer. „War nur ein Witz. Los gehen wir“, meinte der blonde Trainer. „Gut, aber zieh dich noch vorher um“, wies Leon an. „Hätte ich ja beinahe vergessen.“

Der herrliche Duft von frischgebackenen Gebäck erfüllte die zweite Lounge. Dort durfte man sich selbst sein Frühstück zaubern. Leon nahm ein großes Tablett und stellte zwei leere Teller darauf. Danach marschierte er zur „Backtheke“ und nahm sich frischgemachte Semmeln. Während Leon für das Essen zuständig war, holte Marco die Getränke.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, setzten sich die Freunde auf einen großen Zweiertisch und genossen ihr Frühstück. „Mhmm, Schwarztee ist so köstlich!“, schwärmte Leon. „Ich trinke lieber Kakao“, warf Marco ein. „Wir sollten für Ill und die anderen auch ein paar Semmeln besorgen“, schlug der blonde Trainer vor. „Gute Idee. Vielleicht sollten wir uns langsam beeilen. Wir frühstücken sehr spät. Hier wird bald weggeräumt und der Raum wird geschlossen“, erinnerte Leon. „Ja, kein Wunder warum hier so wenig los ist“, stimmte Marco zu. „Das kommt davon, wenn man sich Verschwörungstheorien von fremden Typen anhört“, scherzte Leon und grinste.

Marco sah ihn mit einem schiefen Blick an. „Lassen wir das lieber“, empfahl der blonde Trainer. Leon kratzte sich am Kopf. „Gut. Ich wäre dann soweit fertig“, hob Leon an. „Gleichfalls“, erwiderte sein Freund und trank den letzten Schluck Kakao runter. Leon winkte dem Kellner zu. Dieser wartete nur auf die Geste. Schließlich hätte der Kellner nun auch die letzten Gäste freundlich das Tablett abserviert. Die beiden Freunde verließen die zweite Lounge mit vollem Magen.

„Jetzt schnell noch Zähneputzen und dann nichts wie hin zu Ill“, meinte Leon. „Okay, fahren wir mit dem Lift?“, schlug Marco vor. Sein Freund nickte. Im schönen Hotelzimmer angekommen, bemerkten die beide, dass das Zimmer äußerst ordentlich aufgeräumt war. „Echt praktisch“, meinte Leon und freute sich innerlich, dass er das große Doppelbett nicht mehr machen musste. „Jep, ich könnte mich daran gewöhnen“, stimmte der blonde Trainer zu. „Ach ja? Interessant, ich dachte ich bin der Gast dieses Hotelzimmers“, neckte Leon. Marco seufzte. „Natürlich, aber ich bin doch der beste Freund vom Gast, nicht wahr?“, erwiderte er.

Schlussendlich gelang es den Trainern das das Fünf-Sterne-Hotel Perolga zu verlassen. Verschiedenste Fahrzeuge befuhren die breiten Straßen. Das großartige Hotel stand ziemlich im Zentrum der Stadt und nicht weit weg von der Empire Arena. Gemeinsam marschierten die Freunde los. Auf den Gehsteigen wurden ebenfalls auch hübsche Blumen, Sträucher und Busche gepflanzt. Hin und wieder waren auch kleine Bäume mit starken, grün übersäten Blättern. „Sag mal, erinnerst du dich noch, wie man zu ihrem Geheimversteck kommt?“, hob Marco plötzlich an. Leon blieb stehen.

„Verdammt...ich habe keine Ahnung“, gestand der schwarzhaarige Trainer. Hoffnungsvoll blickte er seinen Freund an. „Tut mir leid, aber dieses Mal kann ich dir auch nicht weiterhelfen“, verriet Marco und dachte nach. Leon grübelte verbissen. Auf einmal sah Leon auf. „Ich hab´s!“, rief er erfreut. „Erinnerst du dich daran, wie wir damals vom Nationalpark rauskamen und kurz darauf Indra entdeckten? Er ist ja heimlich in so einer Gasse gehuscht und dort befand sich ein Kanaldeckel.“

„Ah, ich verstehe. Du willst also zum Nationalpark und unsere Schritte reproduzieren“, erriet der blonde Trainer in Sekundenschnelle. „Ganz genau. Am besten suche ich gleich mit Pokéearth nach dem Park“, bot Leon an. „Schon erledigt“, kicherte Marco. „Ach komm schon...“, seufzte der Trainer, musste dann aber lachen.

„Oh ja richtig, der Nationalpark ist ja in unmittelbarer Nähe vom goldenen Globus“, erinnerte sich Marco. „Du meinst den Empire Global?“, hob Leon an. Der blonde Trainer nickte. Plötzlich schnippte Leon mit dem Finger. Eilig kramte er in seinem Rucksack herum. Schließlich zog er endlich einen Pass. „Mit meinem Premium-Pass darf ich sogar kostenlos mit einem Taxi fahren“, sagte Leon und wedelte aufgeregt mit seiner glänzenden Plastikkarte. „Ja du kannst kostenlos fahren, aber ich habe leider keinen ach so tollen P-r-e-m-i-u-m Pass“, maunzte Marco. „Mit ein bisschen Glück kontrolliert der Fahrer nur meinen Pass“, erklärte Leon und zwinkerte. „Wenn du meinst...“, murmelte der blonde Trainer.

Leon rief mit seinem Pokétech ein Taxi zu sich. Nach zwei Minuten erschien schon ein dunkelgelbes Fahrzeug. Die Freunde stiegen ein und Leon zeigte dem jungen Fahrer seinen Premium-Pass. Dabei konnte sich der schwarzhaarige Trainer ein dickes Grinsen nicht verkneifen. „Oh, ihr seid wohl Trainer vom Auswahlturnier. Ich feiere eure Stärke so hart, Alter!“, meinte der Taxifahrer und versuchte cool rüber zu kommen. Leon steckte seinen Pass wieder ein. „Ähm...danke...Alter.“

Das dunkelgelbe Taxi setzte die Trainer in der Nähe vom goldenen Globus ab. Nach den wenigen Seitenwechseln, den Ausweichen der Spaziergänger und den gemütlichen Marsch, standen Leon und Marco anschließend vor dem hiesigen, goldenen Globus, dem Wahrzeichen der Stadt. Gleich dahinter befand sich der größte Nationalpark.

„Hast du vorhin die ganzen Plakate gesehen? Anscheinend soll bald ein großer Lebensmittelmarkt stattfinden“, erwähnte Marco. „Ja klar, es waren auch viele Bilder von Obst drauf. Aber wegen ein paar Äpfel wird wohl niemand freiwillig dort hingehen“, meinte Leon gelassen. Marco schüttelte den Kopf. „Ich denke, dass er eine ziemlich große Rolle in Empire City spielt. Aber wie auch immer. Hier ist der Globus.“

„Wir wollten damals zu einem kleinen Restaurant gehen“, erinnerte sich Leon und tippte hastig seinen Wunschort ein. Danach gingen sie die gleiche Route nochmal. Die Sonne erreichte schon den höchsten Punkt und wärmte die Stadt. Die Fotovoltaikanlagen freuten sich und verschlangen gierig die Strahlen.

Entspannt spazierten sie den Weg. Allmählich kamen die Erinnerungen hoch. Marco erkannte die Seitengasse anhand der kaputten Lampe. „Du hast dir das gemerkt?“, staunte Leon. „Ja, selbst die unwichtigsten Merkmale können durchaus von Nutzen sein“, gab der blonde Trainer zurück.

Sie gingen zur Seitengasse. Selbst am helligsten Tag wirkte sie unheimlich. Anschließen bogen sie in eine weitere Gasse. Dieses Mal war sie noch enger. Doch schon bald stießen sie auf eine Sackgasse. „Bingo! Wir sind wieder hier“, jubelte Marco leise. „Ich speichere mal diese Gasse als Interessanten Ort in Pokéearth ein“, meinte Leon. Währenddessen räumte sein Freund die Müllsäcke zur Seite. Dabei entblößte er den verdeckten Kanaldeckel. Gemeinsam schoben sie ihn zur Seite. „Runter?“, fragte Marco, obwohl er bereits die Antwort kannte. „Runter.“

Gekonnt kletterten Leon und Marco eine kleine Gitterleiter hinunter in die Kanalisation. „Wie ich diese Dunkelheit hasse. Ich sehe doch sowieso fast nichts!“, flüsterte Leon ärgerlich. Vorsichtig stieg er dann ab. Sein Freund gesellte sich zu ihm. Kein einzige Licht drang herein. Der Raum war komplett in Finsternis umhüllt. Nur das Tropfen einer alten und undichten Wasserleitung war zu hören.

Still bewegten sich die Freunde in der düsteren Kanalisation. Mit scharfen Sinnen suchten sie nach dem passenden Eingang. „Ich hoffe, dass sich hier kein weiteres Monster aufhält“, seufzte Leon. „Stell dir vor, Rockstars Freunde würden plötzlich auftauchen“, scherzte Marco. Ihre Stimmen hallten durch den Raum. Die Freunde marschierten schon gute zehn Minuten, aber von der geheimen Öffnung fehlte jede Spur. Der Weg selber schien endlos zu sein. Leon fühlte sich unwohl, in der Dunkelheit blindlings zu tappen.

Marco blieb stehen. Leon sah ihn an. „Sieh mal, da ist das Rohr von Riccardo“, bemerkte der blonde Trainer und zeigte auf das altgerostete Rohr. Marco begutachtete die Wand. Schließlich entdeckte er das kleine schwarze x.

Leon wollte schon die Stelle nach hinten schieben, doch Marco hielt ihn davon ab. „Warte, ein paar Schritte entfernt vom Loch befindet sich noch eine Markierung, mit einem größeren X“, erinnerte sein Freund. „Dort sollte sich eine stabile Leiter befinden, die uns bis zur letzten Holzstufe bringt“, erklärte Marco gelassen. Leon und er machten ein paar Meter. Tatsächlich fanden sie rasch die besagte Stelle. Gemeinsam stemmten sie ihren Körper gegen die Wand. Kurz daraufhin flog sie ohne Klang um. Hinter der Wand verbarg sich eine rostige Leiter, die nach oben führte. Warme Luft strömte von der Oberfläche. Leon nickte anerkennend.

Marco ließ seinen Freund den Vortritt. Hastig kletterte der schwarzhaarige Trainer hinauf. Oben musste er feststellen, dass es nicht mehr weiterging. Nachdem sich seine hübschen blauen Augen komplett an die Finsternis gewöhnten, erspähte er eine weitere Markierung an der Decke. Das nenne ich mal einen unfairen Hinweis. Wie soll man in dieser Dunkelheit so kleines schwarzes x erkennen? Leon drückte die Decke mit Leichtigkeit nach oben. Helles Licht stürzte sich direkt in die Kanalisation. Fast hätte Leon die Leiter losgelassen, nachdem ihn das Sonnenlicht plötzlich blendete. Ich hasse die Kanalisation...

Leon kletterte weiter. Schließlich kam er endlich heraus. Endlich draußen. Aber diese kleine Hürde darf keine Hürde mehr für mich sein. Wenn ich nicht an sowas vorbeikomme, wie soll ich gegen Indra und Team Alpha antreten? „Leon?“, sagte eine vertrauliche Stimme und riss den Trainer aus seinen Gedanken.

„Huh? Marco, du bist schon oben?“, hob Leon verwirrt an. „Ja, ich bin dir auch gleich gefolgt. Hast du das nicht bemerkt?“, antwortete Marco mit einem Grinsen. Leon sah sich um. Der Boden war weich und teilweise aufgewühlt. Ach stimmt, letzte Nacht hat es ja geschüttet. Kein Wunder, warum es hier so aussieht.

Die Trainer wanderten los. Dabei fühlte sich der Erdboden matschig an. Ein unangenehmes Gefühl für Leon. Das Gras hörte beim Weitergehen auf zu wachsen. Nur noch aufgewühlte Erde erstreckte sich.

Je näher sie dem Lager entgegenkamen, umso mehr konnte Leon erkennen. Etwas größere Steine steckten in der weichen Erde und dienten als Weg-Spur. Auf der Stelle stach das große weiße Zelt ins Auge. Es überragte die anderen, die verstreut aufgeteilt waren. Leon erblickte die feuerroten Haare des Anführers.

„Leon, Marco! Schön euch zu sehen!“, begrüßte Ill freundlich. Der rothaarige Junge trug sein bequemes, seidiges Hemd, die seiner Haarfarbe ähnelte. Dazu noch eine tiefschwarze Hose und Schuhe. „Tag, Ill. Wo sind die anderen?“, hob Leon gleich an.
„Auf Nahrungssuche. Ricky und ich sind momentan die einzigen Leute hier“, erklärte der Junge gelassen, „Aber sie sollten bald eintreffen, so lange wie die schon unterwegs sind.“

Verdammt! Wir hätten ihnen doch sicherlich ein paar Semmeln vom Frühstück mitnehmen können. Wieso habe ich darauf vergessen! Marco streckte sich. „Wir müssen mit euch reden“, brachte der blonde Trainer hervor. Ill wirkte neugierig. Er nickte und gemeinsam marschierten sie zum türkisen Zelt.

„He, Ricky! Besuch ist da“, erwähnte Ill, nachdem er den Zeltvorhang zur Seite schob. Das Genie saß an seinem PC. Am Bildschirm konnte man die Namen der Waisenkinder ablesen. Riccardo wandte sich an seine Freunde. „Oh, guten Tag ihr zwei. Was gibt´s?“, grüßte er. Leon holte tief Luft.

„Wir haben vorkurzem eine Menge an wichtigen Informationen erhalten. Dabei sind wir der Meinung, dass ihr ebenfalls ein Recht auf diese habt“, begann der schwarzhaarige Trainer. Ill verschloss derweil den Zelteingang. Riccardo überlegte kurz. „Ich verstehe, setzt euch“, bot er an.

Alle drei setzten sich auf das Bett. Doch beim Erzählen musste Leon aufstehen. Plötzlich fühlte sich sein Mund trocken an. Wieso bin ich so aufgeregt? Mein Herz klopft wie verrückt! Dabei sind es doch nur meine Freunde. Warum fürchte ich mich? Ich möchte doch, dass sie es erfahren.

Leon holte tief Luft. „Okay, fangen wir gleich an. Ich werde euch nun das wahre Ziel von Team Alpha offenbaren“, erzählte der Trainer. Seine Freunde spitzten die Lauscher. Leon schilderte langsam und detailreich den Plan. Besonders Ill wirkte aufgebracht. Allerdings verschwieg der schwarzhaarige Trainer den Jugendlichen die Geburtsstunde der Organisation. Marco bemerke dies, doch mischte sich nicht ein.

Nach der langen Rede musste Leon feststellen, dass er die beiden total geschockt hatte. Selbst Riccardo hatte keine Antwort parat. Ill fing an zu zittern. „Also...deswegen ist Judal bei Team Alpha? Damit sie ein perfektes Universum für jeden schaffen? Mithilfe eines legendären Pokémon?“, stammelte Ill. Seine Gelassenheit war komplett verschwunden. „Ich weiß, dass das Ganze hier sehr weit hergeholt klingt, aber die Informationen stammen aus einer vertrauten Quelle“, versuchte Leon seine Freunde zu beruhigen.

Ill sprang auf. Kopfschüttelnd murmelte er vor sich hin. Leon erschauderte. Ill bekommt ja gleich einen Nervenzusammenbruch! Augenblicklich meldete sich Riccardo zu Wort. „Ill, bitte beruhige dich. So kennen wir unseren Anführer nicht.“ Ill keuchte. „Du hast recht. Ich sollte mich besser beherrschen.“ Der rothaarige Junge hielt sich die Hand vor das Gesicht. „Oh Judal! Bist du deswegen auf ihrer Seite? Weil jeder ein perfektes Leben haben wird?“, hauchte Ill.

„Das ist allerdings nur eine faustdicke Lüge!“, warf Marco ein, „Es gibt kein perfektes Universum noch Leben! Das entspricht nicht der Natur!“ Ill wandte sich rasant zu Marco. Die Hand hielt er immer noch hoch. „Aber...Leon sagt es doch selber...niemand kennt die Antwort, was am Ende geschehen wird!“, sagte der Junge mit einem scharfen Unterton. „Beruhigt euch doch alle mal!“, rief Leon gereizt. „Danke“, erwiderte Riccardo. Wenigstens einer, der noch normal ist.

Plötzlich stürmte Ill aus dem Zelt. Leon konnte gerade noch ausweichen. „Ihm nach!“, wies Riccardo an. Die Gruppe gelang nach draußen. Ill stand mit gekrümmter Haltung vor Nadira, Anna und Dan. „Was wollt ihr denn von mir!“, blaffte der rothaarige Junge. Anna und Dan wichen zurück. Nur Nadira blieb standhaft. „Was ist denn mit dir los? Hast du Fieber?!“, zischte sie. Riccardo eilte herbei.

„Ill komm wieder runter!“, befahl er. Ill erstarrte. „W-was ist in mich gefahren?“, flüsterte er voller Furcht. Er richtete seine Haltung. Allmählich beruhigte sich die Situation. „Es tut mir leid“, entschuldigte sich der Anführer und senkte den Kopf. Nadira blinzelte ein paar male. „J-ja, schon gut. Wir haben zwar kein Essen mitgebracht, aber dafür eine super Stelle gefunden. Dort-“, das Mädchen mit den langen schwarzen Haaren brach ab.

Ill torkelte einfach weg. Jeder beobachtete die Szene. Im Lager wurde es unheimlich still. Ill kletterte mühevoll auf einen großen, kantigen Felsen. Alle sahen zu ihm auf. Es wirkte, als hätte jeder vergessen zu atmen. „Meine geliebten Freunde! Nein, meine geliebte Familie! Ich habe schle... – Neuigkeiten für euch. Ich, der Anführer des geschätzten Phoenix Clan, verlasse euch und löse damit den Phoenix Clan für immer auf!“, jaulte Ill energisch.

Die Augen aller Beteiligten weiteten sich auf. Die Mitglieder des Clans wirkten geistesabwesend. Nur Leon und Marco konnten die Nachricht verarbeiten. „Was soll das heißen?!!“, brüllte Nadira plötzlich. „Du hast mich gehört! Ich habe es satt, in Müll zu leben! Das ist kein Leben! Verstehst du es nicht?! Ich will ein Dach über den Kopf, ich möchte ein gescheites Klo, eine Dusche, ein Bett. Ich möchte jeden Tag drei Mahlzeiten die mich satt machen! Ich will nicht mehr meine Geliebten sterben sehen! Es reicht!“, brüllte Ill. Tränen flossen aus seinen smaragdgrünen Augen.

Dieser Aufruf traf sogar Leon hart. Mit offenen Mund stand er und sein Freund da und beobachteten das Szenario. „Also gibst du einfach auf?! ich dachte bei uns kann sich jeder auf jeden verlassen! Gemeinsam würden wir alle Probleme aus der Welt schaffen!“, kreischte Nadira aufgebracht. Ill knirschte mit den Zähnen.

„Versteh doch! Ich tu das auch für euch, für uns alle! Es ist besser für euch, wenn ihr in ein Heim landet! Wir können doch nicht für den Rest unseres Lebens damit verbringen, nach Nahrung zu suchen und ums Überleben kämpfen! Wollt ihr wirklich hier weiterleben und so tun als wäre alles in Ordnung?! Das ist kein Leben! Ein Leben in Armut ist kein Leben!“, schrie Ill.

Mittlerweile bekam jeder feuchte Augen. Es stimmt, was er sagt. Ich würde es auch nicht wollen. Niemand würde es wollen. Ein Leben in Armut. Aber was kann ich dagegen unternehmen? Nadira schrie auf. „Macht doch alle was ihr wollt! Ich hasse euch alle!“, kreischte sie und stolzierte wütend Richtung Geheimeingang. „Geh in ein Heim! Und besuch die Schule!“, rief Ill ihr nach. Doch das Mädchen ignorierte ihn vollkommen.

Anna und Dan sahen sich verzweifelt an. „Bitte, verlasst diesen Ort. Hier liegen all unsere zerbrochenen Träume begraben. Es ist das Beste für euch, Anna! Dan!“, rief der rothaarige Junge. Er konnte kaum seine Gefühle zurückhalten. Ohne ein Wort marschierte Anna los. Mit weinenden und schmerzgerissenen Blick folgte sie Nadira. Dan brach zusammen. Er heulte.

Riccardo tappte zu ihm. „Dan, sei tapfer! Finde einen Beamten, er wird dir weiterhelfen“, versprach das Musiktalent und tröstete seinen jungen Freund. Augenblicklich nahm der blonde Junge mit den verkrüppelten Fingern Reißaus. Selbst ohne Schuhe rannte er wie der Wind.

Ill holte tief Luft. „Lebt wohl...“, flüsterte er und sank seinen Kopf. Marco schlich zu seinem Freund. „Und jetzt?“, flüsterte er Leon ins Ohr. Und jetzt? Was jetzt? Ich habe keine Ahnung. Ill sprang hinunter. „Es tut mir leid, dass ihr da mitreingezogen wurdet“, hob der Junge gleich an.

„Schon in Ordnung“, gab Leon zurück. „Ill“, meldete sich Riccardo. „Was hast du jetzt vor?“ Nachdem sich Ill die Tränen abwischte, blickte er starr zum Himmel. „Es tut mir leid, Judal. Aber den Phoenix Clan kannst du nicht mehr retten...“

„Ill?“, wiederholte das Genie. Der Junge mit den feuerroten Haaren stolzierte schließlich zum Rest der Gruppe. „Als Erstes müssen wir die Zelte abbauen. Danach versiegeln wir den Geheimgang für immer“, antwortete der alte Anführer. Langsam kam seine gewöhnliche Art zurück. „Warum willst du das machen?“, fragte Leon leicht verwundert.

„Ich möchte alles, was wir damals aufgebaut haben, niederreißen. Es soll nur noch die Spur von diesem Lager übrigbleiben“, erzählte Ill und schloss für eine Weile die Augen. „Was meinst du?“, fragte Leon Riccardo. „Ich denke, dass er die Zelte abbauen will, aber sie gleichzeitig hier liegen lassen“, überlegte das Musiktalent.

„Okay, dann fangen wir lieber mal an. Es stehen hier einige Zelte rum!“, motivierte Marco und klatschte in die Hände. „Moment, in den Zelten liegen noch so viele Wertgegenstände. Sollen die hier einfach verrotten?“, schaltete sich Leon ein. „Stimmt. Allerdings kann ich zum Beispiel meinen PC nicht einfach herumtragen. Er muss wohl hierbleiben. Aber ein paar Bücher würde ich gerne mitnehmen“, hob Riccardo an.

Ill wandte sich der Gruppe. „Leon, Marco. Könnt ihr euch kurz gedulden? Ricky und ich werden schnell die Zelte durchsuchen und alles was uns wichtig ist, in unseren Rucksäcken stopfen“, bat der alte Anführer. „Alles klar“, sagten die beiden Trainer. „Komm mit, die Rucksäcke sind in meinem Zelt“, wies Ill seinen besten Freund an.

Es dauerte eine ganze Weile, bis die Suche beendet wurde. Ill und Riccardo verbrachten die restlichen zwei Stunden damit, ihre Habseligkeiten zu sammeln. Währenddessen saßen Leon und Marco am großen Felsen und schauten zu. „Glaubst du es war richtig von mir?“, hob der schwarzhaarige Trainer plötzlich an.

„Was war richtig?“, fragte Marco verwirrt nach. „Die Geschichte von Team Alpha preiszugeben“, flüsterte Leon. „Hörzu, ich denke, dass es richtig von dir war. Ich bin mir sicher, dass Ill auch ohne dich eines Tages durchgedreht wäre. Selbst für ihn war die Verantwortung viel zu groß. Und das kann ihn niemand übelnehmen“, schilderte der blonde Trainer seine Vision.

Leon lächelte. „Da hast du wieder mal recht, danke“, flüsterte er. Die Trainer erhoben sich, nachdem die Waisenkinder auf sie zu kamen. „Wir haben alles Nötige gepackt. Lass uns schnell die Zelte einfach abbauen, bevor die Sonne untergeht“, schlug Ill gleich vor. „Am besten wir nehmen gemeinsam ein Zelt nach dem anderen ins Visier. So sind wir am schnellsten“, erklärte Riccardo.

Hastig marschierten sie zu viert zum pinken Mädchenzelt. Als erstes hoben Leon und Marco den gesamten Zeltvorhang, während Ill und Riccardo auf der anderen Seite anzogen. Nach einigen heftigen Ziehen gelang es ihnen schließlich, das Zelt abzuziehen. Danach nahmen sich das Gerüst auseinander.

Dies taten sie bei jedem Zelt gleich. Nur das große weiße Zelt erwies sich als besonders schwer. Alle vier mussten auf einer Seite stehen, um überhaupt den Zeltvorhang zu heben. Danach hüpfte Leon auf Marco und Ill auf Riccardo auf die Schultern. Die beiden, die oben saßen, versuchten den Vorhang nach oben zu schmeißen. Nach einigen Fehlschlägen gelang es ihnen doch noch.

Hastig hüpften sie zur anderen Seite. Währenddessen ging langsam die Sonne unter. Erneut bildeten die Jugendliche zwei kleine Räuberleiter. Leon und Ill zerrten mit ganzer Kraft das Zelt hinunter. Dabei flog Leon sogar von Marcos Schultern runter. „Whaa!“, jaulte er und plumpste zu Boden. Besorgt untersuchte Marco seinen Freund. „Bist du verletzt?“, fragte er gleich. Leon richtete sich auf. „Mir geht’s gut, danke“, keuchte er. Nachdem sich alle vergewisserten, dass ihm nichts zugestoßen sei, machten sie sich weiter an das Gerüst.

„Und da geht sie dahin“, murmelte der blonde Trainer. Die hübsche Feuerkugel tauchte unter dem Horizont. Allmählich brach die Nacht ein. Die ersten Sterne begannen zu funkeln. „Puh, das war eine Menge Arbeit“, keuchte Leon. Auch Ill war aus der Puste. „Wir müssen nur noch den Eingang versiegeln“, meinte er. Eine kühle Woge erfüllte das Lager.

Sie stapften durch das bereits nasse Gras, wo sich durch die kühle Luft schon ein paar Matschpfützen bildeten. Mit einem merkwürdigen Gefühl marschierten sie zum Geheimgang. Rasch hüpften sie die schon deutlich zu sehenden morschen Holzstufen hinunter.

Der Geheimgang stand offen. „Anscheinend hat ihn niemand mehr zugemacht“, murmelte Ill finster. „Was hast du denn erwartet?“, flüsterte Riccardo und holte tief Luft. Sie alle zwängten sich durchs Loch. Schlussendlich standen alle in der dunklen Kanalisation. „Ich sehe überhaupt nichts mehr“, jammerte Leon.

Marco schaltete sein Pokétech ein. Das Licht von dem Bildschirm spendete ein wenig Licht. Leon ahmte seinen Freund nach. „Besser als gar nichts“, murmelte der blonde Trainer. „Das ist gar nichts“, entgegnete Leon und blinzelte. „Ruhe, ich muss mich konzentrieren. Marco, leuchte bitte in meinen Rucksack hinein“, forderte Ill plötzlich auf.

Der rothaarige Junge öffnete den alten Rucksack. Während Marco ihm Licht spendete, kramte Ill nach etwas. Schließlich nahm er zwei kleine Gegenstände heraus. „Ricky, halte bitte den Edding“, bat der alte Anführer, „Ich muss die Wand am Rand mit Superkleber beschichten.“

Ich verstehe. Damit will er also den Geheimeingang versiegeln. Coole Idee. Vorsichtig schraubte Ill die Kappe runter. Danach beschmierte er den Rand der Wand. Nun folgte der neuere Geheimgang. Auch dieser wurde mit Superkleber überzogen. Nachdem er die ganze Tube verbrauchte, schoben Riccardo und er die Wände in ihren ursprünglichen Positionen zurück. Danach schmiss Ill die leere Tube weg.

„Bitte den Edding“, forderte der rothaarige Junge auf. Sein Freund überreichte ihm den dicken Stift. Ill schüttelte ein wenig. Danach strich er das schwarze x durch. Auch das große X, welches sich ein paar Schritte daneben befand, wurde durchgestrichen. X x

„Auf nimmer Wiedersehen“, flüsterte Ill schlussendlich. Das Licht vom Pokétech ging aus. Genervt drehte Leon es wieder auf. Für eine Weile sagte niemand etwas. „Und jetzt? Was habt ihr vor?“, wollte Marco wissen und brach das Schweigen. Ill schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung“, gestand er offen und ehrlich. Leon seufzte. „Kommt doch einfach zu uns. Das Hotelzimmer wird zwar etwas eng, aber zum Schlafen reicht es“, bot Leon herzlich ein.

Ill und Riccardo lächelten. „Gerne doch. Danke!“, sagten sie. Ein paar Tränen flossen. Ihnen fiel der Abschied von ihrem Lager sehr schwer. Nach all den Jahren die sie dort verbracht hatten, so war nun der Moment des Abschieds gekommen. „Gehen wir“, meinte Leon. Schweigsam marschierte die Gruppe weiter...


Eine kleine Neuigkeit: Es wird bald ein kleines, neues Special geben
Viel Spaß!
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Re: Auf in die Welt

#1310202 von KleinKokuna
07.10.2018, 13:29
Juchhu, ein neues Kapitel von dir :D!

Am Anfang hab ich noch den Eindruck gehabt, dass dieses lediglich eine kleine 'Verschnaufspause' wird, aber weit gefehlt! Jetzt mach ich mir ernsthafte Sorgen um Ill: So wie ich das aufgefasst habe, scheint er den wahnsinnigen Plan von Team Alpha allen ernstes nicht als solchen zu erkennen, sondern wirklich als Chance auf eine bessere Welt anzusehen :o! -Gerade für mich als in solchen Dingen eher pessimistischer Mensch ('Des klappt doch eh net^^.) nur schwer verständlich ;) ...

Und dann der Oberhammer: Er löst einfach so seine Gruppe auf - das zu lesen war echt bitter :/...

Ich hab immer noch dein Special über Indra vom Anfang des Jahres im Hinterkopf, wo du deine sympathische Truppe der Waisenkinder so schön vorgestellt hast und wie sie trotz aller Widrigkeiten zusammengehalten und auch den ein oder anderen schönen Moment erleben durften...

...Und jetzt soll das alles vorbei sein?! 'Danke' an Team Alpha, das sie dies indirekt möglich gemacht haben :down:...

Damit hätten wir noch einen Grund Team Alpha aufzuhalten; ich drück Leon jedenfalls weiterhin die Daumen :x !

Bleibt bloß zu hoffen, dass dies nicht das tatsächliche Ende deiner Gruppe darstellt, aber jedenfalls hast du es wieder geschafft, mich zu überraschen^^. Ich bin darum nach wie vor gespannt, wie es wohl weitergehen wird und auf dein nächstes Special freue ich mich ebenfalls.

In dem Sinne: Hau feste in die Tasten xD!
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Re: Auf in die Welt

#1310219 von Donnerkralle
07.10.2018, 21:06
Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! :)

Mir fiel die Trennung ebenfalls sehr schwer, nachdem ich damals bei meinem Special so viel Herzblut in die Gruppe gesteckt hatte ~ ich habe die Gruppe echt gern gehabt.

Früher oder später hätte es einfach passieren müssen. Egal ob Kinder oder Erwachsene, das Leben in Armut ist kein Leben... Jeden Tag ums Überleben kämpfen ist anstrengender als man denkt. Zum Glück bin ich nicht davon betroffen, aber viele andere Menschen immer noch.

Ill hat tatsächlich nach der Offenbarung komplett die Hoffnung verloren. Eigentlich wollte ich nicht so viel Negatives schreiben. Aber wir alle wissen, dass die Realität eben so ist :/

Aber erstmals genug davon. Das Special wird eher in eine fröhlicheren Stimmung gehen. :lol:
Ich hoffe, dass ich genügend Zeit finde, um daran weiterzuarbeiten (und hoffentlich du auch an deiner Story ^^)
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Re: Auf in die Welt

#1311610 von Donnerkralle
02.12.2018, 19:09
Kapitel 43: Der stärkste Herausforderer
Leon schlug die Augen auf. Das Hotelzimmer war in Dunkelheit gefüllt. Der Trainer lag im großen Doppelbett eingekuschelt. Leon drehte langsam sein Kopf nach rechts. Auf dem feinen Nachtkästchen leuchtete sein Pokétech. Zitternd hob er seinen tauben Arm und griff vorsichtig nach dem Pokétech. Leon blinzelte. Er hatte vor wenigen Minuten eine spezielle Nachricht von der Pokémon Liga erhalten. Seufzend legte er das moderne Armband wieder hin und vergrub sich unter der Decke.

Plötzlich tauchte Leon wieder auf. Dabei rieb er an seinen müden Augen. Eine Silhouette einer Person stand vor dem mittelgroßen Fenster. Leise verließ Leon das warme Bett. Auf Zehenspitzen schlich er unbemerkt zu der Person. „Kannst du nicht schlafen?“, flüsterte Leon, nachdem er leicht die Schulter der Person berührt hatte.

„Leider nicht“, flüsterte Ill zurück. „Ich verstehe. Komm, lass uns ins Badezimmer gehen. Dort können wir uns ungestört unterhalten“, schlug Leon leise vor. Der rothaarige Junge seufzte nur. Gemeinsam schlichen sie wie Ninjas zum Badezimmer. Vorsichtig öffnete Ill die Tür. Hastig huschten sie hinein.

Bedachtsam schloss Leon die braune Holztür und drehte das Licht auf. Aufgrund der Helligkeit musste der schwarzhaarige Trainer blinzeln. „Solltest du lieber nicht schlafen? Ich mein, das Turnier beginnt wieder morgen“, begann Ill leise. Leon gähnte. „Eigentlich heute. Es ist kurz nach Mitternacht. Aber das Turnier fällt aus“, meinte er und setzte sich auf den kühlen Fliesenboden.

„Verstehe. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?“, hob Ill vor. Leon gähnte erneut. „Nur wegen Umbauarbeiten. Sie wollen die Arena in puncto Sicherheit verbessern“, murmelte der schwarzhaarige Trainer. „Also hast du heute auch frei“, flüsterte der rothaarige Junge.

Stille umhüllte das Badezimmer. Schweigend saß Leon am Boden und war kurz vor dem Einnicken. Ill schaute gedankenverloren den Fliesenboden an. Eine unheimliche Stimmung breitete sich in Leons Brust aus.

„Also...willst du nicht auch mal schlafen?“, hob Leon zögernd an, „Zumindest, wenn du fertig mit Fliesenzählen bist.“ Ill sah auf. Danach richtete er seinen Blick auf den Trainer. Leon würdigte seinen Blick. Schmerz und Trauer lagen in den Augen von Ill. „Ich bin ein nutzloser Idiot“, gestand der rothaarige Junge. Verwirrt sah Leon ihn an.

„W-was meinst du damit?“, fragte er vorsichtig. „Ich habe so viele gute Freunde verloren. Und warum? Weil ich als Anführer versagt habe. Statt ihnen Mut zu machen, habe ich alle verscheucht. Ob nun Judal oder Nadira und die anderen. Sie alle sind weg. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Riccardo verschwindet“, bekennte sich Ill.

Leon erstarrte. Er hatte Riccardo gesagt. Normalerweise nennt er ihn Ricky. Er muss wirklich verzweifelt sein. Aber was kann ich nur tun? Denk nach Bursche! Sonst wird er eventuell zu Team Alpha überlaufen.

„Ganz ruhig, Ill. Du hast niemanden verscheucht. Indra ist von selbst aus gegangen. Den anderen hast du nur die Wahrheit erzählt und ihnen sogar Ratschläge gegeben. Am Ende müssen sie sich selber entscheiden, welchen Weg sie gehen werden. Außerdem ist Riccardo doch bei dir“, versuchte Leon seinen Freund zu überzeugen.

Ill schüttelte den Kopf. „Sobald ich Riccardo die Wahrheit über mich erzähle, wird er ebenfalls von mir gehen“, flüsterte er und senkte den Kopf. „Du hast also noch ein weiteres Geheimnis?“, schlussfolgerte Leon. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.

„Weißt du, ich habe jeden erzählt, dass ich meine Familie verlassen habe, obwohl sie steinreich sind, weil sie mir auf den Strich gegangen sind. Allerdings stimmt das nur teilweise“, begann Ill zaghaft. Leon hörte aufmerksam zu. Seine Müdigkeit verflog in binnen von Sekunden. „Ich habe sie verlassen, um mir ein Bild von der Welt zu machen. Ich stritt mich dabei mit meinen Eltern. Es ging darum, ob ich das Phoenix Haus alleine in den Sommerferien verlassen darf oder nicht. Nichtsdestotrotz bin ich weggelaufen. Die Sache ist die, dass sich mein Haus ebenfalls in Empire City befindet“, erzählte Ill.

Leons Augen weiteten sich vor Überraschung. „Das bedeutet, ich hatte jederzeit die Möglichkeit nach Hause zu laufen und dabei meine Freunde in Stich zu lassen. Allerdings hätte ich auch sie zu mir bringen können. Wenigstens Nahrung hätte ich locker besorgen können. Doch ich erwähnte nie ein Sterbenswörtchen über die Villa von Phoenix im Westen. Ich habe so viele gute Freunde auf dem Gewissen...“, flüsterte Ill und fing an zu weinen.

Verdammt! Das ist echt hart! Ich kann ihn nicht trösten. Unmöglich! Ich bin doch selber ein nutzloser Idiot, der nur an seinen eigenen Erfolg als Trainer denkt. So viel Schmerz und Leid habe ich wie Ill und seine Truppe nicht erlebt. Ich bin machtlos.

Ill wischte sich die Tränen ab. „Es tut mir leid. Meine dumme Geschichte interessiert dich doch nicht. Ich war nur etwas überfordert mit den ganzen Schuldgefüh-
„Du bist nicht schuld. Ich bin mir sicher, niemand gibt dir die Schuld für irgendetwas. Ganz im Gegenteil. Sie alle waren dankbar, dass du die ganze Zeit bei ihnen warst, obwohl die Lage ganz und gar nicht gut war. Du bist immer noch ein guter Mensch. Hut ab, Ill“, predigte Leon mit einem entschlossenen Blick.

„Dankeschön...“, flüsterte der rothaarige Junge. Beide schwiegen. Leon erhob sich von seinem Platz. „Komm, lass uns schlafen“, schlug der Trainer vor. „Ja. Ich werde danach Ricky alles beichten. Nach dem Turnier werde ich wohl zu Hause vorbeischauen“, meinte Ill unentschlossen.

„Und was ist mir Riccardo?“, hob Leon fragend an. „Er kann gerne mitkommen“, murmelte Ill, „Falls er noch was mit mir unternehmen möchte.“ Leon schüttelte den Kopf. „Ganz bestimmt. Keine Sorge, ich werde Judal für euch zurückholen. Danach seid ihr wieder vereint. Versprochen“, erklärte Leon stolz.

„Das wäre zu schön um wahr zu sein“, hauchte der rothaarige Junge. „Apropos, wann wirst du dich ihm stellen? Indra Hunter natürlich“, wollte Leon wissen. „Er hat uns längst bemerkt, nicht wahr?“, flüsterte Ill. Der Trainer nickte. „Reden wir später darüber. Erstmals sollten wir wirklich schlafen gehen“, schlug Leon vor. Ill gähnte.

„Gut. Ich werde mich wieder auf die die Sofacouch legen“, sprach Ill mit leiser Stimme. Plötzlich hielt er inne. Dann holte er tief Luft. „Danke für das Gespräch, Leon. Ich fühle mich schon besser.“ „Gern geschehen. Und jetzt, gute Nacht.“


„Morgen Leute!“, weckte Marco seine Freunde. Genüsslich streckte der blonde Trainer seine Gliedmaßen und hüpfte energiegeladen aus dem weichen Doppelbett. Leon vergrub sein Gesicht unter dem Polster. „Ach sei doch still...“, murmelte er schläfrig. Riccardo gähnte. „Morgen allerseits!“

Marco grinste schelmisch. „Hehe. Zeit für das Spiel: Weck den verschlafenen Trainer!“, kicherte der blonde Trainer. Blitzartig zog er die Decke von Leon weg. Danach vergriff er sich an dem dicken Polster und zog ihn hastig weg. Leon schlug genervt seine blauen Augen auf.

„Du blonder Mistkerl...“, knurrte der schwarzhaarige Trainer. „Kommt wieder runter ihr Streithähne“, mahnte Riccardo. Ill gesellte sich zu ihnen. „Was ist hier schon wieder los?“, brummte der rothaarige Junge und rieb an seinen Augen. Leon hüpfte aus dem Bett. „Leute, hört her. Heute ist kein Turniertag. Er wurde auf morgen verschoben“, erklärte Leon und nahm sein Pokétech an sich.

„Ach nein? Was wirst du nun machen?“, fragte Marco überrascht. Leon grinste. „Na ganz einfach. Ich werde heute ordentlich trainieren. Dazu werde ich einen Trainerpark besuchen. Und du Marco, kommst natürlich mit. Ich möchte wieder einmal gegen dich kämpfen“, meinte Leon motiviert. Entschlossenheit spiegelte sich in seinen blauen Augen.
„Gegen mich, ja? Gerne doch. Dann kann ich Ill und Riccardo zeigen, dass ich der bessere Trainer von uns beiden bin“, erwiderte der blonde Trainer ehrgeizig. „Das werden wir noch sehen“, flüsterte Leon. „Aber gut. Lass uns erstmal frühstücken“, empfahl Leon.


Die Gruppe verließ das 5-Sterne-Hotel mit gefülltem Bauch. „Das war echt köstlich“, staunte Riccardo. „Es ist schon eine Weile her, dass wir so gut gegessen haben, nicht wahr?“, meinte Ill gelassen. Leon erkannte aus dem Blickwinkel, dass der rothaarige Junge ein wenig zitterte. Er ist immer noch verunsichert. Armer Ill.

„Wie auch immer. Lass uns endlich zum Park gehen. Laut Pokéearth sind wir am schnellsten, wenn wir gleich die erste Seitengasse erwischen“, hob Marco an und stolzierte los. Leon zuckte mit den Schultern und folgte seinem Freund.

Es war ein herrlicher Morgen. Der hellblaue Himmel erstreckte sich über die gesamte Stadt. Einige Wolken schwebten ruhelos umher und verdeckten hin und wieder die warme Sonne. Die Gruppe spazierte ein gutes Stück auf den breiten weißen Gehsteig. Schließlich bogen sie nach rechts in die enge Seitengasse. Hier drang nur wenig Licht herein. Große Wohnhäuser standen dicht nebeneinander. Ein grüner Müllcontainer, der gänzlich überfüllt war, hatte einen unangenehmen Gestank.

Uff. Ich hasse solche Abkürzungen. Hier stinkt es gewaltig! „He! Wartet!“, schrie eine unbekannte Stimme. Leon drehte sich langsam um. Diese Stimme. Sie kommt mir doch bekannt vor... Das ist doch! Leon weitete die Augen vor Schreck. Vor ihm stand ein junger Mann mit grauweißen Haare, die aufgestellt waren. Dabei trug er noch einen dunkelblauen Lederanzug.

„Anubias Horridian!“, platzte es aus Leon. Anubias stolzierte mit einem schelmischen Blick auf sie zu. „Ganz recht“, bestätigte der Trainer gelassen. Seine bernsteinfarbenen Augen glänzten in der Dunkelheit. „Hast du uns etwa verflogt?“, hob Marco an. Dabei verschränkte er seine Augen zu Schlitzen.

„So ungefähr. Es ist nämlich wichtig“, erklärte Anubias hochnäsig. „Leon Drazzer“, wandte sich der Trainer zu Leon, „Ich habe ein Gefallen an dich. Ich möchte gegen dich kämpfen. Als Gegenleistung kannst du mich alles fragen und ich werde alles beantworten.“

Leon erwiderte den schelmischen Blick von Anubias. „Wieso wartest du nicht bis morgen?“, antwortete der schwarzhaarige Trainer. Anubias lächelte. „Ganz einfach. Es besteht die Gefahr, dass du im Halbfinale rausfliegen wirst, bevor ich überhaupt die Gelegenheit dazu habe, dich zu besiegen“, meinte der mysteriöse Trainer.

„Ha? Wieso willst du unbedingt gegen mich antreten? Und was soll das Ganze mit: Ich beantworte dir jede Frage Geleier“, entgegnete Leon und ging ein Schritt zurück. „Tja, ich wette du hast jetzt schon jede Menge Fragen, zum Beispiel warum ich dich als Gegner ausgewählt habe. Wenn du meine Herausforderung annimmst, wirst du von mir den anderen Teil erfahren“, versprach der Trainer.

„Kann ich dir vertrauen?“, erwiderte Leon und verschränkte die Arme. „Um Vertrauen geht es hier nicht. Sondern um Erkenntnis und Wissen. Ich möchte einfach nur etwas überprüfen. Außerdem hast du damals in der Vorrunde mit Indra Hunter eine ganz schöne Show abgeliefert. Es ist nur ein einfacher Trainingskampf, sonst nichts. Immerhin bist du ja sowieso auf dem Weg zum Trainerpark. Ich biete mich kostenlos als Übungspartner an“, erzählte Anubias gelassen.

„Also hast du uns verfolgt. Na schön. Ich nehme an. Aber mach keine halben Sachen“, warnte Leon und wandte sich vom mysteriösen Trainer ab. Anubias grinste. „Fein. Dann lass uns gemeinsam gehen“, schlug er vor. „Du führst doch was im Schilde“, unterstellte Marco ihm beim Gehen. Anubias zuckte mit den Schultern. „Wer weiß.“

Nachdem die Gruppe aus der Seitengasse herauskam, blendete sie gleich das helle Leuchten der Sonne. Doch sogleich schob sich eine grauweiße Wolke dazwischen und verdeckte die Sonne. Sie überquerten hastig die vierspurige Straße. Das Hupen der Autofahrer störte sie nicht.

Sie marschierten weiter. Der Gehsteig führte sie schließlich zu einem grün-gepflasterten Weg. Dieser schlangenförmige Weg brachte sie direkt zum Trainerpark. Man hörte schon die ersten Kampfgeräusche.

Als sie den Park betraten, kämpfte eine junge Frau gegen einen jungen Mann. Ihr Lohgock setzte das Flamara mächtig unter Druck. „Hier ist ja einiges los“, staunte Leon. Die Gruppe trabte weiter und suchte nach einem freien Kampfplatz. Schlussendlich entdeckte Ill einen freien Platz. „Hier drüben sieht es gut aus“, sagte der rothaarige Junge und zeigte auf das grüne Kampffeld.

„Perfekt“, sprach Anubias mit einer arroganten Stimme. Die zwei Trainer begaben sich zügig auf Position während die anderen sich auf eine Holzbank setzten und eine gute Aussicht auf das Kampffeld hatten.

„Bist du bereit?!“, rief Leon und zückte seinen Pokéball. „Immer! Aber ich muss dich warnen! Ich bin schließlich der stärkste Herausforderer! Nur ich allein darf die Pokémon Liga in Unorga herausfordern. Ich trage diesen Titel, da ich schon seit zwei Jahren auf Rang 6 bin. Deswegen nennen mich manche auch den ewigen Herausforderer. Aber das tut jetzt nichts zur Sache!“, erzählte Anubias und holte seinen Pokéball im geschlossenen Modus hervor.

Leon erstarrte. „D-das i-ist d-doch ein M-Meisterball?“, stammelte er ehrfürchtig. Anubias drückte auf den mittleren Knopf. Auf der Stelle vergrößerte sich der Meisterball. Der mysteriöse Trainer streckte seinen Arm aus. „Bist DU bereit?!“, rief er arrogant.

Der schwarzhaarige Trainer knirschte mit den Zähnen. „Na warte! Los, Lohgock!!“, schrie Leon willensstark. Er warf messerscharf den Pokéball bis zur Mitte des Kampffeldes. Als der Ball hart aufprallte, öffnete sich die Kapsel und das Großbrand Pokémon erschien mit einem wilden Ruf.

„Loh!!“, brüllte es. Anubias fuhr mit der Zunge über seine Lippen. „Wie erwartet“, flüsterte er und warf seinen Meisterball mit Schwung. Mitten in der Luft öffnete sich die violette Kapsel. Ein helles Licht blendete die Umgebung.

Nachdem das Licht verschwand, wurde es auf einmal dunkel. Frischer Wind wehte durch den Park. „Was ist denn jetzt los?“, fragte sich Leon. Unbehaglich blickte er nach oben. Schwarze Wolken verdeckten den Himmel. Ein fernes Grollen war zu hören. Der Wind blies kräftiger. Marco und die anderen wirkten erschrocken.

„Ein Unwetter?“, murmelte Leon verwundert. Die ersten Tropfen fielen. Der schwarzhaarige Trainer sah zu Anubias. „Was hast du getan?“, rief er zu ihm. Der mysteriöse Trainer grinste nur und sah nach oben. Leon folgte seinem Blick.

Plötzlich zuckte ein hellblauer Blitz über die Köpfe der Anwesenden. Auf der Stelle folgte der laute Donner. Leon starrte mit offenen Mund den pechschwarzen Himmel an. Danach wandte er sich Anubias zu. Der Nieselregen wurde heftiger. Die Regentropfen prasselten schneller zu Boden.

Augenblicklich war der Park in gleißende Helle getaucht. Ein weiterer Blitz zerriss den Himmel. Der laute Knall ließ den Boden unter den Füßen von Leon beben. „Wir müssen hier schnell weg!!“, schrie Leon panisch und wollte Lohgock in den Pokéball bringen. „Warte!“, rief Anubias.

„Warum...“, Leon brach ab. Auf einmal schwebte eine kleine Wolke von oben herab. Leon kniff die Augen zusammen. Ist das etwa ein Pokémon? Kann das wirklich sein? Ein blaues Wesen, das auf einer Wolke saß, stieg vom Himmel herab. Es befand sich unmittelbar vor Lohgock.

Das Wesen hatte einen menschenähnlichen Körperbau mit einer überwiegenden blauen Färbung. Der Kopf war mit einer blitzförmigen Frisur und einem zackigen Bart verziert. Es besaß gelbe Augen und ein lilanes Horn. Sein Oberkörper, welcher blau und mit einigen lilanen Flecken verziert war, ragte aus einem wolkenähnlichen Gebilde und trägt zwei muskulöse Arme.

Hinten aus der Wolke befand sich ein violett-farbiger Schweif. Dabei war der Schweif mit einigen Kugeln, welche jeweils einen Stachel trugen, bestückt. Der Schweif verlief bis zur Brust. Elektrische Ladungen umhüllten seinen Körper.

„Darf ich vorstellen. Das ist Voltolos, das legendäre Elektro-Flug Pokémon aus der Einall Region“, rief Anubias begeistert. Mittlerweile war Leon komplett vom Regen durchnässt worden. Seine ungewöhnlichen blauen Augen starrten das Torpedo Pokémon an.

„Ein legendäres Pokémon“, wiederholte Leon langsam. „Du bist im Besitz von so einem Wesen...“, murmelte Leon. „Hast du was gesagt? Ich kann dich nur schlecht beim Nuscheln verstehen!“, erwiderte der mysteriöse Trainer laut.

Leon schüttele den Kopf. „Ganz gleich welcher Gegner sich mir und meinem Team in den Weg stellt. Wir werden ihn bezwingen!!“, schrie der schwarzhaariger Trainer voller Stolz. „Lohgock, setz Feuerfeger ein!“

Aus den Gelenken von Lohgock schossen heiße Flammen hervor. „Lohgock!!!“ Auf der Stelle stürmte das Großbrand Pokémon los. Dabei fingen seine flinken Füße Feuer. Lohgock sprang in die Höhe und vollführte eine rasche Drehung.

Doch kurz bevor der brennende Fuß Voltolos traf, wich dieser gekonnt nach hinten und ließ den Angriff ins Leere laufen. Plötzlich sammelte das legendäre Pokémon Elektrizität in seinem Schweif. Rasch flog es zu Lohgock, der gerade aufkam und peitschte es heftig aus. Dabei erlitt das Feuer Pokémon einen Stromschlag.

Blitzartig holte Voltolos mit dem Schweif aus und traf Lohgock in den Bauch. Die Kugeln enthielten dabei elektrische Ladungen. Plötzlich explodierte die elektrische Ladung und Lohgock wurde nach hinten geschleudert.

„Was zum?“, japste Leon. Ich verstehe. Diese Kugeln entladen sich jedes Mal, wenn sie einen fremden Körper berühren. Was ist das bloß für ein Angriff? „Zeig es ihm, Donner!“, ordnete Anubias an und streckte seine Hand nach oben.

Voltolos tat ihm nach. Am schwarzen Himmel konzentrierte sich eine gewaltige Menge an Energie. Ein hellblaues Leuchten sammelte sich zu einem großen Punkt. Dieser wuchs stetig. Lohgock rappelte sich mühevoll auf. Sein Körper zuckte. Es war paralysiert.

Mit einem schrecklichen Gefühl wagte es Leon nach oben zu schauen. Die gesammelte Energie befand sich direkt über Lohgock. Eher Leon noch schreien konnte, schlug ein gigantischer hellblauer Blitz auf Lohgock ein. Ein lauter Knall explodierte am Boden. Der ganze Park war im gleißenden Licht gefüllt. Auf der Stelle verblasste das Licht.

Voltolos schwebte unbeeindruckt auf der gleichen Position. Leon erstarrte. Danach gab er auf und fiel in die Knie. Der grüne Rasen auf Leons Hälfte war komplett verkohlt. Lohgock lag in mitten des verbrannten Ringes bewusstlos am Boden.

So schnell und so stark... Lohgock hatte nicht einmal den Hauch einer Chance... Das ist... Leon knirschte mit den Zähnen. Langsam stand er auf. Wortlos holte er sein geschlagenes Pokémon zurück.

„Hahahahaha, eine tolle Darbietung von dir, Voltolos!“, jubelte Anubias amüsiert. „Du Dreckskerl! Kennst du keine Grenzen!“, brüllte Leon mit Tränen in den Augen. Na warte, ich bin noch nicht am Ende!! „Aghh! Los, Lanturn!!“, schrie der schwarzhaarige Trainer und warf den Tauchball.

Auf der Stelle tauchte Lanturn auf. „Huh?“, Anubias wirkte überrascht. „Du kämpfst also weiter, ja? Na schön.“ „Lanturn, ich verlasse mich auf dich!“, rief Leon zu seinem Pokémon. „Lanturn! Lan!“, rief das Wasser-Elektro Pokémon motiviert.

Lanturn, Donnerblitz!“, befahl Leon. Ein kräftiger Donnerblitz zielte auf Voltolos. Das Torpedo Pokémon machte keine Anstalt auszuweichen. Es bekam die volle Ladung ab. Doch es steckte die Attacke locker weg. „Schick ihnen den Donner!“, wies Anubias an und grinste.

Voltolos umhüllte sich mit blauer Elektrizität. Mit seinen Händen formte er eine Energiekugel. Blitzartig schoss er einen mächtigen Strahl. Lanturn wurde in Sekundenschnelle getroffen. Allerdings explodierte der Angriff nicht. Stattdessen leuchtete Lanturn auf. Plötzlich absorbierte das Wasser-Elektro Pokémon die gewaltige Ladung. „Lanturn! Lan! Lan!“, rief es fröhlich im Regen.

Sein gelbes Organ, welches am Ender seiner Antenne hing, leuchtete stark. Anubias schnippte mit dem Finger. „Dachte ich mir’s doch. Es besitzt also die Fähigkeit Voltabsorber. Das macht es eindeutiger robuster. Aber das wird trotzdem nicht reichen!“, fasste der mysteriöse Trainer zusammen und lachte.

Leon grinste. Er sah nach oben. Der starke Regen hatte nicht nachgelassen. Perfekt. Jetzt ist es an der Zeit, die neue Attacke auszuprobieren. Elektro Attacken haben auf Lanturn keine Wirkung. Voltolos kann uns also nichts anhaben. „Lanturn, nutze das Wetter zu deinem Vorteil! Los, Surfer!“, befahl der schwarzhaarige Trainer.

Augenblicklich erzeugte Lanturn unter ihm eine riesige Menge an Wasser. Schnell verformte sich das Wasser zu einer riesigen Welle und stieg hoch empor. Lanturn schickte die gewaltige Flutwelle auf Voltolos. Strömendes Wasser näherte sich unheimlich rasant dem legendären Pokémon.

„Schnell, Schlammwoge!“, ordnete Anubias an. Voltolos beschwor eine giftige Schlammwelle und schickte sie als Gegenangriff. Die beiden Attacken kollidierten und verschmolzen miteinander. Doch Surfer war viel gewaltiger und drängte die Schlammwoge nach hinten. Voltolos versuchte standhaft zu bleiben, doch seine Welle zerbrach und Surfer überschwemmte ihn.

Die Flutwelle ergoss das Kampffeld. „Saustark!“, lobte Leon. Allmählich ging das Wasser zurück. Plötzlich zerriss ein Blitz den Himmel. Gleichzeitig schoss Voltolos nach oben und blickte grimmig...


Viel Spaß mit dem neuen Kapitel. Aufgrund der langen Prüfungsphase kam ich bis jetzt nicht wirklich zum Schreiben. Erst zu Weihnachten sollte sich alles beruhigt haben, falls ihr wissen wollt, warum das ganze so lange dauert :tja:
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Re: Auf in die Welt

#1311819 von KleinKokuna
08.12.2018, 18:35
Ohne große Umschweife (oder ellenlangem lamentieren über eine stressige Woche^^) will ich über dein neuestes Kapitel gleich eines loswerden: Mir fällt ein Stein vom Herzen das Ill doch nicht völlig die Nerven verloren hat - hatte schon irgendeine schlimme Dummheit befürchtet ;) . Wobei sein 'Geständnis' nach etwas Überlegen doch ziemlich heftig ist; ganz besonders wenn man an all die Dramen aus deinem Special denkt...

Vorwürfe kann ich ihm allerdings dennoch keine geben. Schließlich tut man sich ja als Außenstehender total leicht, alles besser zu wissen^^.

Tja und dann enthüllst du, dass dieser Anubias Horridan nicht umsonst einer der stärksten Trainer in diesem Turnier ist - mit einem Legi hätte ich jetzt nicht gerechnet :o! (Übrigens schön, dass du die Sache mit dem Gewitter wie in den Spielen eingebaut hast.) Dass er aber so regelrecht herablassend Leon zum Kampf auffordert und ihn dort gleich mit Voltolos enorm unter Druck setzt lässt ihn allerdings - auf den ersten Eindruck wohlgemerkt - ganz schön Arrogant wirken.

Aber noch ist der Kampf ja nicht entschieden und zudem bin ich auch neugierig auf seine Antworten, die er liefern will - vielleicht steckt ja ein ganz anderer Typ hinter dieser Fassade?^^

Bleibt mir abschließend nur; wie immer eigentlich; zu sagen, dass ich gespannt auf weitere Kapitel bin und wünsche dir, dass du bald wieder mehr Zeit fürs schreiben findest :).

(Ich für meinen Teil hoffe, dass bald Weihnachten und der Stress bald vorbei ist. Kann keine Plätzchen oder Lebkuchen mehr sehen... Und jetzt entschuldige mich bitte: Ich muss mit griesgrämigen Gesicht durch das vorweihnachtliche, viktorianische London steifen und dabei leise 'Humbug' vor mich hin murmeln xD.)
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Re: Auf in die Welt

#1311839 von Donnerkralle
09.12.2018, 10:16
Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, KleinKokuna :lol:
Schön, dass dir das Kapitel gefallen hat.

Nach dem Kampf werde ich wieder einmal Einiges offenbaren. Ich selber betrachte die Enthüllung als wichtige Grundlage für die kommende Wende. Seid gespannt.

Ich hoffe ebenfalls darauf, dass bald Weihnachten ist und ich mich vom Lernen etwas distanzieren kann :D
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Re: Auf in die Welt

#1312275 von Donnerkralle
27.12.2018, 20:27
Kapitel 44: Die vier Auserwählten
Unzählige Regentropfen prasselten auf das verwüstete Kampffeld. Leon stand komplett durchnässt da und starrte auf sein Pokémon Lanturn. Auf der gegnerischen Seite befand sich Anubias. Dieser wirkte trotz des heftigen Unwetters gelassen. Mit einem hochnäsigen Blick schaute er rüber zu Leon. Dabei funkelten seine bernsteinfarbenen Augen. Leon kniff die Augen zusammen.

Augenblicklich zuckte ein Blitz direkt über die Köpfe der Trainer. Wenige Augenblicke später grollte der Donner und ließ den Boden zittern. Trotz der Regentropfen, die in seine Augen fielen, sah Leon nach oben und fixierte das legendäre Pokémon. Voltolos schwebte mit zusammengeschränkten Armen. Dabei schwenkte es seinen Schweif ungeduldig.

Leon biss sich in die Unterlippe. Es kann uns zwar keinen Schaden machen, aber wir auch nicht. Das wird ein Kampf, wo die Ausdauer infrage kommt. Kann Lanturn gegen ein legendäres Pokémon so lange durchhalten? Verzweifelt blickte er zu seinen Freunden. Vielleicht haben die ja eine Idee, dachte der schwarzhaarige Trainer.

Doch seine blauen Augen weiteten sich vor Überraschung. Eine weitere Person stand gleich neben der Holzbank, auf die seine Freunde saßen. Obwohl Leon nicht sehr gut sehen konnte, erkannte er auf der Stelle die Umrisse dieser Person. „Indra??!!“
Plötzlich erschraken Marco und die anderen. Entgeistert blickten sie zu Indra. Dieser jedoch ignorierte die verstohlenen Blicke und marschierte auf das Kampffeld zu. Aufgeregt widmete sich Leon wieder den Kampf. Allerdings stand Anubias seelenruhig da und freute sich sogar auf das Erscheinen des mysteriösen Trainers.

Plötzlich holte Anubias seinen Meisterball und rief sein Pokémon zurück. „Dankeschön, Voltolos! Du bist hier fertig.“ Sorgfältig verstaute der stärkste Herausforderer den besonderen Ball. „Du gibst auf?!“, schrie Leon entrüstet. Anubias grinste.

Allmählich ging der Regen zurück. Langsam verschwanden auch die pechschwarzen Wolken. Am Himmel strahlte hin und wieder die goldene Sonne. Kurzzeitig war ein Regenbogen über den Trainerpark zu erhaschen. Enttäuscht rief Leon sein Lanturn in den Tauchball. „Kaum taucht dieser Indra auf, schon gilt die Aufmerksamkeit nur ihm“, murmelte der schwarzhaarige Trainer.

„Ach ja?“, hob Indra hochmütig an. „Ich habe nicht darum gebeten.“ Überrascht drehte sich Leon um. „Was machst du hier eigentlich?“, wollte Leon sogleich wissen. Ohne ein Wort stolzierte der mysteriöse Trainer an ihm vorbei. Anubias kam ihm entgegen. „Schön, dass du hier bist“, hob er an und streckte seine Hand entgegen.

Indra schlug sie weg. „Du warst das also. Jetzt verstehe ich. Dein starkes Pokémon war wohl für das plötzliche Gewitter verantwortlich“, erwiderte Indra arrogant und schloss kurz die Augen. „Es freut mich, dass du mein Zeichen gesehen hast“, entgegnete Anubias freundlich.

„Hahahaha, was für eine tolle Darbietung, Anubias!“, brüllte ein junger Mann. Alle drehten sich um. Der junge Mann hatte lange weiße Haare, die in einem weiß-silbrigen Pferdeschwanz endeten. Dabei trug er ein weißes Jackett und eine silbergraue Hose. Langsam kam er auf sie zu. Anubias setzte ein unheimliches Lächeln auf. Er zitterte so stark, dass er gleich vor Freude platzen könnte.

„Auch du, Bailong, bist endlich eingetroffen. Wunderbar! Einfach wunderbar!“, lachte der stärkste Herausforderer. „Bailong“, wiederholte Leon ungläubig. „Was macht der zweitstärkste Herausforderer hier?“, knurrte Indra angriffslustig. Plötzlich gesellten sich auch Marco und die anderen. Allmählich wurde es Leon zu eng.

„Ihr drei gehört nicht dazu“, meinte Anubias kühn. Sein Lächeln verschwand. „Warum denn nicht?“, fragte Marco empört. „Ja genau, was ist dein Problem?“, verteidigte Leon seine Freunde. „Hm, geht, ihr seid keine Trainer, die ich brauche“, erwiderte Anubias arrogant.

Indra schwieg. Er sah absichtlich weg und würdigte keine Blicke an seinen alten Freunden. Ill und Riccardo schauten verlegen zu Boden. Anubias seufzte. „Na schön, wie auch immer. Dann kommt einfach mit und haltet einfach eure Klappe und stellt keine Fragen mehr“, ordnete Anubias an. Der Trainer mit den grauweißen Haaren marschierte ohne Vorwarnung los. Sein dunkelblauer Lederanzug war wieder trocken.

Leon hingegen war immer noch pitschnass. Seinen Freunden erging es ähnlich. Die Neugesellten hatten nur wenig von den Regentropfen abbekommen. Anubias Horridian führte die bunte Truppe zu einer riesigen Eiche. Ein großer dicker Ast hing schräg herunter. Die laubgrünen Blätter spendeten ein wenig Schatten. Gleichzeitig war der Platz unberührt vom Regen.
Anubias lehnte sich gelassen gegen den Stamm an.

Dabei war dieser doppelt so breit wie der Trainer. Die anderen ließen sich zu Boden fallen. Leon und seine Freunde saßen in einer gemeinsamen Gruppe, während sich Indra und Bailong ein wenig distanzierten. Anubias knackte mit den Fingern.

„Hört zu. Leon, ich habe nur gegen dich gekämpft, damit ich ein Zeichen setzen konnte. Durch die gewaltigen Blitze lockte ich somit Bailong und Indra hervor“, erklärte Anubias und kam gleich zur Sache. „Ich habe diesen Tipp von einem legendären Pokémon, welches mich in einem Traum aufgesucht hat, bekommen. Denn es wird langsam Zeit, dass wir aktiv werden“, erzählte der Trainer mit den grauweißen Haaren.

„Bailong, Indra, Leon“, Anubias sah die drei Trainer an, „Gemeinsam mit mir, Anubias, bilden wir die vier Auserwählten!“ Sowohl Leon, als auch die anderen genannten Trainer, blieb der Mund offen. Überrascht sah Anubias sie an. „Was ist los? Ihr wirkt, als hätte ich euch etwas vollkommen Fremdes erzählt“, warf er ein. Leon schluckte. „Niemals... das war doch nur ein blöder Traum? Bin ich wirklich zum Auserwählten aussortiert worden?“, flüsterte der schwarzhaarige Trainer.

„Häh? Natürlich, das hat doch Mew zu dir gesagt“, antwortete Anubias. „M-mew?“, keuchte Indra. „Das war also keine Einbildung. Der Traum war in wirklich eine Botschaft?“ Bailong holte tief Luft. „Ich verstehe, dann seid ihr drei die restlichen Auserwählten, mit denen ich die Welt retten soll“, hob er stolz an. „Wer ist denn bitteschön Mew?“, fragte Leon verwirrt. „Die Welt retten?!“, brummte Indra verächtlich. Allmählich wurde das Ganze zu einem großen Durcheinander.

Anubias schnippte verärgert. „Jetzt haltet doch mal die Luft an!“, knurrte er. Der Trainer seufzte. „Das kann doch nicht sein, dass Mew uns unterschiedliche Geschichten erzählt hat. Der eine weiß nicht was unsere Aufgabe ist, der andere weiß nicht mal wer Mew ist... Argh! Es klingt, als hätte das legendäre Pokémon jeden einen bestimmten Teil vorgetragen. Als hätten manche mehr erfahren und manche weniger. Das macht die Sache richtig problematisch!“

„Und jetzt?“, wollte Leon wissen. Alle starrten ihn an. „Wovon sollen wir die Welt retten? Welche Gefahr könnte es geb-“, Leon verstummte. „Team Alpha!“ Jeder schwieg. Eine große, graue Wolke schob sich vor die Sonne. Plötzlich wurde es angenehm kühl. Eine leichte Brise wehte durch Leons Haar. Der schwarzhaarige Trainer erschauderte.

Eine unheimliche Stille lag über den Park. Niemand außer ihnen befand sich momentan hier. Anubias sah Leon an. Seine Miene verriet nicht, worüber er nachdachte. Bailong richtete sich auf. Der weißhaarige Trainer stellte sich neben Anubias.

Doch es war Marco, welcher das Schweigen brach. „Sie haben vor die Welt zu zerstören. Nicht wahr, Indra?“, unterstellte der blonde Trainer. Augenblicklich starrten alle den mysteriösen Trainer überrascht und zugleich bedrohlich an.

Indra schloss für eine Weile die Augen. Das dunkelgrüne Gras fühlte sich nass und kalt an. Leon entschied sich zum Aufstehen. „Falsch. Team Alpha wird eine neue Welt erschaffen. Eine perfekte“, flüsterte Indra unheilvoll. Anubias nahm eine Denkerposition ein. „Woher willst du das so genau wissen? Sag mir nicht, dass ein Auserwählter sich einer gewalttätigen Organisation angeschlossen hat“, hob er vor.

Erstaunt blickte Leon zu Anubias. „Du kennst Team Alpha?“, fragte er und sah dann zu Indra. „Ja, Team Alpha ist durchaus bekannt unter den stärksten Trainern von Unorga. Die Pokémon Liga arbeitet seit dem grausamen Anschlag in Spagonia mit der Internationalen Polizei zusammen. Obwohl sie sich geschickt verstecken konnten, werden sie seit dem Anschlag ständig verfolgt. Laut Ermittlungen waren sie auch für den Anschlag in Cornelia City der Sinnoh Region verantwortlich“, erklärte der grauweißhaarige Trainer kühn. „Aber ihr wahres Motiv war nie wirklich klar.“

Nun schaltete sich auch Bailong ein. „Bis schließlich heute. Indra Hunter, du wirst uns jetzt alles ganz genau erklären was Team Apha in Schilde führt“, befahl der furchterregende Trainer. Langsam erhob sich Indra. Er sah Bailong direkt in die Augen. „Ich muss gar nichts. Außerdem, kann er es dir auch sagen“, meinte Indra und zeigte auf Leon.

Plötzlich schnippte Indra. „Nein wartet. Dieser Zero weiß sogar noch mehr. Er ist quasi ein Mitglied von Team Alpha. Aber selbst wenn ihr all die wichtigen Informationen rausquetscht, ihr könnt rein gar nichts unternehmen“, erzählte der Trainer mit einer arroganten Stimme.

„Zero also...“, flüsterte Anubias, „Verstehe. Aber sag mir, ob du tatsächlich für Team Alpha arbeitest oder nicht.“ Indra grinste. „Ich arbeite für sie. Im Gegenzug leihe ich ihnen meine Stärke. Es ist halt ziemlich blöd für euch, wenn ein Auserwählter für die sogenannten Bösen gemeinsame Sache macht. Aber ich habe nie darum gebeten, Auserwählter zu werden.“

„Indra, warum siehst du es nicht ein? Die perfekte Welt ist doch nur geschwindelt. Die wollen doch nur die Welt zerstören“, wandte Leon mit ein. „Na und? Was kümmert mich diese Welt?“, erwiderte der mysteriöse Trainer. Leon stockte der Atem. Auch die anderen blickten überrascht.

„Wie kann jemand nur so egoistisch denken?!“, knurrte Leon erbost. Blitzartig packte er Indra an der Jacke. „Weißt du eigentlich was du da von dir gibt’s?!“, schrie der Trainer wütend. Auf der Stelle kickte Indra sein Knie gegen Leons Bauch. Dieser ließ los und fiel vor Schmerzen auf die Knie. „Argh...“

„Leon!“, rief Marco und wollte sogleich ausholen. Hastig schnappte Anubias nach dem Arm und hielt ihn fest. „Lass mich los!“, jaulte der blonde Trainer. Zorn spiegelte sich in seinen Augen. „Dieser Mistkerl ist seit Monaten Handlager dieser Schurkenorganisation und gibt sein Bestes, um die Welt zu zerstören. Er hat die Faust mehr als verdient!!“, brüllte Marco und riss sich los.

Blitzschnell schlug Marco zu und verpasste Indra einen heftigen Schlag ins Gesicht. Dieser flog starr um. Blut quoll aus seiner Nase. „Nicht schlecht, Blondschopf“, flüsterte Indra schelmisch. „Als Belohnung werde ich euch die nächsten Schritte von Team Alpha offenbaren“, hob er keuchend an.

Marco ignorierte ihn und half Leon beim Aufstehen. „Bist du verletzt?“, fragte der blonde Trainer sogleich. „Mir geht es gut...“, stöhnte Leon und wischte sich den Mund ab. Mit einem traurigen Blick sah er Indra an. Du bist so tief gefallen. Und leider sind Ill und Riccardo anwesend.

„Der Anführer Alpha befindet sich in der Sinnoh Region. Genauer gesagt im Kraterberg. Er sucht nach der Speersäule. Dort wird er Arceus rufen und danach wird ein neues Universum geschaffen. Dafür wird diese Welt zugrunde gehen. Ihr könnt Team Alpha nicht mehr stoppen. In wenigen Tagen ist diese Welt verschwunden...“, erzählte Indra seelenruhig.

Anubias zitterte am ganzen Leib. Erschrocken blickte Leon zu ihm. „Was ist los?“, erkundigte sich der schwarzhaarige Trainer. „Verdammt! Wir sind zu spät!!“, brüllte Anubias verzweifelt. Der Trainer blickte nach oben. „MEW! Es ist zu spät!“, schrie Anubias den grauen Himmel an. Es kam keine Antwort.

Anubias holte tief Luft. Er schüttelte den Kopf. „Oh nein. Noch nicht. Heute ist erst der 1. Juli. Laut Mew sollte es zum entscheidenden Tag am 7. Juli kommen. Wir haben noch Zeit“, meinte Anubias und beruhigte sich.

„Eindeutig hast du bei deinem Traum am meisten Informationen erhalten“, schaltete sich Bailong ein. Anubias nickte. „Aber du weißt doch sicherlich welche Kraft wir zu Verfügung bekommen haben, oder?“, erwiderte der Trainer mit den grauweißen Haaren. Bailong verschränkte die Arme. „Natürlich!“, antwortetet er knapp.

„Macht?“, wiederholte Leon. „Ganz ruhig, Leon Drazzer. Das Turnier wird am 4. Juli das große Finale abhalten. Danach werde ich dir von deiner besonderen Gabe erzählen, du Auserwählter“, erklärte Anubias. Plötzlich marschierte er los.

„Wir werden uns morgen wiedersehen. Ich hoffe, ich muss nicht erwähnen, dass das heutige Gespräch unter uns bleibt“, sagte er kühn. Mit diesen Worten verabschiedete sich der stärkste Herausforderer.

„Hahaha, eine unbekannte Macht? Das freut mich zuhören!“, lachte Indra am Boden. Er machte immer noch keine Anstalt, sich das Blut abzuwischen. „Na dann. Bis morgen“, verabschiedete sich Bailong. Ein Windstoß blies Leon ins Gesicht.

„Wir sollten lieber auch gehen“, schlug Marco vor und sah noch oben. „Es könnte wieder anfangen zu regnen. Außerdem musst du ja noch ins Pokémon Center.“ Leon wollte gerade zustimmen, doch er erstarrte bei dem Anblick der leeren Plätze von Ill und Riccardo. „Was zum...“, flüsterte Leon. „Keine Sorge, die beiden sind vor einer Weile zum Hotel gegangen“, erklärte Marco.

Leon holte tief Luft. „Verstehe. Dann gehen wir.“ Gemeinsam marschierten die beiden Freunde los. Nur noch Indra blieb alleine am Boden blutverschmiert liegen. Die ersten Regentropfen fielen auf sein Gesicht.

„Ill und Riccardo haben sich ja fast gar nicht verändert. Zum Glück. Doch warum waren sie hier? Sollten sie nicht im Lager sein? Naja, ist ja auch egal. Diese Welt wird untergehen. Dafür kommen wir in eine perfekte Welt. Ich werde endlich das Versprechen gegenüber euch einlösen...


Das wäre dann das letzte Kapitel aus dem Jahre 2018 - Viel Spaß :)
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Re: Auf in die Welt

#1312297 von KleinKokuna
29.12.2018, 08:18
Okay, das Warten hat sich definitiv gelohnt und die Wendung ist - mal wieder möchte man fast sagen^^ - sehr überraschend für mich geworden :D!

Jetzt ist es also raus: Vier von Mew auserwählte Trainer sollen Team Alpha in seine Schranken verweisen. Als wäre das nicht schon verzwickt genug, gehört ja Indra zu denen, glaubt sogar an ihre Probaganda. Und Mew selbst scheint mir ziemlich verschmitzt zu sein, da es offenbar jedem Trainer etwas anderes gesagt hat xD.

Da bin ich mal äußerst gespannt, wie und ob sich die vier auch zusammenraufen können und was für eine besondere Macht in jedem von ihnen wohl stecken mag. Sechs Tage sind ja keine allzulange Zeitspanne; der Contdown läuft also, das Finale rückt näher 8)!

Aus dem Grund bin ich jetzt erst recht weiterhin neugierig, wie sich deine Geschichte weiterentwickelt - und wünsch dir am Besten jetzt schon mal einen Guten Rutsch ins Neue Jahr :lol:!

P.S: Das Anubias den Kampf mit Leon nur angezettelt hat, um die anderen beiden Auserwählten 'anzulocken', fand ich übrigens eine raffinierte Idee -> Lockduft zieht Pokémon an; ein heftiger Fight andere Trainer xD.
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Re: Auf in die Welt

#1312305 von Donnerkralle
29.12.2018, 17:17
Vielen vielen Dank für deinen Kommentar, KleinKokuna :lol:

Es freut mich wahnsinnig, dass dir das Kapitel zusagt. Du hast recht: Der Countdown läuft! Mir sind schon einige verrückten Ideen für die nächsten Kapiteln eingefallen. Jetzt muss ich sie nur noch richtig sortieren.

Am liebsten würde ich gleich weiterschreiben, doch zuerst muss ich noch das riesige Kulturportfolio über Kaiser Franz Joseph schreiben :tja:

Ich bedanke mich herzlichst für deine Glückwünsche und wünsche dir auch einen Guten Rutsch ins neue Jahr! :)
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Re: Auf in die Welt

#1313540 von Donnerkralle
03.02.2019, 21:09
Kapitel 45: Strategie, führe mich zum Sieg!
Ein kühler Wind blies durch den stillen Park. Der graue Himmel wirkte trüb. Kein einziges Sonnenlicht erhellte die Stadt. Indra marschierte gedankenverloren zum Ausgang. Er wischte sich das Blut von seinem Gesicht ab. Dennoch konnte er weiterhin sein Blut schmecken. Dieser Blondschopf hat es tatsächlich gewagt, mir eine reinzuhauen. Unglaublich. Mir, Indra Hunter!

Kurzzeitig war der schwarzhaarige Trainer von Zorn befallen. Doch dann hallten die Worte von Anubias in seinem Kopf. Ich werde dir von deiner Gabe erzählen, du Auserwählter. Indra hob den Blick. Zu seiner großen Überraschung näherten sich zwei Personen.

Indra musste blinzeln. Er erkannte seine alten Freunde Ill und Riccardo. Das Herz vom schwarzhaarigen Trainer raste wild. Er war noch nicht bereit für ein Gespräch. Gerade wollte der Trainer sich umdrehen, doch Ill kam ihn zuvor.

„Warte bitte!“, rief er verzweifelt. Gleichdarauf sprintete Ill zu Indra und hielt ihn an der Schulter fest. Langsam wandte sich Indra zu ihnen. „Lange nicht gesehen, Judal“, grüßte Riccardo kühn. Bei diesem Namen zuckte Indra zusammen. Hastig schlug er die Hand von Ill weg.

Angespannt sah er die beiden an. „Ich bin Indra Hunter. Judal Guhl existiert nicht mehr in dieser Welt“, knurrte der Trainer und wich ein Schritt zurück. Der Wind wurde stärker und ließ die sommergrünen Blätter der Bäume rascheln. Die Frische, die der Wind brachte, beruhigte Indra ein wenig.

„Es tut mir leid Leute. Aber solange ich mein Versprechen nicht eingelöst habe, habe ich kein Recht, Judal zu sein“, gestand Indra und holte tief Luft. Ill sah ihn mitfühlend an. „Das Versprechen kannst du nicht mehr einlösen. Tut mir leid, aber den Phoenix-Clan gibt es nicht mehr. Ich habe unser Lager aufgelöst“, offenbarte der rothaarige Junge und sah hastig zu Boden. Er wollte nicht die Reaktion seines alten Freundes sehen.

Die roten Augen von Indra weiteten sich vor Überraschung. Er fing an zu zittern. Vorsichtig machte der Trainer einen Schritt zurück. Dabei senkte er seinen Kopf und hielt sich mit der Hand an der Brust. Ein paar grüne Blätter tanzten umher. Sie wurden vom kühlen Wind hierher geweht.

Die ersten Regentropfen fielen vom grauen Himmel. Mit einem schmerzverzerrenden Blick sah Indra seine alten Freunde an. „H-habe ich schon w-wieder euch im S-stich g-gelassen?“, hob er mit zitternder Stimme. Die letzten Worte brachte er kaum heraus. Eine Träne floss langsam herunter.

Augenblicklich fiel ein Regentropfen auf sein Gesicht und verschmolz mit der Träne. Ills Augen wurden feucht. Auch er zitterte stark. Riccardo blieb im Hintergrund. „Glaub mir... Es war eine schwere Entscheidung, aber sie war von Nöten! Unser Clan hätte sonst nicht mehr überlebt!“, heulte Ill.

Riccardo sah schnell weg. Traurige Erinnerungen tauchten ihn seinem Kopf auf. Der Regen wurde zunehmend stärker. Allmählich prasselten die Regentropfen. Indras schwarze, lange Haare hingen hinunter. Eine düstere und trübe Atmosphäre breitete sich durch den Park.

Ill hielt sich den Arm ins Gesicht und heulte sich seine Schmerzen aus. Dabei machte sich der rothaarige Junge ganz klein. Mittlerweile konnte Riccardo seine Trauer nicht mehr zurückhalten. Er fiel zu Knie.

Mit einem gebrochenen Herzen stand Indra da und sah seine alten Freunde verzweifelt an. Er konnte seinen Griff an der Brust nicht lockern. Sein Herz pochte vor Schmerz. Plötzlich übermahnten ihn all seine aufgestauten Gefühle.

„Ich werde... Ich werde...“, flüsterte Indra. „Ich werde das nicht akzeptieren!!“ Indra keuchte. Allmählich lockerte er seinen Griff und hob seine Hand, die er zur Faust ballte. „Ich bin Indra Hunter! Ich werde dieser Welt nie vergeben! Ich werde gemeinsam mit meinen Freunden in eine perfekte Welt gelangen! Das schwöre ich!“, jaulte der schwarzhaarige Trainer.

Ill hob den Kopf. Seine smaragdgrünen Augen waren voller Verzweiflung. „Ja! Tu das! Zeig uns die perfekte Welt!!“, schrie Ill aus ganzer Kraft. Riccardo erstarrte. „Er meint es ernst“, murmelte das Genie. Keiner von ihnen bewegte sich mehr. Kein einziger Laut drang aus ihnen. Ihre Klamotten waren längst durchnässt.

Ohne ein Wort zu verlieren ging Indra mit erhobenem Kopf an ihnen vorbei. Ich werde mein Versprechen einlösen! Es wird nicht mehr lange dauern!



Aufgeregt stand Leon Drazzer am nächsten Tag zusammen mit den anderen Teilnehmern in der Empire Arena. Die Sonne schien am hellblauen Himmel. Nur ein paar kleine Wolken reisten langsam umher. Dennoch wehte ein frischer Wind. Mit Herzklopfen starrte er gebannt auf den großen Bildschirm. Plötzlich tauchte ein gelber Topf auf und die übrigen Namen wurden hineingesaugt. Danach spuckte der Topf die neun Namen aus. Leon kniff die Augen zusammen. Mühevoll konnte er gerade noch seinen Namen erhaschen und musste dann blinzeln.

Ich kämpfe also gegen Japas Butscher. Endlich kann ich den Zusehern zeigen, warum ich hier stehe. Den Free Win hat wohl irgendein Typ gewonnen. Das bedeutet, dass es eigentlich jetzt acht Trainer gibt. Ich bin einer davon. In dieser Runde werden vier ausscheiden. Somit bleiben noch vier plus den Free Win Typen übrig. Nächste Runde wird es genauso ablaufen. Der, der den Free Win nächstes Mal erhält, zieht automatisch ins Finale ein!

„Hallo?“ Leon erschrak kurz. Danach blinzelte er und sah sich hektisch um. „Was? Wo? Hä?“, stammelte er verwirrt. „Hier bin ich!“, rief eine unbekannte Stimme. Leon folgte ihr und drehte sich einmal um. „Oh, tut mir leid“, hob der schwarzhaarige Trainer gleich an.

„Ach mach doch nichts“, meinte sein Gegenüber. „Ich hoffe doch sehr, dass du im Kampf konzentrierter bist.“ Leon sah ihn schief an. Er hatte sehr lange, blaue Haare und hellgrüne Augen. Desweiteren trug er einen orangenen Trainingsanzug. Sein Gegenüber war fast ein Kopf größer als er.

„Was siehst du mich so komisch an? Komm schon, wir müssen zum Kampffeld 1“, meinte der blauhaarige Trainer hochnäsig und stolzierte davon. „Das müsste dann Japas Butscher sein. Oh man, wieso sind meine Gegner immer solche Ärsche. Theo als Gegner würde viel mehr Spaß machen“, nörgelte Leon. Nur leider ist er ausgeschieden.

Leon überlegte nicht lange und begab sich mit schnellen Schritten zum Kampffeld. Alle übrigen Teilnehmer befanden sich bereits in Position und Kampfeslaune. Mit einem ehrfürchtigen Blick schaute Leon seinen Gegner an.

Der Schiedsrichter hob eine rote Fahne. „Jeder Trainer darf nur drei Pokémon verwenden. Sobald ein Pokémon besiegt wurde, muss es ausgetauscht werden. Wenn alle Pokémon einer Seite kampfunfähig sind, ist der Kampf vorüber! Das eingesetzte Pokémon darf nicht ausgetauscht werden. Nur einmal ist ein Tausch gestattet! Sobald die Fahne unten ist, werft ihr eure Pokébälle! Haltet euch bereit, Trainer!“

Draußen tobten schon die Zuschauer. Augenblicklich schwang der Schiedsrichter die Fahne nach unten. Wie auf Kommando warfen die Trainer ihre Pokébälle. Auch dieses Mal entschied sich Leon, mit Lohgock zu starten.

„Lohgock!!”, brüllte das Feuer Pokémon motiviert. Leon musste blinzeln. Der Gegner von seinem Partner war eine schwarze, schwebende Statue, die merkwürdig verziert war. Sein Kopf sah aus wie ein riesiger, breiter Topf. Rings um den Kopf befanden sich rosarote Kreise, in deren Mitte jeweils eine Linie oder ein Punkt zu sehen war. Dabei schwebten zwei rasselähnliche Arme um ihn herum.

Das Wesen strahlte eine merkwürdige Aura aus. Japas fing an zu lachen. „Hahaha, das hat dir wohl die Sprache verschlagen, was? Das ist ein Lepumentas, eine lebendige Lehmpuppe. Mit seinen Psychokräften und seiner Fähigkeit, die Erde zu manipulieren, ist er der perfekte Konter gegen dein Lohgock!“, schrie der blauhaarige Trainer besserwisserisch.

Leon kratzte sich am Kopf. „Unglaublich. So ein Pokémon habe ich noch nie gesehen! Sag mal, Japas, woher hast du gewusst, dass ich mit Lohgock anfangen würde?“, rief der schwarzhaarige Trainer zurück. Aus den Zuseher Reihen hörte man schon die ersten Proteste. „Was machen die beiden?! Fangt an zu kämpfen!! Wollt ihr nur quatschen, oder was?!!“, jaulte die Menge ungeduldig.

PokeballvsPokeball
vs

Japas grinste schelmisch. „Leon Drazzer, du bist aktuell als Rookie des Turniers bekannt. Du sollst mit deinem Lohgock deine Gegner in Handumdrehen verbrannt haben. Für mich bist du bereits ein offenes Buch. Du bist kein Denker-Typ, aber du weißt ja, auf die Strategie kommt es an! Los, Lepumentas, Psychokinese!“

Das Lehmpuppen Pokémon leuchtete blau auf. Dabei richtete es seine Arme wie Kanonen aus. Plötzlich näherte sich blitzschnelle eine unsichtbare Macht auf Lohgock. Leon verspürte ebenfalls die mystische Kraft. „Schnell ausweichen!“, befahl er hektisch.

Im letzten Moment sprang das Großbrand Pokémon zur Seite. Wenige Augenblicke später entlud sich dort die Kraft und hinterließ ein bläuliches Licht. Lohgock rutschte ein wenig zur Seite. Danach hob es seinen Kopf. Heiße Flammen strömten aus seinen Handgelenken. Es hatte seine Sinne geschärft.

Dieser Lehmklumpen ist viel zu langsam! Das müssen wir ausnutzen! „Feuerfeger!“, ordnete Leon enthusiastisch an. „Gock!!“ Lohgock rannte aggressiv auf Lepumentas zu. Dabei fingen seine Füße Feuer. Blitzschnell näherte sich das Feuer Pokémon seinen Gegner.

„Oh nein! Erdkräfte!“, wies Japas sogleich an. Lepumentas leuchtete gelb auf. Plötzlich spaltete sich der Boden. „Spring!“, schrie Leon. Wie ein roter Pfeil schoss Lohgock diagonal nach oben, während der Boden Angriff ins Leere ging. Das Großbrand Pokémon befand sich gleich über Lepumentas. „Was jetzt?“, sagte Japas verblüfft.

Lohgock vollführte einen mehrfachen Vorwärtssalto, kombinierte ihn mit Feuerfeger und schlug mit voller Wucht auf den Schädel des Psycho Pokémon ein. Dieser krachte in den Boden, woraufhin ein Teil zerstört wurde. Leichtfüßig landete Lohgock.

Jedoch erhob sich Lepumentas und schwebte mit ein paar Schrammen. Dies gefiel Lohgock ganz und gar nicht. Wie ein Torpedo schoss es nach vorn und verpasste dem Lehmpuppen Pokémon knallharte Tritte mit Feuerfeger. Immer wieder schlug es auf Lepumentas ein. Indem sich Lohgock um die eigene Achse drehte, holte er viel mehr Wucht aus seinen heißen Tritten hervor.

Lepumentas konnte sich nicht zur Wehr setzen und musste Alles einstecken. Dazu wurde das Feuer Pokémon immer schneller und griff von allen Seiten an. Auf einmal kickte Lohgock gegen den Bauch seines Gegners und sprang hastig zurück. Dabei wurde Lepumentas ein wenig nach hinten geschubst. „Lohgock! Loh!!“, brüllte das Großbrand Pokémon.

Die Flammen, die seinen Körper umgaben, wurden intensiver. Augenblick sprang es mit voller Wucht nach vorne, vollführte eine rasante Seitendrehung in der Luft und kombinierte sie mit Feuerfeger. Lohgock umhüllte sich in Flammen und sah wie ein schräger Tornado aus.

Gleichdarauf holte Lohgock mit einer sichelförmigen Bewegung aus und verpasste Lepumentas einen heftigen, feurigen Tritt gegen den riesigen Kopf vom Psycho/Boden Pokémon. Dessen Körper wurde durch die Wucht in den Boden gerammt.

Doch das Großbrand Pokémon hörte nicht auf und verstärkte seinen Feuerfeger und fügte impulsiv mehr Feuerkraft hinzu, bis eine Stichflamme aufging und es zu einer kleinen Explosion kam. Überall flogen kleine Bruchstücke der Erde herum. Die Zuschauer jubelten.

Leon staunte nicht schlecht. Er war beeindruckt von dem Können seines Partners. Allmählich löste sich der Rauch auf. Lohgock stand keuchend ein paar Meter vor Lepumentas, der im Boden feststeckte.

Zufrieden sah Leon zu Japas rüber. Doch dieser grinste. „Ist das alles? Enttäuschend! Los, Lepumentas! Steh auf!“, jaulte der blauhaarige Trainer mit ernstem Blick. Plötzlich erhob sich das Lehmpuppen Pokémon und schwebte wieder, als wäre nichts passiert. Das Publikum verstummte.

Obwohl Lepumentas mit einigen Schrammen überseht war, wirkte es nicht sonderlich erschöpft. Es drehte sich langsam um sich selbst und stieß einen tiefen Ton aus. „Lacht es uns etwa aus?“, fragte Leon verblüfft.

Japas schwang seine langen Haare und drehte sich ebenfalls um die eigene Achse. „Ahaha, es tut mir leid, Leon. Ich habe dich wohl überschätzt! Ich dachte, wenn ich dein Lohgock ein bisschen Raum und Gelegenheiten bieten würde, dann könnte es meinem Lepumentas ordentlich Schaden zuzufügen. Ich habe mich wohl getäuscht!“, meinte Japas hochnäsig.

Leon wurde sauer. „Was soll das bitteschön heißen?! Nimmst du mich etwa nicht ernst?“, unterstellte der schwarzhaarige Trainer sogleich. „Ganz richtig“, gab Japas mit einem schelmischen Grinsen zurück.

„Dein Lohgock ist ja ziemlich stolz auf seine Geschwindigkeit. Mal sehen, wie es ihm gefallen wird, wenn sein Tempo gegen ihn verwendet wird! Lepumentas, Bizarroraum!“, rief Japas selbstsicher. Lepumentas leuchtete blau auf.

Auf einmal erschien ein leuchtendes Vieleck mit Wänden und einer Decke auf dem Boden. Plötzlich tauchten überall leuchtende Würfel. Leon verspürte einen heftigen Druck. Er fühlte sich viel schwerer. Der Trainer konnte sich fast nicht bewegen. „Argh!“, stöhnte er. Was zum Teufel ist das bloß?! Ich kann mich nicht wirklich frei bewegen. Lohgock! Halt durch!

Das Leuchten verschwand wieder, doch das merkwürdige Gefühl blieb erhalten. Das Großbrand Pokémon wollte nach hinten zu seinem Trainer springen, doch er führte den Sprung wie in Zeitlupe aus. Nach einer Ewigkeit landete Lohgock schließlich. Seine Augen weiteten sich langsam vor Schreck.

Zum ersten Mal war es in solch einer Form eingeschränkt. Dieses unbekannte Gefühl machte Lohgock Angst. Leon schlug seine blauen Augen weit auf. Lepumentas bewegte sich blitzschnell hin und her. Es hatte nun das gleiche Tempo wie Lohgock vorher drauf.

Japas grinste. „Es ist vorbei, mit deinem Lohgock!“, lachte der Trainer schadenfröhlich. Japas streckte den Arm aus. „Los, Psychokinese!“, ordnete er streng an. Das Lehmpuppen Pokémon leuchtete blau auf. Dabei richtete es seine Arme wie Kanonen aus. Die unsichtbare Macht schoss auf Lohgock zu.

Das Großbrand Pokémon konnte überhaupt nicht reagieren und wurde komplett getroffen. Ein Volltreffer! Die Kraft entlud sich und Lohgock leuchtete ebenfalls blau auf. „Lohhh!!!“, brüllte es vor Schmerz. Lepumentas ließ seine schwebenden Arme herumtanzen. Wenige Augenblicke später wurde das Feuer Pokémon blitzschnell nach oben gehoben.

Dabei kollidierte sein Körper gegen die Decke des Raumes. Gleichdarauf wurde Lohgock nach unten gedrückt und schlug hart auf den Boden ein. Dabei bebte es unter Leons Füßen für einen kurzen Augenblick.

„Gib ihm den Rest! Erdkräfte!“, befahl Japas siegessicher. Lepumentas leuchtete gelb auf. Seine fliegenden Arme hämmerten auf die Erde. Plötzlich spaltete sich der Boden unter Lohgock, der verletzt da lag. Binnen von Sekunden schoss eine gelbliche Eruption aus der Erde direkt unter Lohgock. Der Ausbruch erreichte die Decke des Raumes. Ein übler Geruch breitete sich aus.
Überall regnete es kleine Erdstückchen. Der Boden unter Leon zitterte. Der Trainer beachte dies kaum. Seine Aufmerksam galt vollkommen seinem armen Pokémon, der einen direkten Treffer abbekam.

Auf einmal schloss sich der Boden wieder. Lohgock lag bewusstlos am Boden und war mit Beulen und Schrammen überseht. „Lohgock kann nicht mehr weiterkämpfen, Lepumentas gewinnt die erste Runde!“, rief der Schiedsrichter und wedelte mit der roten Fahne.

Heiterer Jubel brach beim Publikum aus. Diese Freude konnte der schwarzhaarige Trainer nicht teilen. Er war komplett überwältigt. Nur schwer konnte Leon den Pokéball nehmen und sein geschlagenes Pokémon zurückholen. Der Bizarroraum wirkte noch. Das Kampffeld war ziemlich verwüstet.

Die Hitze des Gefechts lag immer noch in der Luft. Im Inneren von Leon wurde es panisch. Er fand keine passende Antwort für Japas‘ Lepumentas. Allerdings blieb dem Trainer nicht viel Zeit zum Nachdenken. Er musste schleunigst sein nächstes Pokémon in den Kampf schicken. Jedoch überforderte der mysteriöse Bizarroraum Leon psychisch. Japas grinste. Ihm gefiel die Unsicherheit seines Gegners. Langsam griff Leon nach dem nächsten Pokéball...


Das erste Kapitel für 2019 ist endlich fertig. Viel Spaß :)
Das nächste Kapitel wird noch diese Woche erscheinen!
Zuletzt geändert von Donnerkralle am 20.04.2019, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auf in die Welt

#1313574 von KleinKokuna
05.02.2019, 18:22
Gut, ohne viel um den heißen Brei zu reden: Das Kapitel ist (mal wieder^^) richtig interessant geworden 8)!

Das Gespräch zwischen Indra und seinen beiden alten Freunden war doch eher düster und hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen - ein 'fröhliches Widersehen' sieht halt deutlich anders aus :/.

Das große Highlight war aber wohl der Beginn von Leons Kampf gegen diesen arroganten Unsympathen von Jasper. Muss ganz ehrlich gestehen: Schon nach wenigen Zeilen mochte ich diesen Typen nicht und ich kann Leon nur zustimmen :P. Und was es noch schlimmer macht, ist der Umstand, dass er offensichtlich ein unverschämt guter Trainer ist ! -Ein dickes Lob an dieser Stelle für diese wundervoll beschriebene Choreographie von Lohgocks Angriffen :up:!
Dieses bittere, ernüchternde Gefühl, das Leon wohl verspüren musste, als das Lepumentas all dies scheinbar mühelos über sich ergehen hat lassen, hast du dadurch erst so recht spürbar gemacht. Jetzt drück ich ihm natürlich ganz fest die Daumen, dass er diesen Kampf hoffentlich doch noch gewinnt - gegen einen solchen Gegner darf er einfach nicht verlieren xD.

P.S: Auf das nächste bin ich schon gespannt wie ein Flitzebogen^^.
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Re: Auf in die Welt

#1313592 von Donnerkralle
06.02.2019, 13:25
Ich danke dir für dein tolles und ausführliches Feedback, KleinKokuna! :)

Es freut mich sehr, dass dir der Kampf so gut zugesagt hat. Deine Anerkennung bedeutet mir viel. Bin ich aber froh, dass ich Lohgocks Kampfstil ordentlich beschrieben habe. Ich muss zugeben, dass ich etwas Angst hatte, dass die Beschreibung zu ungenau war. Im Kopf stellt man sich einen Kampf ja viel einfacher vor :P

Der Höhepunkt rückt immer näher. Ich kann dir und natürlich den anderen Lesern schon mal im Voraus versprechen, dass es zu einem Wendepunkt kommen wird, mit dem ihr (hoffentlich) nicht gerechnet habt.

Kleiner Fun Fact: Der Trainer heißt J a p a s :D

P.S: Ich hoffe doch sehr, dass du beim Wettbewerb ebenfalls teilnehmen wirst
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Re: Auf in die Welt

#1313646 von Donnerkralle
09.02.2019, 20:07
Kapitel 46: Überwältigende Kraft
Mit ausdruckslosem Blick starrte Leon seinen Tauchball an. Ja, Lanturn ist eine gute Wahl gegen diesen Lehmklumpen. Hoffentlich. Der unangenehme Druck machte Leon schwerfällig. Mit größter Mühe warf er wie ein alter Mann den Tauchball. Der hellblaue Pokéball flog langsam, als würde er schweben. Nach einer halben Ewigkeit öffnete sich die Kapsel.

Fröhlich tauchte es auf, doch seine Freude verschwand augenblicklich, als das Pokémon den mysteriösen Raum betrat. Lanturn spürte das merkwürdige Gefühl. Doch plötzlich fing es an zu lachen. Sein gelbes Organ, welches am Ender seiner Antenne hing, leuchtete stark. Verdutzt sahen sich Leon und Japas an.

Gleichdarauf hatte Leon eine Erkenntnis. Natürlich! Lanturn ist ein langsames, dafür robusteres Pokémon genau wie Lepumentas. Der Bizarroraum macht ihn jetzt schneller als sonst. Wir können mit Lepumentas mithalten! Japas kratzte sich am Kopf. Danach schwang der Trainer seine langen, blauen Haare. „Aha, dein Goldfisch profitiert ebenfalls vom Bizarroraum. Macht nichts“, plauderte Japas gelassen.

Leon kniff die Augen zusammen. Er ist in der Lage sich ganz normal zu bewegen. Der Mistkerl befindet sich also nicht in dem Raum. Er will mich dadurch aus dem Konzept bringen, indem meine Bewegung eingeschränkt ist.

Das Publikum auf der anderen Seite jubelte. Gerade konnte sich eine hübsche und junge Dame den Kampf für sich entscheiden auf dem Kampffeld 4. Leon schüttelte den Kopf. Ich muss mich konzentrieren! Ich Depp habe in meiner Freizeit kaum trainiert. Stattdessen habe ich mich mit sozialen Problemen rumgeschlagen. Und jetzt krieg ich die Rechnung dafür!

Leon versuchte seine Angst zu verbergen. Er wollte nicht vor all den Zusehern als Angsthase und Versager dastehen. „J-japas! Mach dich bereit. Ich werde dir einen richtigen Kampf liefern!“, jaulte Leon. „Lanturn! Lan!“, erwiderte sein Pokémon eifrig. Der Kampf konnte beginnen.

PokeballvsTauchball
vs

Auf der Stelle streckte Japas seinen Arm aus. „Ach ja? Lepumentas, Psychokinese!“, befahl er sogleich. Das Lehmpuppen Pokémon leuchtete blau auf. Seine schwebenden Arme richteten sich wie Kanonen aus. Blitzschnell schoss die unbekannte Macht auf Lanturn zu. „Schnell ausweichen!“, konnte Leon noch rufen.

Mit Leichtigkeit flitzte das Wasser/Elektro Pokémon zur Seite. Die Kraft entlud an Lanturns vorherige Position und hinterließ ein bläuliches Licht. Japas knirschte mit den Zähnen. „Lepumentas, flieg direkt zu Lanturn und lass es nicht entkommen!“, wies der Trainer energisch an.

Augenblicklich flog Lepumentas auf Lanturn zu. „Weich aus!“, erwiderte Leon schlagartig. Lanturn bewegte sich geschwind vom Psycho/Boden Pokémon weg. Jedoch war Lepumentas im Bizarroraum schneller und verfolgte mühelos seinen Gegner. Japas schnippte zufrieden. „Jetzt Psychokinese!“

Lepumentas tauchte unmittelbar vor Lanturn auf. Blitzartig erwischte das Pokémon Lanturn mit seiner unsichtbaren Kraft. Das Wasser Pokémon leuchtete blau auf. „Lantu!!“, schrie es vor Schmerz. „Schick es in die Luft!“, befahl Japas siegessicher. Leon schauderte. Schon wieder die gleiche Taktik.

Lepumentas ließ seine schwebenden Arme herumtanzen. Gleichdarauf wurde Lanturn nach oben befördert. Dabei kollidierte sein Körper gegen die Decke des Raumes. Für einen Augenblick erschien der blaue Raum. Lepumentas drehte sich im Kreis. Mit seinen Psycho-Kräften schickte es Lanturn nach unten. „Laaaanturrrn!!“, jaulte es verzweifelt, eher es in den Boden krachte.

Dabei zitterte die Erde unter Leons Füßen für einen Moment. Schnell lösten sich die Staubwolken. „Los! Erdkräfte!“, rief Japas erfreut. Lepumentas reagierte sofort auf den Befehl. Sein Körper wurde von gelblichem Licht umrandet. Seine fliegenden Arme hämmerten auf die Erde. Plötzlich spaltete sich der Boden unter Lanturn. „O nein! Lanturn, rette dich mit Surfer!“, brüllte Leon.

Binnen von Sekunden schoss jedoch eine gelbliche Eruption aus der Erde direkt unter Lanturn. Auf einmal sammelte sich an der gleichen Stelle eine riesige Menge an Wasser. Schnell verformte sich das Wasser zu einer riesigen Welle und stieg hoch empor.

Allerdings gab Lepumentas nicht nach. Seine schwebenden Armen hämmerten wie verrückt auf die Erde. Weitere gelbliche Eruptionen schossen aus dem gespalteten Boden hervor und verschmolzen mit dem klaren Wasser. Plötzlich verfärbte sich das blaue Wasser braun und wurde matschiger. Der Ausbruch erreichte die Decke des Raumes. Ein übler Geruch breitete sich aus.

Oben auf der Welle befand sich Lanturn. Es schickte die gewaltige Flutwelle auf Lepumentas. Strömendes, matschiges Wasser näherte sich unheimlich rasant dem Pokémon. „Schnell, flieg weg!!“, schrie Japas überrascht. „Vergiss es! Lanturn, Eisstrahl!“, ordnete Leon aufgeregt an.

Bevor das Lehmpuppen Pokémon fliehen konnte und von der dreckigen Welle erfasst wurde, schoss Lanturn, der auf der Welle ritt, einen eiskalten Strahl ab. Lepumentas wollte gerade verschwinden, doch der blaue Strahl erwischte ihn am Rücken. Auf der Stelle wurde es zu Boden gedrückt. Auf seinen Rücken bildete sich eine kleine Eisschicht.

„Lepumentas!“, schrie Japas verzweifelt. Die braune Flutwelle ergoss das Kampffeld. Lepumentas wurde überschwemmt. Die hellgrünen Augen von Japas weiteten sich vor Schreck, als das matschige Wasser sich ihm näherte. „Warte was?!“, schrie er panisch. Gleichdarauf klatschte eine kleine Welle gegen ihn und durchnässte seinen orangenen Trainingsanzug. Allmählich ging die Lehmbrühe zurück.

Japas rappelte sich auf und spuckte braunes Wasser. „Wäh! Dafür wirst du büßen, Leon Drazzer!“, fluchte der Trainer angewidert. Lanturn befand sich auf seiner Seite des verwüsteten Kampffeldes. Lepumentas lag eingegraben in der Erde. Das tosende Publikum jubelte weiterhin begeistert. Endlich konnte Leon grinsen.

Es scheint, als ob Lanturn sein hartes Training in Holaska nicht vergessen hat. „Das war super, Lanturn!“, lobte Leon sein Pokémon. „Lan! Lan!“, antwortete es fröhlich. Dennoch erkannte Leon, dass sein Pokémon außer Atem war. Der Bizarroraum wirkte noch.

Leons blaue Augen weiteten sich vor Schreck, als sich Lepumentas erhob. Seine beiden Arme tauchten aus der erweichten Erde hervor und flogen zu ihrem Körper. „Le..puu..men...tas“, brummte das Lehmpuppen Pokémon. Leon senkte seinen Blick.

„Respekt! Es ist sehr robust!“, rief Leon seinen Gegner zu. Trotzdem ist es geschwächt. Japas lange Haare waren beschmutzt. Er fuhr sich des Öfteren durch die Haare, doch es brachte nichts. „Na warte! Lepumentas, Psychokinese! Lass Lanturn herumfliegen!“, wies der Trainer mit den langen Haaren an.

„Lepuuuu!“, grollte das Psycho/Boden Pokémon. Auf der Stelle schickte es seinen unsichtbaren Angriff auf Lanturn. „Ausweichen!“, befahl Leon energisch. Gerade als Lanturn ausweichen wurde, erfasste die Kraft es und ließ seinen Körper blau aufleuchten. Die schwebenden Arme von Lepumentas flogen wild umher.

Am Anfang wurde Lanturn zu Boden gedrückt. Plötzlich wirbelte das Lehmpuppen Pokémon mit seinen Armen und das Wasser/Elektro Pokémon schoss nach oben. Jedoch wurde es wieder nach unten befördert, dann nach links bewegt und wieder nach oben. Mittlerweile kontrollierte Lepumentas den gesamten Körper von Lanturn.

Wie ein Dirigent ließ das Lehmpuppen Pokémon das arme Lanturn in die verschiedensten Richtungen tanzen. Leon biss sich in die Unterlippe. Komm schon! Denk nach! Wie kommt Lanturn aus dieser Lage heraus?! ... Momentmal! Leons blaue Augen strahlten. Eifrig schwang er seinen Arm.

„Lanturn! Blende Lepumentas!“, brüllte der schwarzhaarige Trainer. Sein Herz klopfte. Währenddessen befand sich das Wasser/Elektro Pokémon weiterhin in der Luft. Japas schaute verdutzt. Auf einmal fing das gelbe Organ von Lanturn, welches am Ende seiner Antenne hing, stark zu leuchten an. Als würde eine kleine Sonne mitten in der Luft erscheinen.

Tatsächlich wurde Lepumentas geblendet. Somit ließ seine Konzentration nach und Lanturn befreite sich aus der heimtückischen Psychokinese. „Eisstrahl!!“, jaulte Leon mit vollen Lungen. Sein Pokémon sammelte Kraft für den nächsten Angriff.

Blitzschnell feuerte Lanturn direkt aus der Luft einen kalten Strahl ab. Lepumentas schickte seine fliegenden Arme in die Attacke. Auf der Stelle gefroren seine Arme und der Eisstrahl passierte hindurch und erwischte Lepumentas schwer am Kopf. Ein Volltreffer! Eine Eisschicht bildete sich auf seinen Kopf.

Zur gleichen Zeit stürzte Lanturn erschöpft zu Boden. Es schlug hart auf. „Oh nein, Lanturn!“, schrie Leon verzweifelt. Lepumentas selbst flog einfach um. Japas konnte es nicht fassen. Seine hellgrünen Augen waren voller Überraschung. „Lepumentas ist besiegt?“, murmelte er fassungslos.

Der Schiedsrichter hatte alle Hände voll zu tun. Er lief extra in das verwüstete Kampffeld und begutachtete das bewegungslose Lanturn. Gleichdarauf wedelte er mit der roten Fahne. „Lanturn ist besiegt und kann nicht mehr weiterkämpfen!“, rief er prompt. Das Publikum jubelte. Danach machte er sich auf zum Lehmpuppen Pokémon. „Lepumentas ist ebenfalls besiegt und kampfunfähig!“, rief der Schiedsrichter und schwang seine kleine Fahne. Erneut brach tosender Jubel aus.

Beide Trainer holten ihre besiegten Pokémon. Leon sah Japas mit grimmigem Blick an. „Dafür wirst du bezahlen! Deine dreckige Art zu kämpfen widert mich an!“, brüllte Leon vor Zorn. Japas grinste. „Haha, gib einfach auf. Der Bizarroraum wirkt immer noch. Mein nächstes Pokémon kann sich ebenfalls gut darin bewegen!“, gab der Trainer mit den langen Haaren zurück.

Leon knirschte. „Argh! Wie lange dauert dieser Bizarroraum eigentlich?!“, wollte er wissen. Japas sah ihn hochnäsig an. „Nun, mein Lepumentas produziert mit seinem Körper Lichtlehm. Dieser verstärkt und verlängert die Dauer solcher Attacken, die sich auf das Kampffeld auswirken“, antwortete der Trainer und holte sein nächsten Pokéball.

Geschmeidig warf er die rote Kapsel. Durch den Raum dauerte es eine Weile, bis das Pokémon erschien. Leon musste blinzeln. Auf dem Feld lag ein goldener Sarkophag. Die obere Hälfte war gold-blau gestreift. „Nun mach schon endlich!“, rief Japas ungeduldig. Allmählich wurde der Trainer nervös. Leon blickte wieder grimmig. Er ist plötzlich so angespannt. Scheint, als ob der Bizarroraum bald seine Wirkung verlieren wird. Wie auch immer. Es ist Zeit für den Gegenangriff!

Leon holte einen schwarzen Pokéball aus seiner Tasche und vergrößerte ihn durch den Knopfdruck. Dabei blickte er seinen Hyperball an. Eigentlich wollte ich mir Rockstar für das Finale aufheben. Aber ich habe keine Wahl!

Gerade als Leon den Hyperball werfen wollte, tauchten die blaue Wände kurzzeitig auf und zerbrachen schließlich. Endlich! Wütend warf Leon die schwarze Kapsel messerscharf in das Kampffeld.

Ein schwarzes Maxax tauchte auf. „Zeig es ihnen, Rockstar!“, jaulte Leon zornig. Drohende, blutrote Augen funkelten den goldenen Sarkophag an. Die zwei zu Klingen geformten, unzerstörbaren Stoßzähne, welche aus seinem Maul herauswachsen, machten eine beeindruckende Anschauung. Die schwarzen Klingen waren nach hinten langgezogen und ließen es noch bedrohlicher wirken. Das schillernde Maxax knurrte.

Plötzlich erhob sich der Sarkophag. Vier geisterhafte Arme schossen heraus. Der obere Teil öffnete sich und ein Gesicht mit roten Augen und lachender Miene erschien. Japas pfiff. „Wow, ein schillerndes Maxax! Mal sehen, ob es mit Echnatoll mithalten kann!“

Die schwarze Panzerhaut von Rockstar wirkte messerscharf. Erneut ließ die beeindruckende Statur des Drachen Pokémon Leon erschaudern. Doch schon bald schüttelte er den Kopf. Heute ist Rockstar auf meiner Seite. Mal sehen, ob es noch genauso viel Power wie beim letzten Mal hat.

PokeballvsHyperball
vs

„Auf geht’s! Unheilböen!“, befahl Japas und leite den nächsten Kampf ein. Echnatoll streckte seine lange Arme aus. Augenblicklich fegten dunkle Winde über das Feld. Jedoch kratzten diese abscheulichen Winde Rockstar gar nicht. „Maxax!“, brüllte es.

Japas schluckte. „Wow...“, murmelte er leise. Leon grinste. „Drachentanz!“, ordnete der schwarzhaarige Trainer sogleich an. Rockstar wurde von dunkelroten Schockwellen umhüllt. Das schwarze Maxax vollführte einen mystischen Tanz und wirkte auf einmal viel kräftiger. Der Drache strahlte eine blutrünstige Aura aus. Ich hoffe, dass Rockstar auf mich hören wird...

„Versuch es mit Irrlicht!“, wies der Trainer mit den langen Haaren an. Echnatoll grinste schelmisch. An seinen vier Händen glühten blau-weiße Flammen auf. Danach schickte er alle Irrlichter gleichzeitig. „Kontere mit Wutanfall!“, brüllte Leon. MAXAX!!“, brüllte das Drachen Pokémon kochend vor Weißglut.

Nun stieß es eine fürchterliche Aura aus. Rockstar strahlte pure Boshaftigkeit aus. Wie ein schwarzer Schatten stürzte es sich auf Echnatoll und verprügelte es mit ganzer Kraft. Es holte mehrmals mit seinen dünnen, aber recht kräftigen Armen aus und boxte dem Sarkophag immer gegen das Gesicht.

Es folgte Schlag auf Schlag. Blitzschnell schlug das Drachen Pokémon fester und fester zu. Echnatoll wurde übel zu gerichtet. Rockstar holte plötzlich mit seinem kräftigen Schweif aus und schleuderte Echnatoll in einem weiten Bogen davon.

Sobald das Sarkophag Pokémon wehrlos am Boden lag, sprang Rockstar auf Echnatoll drauf, holte blitzartig mit seinem Kopf aus und rammte es mit unglaublicher Geschwindigkeit und Brutalität gegen das Gesicht von Echnatoll.

„Echna!!“, krächzte das Geist Pokémon vor Schmerzen. Allmählich beruhigte sich das schwarze Drachen Pokémon. Erschöpft sprang es zurück und wirkte leicht verwirrt. Japas konnte es kaum glauben. Auf einmal leuchtete Maxax kurz auf. Der Trainer mit den langen Haaren holte tief Luft.

„Als es mit Wutanfall angriff, hat dieses Monster Echnatoll mehrmals berührt und somit seine Fähigkeit Mumie übernommen“, erklärte Japas schroff. Das Geist Pokémon wollte sich gerade mühevoll aufrappeln, doch Japas holte es zurück.

„Echnatoll kann nicht mehr weiterkämpfen!“, verkündigte er selbst. Der Schiedsrichter sah ihn kurzzeitig verdutzt an, akzeptierte aber seine weise Entscheidung. Das Publikum war äußerst begeistert.

Nun war auch Japas wütend. Hastig zückte er einen Hyperball und warf die schwarze Kapsel mit voller Wucht in das Kampffeld. Heraus kam ein Pinsir mit einer grimmigen Miene. Leon spürte plötzlich den kalten Wind und erschauderte. Rockstar sah seinen Gegner schief an. Anscheinend war der Drache immer noch verwirrt.

Auf einmal holte Japas etwas aus seiner Hosentasche. Leon kniff die Augen zusammen. Was ist das? Eine Kugel? Der Trainer mit den langen Haaren warf einen mysteriösen Stein zu Pinsir. Seine weißen Hörner fingen den kleinen, runden Stein auf.

Japas grinste unheimlich. „Das ist ein Pinsirnit! Zeit für die Mega-Entwicklung!!“, jaulte er mit einem verrückten Blick. Auf der Stelle betätigte er an seinem Armband einen regenbogenfarbenen Stein. Blitzartig fing der Stein an zu strahlen.

Auch der Pinsirnit strahlte auf. Schlangenförmige Energiestrahlen stürzten sich rasant auf Pinsir und umhüllten in. Augenblicklich saugte Pinsir die Energie auf und leuchtete stark in allen Farben. Dabei formte sich um ihn herum eine regenbogenfarbene, runde Hülle.

Binnen von Sekunden zerbrach die Hülle. Zwei beeindruckende Flügel schossen aus seinem Rücken. Weiterhin wuchsen zwei gelb-orange Schildflügel aus seinem Rücken. Das Schild selbst war mit je zwei länglichen, orangenen Stacheln ausgestattet. Die weißen Hörner wurden größer und die Stacheln länger. Dabei hat es noch einen dämonischen Blick drauf.

„Der Kampf ist noch nicht vorbei! Ab jetzt mache ich ernst!“, knurrte Japas und schwang seine langen Haare...

Puuh... endlich geschafft! Viel Spaß :)
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Re: Auf in die Welt

#1313661 von KleinKokuna
10.02.2019, 12:03
Wahnsinn :amazed: !

Ich hab zwar schon irwie gehofft, das Leon den Kampf noch herumreißt und alles herausholt, aber du brennst ja wirklich ein echtes Feuerwerk ab! Respekt, genauso muss ein Ligakampf doch ablaufen und du hast diesen auch weiterhin so schön intensiv und detailliert beschrieben; man fühlt sich echt mittendrin :up:!

Außerdem muss ich ehrlich zugeben, dass ich es mich mit Genugtuung erfüllt, dass Leon und seine Pokémon diesen Japas (nicht Jasper - wenn man beim Lesen nicht aufpasst xD) doch noch aus der Reserve gelockt haben^^. -Sowohl wie Lanturn trickreich Lepumentas endlich niederringt, als auch wie Rockstar - seinem Namen entsprechend - 'abrockt' und Echnatoll blitzschnell vermöbelt, fand ich total klasse :D.

Und jetzt nähert sich dieser packende Kampf also seinem Finale, da bin ich echt richtig gespannt, wie es da und auch in deiner Geschichte allgemein weitergeht; also hau in die Tasten xD!
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Re: Auf in die Welt

#1313664 von Donnerkralle
10.02.2019, 12:29
Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

Na wenn es dir so gefallen hat, dann habe ich anscheinend alles richtig gemacht :D

Es war ziemlich anstrengend den Kampf weiterhin genau zu beschreiben. Immerhin hat es sich aber ausgezahlt ^^

Hoffentlich kommt auch bald was von dir, dann kann ich mich mal wieder zurücklehnen und guten Stoff genießen :P
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Re: Auf in die Welt

#1314843 von Donnerkralle
20.04.2019, 13:13
Kapitel 47: Der Drache steht über den Käfer
Die Sonne befand sich hoch oben am Zenit. Einige, eisweiße Wolken schwebten ruhig umher und füllten den blauen Himmel. Ein kleines Flugzeug flog über Empire City und zog eine lange, weiße Linie mit sich. Gleich darunter stand dort die Empire Arena. Sie war gefüllt mit unzähligen Zuschauern. Während es oben in der Luft ruhig zuging, flogen in dem riesen Stadium die Fetzen. Leon und Rockstar führten einen erbitterten Kampf gegen Japas und seinem Mega-Pinsir.

Beide Pokémon prallten heftig aneinander mit voller Wucht. Sie versuchten sich gegenseitig umzustoßen. Jedoch gab keiner der beiden Kontrahenten nach. „Maxax!!“, brüllte das Drachen Pokémon zornig. Mit ganzer Kraft hielt Rockstar die langen und spitzen Hörner mit seinen Händen fest.

„PiNiSIr!!“, kreischte der Käfer. Sein schrilles Geschreie hallte durch die gesamte Arena. Seine beeindruckenden Flügel flatterten wie verrückt. „Los Pinsir! Schlag endlich zurück, Kreuzschere!“, jaulte der Trainer mit den langen, blauen Haaren. Die weißen Hörner fingen an, gelbgrün zu leuchten. Binnen von Sekunden spreizte Pinsir seine Hörner und befreite sich aus Rockstars festem Griff. Dieser schrie vor Schmerz auf.

Gleich darauf schnappte er eiskalt zu und klemmte das schwarze Maxax ein. Leon traute seinen Augen nicht. „Er will Rockstar zerdrücken!“, stammelte der Trainer unsicher. Jedoch fing sich Leon wieder ein. Er schüttelte schnell den Kopf und wirkte viel selbstsicherer. „Befreie dich mit Wutanfall!“, ordnete der schwarzhaarige Trainer sogleich an.

Eine dunkle Aura strömte aus Rockstar heraus. In seinen blutroten Augen spiegelte sich blanker Hass. „Maxax!!“, brüllte es. Mit ganzer Kraft drückte der schwarze Drache gegen die beiden Hörner. Langsam entfernten sich die Hörner voneinander und Rockstar gewann mehr Freiraum.

Plötzlich holte es mit seinem Stoßzahn, welches wie eine Klinge geformt war, mächtig aus und verpasste Pinsir einen herben Schlag ins Gesicht. Dieser wurde durch den direkten Treffer in den Boden gerammt. „Rückzug!“, befahlt Japas hastig.

Der Käfer schlug blitzschnell vom Boden aus zu, um Rockstar zu überraschen. Danach flog Pinsir schnell nach oben und wog sich in Sicherheit. Leon knirschte mit den Zähnen. In der Luft kann Rockstar nicht angreifen... und solange er im Berserker Modus ist, sind seine Gehirnzellen nicht sehr angeregt. Verdammt! Er wird wie wild umherspringen, bis er vor Erschöpfung umfällt. Ich muss mir was einfallen lassen.

Leon grinste schelmisch. Ich werde mir deinen Trick mal ausborgen, Indra. Rockstar brüllte. Hastig suchte es seinen Gegner und schwank seinen Kopf wild umher. Schließlich sah es nach oben und erblickte den dämonischen Käfer. Verzweifelt sprang das Drachen Pokémon, jedoch reichte seine Sprungkraft bei weitem nicht aus. Immer und immer wieder versuchte es seinen Gegner zu erwischen, doch seine Hiebe gingen in die Leere.

„He, Japas! Deine langen Haare lassen dich wie ein Mädchen wirken! Und anscheinend kämpft dein Pinsir auch so! Läuft ständig weg, anstatt dass es sich wie ein richtiger Mann sich seinem Gegner stellt!! Außerdem solltest du lieber duschen gehen, denn die Lehmbrühe hat dich übel erwischt Kumpel!“, rief Leon über das Kampffeld.

Die hellgrünen Augen von Japas funkelten vor Zorn. „Du Verlierer wagst es mich und mein Pokémon zu beleidigen?! Hah, als ob ich auf so einen billigen Trick reinfallen würde!“, konterte der Trainer mit den langen Haaren.

Leon erkannte an der Tonlage, dass er Japas trotzdem gekränkt hatte. Wieder grinste der schwarzhaarige Trainer. „Hahaha, sobald dein Pinsir wieder kämpft, wird mein Rockstar ihn wie einen kleinen Käfer zerquetschen!“

Jetzt brannten die Sicherung von Japas durch. Mit hochrotem Kopf starrte er mordlustig Leon an. Gleich darauf explodierte er förmlich. „Du kleine Ratte!!! Pinsir, zerfetz diesen kleinen Baby Drachen! Los, Rückkehr!“, schrie Japas aus voller Lunge.

„PInSir!!“, kreischte der Käfer. Auf einmal leuchtete er hellblau und stürzte sich mit rasanter Geschwindigkeit direkt auf den aufgebrachten Rockstar. Bevor das Drachen Pokémon überhaupt reagieren konnte, rammte Pinsir seine langen und spitzen Hörner gegen das Maxax. Rockstar wurde hart getroffen und Pinsir schickte ihn zu Boden. Dabei wurde der Sand aufgewühlt.

„Kreuzschere!!!!“, brüllte Japas wütend. Er war kaum wieder zu erkennen. Seine gesamte Kühnheit war verschwunden. Die Hörner von Pinsir leuchteten gelbgrün auf. Blitzschnell flog es auf den am Boden liegenden Drachen zu.

Augenblicklich schoss ein schwarzer Schatten wie ein Torpedo auf Pinsir zu. Gezielt holte Rockstar mit seinen Klauen aus und zerkratzte das Gesicht seines Gegners, bevor dieser überhaupt reagieren konnte. Schließlich stießen beide in der Luft zusammen. Gemeinsam stürzten sie ab und plumpsten schnell zu Boden.

Pinsir rappelte sich sofort auf und griff mit Kreuzschere an. Rockstar hatte den Angriff nicht kommen sehen und wurde von den Hörnern voll erwischt. „Rückkehr! Schnell!“, ordnete Japas fuchsteufelswild an. Hastig glomm Pinsir hellblau auf.

Es griff sofort an, jedoch erhob sich Rockstar stemmte sich dagegen. Schließlich waren sie beide in einem heftigen Nahkampf verwickelt. Blitzschnell rammte Pinsir seine Hörner gegen Rockstars Magengrube und ließ ihn einknicken.

Plötzlich schlug Rockstar mit seinen Stoßzähnen das Käfer Pokémon und drückte ihn weg. Augenblicklich hielt das schwarze Maxax die stacheligen Hörner fest, obwohl seine Klauen sich dadurch verletzten. „piNSiR“, kreischte der Käfer überrascht.

Binnen von Sekunden ließ Rockstar los und holte mit letzter Kraft mit seinem langen und schweren Schweif aus. Dabei verpasste er Pinsir einen heftigen Schlag von der linken Seite und schickte ihn fliegen. „MAXAX!!“, brüllte es.

„Wie lange dauert dieser scheiß Wutanfall!!“, jaulte Japas erbost. Er hielt seine Hände vor sich Gesicht und kratzte sich regelmäßig. „So lange wie dein Bizarroraum!“, rief Leon und grinste ein wenig. Dennoch wirkte er etwas verunsichert. Wie lange hält Rockstar noch aus bis er komplett umfällt?

Bevor Pinsir sich aufrappeln konnte, sprang das Drachen Pokémon auf den Käfer und hielt ihn fest. Langsam senkte Rockstar seinen Kopf und sah seinen Gegner mit einem bedrohlichen Blick an. Pinsir verzog das Gesicht. Plötzlich fing Rockstar an zu zittern. Seine Kräfte verließen ihn. Jedoch merkte Japas dies nicht.

„Verdammt! Verdammt! Ich kann nicht verlieren!!“, kreischte er wie verrückt. Nachdem Pinsir keine Hilfe von seinem Trainer bekam, gab er selbst auf. Augenblicklich verwandelte sich der Käfer zurück und schloss die Augen. Eher Rockstar zusammenbrechen konnte, holte Leon schnell ihn zurück in den Hyperball. „Puh, das war mehr als nur knapp“, murmelte er.

Der Schiedsrichter war über den raschen Rückzieher wenig begeistert, doch sobald er den Status von Pinsir prüfte, hob er die weiße Fahne. „Die Sieger lauten Rockstar und Leon“, verkündete er. Tosender Beifall brach aus. Die Zuseher waren sehr begeistert.

Plötzlich wurde Leon schwindelig. Er sah noch einen wütenden Japas, dessen orangener Trainingsanzug immer noch von der Lehmbrühe beschmutzt war, eher er zusammenbrach. Ihm wurde es schwarz vor den Augen. „Leon! Leon!“, hörte er die verschwommenen Wörter des Schiedsrichters...


Lange ist es her, doch nun kann ich wieder ein neues Kapitel vorstellen. Ich wünsche viel Spaß :lol:
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Re: Auf in die Welt

#1314863 von KleinKokuna
22.04.2019, 19:35
Yeah, ein neues Kapitel :lol:!

Da sich meine eigene Motivation aktuell und völlig unverhofft ganz anderen Dingen, als dem Schreiben meiner FF zuwendet, freue ich mich umso mehr zu sehen, dass es zumindest bei dir weitergeht! Und zwar ganz schön zackig: Der Fight zwischen Rockstar und Mega-Pinsir lässt bei mir keine Wünschen offen :up:!

Dass Leon sich einer kleinen List bedient, um den Kampf zu seinen Gunsten zu wenden, finde ich gar nicht so schlimm. Sowas gehört auch dazu^^. (Und natürlich bin ich absolut unvoreingenommen in solchen Dingen und finde darüberhinaus gar nicht, dass dieser Japas das mit seiner arroganten Art auch ein wenig verdient hat xD.)

Jedenfalls bin ich ausgesprochen froh, dass Leon auch diesen Kampf für gemeistert hat - er war ja doch knapper und härter, als man Anfangs denken konnte ;). Und natürlich freue ich mich auch weiterhin auf weitere Kapitel von dir :)! (Hoffentlich küsst mich die Muse auch mal wieder^^.)
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Re: Auf in die Welt

#1314864 von Donnerkralle
22.04.2019, 20:22
Ich danke dir für deinen lieben Kommentar KleinKokuna! :)

Ich weiß genau wie du dich momentan fühlst. Eigentlich wollte ich schon vor 3 Wochen anfangen, weiterzuschreiben, allerdings kam immer etwas dazwischen, mein Laptop hängte sich ziemlich oft auf und so habe ich ganz gemütlich das Ganze verschoben auf nächstes Wochenende und so weiter...

Doch dann habe ich diese "Welt" vermisst und musste wieder anfangen zu schreiben, und es hat auch Spaß gemacht :D
Auf jedenfall tut es gut, wieder aktiver zu werden.

Für das nächste Kapitel gibt es schon die ersten Ideen, also übernächstes Wochenende wird Kapitel 48 erscheinen.

Aber ebenfalls hoffe ich sehr, wieder was von dir zu hören. Deine kreative Geschichte vermisse ich auch. Also hau mal wieder in die Tasten ;)
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Re: Auf in die Welt

#1315874 von Donnerkralle
07.06.2019, 21:12
Kapitel 48: Enthüllung – Teil 2
Dunkelheit füllte den Raum. Kalte Winde ließen die Luft gefrieren. Es herrschte totenstille. Kleine Steinchen bröckelten von der Decke. Im hinteren Bereich erschien plötzlich Licht. Wie ein kleiner Scheinwerfer erhellte er den kahlen Ort. Es wurde allmählich heller. Ein paar Bronzel schwebten umher und fungierten dabei als Taschenlampen. Eine kleine Gruppe von mysteriösen Menschen, die einheitlich gekleidet waren, marschierte zielstrebig hinter den Pokémon.

Ein junger Mann mit langen und aufgestellten Haaren, die lavendel gefärbt waren, sah sich wild umher. Dann seufzte er. „Ich verstehe es nicht. Wir laufen seit Tagen durch diesen verdammten Kraterberg, jedoch fehlt uns jede Spur für den Eingang der Speersäule“, sagte er mit ruhiger Stimme. Seine dunkelgrünen Augen glänzten im Licht.

Die Männer hinter ihm trugen alle weiße Ganz-Körper-Anzüge. In der Mitte war ein gelbes Alpha-Zeichen gedruckt. Eine Kopfbedeckung trugen sie nicht. „Meister Alpha ...“, hob einer der Schergen an, „Die Bronzel werden nicht ewig mit Blitz den Kraterberg beleuchten können. Wir sollten uns lieber ausruhen und warten, bis es wieder Tag ist. Die Kälte in der Nacht ist ebenfalls ein Störfaktor. Ich fürchte, der alte Mann wird bald zusammenbrechen.“

Jähzornig drehte sich Alpha um und starrte seinen Schergen mit hasserfüllten Augen an. „Du wagst es, meinem Plan zu widersprechen?! Wir werden solange marschieren bis wir endlich den Eingang gefunden haben! Heute endet der 2. Juli. Weißt du was das bedeutet?!“, fuhr er ihn und den Rest der Truppe an.

„Haha..“, krächzte der Dorfälteste aus Mazuri. „Du bist ein Narr! Der Kraterberg ist ein heiliger Ort, Einfaltspinsel wie du haben hier nichts verloren. Wenn du den Berg nicht schleunigst verlässt, so werdet ihr alle an einem grausamen Tod enden!“
Auf der Stelle schwenkte der Anführer seinen Kopf zum alten Mann. „Du alter Knacker lebst nur noch, weil ich deine Fähigkeit benötige, Arceus zu rufen. Danach kannst in Frieden sterben. Denn ich werde sowieso jedem die Erlösung bringen. Am 7. Juli werden alle Menschen endlich befreit...“


Erschrocken schlug Leon seine Augen auf. Wärme durchfloss seinen Körper. Die Umgebung um ihn herum war ein pinker-violetter Raum ohne Boden. Es fühlte sich so an, als würde er mitten in der Luft schweben. Verwirrt schaute er sich um. Der sogenannte Boden sah aus wie der Himmel und umgekehrt. Der Ort besaß etwas Magisches. Als wäre er gezeichnet worden und mit glitzernden Sternen und durchsichtigen Blasen verziert. Das ist doch.... „Hallo, Leon“, grüßte eine weiche Stimme. Sofort blickte sich der Trainer um. „Du schon wieder?“, fragte er hastig. Vor ihm erschien ein kleines, pinkes Wesen mit einem langen Schweif und hübschen, blauen Augen. Erstaunt starrte Leon das Wesen an.

„Bist du Mew?“, hob er sogleich an. Das pinke Wesen grinste. „Ja das stimmt. Und bevor du fragst: Dir geht es prima. Ich möchte nur mit dir reden“, erzählte das pinke Pokémon fröhlich und flog umher. Leon musste schlucken. „Geht es um diese Macht eines Auserwählten?“, wollte er sogleich wissen.

Sanft landete Mew auf seinen Kopf. „Hmm... Deine Haare sind so weich“, quiekte das mysteriöse Pokémon. Sofort errötete Leon. „He, runter von meinen Haaren“, stammelte er hastig. Lachend flog Mew wieder los. „Kannst du bitte mal stillhalten? Mir wird schon ganz übel beim Zusehen“, beschwerte sich der schwarzhaarige Trainer.

Plötzlich schwebte Mew ruhig vor seinen Augen. „Der Tag der Verheißung ist am 7. Juli. Er ist nicht mehr verhinderbar. In unserer Welt herrscht Chaos. Jemand brachte ein Ungleichgewicht in unsere Welt. Wir wurden alle voneinander getrennt. Dieses Wesen war auch der Grund, wieso die Prophezeiung euch so spät erreichte“, fing das Pokémon an zu erzählen.

Allein in diesem Augenblick tauchten unzählige Fragen in Leon auf. Doch er schwieg. Mew durchbohrte mit ihren großen, hellblauen Augen die Seele von Leon. „Es gab einen triftigen Grund, warum dich deine Eltern damals in Evali versteckten. Du warst nämlich ein Ziel von Team Galaktik“, offenbarte Mew.

Die Augen von Leon weiteten sich. „W-wieso das denn?“, flüsterte er. „Deine Eltern waren damals beide Mitglieder dieser Organisation. Doch als du auf die Welt kamst, entschieden sie sich von Team Galaktik zu trennen. Jedoch waren deine Eltern wichtige Organe von der Organisation. Zyrus konnte sie nicht entkommen lassen, sie wussten zu viel. Jedoch schafften sie es zu fliehen und versteckten dich in ein kleines Dorf“, erklärte Mew ruhig.

Leon schwieg. Mew setzte fort. „Seit dem sind deine Eltern auf Reisen und helfen den armen Menschen. Dabei versuchen sie, soweit wie möglich von dir entfernt zu sein, damit niemand dich finden kann. Alles nur um dich zu beschützen...“

Der Körper von Leon zitterte. Er bekam feuchte Augen. „Das ist doch... so unfair und blöd!“, schluchzte der schwarzhaarige Trainer. „Wieso nur? Wieso nahm man mir meine Eltern weg? Ist mir egal, ob sie mich beschützen wollten oder nicht! Warum sind sie nie zu Besuch gekommen?! Warum?!“, Leon brach zusammen. Seine Kehle verschnürte sich.

Mitleidend beobachtete das mysteriöse Pokémon den jungen Trainer. Gleichzeitig war es in der Lage, seinen Schmerz zu spüren. „I-ich war das einzige Kind, das weder Mutter noch Vater hatte“, schluchzte er. Dabei fielen seine Tränen zu Boden. „Ich weiß nicht einmal wie sie heißen...“

„Leon... deine Eltern glauben an dich. Egal wo sie sich auch befinden, sie werden immer bei dir sein. Eines Tages wirst du sie sehen...“, beruhigte Mew, hielt jedoch plötzlich inne. „Allerdings nicht in dieser Welt...“

Erschrocken blickte der Trainer auf. „D-du meinst doch nicht?“, flüsterte er. Tränen flossen über sein Gesicht. Mew schüttelte den Kopf. „Deine Eltern sind bei einem Rettungsversuch ums Leben gekommen. Es tut mir leid“, offenbarte Mew zurückhaltend.

Für Leon brach eine Welt zusammen. Sein Wunsch war es, eines Tages seinen Eltern zu begegnen und ihnen von seinem Abenteuer zu erzählen. Er wollte für immer bei ihnen sein. Jedoch wurde ihm in diesem Augenblick all seine Hoffnungen genommen.

„Hörzu, Leon“, begann Mew mit kräftiger Stimme. „Du hast trotz all dem eine sehr wichtige Aufgabe. Du musst gemeinsam mit den anderen Auserwählten das Gleichgewicht dieser Welt schützen. Team Alpha hat gute Karte, diese Welt endgültig ins Verderben zu stürzen. Wir legendären Pokémon sind nicht in der Lage, euch Menschen zu beschützen“, wiederholte das pinke Pokémon.

Bevor Leon antworten konnte, verblasste auch schon der pink-violette Raum. „Warte! Du hast die Namen meiner Eltern nicht genannt!“, schrie er verzweifelt. Mew wirkte wie ein durchsichtiger Geist. „Leonardo und Katharina Desmodus...“

Plötzlich drehte sich alles um Leon. Überall war es finster. Es fühlte sich wie eine wilde Achterbahnfahrt an. Das Wirbeln wurde immer schneller. Augenblicklich hörte alles auf und Leon erlang schlagartig sein Bewusstsein.

Sofort riss der Trainer seine Augen auf. Verschwitzt lag er auf ein weiches Krankenbett eingekuschelt in einer dünnen Decke. Leon blinzelte ein paar Male, bevor er sich umsah. Langsam schwank er seinen Kopf nach links. Er fühlte sich schwindelig. Kurzzeitig entdeckte er Marco. Allerdings schlief der Trainer wieder ein.

Leon träumte von nichts. Seine Gedanken schwirrten wild umher. Augenblicklich schreckte er auf. Keuchend lag er im Bett. Erst jetzt realisierte der schwarzhaarige Trainer, dass er bis auf ein Nachthemd nichts anhatte.

„Möchtest du ein Glas Wasser?“, bot Marco an und bereitete das Glas schon vor. Leon nickte schwer. Mit zitternder Hand nahm er das kühle Glas und trank vorsichtig runter. Das erfrischende Wasser tat ihm gut. „Das ist gut für den Kreislauf“, erinnerte Marco und grinste.

Außer ein Stöhnen brach Leon nichts heraus. Sein Freund nahm ihm das Glas ab, sodass Leon sich wieder hinlegen konnte. Er fühlte sich richtig elend. Allmählich kamen die Erinnerungen von Mew über das Gespräch. Plötzlich erstarrte der Trainer. „Des...modus...“, murmelte er geistesabwesend.

Verblüfft blinzelte Marco. „Bitte was?“, fragte er nach. Leon spürte, wie seine Kraft zurückkehrte. „Ich heiße Leon Desmodus“, sagte er ohne Zurückhaltung. Erstaunt sah Marco ihn an. „Desmodus? Wie kommst du darauf?“, wollte der blonde Trainer unbedingt wissen.

Leon lächelte ein wenig. Er atmete tief ein. Dann legte er los. Der Trainer erzählte von seiner zweiten Begegnung mit dem mysteriösen Pokémon, dass sich tatsächlich als Mew herausstellte. Auch den Teil mit seinen Eltern ließ er nicht aus.

„Das ist ja Wahnsinn!“, staunte Marco. „Als Auserwählter erlebt man sogar in der Traumwelt verrückte Sachen“, fasste der blonde Trainer zusammen. „O ja“, antwortete Leon und schüttelte den Kopf. „Auf jeden Fall verrückt.“

Augenblicklich schnippte Marco. „Da fällt mir ein, du hast ja das Halbfinale komplett verschlafen“, begann er sogleich. „...HÄ?!!!!“, haute es Leon um. Völlig perplex starrte er seinen Freund an. „Welcher Tag ist heute?“, wollte er unbedingt erfahren.

„Heute ist der 3. Juli, das bedeutet, dass die zweite Gruppe das Halbfinale bestreiten wird, wobei sie eigentlich gerade am Kämpfen sind“, fasste der blonde Trainer rasch zusammen. Leons Herz klopfte wie verrückt.

„D-das heißt, meine Gruppe ist fertig... Und am Ende dürfen nur zwei Trainer aus jeweils einer der Gruppen ins Finale einziehen. Sind die Finalisten schon bekannt?“, sagte Leon kleinlaut. Marco nickte. Mit ausdrucksloser Miene antwortete er sogleich. „Jap, Indra Hunter hat sich ins Finale erkämpft. Leider hast du seinen Kampf verpasst. Er hat so einen Typen richtig gegen die Wand geschlagen“, fing Marco an zu erzählen.

„Verdammt. Er hat es also wirklich bis dahin geschafft und ich war die ganze Zeit bewusstlos...“, brummte Leon. „Warte mal, es gibt ja einen weiteren Trainer, der einziehen darf“, erinnerte der blonde Trainer.

Leon spitzte die Ohren. „Irgendwie hast du dummes Glück gehabt, denn der Computer hat dir einen weiteren Free Win beschert. Allerdings auch ein paar dumme Kommentare, wie äh ... Der Typ hat mehr Glück als Verstand oder ...“, Leon unterbrach seinen Freund. „Jaja ist gut, aber wenn ich den Free Win erhalten habe, was war dann mit den anderen, die auch gewonnen hatten?“, fragte Leon nach und versuchte sich an die Tunierregeln zu erinnern.

„Hörzu, nach deinem Kampf waren nur noch mehr vier Trainer plus der Trainer mit dem Free Win übrig. Du und Indra gehörten zu den vier Trainern. Dann bekamst du glücklicherweise den Free Win, während du bewusstlos im Bett lagst. Ohne diesen Glücksschein wärst du automatisch ausgeschieden, da du nicht angetreten wärst“, erklärte Marco und imitierte spaßeshalber Silberstein.

Leon rechnete mit den Finger nach, verstand aber nur Bahnhof. „Okay, ja das macht Sinn..?“, meinte er. Marco grinste nur. „Auf jeden Fall kämpften dann die vier gegeneinander, bis nur noch zwei übrig waren, Indra und noch so ein Trainer plus du mit dem Free Win. Also waren es eigentlich drei. Dann hat der Computer eure Namen ausgespuckt und du hättest gegen Indra kämpfen müssen, der andere bekam den Free Win“, schilderte Marco das Geschehen.

„Aber???“, fragte Leon mit wenig Hoffnung. „Indra war nicht zufrieden, dass er ohne Kampf gegen dich gewann, also hat er eiskalt diesen Typen mit dem Free Win als ein Mitglied von Team Alpha entlarvt!“ enthüllte Marco entschlossen.

Leons Augen weiteten sich vor Aufregung. „Das bedeutet ja, dass ich im Finale bin!!“, brüllte Leon euphorisch. Auf der Stelle schüttelte Marco mit dem Kopf. „Nope, leider nicht Kumpel. Der Alpha Typ darf im Turnier bleiben“, stellte er klar.

„Was???!!“, rief Leon überrascht. „Hahaha, war nur ein Witz! Du hättest dein Gesicht sehen sollen“, lachte der blonde Trainer amüsiert. Leon wurde rot. „Alter, für einen Moment dachte ich wirklich du meintest das ernst“, seufzte er. „Wo genau sind wir eigentlich? Und wie hat dieser Alpha Typ reagiert?“

„In einem Krankenzimmer, welches sich ebenfalls in der Empire Arena befindet. Der Alpha Typ ist einfach verschwunden. Interessanterweise verdächtigt niemand Indra. Keine fragte nach, woher er die Information darüber hatte“, meinte Marco ernst. Plötzlich bebte der Boden. „Argh, was zum Teufel ist das?“, knurrte Leon. Sein Freund dachte einen Augenblick nach. Dann fiel es ihm wieder ein.

„Ach so, ja das müsste Anubias und sein Voltolos sein. Kurz bevor du aufgewacht bist, kämpfte er mit jemanden. Das Gewitter von Voltolos muss richtig heftig sein, wenn man es bis hierher spürt“, erklärte Marco und schaltete den Fernseher oben in der Ecke an.

Der kleine Bildschirm zeigte ein verwüstetes Feld, ein besiegtes Turtok und einen Trainer der mit ehrfürchtigem Blick Anubias und sein legendäres Pokémon anstarrte. „Verdammt, den Kampf hätte ich gerne gesehen“, maunzte Leon. „Ich habe auch nur einen Ausschnitt gesehen, dann musste ich den Fernseher abdrehen“, meinte sein Freund.

„Gibt es noch einen Kampf?“, wollte Leon sogleich wissen. Marco nickte. „Ja, der letzte Kampf zwischen Anubias, der gerade gewonnen hat, dann Bailong und schlussendlich Zero. Gleich werden wir erfahren, wer dieses Mal den Free Win bekommt. Vorhin war es Bailong und noch davor hatte Zero das Glück“, erzählte Marco aufgeregt.

Gebannt starrten die beiden Freunde auf den Bildschirm. Schließlich verkündete Silberstein persönlich, dass Anubias den Free Win bekommt. Somit zieht er automatisch ins Finale und Bailong und Zero müssen noch gegeneinander antreten.

„He, Marco. Mir geht es wieder besser. Lass uns diesen legendären Kampf oben bei der Tribüne ansehen“, schlug Leon gleich vor. „Bist du sicher? Ich weiß nicht, ob du so einfach gehen darfst“, teilte Marco sein Bedenken mit. „Das wird schon, vertrau mir. Ich schmuggle uns sogar zur Trainer-Tribüne“, meinte Leon und grinste schelmisch.


Unauffällig begaben sich die Freunde auf die spezielle Mini-Tribüne, welcher gegenüber dem großen Bildschirm stand. Einige Trainer aus der ersten Gruppe schauten kurz verwundert zu Leon und Marco, jedoch blieben sie still. Lieber wollten sie den epischen Kampf beobachten, der in kürze stattfinden würde. Aufgeregt setzten sich die beiden Trainer hin.

Der gigantische Bildschirm zeigte die beiden Kontrahenten. Es hieß nun Zero versus Bailong. Der Kampf würde unmittelbar vor Leons Augen ablaufen, nämlich auf dem Kampffeld Nummer 4. Der junge Trainer mit den langen, weißen Haaren, die in einem weiß-silbrigen Pferdeschwanz endeten, trug eine hellgraue Jacke und eine silbergraue Jeans. Seine dunkelroten Augen glänzten vor Kampfeslust.

Zero hingegen trug seine bekannte dunkelgrüne Weste, die an einer Militärweste erinnert. Dabei trug er eine dunkelgraue Hose und schwarze Schuhe. Die dunkelgrünen Augen wirkten unheimlich. Der Trainer setzte denselben Gesichtsausdruck wie sein Bruder auf. Nur die Haare waren kürzer geschnitten.

Die Sonne stand am hoch am Punkt. Eine leichte Brise wehte über das randvolle Stadium. Alle Augen waren auf die zwei erstklassigen Trainer gerichtet. Leon spürte die gewaltige Anspannung. Diese zwei Trainer wirkten äußerst mächtig, woraufhin Leon es eiskalt über den Rücken lief.

Der Schiedsrichter hob eine rote Fahne. „Jeder Trainer darf nur drei Pokémon verwenden. Sobald ein Pokémon besiegt wurde, muss es ausgetauscht werden. Wenn alle Pokémon einer Seite kampfunfähig sind, ist der Kampf vorüber! Das eingesetzte Pokémon darf nicht ausgetauscht werden. Nur einmal jedoch ist ein Tausch gestattet! Sobald die Fahne unten ist, werft ihr eure Pokébälle! Haltet euch bereit Trainer!“

Die Zuseher tobten schon. Augenblicklich schwang der Schiedsrichter die Fahne nach unten. Auf der Stelle warfen Zero und Bailong die Pokébälle mit Wucht in die Mitte des Kampffeldes. Die Bälle kollidierten und weißes Licht verschlang das Kampffeld für einen Augenblick.

Auf Zeros Seite erschien ein großes, zweibeiniges und dinosaurierähnliches Pokémon. Der kräftige Körper war dunkelgrau gefärbt und mit hellgrauen Metallplatten versehen. Dabei stand es auf zwei kräftigen, stämmigen und krallenbewehrten Beinen und wies einen spitz zulaufenden, langen Schweif auf.

Aus dem metallischen Schädel ragten zwei lange Stacheln. Die hellblauen Augen von Stolloss starrten seinen Gegner an. Währenddessen befand sich ein relativ großes, zweibeiniges Pokémon, das zum größtenteils hellblau auflief, auf Bailongs Seite.

Mit Ausnahme eines beigen V-Musters auf dem Bauch und dem kompletten Unterkiefer, war der restliche Körper hellblau. Die Stacheln auf Kopf, Rücken und Schwanz waren rot verziert. Das Impergator knurrte bedrohlich...


Halleluja, endlich ist der stressige Mai vorüber und endlich habe ich wieder mehr Freizeit. Auf jeden Fall ist das neueste Kapitel nun fertig. Ich hoffe, dass es nicht zu kompliziert geworden ist :tja:

Dennoch wünsche ich euch viel Spaß. Der nächste Erscheinungstermin ist noch unklar, aber sicherlich noch im Juni ^^
Zuletzt geändert von Donnerkralle am 26.07.2019, 10:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auf in die Welt

#1316042 von KleinKokuna
10.06.2019, 12:20
Wow, Wahnsinn :amazed:!

Die Überschrift deines neuen Kapitels bringt dessen Inhalt auf den Punkt, passt wie die Faust aufs Auge!

Und der Inhalt erst, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll :D.
Ach, am besten beim Anfang^^.
Der kleine Switch zu Team Alpha, wie es am Kraterberg nach dem Eingang der Speersäule sucht, ist schon klasse beschrieben worden. Kann mir gut vorstellen, wie diese finstere Truppe mit ihren Bronzel die karge Gegend abklappert und die einfachen Schergen zunehmend unruhig werden, während der weise Alte, trotz dem ernst seiner Lage, ungeniert Alpha verhöhnt^^. (Das erinnert mich nämlich auch an einen anderen solchen alten Mann aus einem historischen Roman.)

Genauso wie Leons weiteres treffen mit Mew: Das kleine mysteriöse Pokémon kommt total süß und ernst zugelich rüber :3. Einerseits kann es sich über Leons weiches Haar auslassen (xD) und fröhlich umherschweben. Und andereseits weiß es, was für eine Katastrophe droht und offenbart Leon endlich einiges über sich und seine Eltern :o!

Ehemalige Mitglieder von Team Galaktik, die zum Wohle ihres Kindes ausgestiegen sind, obwohl sie wussten, dass man sie nicht freiwillig gehen lassen würde und sie auch nie Kontakt zu ihrem Kind haben würden...
Das ist schon starker Tobak und auch traurig, weil Leon auch gleich erfahren muss, dass seine Eltern inzwischen auch nicht mehr unter den Lebenden weilen. Er sie also hier niemals treffen wird :cry: ...

Uff...
Dass das restliche Kapitel nach diesen ganzen Enhüllungen deutlich unaufgeregter ist, passt in der Hinsicht total gut. Nichtsdestotrotz ist es klasse, dass Leon durch soviel Dusel also ins Finale eingezogen ist - wobei ihm ausgerechnet Indra dabei geholfen hat xD.
Und zum Schluss steht also noch der Kampf zwischen Zero und Bailong an - so wie du das beschreibst, könnte das ein echt spannendes Match werden.

Darüberhinaus ist es deutlich zu spüren, dass der Kreis deiner Geschichte sich wohl so langsam schließt...
Aus dem Grund bin ich umso mehr auf die weiteren Kapitel gespannt :D!

Btw:
Halleluja, endlich ist der stressige Mai vorüber und endlich habe ich wieder mehr Freizeit.

...Ich feiere diesen Ausruf so xD! (Vielleicht, weil mir diese Aussage alles andere als unbekannt ist xD.)
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Re: Auf in die Welt

#1316108 von Donnerkralle
11.06.2019, 18:08
Ich bedanke mich herzlichst für deinen wundervollen Kommentar, KleinKokuna! :amazed:

Es bedeutet mir viel, dass du dir immer so viel Mühe gibst, meine Geschichte zu kommentieren. Ich lese mir stets gerne dein Feedback durch. Ich möchte mich an dieser Stelle einfach mal bedanken!

Wenn es dir gefallen hat, so habe ich dann doch noch einiges richtig gemacht. O ja, Leon hat sicherlich so Einiges erfahren. Jetzt kennst du auch den kompletten Hintergrund von Leon. Immerhin habe ich ja damals zu seinem kleinen Special schon einige Sachen über seine Herkunft offenbart.

Es freut mich, dass dir die Szene mit Mew so gefallen hat. So ganz nebenbei: Mew wird noch einmal einen Auftritt haben, freu dich schon mal darauf
Es stimmt, meine Geschichte nähert sich leider dem Ende zu, aber es hört nicht ohne einen großen Kracher auf :P
Sei auf jeden Fall gespannt.

Und jetzt bist du wieder an der Reihe für neuen Stoff für deine kreative Geschichte zu sorgen - es muss weitergehen :V:
(Immerhin ist der Mai schon vorüber ^^)
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Re: Auf in die Welt

#1317158 von Donnerkralle
27.07.2019, 15:03
Kapitel 49: Omega greift ein
Weit oben am Zenit heizte die Sonne regelrecht die gesamte Stadt ein. Währenddessen schwebten einige, kleine Wölkchen umher. Dabei wirkten sie wie kleine, weiße Punkte am hellblauen Himmel. Frischer Wind wehte durch Empire City. Unten, in der Empire Arena, flogen gerade die Fetzen. Zero und sein Stolloss lieferten sich einen erbitterten Kampf gegen das wilde Impergator von Bailong.

„Kaskade!“, brüllte Bailong mit fester Stimme. „Imperrrrgatorr!!“, jaulte das Wasser Pokémon und leuchtete kurz blau auf. Augenblicklich erschien eine riesige Wassersäule unter dem Stahl Pokémon und verschlang es komplett. Binnen von Sekunden stürmte Impergator wie ein Torpedo los.

Er rammte mit seinem schweren Körper die Wassersäule. Dann nutzte Impergator die Wassersäule, um rasch hinauf zu schwimmen. Während sich das Alligator Pokémon nach oben schoss, haute die riesige Wassersäule Stolloss um und schickte ihn zu Boden.

Die Zuschauer jubelten begeistert. Kurz darauf rappelte sich Solloss auf und brüllte zornig. Leon schien beeindruckt. Obwohl Kaskade sehr effektiv ist, hat sich Zeros Stolloss ohne Probleme wieder aufgerappelt. Mein Lohgock wäre sicher Baden gegangen. Der schwarzhaarige Trainer musste grinsen.

Plötzlich stupste ihn sein bester Freund an. „Anubias und Indra sing gemeinsam aufgestanden und haben sich davongeschlichen“, flüsterte Marco misstrauisch. Leons blaue Augen weiteten sich vor Schreck. Eine kleine Brise wehte durch seine Haare. „Was, wenn Anubias versucht Indra zu überzeugen sich uns anzuschließen?“, hob er an.

Der blonde Trainer wollte gerade antworten, doch das tosende Gebrüll der Zuseher machte es unmöglich. Gerade hatte Stolloss mit Kopfstoß Impergator aus dem Kampffeld geschleudert, obwohl dieser mit Wasserdüse kontern wolle.

„Das wird er wohl kaum schaffen. Ich denke eher, dass Indra ihm in eine Falle lockt. Ich meine, er hat doch uns klar weisgemacht, dass er kein Interesse an seinen Auserwählten-Status hat“, meinte Marco und nahm eine Denkerposition ein. „Sollen wir nachsehen?“, schlug Leon vor.

Sein bester Freund schüttelte den Kopf. „Anubias kann trotzdem auf sich selbst aufpassen, denn er ist ja bekanntlich der-“, erneuter Jubel übertonte Marcos Stimme. Aufgeregt blickte Leon in das Kampfgeschehen.

Impergator lag verletzt am Boden und konnte nicht mehr aufstehen. Der Schiedsrichter hob die weiße Fahne. „Impergator ist kampfunfähig und kann nicht mehr weiter machen!“, verkündete er mit fester Stimme.

„Hahahaha, nicht schlecht Zero. Dein Stolloss ist wahrlich ein Kraftprotz! Nichtsdestotrotz werde ich dich hier und jetzt besiegen!“, jaulte der weißhaarige Trainer stolz. Hastig holte er sein besiegtes Pokémon zurück. „Weiß du eigentlich, wie man mich in Johto nennt und kennt? Ich bin bekannt als der Weiße Hurrikan!“

Mit diesen Worten schickte Bailong sein nächstes Pokémon in den Ring. Aus dem Finsterball huschte ein schneller Schatten in die Höhe. Ein fledermausartiges Pokémon breitete seine riesigen, lilafarbenen Flügel aus, die mit türkisfarbenen Flughäuten bespannt waren.

„Sehen Sie sich das mal an, meine Damen und Herren! Hier haben wir ein sehr seltenes Drachen Pokémon, ein stolzes UHaFnir!“, bejubelte Silberstein mithilfe der Lautsprecher.

Während alle sich auf den letzten Kampf des Halbfinales konzentrierten, marschierten Indra und Anubias lautlos aus der Empire Arena über den Trainer-Durchgang. Am Ende des Tunnels befand sich grelles Licht. Draußen angekommen, merkte Anubias, dass sich mehrere Personen näherten.

„Was zum-“, bevor Anubias zu enden sprechen konnte, umkreisten ihn auch schon fremde Gestalten. Es waren kräftige Männer, die alle weiße Ganz-Körper-Anzüge trugen. In der Mitte war ein gelbes Alpha-Zeichen gedruckt. Eine Kopfbedeckung trugen sie nicht.

Anubias biss sich in die Unterlippe. Team Alpha! Es war also doch eine Falle von Indra Hunter! Aber dennoch kann ich es mit ihnen gleichzeitig aufnehmen! Rasch zückte Anubias seinen Meisterball. Gerade wollte er ihn werfen, als plötzlich eine eiskalte Stimme ihn innehielten ließ.

Ein mysteriöser junger Mann ging langsam auf Anubias zu und blieb unmittelbar vor ihm stehen. Er hatte lavendel, rosiges Haar, die etwas kurz geschnitten und leicht aufgestellt waren. Seine dunkelgrünen Augen glänzten spöttisch. „Nicht so voreilig, mein Lieber.“

Die Schergen von Team Alpha verbeugten sich umgehend. Selbst Indra zögerte nicht. „Willkommen, Meister Omega“, begrüßte der Trainer mit einem schelmischen Blick. „Wie versprochen bringe ich euch einen Auserwählten.“

Anubias Blick schweifte umher. Dabei stellte er erschreckend fest, dass die Sicherheitsleute, die normalerweise während des Turnieres patrouillieren, bewusstlos am Boden lagen.

Omega durchbohrte mit seinem kalten Blick Anubias. „Lange nicht gesehen, Anubias Horridian.“ Danach schwenkte er seinen Blick zu Indra. „Das hast du gut gemacht, Indra. Du kannst jetzt gehen. Von nun ab übernehme ich“, begann der zweite Anführer von Team Alpha.

„Sehr wohl“, mit diesen Worten verabschiedete sich Indra. „Du lässt mich also wirklich alleine?“, erwiderte Anubias, nachdem Indra an ihm vorbeimarschierte. Der schwarzhaarige Trainer blieb neben ihm stehen, jedoch ohne ihn anzuschauen. „Ganz recht...“

Der weißhaarige Trainer seufzte. „Ich bin sehr enttäuscht.“ Indra grinste schelmisch. „Diese Welt hat mich auch schwer enttäuscht“, erwiderte er und ging los.

Omega schnippte mit dem Finger. „Legt ihm Handschellen an“, ordnete er sogleich. Auf der Stelle holte Anubias zum Wurf aus, doch plötzlich erstarrte er vor Schreck. Seine bernsteinfarbenen Augen hingen an Omegas rechter Hand.

Der zweite Anführer lächelte. „Erkennst du es wieder? Diesen wunderschönen Alpha Ball“, erinnerte der junge Mann mit dem lavendelfarbenen Haar. Anubias fing an zu Zittern. Eine große, weiße Wolke verdeckte auf einmal die Sonne und ein langer Schatten fiel zu Boden.

Die Schergen griffen schnell zu und hielten Anubias fest, bis schließlich ein muskulöser Mann mit kastanienbraunen Haaren dem Trainer Handschellen verpasste. Anubias reagierte kaum. Größenwahnsinnig starrte er gestört den schwarzen Ball an.

Omega fuhr seine linke Hand durch die Haare. „Da kommen schöne Erinnerungen wieder hoch“, schwärmte er mit zarter Stimme. „Damals, als ich dir letztes Jahr dein halbes Team mithilfe der Alphabälle gestohlen habe!“, höhnte er.

In diesem Augenblick raste ein pechschwarzer Van auf die schurkenhafte Gruppe zu. Unmittelbar blieb er abrupt vor ihnen mit quietschenden Reifen stehen. Selbst die Fenster waren ungewöhnlich finster. „Los, steckt ihn da rein!“, befahl der zweite Anführer mit seiner gewöhnlichen kühlen Stimme.

Doch davor steckte Omega den Meisterball wieder in die Tasche von Anubias. „Betrachte dies als ein Geschenk für deine Kooperation, mein Lieber“, erklärte er und stieg hinten in den Van ein. Zwei Männer steckten Anubias unsanft ins Fahrzeug und schlossen rasch die Hintertüren. Danach stiegen sie vorne ein.

Nachdem sich alle Mitglieder im großen Van befanden, fuhr der Lenker auf der Stelle los. Im hinteren Abteil saßen sich Omega und Anubias gegenüber. Geistesabwesend starrte der weißhaarige Trainer den zweiten Anführer an. Seine bernsteinfarbenen Augen waren getrübt vor Schmerz.

Er erinnerte sich an den schrecklichen Kampf gegen Omega und seinen Schergen. Anubias war ihnen haushoch überlegen gewesen, doch dann zückten sie alle die schwarzen Alphabälle und stahlen ihm ganze drei Pokémon, eher er flüchten konnte. Seit jenem Tag war er auf der Suche nach ihnen, um Rache zu üben. Er wollte sein Team zurückerlangen.

Es war auch zu dieser Zeit, wo ihm zum ersten Mal Mew begegnet war und sie ihm seine Rolle als Auserwählter offenbarte. Anubias biss sich in die Lippe. Er war wieder zu sich gekommen. „Wohin bringst du mich?“, fragte er knurrend.

Omega sah ihn ausdruckslos an. „Zu unserem Geheimversteck in Empire City“, antwortete er schroff. „Wie zum Teufel habt ihr die Wachen so unauffällig ausgeschaltet?! Und wie seid ihr überhaupt, ohne aufzufallen, nach Empire City gekommen?!“, unterstellte Anubias sogleich.

Der zweite Anführer klatschte kurz. „Bravo. Du stellst immer noch die wichtigen Fragen. Ganz einfach, wir haben uns als einfache Trainer getarnt, die unbedingt das Auswahlturnier anschauen wollten. Die Polizei kennt unsere Gesichter nicht, deswegen nützten euch die Kameras auf der Autobahn nicht viel“, fing Omega an zu erzählen.

Er holte kurz Luft. „Diese erbärmlichen Sicherheitsleute haben wir mithilfe von Betäubungspfeilen Schlafen geschickt. Danach haben wir Indra Hunter kontaktiert, der dich dann schlussendlich weggeführt hat, zu uns“, offenbarte der zweite Anführer, ohne mit der Wimper zu zucken.

„Was wollt ihr von mir ihr Mistkerle?!“, blaffte Anubias sichtlich genervt. Omegas dunkelgrüne Augen glänzten vergnügt. „Ohoho, normalerweise bewahrst du einen kühlen Kopf. Aber sobald du richtig in der Patsche sitzt, wirst du auch blank“, spottete der junge Mann mit den lavendelfarbenen Haaren.

Anubias knirschte. „Hehe, dieser Gesichtsausdruck gefällt mir. Es ist ganz einfach, wir müssen euch Auserwählte einzeln ausschalten“, meinte Omega gelassen. Anubias erstarrte. „Woher weißt du davon Bescheid?“, wollte er wissen.

Omega seufzte. „Ist das denn nicht offensichtlich? Indra hat uns alles erzählt. Er ist sehr loyal gegenüber seinem Team. Ihr Auserwählten seid die einzigen, die in der Lage sind mich und meinen Bruder aufzuhalten. Deswegen müsst ihr einfach so weit wie möglich getrennt vom Geschehen sein. Ihr dürft euch nicht einmischen“, erzählte er. „Aber keine Sorge, am 7. Juli seid ihr alle erlöst und kommt in die Perfekte Welt...“

„Feiglinge! Ihr kämpft also mit schmutzigen Tricks! Wollt ihr wirkliche diese Welt zerstören?!“, schrie Anubias. Blitzartig drosch Omega auf Anubias ein. „Bist du noch ganz bei Trost?! Du hast doch keine Ahnung, was wir für euch tun!“, jaulte Omega.

Blut tröpfelte aus Anubias Nase. „Jetzt bewahrst du keinen kühlen Kopf...“, murmelte er spöttisch. Omega atmete tief ein. „Hch, du Witzbold. Euch einzeln vorzuknöpfen war die beste Entscheidung. So haben wir auch die jetzige Top Vier der Unorga Region ausgeschaltet. Indem wir sie nach der Reihe angegriffen und ihre starken Pokémon gestohlen haben“, enthüllte der zweite Anführer.

Anubias sah verstohlen zu Boden. Das ist nicht gut. Ich bin der einzige, der über unsere Macht als Auserwählter bescheid weiß. Dazu kommt noch, dass Indra uns wirklich hintergangen hat. Wir haben so gut wie verloren...

„Eine letzte Sache noch, Anubias Horridian. Du warst viel zu langsam. Der 7. Juli ist in greifbarer Nähe. Du hast zu lange gebraucht, die restlichen Auserwählten zu finden. Und selbst dann hast du deine Zeit mit diesem unbedeutenden Turnier vergeudet. Du hast verloren“, entgegnete Omega kühl.

Habe ich wirklich ausgespielt? Morgen ist schon das große Finale, und ich werde nicht dabei sein... Dennoch ist morgen erst der 4. Juli. Mew hat mir versprochen, uns rechtzeitig zur Speersäule zu bringen...

„Ich habe genug von ihm gehört. Verpasst ihm einen Betäubungspfeil!“, ordnete Omega an und verschränkte die Arme.

***

„Los, UHaFnir! Hurricane!!“, brüllte Bailong entschlossen. Das Drachen Pokémon kreischte. Gleichdarauf flog es mit Spitzentempo in die Höhe. Seine riesen Flügel leuchteten plötzlich blau. Wild umher flatterte das Fledermaus Pokémon. Dabei sammelten sich extrem starke Winde.

Augenblicklich entfachte UHaFnir einen heftigen Orkan mitten in der Empire Arena. Gleichzeitig erschienen starke Lichtbarrieren, die die Zuseher vor den starken Winden schützten. Einige Psycho Pokémon wie Zytomega, Morbitesse und Symvolara bildeten Lichtschilder.

Zero blickte erschrocken auf. „Was ist das für ein heftiger Orkan?!“, brüllte er, doch seine Stimme wurde einfach verschluckt. Der gigantische Hurrikan stürmte geradewegs auf das stämmige Stolloss zu. „W-wahhh!“, schrie Zero, der durch die heftigen Winde nach hinten geschleudert wurde.

Jedoch wurde er mithilfe von Psychokinese aufgefangen und vom Lichtschild beschützt. Ebenfalls unterstützten die Psycho Pokémon den armen Schiedsrichter. Der stürmische Orkan hinterließ eine Spur der Zerstörung.

Schließlich sog der Orkan Stolloss ein. Dieser wurde geradezu zerdrückt und wild herum geschubst. Am Ende schoss es dem Schwergewicht nach oben bis hin zu UHaFnir. Der Orkan löste sich auf. „Flammenwurf!!!!!“, jaulte Bailong energisch.

Während Stolloss wieder hinunter fiel, flog das Drachen Pokémon ihm hinterher und schoss aus seinem Maul heiße Flammen. Das rote Flammenmeer verschlang das fallende Stahl/Gestein Pokémon. Kurz vor dem Aufprall flog UHaFnir wieder nach oben. Derweil krachte Stolloss gegen den verwüsteten Boden. Überall regnete es kleine Erdstückchen.

Nachdem sich alles beruhigt hatte, rannte Zero aufgeregt zu seiner Position. Der Schiedsrichter tat ihm nach. Er vergewisserte sich rasch und verkündete schlussendlich, dass Zeros Stolloss besiegt wurde.

Die Zuschauer tobten. Alle waren begeistert, darunter auch Leon und Marco. Sie beide hatten Anubias und Indra total vergessen. Der mysteriöse, schwarzhaarige Trainer war inzwischen wieder auf der Mini-Tribüne.

Niedergeschlagen holte Zero sein verletztes Pokémon zurück. „Du bist verdammt stark, Bailong!“, gab der Trainer zu. Danach griff er zu seinem Hyperball. „Mach dich auf was gefasst!!“


Das Warten hat ein Ende! Ich präsentiere euch das nächste Kapitel! Und eine weitere gute Nachricht: Das nächste Kapitel (50) erscheint spätestens am Sonntag!
Viel Spaß :lol:
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Re: Auf in die Welt

#1317328 von Donnerkralle
03.08.2019, 14:30
Kapitel 50: Vorbereitung ist Alles
Die Empire Arena bebte vor Spannung. Zero hielt felsenfest seinen schwarzen Pokéball in der Hand. „Du magst ja einen Hurrikan kontrollieren, aber auch ich habe die Möglichkeit ein Phänomen zu steuern!!“, rief der Trainer mit den lavendelfarbenen Haaren.

Unbeeindruckt starrte Bailong seinen Gegner an. Sein UHaFnir flog direkt über ihn. Dabei stieß es hin und wieder schrille Schreie aus. „Uhahahahff!!“, kreischte das fledermausartige Pokémon. Es konnte kaum mehr seine Aufregung verbergen. UHaFnir wollte einen weiteren Orkan heraufbeschwören.

„Hahaha! Zeig mir endlich dein wahres Können!“, jaulte Bailong in Kampfeslaune. Messerscharf schleuderte Zero den Hyperball in das Kampffeld. Auf der Stelle öffnete sich die Kapsel. Ein riesiges Pokémon tauchte dabei auf.

Das gestachelte Wesen war dunkelgrün gefärbt und hatte tiefe, schwarze Eindrücke am Körper. Außerdem befand sich ein blaues, rautenförmiges Muster auf seinem Bauch. „Grrraaawhh! Despotar!!“, brüllte es zornig.

Das dunkelgrüne Pokémon strahlte eine furchterregende Aura aus. Es fühlte sich an, als ob die Zeit stehen blieb. Bedrohlich stand Despotar mitten im Kampffeld. Dabei blickte es unermüdlich seinen Gegner an.

Die ganze Empire Arena war still. Selbst der alte Silberstein verschlug es zum ersten Mal die Sprache. Plötzlich streckte Zero die Hand aus. „Steinkante!!“, ordnete er streng an. Binnen von Sekunden umgaben sich spitze, mittelgroße Steine um Despotar.

Im gleichen Augenblick reagierte Bailong in Windeseile. „UHaFnir, weich seinen Angriffen aus!!“, jaulte er mit fester Stimme. Wie ein Torpedo schoss das Drachen Pokémon auf seinen gefährlichen Gegner zu. „Warum solltest du das tun?!“, entwich es Zero. Dass UHaFnir direkt auf sie zuflog, anstatt wegzufliegen, überraschte ihn sehr.

Als Antwort schickte Despotar seine brutale Steinkante. Ein Kugelhagel aus spitzen Steinen schoss auf UHaFnir ein. Das Drachen Pokémon erhöhte drastisch sein Tempo. Geschickt wich er den Angriffen mit gewagten Flugmanöver aus. Gleichzeitig näherte er sich Despotar.

Doch das Gestein/Unlicht Pokémon ließ sich nicht beeindrucken und schickte weitere Steine. UHaFnir musste auf der Stelle zurückweichen. Jetzt flog er rasant in der Luft umher und versuchte wild allen spitzen Steinen auszuweichen.

„Kontere mit Überschallknall!“, versuchte Bailong ihn zu unterstützen. Die großen Ohren des Drachen Pokémon leuchteten plötzlich auf. „Haltet euch die Ohren zu!!!!“, brüllte Silberstein hektisch ins Mikrofon. Augenblicklich stieß das fledermausartige Pokémon einen schrillen Schrei aus. „KkkKKrrRrrRRaarWwwHhhhhH!!“

Das explosionsartige Geräusch ließ das gesamte Stadion erzittern. Blitzartige breiteten sich die Schockwellen aus. Gleichzeitig prallten die Steine ab und wurden wild herumgeschleudert. Die Schockwellen erreichten Despotar. Plötzlich wurde sein robuster Körper überall von kleinen Explosionen übersät.

Jedoch zeigten die knalligen Effekte keine Wirkung. Unbeeindruckt stand Despotar wie ein Fels in der Brandung und ließ sich nichts anmerken. Nachdem der Überschallknall vorbei war, blickte das dunkelgrüne Pokémon seinen Gegner an. Dabei grinste es schelmisch.

Auf einmal zog Zero eine Brille mit hellroten Gläsern aus seiner Brusttasche. Gelassen zog er sie an. „Jetzt machen wir ernst“, flüsterte er und grinste. „Los Despotar, entfache einen Sandsturm!“, rief er seinem Pokémon zu. „Despo!!“, schrie dieser als Antwort.

Zuerst entwichen einige Sandkörner aus den schwarzen Eindrücken von Despotar. Jedoch strömten binnen von Sekunden unzählige goldbraune Sandkörner. Gleichzeit wehten starke Böen aus dem Körper des Pokémon.

Einen Herzschlag später breitete sich der Sand rasant schnell über das gesamte Stadion. Auf der Stelle wurden die Psychobarrieren errichten, um die Zuseher zu beschützen. Eine riesige Menge an Sand verschlang die Empire Arena. Heftige Sandstürme wüteten umher.

Leon weitete seine blauen Augen vor Schreck. Er saß unmittelbar vor der Barriere. Außer den wilden Sandsturm konnte er gar nichts erkennen. „Das ist verrückt!“, japste er erschrocken. Marco starrte fassungslos das Schauspiel an. „Ich kann absolut gar nichts sehen. Zero und Bailong müssen vom Sandsturm verschluckt worden sein!“, meinte er und lehnte sich zurück.

„Bailong hat keine Chance mehr... Silberstein muss den Kampf unterbrechen!“, jaulte Leon. Doch niemand hörte ihn zu. Jeder schaute gebannt dem tosenden Sandsturm zu. Plötzlich fiel dem schwarzhaarigen Trainer ein blaues Licht auf, trotz des Sandes.

In jenem Augenblick wurde der Sandsturm herumgewirbelt und verlor an Kraft. Leon erstarrte. Vor seinen Augen tummelte sich ein gigantischer Orkan. Doch nicht das war es, was dem Trainer einen Schauer verursachte. Sondern die Tatsache, dass hinter dem Orkan ein weiterer auftauchte!

Der zweite Orkan besaß die gleiche Durchschlagskraft wie sein Vorgänger. Der Sandsturm wurde weiter zurückgedrängt. Dadurch erlangten alle im Stadion wieder ein klares Sichtfeld. Sowohl Bailong und Zero als auch der Schiedsrichter waren die ganze Zeit über von den Psycho Pokémon beschützt worden.

Despotar brüllte. Es ärgerte sich extremst, dass sein gefährlicher Sandsturm allmählich schwächer wurde. „Hahahaha!!“, höhnte der Trainer mit den langen, weißen Haaren. „Dein öder Sandsturm ist gleich Geschichte! Niemand kann einem Hurrikan standhalten!“

Zero knirschte. „Ach ja?!! Das werden wir noch sehen!!!“, schrie er aus ganzer Lunge. Die kraftvollen Orkane näherten sich rasant dem Gestein/Unlicht Pokémon. UHaFnir flog wild umher und kreischte. Auf einmal fingen seine Flügel an, blau zu leuchten.

Das fledermausartige Pokémon flatterte blitzschnell mit seinen riesigen Drachenflügel. Dadurch sammelten sich extreme Winde, die sogleich zu einem Orkan geformt wurden. UHaFnir schickte einen weiteren Hurrikan zu Despotar.

Ganze drei unaufhaltsame Orkane stürmte auf das dunkelgrüne Pokémon zu. Dabei mischten sie den Erdboden mächtig auf. Überall flogen kleine Erdstückchen. „DESPO!!!TAAARRR!!!“, brüllte das gepanzerte Pokémon. Erneut versuchte es, seinen Sandsturm heraufzubeschwören.

Noch mehr Sand drang aus seinen tiefen, pechschwarzen Eindrücken heraus. Während die staubigen Sandpartikel gegen die extremen Wirbelstürme mitten auf dem Kampffeld kollidierten, bebte die gesamte Empire Arena.

Leons Herz setzte für einen kurzen Moment aus, als plötzlich sich ein Riss in der großen Barriere hervortat. Zu seinem Glück verschwand es gleich darauf. Neben ihm tauchte auf einmal für einen Moment helles Licht auf.

Überrascht schaute er nach links und erblickte den schweißgebadeten Schiedsrichter. „Ganz ehrlich! Für sowas bin ich eindeutig unterbezahlt!“, schnaufte er und wischte sich den Schweiß ab. „He, Moment Mal, du bist doch der Schiri, der für diesen Kampf zuständig ist!“, rief Leon erstaunt.

„Ein Psycho Pokémon hat mich hierher teleportiert, nachdem ganze DREI! Ich wiederhole DREI Wirbelstürme auftauchten!“, keuchte er angestrengt. Leon biss sich in die Unterlippe. Das ist natürlich nachvollziehbar.

„Zum Glück sind die beiden wohlauf. Diese Pokémon machen einen guten Job und beschützen jeden zuverlässig“, erwähnte der blonde Trainer. Sein Blick hing immer noch am Geschehen. Leon schmollte. „Hast du nicht vor kurzem gesagt, der Sandsturm habe die beiden verschluckt?“

„Möglicherweise“, antwortete sein Freund, ohne wegzuschauen. Leon zuckte mit den Schultern. „Du bist mir vielleicht einer“, gab er zurück. „Aber der Kampf ist wirklich heftig.“ Marco grinste. Dieses Mal wandte er sich persönlich zu Leon.

„Dir ist schon bewusst, dass du einen von den beiden im Finale bekämpfen wirst, oder?“, neckte der blonde Trainer. Seinem schwarzhaarigen Freund blieb der Mund offen. „Ähhh, na klar. Ich bin sowas von bereit“, stammelte er verlegen.

Augenblicklich erstrahlte ein regenbogenfarbenes Licht. Despotar befand sich in einer Art Hülle und saugte Energie auf. Gleichdarauf zerbrach die Hülle. Ein noch größeres Pokémon erschien. Despotars Stacheln wurden viel länger und breiter. Dabei wurde sein rautenförmiges Muster blutrot gefärbt.

Despotar hatte eine Mega-Entwicklung vollführt. Der dunkelgrüne Koloss entfachte binnen von Sekunden einen heftigen Sandsturm der alles um sich herum verschlang. „Warte was??!!!“, schrie Bailong überrascht, nachdem er in Sand umhüllt wurde. Lediglich die Psychobarriere schützte ihn vor Dehydration.

UHaFnir verlor die Orientierung. Seine Sinne wurden stark gedämpft. Selbst das Fliegen kostete ihn viel Kraft. Krampfhart versuchte sich das Drachen Pokémon in der Luft zu halten. Jedoch wurde er am Ende vom gelben Sturm herumgeschubst.

Zero stand unbeeindruckt auf seiner Position. Durch seine spezielle Brille war er in der Lage Despotar ausfindig zu machen. Plötzlich machte sich eine Öffnung breit. Rasch passierte Zero die kleine Öffnung. Nun stand er unmittelbar vor Mega-Despotar. Dieser blickte mit seinen roten Augen seinen Partner an.

„Steinkante!!“, befahl der Trainer und hüpfte wieder nach hinten. Das dunkelgrüne Pokémon leuchtete kurz dunkelgelb auf. Dann brüllte es los. „Despo!!!“ Sein stacheliger Schweif haute auf einmal gegen den Erdboden. Dieser Schlag ließ die gesamte Empire Arena zittern.

Blitzschnell schossen gigantische, spitze Steine, die Lanzen ähnelten, aus dem Boden direkt unter UHaFnir hervor. Dieser wirbelte immer noch verwirrt umher. Mit einer gewaltigen Wucht erwischten dem Drachen Pokémon die kraftvollen Steinkanten. Diese durchbohrten ihn regelrecht. „UHHaaaAAffffFF!!“, kreischte es vor Schmerzen. Ein Volltreffer!

Der unvorhersehbare Angriff war aus dem Nichts gekommen. Kombiniert mit dem Sandsturm war es unmöglich gewesen rechtzeitig auszuweichen. Selbst Bailong hatte nur den Schrei mitbekommen. Die Steinkanten zerbrachen zu Staub. Währenddessen stürzte UHaFnir unkontrolliert zu Boden. Mit einem schweren Plumps landete er schließlich.

Zur gleichen Zeit verschwand auch der Sandsturm. Jedermann erstarrte, als das Drachen Pokémon reglos am Boden lag. Selbst Bailong konnte es nicht fassen. Das Mega-Despotar brüllte triumphierend. Zero grinste. „Wie du siehst, ist mein Despotar in der Lage den Sandsturm perfekt zu kontrollieren!“, rief er seinem Konkurrenten zu.

„Meine Damen und Herren! Diesen heftigen Kampf werden wir nun auf unserem großen Bildschirm nochmals abspielen. Dabei haben wir den Sandsturm so gut wie möglich ausgeblendet!!“, verkündete Silberstein mit fester Stimme. Auch er wirkte irgendwie mitgenommen.

Leon selbst starrte gebannt auf den gigantischen Bildschirm, der sich gegenüber der Trainer-Tribüne befand. Der Monitor zeigte, wie Mega-Despotar mit seinem stacheligen Schweif den Erdboden gleichmachte. Währenddessen flog UHaFnir wild umher und wurde übel vom Sandsturm zugesetzt.

Augenblicklich schossen aus dem Boden spitze Steinkanten und trafen voll ins Schwarze. Danach brach tosender Jubel aus. Begeistert schrien die Zuschauer. Sie waren mächtig beeindruckt von Zero. Derweil knurrte Bailong wütend. „Na warte, dir werde ich’s noch zeigen!“, murmelte der Star aus Johto.

***

Ein junger Mann mit langen und aufgestellten Haaren, die lavendel gefärbt waren, blickte eine unheimliche Wand an. Er befand sich mit weiteren Personen tief im Inneren des Kraterbergs in der Sinnoh Region. Seine dunkelgrünen Augen weiteten sich vor Aufregung. Ein paar Bronzel schwebten umher und fungierten dabei als Taschenlampen.

Dank ihnen konnte die dunkle Höhle ein wenig beleuchtet werden. „Das ist es! Der Eingang zur Speersäule!“, hauchte er überglücklich. Seine Stimme hallte durch den kleinen Bereich. Ein alter, dunkelhäutiger Mann mit weißgrauem Bart brummte. „Unmöglich! Wieso erlaubt dir der Berg den Zutritt zu finden.“

Alpha grinst schelmisch. „Habe ich dir erlaubt zu sprechen? Du alter Knacker sollst endlich einsehen, dass diese Welt verloren ist! Nur ich darf Erlösung bringen!“, erwiderte er mit energischer Stimme. Plötzlich meldete sich einer der Schergen.

„Meister Alpha! Wir hatten vor kurzem Kontakt zu den anderen, die außerhalb des Berges stationiert sind. Die Internationale Polizei ist uns dicht auf den Fersen! Sie konnten die meisten Fallen entschärfen. Wir müssen uns beeilen!“, warnte er aufgeregt.

Alpha knurrte. „Argh! Diese verdammte Polizei! Wie auch immer. Dann werde ich nun das Siegel brechen. Dort werden wir dann bis zum Tag der Erlösung verharren. Wie sieht es mit den Vorräten aus?“, gab der Anführer von Team Alpha zurück.

Der Scherge blickte ihn an ausdruckslos an. „Sir, genau wie geplant haben wir noch genügend Lebensmittel. Aber bedenken Sie, dass die Internationale Polizei uns recht bald finden wird“, erinnerte der Mann mit den dunkelblonden, kurzen Haaren.

„Sind die Ohm-Harpunen schon hier?“, fragte Alpha sogleich. „Jawohl! Wir haben sie gerade hierhergeschoben. Ganze drei Stück sind unversehrt hier!“, meldete der Scherge nervös. „Gut! Sobald ich eine Öffnung geschaffen habe, müsst ihr alles hineinschieben! Auch der alte Knacker muss ihn passieren! Ist der Koffer mit der Azurflöte ebenfalls intakt?“, rief er mit strenger Stimme.

„Azurflöte hier!“, rief ein weiterer Scherge und hielt einen metallischen Koffer in der Höhe. „Tretet ein Stück zurück. Ich werde nun die antike Ritualformel anwenden, um das Siegel zu brechen!“, ordnete Alpha an.

Der alte Mann aus Mauzuri sah Alpha überrascht an. „W-woher kennst die Formel?“, fragte er erstaunt. Der Anführer grinste. „Haha, es ist Alles in meinem Kopf gespeichert. Von wo ich das herhabe? Nun, das willst du nun wirklich nicht wissen!“, erwiderte er aufgeregt.

Alpha stand nun alleine gegenüber der mystischen Wand. Eine dunkelviolette Schicht umgab ein Teil der Höhlenwand. Alpha legte beide Hände gekreuzt auf seine Schultern. Danach schloss er seine Augen und ging in sich.

„tsah tztütsretun tfo os neratnemmok nellot nenied tim hcim ud ssad anukoknielk knad nebeil neleiv!“

Plötzlich verschwand die dunkle Materie. Dahinter verbarg sich eine kleine Öffnung, gerade groß genug für einen Erwachsenen. Alpha öffnete die Augen. „Sehr gut. Und jetzt, alle rein! Ich werde den Eingang wieder versiegeln, damit die Internationale Polizei uns niemals erreichen kann!“, befahl der Anführer.

Ein großer Mann packte den Ältesten aus Mazuri und schleppte ihn durch den geheimnisvollen Eingang. Die anderen Schergen schiebten mühevoll die Ohm-Harpunen. Alpha selbst nahm einen pechschwarzen Koffer, auf dem ein gelbes G gedruckt war.

Langsam marschierte er als letzter durch den Eingang. Dahinter verbarg sich ein antikes, anmutendes Plateau mit vielen angebrochenen, spitzen Säulen, die an Ruinen eines alten Tempels erinnerten. Eine mystische Aura umhüllte die Luft.

„Haltet den Koffer mit der Azurflöte um jeden Preis geschlossen!!“, rief Alpha streng. Seine Stimme klang in der Speersäule fremd. Als würde sie verzerrt. Alpha übergab seinen schwarzen Koffer an einem Schergen. Danach wandte er sich dem Eingang.

Erneut legte er seine Arme gekreuzt auf seinen Schultern. Gleichdarauf schloss er langsam seine dunkelgrünen Augen. Er holte tief Luft.

„nies uz snafekop nov liet nie rabknad nib hci!“

Augenblicklich kehrte die dunkelviolette Materie zurück und bedeckte den gesamten Eingang. Alpha öffnete ruhig die Augen. „Jetzt kann mich niemand mehr aufhalten! Hahahahaha! Diese Welt ist für immer verloren...


Wir haben es geschafft! Ganze 50 Teile wurden erreicht! Gleichzeitig nähern wir uns dem Ende mit großen Schritten zu. Ich schätze noch auf 10 Kapiteln bis zum endgültigen Ende. Und ich werde versuchen, diese so bald wie möglich zu schreiben. Aber erstmal brauche ich wieder eine kleine Pause :D

P.S. Bin sehr gespannt, ob jemand die geheime Botschaft entschlüsseln konnte ^^
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Re: Auf in die Welt

#1317335 von KleinKokuna
04.08.2019, 07:55
So... Eigentlich wollte ich viel eher wieder was zu deiner FF schreiben, doch jetzt im Nachhinein hat sich meine Unpässlichkeit ja sogar ausgezahlt, da es nun gleich zwei neue Kapitel sind, zu denen ich etwas sagen kann :lol:.

Und was will man sagen: Die zwei sind dir wieder superb gelungen :up:!

Der Kampf zwischen Zero und Bailong ist allererste Sahne und hat wieder genau die hohe Qualität, die man von einem Ligakampf erwarten kann 8)! Vor allem, weil noch nicht klar ist, wer von den beiden mächtigen Trainern hier schlussendlich gewinnen wird, da beide so überraschend immer wieder auftrumpfen. -Bailongs UHafnir hat es mir aber jetzt schon angetan: Er muss seinen Drachen ja wahnsinnig gut trainiert haben, wenn es sogar ein Stolloss mit einem Orkan niederringen (ich meine Hallo? Vierfachresistenz :'D) und zumindest am Anfang den Sandsturm von Despotar mit seinen Angriffen unterbinden konnte *-*!

Und währenddessen formiert sich Team Alpha im Hintergrund und treibt seinen größenwahnsinnigen, zerstörerischen Plan unnachgiebig voran, indem es; dank Indras Informationen; die Auserwählten beginnt auszuschalten, bzw. ein anderer Teil tatsächlich den Eingang zur Speersäule findet o_o! Dass ist wirklich cool be- und geschrieben und erinnert mich so schön an die Spiele: Wenn das böse Team im Begriff ist, seine Ziele umzusetzen... Das ist immer eine meiner Lieblingsstellen gewesen :D!

Jedenfalls ist die Lage aber mehr als Ernst; genauso, wie es sich für ein herannahendes Finale gehört :up:! Da bin ich - wie so oft^^ - mehr als gespannt, wie es weitergeht und ob Team Alpha noch aufgehalten werden kann. (Beziehungsweise: Wie es aufgehalten wird - böse Team werden ja immer aufgehalten, doch das Wie ist immer am spannendsten dabei xD)

Was deine geheime Botschaften betrifft... Zur ersten möchte ich mich nur mal kurz und knapp äußern:

Hier folgt ein versteckter Text. Fahre mit der Maus über den Text, um diesen anzuzeigen!
Oh, ähm... Danke für dein Lob o///o!


Tja, dann bleibt mir jetzt eigentlich nur noch, dir weiterhin ganz viel Motivation zu wünschen, dass deine Geschichte zu eine schönen Ende bringst :)! (Ich steh bezüglich meiner leider noch total auf dem Schlauch :tja:...)
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Re: Auf in die Welt

#1317336 von Donnerkralle
04.08.2019, 09:41
Wie immer möchte ich mich für dein Feedback bedanken :)

Es freut mich sehr, dass dir die beiden Kapiteln so gefallen. Da bekommt man gleich wieder Lust, weiter zu schreiben. Und es hat sich auch ausgezahlt *-*

Schön, dass dir der Kampf zwischen Bailong und Zero gefällt, auch wenn ich ihn ungewöhnlicherweise kurz halten muss, da ich schon wirklich viele lange Kämpfe in aufeinanderfolgenden Kapiteln beschrieben habe.

Jetzt ist nämlich Zeit für ein wenig Team Alpha Action. Die nächsten Kapiteln werden ziemlich verrückt werden, also macht euch darauf gefasst :P

P.S. Alpha hat im Labor, in dem er erschaffen wurde, die geheime Formel einprogrammiert bekommen.

Hier folgt ein versteckter Text. Fahre mit der Maus über den Text, um diesen anzuzeigen!
Außerdem wollte ich mich dankbar zeigen und habe dich daher in meiner Geschichte verewigt ^o^

Die nächsten Kapiteln folgen in Kürze!
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