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Wie schreibe ich eine Kampf-Sz...

#921716 von Ashlyn
25.09.2012, 18:55
Das Schreiben einer Kampf-Szene

Erlaubnis von Rumo



In der Hauptreihe der Pokémonspiele wirst du zum Trainer und schlägst dich mit deinen Pokémon bis hin zur Top-Vier durch um schließlich der größte Trainer aller Zeiten zu werden.
Dabei musst du vor allem eines tun: Trainieren und die anderen Trainer bezwingen, die dir bei deinem Traum im Weg stehen. Wie zum Beispiel auch die Arenaleiter.
Schlussendlich läuft es auf einen Pokémonkampf heraus, aus dem du hoffentlich erfolgreich hervorgehst. Was tust du also hauptsächlich?
Richtig, du kämpfst mit deinen Pokémon Seite an Seite.
Spätestens also, wenn sich die Handlung deiner Geschichte verdichtet und du vom klassischen "Alles ist gut"-Schema abweichst, wirst du auf Dauer nicht um eine Kampf-Szene herumkommen.
Doch wie schreibe ich eigentlich eine gelungene Kampf-Szene und was muss ich dabei besonders beachten?
Dieser Guide behandelt das Thema "Wie schreibe ich eine Kampf-Szene mit Pokémon?" und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Viel Spaß!

Inhaltsverzeichnis:



Wie baue ich einen Kampf in meine Geschichte ein?


Ein Kampf, also eine meist heftige Auseinandersetzung, in dem sich, im Falle der Pokémon zwei Seiten mit Attacken bekriegen, erscheint nicht einfach auf dem Papier, bzw. in deinem Fall auf dem Bildschirm.
Ein Kampf hat immer eine Vorgeschichte, einen Grund, er ist in deine Geschichte eingewebt und nicht daraufgeklebt. Wenn du in deiner Geschichte keinen triftigen Grund für diesen oder jenen Kampf deutlich machst, wird der Leser sich sehr schnell wundern.
Das ist also der allererste Schritt: Überlege dir, aus welchem Grund ein Kampf zu Stande kommt. Die Auswahl aus der Vielzahl von Gründen liegt natürlich allein bei dir.

Jedoch folgen hier einige Beispiele, was Gründe sein könnten. Diese können sowohl als Anregung als auch als Exempel dienen, was alles überhaupt ein Grund sein kann:

  • Du hast ein Ziel, dem jemand im Weg steht (diese Beschreibung würde beispielsweise auf Pokémontrainer auf der Straße passen, die dich bei Blickkontakt herausfordern/herausgefordert werden möchten).
  • Du hasst jemanden, beziehungsweise befindest dich in heftiger Konkurrenz zu demjenigen (diese Beschreibung würde beispielsweise auf deinen Rivalen gut passen?).
  • Du forderst jemanden heraus oder wirst herausgefordert (ein klassisches Beispiel hier wäre die Pokémon-Liga oder auch die Arenen).
  • Du trittst bei einem Wettbewerb an (beispielsweise, wenn dein Protagonist ein Koordinator ist).

Natürlich können auch mehrere Gründe zutreffen.

Achtung!: Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel bei einem Prolog, kann es durchaus spannend sein, nicht den genauen Grund für die Vorkommnisse zu kennen.
Später, im Laufe der Geschichte sollte die Situation dann aber aufgelöst werden. Auch muss klar zu erkennen sein, dass ein Grund existiert und der Kampf eben nicht vom Himmel gefallen ist.

Eine gelungene Einleitung zu einem Pokémonkampf wäre zum Beispiel:

»Da stand er nun und blickte ehrfürchtig zum Indigo Plateau empor. Die Siegesstraße hatte er bereits hinter sich gelassen, doch konnte er immer noch nicht recht glauben, dass er hier stand. Und in wenigen Minuten die Pokémonliga herausfordern würde. Sein Arkani knurrte leise, doch unter der Anspannung hörte er Vorfreude heraus.
Er straffte die Schultern und betrat das mächtige Gebäude. Er ließ am linken Schalter seine Pokémon heilen und deckte sich am rechten noch schnell mit Items wie Belebern und Tränken zu. Dann, endlich, stieg er die Treppe Stufe für Stufe empor und durchquerte das Tor zu den heiligen Hallen der Top-Vier.
Er fand sich in Willis Kampfraum wieder, der mit grellem, leicht lilafarbenem Licht beleuchtet wurde. Der Blick des Top-Vier Mitglieds, halb unter seiner schwarzen Maske verborgen, traf seinen und er hörte gespannt zu, wie Willi erklärte, dass er es nach harter Arbeit nun endlich in die Top-Vier der Johto-Region geschafft hatte. Er nahm die Herausforderung an und ließ sein Garados aus dem Pokéball um den Kampf zu eröffnen.«


Die Person fordert Willi zum Kampf heraus, da er seinem Traum vom Champ im Weg steht.


Wie strukturiere ich meine Kampf-Szene richtig?


Wenn du in deiner Geschichte beim eigentlichen Kampf angekommen bist und auch ausreichend erklärt hast, was der Grund für diese Auseinandersetzung ist, beginnt die eigentliche Arbeit.
Wichtig ist, dass du jetzt erst einmal innehältst und deinen Kampf strukturierst. Denn vielleicht hast du bereits geplant wie der Kampf ausgeht, möglicherweise nimmt die Ausgangslage sogar eine tragende Rolle in deiner Geschichte ein.
Es wäre also dumm, nun einfach drauflos zu schreiben. Denn zwischen dem Anfang und dem Ende eines Kampfes kannst du noch eine Menge Wörter aufs Papier bringen.
Es kann also leicht passieren, dass du völlig den Faden verlierst und am Ende an einer ganz anderen Stelle stehst, als du ursprünglich geplant hattest und nicht mehr weißt, wie du jetzt weiterschreiben sollst.
Daher solltest du dir zu Anfang die bereits bestehenden Teile deiner Kampf-Szene, den Anfang und das Ende zurechtlegen und den restlichen Teil in drei weitere Etappen gliedern.


Im ersten Teil werden die Rollen der beiden Fraktionen festgelegt. Meist gibt es in Kämpfen zwei dieser Rollen zu vergeben – die des Angreifers und natürlich auch die des Verteidigers. Natürlich musst du nun den Kampfstil der beiden Kontrahenten an ihre Rollen anpassen: Der Angreifer sollte aggressiv versuchen, den Kampf für sich zu entscheiden, der Verteidiger sollte dementsprechend etwas defensiver vorgehen und auch eventuell versuchen aus der Situation herauszukommen ohne den Kampf beenden zu müssen.

Eine klare Einteilung der Rollen könnte zum Beispiel so aussehen:

»Ich fuhr herum. Nur wenige Meter unter mir, hinter einem breiten Felsen, stand halb verdeckt, ein kleines Mädchen, was mich mit großen Augen beobachtete.
"Was machst du hier?", donnerte ich. Unfähig, angesichts der Überraschung, meine Stimme unter Kontrolle zu bringen.
"Ich… ich… ich…", erwiderte das kleine Mädchen mit schwacher Stimme und starrte zu Boden, als ob es sich schäme.
"Gehörst du etwa auch zu Team Galaktik? Die treiben sich doch hier im Kraterberg herum? Na warte, du kannst was erleben!" Ich sprang hinunter, auf einen schmalen Felsvorsprung und klammerte mich fast an eine dürre Wurzel, die sich tief in den Lehm gegraben hatte.
"Nein! Warte! Du verstehst das ganz falsch!" Das Mädchen schnellte hinter dem Felsen hervor. Ein Pachirisu hatte sich eng an sie gepresst und wimmerte leise.
"Ha!", rief ich verächtlich. Ich zog aus dem Seitenfach meines Rucksacks den Flottball hervor und stürzte mich gemeinsam mit meinem Blubella in den Kampf.«


Hier wird deutlich, dass die Person die offensive Rolle übernimmt und das Mädchen den defensiven Part hat und eventuell versuchen wird zu fliehen.

Achtung!: Speziell bei Pokémonkämpfen kann es durchaus passieren, dass beide Fraktionen die angreifende Front darstellen. Ein Arenaleiter beispielsweise wird zwar herausgefordert werden aber den Kampf nicht dem Zufall überlassen – und keinesfalls den defensiven Part übernehmen und sich auch nicht zurückziehen.


Der zweite Teil des Kampfes wird auch Mittelteil oder Hauptteil genannt und besteht aus den Aktionen der einzelnen Kämpfer.
Hier gilt es vor allem darauf zu achten, dass die Verschleifung möglichst optimal ist.
Das heißt: Attacke folgt nicht auf Attacke, sondern Konter folgt auf Angriff.
Die eine Seite wird nicht alles über sich ergehen lassen, sie wird zurückschlagen und auf die Aktion der anderen Seite reagieren.
Der Kampf soll nicht aus Aktionen sondern hauptsächlich aus besagten Reaktionen bestehen, da er sonst leicht abgehackt wirkt.

Während des Mittel-/Hauptteils musst du darauf achten, dass das Kräfteverhältnis nicht immer ausgeglichen sein muss. Wer gerade die Oberhand hat, das entscheidest du.
Es kann sich abwechseln, dabei können auch angreifende und verteidigende Rolle wechseln, oder aber, eine Seite dominiert den Kampf.
Jedoch sollte diese Vorgehensweise auch logisch sein, die eine Fraktion muss also deutlich stärker sein oder zumindest deutlich stärker erscheinen.
Wechsel der Rollen müssen vor dem Schreiben nicht zwingend überlegt werden, sie können auch spontan zu Papier gebracht werden.
Der Mittelteil dauert so lange an, bis die Entscheidung vor der Tür steht.

Ein schöner Mittelteil wer zum Beispiel:

»Los! Blubella!
Mein Pokémon entfesselte einen Blättertanz, der das Pachirisu meiner Gegnerin in die Luft hob und schließlich unsanft zu Boden schleuderte.
"Pachirisu, nein!", schrie das Mädchen und kniete sich neben ihr Pokémon, was noch einen Moment lang regungslos liegen blieb, dann aber begann, schwach zu leuchten. Das gelbliche Flimmern wurde immer stärker und schließlich traf ein gewaltiger Ladungsstoß mein Blubella und bedeckte das Pflanzen-Pokémon mit Funken.
Mein Pokémon taumelte und schien sich kaum noch auf den Beinen halten zu können, dann krachte es gegen das Pachirisu, was erschrocken Kreischte und dann, unter Blubellas Körper begraben anfing, erbärmlich zu fiepen.«


Zuerst scheint es, als würde Blubella dominieren, dann schlägt Pachirisu zurück und entfesselt seine Kraft woraufhin das einst so stark erscheinende Pflanzen-Pokémon zusammenbricht und Pachirisu ebenso außer Gefecht setzt.


Der dritte Teil ist der, auf den du während des Kampfes hinarbeitest: Die Entscheidung.
Denn der Punkt an dem der Kampf zu Ende geht – wenn die eine Seite keine Pokémon mehr zur Verfügung hat oder komplett außer Gefecht gesetzt wird – ist nicht immer vorhersehbar, aber er tritt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein.
Und damit kommen wir wieder zu einem Punkt, den du dir überlegen musst, bevor du dich an die Szene setzt.
Schließlich sollte der Kampfausgang, den du während der Szene vielleicht ja schon andeutest, auch möglich sein und dem Leser als logisch erscheinen.
Es wäre also abwegig, wenn die eine Seite plötzlich gewinnen würde, obwohl zuletzt doch die andere Seite so deutlich die Oberhand hatte und eigentlich bereits die andere hätte außer Gefecht setzen müssen.

Die Endphase kann nach drei Prinzipien ablaufen:
Die erste wäre, dass sich die eine Seite, die sich bereits während des Kampfes eine gewisse Überlegenheit erarbeiten konnte und schließlich den Sieg durch den K. O.-Treffer erringt.
Allerdings ist zu beachten, dass der Sieger oder eben auch der Verlierer sich entsprechend seinem Charakter verhalten muss.
Der Boss eines Teams von Bösewichten beispielsweise wird wohl kaum einfach so aufgeben, wohingegen es bei einem reinen Übungskampf unlogisch wäre, auf die bereits am Boden liegenden, weiter einzuschlagen.

Die zweite Möglichkeit wäre eine überraschende Wende, bei der die eine Seite, die bisher die dominantere war, von der anderen Seite durch einen Glückstreffer oder einen Trumpf im Ärmel besiegt. Wie genau der Sieg schlussendlich aussieht, liegt bei dir. Bitte achte aber auch hier wieder auf einen passenden Abschluss der Szene.

Die dritte Möglichkeit wäre ein Unentschieden, oder auch, dass die eine Seite dem Kampf, beispielsweise durch eine Flucht, ausweicht. Auch könnten hier Außenstehende den Kampf beenden.

Wenn ihr den Kampf als beendet erklärt habt, folgt nun der oftmals schwierigste Teil: Ihr müsst euch überlegen, wie eure Charakter damit umgehen. Ob sie also einfach wieder zur Normalität übergehen, oder ob der Kampf gewaltige Nachwirkungen hat.
Denn diese Wirkungen können je nach Situation und auch Atmosphäre mehr oder weniger groß sein, vielleicht auch Spuren an den beteiligten Charakteren hinterlassen. Und sei es nur Erschöpfung, ein Gefühlsumschwung oder ein paar neue Gedankengänge.

Der Kampf ist jetzt also beendet und dies wurde auch klar deutlich gemacht, beispielsweise durch das wegstecken der Pokébälle. Versuch nun am besten, direkt anzuknüpfen und mach nach Möglichkeit keinen Absatz, ansonsten wirkt es sehr schnell abgehackt. Lass die beiden Fraktionen sich trennen und dann fahr mit der Handlung fort.

Ein Beispiel für einen passenden Schlussteil wäre:

»Offensichtlich unter größter Anstrengung, rollte Blubella sich von dem Pachirisu herunter und streckte seine Arme gen Himmel. Mondlicht durchflutete die dunkle Höhle und schmiegte sich eng an Blubellas Haut, während das Pokémon seine KP wiederherstellte.
Schließlich versickerte der Mondschein im Boden und Blubella richtete sich wieder auf.
In seinem Gesicht las ich stumme Wut, während es ausholte und Pachirisu mit einem heftigen Ableithieb traf und somit den letzten Rest seiner verlorengegangenen KP zurückholte.
Das Elektro-Pokémon richtete sich jedoch blitzschnell wieder auf und trat einige Schritte zurück. Dann stürmte es los, wobei sich Energie an seinem Schweif sammelte.
Blubella konnte im letzten Moment dem Ruckzuckhieb ausweichen und setzte nun zu der finalen Attacke an: Der Blättersturm wuchs zwischen den Händen des Pokémon und sauste dann auf das Elektrohörnchen zu, was es mit seinen rasiermesserscharfen Klingen streifte.
Mit einem letzten Krächzen sank das Pachirisu zu Boden.
Blubella hob die Arme in die Höhe, eine Wolke aus Giftpuder schwebte über dem Kopf der Blume.
"Hör auf!", schrie das Mädchen und stellte sich vor ihr Pokémon. "Hör auf, du hast es doch schon besiegt!"
Nachdenklich betrachtete ich das verletzte Pokémon und seine junge Trainerin. Aus irgendeinem Grund machte sich etwas dunkles in meinem Bauch breit und ich wusste es zu benennen, noch ehe ich es richtig erspürt hatte: Ein schlechtes Gewissen erkannte man zu meiner Überraschung recht schnell.«




Wie beschreibe ich während der Kampf-Szene richtig?


Nun hast du deinen Kampf also bereits strukturiert, doch nun tut sich die Frage auf, wie du ihn denn beschreiben sollst. Denn was bringt dir ein wunderbar durchdachter Kampf, wenn er für den Leser unverständlich ist, da du ihn falsch beschreiben hat?
Im Grunde gibt es zwei Dinge, die es während des Kampfes zu beachten gilt und auch mit ausführlichen Beschreibungen genauer untermalt werden sollten:

In erster Linie sind das natürlich die Aktionen, die Kampfhandlungen – schließlich besteht daraus ja dein gesamter Kampf.
Hebe jeden Angriff, jeden Gegenangriff, jede Blockade und jeden Konter hervor, indem du ihn beschreibst. Achte hier auch auf Ausgewogenheit: Wenn du die Aktionen der einen Kämpfers ausführlich umschreibst und die des anderen nur im Nebensatz erwähnst liest es sich für den Leser nicht mehr wie eine Einheit. Diese kannst du jedoch mit Häufigkeit und Länge der einzelnen Umschreibungen untermauern und auch ausdrücken, wer gerade die Oberhand hat. Schließlich wird derjenige womöglich häufiger und vor allem auch stärkere und komplexere Attacken ausführen.

Natürlich solltest du auch hier, wie so oft, viele Adjektive verwendet, da erst diese für die nötige Spannung sorgen. Besonders gut funktioniert das natürlich mit bedrohlichen Adjektiven, mit denen du die Spannungskurve bis hin zum Finale noch deutlich in die Höhe ziehen kannst. Damit meine ich zum Beispiel Formulierungen, wie: scharfe Klinge, harter Stoß, hohes Fauchen, …

Ebenfalls auf ausreichende Beschreibungen solltest du achten, wenn du von den Kämpfern sprichst, da auch an diesen der Kampf nicht spurlos vorbeigehen wird.
Umschreibe, wie die Pokémon während des Kampfes immer mehr ermüden, oder die Stimme des unterlegenen Trainers immer verzweifelter wird.
Auch macht es sich gut, wenn du die Wirkung von Attacken mit Worten illustrierst, wenn zum Beispiel eine Pflazen-Attacke eingesetzt wird, könnte das gegnerische Pokémon unter dem Treffer straucheln, bei Attacken wie "Slam" oder "Bodycheck" umhergeschleudert werden und bei Treffern die "Kreuzhieb" oder "Sanctoklinge" einen stechenden Schmerz verspüren.
Bringe Leben in dem Kampf, indem du realistisch bleibst. Wenn ein Pokémon beispielsweise hart auf das Bein fällt, ist es nur logisch, wenn es diesen nur noch eingeschränkt / gar nicht nutzen kann. Überlege dir also, welche Nachwirkungen die Treffer haben und welche Wirkung sie für den weiteren Verlauf der Geschichte haben.

Achte nicht nur auf das Äußerliche der Charakter, sondern insbesondere auch auf ihre Gedankengänge: Ein Kämpfer, der bereits sehr ermüdet ist, wird hoffen, dass dies auch auf den Gegner zutrifft und ein unterlegener Kämpfer wird eventuell nach einer Lösung suchen, dem Kampf zu entkommen.
Wie die Charaktere die Situation wahrnehmen und wie sie mit ihr umgehen ändert sich im Laufe des Kampfes oftmals stark.
Versuche also, dich in deinen Charakter hineinzuversetzen, um die Szene so realistisch wie möglich wirken zu lassen.


Welche Rolle übernimmt der Trainer?


Nun gibt es bei Pokémon-Kämpfen einen entscheidenden Unterschied zu den typischen Kämpfen: Der Hauptakteur ist eventuell gar nicht dein Protagonist – sondern dessen Pokémon.
Wie weit also möchtest du deinen Charakter dennoch mitwirken lassen?
Denn diese Entscheidung trifft man meistens nicht nur für eine einzige Szene, sondern für die gesamte Geschichte, da sie doch einen großen Anteil an deinem Schreibstil der Kampf-Szenen hat.
Oftmals wirkt es für den Leser nämlich sehr verwirrend, wenn der Trainer eine wechselnde Rolle einnimmt.
Gegebenenfalls sind kleine Abweichungen des üblichen Schreibstils unter einleuchtenden Umständen natürlich erlaubt. So wird ein Trainer bei einem Wettbewerb auch anders vorgehen als bei einem Arenakampf.

Meist unterscheidet man meist zwischen zwei Arten, die Trainer in den Kampf mit ein zu beziehen:

Bei der ersten Variante spielt der Trainer den Beobachter – er beschreibt den Kampf, wirkt jedoch selbst nicht aktiv mit und lässt sein Pokémon arbeiten.
Diese Variante eignet sich gut für ausführliche Beschreibungen, wird jedoch seltener verwendet, als die zweite Variation.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, den Trainer sehr aktiv in den Kampf einzugliedern und ihm so die leitende Rolle über seine Pokémon zu geben. Die klassischen Schlachtrufe "Los, Pikachu!" etc. kommen hier sehr oft zum Einsatz.
Der Trainer gibt seinen Pokémon Instruktionen, ruft ihnen zu "Und jetzt Donnerblitz!" und gibt ihnen Medizin, wenn ihre KP niedrig sind.
Hier solltest du mehr wert auf die Emotionen des Trainers, als auf die des Pokémon legen, da der Mansch hier die tragende Rolle übernimmt und im Vordergrund steht.

Damit der Kampf nicht zu monoton und langweilig auf den Leser wird, solltest du bei den Anweisungen des Trainers mit direkter und indirekter Rede experimentieren.


Welche Rolle übernimmt das Pokémon?


In den Pokémon-Spielen führst du deine Pokémon durch den Kampf. Du nimmst ihnen jede Entscheidung ab. Aber hast du dir auch schon einmal überlegt, wie deine Pokémon den Kampf erleben? Denn auch an ihnen geht dieser nicht spurlos vorbei – sie werden schwächer und ihre KP sinken. Doch ist das wirklich alles?
Nein, natürlich nicht. Denn selbst wenn du dich bei deinen Beschreibungen her am Trainer als Protagonisten orientierst ist es für die Leser sehr spannend zu wissen, wie es den Pokémon ergeht.
Die Pokémon, die dein Trainer einsetzt, solltest du zumindest kurz beschreiben, sodass ein schneller Einblick gewährt wird.

Außerdem stellt sich die Frage: Wie geht das Pokémon in den Kampf rein?
Ist es vielleicht motiviert, gelangweilt, erfreut, nervös, unsicher, konzentriert, aggressiv, ängstlich oder gar gleichgültig? Wie verhält es sich seinem Trainer gegenüber – befolgt es alle Anweisungen oder hat es seinen eigenen Kopf?
Wie verändert sich das Verhalten des Pokémon während des Kampfes?

Dein Pokémon wird während des Kampfes nicht nur austeilen sondern vermutlich auch ordentlich einstecken. Wie gehst du also damit um, dass es getroffen wird?
Mache deutlich, wie viel einem Pokémon die Attacke ausmacht und wie es darauf reagiert: Zieht es sich zurück – oder geht es noch aggressiver vor als bisher?
Aber auch der körperliche Zustand sollte nicht außer Acht gelassen werden: Wird dein Pokémon nach einem Treffer schwächer oder langsamer?

Oftmals verleiht es einem Kampf den nötigen Schuss Realistik, wenn auch die Pokémon aktiv mitwirken und deren Aktionen sorgfältig beschreiben werden.


Was ist der größte Fehler den ich machen kann?


Der größte Fehler den du meiner Meinung nach begehen kannst, wäre im "Gameboy-Stil" zu schreiben, das heißt, dass du nur kurz erwähnst, welche Attacke eingesetzt wird und mehr nicht. So etwas will niemand lesen.
Versuche, die einzelnen Aktionen möglichst kreativ zu gestalten und für Attacken ungewöhnliche Beschreibungen zu finden. Ziehe in Betracht dass nicht jede Attacke trifft, dass Pokémon vielleicht ausweicht oder eine gegnerische Attacke mit seiner eigenen zum Stillstand bringt, beziehungsweise neutralisiert.
Eine große Hilfe beim Interpretieren der Attacken kann hierbei das Anime sein, wo du dir zahllose Ausführungen der Attacken in den Unterschiedlichsten Formen ansehen kannst.


Schlusswort


Was natürlich ebenfalls sehr wichtig ist, dass dein Charakter sich im Kampf treu bleibt. Denn egal, in welch misslicher Situation er auch stecken mag, du solltest ihn nicht völlig entfremden.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Guide zu lesen. Ich hoffe, er konnte dir etwas weiterhelfen und war verständlich.


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