Antimaterie - Treibstoff oder ...

#961353 von DerSpieler
16.03.2013, 17:58

Raumschifftreibstoff der Zukunft oder Massenvernichtungswaffe?


Einleitung

Ich dachte mir, ich wähle ein wissenschaftliches Thema für den Wettbewerb, da hier klar meine größten Kompetenzen liegen. Die Frage war also lediglich noch, welches wissenschaftliche Thema ich für die Zukunft wichtig und daneben noch kontrovers genug, um eine längerfristige Diskussion zu provozieren, halte. Als Astronom und Science-Fiction-Fan, ist mir eine Reise zu den Sternen natürlich ein großes Anliegen. Um die unglaublichen Entfernungen zwischen 2 Sternen in der Lebensspanne eines Menschen zu überwinden sind allerdings enorme Geschwindigkeiten notwendig, darum ist ein effizienter Treibstoff natürlich äußerst wichtig. Aus diesem einfachen Grund widme ich diesen Artikel dem besten bekannten Treibstoff, der sogenannten Antimaterie...


Warum ist Antimaterie so toll?

Damit ich erklären kann, warum ich ein so großer Fan der Antimaterie bin, muss ich erstmal etwas weiter ausholen... Es wäre natürlich sehr einfach nur zu behaupten, dass Antimaterie der beste Treibstoff ist. Ich werde also versuchen wirklich zu erklären warum ich dieser Meinung bin. Dabei werde ich versuchen mich mit allzu viel Physikunterricht zurückzuhalten, will euch aber warnen: Vorsicht! Ihr könntet hier versehentlich etwas lernen!
Also... die wichtigste Eigenschaft eines Treibstoffs für Raumschiffe ist wahrscheinlich das Erreichen einer möglichst hohen Geschwindigkeit. Um ein Raumschiff auf eine solch hohe Geschwindigkeit zu beschleunigen, benötigt man entsprechend viel Energie. Leider kann diese Energie nicht während des Fluges aus dem Nichts erschaffen werden (Stichwort: Energierhaltung) und muss daher (als Treibstoff) mitgeführt werden. Es ist also extrem wichtig, dass ein guter Treibstoff beim verbrauchen (ich schreibe absichtlich nicht "verbrennen", da das nicht für alle Treibstoffe zutreffend wäre) viel Energie liefert. Wäre das die einzige Bedingung für eine hohe Geschwindigkeit, müsste man nun einfach nur viel Treibstoff mitnehmen und hätte so beliebig viel Energie zur Verfügung. Leider ist das aber nur die halbe Wahrheit, denn viel Treibstoff bedeutet im Gegenzug viel Gewicht für das Raumschiff (viel Treibstoff wiegt auch viel^^) und je schwerer ein Raumschiff, desto mehr Treibstoff wird benötigt um es zu beschleunigen. Man braucht also noch mehr Treibstoff um den schweren Treibstoff zu bewegen und noch viel mehr um diesen zu bewegen usw. (man nennt dies exponentielles Wachstum). Ihr erkennt vermutlich, dass man nach diesem Prinzip sehr bald extreme Mengen Treibstoff benötigt, wenn man höhere Geschwindigkeiten erreichen will. Die Lösung dieses Problems ist ein (relativ zu der enthaltenen Energie) möglichst leichter Treibstoff. Denn wenn der Treibstoff kaum etwas wiegt, benötigt man auch weniger Treibstoff um ihn zu bewegen usw. Interessant ist also nicht die pure Menge an Energie, sondern die Energie pro Kilogramm (bzw. pro Masse) des Treibstoffs, die sogenannte Energiedichte.
Um eine bessere Vorstellung für diesen Begriff zu erhalten, habe ich einmal ein paar typische Energieträger und deren Energiedichte (blaue Zahlen) in einem Diagramm gegeneinander aufgetragen:


Die blauen Zahlen zeigen die Energiedichte relativ zu Benzin (darunter kann man sich vielleicht eher etwas Vorstellen als unter Joule/kg). Moderner Raketentreibstoff ist also z.B. schon 3,5-mal so effizient, wie Benzin. Wie man hier gut erkennen kann, ist Antimaterie also unglaublich Energiereich! Ich habe euch hier auch keinen Supertreibstoff verschwiegen oder so.... tatsächlich hat Antimaterie nämlich die größte Energiedichte aller bekannten Materialien. (Das Diagramm zeigt übrigens auch, dass die Idee Kraftfahrzeuge mit Wasserstoff zu betanken eine sehr gute ist^^)
Weitere wichtige Eigenschaften, für einen idealen Treibstoff wären Verfügbarkeit (bzw. Preis), Existenz verfügbarer Antriebtechnologien (z.B. Motoren, Triebwerke, ...) und die Sicherheit. Wir wissen alle, dass Benzin (bzw. Erdöl, aus dem Benzin hergestellt wird) wegen seiner begrenzten Vorkommen immer teurer wird und darum wohl schon bald als Treibstoff wegfallen könnte. Wasserstoff ist hingegen praktisch endlos verfügbar (90% aller Materie im Universum ist z.B. Wasserstoff) und kann einfach durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. Sobald die entsprechende Technologie ausgereift ist, wird er also wahrscheinlich das Benzin ablösen können (für Raumfahrzeuge wird er ja bereits genutzt). Die Sicherheit von Kernkraft ist auch reichlich bekannt. Besonders bei Raumfahrzeugen ist das Risiko einer Verstrahlung von großen Flächen bei einem Unfall enorm. Dafür ist hier bereits relativ beherrschbare Technologie vorhanden und auch das benötigte Uran ist zumindest auffindbar. Kernfusion wäre eine praktikable Alternative zur Kernspaltung, mit geringeren Nebenwirkungen (eine leichte Verstrahlung gibt es aber auch hierbei). Hier fehlt uns bisher aber eine nutzbare Technologie (abgesehen von der Sonne^^). Die hierbei verbrauchte Ressource ist wieder Wasserstoff (oder Deuterium/schweres Wasser), ist also reichlich verfügbar.
Antimaterie kommt leider nicht in nennenswertem Umfang im Sonnensystem vor. Sie kann bisher nur in extrem geringen Mengen in Hochenergie-Experimenten (also mit Teilchenbeschleunigern) erzeugt werden. Neben einer effektiven Herstellungsmethode (für die man eine andere Energiequelle benötigt), fehlt außerdem ein Motor (oder ein sonstiger Antrieb), der mit Antimaterie läuft. Die Entwicklung von beidem wäre sicherlich extrem teuer und zeitaufwendig und einen Erfolg kann niemand garantieren.
Die Frage lautet also:
Ist das mögliche Resultat nach eurer Meinung die ganze Mühe wert?


Was ist das Problem mit Antimaterie?

Man nennt die Antimaterie Anti-Materie, wegen ihrer heiklen Beziehung zur normalen Materie (Anmerkung: praktisch alles was wir aus dem Alltag kennen ist aus normaler Materie). Kommen diese beiden ungleichen Brüder zusammen kommt es zur sog. "Annihilation" - d.h. sie lösen sich gegenseitig auf und setzen dabei Energie in Form eines hochfrequenten Lichtblitzes frei. Diese Energie will man als Antrieb verwenden, darum ist das gut, aber man möchte sie natürlich erst dann und nicht schon früher freisetzen, darum ist das schlecht. Das Problem besteht einfach darin, dass praktisch jeder Behälter aus normaler Materie besteht und sich die Antimaterie darum bei Kontakt mit den Wänden, mit einem gehörigen Knall auflösen würde. Wer nun an einen Container aus Antimaterie denkt, der hat nicht bedacht, das auch dieser sich wieder im Inneren eines Behälters (oder des Raumschiffs) befinden muss und das Problem darum weiterhin bestehen bleibt. Die bislang einzige Lösung für dieses Problem sind starke Magnetfelder und möglicherweise noch zusätzliche Laserkühlsysteme. Man lässt die Antimaterie also gewissermaßen zwischen mehreren Magneten schweben, was einige Probleme zur Folge hat. Bei großen Beschleunigungen, die wir bei einem Raumfahrzeug ja sehr gerne hätten, müssten die Magnetfelder z.B. die Fliehkräfte (diese erleben wir z.B. wenn eine Straßenbahn anfährt) abfedern, damit die Antimaterie nicht doch die Wände des Behälters berührt. Hier gibt es also noch erheblich technische Schwierigkeiten zu überbrücken. Dann bringt die hohe Energiedichte natürlich ein weiteres potentiell großes Problem: Es steckt etwa die 1000-fache Menge Energie in Antimaterie als in nuklearem Brennstoff d.h. im Klartext, dass eine Antimaterie-Bombe mit der Sprengkraft von einer heutigen Atombombe nur wenige Kilogramm wiegen könnte. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn erst ein Tank von vielen Tonnen explodiert. Ganz abgesehen davon, dass die gleiche Technologie, die uns zu den Sternen bringen soll auch als Waffe missbraucht werden könnte. Es stellen sich also neben technischen auch moralische Fragen, wenn es um die Entwicklung der entsprechenden Technologie geht.

Darf man also die Zerstörung der Erde riskieren?


Schlusswort

Bitte fühlt euch frei eure Meinung zum Thema zu posten. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass ich persönlich einmal wirklich die Möglichkeit habe die Grundlagen für einen solchen Antrieb zu entwickeln. Vielleicht ist jetzt eure letzte Gelegenheit meine Meinung zum Thema noch zu beeinflussen ;-)
Auf eine gute Diskussion!

DerSpieler
13.03.2013

PS.:
Solltet ihr Fragen zu den angesprochenen Technologien, physikalischen Konzepte o.ä. haben, bin ich natürlich auch gerne bereit hier weitere Erklärungen zu liefern. Also bitte keine Zurückhaltung was das angeht!
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961370 von FirstGlumanda
16.03.2013, 18:38
Wäre es möglich, das eine Masse, ein Stoff was auch immer, existiert, der weder bei Kontakt mit Materie noch mit Anti-Materie eine negative Reaktion (explosion ect.) zeigt?
Oder ist dieser eventuell schon entdeckt?
Wenn ja, dann könnte man den ja als Zwischenraum dafür benutzen, und es wäre nicht mehr ganz so gefährlich.
MfG, FirstGlumanda.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961379 von zyx
16.03.2013, 19:15
Als jemand, der möglicherweise ähnlich Science-Fiction fanatisch ist, finde ich die Idee für neue Raketenantriebe an sich sehr gut. Zumal in dieser Richtung in der letzten Zeit kaum etwas passiert ist und bahnbrechende Ideen schon mal garnicht (vielleicht auf dem Papier, aber nichts, was auch nur annähernd umgesetzt wurde).
Aber...

DerSpieler hat geschrieben:Kernfusion wäre eine praktikable Alternative zur Kernspaltung, mit geringeren Nebenwirkungen (eine leichte Verstrahlung gibt es aber auch hierbei). Hier fehlt uns bisher aber eine nutzbare Technologie (abgesehen von der Sonne^^).


An der Stelle kommt es mir so vor, als würdest du den zweiten Schritt vor dem ersten machen wollen. Ein Testreaktor für die Kernfusion ist zumindest in der Panung. Die könnten wir auf relativ absehbare Zeit tatsächlich zu beherrschen lernen. Antimaterie hingegen ist uns so fremd, dass wir diese höchstens in der Theorie verstehen können. Keine Ahnung, wie lange wir benötigen, bis damit tatsächlich experimentiert werden kann.

Ansonsten können mit der herkömmlichen Denkweise eben auch nur Geschwindigkeiten unter Lichtgeschwindigkeit erreicht werden. Und selbst dafür reicht es nicht aus, ein Raumschiff nur entsprechend zu beschleunigen, man müsste es auch noch steuern und... naja irgendetwas wie ein Schutzschirm wäre auch angebracht, wenn man bedenkt, was bei diesen Geschwindigkeiten kleinste Steine usw. anrichten könnten. Das ist für Reisen in unserem Sonnensystem ja auch ok, aber für interstellare Reise wäre das kaum ausreichend.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961453 von dyna
16.03.2013, 23:35
zyx hat geschrieben:Ansonsten können mit der herkömmlichen Denkweise eben auch nur Geschwindigkeiten unter Lichtgeschwindigkeit erreicht werden.
Der Fortschritt von momentan 7*105 m/s (1) auf knapp 3*108 wäre dennoch nicht schlecht ^^ Unter dem Gesichtspunkt finde ich das Thema auch sehr spannend. Ein Flug nach Alpha Centauri (4.34 Lichtjahre laut Wikipedia) und zurück in 10 Jahren hätte schon einiges für sich. Man hätte natürlich immer noch das Problem, dass jegliches Signal von der Erde ebenfalls 4.34 Jahre nach Alpha Centauri unterwegs wäre und somit ein unbemannter Flug immer noch ein massives Fehlschlagsrisiko hätte (und ein gleich ein bemannter Flug wäre ethisch nicht wirklich vertretbar).

Zum Startbeitrag: Gut gemacht, auch für Nichtphysiker verständlich (und gerade damit haben ja viele Naturwissenschaftler so ihre Probleme ^^). Weil ich aber gerne meckere, meckere ich mal über die Graphik ;p Die Darstellung der x-Achse und die "Ausgleichskurve" suggerieren, dass "Treibstoff" irgendwie eine quantisierbare Größe wäre.

Im Abschnitt zu den Problemen mit Antimaterie würde ich noch anmerken, dass für die Lagerung von vielen Tonnen Antimaterie erstmal die Produktion von vielen Tonnen nötig und eine mögliche Verwendung der vielen Tonnen sinnvoll wäre ^^ Die Zahl ist also ziemlich übertrieben - wir würden bei den Produktionschargen wohl eher von Gramm als von Tonnen sprechen.
Ich bezweifle zudem, dass Antimaterie außerhalb der Raumfahrt große Anwendung als Energiespeicher haben werden. Wie du ja geschrieben hast, wäre das Handling ja unheimlich schwer, so dass das Equipment mehr wiegt als man durch die höhere Energiedichte einspart. Auch die Dosierung stelle ich mir eher unhandlich vor. ;) Von daher erwarte ich, dass man für's Auto bei chemischer Energiespeicherung bleibt (Biogas, Wasserstoff, Methanol/Ethanol...).
Letztendlich würde die Speicherung von Antimaterie ja auch noch gut Energie kosten (starke Magnetfelder klingt nach Supraleitung und damit starke Kühlung; Laserkühlsystem klingt nach Temperaturen nahe dem Nullpunkt, aber da lasse ich mich gern korrigieren, von daher wäre eine Produktion von Antimaterie auf Vorrat vermutlich nicht wirklich sinnvoll.

Aber insgesamt ein echt schöner Post, ich hätte es wohl nicht so verständlich hinbekommen ;)

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Rekorde_de ... _Raumfahrt
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961476 von DerSpieler
17.03.2013, 03:32
@FirstGlumanda:
Wenn ein solches Material existieren würde, dann wäre das Problem der Lagerung praktisch gelöst. Es existieren also (leider) keine Stoffe, die weder mit Materie noch mit Antimaterie eine Reaktion zeigen, aus denen man einen Behälter fertigen könnte (einfach deswegen weil alle feste Materie entweder zur einen oder anderen Gruppe gehört). Photonen, also quasi Licht zeigt keine verehrende Wirkung bei Kontakt, aber ein Behälter aus Photonen wäre nichts anders als elektromagnetische Felder.

@zyx:
Ich stimme dir zu, dass die Erforschung der Antimaterie als Energieträger bisher eigentlich nicht stattgefunden hat. Dafür ist ein praktische Nutzung (z.B. wegen fehlender Herstellungsmethoden) vermutlich einfach noch zu weit von der Realität entfernt. Es ist natürlich auch richtig, dass man bei der Fusion schon ein paar Schritte weiter ist. Die Anwendungsgebiete sind aber (aus meiner Sicht) andere. Fusionsenergie ist imo ein wertvoller primärer Energieträger, da man hier wirklich Energie (praktisch aus Wasser) gewinnen kann. Die geplanten Anlagen sind aber alle recht groß und benötigen afaik einen ziemlich happigen Zündfunken um Energie zu produzieren. Beides ist für ein Raumfahrzeug etwas unpraktikabel.
Bei der Antimaterie befinden wir uns natürlich im Bereich der Spekulation, also ergeben sich hier vielleicht noch ganz andere Probleme, aber allein die viel höhere Energiedichte spricht (wie du sicher zustimmst) für einen wesentlich effizienteren Antrieb. Da es sich aber (wahrscheinlich) um eine sekundäre Energiequelle handelt, für dessen Herstellung erstmal die selbe Menge Energie eingesetzt werden muss, die man später erhält. Die Kernfusion ist also (wie du auch schon andeutest) vielleicht ein Schritt in Richtung Antimaterie. Investitionen in Fusionsenergie sind also vielleicht bereits Investitionen in Antimaterie. Aber warum darauf vertrauen? ...ich meine niemand hindert uns daran in beiden Gebieten zu forschen oder?
Hypothetische Überlichtantriebe, benötigen übrigens auch Unmengen Energie, darum ist ein Energieträger wie Antimaterie in jedem Fall sinnvoll... ob man mit der Energie nun auf gewohnte Weise beschleunigt oder ein "Warp-Feld" aufrechterhält macht keinen großen Unterschied^^ Die Antimaterie bleibt der beste Energieträger.
Das Problem mit den extremen relativen Geschwindigkeiten zu interstellarem Staub o.ä. hört man immer mal wieder. Tatsächlich scheinen Teilchen mit hohen Energien aber in der Teilchenphysik gut händelbar zu sein. Die Lösung ist vermutlich wieder ein Magnetfeld (ähnlich wie bei der Beziehung Erde-Sonne).

@dyna:
Die Seefahrer der vorigen Jahrhunderte waren doch auch oft viele Jahre unterwegs, ohne Kontakt mit der Heimat aufnehmen zu können. Klar haben viele Matrosen das mit dem Leben bezahlt aber vorstellbar wäre es jedenfalls. Warum sollte die Signaldauer übrigens maßgeblich für den Erfolg einer Mission zu sein? ...oder gehst du von ferngesteuerten Sonden aus?

Im Teil mit den Problemen bin ich mal davon ausgegangen, dass eine Möglichkeit zur Herstellung (und auch ein Grund dafür^^) besteht. Eine sinnvolle Menge hängt dann aber natürlich vom Gewicht des Raumschiffs usw. ab und will man ein Raumschiff für mehrere Personen auf annähernd Lichtgeschwindigkeit bringen, ist schon etwas mehr als ein paar Gramm notwendig. Außerdem lagern z.B. in einer Raffinerie auch viele Tonnen Benzin, obwohl ein Auto nur einige Liter benötigt^^
Ich stimme dir aber absolut zu, dass es neben der Raumfahrt (und Waffentechnik lol), bisher keine sinnvolle Anwendung gibt (darum auch die Themen-Überschrift) und ich denke auch, dass allein die Lagerung schon einiges an Energie verschlingen könnte. Wahrscheinlich lohnt sicher Einsatz dann auch wirklich erst bei großen Mengen. Laserkühlung war btw nur so ein spontaner Einfall, da eine geringe Temperatur auch schwächere benötigte Magnetfelder bedeuten würde und die Anwendung auf Antimaterie analog zur normalen Materie wäre (...und Atomfallen mit Magnetfeldern und Laserkühlung durfte ich selbst schon im Labor aufbauen - also existiert eine solche Technologie bereits^^).

Die quadratische Kurve im Diagramm dient tatsächlich nur dem Design und hat keine echte Bedeutung. Tatsächlich befinden sich in der Abbildung nur eindimensionale Informationen.
Die Kritik ist also schon berechtigt, aber es sieht schon besser aus oder?^^

PS.: Danke für die Blumen.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961478 von Xangel
17.03.2013, 08:37
Ich bin eigentlich für den Fortschritt, und hier ist es nicht anders, allerdings sollte man bedenken, wie die Aktuelle Lage ist. Ausserdem, wird man es nicht verhindern können, dass Antimaterie als Waffe eingesetzt wird. Und ausserdem wird sie eh irgendwann von jemanden Entdeckt. Aber mich würde intressieren, ob dabei auch so etwas wie Strahlung entsteht, wie sie auf Das "Vakuum" reagiert und wieviel man bräuchte, um die Erde zu zerstören, damit ich mir die Kraft besser forstellen kann.
Ich habe mal irgendwo gehört, das Antimaterie auch entsteht, wenn wenn bei einem Gewitter der Blitz erscheint, allerdings nur in kleinen einzelnen Teilchen und diese fliegen hoch, bis sie auf einen Atomkern treffen und dann wars das für sie. stimmt das?

Ich finde das Thema sehr gut und spannend ist es oben drein auch noch geschrieben.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961485 von FirstGlumanda
17.03.2013, 10:22
@DerSpieler: Jetzt widersprichst du dir aber selbst! Du sagst, es gibt nichts, denn alles gehört entweder zur einen oder zur anderen Sorte und zählst dann Licht auf-aber was wäre, wenn irgentwo im unendlichen (!) Universum etwas existiert, das wie Licht ist, also keine negative Reaktion beim Kontakt mit (Anti-)Materie zeigt und als Transportbehälter benutzt werden kann?
@Xangel: Falls ich mit meinem bescheidenen 8-Klasse-Physik-Wissen nicht total daneben liege, hat auch Sauerstoff und was da noch so in der Luft ist Atome, also dürften die Teilchen nicht sehr weit kommen, ich lasse mich jedoch gern eines besseren belehren.
So, nun zu den eigentlichen Fragen:
Ich bin mir sicher, das irgentwelche Knallköpfe die Anti-Materie als Waffe benutzen wollen, aber eventuell werden wir in einer fernen Zukunft ja ein bisschen vernünftiger sein, und die Anti-Materie dann auch richtig nutzen können (bis zum 5.April 2063 wirts aber nicht mehr ganz hinhauen).
Ich denke, wert wärs die ganze Sache schon, man könnte ja auch, ohne jetzt räuberisch zu denken, Rohstoffe von unbewohnten Gebieten erschliessen, oder der Überbevölkerung entgegenwirken.
MfG, FirstGlumanda.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961496 von PasY__G
17.03.2013, 11:45
FirstGlumanda hat geschrieben:@DerSpieler: Jetzt widersprichst du dir aber selbst! Du sagst, es gibt nichts, denn alles gehört entweder zur einen oder zur anderen Sorte und zählst dann Licht auf-aber was wäre, wenn irgentwo im unendlichen (!) Universum etwas existiert, das wie Licht ist, also keine negative Reaktion beim Kontakt mit (Anti-)Materie zeigt und als Transportbehälter benutzt werden kann?
@Xangel: Falls ich mit meinem bescheidenen 8-Klasse-Physik-Wissen nicht total daneben liege, hat auch Sauerstoff und was da noch so in der Luft ist Atome, also dürften die Teilchen nicht sehr weit kommen, ich lasse mich jedoch gern eines besseren belehren.
So, nun zu den eigentlichen Fragen:
Ich bin mir sicher, das irgentwelche Knallköpfe die Anti-Materie als Waffe benutzen wollen, aber eventuell werden wir in einer fernen Zukunft ja ein bisschen vernünftiger sein, und die Anti-Materie dann auch richtig nutzen können (bis zum 5.April 2063 wirts aber nicht mehr ganz hinhauen).
Ich denke, wert wärs die ganze Sache schon, man könnte ja auch, ohne jetzt räuberisch zu denken, Rohstoffe von unbewohnten Gebieten erschliessen, oder der Überbevölkerung entgegenwirken.
MfG, FirstGlumanda.



Licht besteht aus photonen, die keine normalen teilchen sondern quantenobjekte sind. Du kannst das nkchtnvergleichen und man kann davon ausgehen dass es keinen feststoff mit gleichen eigenschaften gibt.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961499 von DerSpieler
17.03.2013, 12:37
Xangel hat geschrieben:...ob dabei auch so etwas wie Strahlung entsteht, ...
Tatsächlich ist Strahlung erstmal das Einzige was bei der Materie-Antimaterie-Reaktion entsteht. Es handelt sich dabei um gewöhnliche elektromagnetische Strahlung (typischerweise im Frequenzbereich von Gamma-Strahlen, also wie z.B. bei der Kernspaltung). Eine besondere Reaktion auf das Vakuum gibt es dabei nicht (...oder wolltest du auf etwas spezielles hinaus?).
Ich habe einen lustigen Artikel zum Thema "Zerstörung der Erde" gefunden, und dort wird eine Näherung von etwa 2*10³² Joule angegeben (Quelle: https://physics.le.ac.uk/journals/index.php/pst/article/view/328/195). Dank Einstein ist es leicht auszurechnen, wie viel Masse Antimaterie-Materie-Mischung man benötigt um diese Energie zu erreichen, nämlich:

E = mc² => m = E/c² = 2*10^15 kg = 2*10^12 Tonnen, also etwa 2000 Mrd. Tonnen

Damit benötigt man also über 2000 Mrd. Tonnen Antimaterie um die Erde zu sprengen. Das wäre das Gewicht eines kleinen Mondes oder Asteroiden. Das täuscht aber natürlich etwas, da für die Auslöschung allen Lebens auf der Erdoberfläche viel weniger Energie nötig wäre.
Xangel hat geschrieben:Ich habe mal irgendwo gehört, das Antimaterie auch entsteht, wenn bei einem Gewitter der Blitz erscheint, allerdings nur in kleinen einzelnen Teilchen und diese fliegen hoch, bis sie auf einen Atomkern treffen und dann wars das für sie. stimmt das?
Ich habe nichts speziell zu Blitzen gehört (wäre aber als Quelle gut denkbar) aber es ist wirklich so, dass Antimaterie quasi natürlich vorkommt (also nicht nur in Teilchenbeschleunigern). Wenn starke kosmische Strahlung auf die Atmosphäre trifft entsteht z.B. Antimaterie und auch bei vielen nuklearen Zerfällen (sogenannten Beta-Plus-Zerfällen) entsteht immer Antimaterie. Wie "FirstGlumanda" vermutet hat, stoßen diese aber relativ schnell mit Materie in der Atmosphäre zusammen. Den entstehende charakteristischen Lichtblitz kann man mit den richtigen Detektoren auch sehr gut Messen. Also viel Länger als den Bruchteil einer Sekunde existiert sie nicht.

@FirstGlumanda:
Ok... ich gebe zu, dass ich das vielleicht ungünstig formuliert habe. Tatsächlich spricht man oft davon, dass Photonen ihr eigenes Antiteilchen sind, aber streng genommen gehören Photonen zu einer anderen Gruppe von Teilchen. Leider gibt es in dieser Gruppe aber kein Teilchen, welches eine stabile Verbindung eingehen würde (Licht macht das z.B. auch nicht) und nur Photonen überleben länger als ein paar Nanosekunden. Demnach: ...Ok... es gibt also vielleicht Teilchen, die mit Materie und Antimaterie auskommen, aber diese eignen sich nicht für den Bau eines Behälters^^
...und 40 Jahre könnten doch ausreichen, wenn man fleißig forscht. Wenn nicht, können wir auf die spitzohrigen Gäste auch noch etwas länger warten XD
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961502 von dyna
17.03.2013, 12:39
@DerSpieler: Ich gehe tatsächlich davon aus, dass die ersten Flüge nach Alpha Centauri unbemannt werden sein, so wie die ersten Flüge zum Mond auch unbemannt waren. Es kann natürlich auch sein, dass wir vor dem Antimaterie-Antrieb eine hinreichend entwickelte K.I. entwickeln, die das Fehlen eines menschlichen Piloten verkraftbar macht.

Bei den Massen habe ich wohl die Relativistik noch massiv unterschätzt ^^ Dennoch; solange man die Antimaterie nur für die Raumfahrt benötigt, hinkt der Vergleich mit dem Benzin etwas - es sei denn, man startet jeden Tag eine Rakete ;) Auch wenn ein Antimaterietreibstoff die Raumfahrt vereinfachen würde, glaube ich da nicht sor wirklich dran.

Bezüglich Atomfallen: Dann musst du dir aber auch die Frage gefallen lassen, wieviele Kilogramm Materie du im Labor eingefangen hat :P

@Xangel: Ich habe auf die Schnelle diesen BBC News Artikel gefunden. Danach werden von Gewittern Elektron/Positron-Teilchenpaare gebildet; das Positron ist eben das Antiteilchen des Protons Elektrons Danke, DerSpieler. Diese Positronen sind afaik das "gewöhnlichste" Antiteilchen; sie werden z.B. auch durch eine bestimmte Art des radioaktiven Zerfalls (β+) gebildet. Die Lebensdauer solcher Positronen außerhalb vom Vakuum ist aber natürlich sehr gering, da ja jedes Atom Elektronen besitzt (und, @FirstGlumanda, natürlich jegliche Materie im Alltag aus Atomen besteht).

auch @FirstGlumanda: Die Idee "unendliches Universum" hilft aus zwei Gründen nicht: einmal würde es uns nicht wirklich helfen, wenn in 1000 Lichtjahren Entfernung ein entsprechendes Material zu finden wäre; außerdem gehen Physiker meines Wissens davon aus, dass überall im Universum die gleichen physikalischen Gesetze gelten und wir damit auch in 1000 Lichtjahren Entfernung keine Photonen töpfern können ;)

Ich hätte da aber tatsächlich noch eine hypothetische Frage an den Spieler: Wie würde Antimaterie auf Materie reagieren, die das entsprechende Gegenteilchen nicht enthält? Also z.B. die erwähnten Positronen mit einem Material, das nur als Neutronen bestünde? Wäre das stabil oder würde irgendein Schmarrn wie Positron+Neutron -> Proton passieren? (β--Zerfall ist ja auch letztendlich Neutron -> Proton + Elektron + Antineutrino ^^)

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möp, jetzt war DerSpieler schneller ^^ Ich schicke trotzdem mal ab, unsere Beiträge sind ja nicht deckungsgleich :)
Zuletzt geändert von dyna am 17.03.2013, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961509 von PasY__G
17.03.2013, 12:53
dyna hat geschrieben:Bezüglich Atomfallen: Dann musst du dir aber auch die Frage gefallen lassen, wieviele Kilogramm Materie du im Labor eingefangen hat :P



Es geht darum, dass so etwas möglich ist, nicht dass es bereits in ausrei hendem ausmaß möglich ist, sonst hätten wir das problem jetzt nicht und müssten nicht darüber diskutieren. Jetzt liegt es daran, möglichkeiten zu finden, dies in dem ausmaß mögloch zu machen, hier liegt es an den wissenschaftlern an neuen möglichkeiten zu forschen:) dies ist der sinn des forschens:)
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961537 von DerSpieler
17.03.2013, 14:43
Die Systeme der Marsrover haben afaik bereits eine ausreichende K.I., um Hindernissen autonom auszuweichen. Bis man wirklich an bemannte Missionen zu anderen Sternen denkt, würde ich also annehmen, dass Sonden völlig autonom agieren können. Der Flug selbst ist wahrscheinlich auch völlig monoton. Erst wenn im Sternensystem etwas sinnvolles gemacht werden soll wird (je nach Aufgabe) imo etwas Intelligenz benötigt^^. Aus relativer Ferne Planeten zu beobachten ohne abzustürzen wäre vermutlich mit heuteigen Systemen realisierbar. Ich denke also nicht, dass Computersysteme ein Problem darstellen werden.

@Atomfalle:
Das war sicher weniger als ein Kilogramm XD Hab meine Aufzeichnungen extra nochmal gechekt, sind aber keine direkten Massen oder Atomzahlen drin. Aber wie Pasy_G sagt, geht es ums Prinzip^^
dyna hat geschrieben:...das Positron ist eben das Antiteilchen des Protons.
Ich nehme mal an das sollte eigentlich Elektron heißen^^
dyna hat geschrieben:Ich hätte da aber tatsächlich noch eine hypothetische Frage an den Spieler: Wie würde Antimaterie auf Materie reagieren, die das entsprechende Gegenteilchen nicht enthält? Also z.B. die erwähnten Positronen mit einem Material, das nur als Neutronen bestünde?
Es ist tasächlich so, dass...

Positron + Neutron --> Proton + (Elektronanti-)Neutrino

...auftreten würde. Abgesehen davon natürlich, dass Neutronen erstens keine stabile Verbindung eingehen (ohne Protonen und Elektronen) und zweitens nach kurzer Zeit in Elektronen und Protonen (wie von dir beschrieben) zerfallen. Prinzipiell hat man dann immernoch Antimaterie in Form von Neutrinos, aber diese lassen sich noch schwerer lagern^^
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961701 von mohaji
17.03.2013, 22:04
Xangel hat geschrieben:Ausserdem, wird man es nicht verhindern können, dass Antimaterie als Waffe eingesetzt wird.

Das stimmt, liegt eben in der Natur von uns Menschen!

Xangel hat geschrieben:Und ausserdem wird sie eh irgendwann von jemanden Entdeckt.


Das verstehe ich nicht, wie meinst du das mit dem entdecken?


So jetzt aber zur Frage:

Ist das mögliche Resultat nach eurer Meinung die ganze Mühe wert?


Ich find diese Frage schwer zu beantworten. Auf der einen Seite wäre es ein enormer Fortschritt für die Raumfahrt, auf der anderen Seite besteht eine ungeheure Gefahr, da die Sprengkraft einer Atombombe nun auf eine wenige Kilogramm schwere Bombe übertragen werden kann.
Wenn man nur die Wissenschaft betrachtet, würde sich die Mühe also lohnen.

Ich hab hier mal noch nen Artikel gefunden (http://sciencev1.orf.at/science/news/58807)

Dort heißt es
Dem ATHENA-Forscherteam gelang nun erstmals die Herstellung größerer Mengen kalter Antimaterie - insgesamt rund 50.000 Antiwasserstoffatome seien bisher erzeugt worden.


Daraus ergibt sich ne Frage an DerSpieler: Was könnte man rein theoretisch mit dieser Menge anstellen?
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961706 von dyna
17.03.2013, 22:49
mohaji hat geschrieben:Daraus ergibt sich ne Frage an DerSpieler: Was könnte man rein theoretisch mit dieser Menge anstellen?
Ich antworte mal: Im Labor sicherlich eine Menge, außerhalb nicht so viel ^^ 50 000 Antiprotonen wiegen insgesamt 8.36*10-23 Kilogramm, das heißt, es stecken nach E=m*c² 0.00000753 Joule Energie darin, bzw. bei Annilierung mit der gleichen Masse Protonen entsprechend 0.0000151 Joule.
Um ein Gramm Wasser um 1°C zu erwärmen, benötigt man 4.187 Joule - mit den 50000 Antiprotonen + 50000 Protonen können wir also 1 Mikrogramm Wasser um 3.5°C erwärmen. Beeindruckend, nicht wahr? ;) In der Hoffnung, mich nicht verrechnet zu haben...

@DerSpieler: Danke für die Korrektur und die Info über Neutron+Positron. Ich weiß natürlich, dass man auch aus Neutronen keinen Topf basteln kann. Mich interessierte eher, ob es Paare von Materie-Elementarteilchen A und Antimaterie-Elementarteilchen B gibt, die nicht miteinander reagieren und ein Neutronen-Topf ist immer noch weniger absurd als ein Elektronen- oder Protonentopf ^^

Die Frage zu der Masse in der Atomfalle war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Mich würde aber tatsächlich interessieren, ob man eine solche Apparatur prinzipiell hochskalieren kann oder ob bei einem größeren Massebulk z.B. die Atome nicht mehr zuverlässig vom Laser getroffen werden können und man dadurch größere Verluste hätte. In dem Zusammenhang: Kann man denn mit einer Atomfalle prinzipiell(!) über lange Zeit verlustfrei(!) Atome gefangen halten? Wir reden ja im Raumschiff (wenn wir eine Rückfahrkarte wollen) schon von Lagerzeiten im Bereich von Jahren und Jahrzehnten.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961716 von Picollo
18.03.2013, 00:29
uff ich kenn mich jetzt in der Physik nicht sooooo gut aus darum eher ein gefährliche Einschätzung von mir.

zum einen: Ich persönlich glaube nicht das Antimaterie den Weg ins Weltall eben wird sondern eher die Kernfusion (jaa das was in der Sonne jede Sekunde passiert) ..weil..das viel "einfacher" ist als Antimaterie herzustellen und der benötigte Stoff, Wasserstoff, lässt sich überall im Weltall finden..einfach ne gescheite möglichkeit erfinden und die Menscheit wird nie mehr Energieprobleme haben...

Bleibt noch die Idee mit den Waffen..ja das hat was für sich , man könnte ja Mithilfe der Kernfusion dann später auch Antimaterie herstellen und diese Antimaterie ist Milliarden mal zerstörischer als eine eine Atomwaffe...nur weil es so verdammt schwierig ist überhaupt mal ein Antimaterie-Atom herzustellen , geschweige es denn zu halten , weil es jederzeit mit der normalen Materie reagiert, glaube ich nicht das das ohne weiteres so Möglich ist , aber wir wissen ja garnicht was die Menschen noch so alles entdecken werden..diese Materie ist zwar nachweisbar hab ich gelesen , aber es könnte ja noch was ganz anderes sein , was die momentane Beschleunigung des Weltalls erklärt..man hat da irgendwie auf ein Hilfskonstrukt zurückgreifen müssen , weil das mit den momentanen Theorien sich nicht deckt.

und laut Einstein kann sich nichts schneller bewegen als das Licht...also denke ich nicht das wir uns mit Lichtgeschwindigkeit oder darüber hinaus bewegen werden..aber was möglich ist , wieder etwas viel Sci-Fiction ist ja den Raum zu krümmen..dafür brauchste aber unter anderem auch viel Energie.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#961736 von DerSpieler
18.03.2013, 11:27
Ich hab die Rechnung von dyna nun nicht überprüft aber die Größenordnung ist schon mal plausibel. Ein paar tausende Atome sind einfach ein Tropfen auf den heißen Stein. ...wobei... schon ein Wassertropfen besteht aus viele hundert Milliarden Atomen XD.
dyna hat geschrieben:Mich interessierte eher, ob es Paare von Materie-Elementarteilchen A und Antimaterie-Elementarteilchen B gibt, die nicht miteinander reagieren
Wenn ich das mal schnell überschlage, scheint das Problem das zu sein, dass alle massive Materie an der schwachen Wechselwirkung teilnimmt und dabei letztlich immer Antineutrinos entstehen, die sich nicht aufhalten lassen (tatsächlich gibt es btw einen Erhaltungssatz, der verbietet, dass Antimaterie ohne seinen Materie-Gegenpart aufgelöst wird - Umwandlung in andere Antimaterie ist aber immer möglich).
So absurd ist ein Neutronen-Topf wirklich nicht. Neutronensterne wären ja ein Beispiel für ein stabiles System aus Neutronen.
Für das hochskallieren der Magnetfalle ist natürlich klar, dass man stärkere Laser und Magnete benötigen würde. Beides benötigt dann dauerhaft mehr Energie. Man müsste also prüfen, wie lange die Lagerung überhaupt sinn macht, bevor man mehr Energie dafür verbraucht hat, als man später durch die gelagerte Antimaterie gewinnt^^ Es gibt aber auch noch andere Konstruktionen, die z.B. ohne Laser auskommen. Verlustfrei sind die Fallen aber alle nicht! Prinzipiell sehe ich aber kein Problem warum man nicht große Mengen über lange Zeit Lagern könnte (mit akzeptablen Verlustraten). Die Prinzipien der Fusionsreaktoren lassen sich z.B. problemlos auf Antimaterie anwenden und hier darf das Plasma auch keinesfalls die Wände berühren.

@Picollo:
Bei der Fusionsreaktion in der Sonne entstehen übrigens zum Teil Positronen. Durch Fusionsprozesse entstandene Antimaterie trägt also bereits zur Sonnenenergie bei. Wir würden also, wie so oft nur die Natur nachahmen, wenn wir auf diese Weise Antimaterie produzieren.
Picollo hat geschrieben:diese Materie ist zwar nachweisbar hab ich gelesen , aber es könnte ja noch was ganz anderes sein , was die momentane Beschleunigung des Weltalls erklärt..man hat da irgendwie auf ein Hilfskonstrukt zurückgreifen müssen , weil das mit den momentanen Theorien sich nicht deckt.
Hier vermischst du zwei Begriffe. "Antimaterie" ist ein gut verstandenes Konzept und Teil des Standardmodells und es gibt auch zahlreiche experimentelle Beweise für die Existenz. Der Grund ist einfach der, dass sie sich genau wie gewöhnliche Materie nachweisen lässt (also in quasi jedem handelsüblichen Detektor). Der andere Begriff ist die "Dunkle Materie", die bisher nur indirekt, also über ihre Auswirkungen auf andere Materie, nachweisbar ist. Es ist auch wirklich so, dass man über die dunkle Materie kaum etwas sicher sagen kann (nicht mal ob sie überhaupt existiert).

Es hat mich auch gewundert, als ich es zum ersten mal gehört habe, aber es gibt ernsthafte wissenschaftliche Arbeiten zu Überlichtantrieben, die Raumkrümmung zur Fortbewegung verwenden. Der bekannteste ist der Alcubierre-Warp-Drive. Die Ergebnisse sind, dass es theoretisch möglich wäre. Bisher fehlt nur Technologie um die gewünschte Krümmung zu erzeugen.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#964254 von zyx
31.03.2013, 18:49
dyna hat geschrieben:
zyx hat geschrieben:Ansonsten können mit der herkömmlichen Denkweise eben auch nur Geschwindigkeiten unter Lichtgeschwindigkeit erreicht werden.
Der Fortschritt von momentan 7*105 m/s (1) auf knapp 3*108 wäre dennoch nicht schlecht ^^ Unter dem Gesichtspunkt finde ich das Thema auch sehr spannend. Ein Flug nach Alpha Centauri (4.34 Lichtjahre laut Wikipedia) und zurück in 10 Jahren hätte schon einiges für sich. Man hätte natürlich immer noch das Problem, dass jegliches Signal von der Erde ebenfalls 4.34 Jahre nach Alpha Centauri unterwegs wäre und somit ein unbemannter Flug immer noch ein massives Fehlschlagsrisiko hätte (und ein gleich ein bemannter Flug wäre ethisch nicht wirklich vertretbar).


Auch wenns schon etwas vom Thema abkommt...
Wenn man wirklich annähernd Lichtgeschwindigkeit erreichen könnte, würde während des Fluges jegliche Funkverbindung sinnlos werden. Sämtliche Signale würden diese Rakete nur unglaublich langsam einholen können (weil sie eben kaum schneller sind) und zurückgesendete Signale hätten das gleiche Problem. Beim Rückflug (sollte man eine unbemannte Rakete überhaupt zurückholen) würde es genausowenig Sinn machen. Einzig bei der Erforschung eines fremden Sonnensystems würde man eben Jahre später sehen, was dort vorgefunden wurde. Demzufolge wäre es wohl auch sinnvoll, dass man soetwas bemannt machen würde oder eben sehr fortgeschrittene Computer besitzt, die völlig selbstständig agieren und reagieren können. Also fast schon mit künstlicher Intelligenz gleichzusetzen (obwohl man diese vermutlich eher erschaffen wird, als solche Raketenantriebe).

@DerSpieler
Es könnte aber auch passieren, dass man unterwegs auf grösseres, als nur Staub trifft. Man würde nichteinmal erkennen, dass man auf einen z.B. faustgrossen Stein zufliegt, vom ausweichen eben ganz zu schweigen.

Damit es nicht ganz OT wird:
Die Überschrift fragt ja auch nach der Möglichkeit einer Massenvernichtungswaffe. Das wäre für mich eigentlich eine vollkommen klare Sache. Fast alles, was die Menschheit erfunden hat, wurde entweder erstmals als Waffe verwendet oder zumindest irgendwann als solche miss- bzw. gebraucht. Ist ja auch völlig logisch: die unkontrollierte Kernspaltung ist nun mal einfacher zu realisieren, als eine wirtschaftlich nutzbare. Dazu kam natürlich die damalige Notwendigkeit für eine Atombombe (obwohl man sich darüber auch streiten könnte). Genauso ist es bei der Kernfusion: zuerst gab es die Wasserstoffbombe. Die hat man recht problemlos (naja, fast) entwickeln können, Fusionsreaktoren sind noch heute nicht wirtschaftlich nutzbar. Bei der Antimaterie würde es sicher ähnlich ablaufen. Man kann nur hoffen, dass die Menschen bis dahin soweit sind, nichtmal auf den Gedanken zu kommen, soetwas einzusetzen.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#964282 von FirstGlumanda
31.03.2013, 19:37
@zyx: Naja, wenn die Menschheit es geschafft hat sich so schnell wie das Licht fortzubewegen, werden sie ja wohl auch dementsprechende Sensoren kennen. Das halte ich für das kleinste Problem.
Die Nasa hat übrigens mal ernsthaft an einer solchen Technologie gearbeitet, ich werd den Artikel mal raussuchen.
MfG, FirstGlumanda.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#964480 von DerSpieler
01.04.2013, 15:21
Ein paar Jahre auf neue Daten zu warten ist jetzt nicht unbedingt sooo schlecht.
Was Navigation angeht aber natürlich viel zu langsam. Hier stimme ich also voll zu: Man benötigt Computersysteme, die auf mögliche Probleme reagieren können. Wie zyx sagt, ist der Schritt von der heute verfügbaren Technik nicht sonderlich weit. Ich bin sogar der Ansicht, dass derzeitige Systeme, mit den meisten Problemen bereits fertig würden (z.B. Berechnung eines sicheren Kurses und autonome Analyse von Planeten im fremden System usw.). Viel Intelligenz ist dafür einfach nicht nötig^^

Hindernisse, die Größer sind als ein paar Mikrometer, sind afaik extrem selten im interstellaren Raum (tatsächlich habe ich nie etwas davon gehört).
Unwahrscheinlich heißt aber natürlich nicht unmöglich, also handelt es sich wohl um ein existierendes Problem. Es wäre aber imo wirklich denkbar diese mit einem guten Radar-System auszuweichen. (zumindest sehe ich kein theoretisches Problem).... oder übersehe ich etwas, da du schreibst man würde es nicht kommen sehen??
Vielleicht ist es also so, dass man großen Objekten ausweichen und kleineren wiederstehen kann. Technisch ist das wohl wirklich nicht schwieriger als der Antrieb des Raumschiffs^^

Die Überschrift war eher als Synonym für "Fluch oder Segen" gemeint. Der Einsatz als Waffe ist aber natürlich wirklich denkbar. Es wäre aber doch möglich, dass sich diese Anwendung entweder nicht lohnt, da eine Fusionsbombe gleicher Sprengkraft billiger in der Herstellung ist^^ oder, dass die Technologie so aufwendig ist, dass sie nur von einer so hoch entwickelten (im zivilisatorischen Sinn) Menschheit bewältigt werden kann, dass niemand mehr an einen Einsatz als Waffe denkt.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#964982 von zyx
03.04.2013, 13:58
DerSpieler hat geschrieben:Ein paar Jahre auf neue Daten zu warten ist jetzt nicht unbedingt sooo schlecht.

Es wäre aber imo wirklich denkbar diese mit einem guten Radar-System auszuweichen. (zumindest sehe ich kein theoretisches Problem).... oder übersehe ich etwas, da du schreibst man würde es nicht kommen sehen??

Es wäre aber doch möglich, dass sich diese Anwendung entweder nicht lohnt, da eine Fusionsbombe gleicher Sprengkraft billiger in der Herstellung ist^^ oder, dass die Technologie so aufwendig ist, dass sie nur von einer so hoch entwickelten (im zivilisatorischen Sinn) Menschheit bewältigt werden kann, dass niemand mehr an einen Einsatz als Waffe denkt.


Stimmt, das Warten auf interessante Daten ist nicht schlimm. Ich meinte ja auch nur, dass man die Sonde nicht sinnvoll steuern könnte und sie selbstständig entscheiden müsste, dass sich zu erforschen lohnt und was nicht usw.

Aber wenn wir davon ausgehen, dass wir und mit (nahezu) Lichtgeschwindigkeit bewegen, dann müssten wir eine Ortungsmöglichkeit erfinden, die schneller als das Licht ist. Radarwellen wären doch nicht schneller als wir selbst, oder?

Man könnte dann aber Bomben mit einer ungleich höheren Sprengkraft bauen. Es bleibt natürlich mal dahingestellt, ob das überhaupt noch eine Rolle spielt, wo doch Atomwaffen schon zerstörerisch genug sind. Aber eigentlich versuchen die Menschen alles als Waffe zu nutzen - weil sie es eben können.
Die Grundlagenforschung wäre sicherlich das aufwendigse, wenn erstmal bekannt ist, wie es geht, dann könnte man wohl relativ "preiswert" so eine Bombe bauen. Zumindest wäre sie sicher günstiger und einfacher herzustellen als z.B. ein Raketenantrieb.
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Re: Antimaterie - Treibstoff o...

#965267 von DerSpieler
04.04.2013, 15:00
zyx hat geschrieben:Aber wenn wir davon ausgehen, dass wir und mit (nahezu) Lichtgeschwindigkeit bewegen, dann müssten wir eine Ortungsmöglichkeit erfinden, die schneller als das Licht ist. Radarwellen wären doch nicht schneller als wir selbst, oder?
Da man nicht auf 100% Lichtgeschwindigkeit kommen kann, ist es möglich mit einem Radar an Informationen zu kommen. Natürlich sinkt aber die Vorwarnzeit drastisch und so hat man bei 99% der Lichtgeschwindigkeit nur 1% der üblichen Vorwarnzeit. Man benötigt also ein Radar, welches Objekte schon in großer Entfernung erkennt.

Bei Objekten mit einigen Zentimetern (bis Meter) Durchmesser könnte das schon möglich sein. Vielleicht könnte man die Flugbahn auch einfach vor dem Start genau untersuchen^^
Es ist aber imo ganz klar, dass man großen Objekten ausweicht und kleinen Wiederstehen muss - die Frage ist nur, wo hier die Grenze liegt.

Außerdem sei nochmal gesagt, dass es vermutlich zwischen den Sternen quasi keine Objekte größer als ein Staubpartikel gibt. Die Materiedichte ist einfach zu gering, als dass sich die Materie stärker zusammenklumpen könnte.
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